Beiträge von Ouimet

    Habe noch keinen Thread dazu gesehen, Zeit sich um das sportliche zu kümmern, in 2 Tagen geht‘s los. Genug über Ticketsysteme, Pre-Playoff Vereine und ihre Abgründe, etc geredet.

    Ich bleibe optimistisch, Davos liegt uns, die Maschine ZSC schien zum Schluss der Quali langsam ins Rollen zu kommen.

    3 klare Heimsiege, auswärts eines gewinnen, eines verlieren und mit 4-1 relativ ruhig in den Halbfinal.

    Nach 65 (!!!!!) Vorbereitungsspielen E N D L I C H Saisonbeginnn…

    Jap absolut. Das ist allgemein ein bisschen ein Problem. Ich finde die Kalkulation des ZSC diesbezüglich nicht gut bzw. ich finde es gibt eine zu grosse Diskrepanz zwischen günstigen und teureren Saisonkarten, was dazu neigt, dass Leute das „System ausnutzen“ und damit Kohle machen. Stehplätze und Basic Plätze für 390/490 Fr

    Da rechnet sich halt die Karte PLUS das die SLA durchgängig offen ist… 390 für die Stehplatzsaisonkarte, bei 5 Playoffspiele a je 60 Franken Einzeleintritt gibt schon 300 Franken (an die günstigeren Plätze kommt man kaum) bleiben noch 90 Franken Restkosten und man kommt an 5 Qualispiele und kann da bei den vielen No Shows auch gemütlich sitzen. Und schon ist die Karte amortisiert…. Wäre der Stehplatz Bereich komplett getrennt würden wohl weniger Stehplätze verkauft. Auch bei Einzeleintritten. Gerade in der CHL stehplätze 15.—/Sitzplätze bei 25.— bei 4000 Zuschauern… sagen sich doch viele Stehplätze lösen und dann bei den Sitzplätzen sitzen.

    Hoffe aber schon auch dass wir ein System wie Zug bekommen und man die Karte weiterverkaufen kann. Der Verein würde mehr verdienen und der der im Stadion ist konsumiert auch noch dies im Gegensatz zu den No shows.

    Paul-André Cadieux prägte das Schweizer Eishockey wie wenige andere – nun versucht sein Sohn Jan, Servette zum Titel zu coachen https://www.nzz.ch/sport/der-eish…ndre-ld.1729543

    Paul-André Cadieux prägte das Schweizer Eishockey wie wenige andere – nun versucht sein Sohn Jan, Servette zum Titel zu coachen

    Der Trainer Jan Cadieux will mit dem Qualifikationssieger Genf/Servette nachholen, was Paul-André Cadieux verpasst hat: in den Play-offs den Titel zu gewinnen. Der Vater wird genau hinschauen, obwohl er sich gerade von zwei schweren Eingriffen erholt.

    Seit dem Samstagabend und dem Ende der Pre-Play-offs stehen die Paarungen in den Play-off-Viertelfinals fest. Der Qualifikationssieger Genf/Servette trifft ab Dienstag auf den HC Lugano, der EHC Biel als Zweiter der Regular Season auf den SC Bern. Titelanwärter Nummer eins sind die Genfer. Obwohl sie sich die beste Ausgangslage erst am letzten Spieltag der Qualifikation sicherten, waren sie das erste Team, das sich in der ausgesprochen ausgeglichenen Meisterschaft definitiv für die Play-offs qualifizierte.

    Praktisch ohne Baisse kam der Genève-Servette HC durch die 52 Qualifikationsrunden. Sein Erfolgsrezept war denkbar einfach: sechs überdurchschnittliche Ausländer kombiniert mit ein paar starken Schweizer Individualisten und ganz viel Leidenschaft. Die Handschrift jenes Mannes, der Genf auf die Schweizer Eishockey-Landkarte gerückt hat, ist noch heute deutlich erkennbar. Sechs Monate lang spielte das Team «McSorley-Hockey». Was insofern falsch ist, als Chris McSorley seit drei Jahren keine Funktion mehr innehat im Klub. Stattdessen liegt er mit ihm in einem erbitterten Rechtsstreit, bei dem es um sehr viel Geld geht.

    McSorleys Nachfolger sitzt an diesem Mittwochnachmittag im Stadionrestaurant der Patinoire Les Vernets und sagt: «Manchmal bin ich selber überrascht, wie gut es läuft.» Am 10. November 2021 hatte Jan Cadieux Patrick Emond als Headcoach abgelöst. Seither gewann er mit seinem Team in 81 Partien durchschnittlich mehr als zwei Punkte pro Match.

    Der Glaube an den Wert der harten Arbeit

    In Jan Cadieux steckt einiges von Chris McSorley. Er teilt mit dem Kanadier den Glauben an den Wert der harten Arbeit. «Ich versuche, den Kampfgeist und die Intensität, die mich als Spieler ausgezeichnet hat, auch als Trainer einzubringen.»

    Als Spieler hatte Cadieux während acht Jahren für McSorleys Genf/Servette gespielt und mit seiner Einstellung schnell den Respekt des Trainers gewonnen. «Jan war für mich immer ‹Mister serious›», sagt McSorley. «Ich hatte nie den geringsten Anlass, mir seinetwegen Sorgen zu machen. Ich bin nicht überrascht, welch hervorragenden Job er in Genf macht.»

    Wenn Cadieux über seinen Weg und die Menschen, die ihn auf diesem inspiriert haben, spricht, dann kommen McSorley und seine Überzeugungen an zweiter Stelle – gleich hinter seinem Vater Paul-André.

    Der Name Cadieux und der Weg, für den dieser steht, ist in der Schweiz legendär. Die Geschichte beginnt 1971, und am Anfang steht ein Irrtum. Als eine Delegation der Klubführung des SC Bern um den TK-Chef Max Sterchi zum Flughafen ins Berner Belpmoos fuhr, um dort den neuen Spielertrainer Raymond Cadieux abzuholen, erschien statt dem Stürmer dessen sechs Jahre jüngerer Bruder Paul-André, ein Verteidiger, von eher schmächtiger Statur.

    «Wir fielen aus allen Wolken», sagt der damalige geschäftsführende Vizepräsident Hugo Steinegger. Relativ schnell aber wurde ihm und auch seinen Mitstreitern bewusst, dass der Lausbubenstreich der Brüder, der Bern den falschen Cadieux gebracht hatte, ein Glücksfall für den damaligen B-Ligisten war. Schon im ersten vollen Jahr unter dem neuen Spielertrainer stieg der SCB auf. 1974, 1975 und 1977 wurden die Berner mit dem Kanadier auf dem Eis und an der Bande Meister und im Schweizer Eishockey wieder zur Macht.

