Beiträge von Iceman

    Tja, beim SCB sieht es nicht danach aus, als hätte man den Play-off Schalter auch nur schon in der Ferne gesichtet. Die von Verletzungspech verfolgten Genfer sind auf dem ganzen Feld präsenter und gewinnen die Mehrheit der Zweikämpfe. Der SCB kann höchstens etwas Pech beklagen, weil man in den ersten 2 Spielen fast mehr Metalltreffer als zählbare verzeichnet. Spieler wie Haas, Mursak oder Ebbett sind unsichtbar. Was genau ein Haas nächsten Sommer in einem NHL-Camp sucht, erschliesst sich einem immer weniger. OK, vielleicht ist ja der Trainer schuld...

    Nachdem die Verpflichtung von AdC offenbar von "höherer Warte" aus initiiert worden war, weil scheints vor allem P. Spuhler begeistert von ihm ist, wäre eine Trennung ZSC-intern ein "schwieriges" Signal. Glaube nicht, dass Zahner/Leuenberger sich dies antun wollen, selbst wenn sie nicht ganz überzeugt wären betreffend der weiteren Zusammenarbeit mit AdC. Das Risiko ist für die beiden zudem überschaubar; wer könnte einen Sportchef kritisieren, wenn er AdC als Trainer verpflichtet?

    Ein weiterer Vorteil ist, dass man mit AdC die ultimative Stufe zündet auf der Trainerposition. Da kann einer in einem Hockey-Musterland noch lange prägend und erfolgreich gewirkt haben, wenn's hierzulande nicht funktioniert, ist das halt eine Läugeli, welches die geschützte Werkstatt "National League" nicht versteht und schon gar nicht die Genies auf Kufen. Aber mit AdC besteht die Chance, dass möglicherweise das nächste Schwächeln nicht zuerst dem Trainer angelastet wird, sondern den Spielern. Selbst wenn es - Ironie des Schicksals - tatsächlich an Arno liegen würde. Man hätte dann quasi NHL-Verhältnisse, wo zuerst die Spieler dran glauben müssen, bevor dann der Coach und - nach ca. 2 Griffen ins Klo - auch der Manager den Hut nehmen müssen.

    Nach der kalten Dusche diese Saison werden aber die Herren Spieler nächstens empfänglicher sein für die Botschaften des Trainers, und in der folgenden Quali (vermutlich) von Anfang an derart auf Wiedergutmachung aus sein, dass es eine wahre Freude ist. Fazit: Der Arno hat es wieder mal geschafft!

    Interessant ist, dass nun vom Präsidenten (OK, dort eher vorsichtig...) über den CEO (...schon mit mehr Schwung mit dem Morgenstern) bis zum Sportchef (...der ist sich das aus Bern noch gewohnt, immer drauf...) jeder sein Fett weg bekommt --- nur die Spieler gehen praktisch ungeschoren aus diesem Gewitter hervor, abgesehen von ein paar pauschalen Anwürfen. Und allenfalls dem Gang in Zürich vom Eisfeld durch die wutschnaubenden Fans in die Garderobe. Nicht dass dies irgendwo sonst anders (gewesen) wäre, aber bemerkenswert ist es immer wieder.

    Es wird philosophiert, ob man allenfalls zuviele Stars hatte und zu gut war, ob Persönlichkeitsprofil X sich ideal mit demjenigen von Y ergänzt oder nicht, ob Arno zu viel wollte und Aubin zu wenig Emotionen entfachen konnte etc. etc..... Das mögen alles berechtigte Kritikpunkte sein, aber im Vergleich zu dem, was die Spieler in solchen Saisons in zig Spielen abliefern (egal ob die jetzt für Zürich, Bern oder Timbuktu spielen) sind das eher Randnotizen. Sie gewinnen dann an Bedeutung, wenn man auf einem höheren Niveau scheitert, wo dann Details je länger je mehr eine Rolle spielen. Die Frage, ob der ZSC in die Play-off's kommt oder nicht, kann aber nicht davon abhängen, ob der an der Bande etwas mehr oder weniger den emotionalen Joggel macht, oder ob etwas defensiver oder offensiver gespielt wird.

