Beiträge von Iceman


    Hat Biel dieses Jahr den Torhüter, den es braucht? Genoni macht schon seit einiger Zeit nicht den unwiderstehlichen Eindruck der letzten Jahr ...

    Liegt vielleicht auch daran, dass er schon die ganze Saison etwas "überbeansprucht" wird. Wenn man mit Ach und Krach zwei Tore pro Spiel fertigbringt, im totalen Torrausch vielleicht drei, hat man mit und ohne Genoni ein Problem. Hätten die Eishockey-Experten die Quali etwas genauer analysiert, hätten sie kaum den SCB zum grossen Titelfavoriten emporgeschrieben. Dass man in der Quali vor allem dank hinten mauern, Genoni und Glück mit Fussballresultaten Punkte holte, ist den Fachmännern (gibt's auch Frauen??) offensichtlich nicht aufgefallen. Oder man glaubte, dass dann schon noch eine Steigerung kommen werde. Das Problem ist nur, dass es für diese "Steigerung" keinerlei Referenzpunkt in der Quali gibt. Es gab nie eine Phase, wo der SCB wirklich überzeugte bzw. man davon ausgehen konnte, dass man mit diesem Hockey in den Play-off's zum Erfolg kommt. Im Gegensatz etwa zum EVZ, der zwar in der Quali auch mal diskretere Phasen hatte, aber dann auch wieder solche, wo ausgezeichnetes Hockey gezeigt wurde.

    Ob nun tatsächlich Jalonen der Grund allen Übels ist, wie der Klaus meint, wäre noch zu diskutieren. Man könnte auch die Meinung vertreten, dass Kari halt irgendwie versucht, mit Disziplin und Struktur die Schwächen im Team zu kaschieren. Dass man kaum einen Zweikampf gewinnt, Pässe auf 3 Meter nicht funktionieren, und man in der Vorwärtsbewegung laufend Scheiben mit Anfängerfehlern verliert, muss man nicht zwingend dem Trainer anlasten. Item, die gewohnten Mechanismen im Mannschaftssport wird das nicht aufhalten. Und da die Russen offenbar Kari als Nati-Coach wollen, ist ein freiwilliger Abgang von Jalonen im Bereich des möglichen. Und dann wird ja alles besser... :suff:

    Derzeit sieht es nach einem problemlosen Durchmarsch der Zuger aus. Ob im 1/4-Final Lugano derart schnitzerte, oder der EVZ halt einfach so viel besser war? Lausanne lebt vor allem von seiner ersten Linie, und nun scheint auch noch Spielmacher Jeffrey auszufallen. Entweder kommt bei Lausanne noch das grosse Erwachen, oder die auf allen Zylindern laufenden Zuger spazieren im Schongang in den Final.

    Beim SCB ist Arcobello der einzige Ausländer, welcher auf hohem Niveau spielt, und die 1e Linie mit ihm, Moser und Rüfenacht - zusammen mit Heim + Grassi in der 4en Linie - die einzigen, die den offensiven Karren reissen beim SCB. Haas (Center Linie 3) war bis zu seiner Verletzung kein Faktor und ist vorläufig ausser Gefecht, ähnlich verhält es sich mit Mursak (vermutl. wieder einsatzfähig) und Ebbett. Letzterer ist seit Dezember angeschlagen, aber an den SC liess man ihn trotzdem - Fehler Sportchef. Somit ist von den Linien 2 + 3 bisher noch nicht viel brauchbares gekommen. Dank viel taktischer Disziplin + Genoni hat es trotzdem mit Ach und Krach gereicht, um die verletzungsgeschwächten Genfer zu überwinden. Ohne eine wesentliche Steigerung wird das aber nicht so weitergehen.

    Nachdem die möglichen B-Meister Chaux-de-Fonds und Langenthal angeblich gar nicht aufsteigen können (Stadion, Budget), dürfte die Ausgangslage im Duell zwischen Rappi + Davos nicht mehr ganz so brisant sein. Was unter solchen Umständen die Erklärung für einen Sinn macht, welcher die potentiellen Aufstiegskandidaten vorgängig abgeben müssen, ist die Frage.

