• nein, das weichei verzichtet aus familiären gründen…die schwester von hofmann? :nixwiss:


    :blosswech:

    Familiäre Gründe (Baby kommt demnächst)


    sind nicht gleich familiäre Gründe (Baby schon länger da, aber ich vermisse meine Familie soooooo fest und muss mich jeden Abend in den Schlaf weinen. Eigentlich dachte ich, ich sei Flügel im ersten Block und alle, wirklich ALLE haben auch mich gewartet... jetzt sollte ich trotzdem hart trainieren und muss mich mit meiner Rolle im Team zufrieden geben, da ziehe ich lieber mein Pfifeli wieder ein und fliege zurück).

  • Familiäre Gründe (Baby kommt demnächst)


    sind nicht gleich familiäre Gründe (Baby schon länger da, aber ich vermisse meine Familie soooooo fest und muss mich jeden Abend in den Schlaf weinen. Eigentlich dachte ich, ich sei Flügel im ersten Block und alle, wirklich ALLE haben auch mich gewartet... jetzt sollte ich trotzdem hart trainieren und muss mich mit meiner Rolle im Team zufrieden geben, da ziehe ich lieber mein Pfifeli wieder ein und fliege zurück).

    Gut auf den Punkt gebracht

  • Mmhh, dafür kamen aberschon Spiler auf die rote Liste, Bodenmann, Malgin etc.

    Wird bei Josi dann wohl anders vekauft von Indianer Fischer.

    Die rote Liste gab es, immer klar kommuniziert, vor der Heim-WM 2020. Wenn es diese Liste noch gibt, findet die WM 2020 doch noch statt? Habe ich etwas verpasst?

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    Kind kommt im Juli, WM endet am 29. Mai, habe schon bessere Ausreden gehört.


    Warum sagt er nicht einfach er sei ausgebrannt von der Saison und enttäuscht über das Playoff out, keine Motivation.


    Nimmt ihm jeder ab.


    Warum muss nun jeder die Familien Karte spielen?


    Das dies ein Verlust für die Nati ist das ist auch klar.

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    BRUTALER Verlust ......... schade, schade ......

  • Familiäre Gründe (Baby kommt demnächst)


    sind nicht gleich familiäre Gründe (Baby schon länger da, aber ich vermisse meine Familie soooooo fest und muss mich jeden Abend in den Schlaf weinen. Eigentlich dachte ich, ich sei Flügel im ersten Block und alle, wirklich ALLE haben auch mich gewartet... jetzt sollte ich trotzdem hart trainieren und muss mich mit meiner Rolle im Team zufrieden geben, da ziehe ich lieber mein Pfifeli wieder ein und fliege zurück).

    der kommentar zu josi war natürlich nicht ernst gemeint von mir. war einfach ein reminder an die kommentare bezüglich hofmann. :mrgreen:


    nein, josi ist sicher kein weichei! wer so eine brillante karriere hinlegt in der nhl, seit jahren einer der top 5 verteidiger in der ganzen nhl (!) ist, der hat es mehr als gepackt und kann somit selbstredend gar kein weichei sein!


    aber ich bin da ganz bei larry: die "erklärung" warum er nicht kommt tönt einfach nach ausrede! hätte er gesagt, er sei nach dieser saison völlig ausgelaugt und auch noch leicht verletzt nach den playoffs, wäre ehrlicher rüber gekommen!

  • Ja das relativiert das ganze dann schon merklich.

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    «Der Entscheid ist mir nicht leichtgefallen, aber der Zeitpunkt der WM ist in meiner derzeitigen persönlichen Situation sehr ungünstig. Ich möchte meine hochschwangere Frau momentan nicht alleine lassen», (NZZ)


    Lassen wir es so stehen. Klar kann ich das auch nachvollziehen. Ich persönlich hätte einen anderen Grund vorgeschoben.

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    «Wir haben den Trainer schlechthin», heisst es bei Swiss Ice Hockey – doch an der WM in Finnland ist es für Patrick Fischer an der Zeit, das wieder einmal zu beweisen

    Mit einem Vergleich gegen das beschränkt konkurrenzfähige Italien startet die Schweiz am Samstag in die Eishockey-WM. Nach dem Ausschluss von Russland ist der Einzug in den Viertelfinal in der Gruppe A Formsache. Der Trainer Patrick Fischer braucht nach einigen Dämpfern ein Erfolgserlebnis.


    Nicola Berger (NZZ)


    Ein begnadeter Verkäufer des Eishockeys – und seiner selbst: Patrick Fischer.

    Ein begnadeter Verkäufer des Eishockeys – und seiner selbst: Patrick Fischer.