    Roost hat auf sport.ch eine Theorie dazu aufgestellt (...ist glaub' hier sogar irgendwo verlinkt...) wonach durch verbesserte Ausbildung die sogenannten "Mitläufer-Spieler" mittlerweile (quasi die neue Generation...) besser sind, und der Unterschied zu den hochbezahlten Nationalspielern eben nicht mehr so gross sei wie auch schon. Roost betont mehrmals und schon fast bösartig, dass er ausdrücklich nur diejenigen Nationalspieler meine, welche nicht in der NHL beschäftigt seien. Ist immerhin ein Teil einer möglichen Erklärung.

    Natürlich gibt es immer noch einen Unterschied... aber nur, wenn der Star ebensoviel Gas gibt wie der Mitläufer. Kann man wohl so auch auf ganze Teams übertragen.


    Würde sogar die Meinung vertreten, Geering abzusetzen und Holenstein zum Captain zu ernennen.

    Aber das dürfte dann für einige hier des guten zuviel sein... :)

    Möglicherweise kann Hollenstein jun. gar nicht "der Leader" sein, den man sich wünscht. Und ich nehme an, dass man da so etwas im Sinne von Seger, Martin Plüss oder Reto von Arx erwartet. Evtl. kann Hollenstein mit seinem Talent und professionellem Einsatz auf dem Eis alles geben, ist aber nicht derjenige, welcher andere mitreisst oder in der Kabine mal auf den Tisch haut. Ist doch ähnlich wie im Beruf, da gibt's auch Top-Spezialisten und Chrampfcheibe, welche aber überhaupt nicht zum "Chef" taugen würden. Und nur weil Felix Hollenstein ein Alphatier war bei Kloten heisst das nicht, dass auch der Junior gleich gewickelt ist. War vielleicht schon seit jeher ein Irrtum, dass man ihm wegen seines Könnens "Führungsaufgaben" antrug, für welche er nicht der Typ ist.

    Wie damals in Bern, als Lüthi Lääri Huras entliess, war auch der Wechsel von Aubin zu del Curto nicht vom Sportchef initiiert, sondern von weiter oben. Bekanntlich gab es nur wenige Stimmen (...ein paar davon auf diesem Board...) welche sich der damit einhergehenden riesigen Euphorie entziehen konnten. Eventuell hat Svenu ja der übernächsten Etage sogar mitgeteilt, dass Arno kein Sanitäter für lebensrettende Sofortmassnahmen ist, sondern eine Art "Arnolix der Druide", welcher das Team nicht über die "Turbo-Boost" Methode wieder in die Spur bringe, sondern mindestens eine, wenn nicht zwei ganze Saison benötige, um die Team-DNA zu verändern und seine Hockeyphilosophie einzuimpfen.

    Vermutlich nicht gesagt, sondern nur gedacht, wird er haben, dass es insbesondere betreffend Team-DNA ein paar "Eingriffe" benötigen würde, welche möglicherweise dem Gentleman-Vorsitzenden Walter Frey gar nicht passen und wohl von ihm letztinstanzlich verhindert würden.

    Was sonst könnte man Leuenberger noch anhängen? Die Ausländer? War der per Fanpetition zum Bleiben aufgeforderte Kevin Klein das Problem? Eigentlich nicht. Ausser man hätte unrealistische Erwartungen. Mit Noreau hat man geliefert bekommen, was man bestellt hatte: einen für CH-Verhältnisse guten Offensivverteidiger, welcher das Powerplay befeuern und schiessen kann. Seine defensiven Aussetzer sind - von Ambri bis Bern - ebenso bekannt wie legendär. Mit Cervenka holte er den vermissten spielstarken Center; dass der dann plötzlich Thrombosen-Probleme bekam war ebenso überraschend wie damals im Fall von Thomas Vrabec, der jedoch die Karriere gleich per sofort beenden musste. Was Petersson kann weiss man zur Genüge, bei ihm ist - wie bei so manchem anderen Hochkaräter - nicht ganz klar, warum er diese Saison blass blieb.

    Und sonst? Es ist relativ schwierig, nach einem Titel ein "Housecleaning" durchzuführen, ganz abgesehen davon, dass ein solches sowieso nicht so funktionieren kann wie in der NHL. Der ZSC hätte, im Unterschied zum Rest der Hockeyschweiz, zumindest die finanziellen Mittel und mit der Nachwuchsabteilung auch personelle Ressourcen, um mehr zu bewegen als sonst möglich ist. Simple Gemüter können jetzt natürlich vorbringen, man hätte letzten Frühling die "Jungen", welche nun den Klub wechseln, längefristig binden müssen, und dafür arrivierte Kräfte entsorgen sollen. Abgesehen davon, dass man nachträglich natürlich immer klüger ist, wäre die Frage, ob ein Walter Frey eine solche Aktion nach einem Titelgewinn genehmigt hätte. Wohl eher nicht.

