Beiträge von zappa10

    Da sich an der Verletzten- & Krankensituation nichts geändert hat, spielen wir mit der genau gleichen Aufstellung wie schon in Langnau.

    ZSC Lions ohne Flüeler, Krüger (beide verletzt), Roe (krank), Sutter (überzählig), Braun, Brüschweiler (beide GCK Lions).

    Krüger ungewiss, Roe weiterhin out

    Der schwedische Stürmer Marcus Krüger der wegen einer Handverletzung nach zwei Dritteln in Davos ausfiel, ist für die Partie vom Freitag in Langnau ungewiss, über einen Einsatz wird nach dem Warm-Up entschieden.

    Während Garret Roe nachdem er seine Oberkörperverletzung fast auskuriert hatte, fällt er mit einem Novovirus aus. (Quelle: S.Roth/Blick)

    Nilsson: «Ich würde mit Forster ein Bier trinken»

    ZSC-Stürmer Robert Nilsson (34) tritt nach zweijähriger Leidenszeit nach der letzten Gehirnerschütterung zurück. Er erklärt, wieso er keinen Groll hegt. Und was er künftig tun möchte.

    Wo erreiche ich Sie?
    Wir sind gerade in Stockholm angekommen. Wir feiern hier Weihnachten und Neujahr, dann kehren meine Frau und ich nochmals nach Zürich zurück.

    Die ZSC Lions gaben in einem Communiqué Ihren Rücktritt vom Eishockey bekannt. Wie geht es Ihnen?
    Ich fühle mich gut. Ziemlich gut. Ich kann mich nicht beklagen, kann ein normales Leben führen. Es ist nun bald zwei Jahre her seit meiner Gehirnerschütterung. Ich werde nicht jünger, in ein paar Wochen werde ich 35. In diesem Alter muss man sich Gedanken machen, wie man den Rest seines Lebens führen möchte. Smarte Entscheidungen treffen. Es war ein harter Kampf in den letzten zwei Jahren, in denen ich versuchte, nochmals ins Eishockey zurückzukehren. Aber ich habe eingesehen, dass ich mich nicht nochmals in eine solche Situation bringen möchte. Wäre ich 25, würde es anders aussehen, wäre es eine viel schwierigere Wahl gewesen. Es fühlt sich richtig an. Ich bin überhaupt nicht traurig. Viele Leute rieten mir aufzuhören. Das habe ich getan. Ich bin bereit für ein neues Kapitel.

    Vergangene Saison kehrten Sie immer wieder ins Eistraining zurück. Doch Sie mussten Ihre Versuche stets abbrechen. Wie hart war das?
    Die ersten sechs Monate nach meiner Gehirnerschütterung waren härter. Weil es mir wirklich nicht gut ging. Natürlich war es bitter, es immer wieder auf dem Eis zu versuchen und zu merken, es geht nicht. Mal 10 Minuten, 20 Minuten, 30 Minuten. Und dann wieder zu pausieren. Aber immerhin fühlte ich mich schon viel besser.

    Was haben Sie die letzten Monate sportlich gemacht?
    Dinge wie ein normaler Mensch. Ich spielte Tennis, ging joggen. Ich wusste schon seit ein, zwei Monaten, dass ich nicht mehr ins Eishockey zurückkehren würde. Und so haben meine Frau und ich die Schweiz genossen. Dinge getan, die ich vorher nicht tun konnte. Erstmals seit 15 Jahren ging ich Ski fahren. Wir waren eine Woche in Zermatt. Was für ein wunderschöner Ort! Ich war auch in Schweden, reiste hin und her. Das Gute ist ja: Ich bin immer noch jung.

    Beeinträchtigen Sie die Folgen Ihrer Gehirnerschütterungen im normalen Leben?
    Manchmal, wenn ich es übertreibe im Sport oder schlecht geschlafen habe. Aber die meisten Symptome sind weg. Und es hat mir geholfen, dass ich viele Übungen gemacht habe für den Kopf. Und die stressbedingten Beschwerden, die ein Leben als Hockeyprofi mit sich bringt, sind weg.

    Sie spielten in Schweden, in der NHL, in Russland, in Zürich. Was kommt Ihnen in den Sinn, wenn Sie an Ihre Karriere denken?
    Ich bin happy, konnte ich so viele Orte bereisen, habe ich so viele Menschen getroffen. Ich spielte fürs Nationalteam, wurde Meister in Russland und in der Schweiz. Mir kommen nur positive Dinge in den Sinn. Was die Lebensqualität betrifft, war die Schweiz sicher die Nummer 1. Mit Abstand.

