Beiträge von zappa10

    Vom einen Tiger zum anderen: Der bei den SCL Tigers überzählige Kanadier Rob Schremp hat nach der gestrigen Vertragsauflösung einen neuen Club gefunden. Er unterschrieb einen Vertrag bis Ende Saison beim DEL-Club Nürnberg Ice Tigers.

    ... da haben wir ja wieder mal Glück gehabt !!!

    Was in der Causa Segi gerne vergessen wird; Segi's Frau ist ein erfolgreiche Anwältin und er hat diesbezüglich einmal erwähnt, dass, nachdem seine Frau immer zugunsten seiner Karriere zurückgestanden ist er sich durchaus vorstellen könnte, nach seiner Karriere zu Hause den Hausmann zu machen, die Kinder beim Aufwachsen zu begleiten und den VW Bus auf Vordermann zu bringen. Seine Frau würde die Brötchen verdienen, will heissen, er ist nicht auf einen Dankesegi-Job inner- oder ausserhalb des Vereins angewiesen. Was ihm bestimmt fehlen wird ist die Kabine und die Jungs. Die beiden hat er aber als Moskito Trainer auch nicht mehr..... Ich schätze, Segi was ganz genau was er will, was er dabei sicher nicht braucht, ist der Rat eines Chronisten, welcher immer noch auf den Stimmbruch wartet, dessen Name mir soeben entfallen ist....

    Dave Sutter zu den ZSC Lions
    Mittwoch, 25. Januar 2017, 21:52 - Maurizio Urech

    Laut Blick-Online wird Verteidiger Dave Sutter vom EHC Biel im Hinblick auf die nächsten Saison zu den ZSC Lions wechseln.

    Für den Coach zählt nur die Arbeit
    von Ulrich Pickel 23.1.2017, 08:00 Uhr

    Seit Hans Wallson die ZSC Lions trainiert, hat sich viel verändert. Die Spieler werden einbezogen, der Umgang ist ruhiger geworden. Wer aber an gemütliche Verhältnisse denkt, liegt falsch.

    Vielleicht ist ein Beispiel am besten geeignet, um den schwedischen Stil zu veranschaulichen, den die neuen ZSC-Trainer Hans Wallson und Lars Johansson verkörpern. Wenn das Powerplay nicht funktioniert, gehen die Trainer auf die Spieler zu: «Wir haben ein Problem. Warum ist das so, und wie können wir es lösen?» Sie wollen, dass ein Austausch entsteht. Teamwork heisst das Zauberwort, es wird in Skandinavien in allen Lebensbereichen praktiziert, die Schweden gelten als Weltmeister darin.

    Für die Spieler ist das neu, sie müssen lernen, sich einzubringen – was wohl mit ein Grund dafür ist, dass das Powerplay nicht nur in diesem Beispiel, sondern tatsächlich nicht gut funktioniert. Nach fünf Jahren mit den Kanadiern Bob Hartley und Marc Crawford ist der schwedische Stil ein Kulturschock gewesen. Das Team hat sich daran gewöhnt, aber richtig verinnerlicht hat es das Ganze noch nicht. Bei Hartley und Crawford galt das autoritäre Prinzip. Klappte etwas nicht, kamen sie mit einer Lösung, die es dann auszuführen galt.

    Auch der Umgang ist neu. Mit cholerischen Ausbrüchen hielt Crawford die Spieler vier Jahre lang auf Trab. Der Headcoach Wallson bleibt beherrscht und höflich. Er erinnert eher an Hartley, der die Emotionen ebenfalls im Griff hatte. Beide haben einen asketischen Zug, beide definieren sich primär über die Arbeit – Freizeit, Vergnügungen, all das hat nur an einem kleinen Ort Platz. Wallsons Markenzeichen ist die Intensität im Training. Sein System ist anspruchsvoll, Scheibenbesitz und Tempo sind die Kernelemente. Sie fordern den Spielern physisch wie mental viel ab.

