[quote='Rangersfan','https://forum2.zscfans.ch/index.php?thread/&postID=123949#post123949']
[quote='zuercher_sc','https://forum2.zscfans.ch/index.php?thread/&postID=123948#post123948']
Es ist halt einfach spannend, dass die kritischsten Stimmen zum Vorgehen in einer medizinischen Krisensituation von Personen wie dem Herrn Präsidenten einer “Progress Foundation” kommen…
Der Artikel mag eloquent geschrieben sein, die Basis der Argumentation ist aber doch eher dünn. Er schreibt, dass in den USA ohne Gegenmassnahme 500,000 - 10 Millionen Tote zu erwarten seien und bezeichnet dies als “grosse Spannweite”. Ok, wo ist das Argument? Einfach mal machen und hoffen, dass die Zahl dann eher im unteren Bereich liegt?
Dann argumentiert er, dass "Die Kollateralschäden der Bekämpfung nie grösser sein dürfen als das Übel, das man bekämpft”. Er impliziert also zu wissen oder zumindest anzunehmen, wie gross die Kollateralschäden sein werden, wie gross das Übel sein wird und dass sich hier ein Missverhältnis anbahnt. Da lehnt er sich, Stand heute, ziemlich weit zum Fenster raus! Wir wissen es nicht und leben in einer Situation, die wir so noch nie erlebt haben. Wir wissen nicht einmal, wie viele Mutationen dieses Dings momentan im Umlauf sind und wie der Virus weiter mutieren könnte. Darum bin ich bei “wohl überlegten” Meinungen von Ökonomen zum Thema Coronavirus verhalten euphorisch.
Für mich ist darum der Versuch diesen Virus so gut wie möglich einzudämmen und die Entscheidung (apolitischen) Experten zu überlassen, der einzig richtige. Ich selber gehöre absolut nicht der Risikogruppe an und die Krise wirkt sich auf mein Leben doch sehr einschneiden ein. Ich sehe das ganze ziemlich Rational als ein Opfer, dass ich momentan bringen muss, um meinen Freunden, Angehörigen und allen Menschen die ich nicht kenne und zur Risikogruppe gehören zu helfen, dieses Virus zu überleben. Stichwort Eigenverantwortung. Aus dem selben Grund fahre ich nicht besoffen Auto oder mit 200km/h über die A1, falls wir beim abstrusen Vergleich von Autofahren und Coronavirus bleiben wollen, obschon dieser meiner Meinung nach absolut null Sinn macht.
Versteht mich nicht falsch, kritisches denken ist angebracht, immer. Die Diskussion um die Verschuldung von Staaten und der Haushalte finde ich absolut spannend und wichtig. Ich staune immer wieder, wie viele Leute nicht verstehen wollen, dass unser globales Finanzsystem nur dank kranker Hirngymnastik am Leben erhalten werden kann und wir unsere Rechnungen in 20-30 Jahren wohl nicht mehr mit Franken oder Dollar bezahlen werden...
Für mich tönt der Artikel in der NZZ mehr nach einem Hilfeschrei eines Hardcore Kapitalisten der “sein” System und seine Ideologie durch eine saisonale Grippe gefährdet sieht. Ich würde mich selber als Kapitalisten bezeichnen, sehe aber halt einfach seit Jahren, wie die Auswüchse des Kapitalismus, gerade in den USA, ziemlich feste am eigenen System sägen. Und dass der Markt halt doch nicht alles regeln kann und will. Zum Beispiel wenn sich die Banken verzocken oder das Militär Geld brauch. Dann sind wir ja gerne ein Bisschen kommunistisch veranlagt, gelle?
Meine Hoffnung ist, dass wir uns nach der Krise mal hinterfragen, was für ein hirnverbrannt blödes System wir aufgebaut haben, dass sich so einfach aus der Bahn werfen lässt. Und ja, ggf. auch dass wir pro Tag 25,000 Menschen an den Folgen von Hunger verrecken lassen. Das ist halt dann halt eben wieder mehr eine unangenehme Begleiterscheinung, Sprichwort Medien, Panikmache und so.
Meiner Meinung nach ist es zu früh für Manöverkritik. Ich hoffe inständig (vor allem für unsere Freunde wie dich RangerFan, du scheinst in den USA zu leben), dass sich El Presidente Trump in diesem Fall wirklich als stable Genius hervortun kann und die Kirchen an Ostern proppenvoll sein werden. Leichte Zweifel sind angebracht.
In diesem Sinne gut Gesundheit euch allen und nehmt die Möglichkeit für ein Bisschen "Soul Searching” war, Zeit haben wir ja genügen...