Pittsburgh Penguins 1 @ Nashville Predators 4
Die Hymne vor dem Match sang nicht eine heimische Country Legende, sondern ein Seasonticketholder mit einem Fiala Shirt. Der machte seine Sache sicher nicht schlecht, aber halt auch nicht so gut, wie ein Profi. Scheinbar hätten sich verschiedene Nashville Musiker als Sänger beworben, aber man will wohl vermeiden, gewisse Parteien zu bevorzugen. Denn, das ist ja auch klar, dass ein Music Star, der dort im Stadion aufläuft und singt, damit für sich selber allerbeste Publicity machen würde. Speziell jetzt in dieser euphorisch geprägten Stanley Cup Finalphase. Bref….
Weit mehr Rasse, als Klasse zu Beginn dieses wichtigen Finalspiels. Die Zweikämpfe wurden von allem Anfang verbissen, hart und beidseitig konsequent geführt. Vor lauter ‘wir dürfen den Gegner einfach schon gar nicht ins Spiel kommen lassen’, resultierte der 1. Torschuss erst nach ziemlich genau 5 Spielminuten. Der wenig platzierte Schuss eines Pinguins bereitete Pekka Rinne kein Problem. Auf der anderen Seite dann der erste Schuss aufs Tor nach 7 Minuten. Ein Nashville Stürmer ging in der Mitte vergessen, er konnte frei abziehen, traf aber nur den Schoner von Matt Murray.
Eine Strafe gegen Hornqvist wegen Beinstellen brachte nichts ein. Nicht mal einen Schuss aufs Tor! Doch dann fiel gleichwohl der Führungstreffer für das Heimteam. Die Preds wirbeln im Angriffsdrittel, ein Schuss aufs Tor kann vom Goalie abgewehrt werden, doch der Rebound verwertet Jarnkrok geistesgegenwärtig. 1:0 Nashville. Es verbleiben nur noch 4 Minuten bis zur ersten Pause, als ganz unerwartet die Penguins zum Ausgleich kommen. Ein Puck wird durch ihre Verteidigung abgefangen, Steilpass von Dumoulin zum in Stellung laufenden Crosby, der allein auf Rinne loszieht. Dieser vermutet einen Schuss, geht runter, macht mittig zu, doch Crosby wäre nicht Crosby, wenn er in dieser Situation nicht noch einen Trick auf Lager hätte. Statt zu schiessen, zieht er nach rechts und umspielt den Netminder zum 1:1. Eine Überzahl für die Pens bringt ihnen, zumindest vorläufig, nichts ein. 1. Pause
1:18 min muss Nashville im 2.Drittel noch in Unterzahl spielen, welche sie problemlos überstehen. Sidney Crosby gewinnt am linken Flügel ein Duell gegen Josi, passt nach innen, wo – wär ächt? – Jake Güntzel natürlich, bereitsteht, die Scheibe direkt abnimmt, aber Rinne wehrt mirakulös. Danach zieht Chris Kunitz alleine gegen das Nashville Tor, er nun mit dem Versuch, dem Goalie den Puck zwischen den Schonern ins Netz zu zaubern. Aber Rinne lässt das nicht zu. Im Gegenzug dann ein Buebetrickli von Frederick Gaudreau, nicht zu verwechseln mit dem amerikanischen Wirbelwind Johnny Gaudreau der Calgary Flames, Murray im Tor scheint den Save das abends zu realisieren. Doch die TV Wiederholung zeigt, dass die Scheibe die Linie überschritten hat. 2:1 für die Predators. Wow! Die Pittsburgh Penguins bleiben gefährlich. Sie führen mit ihren sauber aus der Abwehr heraus aufgebauten Angriffe die feinere Klinge. Crosby setzt sich, da schneller als Ellis, erneut durch, doch wie durch ein Wunder kann die Nashville Verteidigung inklusive Goalie dem Puck den Eintritt ins Tor verwehren. Wiederum war der andere 59er, der Günzeler, am Schluss der Gefahrenherd. Unglaubliche Szene! Dureschnuufe……
Kurz darauf brilliert die gelbe Verteidigung beim Aufbau eines Gegenangriffs gleichwohl: Josi, Neal und im Fallen, einhändig, Captain Fisher lenken die Scheibe jeweils steil nach vorne, Viktor Arvidsson läuft alleine Richtung Murray…. und bezwingt ihn zum 3:1! Danach, bis zum Ende des 2. Drittels, sind die Predators, fast wie in einem Spielrausch, von den Penguins kaum mehr aus ihrem Verteidigungssdrittel mehr herauszubekommen. Volle Belagerung des Pittsburgh Goals durch selbstbewusste Nashville Predators. Doch PIT kommt um einen weiteren Verlusttreffer herum. 2. Pause. Die Stimmung im Stadion und davor…… just try to imagine.
Doch natürlich ist der Sieg noch nicht in trockenen Tüchern. Aber es steht, wie im PO Spiel Nummer 3, nach zwei Dritteln 3:1 für das Heimteam aus der Music City. (Hmmm, es ist bereits nach 4 Uhr morgens….!)
Nach 4 Minuten im 3. Spielabschnitt wird Forsberg, ganz alleine in der Mitte, angespielt, jedoch war er schon fast zu nahe am Tor, bzw. am gegnerischen Torhüter, der seinen Schuss abblocken kann. Es sieht nicht danach aus, dass der Match noch einen Komplettumsturz erfahren sollte. Die Penguins versuchen zwar alles, den Rückstand zu verkürzen. Lancieren Angriff um Angriff, aber die Abwehr der Predators steht gut. Und selbst kommen sie immer wieder zu gefährlichen Gegenstössen. Der Match wogt hin und her und an Goalszenen fehlt es beileibe nicht in diesem Drittel. Schliesslich schiesst Filipp Forsberg 3 Minuten 24 vor Schluss von ganz hinten den Puck ins leere Tor zum 4:1 Schlussresultat. Murray hatte seinen Kasten bereits verlassen. Das war die definitive Entscheidung.
Die Predators lieferten erneut ein ganz tolles Spiel ab. Voll engagiert, bis zum Umfallen kämpfend. So möchte ich einmal den ZSC in einem wichtigen Playoff Match sehen! Verdienter Sieg, wenngleich ich verstehe, wenn die Pittsburgh Penguins sich diesmal über mangelndes Wettkampfglück beklagen würden.
Noch ein Wort zu den Schiris: Ein solcher Match ist alles andere als leicht zu leiten. Praktisch bei jedem Zweikampf kommen Unsauberkeiten vor. Aber sie leiteten das Spiel so etwas von souverän, dass man nur gratulieren kann. Auch zu sagen gilt, dass die Grundhaltung der Spieler – bei allem Einsatz und selbst in einem Stanley Cup Final – sportlich und fair ist. (Die wenigen Ausnahmen bestätigen die Regel.)
Donnerstagnacht geht’s weiter, Match 5 wieder in Pittsburgh.
Es ist jetzt 05:22, good night.