    Wallsons Einstellung zur Arbeit hängt mit der Herkunft zusammen. Er stammt aus Kiruna, der nördlichsten Stadt Schwedens mit 17 000 Einwohnern und riesigen Eisenerzminen – kein Ort für süsses Nichtstun. Wallson gehörte zu den wenigen, die Eishockey spielten. Aber ein Star war er nie. Ab 2009 erarbeitete er sich in Skelleftea den Ruf als Erfolgstrainer. Dort war Johansson Manager und Wallsons Chef. Nun sind beide erstmals im Ausland. Wallson trägt die Verantwortung, und Johansson ist glücklich als sein Assistent. Er war es leid, den Tag am Handy im Büro verbringen zu müssen, wie er sagt. Die Befürchtungen, das Team könnte mit den Schweden überfordert sein, haben sich nicht bewahrheitet. Denn vieles ist auch gleich geblieben. Wallson setzt seine Vorstellungen bisweilen gar noch konsequenter um als die Vorgänger. Luca Cunti zum Beispiel erfüllte seine Rolle nicht, er erlaubte sich zu viele Freiheiten auf dem Eis, was in Wallsons Augen disziplinlos und unentschuldbar war. Cunti spielt jetzt in Kloten.

    In Skelleftea war Wallson von 2013 bis 2016 Headcoach. Jedes Jahr hatten zahlreiche Spieler den Klub in Richtung NHL oder KHL verlassen. Doch Wallson stand viermal in Folge im Play-off-Final, zweimal gewann er ihn. «Wenn ein Spieler geht, kommt ein anderer nach. So läuft das Spiel», sagt er. Er hat gelernt, dass es nichts bringt, sich an Namen zu klammern, und seien sie noch so prominent. Was zählt, ist die Arbeit mit denen, die da sind und mitziehen, nur das führt zum Erfolg.

    Wallson ist auf Kurs. Die Lions budgetieren zwei Punkte pro Spiel, nach 42 Spielen haben sie 86. Mit Blick auf die Play-offs lässt er seit dem Jahreswechsel noch intensiver trainieren, vor allem im Kraftraum. Wallson bestätigt den Ruf als Perfektionist. Das überrascht nicht. Schon im Mai hatte er angekündigt: «Das wird hier kein Ferienlager sein.»

    Zitat von Larry

    Nach Verlustpunkten sind wir hinter Zug und Bern dritter, drei Punkte vor Lausanne.

    Ich hab mal gesagt Meister wird Bern, der ZSC oder Zug. Ev. sollte man Lausanne in den Kreis aufnehmen.

    Jep, Wahnsinn!

    Vor allem, wenn man daran denkt, wie schnell der Systemwechsel vom Ehlersbeton zum besten Offensivteam vonstatten ging.
    Wobei man in Lausanne wohl eher von einem Paradigenwechsel sprechen muss.

    Es soll Clubs in der Schweiz geben, da benötigt ein System- und Trainerwechsel ein wenig mehr Zeit......

    Wieso schafft es ein Hartley und zum Teil ein Crawford, Cunti auf Vordermann zu bringen und die Schweden nicht? Als Vorgesetzter ist es meine Pflicht, die Mitarbeiter so zu führen, dass sie für das Unternehmen die optimale Leistung bringen. Vielleicht wäre mal ein Anruf bei Hartley um zu fragen, was der Zauberspruch bei Cunti sei, die bessere Lösung gewesen als ihn einfach abzuschieben. Falls er seine Leistung nicht bringt oder einen auf Diva macht, hätte man die nötigen Schritte sofort einleiten müssen, aber sicher nicht 12 Runden vor Schluss der Qualifikation!

    Wieso merkt man erst ca. einen Monat nach Saisonbeginn, dass einzelne Spieler einen Trainingsrückstand aufweisen? Jedes Vereindli macht in der Beziehung einen 12 Minuten Lauf mit anschliessender Puls- oder Laktatmessung um einen ersten Eindruck über den Zustand eines Spielers zu bekommen, gute geführt Verein machen dies in der Regel VOR der Saisonstart.

    Welcher der getätigten, wirklich hochkarätigen Transfers ist bei uns auf dem Niveau, welcher er bei seinem früheren Verein erreicht hat? Würde man diesen Spielern, mit der gegenwärtigen Leistung wieder einen Vertrag anbieten.