    Die Herren Journalisten / Experten sind halt auch etwas wankelmütig in ihren Urteilen. Gelobt wird letztlich, wer Erfolg hat. Wäre beim ZSC die Sache etwas "zeitverschoben" abgelaufen, bzw. hätte das Team statt unter Kossmann im Vorjahr unter Arno in diesem Frühling in den "Flow" gefunden, so hätten sich alle wieder gegenseitig auf die Schulter geklopft: Arno ist halt doch der Tausendsassa. Wogegen man bedeutend nüchterner reagiert, wenn einer wie eben Kossmann oder in Bern Lars Leuenberger in solchen Momenten an der Bande steht. Was aber auch irgendwie nachvollziehbar ist. Der eine hat schon eine Erfolgsstory, und deshalb schreibt man auch glückliche Zufälle dessen Genie zu. Und der andere nicht, und da bleibt's dann eben in der Beurteilung beim glücklichen Zufall.

    McSorley wird in Genf zu Recht verehrt vom Publikum, denn er hat mit seiner Art dort erstaunlichen Erfolg gehabt. Das ist nun aber offenbar vielen zu unbequem geworden, scheints werde sein autoritärer Führungsstil bemängelt, dazu würden sich Nachwuchsspieler nicht so wohl wie gewünscht fühlen. Komischerweise hindert dies diverse ZSC-Jungspunde nicht daran, an den Genfersee zu wechseln. Evtl. sind die geistig schon weiter bzw. haben gehört, wie es in Nordamerika zu- und hergeht. Dagegen dürfte CMS direkt ein "Spielerversteher" sein. Ob sie allerdings McSorley im Klub noch antreffen werden, scheint zweifelhaft.

    Antti Törmännen wird für seinen modernen Führungsstil gelobt, zumindest solange er Erfolg hat. Funktioniert es plötzlich nicht mehr, finden seine einstigen Befürworter (und dazu gehört nicht nur "Windfahne" Zaugg...) plötzlich heraus, dass er den Spielern zuviel Selbstverantwortung zumute und zuwenig hart sei. Gerade um 180 Grad anders verhält es sich mit Jalonen, der zu stur sei und die "Jungen" zuwenig fördere. Dass eine ganze Anzahl Spieler sich unter seiner "Sturheit" wesentlich weiter entwickelt haben, wird dabei gerne unter den Teppich gekehrt. Dabei scheint der Stoiker durchaus ein Gespür zu haben, was es braucht. Wer sich unter ihm "durchbeisst", entpuppt sich plötzlich sogar als "Play-off-tauglich". Vom Vorwurf, dass Jalonen zu stark auf Disziplin und System setze, kann man ihn wohl kaum freisprechen. Würden man die konkrete Qualität im SCB-Kader mal mindestens so kritisch wie den Trainer analysieren, könnte man aber auch zum Schluss kommen, dass Jalonen diverse Defizite mit "Disziplin + System" kaschieren muss.

    Und mit diesem "Hui oder Pfui" könnte man noch beliebig weiterfahren. Wenig erstaunlich ist derzeit gerade der EVZ-Trainer im Quotenhoch. Man darf gespannt darauf sein, welche Mängel man ihm dereinst anlasten wird.


    Stimmt. Und gewinnt noch alle Bullys..

    Tja, der Tanner Richard hätte bei einer Messung wohl eine überdurchschnittlich tiefe Reaktionszeit. Auch wenn das alleine natürlich nicht genügt, und man auch noch die richtige Technik haben muss. Aber seine Gegner am Bully sind ja auch nicht alle stocktechnische Legastheniker. Kein Wunder, führt Richard die Bullystatistik an.

    Es gibt halt auch keine Konkurrenz, und aus lauter Angst, irgend ein Nachwuchsspieler hätte dann sein Plätzli nicht, schützt man die „Werkstatt“ National League auch vor der kleinsten „Zuwanderung“. Und so haben die Coaches meistens keine grossen Alternativen. Etwas konkreter zum Thema: Dass der ZSC an mangelnder Fitness gelitten hätte, habe ich bisher noch in keiner (...öffentlich zugänglichen...) Analyse gelesen. Nach dem Sommertraining, wenn dann auch die Ausländer da sind, gibt‘s auch beim ZSC umfangreiche Tests punkto Fitness, Körperfett etc. und individuelle Besonderheiten bei jedem Spieler. Wenn dabei tatsächlich entdeckt würde, dass die Spieler nicht auf dem Soll-Level sind, gäbe das doch ein Riesentheater - man denke nur daran, wie Pastatoni demonstrativ ins „Fitnesstraining“ geschickt wurde. Ein Gelauer beim Sommertraining kann ich mir bei den Musterprofis des ZSC nicht vorstellen.