    Denken Sie manchmal noch an den Penalty, mit dem Sie 2014 den Zürcher Playoff-Final entschieden?
    Ach ja, das ist auch eine schöne Erinnerung. Bei den ZSC Lions hatte ich das Gefühl, ein wichtiger Teil des Meisterteams gewesen zu sein. In Russland hatten wir (bei Ufa) so viele gute Spieler, das fühlte sich schon anders an.


    Wie leben Sie nun Ihre Spielfreude aus?
    Alles, was mit Bällen zu tun hat, macht mir Spass.

    Ihre Frau, Sasha Chabibulina, war Tennisprofi. Wer gewinnt im Tennis?
    Sie versohlt mir den Hintern. (lacht) Aber sie muss 100 Prozent geben. Wenn sie nur 80 Prozent gibt, habe ich eine Chance.

    Hegen Sie einen Groll gegen Beat Forster, der Sie bei Ihrer letzten Gehirnerschütterung im Januar 2018 kopfvoran in die Bande checkte?
    Nein. Ich werde das oft gefragt. Aber mir wäre das nie in den Sinn gekommen. Checks sind Teil des Spiels. Ich hege überhaupt keinen Groll gegen Forster. Wenn ich ihn in einer Bar sehen würde, würde ich mit ihm ein Bier trinken. Auch wenn ich ihn nicht persönlich kenne.

    Wo werden Sie Ihr Leben künftig verbringen?
    Wir ziehen zurück nach Stockholm, werden auch ab und zu in den USA sein. Die Schweiz ist wunderschön. Aber wenn du hier nichts verdienst, ist sie etwas teuer.

    Sie sind bereits als Unternehmer tätig. In welchem Bereich?
    Wir würden gerne Hockeyspielern helfen, ihr Geld besser anzulegen. Aber damit beginnen wir erst. Und ich bin Hauptinvestor bei einer schwedischen Firma, die Daten auswertet und Algorithmen erstellt. Einfach ausgedrückt.

    Sie sind ja Weinliebhaber. Könnten Sie sich vorstellen, ein Weingut zu führen?
    Wein ist für mich ein Hobby. Wein herzustellen, ist sehr harte Arbeit. Ich glaube, ich beschränke mich darauf, guten Wein zu trinken.

    ZSC bestätigt Verpflichtung von Luca Capaul
    Donnerstag, 19. Dezember 2019, 17:44 - Medienmitteilung

    Die ZSC Lions verpflichten auf die Saison 2020/2021 hin Verteidigertalent Luca Capaul. Der 20Jährige erhält beim Stadtklub einen Dreijahresvertrag.

    Luca Capaul begann seine Eishockeylaufbahn in Rapperswil. Mit dem Umzug der Familie ins Bündnerland folgte der Wechsel zum EHC Chur, wo der Jahrgang 1999 und Sohn von Ex-Profi Marco Capaul alle Stufen von der U15 bis in die U20 durchlief. Auf die letzte Saison hin verpflichtete die EVZ Academy den jungen Verteidiger. Für Zug absolvierte Capaul bisher 72 Spiele in der Swiss League (17 Skorerpunkte). Nun hat er sich für einen Wechsel zu den ZSC Lions entschieden.

    «Ich sehe in Luca einen spielerisch starken Verteidiger, der zum einen in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht hat und zum anderen noch viel Potenzial besitzt», begründet Sportchef Sven Leuenberger die Verpflichtung.

    Mark Arcobello klagt an

    Eishockey Der Topskorer des SC Bern spricht von fehlendem Respekt in der Liga und versteht das als Weckruf.

    Reto Kirchhofer

    Mark Arcobello spricht nicht gerne. Lieber spielt er Eishockey. Seit über drei Jahren ist der US-Amerikaner Dreh- und Angelpunkt in Bern. 225 Punkte in 215 Partien machen ihn zum konstantesten, erfolgreichsten Angreifer der National League. Aber eben: Der gefragte Mann will er nicht sein.