    Aus meiner Sicht ist es Geering, der einen bedeutsamen Schritt nach vorne gemacht und sich massiv gesteigert hat. Der Rest der Mannschaft stagniert nach unten. Das Argument, dass Auston Matthews nicht mehr bei uns für die nötigen Impulse gibt ist nichts anderes als ein schlechte Ausrede für dürftige Leistungen. Auch wer bei uns die Nummer 1 im Tor sein soll, weiss scheinbar niemand so recht und es droht das selbe Dilemma wie letztes Jahr mit zwei völlig verunsicherten Goalies.

    Die Schweden wurden vor der Saison für ihre Integration der Jungen gelobt und dies war auch ein Hauptgrund für das Engagement der beiden. Welcher junge Spieler wurde regelmässig eingesetzt, wer hat einen Stammplatz? Im Moment ist es so, dass die Alten (sorry Segi) oder Transfers (Guerra, Marti) den Jungen von GC ohne Not vor der Sonne stehen. Auch ein Siegenthaler, welcher teilweise Hüftsteif und mit Holzhänden übers Eis kurvt, hat scheinbar seinen Platz auf sicher. Ein Guerra in der Verfassung kann ohen weiteres durch einen Karrer ersetzt werden.

    Es macht in dieser Konstellation überhaupt keinen Sinn, jährlich ca. 3.5 Mio in ein Farm Team zu buttern. Die Beteiligung der Spieler aus unserer Organisation an der U20 WM spricht auch da Bände.

    Wo ist das versprochene System mit der gepflegten Puck Kontrolle? Die ewigen Karusselle in der Bandenkurve, welche im besten Fall zu einem völlig ungefährlichen Abschluss aus möglichst spitzem Winkel führen, können damit wohl nicht gemeint sein und sind vor allem Futter für die so oder so völlig überschätzte Schussstatistik.

    Box- und Powerplay sind Spielzüge, welche am eingeübt werden können, unser Box- und Powerplay ist völlig ungenügend und deutet darauf hin, dass hier noch massiver Handlungsbedarf besteht. Wir das wirklich so trainiert wie es sich für eine Spitzenmannschaft gehört ???

    Wie lange werden wir mit Durchhalteparolen hingehalten, dass dem Trainer und dem Team Zeit geben muss, bis das System und die Automatismen greifen? In Kloten, Biel, Lausanne oder Langnau geht dieser Prozess sehr viel schneller von statten. Ich hoffe nur, wir haben da nicht noch einen Plan B, Plan C etc….

    Wir sind uns wohl alle einig, dass mit diesem Kader sehr viel mehr drin liegen muss, als der vielleicht dritte Platz. Was bestimmt fehlt, und was Bern in dieser Saison sicher hat, ist die Zuversicht der letzten Saisons, dass man das Spiel immer gewinnt, komme was wolle. Die Kritiker, welche jetzt monieren, dass hat uns letztes Jahr gegen Bern den Kopf gekostet, mögen in gewisser Weise Recht haben, man darf aber auch nicht vergessen, dass Bern mit sehr viel Glücke die Serie gegen uns gewonnen hat. Dass ein Qualifikant aus den hinteren Rängen die Meisterschaft gewinnt, ist noch immer die grosse Ausnahme und nicht die Regel.

    Auf die Playoffs zu warten mit der Aussage, es kommt dann schon gut und dann wird man bereit sein… damit habe ich Aufgrund der oben gennannten Aspekte meine liebe Mühe, und auch wenn mir das Herz blutet, ganz so abwegig ist Chläusuu nicht mit seiner Aussage das die Luft für unsere Schweden immer dünner wird. Ich hoffe, dass die Mannschaft nach dem Saisonende mehr von ihnen gelernt hat als nur schnell eine Mahlzeit zu verputzen.

    Habe fertig, warte nun auf den Shitstorm.

    Lugano: übernimmt Bob Hartley ?
    Mittwoch, 4. Januar 2017, 10:13 - Maurizio Urech

    Laut dem Tages Anzeiger könnte der Kanadier Bob Hartley nächste Saison den HC Lugano trainieren.

    Bob Hartley hat vor kurzem einen Vertrag als Trainer der lettischen Nationalmannschaft mit einer Option für ein weiteres Jahr unterschrieben und der Vertrag des HC Lugano mit Doug Shedden läuft noch bis Ende nächster Saison.