    Paul-André Cadieux hat Bern im Sturm von sich überzeugt. Steinegger sagt, es habe damals im Team des SCB einen Spieler gegeben, der seine Eiszeiten eigenmächtig noch stärker ausgedehnt habe als Chris DiDomenico heute. «Stand er einmal auf dem Eis, dann war er kaum mehr runterzubringen.» Cadieux ist heute in Bern eine legendäre Figur, populär und verklärt wie einst Dällebach Kari, der legendäre Coiffeurmeister, der seiner Kundschaft in der Neuengasse Lebensweisheiten näherbrachte.

    Paul-André Cadieux oder «dr Pole», wie er in Bern bis heute genannt wird, ist einer der populärsten SCB-Spieler in der Geschichte dieses Volksklubs. Er spielte nur sieben Jahre für den SCB. Dann zog er weiter zum HC Davos, mit dem er ebenfalls aufstieg. Später trug er auch die Dresses des EHC Chur, von Fribourg-Gottéron, des SC Langnau und von Genf/Servette, ehe er als Trainer und Sportchef praktisch in allen Landesteilen der Schweiz seine Spuren hinterliess und auch noch einmal für eine Saison nach Bern zurückkehrte.

    Legendär ist seine Zeit als Geschäftsführer beim EHC Basel, als die meisten seiner Telefongespräche in der totalen Verwirrung endeten. Weder verstand Cadieux, was man eigentlich von ihm wollte, noch konnten seine Gesprächspartner auch nur ansatzweise nachvollziehen, was ihnen der legendäre Kanadier mitzuteilen versuchte.

    Cadieux führte nicht durch Worte, sondern durch Taten

    Riccardo Fuhrer stiess als junger Spieler zum SCB, als Cadieux dort gerade damit begonnen hatte, den Klub umzukrempeln und seine Legende aufzubauen. «Er war mit seinen Gedanken meistens drei, vier Sätze voraus, weil sein Deutsch noch nach mehreren Jahren in der Schweiz einfach zu schlecht war, als dass er sie so hätte ausformulieren können, dass seine Gesprächspartner sie hätten nachvollziehen können.»

    Doch Cadieux führte nicht durch Worte, sondern durch Taten. Er führte tägliche Trainings ein und machte das Eishockey vom Hobby zur ernsthaften Beschäftigung. Er erkannte das Talent im jungen Fuhrer. Doch gleichzeitig tat er sich schwer mit dessen Arbeitsethos, das sich nicht mit dem seinen deckte. Er nahm ihn sich zur Brust und sagte ihm: «Rico, künftig bekommst du von mir pro gelungenen Check im Match jeweils ein Coca-Cola.»

    Für Fuhrer wurde es danach zum festen Ritual, nach dem Match zur Abrechnung des neusten Guthabens zum Spielertrainer zu schreiten. Schnell aber musste der Schöngeist erfahren, dass das, was er unter einem Check verstand, nach nordamerikanischer Diktion nicht zwingend auch als solcher gewertet wurde.

    Fuhrer sagt: «Paul-André war mein erster echter Förderer. Ich hatte zuvor noch nie einen richtigen Trainer gehabt. Manchmal vergass er, mir zu sagen, dass ich tags darauf beim Match im Team sei. Doch er hat mich immer mit Respekt behandelt und mir die innere Härte beigebracht, die mir später enorm half. »

    Riccardo Fuhrer bezeichnet Paul-André Cadieux als einen Visionär, der bei seiner Ankunft in der Schweiz seiner Zeit weit voraus gewesen sei und einen ähnlichen Einfluss auf das Schweizer Eishockey gehabt habe wie John Slettvoll ein Jahrzehnt später mit seiner Arbeit beim HC Lugano.

    Cadieux forderte und förderte. Er wollte, dass seine Teams sein Arbeitsethos übernahmen und hart spielten. Man verspottete den Stil des SCB, seines Trainers und die Art, in der er es Eishockey spielen liess. Klotens legendärer Präsident Jürg Ochsner bezeichnete es als «Agumpi-Hockey», in der Romandie wurden die Berner als «tapeurs de tambour», als «Trommelschläger», verspottet.

    Video-Sitzungen am Sonntagvormittag

    Es waren dieses Klima und diese Überzeugungen, unter denen der junge Jan Cadieux zuerst Eishockeyspieler, dann auch Trainer wurde. Schon als Junge sei es für ihn klar gewesen, dass er dem Beispiel seines Vaters dereinst folgen werde. Es habe zu den üblichen Sonntagmorgen-Ritualen gehört, mit dem Vater vor dem Fernseher zu sitzen und ab VHS-Videokassetten die Spiele vom Vorabend auseinanderzunehmen.

    Jan Cadieux sagt: «Ich habe meinen Vater nie als Spieler, sondern immer als Trainer gesehen. In meinen ersten Jahren bei den Junioren hatte ich immer zwei Coachs: jenen im Team und einen zweiten zu Hause. Es war nicht immer einfach, der Sohn des grossen Paul-André zu sein. Es gab eine Zeit, da schwor ich mir, sofort nach dem Ende meiner Spielerkarriere das Eishockey Eishockey sein zu lassen und etwas eigenes zu tun.»

    Doch Jan Cadieux merkte schnell, dass man seine Wurzeln nicht so einfach loswird. Mit 34 Jahren beendete er seine Spielerkarriere und begann im Nachwuchs von Fribourg-Gottéron als Trainer zu arbeiten. Über die Ticino Rockets kehrte er zusammen mit seinem heutigen Sportchef Marc Gautschi zu Genf/Servette zurück, wo er mit 41 Jahren zum Headcoach aufstieg. Gautschi hatte den Vater Cadieux als Junior einst im Nachwuchs der SCL Tigers erlebt. «Ich sehe sehr viel von Paul-André in Jan wieder. Sie teilen die Intensität, die Leidenschaft, aber auch die Ehrlichkeit, mit der sie mit den Spielern umgehen.»

    Jan Cadieux’ Vertrag in Genf läuft nach dieser Saison aus. Doch Gautschi sagt, sie alle seien sich einig, in welche Richtung es weitergehen solle. «Es würde einiges an Mut brauchen, würde ich jemanden, der von seinen Konkurrenten gerade zum Coach des Jahres gewählt worden ist, nicht weiterbeschäftigen.» Noch stehen die wichtigsten Partien der Saison bevor. Sollte Genf/Servette im Viertelfinal scheitern, wären all die vergangenen Monate auf einmal nicht mehr viel wert.

