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Spricht jetzt alles für den ZSC? - Nein!
In Expertenkreisen ist man sich einig: Nach dem hart erkämpften 3:2-Sieg der ZSC Lions in Biel und dem gleichzeitigen Ausgleich in der Serie spricht alles für den Meister. Ob die Löwen mit diesem Erfolg die Wende aber geschafft haben, bleibt vor dem fünften Duell fraglich.
Ob ''Teleclub''-Experte Morgan Samuelsson oder ''Blick''-Reporter Dino Kessler. Seit Samstag sind sich die Eishockey-Fachmänner einig, dass die ZSC Lions die Viertelfinal-Serie gegen den EHC Biel mit 4:2 gewinnen werden. Nach dem schwachen Playoff-Auftakt sollen die Zürcher nun plötzlich alle Trümpfe in der Hand haben. slapshot.ch widerlegt diese These und nennt fünf Gründe, die vor dem fünften Aufeinandertreffen für den Herausforderer aus dem Seeland sprechen.
1. Arlbrandt bestechend
Er ist der Mann der Serie. Pär Arlbrandt drückte der Viertelfinal-Affiche bisher seinen Stempel auf. Die unglaubliche Präsenz des Schweden schlägt sich auch in seinen Skorerwerten nieder. Der Rechtsflügel hat bereits zwei Tore erzielt und drei weitere vorbereitet, womit er nach vier gespielten Partien ligaweit als erfolgreichster Skorer geführt wird.
Arlbrandt besticht mit Wille, Kampfgeist und Treffsicherheit. Er hat damit gezeigt, dass er nicht nur in der Qualifikation brillieren kann, sondern auch ein echter Playoff-Spezialist ist. Problemlos entscheidet er das Topskorer-Duell gegen den ebenfalls stark aufspielenden Roman Wick für sich. Für die Bieler ist der Schwede schlicht Gold wert.
2. Schläpfer cooler als Crawford
Auf die „Affäre Hollywood“ folgten am Samstag Beschuldigungen, die Bieler Spieler würden sich ohne gegnerische Einwirkung aufs Eis legen. ZSC-Trainer Marc Crawford lässt keine Möglichkeit aus, sich mit seinen Bemerkungen ins Rampenlicht zu rücken. Die Erklärung, dass der Lions-Coach so die Mannschaft aus der Schusslinie nehmen will, rechtfertigt seine Aktionen aber nicht vollumfänglich.
Vielmehr liess der Kanadier seine gewohnte Contenance und Ruhe bisher vermissen. Ganz anders sein Gegenüber Kevin Schläpfer, welcher die Anfeindungen entweder cool an sich abprallen liess oder geschickt konterte. Der Bieler Headcoach hinterliess bisher definitiv den cooleren Eindruck.
3. Zürichs Ausländer nicht zu sehen
Ryan Keller, vor einem Jahr mit 11 Toren in 18 Playoff-Partien noch die Treffsicherheit in Person, fiel bis zu seinem Treffer zum 2:2 in Biel ausschliesslich mit verpassten Chancen auf. Aber nicht nur der kanadische Flügelstürmer spielte bisher unter seinem Wert. Der stets aufopfernd kämpfende Ryan Shannon steht nach vier Partien mit einer Minus-Zwei-Bilanz da, Marc-André Bergerons Aussetzer müssen an dieser Stelle gar nicht mehr erwähnt werden. Einen soliden Eindruck hinterliess einzig der schwedische Verteidiger Henrik Tallinder, von welchem man dies allerdings auch erwarten durfte.
4. Rytz mindestens so abgeklärt wie Flüeler
Viele sprachen vor dieser Serie vom Zürcher Vorteil auf der Torhüter-Position. Dies hat sich allerdings noch nicht bestätigt, denn Biels Schlussmann Simon Rytz glänzte bisher mit einer Abwehrquote von 94.07%. Sein Pendant Lukas Flüeler hat 91.51% abgewehrter Schüsse vorzuweisen, wobei die 0:5-Pleite zum Auftakt dabei natürlich besonders ins Gewicht fiel. Dennoch: Der Goalie der Seeländer agiert bisher mindestens auf Augenhöhe mit dem zweifachen Meisterkeeper.
5. Biel im Hallenstadion eine Macht
Viermal gastierte der EHC Biel in dieser Saison bereits bei den Löwen, dreimal reiste er als Sieger nach Hause. Man ist geneigt zu sagen, die Seeländer seien im Hallenstadion eine Macht. Tatsächlich hat die Schläpfer-Equipe in dieser Saison als einziges NLA-Team mehr als einmal in Oerlikon gewinnen können. Neben dem HC Lugano sind die Bieler zudem die einzige Mannschaft, welche die Lions in deren Halle nach 60 Minuten in die Knie zwingen konnte. (cmu)
Schauen wir mal!