    Mal sehen, ob er Cunti zu neuem Leben erwecken kann...............

    Auston Matthews ist das Wunderkind des Eishockeys.
    Nur noch für kurze Zeit in Zürich zu besichtigen.
    Von Simon Graf
    Eine Begegnung mit dem 18-jährigen Superstürmer der ZSC Lions.
    Eishockey ist ein rasantes Spiel. Bei Matthews hat man das Gefühl,als verlangsame es sich vor seinen Augen, als sei er den anderen immer ein, zwei Züge voraus.

    Auf Schweizer Eis trägt man dieser Tage Bart. Das siebenwöchige Playoff, die entscheidende Phase der Eishockeymeisterschaft, hat soeben begonnen. Und damit das Wuchern der männlichen Gesichtsbehaarung. Die New York Islanders führten die Tradition der Playoff-Bärte 1980 ein und rührten mit Beginn der heissen Phase kein Rasiermesser mehr an. Als sie schliesslich den mächtigen Stanley-CupPokal in die Höhe stemmten, sahen sie aus wie Grizzlybären. Weil es offenbar genützt hatte, fanden die Islanders überall, wo Eishockey gespielt wird, ihre Nachahmer.
    Im Schweizer Eishockey werden die rauschebärtigen Männer mit den Zahnlücken derzeit von einem Milchgesicht zu Statisten degradiert. Das Milchgesicht heisst Auston Matthews, ist 18 Jahre jung und spielt für die ZSC Lions. Selbst wenn der Verein, wie häufig in den letzten Jahren, Ende April Meister werden sollte, dürfte der Teenager dann kaum mehr als einen Flaum ums Kinn herum tragen. Auston Matthews ist ein Hochbegabter, der das Schweizer Eishockey prägt wie nie ein so junger Spieler zuvor. Matthews, ein Amerikaner, der in der Wüste Arizonas aufwuchs, absolviert in Zürich ein Zwischenjahr, ehe er ab Herbst 2016 in der National Hockey League (NHL), der besten Liga der Welt, antreten darf.
    Rund 70 Prozent der Babys kommen nach dem errechneten Termin zur Welt. Auch Auston Matthews kam zu spät, exakt eine Woche, am 17. September 1997. Seine Eltern wussten damals noch nicht, welche Bedeutung die kleine Verspätung in ihrem Leben spielen würde. Der 15. September ist der Stichtag für den Draft, die alljährliche Spielerziehung in der NHL, wo sich die 30 Teams die Rechte an den weltbesten Talenten eines Jahrgangs sichern. Die sind zu diesem Zeitpunkt 17- oder 18-jährig. Wie ein Kind knapp zu jung sein kann für den Kindergarten, kann ein Hockeyjunior den Aufnahmetermin für die härteste Liga um einige Tage oder Stunden verpassen. So wie Auston Matthews. Dann muss er sich ein Jahr gedulden.
    «Selber schuld», sagt Brian Matthews und lacht, sein Sohn hätte sich mit der Geburt ja etwas beeilen können. Wobei: Dieses Zwischenjahr könnte ein Segen sein. Die NHL läuft ihm nicht davon. In Zürich kann sich Auston in Ruhe auf sein Leben als Superstar vorbereiten.
    Seit sich herumgesprochen hat, wie gut Matthews ist und was aus ihm noch werden könnte, kommen ganze Schulklassen in die Kunsteisbahn Oerlikon, wo der ZSC trainiert, machen Selfies mit ihm und wollen Autogramme. Aber das ist kein Vergleich zu dem, was ihn zu Hause erwartet. In Zürich ist er ein unscheinbarer Teenager, der zwei-, dreimal pro Woche in ein Superman-Kostüm schlüpft und die Konkurrenz schwindlig spielt.