    Jan Cadieux sagt, er habe viel von seinem Vater übernommen. Die Cadieux-Intensität früher als Spieler, nun aber auch als Trainer. «Doch wenn ich ehrlich bin, dann muss ich zugeben: Auch wenn meine Liebe für das Eishockey sehr gross ist, die meines Vaters ist noch um zehn Prozent grösser. Vielleicht auch deshalb hätte ich nie einer seiner Spieler sein wollen. Wahrscheinlich sind wir uns zu ähnlich.»

    Gottéron als einziger blasser Schatten

    Wenn es im Lebenslauf von Paul-André Cadieux einen Mangel gibt, dann wahrscheinlich jenen, den Sprung in die Zukunft nie ganz geschafft zu haben. Er lebt bis heute jene urkanadische Philosophie, die man in Europa leicht abschätzig auch als «smoke eater», als Rauchfresser, bezeichnet. Irgendwo auf seinem bemerkenswerten Weg ist der Visionär hängen geblieben.

    In Freiburg hat man Cadieux bis heute nicht ganz verziehen, zu Beginn der neunziger Jahre trotz Slawa Bykow und Andrei Chomutow den Titel nie an die Saane geholt zu haben. Dreimal stand Gottéron unter dem Trainer Paul-André Cadieux im Final, der SC Bern (1992) und der EHC Kloten (1993, 1994) waren jeweils besser. Cadieux, sagt man in Freiburg, habe das Geschenk der beiden Überrussen unzulänglich zu nutzen vermocht.

    Mittlerweile ist Paul-André Cadieux 75 Jahre alt. In der Nähe von Freiburg erholt er sich in einer Pflegeeinrichtung von zwei schweren Eingriffen. Wegen einer Infektion musste ihm der Unterschenkel des einen Beins amputiert werden. Nun droht er auch noch den zweiten Unterschenkel zu verlieren. Zu lange hat er die Infektion am Zeh ignoriert und sie als Lappalie abgetan, wegen der ein Cadieux nicht zum Arzt geht.

    Riccardo Fuhrer hat ihn jüngst besucht. Er sei dabei auf einen Patienten gestossen, der nichts von seiner positiven Ausstrahlung, nichts vom Kampfgeist verloren habe, der ihn zu einem der aussergewöhnlichsten Spieler in der Geschichte des Schweizer Eishockeys gemacht hat. Cadieux habe gewitzelt, die Beine müsse er nun nicht mehr trainieren. Die Arme seien wichtiger geworden. Mit ihnen werde er sich künftig fortbewegen.

    Der Weg in der Schweiz ist lang geworden

    Paul-André Cadieux wird genau hinschauen, wenn sein Sohn Jan am Dienstag mit dem Genève-Servette HC gegen den HC Lugano in die Play-offs steigt. Solange Cadieux’ Herz weiterschlägt, wird seine Lunge Eishockey atmen.

    Am 20. März 1990 bestritt Paul-André Cadieux im zarten Alter von 42 Jahren in Canazei gegen Italien sein erstes und auch letztes Länderspiel für die Schweiz. Kurz zuvor war er Schweizer Staatsbürger geworden. Und weil dem damaligen Nationalcoach Simon Schenk die Verteidiger auszugehen drohten, tauschte Cadieux seine Rolle als Assistent des Emmentalers ein letztes Mal gegen die Schlittschuhe.

    Für einen, der 1971 mehr irrtümlich in der Schweiz gelandet war und am Anfang wiederholt gesagt hatte, er werde maximal ein Jahr bleiben, ist der Weg hier ziemlich lang geworden. Und Paul-André Cadieux hat auf diesem praktisch in jedem Winkel des Landes seine Spuren hinterlassen.


    Schlaflos im Spitzensport – Die heisse Saisonphase macht das Schlafmanko noch gefährlicher
    Hohe Intensität, kurze Nächte: Diese Kombination kann schlimme Folgen haben. Wie Eishockeyspieler damit umgehen, welche Rolle Suchtmittel spielen – und was der…
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    Die heisse Saisonphase macht das Schlafmanko noch gefährlicher

    Hohe Intensität, kurze Nächte: Diese Kombination kann schlimme Folgen haben. Wie Eishockeyspieler damit umgehen, welche Rolle Suchtmittel spielen – und was der Schlafforscher rät.

    Am Dienstag beginnt in der National League das Playoff. Der Schlaf erhält für die Spieler eine noch grössere Bedeutung. Denn es wird jeden zweiten Tag gespielt, und im Gegensatz zur Qualifikation können Spiele nun «unendlich» lange gehen. Steht es nach 60 Minuten unentschieden, folgen Verlängerungen bis zum nächsten Tor. Es gab schon Partien, in denen dieses erst nach 1 Uhr fiel – beim Weltrekord-Match in Norwegen mit acht Verlängerungen fiel das Siegestor trotz relativ früher Anspielzeit von 18 Uhr gar erst um 2.32 Uhr.

    Wie soll man da einen guten Schlafrhythmus finden? Vor allem, wenn man bedenkt, dass Schlafprobleme im Eishockey verbreitet sind. Es gibt Spieler, die auch nach normalen Heimspielen erst um 2 Uhr einschlafen können, obwohl sie bereits um 23 Uhr zu Hause sind.

    Albrecht Vorster ist Schlafforscher und Leiter des Swiss Sleep House in Bern, er sagt: «Eishockey ist wahrscheinlich die Sportart mit den meisten Schlafproblemen.» Dabei bräuchten auch Hockeyspieler ausreichend Schlaf: «Sportlerinnen und Sportler benötigen tendenziell eine Stunde mehr als die Normalbevölkerung. Also eher acht statt sieben.» Beim Eishockey kämen aber viele Faktoren zusammen, die guten Schlaf erschweren.

    Der Spielplan

    In der Schweizer Meisterschaft werden alleine in der Qualifikation 52 Partien pro Team bestritten, fast alle finden abends bis spätabends statt. Danach beginnt das Playoff mit bis zu 24 weiteren Spielen. Daneben gibt es Testspiele, Champions Hockey League und Nationalmannschaft: Einzelne Spieler können von Ende August bis Ende Mai im Extremfall auf bis zu 100 Einsätze kommen.

    Was weder bei Spielern noch Medizinern für Freude sorgt, sind die in der Qualifikation regelmässig angesetzten Doppelrunden am Wochenende mit zwei Spielen innert 24 Stunden.