    Christine Olsson / EPA

    Am 20. April sitzt Lars Weibel in Cham an einer Medienkonferenz und sagt in seinem Monolog einen interessanten Satz: «Wir haben den Trainer schlechthin.» Es ist das ultimative Kompliment, schwärmerischer kann man ein Lob nicht formulieren. Überraschend kommt das Votum nicht – Weibel ist als Direktor des Nationalteams eigentlich der Vorgesetzte Fischers. Aber jeder weiss, dass der Coach bei Swiss Ice Hockey der starke Mann ist. Hinzu kommt, dass sich das Duo seit Ewigkeiten kennt, aus gemeinsamen Zeiten als Spieler in Zug, Davos und Lugano.

    Fischer, 46, ist im Dezember 2015 Nationaltrainer geworden. In sechseinhalb Jahren hat er viel bewegt, zusammen mit dem 2019 ins Klubeishockey gewechselten Raeto Raffainer, dem Vorgänger Weibels, hat er Swiss Ice Hockey dynamisiert und ein neues Selbstbewusstsein in die Köpfe der Spieler und Fans getragen. Nun glauben sie, dass die kleine Eishockeynation sehr wohl Weltmeister werden kann. Dass man gross denken muss.

    Das hat Anklang gefunden; Fischers Positivität kann etwas Ansteckendes haben. Er ist ein fotogener, jovialer Vermarkter des Eishockeys – und seiner selbst. Aus seiner Popularität schlägt er längst auch privat Kapital; sein Pensum beim Verband hat er reduziert, damit er wie schon Ralph Krueger, einer seiner Vorgänger, die Erträge aus Vorträgen und Seminaren in der Privatwirtschaft eigenständig abrechnen kann. Sein Honorar liegt im Bereich von 8000 bis 12 000 Franken pro Auftritt. Und er ist ein durchaus gefragter Referent. Reden, das ist unbestritten, kann Fischer sehr gut.

    In Finnland ist es allerdings an der Zeit, wieder einmal Resultate zu liefern. Er hat sich diese Bringschuld selbst zuzuschreiben. Seit die Schweiz 1998 in die A-Gruppe zurückgekehrt ist, gab es so etwas wie ein eisernes Gesetz: Den Viertelfinal erreichen, und alles ist gut. Fischer hat dieses Denkmuster gesprengt. Er redet von Titeln, von Medaillen, kürzlich sagte er: «Der Einzug in den Viertelfinal ist für die Schweiz nicht mehr gut genug.» Das ist eine ehrbare Haltung, sie spricht für das Selbstverständnis der Weltnummer 6. Aber Fischer setzt sich damit auch unter Druck, mit seinen Voten gemahnt er an einen Klubvertreter, dessen wichtigste Ware die Hoffnung ist, weil er ja Tickets verkaufen muss. Fischer muss das nicht, das macht die Forschheit seiner Aussagen so bemerkenswert.

    Gemessen am Status des «Trainers schlechthin» hat Fischers Bilanz etwas Überschaubares. Den WM-Viertelfinal hat die Schweiz unter ihm in fünf Anläufen einmal überstanden, 2018 – der Glanz der Silbermedaille von Kopenhagen ermattet langsam. Hinzu kommen zwei weitestgehend desillusionierende Olympiaturniere, die sehr rasch endeten. Trotzdem lautet die offizielle Zielsetzung wieder: Medaille. Es ist ein Anspruch, dem sich die Verantwortlichen stellen müssen.

    Sanfte Irritationen um den Coach

    Nachdem Fischer vor vier Jahren im Nachgang des Turniers in Dänemark völlig unbestritten gewesen war – sein Vertrag wurde bis 2024 verlängert –, gab es in letzter Zeit erste, sanfte Irritationen um seine Person. Vor Beginn der Olympischen Spiele versuchte er, sein Aufgebot in letzter Sekunde zu ändern, musste dann aber feststellen, dass das aufgrund der strengen Visabestimmungen gar nicht möglich war. Als das Turnier mit vier Niederlagen in fünf Partien in eine Enttäuschung mündete, kam es im Abschlussgespräch mit dem Bieler Stürmer Gaëtan Haas zu einem einigermassen hitzigen Wortgefecht, nachdem dieser den Coach kritisiert hatte. Es ist eine Vorhaltung, die in Fischers Trainerkarriere nicht zum ersten Mal auftaucht: dass es ihm nicht leichtfalle, interne Kritik zu akzeptieren.