    Umso überraschender kam am Samstagabend sein Wunsch nach einem Gespräch. Arcobello stand in Genf vor der Gästegarderobe, im Spiel zuvor hatte ihn Servettes Tim Bozon mit einem üblen Stoss von hinten in die Bande bugsiert. Arcobello sprach kontrolliert, nicht von Emotionen befeuert. Dennoch bergen seine Sätze Zündstoff. «Wir alle haben dasselbe Ziel: Spiele zu gewinnen. Gleichzeitig haben wir Familien, möchten vom Eishockey keine bleibenden Schäden davontragen. So wie es jetzt läuft, ist es eine Frage der Zeit, bis sich jemand gravierend verletzt. Und dann ist es zu spät.» Arcobello sprach von «einigen Spielern, die immer wieder mit hirnlosen Aktionen auffallen». Und ergänzte: «Ich habe in keiner Liga gespielt, in welcher der Respekt vor dem Gegner geringer ist. Es ist eine Schande. Jemand musste das auf den Tisch bringen.» Sagte es, bedankte sich und verschwand.

    Ausgerechnet Arcobello, mögen einige einwenden. Auch der SCB-Topskorer hat sich Aussetzer geleistet und Sperren abgesessen. Aber am Samstag flog er zum dritten Mal innert drei Wochen nach einer Charge von hinten in die Bande - Verletzungsgefahr: hoch. Er sagt, die Worte seien als Weckruf zu verstehen.

    Arcobello erhält Unterstützung von Langnau-Coach Heinz Ehlers. «Ja, der Respekt hat abgenommen. Es wird zuweilen dreckig gespielt. Eine gute Erklärung dafür habe ich nicht.» ZSC-Sportchef Sven Leuenberger hat einen Ansatz: «Es hat weniger mit fehlendem Respekt zu tun: Viele können es nicht besser. Die meisten Spieler in dieser Liga haben nie gelernt, richtig zu checken und Checks zu nehmen. Schauen Sie mich an: Ich konnte bis zum Ende der Karriere keinen Check ausführen.» Der frühere ZSC-Verteidiger Kevin Klein habe zu ihm gesagt: «In eurer Liga kommt noch einer um, weil die Spieler nicht wissen, wie sie sich verhalten und schützen sollen.»
    Das falsche Verhalten

    Tatsächlich verhalten sich etliche Spieler fahrlässig, drehen vor der Bande den Rücken zum Gegner, ducken sich, statt mit voller Körperspannung den Check zu nehmen. Biels Sportchef Martin Steinegger bestätigt: «Das Spiel ist schneller geworden. In diesem Zusammenhang sind zwei Dinge gefährlich: Erstens wissen die meisten nicht, wie man einen Check annimmt. Zweitens werden Checks in Situationen ausgeführt, in denen sie nicht mehr hätten angesetzt werden dürfen.» Leuenberger sagt: «Einige suchen beim Gegner nur dann den Körper, wenn der Spieler sie nicht sieht. Ist er bereit, gehen sie dem Check lieber aus dem Weg.»

    Die Frage des fehlenden Respekts geht an ZSC-Captain Patrick Geering. Er antwortet pragmatisch: «Man empfindet das meist so, wenn es einen selber oder das eigene Team betrifft.» Davos-Verteidiger Félicien Du Bois vermutet einen Zusammenhang mit Arcobellos Dominanz und Rolle. «Einige mögen den Topskorer-Helm nicht, sehen sich als Zielscheibe für Stockschläge und Cheap Shots.» Auch Steinegger erwähnt die Rolle des Topskorers. «Er darf kein Freiwild sein, sollte aber nicht mehr Rechte haben. Das Reglement muss so umgesetzt werden, damit sich die Arcobellos, Roes und Rajalas so bewegen können, wie sie sich bewegen müssen.»
    Die zu milden Urteile

    Laut Du Bois lässt «ein sehr kleiner Teil von Spielern manchmal den Respekt vermissen». Geering spannt den Bogen zu den Sanktionen: «Es sind häufig dieselben, von denen unsaubere Aktionen ausgehen. Offenbar ist das Strafmass nicht Abschreckung genug.»

    In diesem Bereich herrscht Konsens: Die Urteile des Einzelrichters waren jüngst zu milde. Steinegger nennt die Checks von Morant an Arcobello und von Scherwey an Roe. «Beide wurden nicht sanktioniert. Das sind Zeichen in die falsche Richtung.»

