Qatarschtrophe...

  • Public viewing in Zürich: Nur ein Lokal boykottiert WM in Katar
    Ein Verein fordert Fussballfans zum Verzicht auf und bietet ein Alternativprogramm.
    www.nzz.ch




    «Uns ist die Lust am Fussball vergangen»: Das «Nordbrüggli» boykottiert die WM in Katar – damit ist es die grosse Ausnahme unter den Bars in Zürich

    Ein Verein fordert Fussballfans zum Verzicht auf und bietet ein Alternativprogramm.

    14 Jahre lang konnten Fussballbegeisterte in der Café-Bar Nordbrücke in Zürich Wipkingen jede Europa- und Weltmeisterschaft auf dem Bildschirm mitverfolgen. Dieses Jahr ist das nicht möglich.


    Felix Haldimann ist einer von drei Pächtern des Lokals, das meist «Nordbrüggli» genannt wird. Die Pächter haben sich wegen der Menschenrechtsverletzungen in Katar für den Boykott entschieden. Haldimann sagt: «Uns ist die Lust am Fussball vergangen.»

    Die Fussball-Weltmeisterschaft in Katar war von Anfang an umstritten. Bei der Vergabe wurden schnell Bestechungsvorwürfe laut. Zudem steht Katar wegen seiner Menschenrechtsverletzungen in der Kritik, insbesondere wegen der katastrophalen Arbeitsbedingungen für Migranten. Laut Amnesty International sind in Katar zwischen 2010 und 2019 mehr als 15 000 Arbeitsmigranten aus unbekannten Gründen gestorben. Wie viele Personen bei Bauprojekten rund um die Weltmeisterschaft starben, ist nicht geklärt.


    Unter dem Motto «Kein Katar in meiner Kneipe» verzichten in Deutschland zahlreiche Gastrobetriebe darauf, Fussballspiele zu zeigen.


    Nordbrüggli rechnet nicht mit fehlenden Einnahmen


    Die WM in Russland konnte man sich im «Nordbrüggli» noch anschauen. Laut Haldimann hielt sich die Begeisterung aber schon damals in Grenzen. Auch Russland stand wegen Menschenrechtsverletzungen in der Kritik. Trotzdem sei der Entscheid, dieses Mal keine WM-Spiele zu zeigen, kein einfacher gewesen.


    Gegen den Boykott habe etwa der «Dienst am Quartier» gesprochen. Haldimann sagt: «Zusammen Fussball zu schauen, ist etwas sehr Schönes.» Letztlich hätten aber die negativen Seiten der WM in Katar überwogen. Dass dem «Nordbrüggli» wegen des Boykotts Einnahmen entgehen, glaubt Haldimann nicht. Er verurteile weder Personen, die sich WM-Spiele anschauten, noch Lokale, die WM-Spiele zeigten.

    Das «Nordbrüggli» boykottiert nur die WM in Katar. Die Europameisterschaft 2024 in Deutschland wollen die Pächter wieder übertragen.


    Eine kleine Umfrage der NZZ zeigt: Viele Bars in der Stadt Zürich, die in den vergangenen Jahren WM- und EM-Spiele zeigten, tun dies auch in diesem Winter. «Frau Gerolds Garten», «Piccolo Giardino» und die «Amboss-Rampe» haben sich gegen einen Boykott entschieden.

    Die Calvados-Bar am Zürcher Idaplatz ist ein Fussball-Lokal par excellence. FC Zürich, Bundesliga, Champions League: Im «Calvados» kommen Fussballfans voll auf ihre Kosten. Auch die Spiele der Fussball-Weltmeisterschaft werden dort gezeigt. Doch der Entscheid war auch hier kein leichter.


    In einer am Dienstag veröffentlichten Stellungnahme nennt die Bar mehrere Gründe, weshalb sie die WM nicht boykottieren wird. Als Sport-Bar stehe man gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern «pekuniär» in der Verantwortung. Sprich: Man ist auf Kundschaft angewiesen, weil Löhne bezahlt werden müssen.

    Weiter schreibt die Calvados-Bar, man wolle den Fussball wieder zur «schönsten Nebensache der Welt» machen. Die Sport-Bar möchte die Situation vor Ort verbessern, ohne die Spiele zu boykottieren. Konkret spendet das «Calvados» einen Teil der Einnahmen an ein Projekt, das notleidende Wanderarbeiter in Katar, Saudiarabien und Malaysia unterstützt.