    Die NZZ bzw. die dortigen Hockeyjournalisten sind - soweit ich mich erinnere - die einzigen, welche dem Wechsel zu AdC und dessen allfälliger Weiterbeschäftigung kritisch gegenüberstanden bzw stehen. Immerhin werden die Argumente und Erwägungen pro und kontra aufgelistet, was aber das Dilemma auch nicht löst. Gerade bezüglich Defense kann man das "Jugend forscht" Projekt in Davos nicht mit der Situation beim ZSC vergleichen bzw. nicht schlussfolgern, dass Arno die Verteidigung grundsätzlich nicht im Griff hätte. Beim ZSC hat er - vermutlich wegen des versammellten Potentials - evtl. zu viel auf's Mal gewollt und darob etwas die Balance zwischen Defensive und Offensive verloren. Man hat aber weder hochkant verloren noch ist man im taktischen Chaos versunken, es gelang einfach keine Trendwende und die allseits erhoffte oder erwartete "Initialzündung" zu einem neuerlichen Play-off Sturmlauf blieb aus. Und ein klein wenig hatte AdC wohl auf einen solchen neuerlichen Sturmlauf spekuliert, um es all den Nörglern in Davos und in den Medien zu zeigen, welche immer offener Kritik an ihm übten.

    Warum nicht einfach mal einen 1-Jahresvertrag mit Option? Wenn Arno schlau ist, so kommt er selber mit dieser Idee.

    Habe hier vor ein paar Wochen mal gepostet, dass ich mit der Passivität in der Verteidigung des SCB, welche rein auf dem Blockieren von Schussbahnen bzw. dem Blocken von Schüssen beruht, nichts anfangen kann. Denn a) hält Genoni auch nicht alles und b) provoziert man so gefährliche Ablenker und Abpraller - 2 solche sind dem SCB gestern letztlich zum Verhängnis geworden. Nur hatte man als Kritiker das Problem, dass man gegen Statistiken anredete, welche belegten, dass man rekordwenig Gegentore erhält.

    Der Quali-Trott und dass wesentliche Gradmesser wie der ZSC oder Lugano mehrheitlich mit sich selbst beschäftigt waren, hat diverse Baustellen im SCB verschleiert. Ausser Arcobello genügt kein Ausländer höheren Ansprüchen. Ebbett - einstmals ein tragendes Element - ist ein Totalausfall, Mursak hatte vielversprechend begonnen, ist aber schon länger Zeit zum Mitläufer herabgesunken. Bei den CH-Spielern wären Moser, Scherwey und der junge Heim zu nennen, welche positiv auffallen. Aber soviel können selbst die ersatzgeschwächten Genfer auch noch bieten. Die Baustellen der Quali sind - wenig überraschend - mit Play-off Beginn nicht verschwunden:

    - einigermassen erfolgversprechende Angriffe haben Seltenheitswert
    - das Überzahlspiel ist für das eigene Tor gefährlicher als für den Gegner
    - von den Zweikämpfen gehen ca. 90% verloren

    Die Genfer liegen völlig verdient vorne und spielen so, wie man es in den Play-off's tun muss. Und Qualionen müsste sich evtl. mal Gedanken darüber machen, ob man systemgetreu untergehen oder evtl. doch Anpassungen vornehmen will. Diese werden sich aber nun so oder so aufdrängen, nachdem man gestern mit Mursak, Blum und Kamerzin 3 Spieler verloren hat.

    ...also wenn ich derzeit (auswärts) via mySport dem SCB gegen Genf zuschaue, und dann in der Pause noch etwas Laguno gegen EVZ, so ist das echt demoralisierend. Da müsste noch eine gewaltige Steigerung hin. Beim SCB sind nur Genoni und die erste Linie einigermassen auf der Höhe, und dann hat man einfach noch 3 vierte Linien, welche eine Art Pausenfüller-Funktion haben. Wenn man nicht über 4 Linien einigermassen eine Performance hinbekommt, ist nichts mit Titel. Der ZSC hatte diese 4 Linien letzte Saison, der SCB davor. Ist aber keine neue Erkenntnis.