    Eine zusätzliche Bestrafungsoption sind Bussen. In der NHL resultiert für einen Spieler bei einer Sperre Lohnausfall, in der Schweiz wäre dies rechtlich nicht umsetzbar. Zwar wurden die Bussen erhöht. Aber Langnau-Coach Ehlers sagt: «Wenn einer 600000 Franken verdient, was kümmern ihn 2000 Franken?»

    Allein: Die Clubverantwortlichen und die Spielergewerkschaft könnten an der Ligaversammlung verschärfte Sanktionen und noch höhere Bussen durchsetzen. Aber welcher Geschäftsführer will freiwillig länger auf seine Spieler verzichten? Welcher Spieler will freiwillig das Portemonnaie weiter öffnen?

    Fehlender Respekt, Fehlverhalten, fehlende Sanktionen: Dennoch scheint die Dringlichkeit nicht gegeben. So könnte es sich mit Arcobellos Weckruf wie mit einem Wecker verhalten: Schlummertaste drücken, hinauszögern - und womöglich den Moment verschlafen.

    Mitarbeit: mob, kk, sg.
    Fahrlässig, aber ohne Verletzungsfolge: Zugs Verteidiger Johann Morant checkt Berns Topskorer Mark Arcobello in die Bande. Foto: Urs Lindt (Freshfocus)
    Denis Vaucher: «Der Respekt hat nicht abgenommen»

    Denis Vaucher, SCB-Stürmer Arcobello spricht über fehlenden Respekt in der National League. Seine Worte dürften Ihnen als Ligadirektor nicht gefallen.

    Ich kann und will die Aussage nicht werten. Ich glaube jedoch nicht, dass der Respekt abgenommen hat. Mir fällt aber auf, dass sich Spieler häufig abdrehen, statt den Check mit voller Körperspannung zu nehmen. Durch dieses Fehlverhalten werden Situationen noch gefährlicher. Letztlich müssen die Spieler zum Thema Respekt befragt werden. Jeder trägt eine Mitverantwortung.

    Arcobello spricht auch über gesundheitsgefährdende Aktionen. Haben sich diese gehäuft?

    Die letzten zwei Jahre wurde häufig über Checks gegen den Kopf debattiert. Die Zahl dieser Vergehen war in der Saison 2018/19 rückläufig. Ende November waren wir etwa auf dem Stand wie zum selben Zeitpunkt in der Vorsaison. Subjektiv betrachtet, gibt es etwas mehr Vorfälle im Bereich der Banden. Gesamthaft haben sich die unsauberen Aktionen nicht gehäuft, aber an die Banden verlagert. Grundsätzlich gilt: Jede Verletzung ist eine zu viel.

    Zum besseren Schutz der Spieler wurden flexible Banden installiert. Bewirken diese gar das Gegenteil, indem die Spieler den Aufprall unterschätzen?

    Es kann sein, dass die Spieler intuitiv solche Gedanken haben. Aber die wirklich unschönen Aktionen - mit dem Stock von hinten in den Rücken des Gegners, der zwei Meter von der Bande entfernt steht -, die haben nichts mit flexiblen Banden zu tun. Die sind einfach dumm und gefährlich.

    Zuletzt fielen die Urteile des Einzelrichters äusserst mild aus. Die Spieler fühlen sich zu wenig geschützt.

    Ich teile die pauschale Aussage nicht, dass die Urteile zu mild seien. Ich höre häufig Vergleiche mit der NHL. Die sind nicht angebracht. In der NHL gibt es 82 Spiele, bei uns 50. 10 Spielsperren in der NHL entsprechen etwa 6 bei uns. Und was viele vergessen oder nicht wissen: Bei der Beurteilung ist nicht die Verletzungsfolge massgebend: Es geht um das objektive Gefährdungspotenzial des Fouls - und um die Absicht des Täters, die Verwerflichkeit und Regelwidrigkeit der Aktion. (rek)

    Eishockey ZSC-Meistercoach Marc Crawford wurde in Chicago suspendiert, wegen einer Tätlichkeit vor 13 Jahren. Immer mehr Spieler klagen ihre früheren Chefs an.

    Simon Graf

    Marc Crawford war einer von drei verbliebenen Kandidaten für die Position des Headcoaches der ZSC Lions. Der Schwede Rikard Grönborg setzte sich letztlich durch. Die Zürcher müssen ihre Wahl nicht bereuen. Sie führen die Liga an und spielen wieder attraktives Eishockey.

