Klar ist die Dringlichkeit beim ZSC grösser ist als in Bern, aber wollte man dem ZSC aus dem Weg gehen, müsste man das Spiel schon eher verlieren als unbedingt gewinnen. Solche Gedanken und / oder "Verschwörungstheorien" sind aber bestenfalls etwas für Fanforen oder Journalisten. Zumal aktuell noch sehr vieles möglich ist. Überhaupt würde einem bei solchen Spielchen ohnehin die Rache der Eishockeygötter treffen... ![]()
Beiträge von Iceman
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Gegen den SCB in Führung gehen ist schon die halbe Miete.
Zwar hat der finnische Stoiker an der Bande die Buben sehr gut organisiert punkto Defensivverhalten, und Genoni trägt auch wesentlich dazu bei. Aber man ist meistens derart mit Mann + Maus am verteidigen, dass dann - wenn man doch noch in Scheibenbesitz kommt - die Offensivkoryphäen noch irgendwo um's eigene Tor herumpurzeln und die Chance vertan ist, bevor sie richtig begonnen hat. Entweder um Risiken zu vermeiden oder weil man teilweise etwas limitiert ist, kommte es auch sonst nicht so oft zu wirklich erfolgversprechenden, schnellen Offensivaktionen. Jeder halbwegs organisierte Gegner ist längst sortiert, bis der SCB anrückt. Diese Grundausrichtung hat zur Folge, dass man in Sachen erhaltener Tore einen ligaweiten Topwert erreicht, aber immer dann ins Schleudern kommt, wenn man einem Rückstand nachrennen oder gar mehr als ein Tor aufholen müsste.An meinen Nerven zerrt das "Positionsspiel" in der Defense, wo man oft gar nicht wirklich ins 1 gegen 1 geht, sondern den Gegner kurven lässt und nur die Schussbahnen zu blockieren versucht. Aber angesichts des Gegentorschnittes steht man auf dünnem Eis, wenn man das jalonesche Verteidigungskonzept kritisieren will. Und da - ausser Zug - die Konkurrenz etwas im Krisenmodus unterwegs ist, reicht's im solid-biederen Stil sogar für einen Quali-Spitzenplatz.
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Wenn man eine klare Nr. 1 hat, wie es Flüeler in Zürich ist, dann lässt der Trainer diese im Normalfall auch spielen. Es wurde hier ja nun schon oft wiederholt: Flüeler ist mehrfacher Meistergoali und bringt seine Leistung. Die Trainer der letzten Jahre hatten in Zürich glaub genügend andere Probleme, da fängt man nicht auch noch darüber zu sinnieren an, ob man auf der Goaliposition nicht ein wenig herumpröbeln könnte. Schlegel kann ich zuwenig beurteilen, aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass er bestenfalls auf Augenhöhe mit Flüeler ist, aber diesen eben so nicht verdrängen kann. Für einen Klub ist es natürlich eine sehr gute Situation, ein solches Goaliduo zu haben.
Für den SCB erhoffe ich mir, dass Schlegel sich weiterentwickelt und der auf diese Saison hin neu verpflichtete Goalitrainer bleibt. Denn seit der die Finnen-Mafia in Bern ergänzt, hat der bisher überall als Ersatz abonnierte Caminada auf seine "alten Tage" hin erstaunliche Fortschritte gemacht.
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Je mehr Holz und Eis man jetzt fressen muss, und je knapper man in die Play-off's rutscht, desto grösser wird die "Befreiung" sein. Und dann braucht es nicht mehr so wahnsinnig viel, um in den "Flow" zu kommen, wo plötzlich alles klappt. Letztes Mal war der EVZ der "Geburtshelfer", der dem "Z" neues Leben einhauchte. Und mit der spielstarken Offensive des "Z" mag es auch den einen oder anderen defensiven Schnitzer leiden. Ich zweifle aber ohnehin an der Theorie, wonach die "Systemumstellung" von Aubin zu Arno zu einer grossen Verunsicherung geführt habe. Denn das Defensivverhalten ist letztlich keine Geheimwissenschaft, und die Trainer predigen in den Grundzügen doch alle das Gleiche: Schnelles Umschalten zwischen Defensive + Offensive und zurück, keine Risikopässe im eigenen Drittel und keine Scheibenverluste in der Angriffsauslösung. Von wegen Zweikämpfe gewinnen und einigermassen diszipliniert bleiben dürften die Trainerphilosophien auch nicht gross abweichen. Der Vorteil des "Z" liegt darin, dass eigentlich nur die mentale Blockade gelöst werden muss. Den Rest würde man an sich besser beherrschen als die meisten Konkurrenten.
