Kloten macht die Liga lächerlich
Die Liga ist als zahnloser Papiertiger entlarvt: Die Frist für die Offenlegung der Zahlen wird den Kloten Flyers bereits ein zweites Mal verlängert. Das Sanierungstheater geht weiter.
Wenn ein Hockeyteam unter Druck gerät, dann verschafft es sich mit einem unerlaubten Befreiungsschlag («Icing») Luft und Zeit. Wenn eine AG unter Druck gerät, dann verschaffen sich die Anwälte mit Fristverlängerungen Zeit. Genau das tut Jürg Bircher als Präsident und Besitzer der Kloten Flyers (EHC Kloten Sport AG).
Die Liga hat ihm eine Frist für die Offenlegung der Zahlen bis zum 30. April gesetzt. Die hat er wohlweislich ungenutzt verstreichen lassen. Denn eine Offenlegung der Zahlen könnte sehr wohl den Entzug der Lizenz und damit das Ende der Kloten Flyers in der heutigen Rechtsform bedeuten. Dann hat ihm die Liga eine neue Frist bis gestern Freitag um Mitternacht gesetzt. Auch die hat Jürg Bircher ungenutzt verstreichen lassen. Sein Sanierungs-General, der Rechtsanwalt Daniel Hunkeler hat einfach ein Fristerstreckungsgesuch eingereicht – und die Liga hat es selbstverständlich bewilligt. Nun ist eine neue Frist gesetzt worden: Der 6. Juni, der Tag vor der ordentlichen Liga-Versammlung.
Liga macht sich lächerlich
Damit ist ein Herzenswunsch von Liga-General Ueli Schwarz in Erfüllung gegangen: Er muss keinen schwerwiegenden Entscheid fällen oder vertreten, er muss keine Verantwortung übernehmen, er darf weiterhin bellen und muss nicht beissen. Hält nämlich Jürg Bircher auch die neu angesetzte Frist nicht ein, wird dann das weitere Vorgehen bei der Liga-Versammlung (also von den Vertreter der NLB- und NLA-Klubs) zu bestimmen sein – und Ueli Schwarz kann sich dann wie weiland Pontius Pilatus die Hände in Unschuld waschen und sagen: Das Volk (die Klubvertreter) wollte es so.
Oder kurz und bündig: Die Liga (nach aussen vertreten von Direktor Ueli Schwarz) und ihre Organe haben sich durch die Kloten Flyers lächerlich machen lassen. Das ganze Lizenzierungs- und Kontroll-System ist ein teurer, aber zahnloser Papiertiger, der in den Papierkorb der Hockeygeschichte gehört.
Und noch etwas: Jürg Bircher ist in seinem allerletzten Hockeytango, bei seinem Kampf um Kontrolle über die Kloten Flyers (der EHC Kloten Sport AG) und die Krisenbewältigung nicht zu unterschätzen. Die rührigen Sanierer um Peter Bossert sind nach wie vor nur machtlose Zuschauer im grossen Finanztheater.