Edgar Salis, reicht Nylander noch für die NLA?
Bei Philadelphia ausgemustert, ist Michael Nylander zurzeit auf Jobsuche in der Schweiz. Bei den ZSC Lions absolviert er aktuell ein Probetraining. Welchen Eindruck hat er hinterlassen? Wird er verpflichtet? ZSC-Sportchef Edgar Salis nimmt Stellung.
slapshot.ch: Michael Nylander hat jetzt mehrere Trainings absolviert. Werden die ZSC Lions ihn unter Vertrag nehmen?
Edgar Salis: Das wissen wir noch nicht. Es folgen nun letzte Gespräche, dann werden wir uns entscheiden.
Welchen Eindruck hat er bei Ihnen hinterlassen?
Einen sehr guten. Wobei ich das erwartet hatte. Nylander ist Nylander - wir wussten was er kann.
Seine technischen Fähigkeiten sind unbestritten. Erinnern sie sich noch an die Zeit, als sie gegen ihn gespielt haben?
Ja, leider (lacht). Nylander war schon bei Lugano ein brillianter Passeur und ein begnadeter Schlittschuhläufer.
Die grosse Frage ist, ob er mit 39 physisch noch mithalten kann...
Das ist tatsächlich die Frage, die auch wir uns stellen. Aber nicht wegen seines Alters, sondern weil ihn eine Verletzung in der Vorbereitung bei den Philadelphia Flyers zurückgeworfen hat.
Was könnte er dem ZSC bringen?
Er hat eine hervorragende Spielübersicht, dazu kann er im Powerplay eine wichtige Rolle einnehmen.
In den Trainings spielte er in einer Linie mit Ambühl und Monnet. Sollen die beiden dann den Pucks hinterherjagen und die Pässe versenken?
So könnte man das sagen, ja. Aber wie gesagt: Noch ist er bei uns nicht unter Vertrag.
Wie lange würde er bleiben, wenn es klappt?
Mal abwarten. Ich denke eher an einen Vertrag mit einer kurzfristigen Laufzeit. Vielleich über einen Monat.
Oder bis Ende Saison mit einer Ausstiegsklausel für die NHL?
Auch das ist eine Option.
Warum ist Nylander überhaupt in der Schweiz auf Jobsuche?
Er kennt dieses Land und schätzt die NLA. Nylander will seine Karriere hier nicht ausklingen lassen, dafür ist er zu ehrgeizig. Er möchte Verantwortung übernehmen.
Er könnte wohl auch in die KHL wechseln...
Ja, aber glauben Sie mir: Ein Spieler mit seinem Palmares und seiner Vergangenheit muss nicht mehr jedem Franken hinterherrennen. Er will primär einfach Hockey spielen - und natürlich wenn möglich als Leistungstträger.
Von Mathias Germann