    Zuletzt moderierte der Coach die Ausbootung des langjährigen Captains Raphael Diaz wenig geschickt. Er begründete die bescheiden kommunizierte Nichtnomination von Diaz, 36, unter anderem damit, dass dieser für die Olympischen Spiele 2026 kaum noch infrage komme. Gleichzeitig sind die Torhüter Leonardo Genoni (34), Reto Berra (35) sowie der Stürmer Andres Ambühl (38) weiter berücksichtigt worden. Einer aus dem gegenwärtigen WM-Kader, der seinen Namen in diesem Zusammenhang nicht in der Zeitung lesen will, sagt: «Das hätte man besser machen können, so wird viel Geschirr zerschlagen.»

    Fischer ist im Frühjahr 2022 ein Trainer, der ein Erfolgserlebnis braucht. Er hat die letzten Monate dazu genutzt, den Boden dafür zu bestellen. Zusammen mit seinem Assistenten Tommy Albelin und Lars Weibel besuchte er die in den nordamerikanischen Profiligen engagierten Spieler und holte sich dort die Zugeständnisse ab, dass an die WM reisen wird, wer verfügbar ist und keinen triftigen Grund für eine Absage hat.

    Das ist nicht selbstverständlich: Die WM geniesst in Nordamerika weiterhin einen tiefen Stellenwert, und finanziell ist die Teilnahme für die Profis nicht interessant. Das macht es umso bemerkenswerter, dass ein Spieler wie Jonas Siegenthaler, 25, die Reise nach Helsinki auf sich genommen hat. Der Verteidiger brach sich im April die Hand; statt sich auf die neue Saison bei den New Jersey Devils vorzubereiten, ist er ins Nationalteam eingerückt.

    Die Schweiz profitiert in solchen Angelegenheiten von Fischers Beziehung zu den Spielern, davon, dass er die Sprache dieser Generation spricht und seine Art ankommt. Dass die Verbandsdelegation die Geschäftsreise nach Übersee zu dritt antrat, sorgte da und dort für etwas Erstaunen, weil Swiss Ice Hockey oft über den Spardruck klagt. Aber die Reise hat ihren Zweck erfüllt: Nur die Lichtgestalt Roman Josi sagte ab. Der Verteidiger ist der mit Abstand wichtigste Spieler, seine Absenz hat jedoch nichts mit Motivationsproblemen zu tun: Seine Frau ist hochschwanger.

    Günstige Konstellation nach dem Ausschluss Russlands

    Als Nationaltrainer ist die Abhängigkeit vom Kader enorm. Es ist ein himmelweiter Unterschied, ob die Teamleader Roman Josi und Kevin Fiala heissen. Oder halt Michael Fora und Tristan Scherwey. Aber die Schweiz sollte zu jenen Nationen gehören, welche die Schwankungen zumindest ein bisschen abfedern können. Denn das ist ja der vielleicht wichtigste Grund dafür, dass Swiss Ice Hockey überhaupt einen Nationaltrainer beschäftigt und diesen ziemlich generös entlöhnt: dass dieser mit den in der National League engagierten Spielern mehrmals im Jahr arbeiten kann, dass aus den vor dieser WM neun ausgetragenen Testspielen eine Vertrautheit entsteht, von der das Team zehren kann.

    Andernfalls könnte sich die Schweiz dieses Amt auch einfach sparen und Fischer beispielsweise zum General Manager mit ausgeprägten Botschafteraufgaben befördern, der dann von Jahr zu Jahr neu entscheidet, wer das Nationalteam an der WM betreut. Luca Cereda von Ambri-Piotta vielleicht, der in Davos gerade beinahe entlassene Christian Wohlwend. Irgendjemand. Es ist das Modell, mit dem beispielsweise die Eishockey-Weltmacht Kanada operiert.

    In der Schweiz sind solche Diskussionen bisher kaum je ernsthaft geführt worden, aber die Debatte wird hochkochen, sollte Helsinki 2022 mit einer Ernüchterung enden. Die Konstellation wirkt allerdings günstig: Nach dem Ausschluss von Russland hat Fischers Team in der Gruppe A realistische Chancen auf den Gruppensieg und eine verheissungsvolle Ausgangslage für die ewige Hürde Viertelfinal. Das Kader ist auch ohne Josi stark, acht Spieler aus Nordamerika sind dabei – darunter die offensiven Aushängeschilder Timo Meier (San Jose Sharks), Nico Hischier (New Jersey Devils) und Pius Suter (Detroit Red Wings). Nun ist es am «Trainer schlechthin», aus diesem Kollektiv eine Medaille zu zaubern.