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Irgendwoher müssen ja die Stories und die Unterhaltung kommen, und da sind Ambri und Langnau nun halt die Attraktionen. Zumal es dem "Volk" sowieso gefällt, wenn die "Grossen" straucheln und die "Kleinen" triumphieren. Weil mittlerweile jede Saison 1-2 Teams in der Bredouille sind, von denen man das eigentlich nicht erwartet hätte, ist das auch nicht mehr so enorm interessant. Zumal in den Play-off's ja dann wieder alles möglich ist.
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Bin immer noch der Meinung, dass es nur den "Zündfunken" braucht, und plötzlich stampft der ZSC wieder alles in Grund und Boden - denn das Personal hat man dazu. Das letzte Mal war dies erst in der ersten Play-off Runde der Fall (...OK, das ist wohl "ultima ratio", denn sonst ist's vorbei...). Ob's dann grad zum Titel langt, ist eine andere Frage, schliesslich kommen in diesem Format viele Unwägbarkeiten zusammen.
Dass Arno sich bisher nicht als Nothelfer und Feuerwehrmann auszeichnen konnte, liegt an seinem Lebenslauf. In Davos hatte er die Zeit, um dem Team seine Philosophie einzuimpfen, und dieses auch mit gutem Personal zu besetzen. Letzteres ist in Zürich bereits erledigt. Und selbst in einem mehr und mehr "zurückgesparten" HCD, konnte dieser sich mit "Arno-Hockey" lange erstaunlich über Wasser halten. Ob es dann irgendwann der Abgang zuviel war in Davos, oder Arno seine Magie einbüsste, ist schwierig zu beurteilen - vermutlich trifft beides etwas zu. Im Falle des ZSC kann man sich - wie dies nun mehr und mehr gemacht wird - die Frage stellen, ob ein Systemwechsel zu diesem Zeitpunkt wirklich die beste Idee war. Andererseits hat der ZSC eine derart hochdekorierte Truppe beisammen, dass es rein vom Können her eigentlich möglich sein müsste. Arnos Hockeyphilosophie ist ja nicht von einem anderen Stern - welcher Trainer fordert nicht schnelle Abspiele bzw. schnelles Umschalten zwischen Angriffs- + Verteidigungsmodus? Habe noch keinen Trainer befehlen hören, dass man die Scheibe möglichst selber von hinten bis nach vorne über's Eis tragen soll. Aber eben, vermutlich liegt es nicht an Taktik und System, und Arno ist eher als Sportpsychologe gefordert.
Mit Arno del Curto hat man den ultimativen Joker auf dieser Position geholt, quasi ein "Atomblock" auf der Trainerbank. Wenn es Arno nicht richten kann, der medial wie ein Heiliger verehrt wird, wer dann? Das hat den Vorteil, dass man nicht einfach gemäss alter Väter Sitte den Trainer grillt, wenn es nicht läuft, sondern zuerst anderes hinterfragt. Da wäre Arno schon mal einen Schritt weiter als andere renommierte Grössen des Trainerberufes in Zürich und anderswo...
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Nein, kein Verdacht auf Schiebung. Bern ausnahmsweise nicht im Stile eines Finnen, dem ein gefrorener Aal im Halse stecken geblieben ist, sondern mit Power und Emotionen. Nach 3 oder 4 Metalltreffern in den ersten 15 Minuten gab es dann aber eines jener Spiele, wo den einen gar nichts, den anderen dafür aber alles gelang. Offenbar waren die Eishockeygötter dann aber im Spiel der Fribourger gegen Rappi für einen „Ausgleich“ der „Glück- & Pechbilanz“ besorgt...
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"...Ädu Hotz..." - immerhin Meister 1988/89 mit Bern - der war stets so "easy" drauf, dass er eine relativ gute Chancenauswertung hatte. Evtl. sah er das Eis ja etwas "farbiger" als andere....

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Untersander ist wohl der nächste Kandidat. Hat diese Saison 6 Spiele absolviert, 2 davon im "Rückkehr-Versuchsmodus" - bisher geht's nicht.
