Habe meinen Senf ja schon das eine oder andere Mal zum Besten gegeben - geändert hat sich daran (leider) nicht viel. Wer bestenfalls 2 und manchmal gar 3 Tore schiesst, ist nicht unbedingt auf der sicheren Seite im Hockey.
Anders als in anderen Jahren hat man nicht mehr 4 gute Ausländer, sondern mit Arcobello noch einen. Ebbett ist ein Schatten seiner selbst, Mursak nie in Bern angekommen, Almquist in der Quali ein solider Back, nun aber immer fehlerhafter, und Boychuck ein Notnagel, der - abgesehen von den ersten 3 Spielen - keinen Einfluss auf's Spiel hat. Bei den CH-Spielern reissen (wenig überraschend) Lückenfüller-Transfers wie Bieber oder Sciaroni im allgemeinen nicht viel, Rüfenacht hat und hatte eine schwierige Saison bzw. erreicht auch keine Formhöhepunkte. Haas ist verletzt und war vorher unsichtbar. Kämpf als Wühler aus der NLB kommend ist mit Hirnerschütterung aus der Quali seit Wochen out.
Am Ende verbleiben als tragende Elemente in der Offensive Captain Moser mit Arcobello, der starke Heim mit Grassi, und - mit Abstrichen - noch Scherwey, der sich angeschlagen durch die Spiele seucht.
Die bisher positivste Nachricht der Play-off's ist, dass Untersander den Einstieg wieder gefunden hat nach monatelanger Absenz, und noch keinen Rückfall hatte. Die fehlende Matchpraxis ist aber nicht zu übersehen, womit wir bei den Verteidigern wäre. Marathon-Blum muss viel Eiszeit fressen, einerseits weil Untersander noch nicht soviel verträgt, aber auch weil der in der Quali noch starke Andersson neben den Schuhen steht und vor sich hinschnitzert wie ein nervöser Junior. Dummerweise wären Blum / Untersander und Andersson auch etwa die Spieler, welche der schwachen Offensive Inputs verleihen könnten. Aber dafür reicht es aus den genannten Gründen nicht. Der junge Burren und Oldie Gerber solide, Krüger immer langsamer.
Summa summarum reicht's halt einfach nicht, wobei die Offensive die grosse Baustelle ist, und die (defensive) Defensive einigermassen funktioniert.
Am Trainer liegt es von mir aus nicht, sondern dank Disziplin und "System" plus Genoni kam man trotz der genannten Schwächen überhaupt soweit. Das sehen natürlich nicht alle so. Zum Zuschauen ist's bitter, aber nach ein paar erfolgreichen Jahren gibt's eben auch andere. Klubs wie Zug, Lausanne oder Biel haben gut gearbeitet (...auch entsprechend Geld investiert...) und zeigen starke Leistungen. Beim SCB kommen diesmal zuviele Unzulänglichkeiten zusammen. An eine wundersame Wende bzw. einen "Knopflöser-Effekt" glaube ich deshalb nicht.