    In der Stellungnahme der Calvados-Bar heisst es aber auch: «Alle, die diese ökologisch widersinnigen Winterspiele im Wüstenstaat boykottieren, haben unser Verständnis.»

    Fanrufe, Grillgeruch und frisch gezapftes Bier


    Trotzdem wird es in Zürich weniger Gelegenheiten zum gemeinsamen WM-Schauen geben als in früheren Jahren. Der Grund dafür ist die Jahreszeit. Dass die WM im Winter stattfindet, hat zur Folge dass nur wenige Public Viewings unter freiem Himmel angekündigt sind. Die Stadt Zürich habe bis jetzt nur ein grösseres Public Viewing bewilligt, heisst es vom Zürcher Sicherheitsdepartement. Bewilligungspflichtig sind aber nur Public Viewings, die auf öffentlichem Grund stattfinden.


    Ein Indoor-Public-Viewing ist in Zürich Oerlikon geplant. Die Halle 550 verspricht auf ihrer Website eine «Fanmeile mit frisch gezapftem Bier, Grillgeruch und Animation» sowie die Live-Übertragung sämtlicher Spiele auf Grossleinwand mit «Jubelgeschrei und Fanrufen». Das klingt nach einer ganz normalen Fussball-Weltmeisterschaft.

  • tele züri, "talk täglich" am letzten montag über qatar mit guido tognoni und sp-fabian molina.


    guido tognoni hat meines erachtens sehr interessantes berichtet. er wehrte sich ziemlich vehement, aber mit wirklich sehr guten argumenten, gegen das grassierende qatar bashing. unsere mainstream- bzw. leitmedien machen auch hier einen sehr schlechten job. einmal mehr gilt es die aufgebauten narrative zu bedienen.


    Fussball-WM in Katar: Vorfreude oder Boykott? | TeleZueri

  • tele züri, "talk täglich" am letzten montag über qatar mit guido tognoni und sp-fabian molina.


    guido tognoni hat meines erachtens sehr interessantes berichtet. er wehrte sich ziemlich vehement, aber mit wirklich sehr guten argumenten, gegen das grassierende qatar bashing. unsere mainstream- bzw. leitmedien machen auch hier einen sehr schlechten job. einmal mehr gilt es die aufgebauten narrative zu bedienen.


    Fussball-WM in Katar: Vorfreude oder Boykott? | TeleZueri

    ...was für sehr gute argumente? welche narrative? bitte etwas genauer

    was hingegen stimmt, dass hier viel eher fifa-bashing sein müsste.

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    Korrupter Sauhaufen, stimmt.


    Nur so nebenbei gehört und keine Ahnung, wie viel dran ist, aber offenbar war Argentinen vor der WM 78 (?) auch ziemlich mies dran und schon da hatte man sich gefragt, was das soll, in so einem Land unter solchen Umständen eine WM durchzuführen. Ist zwar nicht mehr vergleichbar, mit dem, was heute abgeht, aber vielleicht hat es ja für Qatar und ähnliche Staaten, bzw. für die "Arbeiter" dort mindestens ein bisschen eine positive Wirkung, wenn die Welt genauer hinschaut.


    Aber ja - am Schluss ist das alles schnell wieder vergessen und bringt nicht viel ;)

  • Wobei da viele auch selber scheinheilig sind... Wenn die Fussball-WM in Qatar stattfindet, dann mokieren sich viele darüber und sprechen über Menschenrechte. Wenn sie dann aber den Tank im Auto mit Benzin oder im Haus mit Heizöl aus diesen Ländern füllen, ist es dann plötzlich kein Thema mehr.


    Und ja, es mag ganz sicher Korruption gegeben haben rund um die WM-Vergabe 2022. Da vergessen aber viele, dass es damals im "hochzivilisierten" Deutschland bei der Vergabe der WM 2006 auch nicht wirklich besser war.

  • Korrupter Sauhaufen, stimmt.


    Nur so nebenbei gehört und keine Ahnung, wie viel dran ist, aber offenbar war Argentinen vor der WM 78 (?) auch ziemlich mies dran und schon da hatte man sich gefragt, was das soll, in so einem Land unter solchen Umständen eine WM durchzuführen. Ist zwar nicht mehr vergleichbar, mit dem, was heute abgeht, aber vielleicht hat es ja für Qatar und ähnliche Staaten, bzw. für die "Arbeiter" dort mindestens ein bisschen eine positive Wirkung, wenn die Welt genauer hinschaut.