    Hätten sie sich für eine Rückkehr Crawfords ausgesprochen, wären auch sie von der Missbrauchswelle erfasst worden, die seit einigen Tagen in Nordamerika tobt. Denn der 58-Jährige sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert und wurde als Assistent Chicagos vorläufig suspendiert. Zudem wurde eine Untersuchung eingeleitet.

    Den Puck ins Rollen brachte Crawfords Ex-Spieler Sean Avery, der am Wochenende gegenüber der «New York Post» sagte, er sei von diesem in Los Angeles malträtiert worden. Es ereignete sich im Dezember 2006 in Crawfords erster Saison bei den Kings. Avery verursachte eine Strafe wegen zu vieler Spieler auf dem Eis, die zu einem Gegentor führte, worauf ihn der Coach auf der Bank so fest in den Rücken trat, dass dies offenbar blaue Flecken hinterliess.

    Avery hatte sich im Kontext der Affäre um Calgarys Headcoach Bill Peters geäussert, der am Freitag zurücktrat, nachdem bekannt geworden war, dass er Spieler gedemütigt, rassistisch beleidigt und körperlich angegriffen hatte.

    Avery löste mit seiner Erzählung aber etwas aus, was er nicht beabsichtigt hatte. Via Soziale Medien schrieb er nach der Suspendierung Crawfords auf Twitter: «Es war sein gutes Recht, mich in den Hintern zu treten. Er hätte es sogar noch fester tun können. Ich verdiente es. Ich liebte Crow. Er ist mein zweitliebster NHL-Coach.» Doch da war es bereits zu spät. Und weil sich auch andere Spieler über Crawfords ruppigen Umgang beschwert hatten, sieht es nun nicht gut aus für ihn.

    Beim ZSC coachte der Kanadier von 2012 bis 16 erfolgreich, gewann dreimal die Qualifikation und 2014 den Titel. Er liess den Spielern auf dem Eis Freiheiten, nach schlechten Spielen konnte er aber so richtig toben.
    Das sagen die ZSC-Cracks

    Das bestätigt Captain Patrick Geering: «Er ist sicher der lauteste Coach, den ich erlebt habe. Aber er hatte ja meistens recht. Von Übergriffen bei uns ist mir nichts bekannt.» Stürmer Chris Baltisberger klingt ähnlich: «Crawford ist ein sehr impulsiver Coach, was einem Team viel Energie geben kann. Ich wurde zwar hart kritisiert von ihm, aber stets korrekt. Und das hat meiner Entwicklung geholfen.»

    In die Kritik geraten ist auch Mike Babcock, der in der Trainergilde lange als Nonplusultra galt. Bezeichnenderweise erst nach seiner Entlassung bei Toronto. So sagte der Schwede Johan Franzén gegenüber dem schwedischen «Expressen», Babcock habe ihn in Detroit verbal so gedemütigt, dass er heute noch Albträume habe. Zwar sei er sehr gut vorbereitet, «aber er ist ein fürchterlicher Mensch. Er konnte die Leute grundlos zusammenstauchen. Auch das Putzpersonal in der Halle.»

    Die Welle von Vorwürfen dürfte nicht mehr aufzuhalten sein. Und sie ist bereits in die Schweiz übergeschwappt. So schrieb der 2018 zurückgetretene Stürmer Chris Rivera auf Twitter, die Storys über Babcock würden ihn an Chris McSorley erinnern, seinen Ex-Coach in Genf: «Er hat mich ausgebildet, aber er hat mich auch zerstört. Als Spieler wie auch als Mensch.» Harte Worte.

    Die Zeit der Coaches alter Schule ist wohl langsam vorbei. Dafür scheint jene gekommen für Abrechnungen der Spieler mit ihren Ex-Trainern.
    Sieht sich mit schweren Vorwürfen konfrontiert: der ehemalige ZSC-Trainer Marc Crawford. Foto: Marcel Bieri (Keystone)
    National League

    Mit Garrett Roe ist das Leben wieder gut im ZSC

    Der Amerikaner ist der Topskorer der Liga und zieht bei den ZSC Lions die Fäden. Dass er das so überragend beherrscht, ist kein Zufall. Im Wissen, wie viel seine Eltern auf sich nahmen, um seinen Bubentraum zu ermöglichen, hat er die Karriere mit Hingabe verfolgt.