    Man muss sich vorstellen, der junge Lionel Messi hätte ein Jahr lang beim FC Zürich gespielt, ehe er in Barcelona zum Weltstar des Fussballs wurde. Tatsächlich gibt es Parallelen. Beide wirken bescheiden, konzentriert und frei von Extravaganzen. Obwohl Stürmer, nimmt Messi den Ball oft schon am Mittelkreis auf und macht sich mit kleinen Schritten, aber phänomenalem Tempo auf den Weg Richtung Tor. Auch Matthews kann auf den ersten Metern unfassbares Tempo aufnehmen, seine Schrittchen erinnern an den Lauf eines Rennpferds. Er führt den Puck doppelt so oft wie die Mitspieler aus dem eigenen Drittel in die neutrale Zone (das «Exit») und stösst doppelt so oft aus der neutralen Zone ins gegnerische Drittel vor (das «Entry»). Normalerweise führen in dieser Kategorie Verteidiger die Statistik an, sie sind die Spieleröffner im Eishockey. Matthews aber ist Dirigent und Solist, schiesst ähnlich viele Tore, wie er entscheidende Pässe spielt. Fast ein Tor pro Spiel hat er in dieser Saison erzielt - ein herausragender Wert.
    Der Matthews-Moment
    Auch jene, die nicht viel von Eishockey verstehen, wird Auston Matthews mit seinem Spiel bezaubern. Der Schriftsteller David Foster Wallace schrieb in seinem Essay über Roger Federer von den «Federer-Momenten» - von magischen Sekunden, in denen sich sein Genie offenbart, in denen die Zuschauer in Ekstase versetzt werden. Diese Momente gibt es auch bei Auston Matthews. Es muss kein kunstvolles Tor sein. Manchmal ist es eine Aktion mitten auf dem Eisfeld, bei der man denkt: Darf ich bitte kurz zurückspulen? Wenn ein Puck zwischen seinen Beinen landet und er ihn sich, ohne zu bremsen oder aus der Balance zu geraten, mit dem Schlittschuh auf den Stock spielt. Wenn er einen 15-Meter-Pass in den Lauf seines Sturmpartners Robert Nilsson zirkelt, zwischen zwei Gegnern hindurch, halbhoch und so präzise, dass man hundertmal in Zeitlupe wiederholen will, wie der Puck exakt dann auf dem Eis aufsetzt, wenn er den Stock des Mitspielers erreicht.
    Eishockey ist ein rasantes, unübersichtliches Spiel. Bei Matthews hat man das Gefühl, als verlangsame es sich vor seinen Augen, als sei er den anderen immer ein, zwei Züge voraus. Nie wirkt er überhastet. Sein Teamkollege Ryan Keller formuliert es so: «Es ist, als hätte er den Computer mit dem schnellsten Prozessor. Und wir anderen sind mit einem Commodore 64 unterwegs.» Wenn grossartige Spieler etwas gemein haben, dann sei es ihre Übersicht, sagt auch Marc Crawford, der kanadische Trainer der ZSC Lions. Crawford hat als Coach Weltstars wie Peter Forsberg oder die Sedin-Zwillinge trainiert. Dass Matthews in die gleiche Kategorie gehört, steht für ihn schon jetzt ausser Frage.
    Mit dessen Verpflichtung gelang den ZSC Lions ein PR-Coup. Der Club ist nun auch in der Hockeyszene Nordamerikas ein Begriff. Dass Matthews die hiesige Liga derart dominieren würde, hat aber niemand erwartet. Captain Mathias Seger hatte anfänglich Bedenken, wie es die Mannschaft aufnehmen würde, wenn ein 18-Jähriger im Mittelpunkt steht. Natürlich wurde vom Verein erwartet, Matthews reichlich Eiszeit zuzugestehen, damit er sich während dieses Zwischenjahres würde entwickeln können. Schon vor dem ersten Match hatte Crawford beschlossen, dass der Teenager den Paradesturm anführen würde. In der Branche ist es ein offenes Geheimnis, dass die Zukunft des ZSC-Trainers mit jener von Matthews verknüpft ist: Bringt er das Supertalent entscheidend weiter, winkt dem Trainer eine Rückkehr in die NHL.
    Im Match sammelt er Tore, im Bus den Abfall ein