  • Es ist das, was eigentlich schon seit dem Amtsantritt von Fischer klar auf der Hand liegt. Fischer hat seine Stärken im Verkauf seiner Person und in der Absonderung hehrer Zielsetzungen. Taktisch brachte er schon in Lugano wenig auf die Reihe, und in der Nati musste ihm dann ein Assi zur Seite gestellt werden, der Pausenplatz-Hockey zu vermeiden sucht. Hat es Fischer nicht mit Fähnchenschwenkern und Applaus zu tun, sondern mit Kritik, zeigt er sich dünnhäutig und lernresistent. Ein ausländischer Coach wäre längst entlassen worden, aber bei Fischer hängen halt noch ein paar andere Verbandskollegen mit drin, die deshalb alles daran setzen, die Sache als "Erfolg" zu verkaufen. Dabei steht und fällt dieser mit der Anzahl Spieler, die aus der "Fremde" kommen und das Team fallweise weit zu tragen vermögen. Das ist zwar nicht ungewöhnlich, aber es ist eben der viel bedeutendere Faktor als das, was der vollamtliche Naticoach zum Gelingen beiträgt.

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    Ich sage ja schon lange wir brauchen keinen vollamtlichen Naticoach sondern könnten es lösen wie Canada. Es wird im Artikel ja sogar angetönt. Und dann all die bescheuerten Lölispiele mit einer Je-Ka-Mi Truppe unter dem Jahr abschaffen! Bitte nicht mit Sponsoren kommen, entweder sie sponseren die Nati oder halt nicht!

  • Ich sage ja schon lange wir brauchen keinen vollamtlichen Naticoach sondern könnten es lösen wie Canada. Es wird im Artikel ja sogar angetönt. Und dann all die bescheuerten Lölispiele mit einer Je-Ka-Mi Truppe unter dem Jahr abschaffen! Bitte nicht mit Sponsoren kommen, entweder sie sponseren die Nati oder halt nicht!

    :heavy:

  • Aus der NZZ am Sonntag


    Der Verteidiger will mit der Schweiz Grosses schaffen
    Jonas Siegenthaler spielte in der NHL die beste Saison seiner Karriere – und ist an die WM gereist, obwohl er sich Anfang April die Hand gebrochen hatte. Von Nicola Berger, Helsinki

    Jonas Siegenthaler ist einer der besten Eishockey-Profis der Welt, er hat es in der NHL zum Stammspieler gebracht; die New Jersey Devils zahlten ihm in dieser Saison 1,2 Millionen Dollar, damit er für sie Tore verhindert. Aber wenn Siegenthaler im Sommer die Familie ­seiner Mutter in Thailand besucht, schlägt ihm vor allem Verwirrung entgegen. Siegenthaler, 25, ist in Zürich aufgewachsen und schweizerisch-thailändischer Doppelbürger.

    Asien existiert auf der Eishockey-Landkarte eigentlich nicht, ebenso wenig wie Ozeanien, Afrika und Südamerika. Die Weltrangliste umfasst 55 Länder, Thailand findet sich auf Platz 47; unter den knapp 69 Millionen Einwohnern gibt es 63 lizenzierte Spieler. Siegenthaler zeigt den Verwandten manchmal Videos von seinen Einsätzen in der NHL, an Weltmeisterschaften. Aber er sagt: «Sie interessieren sich, glaube ich, nicht gross, was da läuft. Sie verstehen ja gar nicht, was passiert, es ist ziemlich lustig.» Im Sommer wird er den nächsten Anlauf unternehmen, nachdem er pandemiebedingt länger keine Visite mehr abstatten konnte. Das Dorf seiner Mutter liegt in einer ruralen Umgebung, an der Grenze zu Kambodscha.

    In Südostasien mag man sich schwer damit tun, die Klasse Siegenthalers zu erfassen. Doch in den Eishockey-affinen Gefilden der Welt ist die Wertschätzung ihm gegenüber in den letzten eineinhalb Jahren fast explodiert. Eigentlich ist es noch nicht so lange her, da war seine NHL-Zukunft nicht gesichert. Bei den Washington Capitals war er im Winter 2020 überzählig, nachdem sich die Führung des Klubs einen Tag vor Silvester gesagt hatte: Komm, wir holen lieber Zdeno Chara, den ältesten Spieler der Liga, als auf Siegenthaler zu setzen. Der Schweizer musste auf die Tribüne weichen. Kurz darauf wechselte Siegenthaler in einem Tauschgeschäft nach New Jersey – und hat sich dort seither eine Nische als einer der besten Defensiv­verteidiger der Liga geschaffen.