Wie es bei Nilsson zwischen den Zeilen auch zu entnehmen ist, macht man sich da wohl primär mal Gedanken, wie der normale Alltag ohne wesentliche Einschränkungen wieder gemeistert werden kann. Zeitung lesen, im Tram in einer Horde lautstarker Kinder sitzen, ohne dass es im Kopf zu hämmern beginnt, etc. etc. Das Ziel der Rückkehr in den Profisport ist verständlich und dient auch der (Langzeit)Motivation bei den kleinen Genesungsschritten. Ab einer bestimmten Anzahl Hirnerschütterungen, man hört etwa die Anzahl 7, wird es aber gesundheitlich ernsthaft kritisch. Ob sich das Risiko eines bleibenden "Schadens" für den Rest des Lebens lohnt, nur um in den Profisport zurückzukehren?
Wenn man während Wochen und Monaten einen Vorgeschmack davon erhält, was dieses Risiko beinhaltet, bekommt man wohl eine etwas andere Perspektive. Liest man auch noch die Berichte über die Spätfolgen, etwa beim American Football, löscht es einem erst recht ab.
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"Eurem" Daniel German? Der ist Sport- bzw. Eishockeyjournalist der NZZ. Eine besondere Nähe zum SCB - oder das Gegenteil - habe ich bisher nicht bemerkt. Einzig bei der Anzahl Ausländer war er gleicher Meinung wie SCB-Initiant Lüthi. Ich sehe übrigens Simon Graf auch nicht als "Hofberichterstatter" des ZSC; mir ist seit Crawford einfach aufgefallen, dass er für einen Journalisten der "seriösen" Tagespresse relativ deftig auf die ZSC-Trainer losgegangen ist. Wobei der fehlende Erfolg letztlich immer die gleichen Konsequenzen hat, mit oder ohne Journalisten.
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In den letzten Jahren fällt auf, dass Simon Graf jeden ZSC-Coach "gut" oder "schlecht" schreiben kann, wenn es nötig ist. Dass die von ihm kritisierten Übungsleiter - ob nun Crawford, Wallson oder neuerdings Aubin - andernorts erfolgreich gewirkt haben, grenzt da schon fast an ein Wunder. Aktuell hat man nun zur Kenntnis zu nehmen, dass Aubin den ZSC auf eine "verzagte" und freudlose Spielweise hin trimmte, und Arno dies nun mühsam korrigieren muss. Evtl. hatte ja Aubin nur die bewährte Praxis des "Spiels aus einer gesicherten Defensive heraus" im Sinne, für welche andereTrainer gelobt werden. Ein Urteil darüber masse ich mir aber nicht an, dafür sehe ich den ZSC nicht oft genug. Und klar ist auch, dass man etwas ändern muss, wenn es nicht wunschgemäss läuft, und dass dieses "etwas" im Normalfall der Trainer ist. Trotzdem ist es erstaunlich, wie viele Trainer bei Simon Graf einfach so ungebremst "durchfallen".
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Egal Larry, der Sportchef ist nach alter Väter Sitte immer schuld. Der Svenu kennt das nicht anders von Bern her, wo er nur ausnahmsweise etwas entschuldigt wurde, weil die Schuld bei Batzenchlemmer Lüthi vermutet wurde, wenn wieder mal ein von den Fans gewünschter Transfer nicht zustandekam. Aber meistens bezog er die verbalen Prügel. Die welschen Kollegen fluchen über Alston, dass der keinen Ersatzausländer für Junland aus dem Hut zaubert, in Bern ist neu Chatelain der Blitzableiter, und vom gebeutelten Salis wollen wir gar nicht erst anfangen. Ein Teil vom Sportchef-Lohn muss demzufolge Schmerzensgeld sein...

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Sollte Arno das Team bis zu den Play-off‘s noch nicht auf Vordermann gebracht haben, braucht es - wie immer in solchen Momenten - eine Art „Erweckungserlebnis“. Letztes Jahr war es glaub‘ ein Spiel in der Serie gegen den EVZ, welches man drehen konnte. Beim SCB war es nach der Krisensaison der glückliche Sieg im Penaltyschiessen im 1en Spiel der Serie gegen den ZSC, welcher nach Monaten von Murks & geht nicht plötzlich Flügel verlieh. Die Predigt von der Ausgeglichenheit der Liga ist zwar nicht neu, diese Saison sind aber die Langnauer und die Ambriden nochmals einen Zacken besser als auch schon, und können die Pace bislang halten.
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War mir schon klar, der echte Tikkanen könnte deine (von mir übrigens sehr geschätzten) Analysen gar nie so zu Papier bringen. Nur denke ich, dass bei euch im Breitsch mittlerweile ebensoviele Chia-Samenpicker wohnen wie bei uns

Das ist vermutlich so, da ich allerdings schon seit 1992 in "Züri" ansässig bin, sehe ich den "Breitsch" nur noch auf dem Weg in die Prostfinanz-Arena. Die Quinoa-Szene ist aber zweifellos auch dort vertreten...

