Aus der Ferne betrachtet denke ich, dass einer der grossen Unterschiede zwischen den Spielern in der NHL und in der Schweiz die grundsätzliche Einstellung der Profis zu ihrer Arbeit ist. Will ja jetzt nicht persönlich werden, aber was man teilweise in Schweizer Quali-Spielen an Engagement, Lauf- und Zweikampfbereitschaft gewisser Spieler (mit klingenden Namen) sieht, kommt in der NHL schlicht und einfach nicht vor! Hier wissen sie, dass sie in der HIerarchie relativ weit oben stehen und ihnen, ich sag dem jetzt mal "nichts passieren kann". Sie verfügen über einen guten Vertrag und hungrige Spieler, die von hinten "drücken" und ihnen den Platz streitig machen könnten, gibt es (zu) wenige bis keine. Zwischendurch wieder mal eine Kiste oder zwei, einige gelungene Pässli - und gut ist.In Nordamerika ist dies anders. Da gibt es stets gewisse Kandidaten, die zwischen der AHL und der NHL pendeln und plötzlich, wie fast aus dem Nichts, auftauchen und einen ersten NHL Match absolvieren, als wäre es das normalste der Welt. Aber eben, die Grundeinstellung ist bei den Spielern in Kanada und den USA eine andere.
Wenn sich eine Gruppe von "mehr oder weniger wichtigen" Spielern in der Schweiz einen Trainer - aus was für Gründen - nicht (mehr) mag, dann kommt es relativ schnell zu durchschnittlichen bis unterdurchschnittlichen Resultaten. Unzufriedenheit im Management und bei den Fans. Der Coach versucht verschiedenes, ohne jedoch resultatmässig auf einen befriedigenden Weg zu kommen. Und was bleiben dann schliesslich den Clubbossen noch für Alternativen? Diesbezügliche Beispiele gibt's genug.
In Ottawa - und das hat man in ihrem allerersten Spiel dieser Saison bereits gesehen (in Toronto nota bene!) stimmte der Einsatz und das Engagement jedes einzelnen. Aber so etwas von! Dieses Team, bzw. ihre Spieler waren heiss und motiviert bis in die Fingerspitzen. Sie liessen zwar die Auston Matthews Show zu, dampften aber am Schluss mit 2 gewonnenen Punkten ab in die Hauptstadt. Schon dort war klar, dass diese Saison von den Sens etwas kommen könnte, bzw. musste. Musste, auch weil die Owner der Senators scheinbar vor der Saison allen und jedem im Verein klar machte, dass die PO diese Saison aus Überlebensgründen Pflicht wären. Es ist ja in Nordamerika so, dass die Spieler ihr vertraglich zugesichertes Salär für die Absolvierung der Quali bekommen. In den Playoffs garniert also der Verein das gesamte eingespielte Geld!
Boucher und Crawford machten demnach ihren Teil richtig. Die Spieler dito. Nicht zuletzt auch gestern beim Auswärtsspiel in Boston. Bin gespannt, wie die Spiele gegen die Rangers herauskommen.
Benny, wie immer eine sehr treffende Analyse von Dir!
Ottawa spielt eine Neutral Zone Trap und da braucht es Geduld um nicht ins offene Messer zu laufen. Geduld war diese Saison nicht unbedingt die Staerke der Rangers. Boucher's starre Defensivsystem hat auch in NA den Ruf langweilig zu sein.
Was auch noch interessant wird ist der Vergleich zwischen Zibanejad und Brassard die im Sommer ausgetauscht wurden.
Ich freue mich auf jedenfall sehr auf das Spiel 3 im MSG am Dienstag naechste Woche!