    Tja, beim SCB sieht es nicht danach aus, als hätte man den Play-off Schalter auch nur schon in der Ferne gesichtet. Die von Verletzungspech verfolgten Genfer sind auf dem ganzen Feld präsenter und gewinnen die Mehrheit der Zweikämpfe. Der SCB kann höchstens etwas Pech beklagen, weil man in den ersten 2 Spielen fast mehr Metalltreffer als zählbare verzeichnet. Spieler wie Haas, Mursak oder Ebbett sind unsichtbar. Was genau ein Haas nächsten Sommer in einem NHL-Camp sucht, erschliesst sich einem immer weniger. OK, vielleicht ist ja der Trainer schuld...

    Nachdem die Verpflichtung von AdC offenbar von "höherer Warte" aus initiiert worden war, weil scheints vor allem P. Spuhler begeistert von ihm ist, wäre eine Trennung ZSC-intern ein "schwieriges" Signal. Glaube nicht, dass Zahner/Leuenberger sich dies antun wollen, selbst wenn sie nicht ganz überzeugt wären betreffend der weiteren Zusammenarbeit mit AdC. Das Risiko ist für die beiden zudem überschaubar; wer könnte einen Sportchef kritisieren, wenn er AdC als Trainer verpflichtet?

    Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit AdC die ultimative Stufe zündet auf der Trainerposition. Da kann einer in einem Hockey-Musterland noch lange prägend und erfolgreich gewirkt haben, wenn's hierzulande nicht funktioniert, ist das halt eine Läugeli, welches die geschützte Werkstatt "National League" nicht versteht und schon gar nicht die Genies auf Kufen. Aber mit AdC besteht die Chance, dass möglicherweise das nächste Schwächeln nicht zuerst dem Trainer angelastet wird, sondern den Spielern. Selbst wenn es - Ironie des Schicksals - tatsächlich an Arno liegen würde. Man hätte dann quasi NHL-Verhältnisse, wo zuerst die Spieler dran glauben müssen, bevor dann der Coach und - nach ca. 2 Griffen ins Klo - auch der Manager den Hut nehmen müssen.

    Nach der kalten Dusche diese Saison werden aber die Herren Spieler nächstens empfänglicher sein für die Botschaften des Trainers, und in der folgenden Quali (vermutlich) von Anfang an derart auf Wiedergutmachung aus sein, dass es eine wahre Freude ist. Fazit: Der Arno hat es wieder mal geschafft!

    Interessant ist, dass nun vom Präsidenten (OK, dort eher vorsichtig...) über den CEO (...schon mit mehr Schwung mit dem Morgenstern) bis zum Sportchef (...der ist sich das aus Bern noch gewohnt, immer drauf...) jeder sein Fett weg bekommt --- nur die Spieler gehen praktisch ungeschoren aus diesem Gewitter hervor, abgesehen von ein paar pauschalen Anwürfen. Und allenfalls dem Gang in Zürich vom Eisfeld durch die wutschnaubenden Fans in die Garderobe. Nicht dass dies irgendwo sonst anders (gewesen) wäre, aber bemerkenswert ist es immer wieder.

    Es wird philosophiert, ob man allenfalls zuviele Stars hatte und zu gut war, ob Persönlichkeitsprofil X sich ideal mit demjenigen von Y ergänzt oder nicht, ob Arno zu viel wollte und Aubin zu wenig Emotionen entfachen konnte etc. etc..... Das mögen alles berechtigte Kritikpunkte sein, aber im Vergleich zu dem, was die Spieler in solchen Saisons in zig Spielen abliefern (egal ob die jetzt für Zürich, Bern oder Timbuktu spielen) sind das eher Randnotizen. Sie gewinnen dann an Bedeutung, wenn man auf einem höheren Niveau scheitert, wo dann Details je länger je mehr eine Rolle spielen. Die Frage, ob der ZSC in die Play-off's kommt oder nicht, kann aber nicht davon abhängen, ob der an der Bande etwas mehr oder weniger den emotionalen Joggel macht, oder ob etwas defensiver oder offensiver gespielt wird.

