Bissige Löwen
Dem Meister ist gegen aggressive Servettiens eine starke Leistung gelungen. Er führte nach 40 Minuten 6:1 und liess erst im Schlussabschnitt etwas nach.
Ulrich Pickel, Zürich
Schon oft haben die Zürcher in dieser Saison Fragen aufgeworfen. Am Talent, das in ihrer Mannschaft steckt, gab es dabei zwar nie Zweifel, aber es haperte wiederholt mit der Konstanz, die Defensive war fehleranfällig, und im Sturm wurde die Kaltblütigkeit vermisst.
Gegen Genf/Servette hat der Meister nun einmal gezeigt, wie gut er sein kann, wenn alle Puzzleteile im Spiel zusammenpassen. Ihm gelang eine der bis jetzt besten Leistungen der Saison, der Sieg war in dieser Höhe verdient. Was ihn noch wertvoller machte: Das 6:3 kam mit nur zwei Ausländern im Line-up (Shannon, Lashoff) zustande, und der HC Genf/Servette war alles andere als ein harmloser Sparringpartner, sondern wie erwartet ein unangenehmer Gegner, der nicht mit Körpereinsatz geizte und sich mit Vehemenz gegen die Niederlage wehrte. Kleine Scharmützel waren regelmässig zu sehen, das Schiedsrichter-Duo Massy/Stricker hatte alle Hände voll zu tun.
Zunächst deutete wenig auf einen klaren Heimsieg hin: Die Genfer gingen nach 9 Minuten in Führung (Keller), das Spiel verlief ausgeglichen. Mit zwei kurz nacheinander ausgesprochenen Strafen gegen die Servettiens nahm das Geschehen dann aber seinen Lauf: Shannon und Maurer sorgten mit kernigen Schüssen für die Zürcher Führung, die bis zur Spielmitte von Bärtschi und Geering zu einem 4:1 ausgebaut wurde. Die Lions waren konzentriert und kaltblütig, ihre Kombinationen liefen wie am Schnürchen, die Genfer waren phasenweise zu einem Statisten-Dasein degradiert. Cunti (34. Minute) und Ambühl (36.) gelangen weitere Tore, im Hallenstadion kam unter den 8000 Zuschauern Feststimmung auf. Im Schlussabschnitt zeigten sich die bissigen Löwen dann wieder von der eher gemächlichen Seite, ihre spielerische Herrlichkeit war vorüber. Die grösseren Freiräume nutzten die Gäste immerhin noch zu zwei Toren (Dan und John Fritsche), die jedoch das Geschehen nicht mehr auf den Kopf stellen konnten.
Im Hintergrund sind beide Klubs dabei, ihre Kader für die Play-offs zu komplettieren. Bei den Lions ist der letzte Woche verpflichtete Finne Mikko Lehtonen im Fokus. Medizinische Untersuchungen haben ergeben, dass die Genesung seiner verletzten Schulter nach Wunsch verläuft. Der 25-jährige Flügel wird therapiert und sollte wie vorgesehen in der nächsten Woche auf dem Eis trainieren und nach der Nationalmannschafts-Pause spielen können, wie der Sportchef Salis bestätigte. Die Lions suchen nun noch einen ausländischen Verteidiger. Einen solchen haben die Genfer bereits gefunden. Vor dem Spiel wurde die Verpflichtung des Frankokanadiers Mathieu Carle bis Ende Saison bekanntgegeben. Der 25-Jährige spielte zuvor in Riga in der KHL.
Heisst das nun das man mal davon ausgeht das mit Lehtonen kommt schon gut und einfach noch einen Verteidiger sucht? Wäre schon ein bisschen fahrlässig wenn es denn so kommt... Hoffe schon das auch noch ein vollständig gesunder Stürmer geholt wird.