    Auf dem Eis dreht sich fast alles um Matthews, daneben aber erfüllt er klaglos die Pflichten, die den Jungen im Team zukommen. Dem Materialwart hilft er beim Aufräumen, nach Auswärtsspielen geht er durch den Mannschaftsbus und sammelt den Abfall ein. Ihr Sohn sei eben gut erzogen, sagt die Mutter, Ema Matthews. Würde er abheben, sie würde ihn sofort auf den Boden zurückholen. Trocken fügt sie hinzu: «Aber das ist nicht nötig.» Sie hat Auston für diese Saison nach Zürich begleitet oder genauer: ins steuergünstige Winkel im Zürcher Unterland, wo sie gemeinsam ein Apartment bewohnen. Als sich der Sohn fürs Schweizer Profihockey entschied und gegen eine kanadische Juniorenliga (die Konkurrenz der besten Gleichaltrigen hätte ihn grob unterfordert), sass die fünfköpfige Familie zusammen und beriet, wie man das möglich machen könnte. Vater Brian, ein Informatiker, hatte soeben eine neue Stelle angetreten. Weil man Auston nicht allein so weit weg von zu Hause schicken wollte, teilten sich die Eltern die Betreuung der Kinder auf: Der Vater blieb zu Hause in Scottsdale, Arizona, bei den Töchtern, Mutter Ema begleitete den Sohn in die Schweiz. «Zum Glück», sagt sie und schwärmt davon, wie grün hier alles sei und wie gewissenhaft der Abfall getrennt werde.
    Ema Matthews wuchs im Nordwesten Mexikos auf. Eishockey war ihr fremd. Und Arizona, wohin sie nach der Heirat zog, ist nicht eben eine Hochburg dieses Sports. Noch nie gab es einen NHL-Profi aus diesem Bundesstaat. Ein Onkel war es, der den dreijährigen Auston an ein Match der Phoenix Coyotes mitnahm. «Ich kann mich nur noch erinnern, dass es sehr laut war», sagt Matthews und grinst. Er steht in der Umkleidekabine des ZSC und zieht das Trainingstrikot aus. Ein Turm von einem Teenager - 1,88 gross, 88 Kilogramm schwer. Seine Antworten sind knapp, höflich und einstudiert. Würde man die Augen schliessen, könnte man glauben, er sei 38, nicht 18.
    Offensichtlich hinterliess das Erlebnis mit seinem Onkel einen bleibenden Eindruck. Von diesem Moment an wollte Matthews nur noch eins: Eishockey spielen. In einer Gegend, in der es 50 Grad heiss werden kann und kaum Eisfelder gibt, ist das ein kostspieliges Vorhaben. Bis zu 20 000 Dollar pro Jahr mussten die Matthews aufwenden - für Ausrüstung, Reisen an Turniere und Sonderlektionen mit Eislauflehrern. Es war die Zeit der grossen Finanzkrise. Die Mutter stemmte zwei Jobs, um das Hobby des Sohnes zu finanzieren: Vormittags servierte sie bei Starbucks, am Nachmittag arbeitete sie als Empfangsdame bei der Steakhouse-Kette Capital Grille.
    Matthews weiss, welche Entbehrungen die Eltern für seine Eishockeykarriere auf sich genommen haben. «Ich spiele nicht zum Spass», sagt er mit ernster Miene. Tatsächlich sind seine Fortschritte in den vergangenen Monaten eindrücklich. Sein Talent zeigte sich schon in der ersten Partie für den ZSC, als ihm gleich ein Tor gelang. Inzwischen dominiert er in allen Zonen des Eisfelds. Auffällig ist, wie oft er den Gegenspielern den Puck vom Stock klaut. Es geht ihnen wie den Opfern eines geschickten Taschendiebs: Wenn sie es merken, ist es zu spät.
    Gut, aber nicht überragend
    In geschäftlichen Dingen wird Matthews von Pat Brisson vertreten, dem wohl einflussreichsten Agenten im Welteishockey. Der Kanadier, der von Los Angeles aus auch Superstar Sidney Crosby und den Schweizer NHL-Pionier Mark Streit managt, sah Matthews erstmals, als der 14 war und mit den Arizona Bobcats gegen die Los Angeles Jr. Kings spielte. «Er war sehr gut, aber nicht überragend», erinnert sich Brisson. «Ein paar Monate später sah ich ihn wieder spielen, das nächste Mal ein Jahr danach. Er machte rasante Fortschritte.» Das überzeugte Brisson, den Jungen unter Vertrag zu nehmen. «Es gibt viele hochbegabte Spieler, bei denen man sich nach einem gelungenen Auftritt fragt: Wieso tun sie das nicht jeden Abend?», sagt Brisson und liefert auch gleich die Antwort: weil die Psyche nicht mit dem Talent mithält. Bei Matthews aber stimme beides.