    Roost hat auf sport.ch eine Theorie dazu aufgestellt (...ist glaub' hier sogar irgendwo verlinkt...) wonach durch verbesserte Ausbildung die sogenannten "Mitläufer-Spieler" mittlerweile (quasi die neue Generation...) besser sind, und der Unterschied zu den hochbezahlten Nationalspielern eben nicht mehr so gross sei wie auch schon. Roost betont mehrmals und schon fast bösartig, dass er ausdrücklich nur diejenigen Nationalspieler meine, welche nicht in der NHL beschäftigt seien. Ist immerhin ein Teil einer möglichen Erklärung.

    Natürlich gibt es immer noch einen Unterschied... aber nur, wenn der Star ebensoviel Gas gibt wie der Mitläufer. Kann man wohl so auch auf ganze Teams übertragen.


    Würde sogar die Meinung vertreten, Geering abzusetzen und Holenstein zum Captain zu ernennen.

    Aber das dürfte dann für einige hier des guten zuviel sein... :)

    Möglicherweise kann Hollenstein jun. gar nicht "der Leader" sein, den man sich wünscht. Und ich nehme an, dass man da so etwas im Sinne von Seger, Martin Plüss oder Reto von Arx erwartet. Evtl. kann Hollenstein mit seinem Talent und professionellem Einsatz auf dem Eis alles geben, ist aber nicht derjenige, welcher andere mitreisst oder in der Kabine mal auf den Tisch haut. Ist doch ähnlich wie im Beruf, da gibt's auch Top-Spezialisten und Chrampfcheibe, welche aber überhaupt nicht zum "Chef" taugen würden. Und nur weil Felix Hollenstein ein Alphatier war bei Kloten heisst das nicht, dass auch der Junior gleich gewickelt ist. War vielleicht schon seit jeher ein Irrtum, dass man ihm wegen seines Könnens "Führungsaufgaben" antrug, für welche er nicht der Typ ist.

    Wie damals in Bern, als Lüthi Lääri Huras entliess, war auch der Wechsel von Aubin zu del Curto nicht vom Sportchef initiiert, sondern von weiter oben. Bekanntlich gab es nur wenige Stimmen (...ein paar davon auf diesem Board...) welche sich der damit einhergehenden riesigen Euphorie entziehen konnten. Eventuell hat Svenu ja der übernächsten Etage sogar mitgeteilt, dass Arno kein Sanitäter für lebensrettende Sofortmassnahmen ist, sondern eine Art "Arnolix der Druide", welcher das Team nicht über die "Turbo-Boost" Methode wieder in die Spur bringe, sondern mindestens eine, wenn nicht zwei ganze Saison benötige, um die Team-DNA zu verändern und seine Hockeyphilosophie einzuimpfen.

    Vermutlich nicht gesagt, sondern nur gedacht, wird er haben, dass es insbesondere betreffend Team-DNA ein paar "Eingriffe" benötigen würde, welche möglicherweise dem Gentleman-Vorsitzenden Walter Frey gar nicht passen und wohl von ihm letztinstanzlich verhindert würden.

    Was sonst könnte man Leuenberger noch anhängen? Die Ausländer? War der per Fanpetition zum Bleiben aufgeforderte Kevin Klein das Problem? Eigentlich nicht. Ausser man hätte unrealistische Erwartungen. Mit Noreau hat man geliefert bekommen, was man bestellt hatte: einen für CH-Verhältnisse guten Offensivverteidiger, welcher das Powerplay befeuern und schiessen kann. Seine defensiven Aussetzer sind - von Ambri bis Bern - ebenso bekannt wie legendär. Mit Cervenka holte er den vermissten spielstarken Center; dass der dann plötzlich Thrombosen-Probleme bekam war ebenso überraschend wie damals im Fall von Thomas Vrabec, der jedoch die Karriere gleich per sofort beenden musste. Was Petersson kann weiss man zur Genüge, bei ihm ist - wie bei so manchem anderen Hochkaräter - nicht ganz klar, warum er diese Saison blass blieb.