    Die Heimreise nach Auswärtsspielen

    Mit Davos, Lugano und Genf sind drei Clubs besonders von langen Fahrten betroffen. Da kann es vorkommen, dass das Team auch in der Qualifikation erst nach 3 Uhr zu Hause eintrifft. Schlafforscher Vorster plädiert für komfortablere Busse mit Stühlen, die sich in Liegen verwandeln lassen: «Und wenn dadurch nicht die ganze Mannschaft Platz hat, könnte man ja mit zwei Bussen anreisen.»

    Hier zeigt sich erst-, aber nicht letztmals eine Diskrepanz zwischen Wunsch und Realität. Denn vieles, das Vorster aus der Sicht des Schlafforschers als vernünftig oder notwendig ansieht, wäre mit Kosten verbunden. Auch die erwähnten Doppelrunden gibt es aus finanziellen Gründen. Bei Samstagsspielen sind die Einnahmen am höchsten. Darauf will kaum ein Club verzichten, genauso wenig wie auf ebenfalls attraktive Freitagrunden.

    Vorster empfiehlt regelmässige Einschlafzeiten, vor allem während des intensiven Playoffs. Dies liesse sich aber häufig nur mit Hotelübernachtungen realisieren – erst recht nach den Spielen mit langen Verlängerungen. Unter anderem hat der HC Davos früher mit Hotelübernachtungen experimentiert. Doch hier kommt der Faktor Gewohnheitsmensch dazu: Die Spieler schlafen lieber in ihren eigenen Betten und nehmen die späte Heimkehr in Kauf, statt im Hotelzimmer auf das Herunterfahren des Körpers zu warten.

    Und wenn wir schon bei Routinen sind: «Sportler sollten tendenziell nahe zu jenem Zeitpunkt trainieren, an dem sie auch die Leistung erbringen müssen – der Nachmittag wäre also wahrscheinlich geeigneter», sagt Vorster. Die Trainings sind aber traditionell am Vormittag, kaum ein Spieler würde das ändern wollen.

    Die legalen Suchtmittel

    Es sind nicht nur die Gewohnheiten, die einem regelmässig guten Schlaf entgegenwirken, es sind auch diverse legale Suchtmittel, die im Eishockey verbreitet sind. Da wäre der Konsum von Snus. Wie eine Umfrage dieser Zeitung letzte Saison zeigte, greifen in der höchsten Liga im Schnitt pro Team neun Spieler zum Oraltabak – also fast die Hälfte. Der Koffeingebrauch: Dieser sei im Eishockey so hoch, wie er es von keiner anderen Sportart je gehört habe, sagt Vorster.

    Der Kaffeekonsum am Morgen in der Garderobe sei das eine. Vor allem aber Koffeinshots und Ähnliches, um für die Partien hellwach zu sein, seien nicht zu unterschätzen: «Die bis zu drei Shots pro Abend entsprechen mindestens vier Tassen Espresso», erklärt Vorster. «Koffein hat zudem selbst bei austrainierten Athleten eine Halbwertszeit von drei bis vier Stunden.»

    Dazu kommt der Gebrauch von Schlafmitteln. Dieser dürfte zwar im Vergleich zu früheren Spielergenerationen in der Schweiz abnehmend sein, ist aber nach wie vor verbreitet. «Ich vermute, dass er unter Sportlern im Eishockey immer noch mit am höchsten ist», sagt Vorster. Erstmals hellhörig wurde er, als ihn ein Profispieler fragte, ob es ein Problem sei, wenn er zum Herunterfahren zusätzlich noch Alkohol trinken würde.

    Zwar sei gegen einen kurzfristigen Einsatz von Schlafmitteln aus medizinischer Sicht nicht viel einzuwenden. Aber: «Schlafmittel verbessern die Qualität nicht. Sie sorgen dafür, dass wir schneller einschlafen, die Menge an Tiefschlaf wird aber reduziert.» Und Tiefschlaf benötigen Sportler, weil dann die Wachstumshormone ausgeschüttet werden, die die Muskeln zur Regeneration brauchen. Und damit wären wir gleich beim nächsten Thema: «Leidet der Schlaf, steigt das Verletzungsrisiko», sagt Vorster.

    Der Zusammenhang zwischen Schlaf und Verletzungen

    Ist der «Schlafrucksack» dank gutem Schlaf während der ganzen Woche voll, wird der Spieler, zumindest was die Erholung angeht, auch eine Doppelrunde wahrscheinlich gut bewältigen können. Prekär wird es aber schon, wenn der Schlaf zwei, drei Nächte lang zu kurz ausfällt. Die Studienlage dazu sei leider dünn, generell gebe es nur wenig Forschung zum Thema Schlaf im Sport, sagt Vorster. «Deshalb braucht es nationale Studien darüber, wieviele Athleten zu Schlafmitteln greifen und insbesondere von welchen Arten von Schlafproblemen sie betroffen sind.»

    Dennoch gibt es deutliche Anzeichen: Wenig Schlaf ist im Eishockey besonders gefährlich, weil das Spiel derart schnell ist. Ein Schlafmanko kann zu Konzentrationsschwächen und sogar zu ganz kurzen kompletten Aussetzern führen, in der Fachsprache «Lapses» genannt. Gerade bei Checks kann das schlimme Folgen haben.

    Ein Problem ist: Die Spieler bemerken die Anzeichen der Müdigkeit häufig gar nicht. Vorster sagt, man könne durch Emotionen trotz Schlafmangel auch vieles aus dem Körper herausholen. Aber: «Ob es längerfristig gesund ist, ständig die Reserven anzuzapfen, ist eine andere Frage.»

    Die körperlich bedingten Schlafstörungen

    Was den Spielern vielleicht gar nicht bewusst ist: Der Grund für Schlafprobleme kann auch organischer Natur sein. «Sie sind, ähnlich wie Boxer oder Schwinger, anfällig für Schlafapnoe», sagt Vorster. «Je mehr Muskelmasse man beim Nacken hat und je enger damit die Atemwege sind, desto häufiger kommt es zu Atemaussetzern im Schlaf.»

    Der frühere Schwinger Matthias Sempach sorgte vor acht Jahren für Schlagzeilen, als er seine Schlafapnoe öffentlich machte. Vorster schätzt, dass bis zu 20 Prozent der Eishockeyspieler davon betroffen sind. Entsprechend könnten sie mit den gängigen Mitteln wie Überdruckmaske, Kiefer-Protrusionsschiene oder Positionstherapie-Geräten zur Rückenlage ihren Schlaf verbessern.