    Aber ja - am Schluss ist das alles schnell wieder vergessen und bringt nicht viel ;)

    argentinien war eine militärdiktatur damals, ein durch und durch totalitäres regime. noch heute wissen tausende von familien nicht, wohin damalige familienmitglieder verschwunden sind. einfach vom erdboden verschluckt!


    und ja, die doppelmoral der menschen nimmt seltsame formen an. gas aus qatar statt russland ist voll ok, sagt frau baerbock, aber die wm in qatar ist nicht voll ok, sagt frau baerbock bzw. ihre lustige partei!


    und tognoni sagte es vollkommen richtig: die qataris haben vor 20 jahren das kamel durch den porsche cayenne ersetzt. und in diesen 20 jahren sollen sie bezüglich gesellschaft und menschenrechte gleich weit kommen wie wir, welche fürs selbe jahrhunderte brauchten? ein bisschen viel verlangt!


    so gesehen ist so eine wm evt. sogar eine chance, dass dieser prozess ein wenig beschleunigt werden kann!


    mal schauen, wieviele aus der fraktion „das wird die erste wm an der ich mir kein spiel anschaue“ spätestens ab dem 1/8 finale vor dem tv hocken, wenn ihr team da spielt!


    1978: Argentiniens Triumph und Trauer - WM-Finale unweit des Folterzentrums
    Am 25. Juni 1978 gewann Argentinien die Fußball-WM im eigenen Land. Doch während die einen feierten, wurden andere unweit der Fußballstadien gefoltert. 30.000…
    www.deutschlandfunkkultur.de



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  • und ja, die doppelmoral der menschen nimmt seltsame formen an. gas aus qatar statt russland ist voll ok, sagt frau baerbock, aber die wm in qatar ist nicht voll ok, sagt frau baerbock bzw. ihre lustige partei!

    Gibt es auch sonst im Fussball überall... Wenn Red Bull Sportvereine sponsort, motzen alle Fans und kommen mit der Traditionalistenkeule, obwohl die RB-Teams wahrscheinlich für den Fussball mit den ganzen Förderprogrammen in den letzten 10 Jahren mehr Positives gemacht hat als viele der Topclubs zusammen. Wenn aber dann Qatar Airways, Gazprom oder ein Saudifonds die traditionellen Vereine sponsoren, damit sie teils 100 Millionen für einen einzigen Spieler ausgeben können, ist es plötzlich kein Problem mehr.

  • und tognoni sagte es vollkommen richtig: die qataris haben vor 20 jahren das kamel durch den porsche cayenne ersetzt. und in diesen 20 jahren sollen sie bezüglich gesellschaft und menschenrechte gleich weit kommen wie wir, welche fürs selbe jahrhunderte brauchten? ein bisschen viel verlangt!

    ...leider eine von vielen dummen aussagen; wieso soll man mit kamelen "schlechtere" menschenrechte haben als mit einem porsche cayenne?

  • Gibt es auch sonst im Fussball überall... Wenn Red Bull Sportvereine sponsort, motzen alle Fans und kommen mit der Traditionalistenkeule, obwohl die RB-Teams wahrscheinlich für den Fussball mit den ganzen Förderprogrammen in den letzten 10 Jahren mehr Positives gemacht hat als viele der Topclubs zusammen. Wenn aber dann Qatar Airways, Gazprom oder ein Saudifonds die traditionellen Vereine sponsoren, damit sie teils 100 Millionen für einen einzigen Spieler ausgeben können, ist es plötzlich kein Problem mehr.

    Ich finde das geht am Punkt vorbei. Mal theoretisch es würden alle Vereine sich einem Konzern anschliessen, dann wäre am Samstag in der Konferenz:


    Red Bull Salzburg - Hornbach Nürnberg

    Coca Cola München - BMW Bielefeld

    SAP Hoffenheim - Microsoft Freiburg

    Allianz Dortmund - Zürich Versicherung Bremen


    Alle spielen in den Corporate Farben. Wäre das wirklich etwas, was die Leute noch schauen würden?

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    In Österreich haben sie ja nicht deswegen weniger Zuschauer, nehme ich mal an.

    Die Leute sind nicht so konsequent, wie sie gerne selber von sich meinen.

  • Natürlich war und ist das eine Tragödie. Aber Argentinien ist ein Fussball Land dass die Stadien auch nach der WM noch benutzte. Die Stadien in Katar in einem 2 Millionen Staat werden nach der WM kaum mehr benötigt.