    Und sonst? Es ist relativ schwierig, nach einem Titel ein "Housecleaning" durchzuführen, ganz abgesehen davon, dass ein solches sowieso nicht so funktionieren kann wie in der NHL. Der ZSC hätte, im Unterschied zum Rest der Hockeyschweiz, zumindest die finanziellen Mittel und mit der Nachwuchsabteilung auch personelle Ressourcen, um mehr zu bewegen als sonst möglich ist. Simple Gemüter können jetzt natürlich vorbringen, man hätte letzten Frühling die "Jungen", welche nun den Klub wechseln, längefristig binden müssen, und dafür arrivierte Kräfte entsorgen sollen. Abgesehen davon, dass man nachträglich natürlich immer klüger ist, wäre die Frage, ob ein Walter Frey eine solche Aktion nach einem Titelgewinn genehmigt hätte. Wohl eher nicht.

    Wollte man in der Katzenjammer-Situation das Positive suchen kann man immerhin feststellen, dass der Sportchef nun vermutlich etwas mehr Gehör finden dürfte für ein paar Änderungen, welche im Vorjahr undenkbar waren. Nur der Vollständigkeit halber, aber nicht um einen Originalitätspreis zu gewinnen, kann man auch noch den Standardsatz dieser Stunden wiederholen, wonach der letzte Titelgewinn am Anfang der aktuellen Ernüchterung stand. Im Hinterkopf war immer die Überzeugung vorhanden, dass man es letztlich schon noch richten werde, und dann der Meistertitel auch nicht mehr weit sei. Objektiv gesehen stimmt diese Einschätzung sogar. Nur reiben sich Trainer + Sportchefs auf, wenn ein Team mit dieser Grundüberzeugung durch die Quali spaziert, und es entstehen Unruhe und böses Blut (...vermutlich nicht nur bei den Fans...) wenn die Quali-Enttäuschungen nicht durch den Titel geheilt werden können.

    Zum Spiel von gestern: Die besseren Möglichkeiten hatte der ZSC. Aber die Genfer verstanden es sehr geschickt, viel Verkehr vor dem Zürcher-Tor zu veranstalten. In dem "Geheue" brachte man die Stöcke der Senfer und diese selber zu wenig unter Kontrolle. Oder hatte Pech beim Blocken, und es entstand ein unhaltbarer Ablenker. Oder ging - fast wie der SCB - nicht auf den Mann, sondern suchte irgendwo die Scheibe, welche man im Rückwärtsfahren unglücklicherweise gleich selbst vor's Tor trug... Und wie es in solchen Fällen so geht, so hatten die Servettiens das Glück, welches dem ZSC je länger je mehr abhanden kam. Höhepunkt der Pfostentreffer (Prassl od. Miranda) kurz vor Schluss.

    Zum Schluss: Eine erneute Play-off Qualifikation auf den letzten Drücker und - nicht unrealistisch - womöglich gar ein weiterer Titel hätte die Mannschaft noch "uncoachbarer" gemacht. In der nächsten Saison hätte jeder Trainer bei seinen Vorträgen bestenfalls höfliches Desinteresse geerntet. Im Gegensatz zum Vorjahr sind nun aber die Vorzeichen besser, sowohl was die Aufmerksamkeit für die Lehren des Trainer anbelangt, als auch hinsichtlich von personellen Massnahmen des Sportchefs und des Trainers.

    Und das nach diesem vorsaisonalen Hype um die Transfers von Gottéron, natürlich insbesondere demjenigen von Berra. Die Transfers des verletzungsanfälligen P. Furrer oder von Walser, Scheeberger etc. haben zwar etwas mehr Kadertiefe und Stabilität versprochen, aber man ist dabei von einem wie üblich skorenden Sprunger und einem Bykov mit Aufwärtstendenz ausgegangen. Und natürlich auch von einer besseren Performance der Ausländer, wo eigentlich nur das defensive Gewissen Holos positiv auffiel. Wenn aber die designierten Skorer derartige Ladehemmungen haben, so wird es schwierig. Letztlich liegt (auch) dort der Unterschied zu Langnau oder Ambri, die beide stark von ihren Söldnern profitierten.