    Ähnliches gilt für das Restless-Legs-Syndrom, kurz RLS. Das Ziehen, Zerren, Kribbeln oder ein genereller Bewegungsdrang in den Beinen wird bei Sportlern mitunter als Krampf und Muskelschmerz abgetan. «Rund 7 Prozent der Bevölkerung leiden an RLS», sagt Vorster. Entleerte Eisenspeicher und übermässige Bewegung tagsüber können das Syndrom verstärken. «Häufig wissen die Sportler gar nicht, dass sie RLS haben», sagt Vorster. «Sie merken nur den Drang zur Bewegung mit den Beinen beim Liegen.» Natürlich stört auch das beim Einschlafen: «Das kann die Ursache einer bis zu einer Stunde längeren Einschlafzeit sein.» Auch hier gilt: Bei RLS ist Hilfe möglich.

    Was hilft für besseren Schlaf? Und was nicht?

    Es ist individuell, wie viel Schlaf vonnöten ist. «Die Schlafenszeit ist zudem keine private Entscheidung», sagt Vorster. Darum würden Athletinnen und Athleten, teilweise wohl unbewusst, ihre Sportart auch nach ihrem Chronotyp auswählen: «Triathleten sind eher Morgenmenschen, Fussballer und Eishockeyaner eher Abendmenschen.»

    Fehlt der Schlaf in der Vornacht, empfiehlt Vorster etwas, was viele Spieler bereits tun: den Power Nap. «Je nach Typ reichen bereits 15 Minuten», sagt Vorster. Ein Power Nap bringe Energie für die nächsten drei Stunden, ein längerer Mittagsschlaf könne auch dafür sorgen, dass der Körper «vorgeschlafen» hat und erst später müde wird – ein willkommener Effekt am Spieltag. «Wichtig ist aber, dass zwischen Schlaf und Match mindestens drei Stunden liegen.» Dies, weil nach einem längeren Mittagsschlaf, bei dem der Körper in den Tiefschlaf gehen kann, mindestens zwei Stunden vonnöten sind, bis er wieder volle Leistung bringen kann.

    Will in der Nacht nach dem Spiel der Schlaf nicht kommen, plädiert Vorster für Geduld: «Erst ins Bett gehen, wenn man gähnt und merkt, dass man jetzt einschlafen kann.» Simple Routinen, die dem Körper den Schlaf ankündigen, seien empfehlenswert, selbst wenn es bloss um den Placeboeffekt gehe: «Zudem kann eine Atemmeditation von fünf Minuten den Körper schneller runterbringen als 30 Minuten Fernsehen.»

    Apropos TV: Da will Vorster mit einem Mythos aufräumen: «Blaues Licht von Bildschirmen ist weniger ein Problem – sonst würden wir ja nie vor dem Fernseher einschlafen.» Es gehe um den Inhalt, und hier hat er einen Tipp, der wohl für alle nützlich ist: «Es sind vor allem die sozialen Medien, mit denen wir uns die Claqueure und Hater ins Schlafzimmer holen.»

    Ich dachte ja immer dass ZSC/DEGShanahan der grösste ZSC Fan in Deutschland ist aber gemäss aktuellem Lions Magazin ist das Jörg Müller von den Schwenninger Wild Wings…

    Ach ja und zum nörgeln und von wegen wie aktuell unsere Social Media/Internet Kanäle sind, online ist die aktuellste Ausgabe die vom Dezember… die vom März ist noch nicht online.

    Gemäss SL hätte man auch bei noch offenem Transferfenster niemanden geholt. Begründung: das Geld sitz nicht mehr so locker und man hat volles Vertrauen in J. Meier.

    Die Entlassung von RG kostete auch einiges… wieviele Patronen hat jetzt SL eigentlich noch? 3? Diese Saison und dann nochmals 2?

    Die ZSC Lions und ihr Eishockeystadion – Meister in Energieeffizienz
    Die Swiss-Life-Arena ist das modernste Eishockeystadion der Schweiz und ein energietechnisches Wunder. Die Kältemaschinen funktionieren mit lokalen,…
    live.nzz.ch


    Die ZSC Lions und ihr Eishockeystadion – Meister in Energieeffizienz

    Die Swiss-Life-Arena ist das modernste Eishockeystadion der Schweiz und ein energietechnisches Wunder. Die Kältemaschinen funktionieren mit lokalen, klimafreundlichen Ressourcen. Der Energieverbund Altstetten und Höngg beliefert rund 30 000 Haushalte mit umweltfreundlicher Wärme. Die 60-minütige Führung ermöglicht einen Blick hinter die Kulissen der Arena – ausserdem können Sie auf der Spielerbank Platz nehmen, durch den Spielertunnel laufen sowie die Trainingshalle bis hin zu den Garderoben besichtigen. Erleben Sie die Homebase der ZSC Lions hautnah und tauchen Sie in die faszinierende Klubgeschichte ein.

    Im Anschluss findet im Restaurant «Sportbar» ein Gespräch zwischen dem NZZ-Redaktor Urs Bühler und Michael Schneider, Architekt und Leiter des Zürcher Büros von Caruso St John, statt, bei dem ein Apéro riche serviert wird.

    Ablauf

    17.45 Uhr Treffpunkt Hockey Ochsner Sport (Seite Autobahn)

    18.00 Uhr Führung in der Swiss Life Arena

    ab 19.15 Uhr Gespräch mit Michael Schneider, Architekt und Leiter des Zürcher Büros von Caruso St John, mit anschliessendem Austausch und Apéro riche

    ZSC-Legenden im Interview – «Ich fiel fast in Ohnmacht, konnte kaum reden»
    Severin Blindenbacher (39) und Andri Stoffel (38) wurden in der Swiss-Life-Arena auf Bannern verewigt. Ein Gespräch über Freuden und Leiden von Hockeyprofis.
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    «Ich fiel fast in Ohnmacht, konnte kaum reden»

    Severin Blindenbacher (39) und Andri Stoffel (38) wurden in der Swiss-Life-Arena auf Bannern verewigt. Ein Gespräch über Freuden und Leiden von Hockeyprofis.

    «Komm, gehen wir fürs Interview ins Venus Bistro», schlägt Severin Blindenbacher vor. Das Lokal in Oerlikon ist das Herzensprojekt von Mathias Seger, dem Freund und langjährigen ZSC-Kollegen von Blindenbacher und Andri Stoffel. Zum Brunch gibts gebeizten Lachs auf Toast und eine Oat Bowl mit Granola. Zwischendurch schaut der Chef kurz rein, mit einer Stirnlampe am Kopf, weil er gerade den oberen Stock des früheren Sexkinos am Umbauen ist. Da soll ein Kulturzentrum entstehen.