    Ulrich Pickel
    12.11.2019, 07:00 Uhr


    1 Meter 71 und 77 Kilogramm – das sind die Körpermasse von Garrett Roe. Nicht viel für einen Eishockeyspieler. Und ob sie stimmen, ist nicht einmal sicher. Spieler neigen zum Aufrunden. Man kann als Journalist aber schlecht mit dem Massband auftauchen, wenn man einen zum Gespräch trifft. Es kommt auch nicht auf jeden Zentimeter an, denn der 31-jährige Amerikaner hat sich längst bewiesen. In den letzten zwei Jahren beim EVZ fiel er schon positiv auf.

    Nun spielt er in Zürich – und wenn am Dienstag die Meisterschaft nach einer Woche Nationalmannschafts-Pause weitergeht, ist er in gewissem Sinne der Grösste von allen. 5 Tore und 20 Assists in 19 Spielen machen ihn zum Liga-Topskorer. Seit dem Wunderknaben Auston Matthews hat das Zürcher Team niemand mehr so mitgerissen wie er – Matthews spielte im Winter 2015/16 im Hallenstadion.

    Roe ist selber erstaunt, dass es ihm so gut läuft. «Wenn man mir das vor der Saison gesagt hätte, ich hätte es nicht geglaubt. Da war ich ehrlich gesagt ziemlich besorgt.» Viel sei zusammengekommen vor dem Saisonstart. In der Vorbereitung sei es ihm nicht gut gelaufen: Der Umzug von Zug nach Zürich, eine neue Mannschaft, ein neues Umfeld, ein neuer Trainer. «Daran gewöhnt man sich nicht einfach so in zwei Wochen.» Auch im Privatleben wurde fast alles neu. Vor drei Monaten ist er zum ersten Mal Vater geworden.

    Aber als die Saison losging, kamen die Zürcher fast wie auf Knopfdruck ins Rollen. «Da war Raphael Prassl mit zwei Toren in einem Spiel, da war Marco Pedretti mit einem wichtigen Tor, da war Tim Berni, der traf. Jeder opferte sich auf. Solche Efforts nahmen den Druck von Spielern wie mir weg. Genau solche Dinge bauen ein Team auf.» So konnte sich auch der Neuling Roe schnell integrieren.
    Säuerliche Kommentare

    Der Sportchef Sven Leuenberger kann sich auf die Schultern klopfen. Dass es ihm gelang, Roe von Zug nach Zürich zu lotsen, hat sich als Volltreffer erwiesen. Nun haben die ZSC Lions wieder einen Denker und Lenker in der ersten Sturmlinie. Im letzten Jahr blieb diese Rolle weitgehend vakant, weil der Tscheche Roman Cervenka lange verletzt ausfiel.

    Leuenberger verwundern Roes Leistungen keineswegs. «Er und Mark Arcobello vom SCB waren für mich in den letzten zwei Jahren die beiden besten Center in der Schweiz. Ich war eigentlich erstaunt, als viele die Nase rümpften, als wir im Frühling seine Verpflichtung bekanntgaben.» Wenig kreativ sei es, einem Liga-Konkurrenten einen Ausländer abzuwerben, hiess einer der säuerlichen Kommentare damals – Ausdruck der schlechten Stimmung rund um die ZSC Lions nach der letzten Saison. Leuenberger war der Buhmann. Das scheint lange her.

    Der Paradetransfer Garrett Roe verkörpert beispielhaft die wieder erfolgreichen ZSC Lions. Roe ist unbeirrbar, wirft den Körper in die Zweikämpfe, gibt keinen Puck verloren. Leuenberger sagt: «Er bringt alles mit, was wir uns erhofft haben. Und das springt auf die Mannschaft über. Er macht sie besser.»
    (Bild: Joël Hunn / NZZ)
    (Bild: Joël Hunn / NZZ)

    Roe hat das Auge des Spielmachers und die feinen Hände, um im richtigen Moment einen präzisen Pass zu spielen – da geht es um Sekundenbruchteile. Er sichert auch die Defensive ab. Trotzdem ist er kein klassischer Zweiweg-Center, der gleichermassen nach hinten wie nach vorne arbeitet. Roe ist viel eher offensiv. Aber einer, der die Offensive nicht allzu offensiv interpretiert. Er ist das Gegenstück zu Marcus Krüger, dem anderen ausländischen Center der ZSC Lions. Roe als offensives Schwungrad, der Schwede als defensiver Stabilisator der Mittelachse.