    Brisson hat im jungen Amerikaner einen Klienten mit guten Aussichten, in seiner Karriere die Gehaltsmarke von 100 Millionen Dollar zu übertreffen. Doch zuerst muss sich im Juni ein NHL-Team bei der alljährlichen Spielerziehung, dem «Draft», die Rechte sichern. Die Wahl kann die Zukunft eines Vereins nachhaltig beeinflussen. Entsprechend viel wird in die Evaluation der besten Talente gesteckt. Zahllose Späher werden in jede Ecke der Eishockeywelt entsandt, um das Potenzial eines Juniors abzuschätzen. Allerdings ist die Beurteilung von Sportlern keine exakte Wissenschaft. Immer wieder gibt es Fehleinschätzungen. Selten aber beim Nummer-1-Draft, dem Besten eines Jahrgangs. Und dass Matthews der Klassenbeste ist, sein Name am Zeremoniell als erster ausgerufen werden wird, daran zweifelt niemand.
    Aufs Glatteis nur in Montur
    Wohin es ihn verschlagen wird, weiss er noch nicht. Einiges deutet darauf hin, dass er in Kanada landet, in Edmonton, Toronto oder Montreal, wo Eishockey für viele wichtiger ist als die eigene Familie und Matthews sich auf der Strasse nicht mehr frei bewegen können würde. Der junge Mann ist klug genug, keine Präferenz für einen Club zu äussern. Ohnehin ist er einer, der sich nur in Ausrüstung aufs Glatteis begibt. Was man sagt, wie man es sagt und was man niemals sagen sollte, das lernte er an der Hockey Academy in Ann Arbor, Michigan, wo die grössten Talente der USA für alle Lebensbereiche ausgebildet werden. Ein unbedachter Tweet zur US-Präsidentenwahl, das würde Matthews nicht passieren. Was er sagt, klingt so: «Es sagt viel über einen Menschen, was er über die sozialen Medien verbreitet», oder: «Man muss mit allen respektvoll umgehen. Ob das auf dem Eisfeld ist oder in der Öffentlichkeit.» Wenn er spricht, klingt es wie auswendig gelernt.
    Er ist nicht das erste Wunderkind. Vor ihm gab es viele Talente, die später die hohen Erwartungen nicht erfüllen konnten. Aber Matthews kommt dem, was man als eine «sichere Sache» bezeichnet, ziemlich nahe. Der Antrieb fürs Eishockey ging stets von ihm aus und nicht von überehrgeizigen Eltern. Er versteht sehr genau, was um ihn herum abgeht und von ihm erwartet wird. Es ist anzunehmen, dass er smarter ist, als es seine einsilbigen Antworten in Interviews vermuten lassen. Dass er die sportlichen Voraussetzungen für eine grosse Karriere mitbringt, steht ausser Frage. Aber da ist noch mehr: Er ist getrieben von einem immensen Ehrgeiz. Selbst wenn ein Spiel 5:0 steht, ärgert er sich, wenn sein Einsatz mittelmässig war. Das ist ein Charakterzug, den man nicht trainieren kann.
    Seit er 18 wurde und auch in der Schweiz Auto fahren darf, hat seine Unternehmungslust zugenommen. Er erkundet die Zürcher Altstadt oder fährt zu seinem Lieblingsmexikaner im Glattzentrum. Fixpunkt aber bleibt die Mutter. Sie macht ihm das Frühstück, sorgt für eine ausgewogene Ernährung (mexikanisch nur am Sonntag), sitzt bei jedem Spiel auf der Tribüne. Im fernen Arizona schaut sich Vater Brian die Partien des Sohnes per Livestream an. Täglich sprechen sie miteinander via Skype. In den vergangenen Tagen war das Playoff das Thema, der nächste grosse Test für Auston Matthews. Natürlich hat er sich auch darauf gewissenhaft vorbereitet. In allen Bereichen. Seit Wochen versucht er, sich einen Bart wachsen zu lassen.