    Wie fühlt es sich an, mit einem Banner in der Swiss-Life-Arena verewigt zu sein?

    Blindenbacher: Natürlich bin ich megastolz. Es ist eine Riesenehre.

    Stoffel: Was mir recht einfährt, ist die Dimension. Dass das Banner jetzt einfach dort oben hängt, für immer. Oder zumindest bis auf weiteres. Das ist schon emotional.

    Blindenbacher: Voll.

    Sie waren vor dem Spiel gegen Davos, als Sie geehrt wurden, noch in der Kabine beim Team. Wie war das?

    Blindenbacher: Total surreal. Ich fiel fast in Ohnmacht, konnte kaum reden. Mich holte alles nochmals ein. Die Hälfte der Mannschaft kenne ich ja. Ich liebe diese Dudes. Wir haben zusammen Meisterschaften gewonnen. Ich war nach meinem Rücktritt auch sonst schon in der Garderobe gewesen. Aber nie vor einem Spiel. Crawford stellte uns vor, megaherzig, übergab uns das Wort. Da schluckte ich leer.

    Stoffel: Die Mannschaft wusste ja nicht, dass wir kommen würden. Wir kamen in die Garderobe, als die Mannschaft schon fokussiert war. Das erinnerte mich an meine Zeit, wie es für mich war kurz vor den Spielen, wenn ich mich konzentrierte.

    Inzwischen ist Marc Crawford, den Sie beide mehrere Jahre erlebt haben, wieder der ZSC-Coach. Haben Sie sich gefreut, als er zurückkehrte?

    Stoffel: Ich dachte, dass er der Mannschaft guttun würde. Am Anfang hatten sie zwar auch mit ihm Mühe, aber jetzt sind sie am Kommen.

    Blindenbacher: Ich freute mich. Ich fand immer, dass Crawford gut nach Zürich passt mit seinem Stil und seiner Persönlichkeit. Ich glaube, die Mannschaft brauchte diesen Wechsel. Er ist ein Freak im positiven Sinne. Er unternimmt alles, um dich individuell besser zu machen, pusht dich im Training.

    Stoffel: Er gibt den Tarif durch.

    Blindenbacher: Wenn er destruktive Tendenzen im Team sieht, spricht er die sofort an, vor allen. Und er ist fair. Jeder bekommt bei ihm eine Chance. Mir gefielen auch immer die taktischen Details, die er reinbrachte. Er lässt ein attraktives Eishockey spielen.

    Wenn Sie in der neuen Swiss-Life-Arena Spiele mit 12’000 Zuschauern erleben, denken Sie manchmal: Da wäre ich auch noch gerne dabei gewesen?

    Stoffel: Einerseits denke ich, dass es schon cool gewesen wäre. Andererseits ist es bei mir eine Weile her (er trat 2015 zurück). Meine Zeit als Spieler ist schon weit weg. Ich freue mich für den Club, dass es geklappt hat mit dem Stadion.

    Blindenbacher: Die ganze Organisation hat nochmals einen Riesensprung gemacht. Auch vermarktungstechnisch, wie die Spieler präsentiert werden, wie sie den Fans zugänglich gemacht werden. Früher gab es gar keine Berührungspunkte mit uns Spielern.

    Was vermissen Sie am meisten aus Ihrer Zeit als Hockeyprofi?

    Blindenbacher: Den Lohn. (lacht)

    Stoffel: Das Mittagsschläfchen. Oder wenn man einem einen Crosscheck versetzen konnte, wenn er einem nicht passte.

    Blindenbacher: Definitiv.

    Stoffel: Spass beiseite. Für mich ist es die Garderobe, der Zusammenhalt in der Mannschaft, die Leute, die ich am meisten vermisse. Mehr noch als den Sport.

    Blindenbacher: Ich fand den Lifestyle als Hockeyprofi schon immer recht cool. Du bist in Topform. Und ich liebte das Spiel. Das Adrenalin. Das Gewinnen und Verlieren. Ich spielte immer gerne. Das vermisse ich noch mehr als das Teamleben.

    Haben Sie etwas gefunden, um das Adrenalin zu ersetzen?

    Stoffel: Ich habe es nicht ersetzt. Aber es fehlt mir auch nicht. Man gewöhnt sich an einen neuen Lebensrhythmus. Früher war es so: Am Donnerstagabend gegen Davos zählt es, du hast immer diese Highlights und kriegst sofort ein Feedback. Das fällt in der normalen Arbeitswelt weg. Irgendwann gewöhnst du dich daran. Ich ging nie Fallschirmspringen, um das Adrenalin auf andere Art zu erzeugen.

    Blindenbacher: Beim Athletes Network habe ich schon Momente, die Adrenalin erzeugen. Wenn ich vor Mannschaften hinstehe und uns präsentiere. Oder wenn ich an unseren Events auf der Bühne rede. Das ist schon ein Nervenkitzel. Was ich noch sagen möchte: Gegen das Ende der Karriere hatte ich immer mehr Mühe, mich für die Spiele in den optimalen mentalen Zustand zu bringen. Dieses innere Feuer zu entfachen.

    Wieso?

    Blindenbacher: Wegen der Routine. Du hast alles schon einmal erlebt. Ich musste mich mental extrem pushen, um da hinzukommen. Schon am Tag zuvor begann ich mit Visualisieren. Es gibt Spieler, die brauchen das gar nicht. Aber ich musste immer darauf bedacht sein, in diese Zone zu kommen. Sonst spielte ich nicht gut.

    «Wenn man einen Meistertitel gewinnt, schweisst das zusammen. Je mehr Erfolge wir feierten, desto mehr wurde der Kern gestärkt.»
    Andri Stoffel

    Severin Blindenbacher, Sie sind der Götti der Tochter von Andri Stoffel und von einer Tochter von Mathias Seger. Sie beide pflegen immer noch rege Kontakte zu Zürcher Ex-Teamkollegen. War die Verbundenheit beim ZSC zu Ihren Zeiten besonders gross?

    Stoffel: Wir hatten einen Kern von Spielern, die lange in Zürich spielten. Da bildeten sich viele Freundschaften. Man wird aber auch geprägt durch die Erlebnisse. Wenn man einen Meistertitel gewinnt, schweisst das zusammen. Dann hat man eine andere Basis. Das wurde zu einer Stärke der Mannschaft. Und je mehr Erfolge wir feierten, desto mehr wurde der Kern gestärkt.