    Er ist kein offensiver Spektakelmacher wie Roman Josi, der beste Schweizer Abwehrspieler der Geschichte, aber sein Positionsspiel und die Zweikampfstärke in der eigenen Zone verdienen inzwischen nur noch ein Prädikat: Weltklasse. Aus Siegenthaler ist der Darling jener geworden, welche die Qualität eines Spielers vor allem festlegen, indem sie eine Unmenge von Statistiken sezieren. Fast alle lesen sich in seinem Fall freundlich, er war Liga-weit eine der Entdeckungen der Saison. Er sagt: «Der Trade war das Beste, was mir passieren konnte. Der Trainer hat mir viel ­Vertrauen geschenkt. Und ich konnte es ­zurückzahlen.»

    Schnäppchen für den Arbeitgeber

    Sein für NHL-Verhältnisse knapp dotierter, noch bis 2023 gültiger Vertrag ist für seinen Arbeitgeber New Jersey ein hochwillkommenes Schnäppchen – im Zeitalter der Gehaltsobergrenze kann jeder gesparte Dollar Gold wert sein.

    Die Devils sind nicht das einzige Team, in dem sich Siegenthalers Brillanz gerade zeigt. In diesen Tagen ist er an der WM in Helsinki so etwas wie der Chef einer Abwehr, die vom Trainer Patrick Fischer neu formiert wurde – der langjährige Captain Raphael Diaz ist im April aussortiert worden. «Er ist für uns sehr wertvoll», sagt Fischer – und lobt explizit die Entwicklung seines Schützlings: «Das Talent war immer da, er war einer der besten U-20-­Verteidiger überhaupt. In Washington fehlte ihm die Konstanz, aber jetzt hat er gezeigt, wie gut er ist.» Dass Siegenthaler sich so prächtig entwickelte, liegt auch an seinen körperlichen Fortschritten: Anders als früher ist er heute austrainiert. Und er hat sich läuferisch stark verbessert. In jungen Jahren war das nicht nötig, weil er so talentiert war, dass das schon genügte, um sich durchzusetzen.

    Beim Turnierauftakt am Samstag, einem ungefährdeten 5:2 gegen Italien, war Siegenthaler mit drei Assists der beste Schweizer Skorer; es war ein willkommener Bonus für einen, der sonst nicht oft Punkte produziert, weil das nicht seine Aufgabe ist. Es ist bemerkenswert, dass Siegenthaler überhaupt in Helsinki auf dem Eis steht. Vor fünf Wochen brach er sich die Hand und konnte danach nicht mehr für die Devils auflaufen, für die auch der Captain der Nationalmannschaft, Nico Hischier, wirkt. Den Bruch verheilen ­lassen und sich in Ruhe auf die neue Saison vorbereiten: Das wäre der übliche Reflex für einen Spieler gewesen, der sich in der NHL schon etabliert hat – zumal eine WM-Teilnahme kaum finanzielle Anreize birgt.

    Doch Siegenthaler sagt: «Als es passiert ist, habe ich als Erstes an die WM gedacht.» Er wollte nicht auf die Teilnahme verzichten, seine zweite nach dem Debüt in Riga vor Jahresfrist. Er eilte zu einem Spezialisten nach Ohio, der ihm half, so dass er statt sechs nur vier Wochen für die Genesung brauchte. In Helsinki spielt er mit einem speziellen Schutz an seinem rechten Handschuh. Er sagt: «Es macht Spass, hier zu sein. Mit vielen Spielern habe ich schon in Nachwuchs-Nationalmannschaften zusammengespielt. Die Stimmung im Team ist gut, für mich war es klar, dass ich einrücken will, wenn es irgendwie geht. Mein Sommer ist auch nach der WM noch lang genug.» Er pausiert kurz und sagt dann: «Wir haben hier Grosses vor.»

    WM muss gelingen

    Eine Medaille ist ja das erklärte Ziel dieser Mannschaft, sie ist nötig, nachdem dem Trainer Patrick Fischer zuletzt die Fortune abhandengekommen ist mit einem erneut verunglückten Olympia-Turnier und den vermeidbaren Niederlagen in den WM-Viertelfinals von 2019 und 2021 gegen Deutschland und Kanada, in denen die Schweiz jeweils in der Schlussminute den Ausgleich kassierte.

    Für Siegenthaler wäre eine Medaille nicht nur die Krönung einer famosen Saison. Sondern bestimmt auch hilfreich, um in Thailand ein Bewusstsein dafür zu schaffen, wie gut er in diesem seltsamen Sport auf dieser ei­genartigen, rutschigen Unterlage inzwischen geworden ist.

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