    Solange es in die Play-off's reicht und dann zum Meister, dürfte noch mancher Trainer beim ZSC gegen eine (Spieler)Wand reden. Man kann es natürlich auch "positiv" sehen: Der ZSC hat viele Punkte liegen lassen, welche von anderen "aufgesammelt" wurden, und diesen Klubs zu einem Höhenflug verholfen haben. Ohne gute Arbeit nebenbei würde dies in Langnau oder Ambri natürlich trotzdem nicht funktionieren.

    Tja, die Frage ist, ob es - wenn‘s denn schon sein muss - besser oder schlechter ist, dem ZSC schon im 1/4-Final zu begegnen, oder erst dann, wenn ihm der EVZ wieder endgültig in die Spur geholfen hat wie letztes Mal...

    Der einzige Grund, welcher gegen einen 1/4-Final SCB-ZSC spricht ist der, dass damit für die Konkurrenz früh einer von 2 Stolpersteinen wegfällt. Ideal wäre von dem her, wenn der ZSC und Lugano noch möglichst vorrücken könnten in der Tabelle.


    Gut gesehen Marcel! :applaus:

    Hier noch KZ zum neuen SCB Goalie:

    Aber da ist eben noch etwas: die Ursache für die ZSC-Niederlage ist für den SCB höchst unerfreulich. Niklas Schlegel kassierte nämlich drei haltbare Treffer (zum 2:0, 4:1 und 5:1) und ein weiteres Gegentor hätte ein guter Goalie auch verhindert (das 3:1). Er wehrte lediglich 84,85 Prozent der Schüsse ab. In Bern gewinnt eine Mannschaft nur, wenn der Torhüter eine Fangquote von mehr als 90 Prozent erreicht.Nächste Saison wird er nach drei so schwachen Partien wie am Freitagabend durch einen ausländischen Torhüter ersetzt und zur Nummer 2 degradiert.

    War zweifellos ein schwarzer Abend für Schlegel, da muss man nichts beschönigen. Wenn man ganz Objektiv sein wollte, könnte man auch noch was zu den ZSC-Toren im letzten Drittel erzählen. Da liess die Kollegen Genoni ungefähr so hängen wie es vorher des öfteren bei Schlegel der Fall war. Plötzlich sah dann auch Genoni nicht mehr gut aus. War jetzt auch nicht so, dass die ZSC-Tore allesamt unhaltbare Superknaller gewesen wären. Wenn man auf diesem Niveau aber den Gegner ungestört schiessen lässt, kann‘s dumm laufen. Bei Schlegel wird die Frage sein, ob er noch einen Schritt machen kann in Bern.

    Ist wohl so, wobei der Ausfall von van Potthelberge und das Fehlen von valablem Ersatz bei Kloten mehr Einfluss hatte als Rötheli. Wenn dann noch schwache Ausländer dazukommen... Natürlich ist eine 0:6 Klatsche nicht akzeptabel, aber da gibt‘s noch andere, die ebenfalls und evtl. sogar stärker in der Verantwortung stehen.

    Habe auch schon gedacht, dass der EVZ ziemlich elegant „drum rum“ kommen dürfte. Zum Spiel gibt‘s wenig sensationelles zu berichten. Stark geprägt von Hektik und entsprechend individuellen Fehlern, wobei die Torhüter öfters im Stich gelassen wurden. Man liess die Scharfschützen gewähren, wobei Schlegel natürlich den Verlegenheitsschuss von Rüfenacht halten muss. Arcobellos „Effeschuss“ schien aus Zuschauersicht nicht unhaltbar, aber wenn er gelingt (...und genügend Zeit hat man Arco ja gelassen...) so ist der offenbar perfid. Am Schluss dann noch ein Schulbeispiel, wie man es gegen den ZSC nicht machen sollte. Passiv sein und den „Z“ Tempo aufnehmen & schiessen lassen. Man merkt, dass man aus dem Ligaalltag gewohnt ist, dass der Gegner die Scheibe meistens selbst verblödet oder nicht schiessen kann. Physisch die Vorteile eher beim ZSC, und selbst mit zitternden Stöcken gab es einige Kostproben der individuellen Klasse zu sehen. Wie gesagt: Schade, dass man sich vermutlich zu früh begegnet, und die Konkurrenz so billig davonkommt.