    Für den Trainer Rikard Grönborg passt Roe perfekt ins System: «Wenn einer so smart ist, kommt es auch auf die Körpergrösse nicht an. Er hat das Gespür fürs Spiel, er kann skoren, aber auch vorbereiten. Und er ist ein Kämpfer. Das ist eine tödliche Mischung.»
    Mit 14 von zu Hause weg

    Um zu verstehen, wie Garrett Roe zu einem solch kompletten Spieler wurde, muss man zurückblicken. Dann wird klar: Seine Entwicklung war kein Produkt des Zufalls. Aufgewachsen mit zwei Brüdern in der Nähe der Hauptstadt Washington, verliess er das Elternhaus mit 14 Jahren. Geformt wurde er an der Shattuck-St. Mary’s School in Minnesota. «Es war nicht einfach, von zu Hause wegzugehen. Aber es half, dass schon mein acht Jahre älterer Bruder dort war. So wusste ich, was auf mich zukommt. Man hat dort Bildung und Sport, das Beste aus beiden Welten.»

    Shattuck-St. Mary’s ist eine Elite-Adresse. Das Institut wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als bischöfliche Missionsschule gegründet und wenig später für mehr als hundert Jahre als Militärakademie geführt. Die Ausbildungsprogramme im Eishockey sind exzellent, in Anlehnung an die berühmte Schule für Zauberei in den «Harry Potter»-Büchern wurde Shattuck-St. Mary’s auch schon als «Hogwarts des Eishockeys» bezeichnet oder – etwas profaner, aber nicht weniger schmeichelhaft – mit der Harvard-Universität verglichen.

    Unnötig zu erwähnen, dass, wer seine Kinder dorthin schickt, ein wenig flüssig sein muss. Die jährlichen Kosten liegen über 60 000 Dollar. Auch einige der Grossen in der NHL waren an dieser Schule, darunter Sidney Crosby, Nathan McKinnon oder Jonathan Toews.
    Das Opfer der Eltern

    Nach der Schulzeit blieb Roe in der Eishockey-Hochburg Minnesota und wechselte an die St. Cloud University, wo einst auch ein gewisser Rikard Grönborg studierte. Das Eishockey-Programm dieser Universität wurde berühmt durch Herb Brooks, den legendären Coach der US-Olympiahelden von 1980. Vier Jahre spielte Roe College Hockey, er schloss ein Finanzstudium ab und wurde von den LA Kings gedraftet. Dann wurde er Profi. Doch nicht in der NHL, sondern eine Liga tiefer.

    Die NHL-Karriere blieb ein Wunsch, und heute wurmt es Roe, dass er sich nicht mehr Zeit liess, um den Sprung vielleicht doch noch zu schaffen. Nach zwei Jahren in der Farmteam-Liga AHL war er ungeduldig. 2013 wechselte er nach Europa. Je ein Jahr in Salzburg und München, dann zwei Jahre in Schweden bei Linköping, ehe er in die Schweiz kam. Im US-Nationalteam war sein Höhepunkt die Olympiateilnahme im letzten Jahr. Die NHL pausierte nicht, so kam er zu drei Einsätzen in Südkorea.

    Roe betont oft die Rolle seiner Eltern. «Für sie war Ausbildung das Wichtigste. Heute sehe ich, wie sehr ich davon profitieren konnte. Was ich gelernt habe, nimmt mir niemand mehr weg. Ich bin ihnen sehr dankbar.» Was vielleicht wie ein Lippenbekenntnis tönt, ist in Wahrheit keines.