    Blindenbacher: Leader zu sein, ist aber auch nicht immer einfach. Manchmal muss man auch einen Teamkollegen kritisieren vor der ganzen Mannschaft. Wir hatten die Verantwortung für das Team. Die Ausländer übernehmen sie nicht. Die kommen hierher, um Tore zu schiessen. Es liegt am Kern. Und weil wir gut miteinander auskamen, entstand auch privat etwas.

    Vergisst man das nie mehr, wenn man zusammen Meister geworden ist?

    Blindenbacher: Nein, das vergisst man nie mehr. Die Krisen vergisst man eher. (lacht)

    Stoffel: Das glaube ich auch. Wenn man Spieler trifft, die man Jahre nicht mehr gesehen hat, ist es schnell wieder so, als hätte man gerade gestern noch zusammengespielt.

    Blindenbacher: Wir haben auch immer investiert ins Team. Wir tranken auch einmal ein Bier zusammen oder zwei, gingen in den Ausgang. Das machte es auch aus.

    Gibt es nun einen Chat der Ehemaligen? Trifft man sich ab und zu?

    Stoffel: Wir haben einen kleinen Kern von Freunden, treffen uns regelmässig. Andere sieht man nur noch sporadisch. Aber Severin hat nun gerade ein Alumni-Netzwerk ehemaliger ZSC-Spieler ins Leben gerufen. Die Idee ist, dass man sich zwei-, dreimal im Jahr trifft. Aber erzähl du!

    Blindenbacher: Es gibt ja die Initiative des Sponsorenclubs Club 21, der einmal im Jahr Ehemalige einlädt. Ich fand: Wenn wir von Oerlikon nach Altstetten ziehen, muss etwas passieren mit den Ehemaligen. Man kann nicht nur ihre Bilder an die Wand malen. Also suchte ich das Gespräch mit den Verantwortlichen des Club 21 und der ZSC Lions. Ich schrieb ein Konzept, schickte es Andri, Seger und Bühler. Ich definierte fünf Kriterien, die Spieler müssen drei davon erfüllen, damit sie in dieses Netzwerk aufgenommen werden. Wir haben mit dem ZSC abgemacht, dass sie uns für ein Qualifikationsspiel und nun für ein Viertelfinalspiel Tickets geben, damit wir uns am Match treffen können.

    Wie viele sind dabei?

    Blindenbacher: Ich glaube 48. Es reicht zurück bis 2000. Und dann haben wir noch acht verdiente Spieler aus der Steinzeit dazugenommen. Ich bin überzeugt, dass das megaviel Potenzial hat und für den ZSC auch vermarktungstechnisch wertvoll sein kann. Die Vergangenheit ist die Seele des Clubs.

    Stoffel: Die Spieler haben Freude daran. Aber es braucht jemanden, der das organisiert. Es braucht ein Gefäss. Das wollen wir schaffen. Im Winter gehen wir ein Spiel schauen, im Sommer essen wir zusammen eine Bratwurst und haben einen lustigen Abend.

    Interessant sind die unterschiedlichen Wege, die verschiedene Ex-Spieler eingeschlagen haben. Sie, Severin Blindenbacher, gründeten das Athletes Network mit. Sie, Andri Stoffel, arbeiten bei der Fifa. Roman Wick betreibt eine Bar und Escape-Rooms. Mathias Seger das Restaurant, in dem wir gerade essen. Wie erklären Sie sich, dass die Wege so unterschiedlich sind?

    Stoffel: Es gibt alles. Viele bleiben im Eishockey. Wie Bastl, Micheli, Zeiter, Salis, Alston. Das ist der grösste Teil. Aber es ist schon so: Jeder muss sich eine neue Beschäftigung suchen, und das kann in alle Richtungen gehen.

    Blindenbacher: Was lustig ist: Viele wollen Trainer werden. Aber nach zwei Jahren merken sie: Als Trainer muss ich morgens um 7 Uhr den U-13-Spielern beibringen, rückwärts zu übersetzen.

    Stoffel: Und am Samstag und Sonntag bist du voll engagiert.

    Blindenbacher: Genau. Was mir Thierry Paterlini sagte, der übrigens in Langnau einen super Job macht: Als Spieler gehst du nach dem Spiel nach Hause und musst dich um nichts mehr kümmern. Aber der Trainer ist konstant unter Druck. Das Karussell dreht sich ständig. Wie viele Trainer wurden diese Saison entlassen? Sieben, glaube ich.

    Trainer zu werden, war für Sie also nie ein Thema?

    Stoffel: Für mich nicht.

    Blindenbacher: Ich hatte ausschliesslich Toptrainer, die mich förderten und forderten. Jursinow, Horacek, Hybler, aber auch Hansjörg Egli ganz am Anfang in Bülach. Eigentlich sollte man ja schon etwas zurückgeben. Ich bin momentan noch nicht so weit, aber ich könnte mir vorstellen, einmal in der Woche die Junioren zu trainieren.

    Stoffel: Das wäre für mich auch denkbar. Aber nicht, das ganze Wochenende auf der Eisbahn zu sein. Ich schätze die freien Wochenenden.

    Blindenbacher: Den Jungen die Schönheit des Spiels weiterzugeben, das wäre schon wichtig.

    Sie erlebten drei Meistertitel gemeinsam, 2008, 2012 und 2014, und den Champions-League-Sieg 2009. Welcher Triumph ist Ihnen am meisten geblieben?

    Blindenbacher: Der erste Meistertitel war schon der schönste.

    Stoffel: Für mich war er recht speziell: Ich kugelte mir im Final gegen Servette die Schulter aus und erlebte das entscheidende Spiel neben der Spielerbank. Alle Titel waren einzigartig. Der zweite mit dem Last-Second-Tor von McCarthy in Bern. In Kloten war es auch genial mit dem Penalty von Nilsson.

    Blindenbacher: Stimmt.

    Bekamen Sie Meisterringe?

    Stoffel: Ja, wir bekamen jeweils Ringe. Riesendinger. Die kannst du nicht anziehen. Die verstauben irgendwo in einem Schrank.

    Blindenbacher: Keine Ahnung, wo die sind.

    Und wie war die Champions League?