    Keine Grossveranstaltung sollte in einem Land stattfinden, in denen Grundrechte eine Sicherheitsgarantie erfordern.


    Katar ist offen Antisemitisch. Erstaunlich ist, dass bei der gesamten Palette von Kritik an Katar ein Punkt fehlt: dass das Emirat zu den wichtigsten Finanziers der Hamas gehört, die die Menschen im Gazastreifen terrorisiert und Israel unablässig mit Raketen beschiesst.


    Zu Tognoni er arbeitete jahrelang für die Fifa und daher für mich nicht glaubwürdig. Ist wie ein Chodorkowski der als ehemaliger Oligarch jetzt gegen Russland tritt.


    Ach ja und zu guter Letzt: https://www.t-online.de/sport/…ans-fuer-lobbyarbeit.html

  • Ja, würden sie… Zumindest viele davon. Schau mal in der deutschen Basketballiga, dort tragen mehr als die Hälfte einen Firmennamen im Clubnamen. Aber klar, die Ultras wären da nicht dabei

  • Ja, würden sie… Zumindest viele davon. Schau mal in der deutschen Basketballiga, dort tragen mehr als die Hälfte einen Firmennamen im Clubnamen. Aber klar, die Ultras wären da nicht dabei

    Wobei ich immer noch einen Unterschied zu Red Bull machen würde. Hätte Red Bull einen Club gesponsort ohne die Historie des Clubs auszulöschen, inklusive Clubfarben, wäre die Gegenwehr viel kleiner gewesen.


    Oder anders gesagt, wenn der ZSC irgendwann Coop Hockey Zürich heisst und in Orange spielt, gehst du dann noch?

  • Nach diesen Worten dürfte auch der Letzte verstanden haben, wieso viele die WM in Katar boykottieren wollen. In einem Interview mit dem ZDF lästert der Botschafter des Turniers so übel über Schwule ab, dass das Gespräch abgebrochen wird.


    Wer sich gefragt hatte, warum viele Menschen die WM in Katar kritisch sehen oder das Turnier sogar boykottieren wollen, dürfte nun eine Antwort finden. Ein offizieller Botschafter der Weltmeisterschaft in Katar bezeichnet Homosexualität in einem ZDF-Interview als „geistigen Schaden“.

    Der frühere Fußballer Khalid Salman sagt in der ZDF-Doku „Geheimsache Katar“ (Dienstag ab 20.15 Uhr), er habe Probleme damit, wenn Kinder Schwule sähen. Kinder würden dann etwas lernen, was nicht gut sei. In Salmans Augen sei Schwulsein „haram“. Er meint: verboten.


    Dann legt er nach: „Es ist ein geistiger Schaden“. Der Pressesprecher des WM-Organisationskomitees, der das ZDF-Team bei den Dreharbeiten begleitet und kontrolliert, bricht nach ZDF-Angaben das Interview an dieser Stelle ab.

  • Nun. Die Fifa kennt bei der Vergabe "die Themen" in diesen Ländern. Ist ja alles nicht neu und unbekannt.

    Und ja, es hat grundsätzlich nicht jedes Land die gleichen Werte wie wir in Europa. Sprich, wir können nicht immer davon ausgehen, dass die westlichen Werte auf der ganzen Welt gelten sollen und richtig sind (selbstverständliche billige ich was in Quatar passiert in keinster Weise). Und was hier teilweise vermittelt wird ist schon nur noch zum Kopfschütteln.

    Zudem rennen ja trotzdem jedes Jahr tausende ins Paradies Dubai mit in etwa ähnlichen Gepflogenheiten. Dort "stört" es halt beim Shopping/Bädeli Trip weniger....


    Die "Schuld" liegt am Ende bei den grossen Monstern wie Fifa etc. die auf der Suche nach immer mehr Geld und neuen Märkten überall ganz fleissig die hohle Hand machen und gleichzeitig beide Augen fest verschliessen. Dann verschieben wir halt alles in den Winter etc. etc. Wenn juckt das schon. Wegen der paar läppischen Fans. Und wenn man es runterbricht sind wir wieder beim Thema wie weit geht die Kommerzialisierung im Sport. Oder wie weit darf sie noch gehen.

    Für mich sind Fussball WM in Quatar, Winter Olympiade in Peking und Asia Games Winter in der Wüste Saudi-Arabiens Auswüchse, die jeglicher Logik entbehren.

    Von der ökologischen Sinnhaftigkeit solcher Veranstaltungen müssen wir schon gar nicht sprechen.

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