Zitat von LarryAlles anzeigenZSC Lions bäumen sich gegen Bern auf
Ein Punkt und ein paar Fragen
Turbulenter Start ins neue Jahr: Die ZSC Lions sehen gegen den SC Bern lange Zeit wie der sichere Verlierer aus, gewinnen dank einer Steigerung in der Schlussphase aber immerhin noch einen Punkt.
Ulrich Pickel, Zürich
Dass der Start ins neue Jahr den ZSC Lions nicht zwei, sondern bloss anderthalb blaue Augen einbrachte, hatten sie dem Aufbäumen in den letzten zehn Minuten der regulären Spielzeit zu verdanken. Die Tore von Kenins (52. Minute) und Wick (56.) zum 2:2 brachten den zuvor lange stilsicheren SC Bern noch einmal ins Wanken, aber am Ende doch nicht ganz zu Fall.
Noch vor der ersten Pause hatten Vermin und Gardner den letztjährigen Finalgegner der Zürcher in Führung gebracht, danach kontrollierten die Berner das Spiel weitgehend. Doch mit dem Gefühl der Selbstsicherheit im Rücken gaben sie die Zügel mit der Zeit zu sehr aus der Hand, was letztlich den Dreipunktesieg kostete.
Der Ärger des ZSC-Trainers
Die Passivität der Berner ermöglichte es den Zürchern, wider Erwarten nochmals ins Spiel zu finden und die Enttäuschung zu vermeiden, mit ganz leeren Händen dazustehen. In der torlosen Verlängerung hatten die Lions sogar die besseren Chancen, den Extrapunkt zu gewinnen, die Kurzentscheidung im Penaltyschiessen hingegen fiel dann klar zugunsten der Gäste aus, für die Gardner und Ritchie skorten, während bei den Zürchern kein Schütze ins Schwarze traf. Die turbulente Schlussphase war für die über 10 000 Zuschauer wenigstens eine teilweise Entschädigung für eine insgesamt zwiespältige Leistung des Heimteams, die mehr Fragen aufwarf als beantwortete.
Nach dem Spiel zeigte sich der ZSC-Coach Crawford keineswegs erfreut darüber, dass sein Team immerhin noch den einen Punkt gerettet hatte. «Zu viele Spieler waren von Anfang nicht bereit», sagte der Kanadier. Damit lag er nicht falsch, die Lions zeigten sich tatsächlich bis ins letzte Drittel hinein als brave Mitläufer mit klaren Defiziten in der Chancenauswertung und im Körperspiel, aber nicht als ein Heimteam, das gewillt war, gegen alle Widerstände das Spieldiktat an sich zu reissen.
So plätscherte die Partie lange Zeit ohne Höhepunkte vor sich hin, und das Publikum wurde sich selber überlassen. Die Leistung der Zürcher Mannschaft, die zwischen Orientierungslosigkeit und energischem Zupacken schwankte, passte gut ins Gesamtbild, das der Meister dieser Tage abgibt. Es fehlen klare Zeichen, auch in der Kommunikation.
Denn das Publikum wird ebenfalls alleine gelassen, wenn es um die Erklärung der Vorkommnisse der letzten Wochen geht. Die Abgänge von Monnet (Freiburg) und Ambühl (Davos) Ende Saison sowie die Auflösung des Vertrags mit Tambellini sorgen für Verunsicherung im Umfeld. Auf den Rängen des Hallenstadions gibt es viele, die gereizt darüber werweissen, was alles schiefläuft im Klub. Doch dieser hüllt sich in Schweigen, was letztlich nicht in seinem Interesse liegen kann.
Die Fälle Brulé und Tambellini mögen nichts miteinander zu tun haben, dennoch entspricht es nicht dem courant normal, dass innert zweier Monate zwei designierte Leistungsträger im wahrsten Sinne des Wortes aus der Kabine abhauen. Neben der allgemeinen Ratlosigkeit, die derzeit herrscht, sorgen die Abgänge der beiden Kanadier auch für einen nicht zu übersehenden Substanzverlust im Team.Segers klare Worte
Der Zürcher Captain Seger immerhin ging weiter als das schweigsame Management und nahm zum Verhalten von Brulé und Tambellini Stellung. «Es gibt in jeder Saison schwierige Situationen. Die einen gehen, andere beissen sich durch», sagte der 35-Jährige. Wie nun die Lücken im Kader geschlossen werden, hängt vor allem von der Entwicklung des Lockouts in Nordamerika ab. Aber auch hier fehlt im Moment die Orientierung. Wo auch immer man hinblickt: Die Lions schweigen und warten.
(NZZ)
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Mein Senf:
Zum Spiel kann ich nichts sagen, aber die Kommunikation beim Z ist unterirdisch!
Mann, holt endlich einen Profi!
Da isch de Profi:
Würkli sackschwach!