    Blindenbacher: Die war natürlich auch genial. Wir hatten einen solch guten Spielplan, dass wir nach jedem Auswärtsspiel in den Ausgang gehen konnten und mit den Fans feierten. In Linköping, Prag, Helsinki. Dann mussten wir ja für den Final nach Rapperswil ausweichen. Die Atmosphäre da war unglaublich. Die Russen rieben sich die Augen, so laut war es. Die konnten gar nicht mehr spielen.

    Stoffel: Da war ich auch verletzt. Leider. Aber ja, was für eine Stimmung!

    «Die Stunden vor dem Spiel, bis es endlich losgeht. Das machte mich fertig.»
    Severin Blindenbacher

    Was vermissen Sie gar nicht vom Profidasein?

    Stoffel: Die Verletzungen, die Schmerzen …

    Blindenbacher: … den Druck. Und die viele tote Zeit. Die Stunden vor dem Spiel, bis es endlich losgeht. Das machte mich fertig. Andere wären gerne schon fünf Stunden vor dem Match im Stadion gewesen, um ihre tausend Dinge zu machen. Ich hockte einfach herum und wartete.

    Stoffel: Das störte mich weniger. Die Schmerzen waren definitiv nicht angenehm.

    Wie fühlt sich Ihr Körper heute an?

    Stoffel: Nicht schlecht, aber ich spüre schon noch einiges. Im Alltag kann ich mich gut arrangieren. Aber ich gehe nicht joggen wegen der Knie, kann nicht Padel spielen wegen der Schulter. Hockey geht lustigerweise. Ich spiele nun bei den Senioren B beim EHC Glattbrugg.

    Auf welcher Position?

    Als Verteidiger. Meine Rolle hat sich nicht gross verändert. (lacht)

    Wie geht es Ihnen nach sieben Gehirnerschütterungen, Severin Blindenbacher?

    Blindenbacher: Recht gut. Ich merke kaum noch etwas. Aber mein Körper brauchte recht lange, um sich zu adaptieren nach der Karriere. Als Athlet sind bei dir gewisse Muskelpartien überdimensioniert. Und du bist immer am Feuerlöschen während der ganzen Karriere. Das kannst du auch. Du hast die Leute, die sich um dich kümmern. Du kannst bei den Ärzten und Physios einfach reinlaufen. Plötzlich hast du das nicht mehr.

    Welchen Sport betreiben Sie heute?

    Blindenbacher: Ich jogge, gehe ins Gym, spiele leidenschaftlich gerne Padel.

    Mit Standardpartner Roman Wick?

    Ich spiele oft mit Wick. Aber ich glaube, wir zwei haben noch keinen Match gewonnen. Das können Sie schreiben. (lacht) Wir sind eine Gruppe von Freunden, die alle gleichzeitig begonnen haben. Wir sind nun alle auf einem ähnlichen Niveau. Es macht total Spass.

    «Lukas Flüeler gratulierte, dann sagte er: Unsere Banner hängen zwar oben, aber wir bezahlen immer noch sechs Franken fürs Bier.»
    Andri Stoffel

    Nun, da Sie beide Ihr Banner unter der Hallendecke haben, brauchen Sie da noch Tickets für die Spiele? Oder genügt es, dass Sie Ihre Gesichter zeigen?

    Stoffel: (lacht) Ich kann anrufen, dann bekomme ich ein Ticket. Lukas Flüeler war auch am Match, als wir geehrt wurden. Er gratulierte, dann sagte er: Unsere Banner hängen zwar oben, aber wir bezahlen immer noch sechs Franken fürs Bier. Das kann ich bestätigen. Im Playoff werde ich sicher viele Spiele schauen gehen.

    Blindenbacher: Letztes Jahr war ich im Playoff immer dabei an den Heimspielen. Im Final wäre ich besser einmal runtergegangen und hätte ihnen gesagt, sie sollten nicht immer die gleichen dummen Strafen verursachen. Das hat sie den Meistertitel gekostet. Wenn sie wieder im Final sind, gehe ich in die Kabine. Wir haben zwei Businesskarten mit dem Athletes Network gekauft. Natürlich gehe ich oft schauen.

    Welche Träume haben Sie noch, nun, da Ihr Konterfei in der Swiss-Life-Arena hängt?

    Stoffel: Ein zufriedenes Leben führen und etwas Sinnvolles machen. Aber ich kann jetzt keine spezifischen Ziele nennen.

    Fifa-Präsident werden?

    Stoffel: (lacht) Eher nicht.

    Blindenbacher: Irgendwann steht bei mir die Familienplanung an. Ein bisschen runterkommen. Stoffel ist schon länger zurückgetreten als ich, er ist da schon weiter.

    Der amtierende Cheftrainer der Schweizer U20-Nationalmannschaft Marco Bayer wechselt auf die Saison 2023/24 als Headcoach zu den GCK Lions. Der 50-Jährige erhält einen Zweijahresvertrag und ersetzt Michael Liniger, der die Lions-Organisation verlassen wird.

    Gute Sportchefs habe nur Ambri und Rappi (gemäss Forum). Weil beide aus den Möglichkeiten das Maximum herausholen. Vor allem Ambri….. :suff:

    im Verhältnis zum Budget macht Rappi schon einiges richtig.

    Nun ja bei SL wird sich in den nächsten Wochen zeigen ob die Patrone sass oder eben nicht. Obschon ich bezweifle das ein 1/4 Finale Out irgendwelche Konsequenzen mit sich ziehen würde.

    dann wäre

    es spannenden zu sehen was diese Nörgler zu den Sportchefs in Lausanne, Lugano und Bern sagen.

    Bern war in den letzten 10 Jahren was Titel anbelangt erfolgreicher.

    Bei Lausanne und Lugano stimme ich Dir aber überein. Lustig das diese beiden Teams eine Fanfreundschaft haben - es verbindet sie wohl die Erfolglosigkeit.

    Aber nur weil es andere noch schlechter machen heisst dies nicht das man es selber gut macht….

    GetränkE - also Mehrzahl? In welchem Behälter und wie gross?

    Denn let's face it - normalerweise kannst du Petflaschen etc. nicht ins Stadion mitnehmen. Beim Essen drücken die Kontrolleure ein Auge zu,

    auch wenn sie die Order haben kein Essen ins Stadion zu lassen. Ausser du bist natürlich ein ganz Spezieller u/o du gehst nicht regelmässig

    ins Stadion. Oder du konsumierst alles draussen vor dem Spiel.

    Ins Letzi bringst Du problemlos 2-3 Hülsen…. Gerade bei Hochrisikospielen wo es kein Bier gibt. In der SLA wohl schwieriger.