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Nein, die Nerven für dessen Gesülze hätte ich nicht - aber der Ausdruck passt in diesem Zusammenhang einfach gut...

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Habe ich nicht für möglich gehalten, dass Arno in der laufenden Saison eine Art "fliegenden Wechsel" vornimmt. Könnte immerhin sein, dass er "seinen" HCD als ZSC-Trainer ins Elend stösst. Aber man weiss ja nicht, was genau in den letzten Monaten oder Jahren im HCD genau abgelaufen ist, und welche Differenzen zwischen Arno, den Spielern und der Klubführung bestanden haben. Möglicherweise gab's da mehr verletzte Eitelkeiten und böses Blut, als man denkt. Zudem geriet Arno auch mehr und mehr in die Kritik, was nach der jahrelangen Lobhudelei wohl auch schwer zu ertragen ist. Und nun will er es allen nochmals zeigen - keine schlechten Voraussetzungen für den ZSC. Ob der (mindestens auf mich) zunehmend verschroben wirkende Arno aber längerfristig mit den "Hipstern" vom ZSC klarkommt, ist die Frage. Aber was heisst im Sport schon "längerfristig" - wenn Arno im Frühling den Pott holt, spielt "längerfristig" keine Rolle.
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Also wenn ich mir da so die Einsatzzeiten der Stars in der NHL anschaue, so habe ich nicht den Eindruck, dass dort - bei 80 Qualispielen - bei den Coaches die möglichst gleichmässige Belastung oberste Priorität hat...
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Frei nach dem Motto aus "The Godfather": "Ich werde ihm ein Angebot machen, das er nicht ablehnen kann..."
Die Frage steht weiterhin im Raum, welches die Motivation des kanadischen Männerbundes aus Ölmilliardären ist. Kann mir nicht vorstellen, dass sie aus Verbundenheit mit dem lokalen Klub - quasi als Fans - agieren, wie dies bei Frey. Mantegazza und neuerdings Strebel der Fall ist. Der unüberlegte Einstieg bei Kloten und die darauffolgende Erkenntnis, dass es eine Herkulesaufgabe wäre, die Organisation und vor allem das Stadion so auf- und auszubauen, dass man an der nationalen Spitze mitmischen könnte, hinterliess keinen guten Eindruck. Sähen sie das Engagement als eine Art "Investment" von dem man sich irgendwann einen Gewinn verspricht, dürfte die Enttäuschung nicht ausbleiben. Selbst wenn man die Gedanken weit heraus spinnen würde, in Richtung "Euro Liga" oder "KHL-Erweiterung" - zu klein ist letztlich das Gebiet in Europa, wo Hockey wirklich auf Interesse stösst, und wo man von lukrativen Fernseh- / Übertragungsrechten und Werbeflächen profitieren könnte.
Aber vielleicht haben die Herren in ihrer Jugendzeit mit Begeisterung das Spiel "Eishockey-Manager" gezockt (gab's zwar glaub nur auf Deutsch...) und wollen das nun mal in echt nachspielen. Geld genug haben sie dafür jedenfalls. Und wenn's mit dem Erfolg nicht klappt, gibt's dann einfach Ctrl-Alt-Del...
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Na ja, voll im Saft ist ja hoffentlich anders beim SCB - man profitiert davon, dass man in Zürich & Lugano noch nicht in die Gänge gekommen ist. Einzelmasken wie Scherwey und Genoni reissen Spiele wie gegen Langnau oder Rappi aus dem Feuer, ohne die sähe es sehr viel weniger rosig aus. Kleiner Hinweis für das Spiel heute: mal darauf achten, wer die meisten Zweikämpfe gewinnt. Nachdem aber sowohl der ZSC als auch Bern beide das Terrain für die PO‘s markieren wollen, sollte es eigentlich ein gutes Spiel werden.
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Hätte mir das auch nicht träumen lassen mit Pestoni. Sehe aber die Hoffnung, dass es für Inti fast die letzte Hoffnung ist, seinen Ruf als eher bequemer Ambri-Dorfkönig aufzupolieren. Beim ZSC kam er das erste Mal so richtig "auf die Welt" - evtl. ist er nun mit einer anderen Einstellung am Werk. Denn Jalonen versteht richtigerweise keinen Spass, wenn es um die professionelle Einstellung und die Leistung geht - es gibt weder Jugend- noch Star- noch "das-war-aber-ein-teurer-Transfer" Bonus.