    Bei ihm offenbart sich vielmehr, was bei vielen Nordamerikanern charakteristisch ist: Die Eltern stammen oft aus der weissen Mittelschicht, es geht ihnen gut, aber sie müssen sich in der rauen Arbeitswelt ohne Absicherung durch einen Sozialstaat unentwegt behaupten. Im Wissen, wie viel ihre Eltern auf sich nahmen, um den Bubentraum zu ermöglichen, verfolgen diese Spieler ihre Karrieren mit einer Hingabe und Opferbereitschaft, die das hierzulande übliche Mass weit übersteigt.
    Lieber ein Pass als ein Tor

    Roe erinnert an seinen Landsmann Ryan Shannon, der zwischen 2012 und 2017 in Zürich als Center spielte, von ähnlicher Statur war und ebenfalls an Elite-Adressen geformt wurde. Ganz ähnlich wie Shannon legt auch Roe seine Rolle aus. Er zelebriert keine One-Man-Show. Noch lieber, als ein Tor zu schiessen, lanciert er die Kollegen mit einem idealen Pass: «Ich liebe es, meine Mitspieler in Positionen zu bringen, von denen sie profitieren können. Ich mag es, ihre glücklichen Gesichter zu sehen. Wenn jemand neben dir glücklich ist, bist du es auch.» Die uneigennützige Spielweise kommt vor allem seinen beiden Flügeln Fredrik Pettersson und Pius Suter zugute, die zu den glücklichsten Spielern der National League gehören müssen. Auch sie sind in den Top 10 der Skorerliste.

    Seit Garrett Roe den Angriff orchestriert, ist das Leben der ZSC Lions wieder gut geworden. Sie führen die Tabelle an. Nun geht die Meisterschaft weiter. Roe erwartet viel: «Ich spüre Hunger im Team nach der letzten Saison. Wir arbeiten auf hohem Niveau, wir entwickeln uns. Und wir sind noch längst nicht da, wo wir sein können.»

    Wechselt Phil Baltisberger zum EVZ?

    Donnerstag, 31. Oktober 2019, 18:24 - Maurizio Urech
    Gegenüber dem Portal Watson hat der Sportchef des EVZ Reto Kläy bestätigt dass er Verteidiger Phil Baltisberger dessen Vertrag Ende Saison ausläuft, eine Offerte unterbreitet hat.

    Wechselt Ludovic Waeber zu den ZSC Lions?
    Mittwoch, 30. Oktober 2019, 11:17 - Maurizio Urech

    Laut Le Matin soll Goalie Ludovic Waeber (23) von Fribourg-Gotteron vor einem Wechsel zu den ZSC Lions stehen, er würde dort die Rolle als Back-up von Lukas Flüeler übernehmen.

    ENDLICH !!!!
    Am kommenden Freitag, 13. September, starten die National League und die Swiss League in die neue Saison. In der National League wird es dabei zu wichtigen Neuerungen kommen: Sämtliche Stadien sind neu mit Übertorkameras ausgestattet. An der Ligaversammlung im vergangenen Juni hatten die Clubvertreter die Einführung mit Frist bis Saisonbeginn 2020/21 beschlossen – Denis Vaucher, Director National League & Swiss League, informierte an der Medienkonferenz, dass die Installation nun überall bereits in der Saison 2019/20 durchgeführt wird. Übertorkameras dienen bei strittigen Torszenen zusätzlich zu den Hintertorkameras als wichtige Ergänzung und sind notwendig, um die Qualität und Zeitdauer der Videokonsultationen zu verbessern.

    Bei den Hintertorkameras wurde in der National League ebenfalls aufgerüstet: Sie verfügen ab der kommenden Saison über eine deutlich bessere Qualität, womit den Schiedsrichtern auch hier zur Beurteilung bessere Bilder zur Verfügung stehen. Zudem wurde ein neues Video Goal Judge System eingeführt. Die Schiedsrichter haben künftig parallel acht verschiedene Kameraeinstellungen auf ihrem Bildschirm zur Auswahl und können die Szenen selber anwählen. «In Sachen Infrastruktur können wir aktuell eine erfreuliche Entwicklung beobachten, von der wir alle nur profitieren können», sagte Denis Vaucher und gab zum Schluss einen Überblick über die laufenden Stadionneu- und -umbauten in der National League und Swiss League.

    Die ZSC Lions gehören mit ihrer Mannschaft in den oberen Tabellendrittel der National League. Das finden auch die Verantwortlichen des Vereins und haben folgende Saisonziele festgelegt: In erster Linie sollen die Playoffs erreicht werden. Dies natürlich mit Heimrecht im Viertelfinal. In den Playoffs gilt dann der Halbfinal als Mindestziel für das Team aus Zürich. Im Cup will man so weit wie möglich kommen. Weiter informieren die Lions, dass sie bereits 7'229 Saisonkarten verkaufen konnten.

    Frau Martullo meint dazu: "your a dreamer !"