Wenn die Tore plötzlich fallen
Die ZSC Lions deklassierten die SCL Tigers 6:0. Rückkehrer Monnet traf zuerst, Cunti sogar dreimal.
Von Simon Graf, Langnau
Ein frühes Tor als Antwort auf die Denkpause: Thibaut Monnet wies dem ZSC in Langnau den Weg. Foto: Christian Pfander (EQ Images)
Und plötzlich fallen die Tore für die ZSC Lions. Wochenlang hatten sie sich in der Offensive schwer getan, nun liessen sie auf das 6:3 in Lugano ein 6:0 im Emmental folgen. Und nach Pittis durfte sich erneut ein Zürcher für einen Hattrick feiern lassen: Cunti traf zum 3:0 (20.), 5:0 (47.) und 6:0 (59.) und verdoppelte seine Torausbeute in dieser Saison. Für den 22-Jährigen war es die erste Triplette in der NLA, jedoch nicht die erste seiner Karriere. «In der Québec League hatte ich schon drei Hattricks», erzählte er. Aber natürlich sei es für ihn ein spezieller Abend gewesen. «Es tat gut, die Tore zu schiessen. Mir persönlich, aber auch unserer Linie.» Und er fügte an: «Aber man darf Flüeler nicht vergessen, er hat ausgezeichnet gehalten.»
Der Goalie, der vor allem in der ersten Viertelstunde von den Langnauern bedrängt wurde, durfte sich über seinen zweiten Shutout freuen. Und da war natürlich noch Monnet, der Rückkehrer, der nach dem Spiel auch wieder strahlen durfte. Der Romand, der am Samstag die Reise nach Lugano nicht hatte mitmachen dürfen und nun in der vierten Linie wieder ins Team integriert wurde, schoss das 1:0 in der 5. Minute. In seinem zweiten Einsatz traf er präzise unter die Latte. «Das war das Tor eines Goalgetters», lobte Bob Hartley. «Und es war gleichzeitig unser Siegestor. Ich freue mich für ihn.» Obschon Eishockey ein sehr körperbetonter Sport sei, hänge eben auch vieles vom Kopf ab, erklärte er. Er hoffe, bei Monnet etwas zur Entkrampfung beigetragen zu haben.
Monnet und der Teletext
Im Schlussabschnitt, als die Partie längst entschieden war, durfte der Flügel sogar wieder im Powerplay aufs Eis. Ein weiteres Erfolgserlebnis blieb für ihn indes aus. Grosses Aufhebens um seinen raren Treffer mochte Monnet nach der Partie nicht machen. «Ich bin zufrieden mit meinem Tor», sagte er. «Und wenn ich der Mannschaft helfen kann.» Natürlich sei es bitter für ihn gewesen, in Lugano nicht spielen zu dürfen. Er habe den Abend zu Hause verbracht, das Spiel nicht am Fernsehen verfolgt – erst am Schluss im Teletext das Resultat nachgeschaut. Natürlich hütete er sich davor, Hartley für seine Massnahme zu kritisieren. «Es war schwierig für mich, aber im Leben läuft eben nicht immer alles nach Wunsch. Dann muss man lernen, damit umzugehen.»
Nebst Monnet verdiente sich auch Cunti ein Lob Hartleys: «Er ist ein Spieler, der unheimlich viel zu bieten hat. Und er kann noch viel besser werden.» Nebenrollen spielten die Ausländer, die in Lugano noch brilliert hatten. Der am Rücken verletzte Nylander machte die Reise erst gar nicht mit, und es würde nicht überraschen, wenn sein Vertrag, der bis Weihnachten dauert, nicht verlängert würde. Bei aller Euphorie über den Zürcher Kantersieg muss erwähnt werden, dass die SCL Tigers ein dankbarer Gegner waren, sich auf dem Weg zu ihrer siebten Niederlage in Serie völlig verunsichert präsentierten. Sie hatten Glück, dass der Samichlaus vor dem Spiel kam – sonst hätte er sie danach wohl gleich in seinen Sack gesteckt.