    Wollte man in der Katzenjammer-Situation das Positive suchen kann man immerhin feststellen, dass der Sportchef nun vermutlich etwas mehr Gehör finden dürfte für ein paar Änderungen, welche im Vorjahr undenkbar waren. Nur der Vollständigkeit halber, aber nicht um einen Originalitätspreis zu gewinnen, kann man auch noch den Standardsatz dieser Stunden wiederholen, wonach der letzte Titelgewinn am Anfang der aktuellen Ernüchterung stand. Im Hinterkopf war immer die Überzeugung vorhanden, dass man es letztlich schon noch richten werde, und dann der Meistertitel auch nicht mehr weit sei. Objektiv gesehen stimmt diese Einschätzung sogar. Nur reiben sich Trainer + Sportchefs auf, wenn ein Team mit dieser Grundüberzeugung durch die Quali spaziert, und es entstehen Unruhe und böses Blut (...vermutlich nicht nur bei den Fans...) wenn die Quali-Enttäuschungen nicht durch den Titel geheilt werden können.

    Zum Spiel von gestern: Die besseren Möglichkeiten hatte der ZSC. Aber die Genfer verstanden es sehr geschickt, viel Verkehr vor dem Zürcher-Tor zu veranstalten. In dem "Geheue" brachte man die Stöcke der Senfer und diese selber zu wenig unter Kontrolle. Oder hatte Pech beim Blocken, und es entstand ein unhaltbarer Ablenker. Oder ging - fast wie der SCB - nicht auf den Mann, sondern suchte irgendwo die Scheibe, welche man im Rückwärtsfahren unglücklicherweise gleich selbst vor's Tor trug... Und wie es in solchen Fällen so geht, so hatten die Servettiens das Glück, welches dem ZSC je länger je mehr abhanden kam. Höhepunkt der Pfostentreffer (Prassl od. Miranda) kurz vor Schluss.

    Zum Schluss: Eine erneute Play-off Qualifikation auf den letzten Drücker und - nicht unrealistisch - womöglich gar ein weiterer Titel hätte die Mannschaft noch "uncoachbarer" gemacht. In der nächsten Saison hätte jeder Trainer bei seinen Vorträgen bestenfalls höfliches Desinteresse geerntet. Im Gegensatz zum Vorjahr sind nun aber die Vorzeichen besser, sowohl was die Aufmerksamkeit für die Lehren des Trainer anbelangt, als auch hinsichtlich von personellen Massnahmen des Sportchefs und des Trainers.

    Und das nach diesem vorsaisonalen Hype um die Transfers von Gottéron, natürlich insbesondere demjenigen von Berra. Die Transfers des verletzungsanfälligen P. Furrer oder von Walser, Scheeberger etc. haben zwar etwas mehr Kadertiefe und Stabilität versprochen, aber man ist dabei von einem wie üblich skorenden Sprunger und einem Bykov mit Aufwärtstendenz ausgegangen. Und natürlich auch von einer besseren Performance der Ausländer, wo eigentlich nur das defensive Gewissen Holos positiv auffiel. Wenn aber die designierten Skorer derartige Ladehemmungen haben, so wird es schwierig. Letztlich liegt (auch) dort der Unterschied zu Langnau oder Ambri, die beide stark von ihren Söldnern profitierten.

    Solange es in die Play-off's reicht und dann zum Meister, dürfte noch mancher Trainer beim ZSC gegen eine (Spieler)Wand reden. Man kann es natürlich auch "positiv" sehen: Der ZSC hat viele Punkte liegen lassen, welche von anderen "aufgesammelt" wurden, und diesen Klubs zu einem Höhenflug verholfen haben. Ohne gute Arbeit nebenbei würde dies in Langnau oder Ambri natürlich trotzdem nicht funktionieren.

    Tja, die Frage ist, ob es - wenn‘s denn schon sein muss - besser oder schlechter ist, dem ZSC schon im 1/4-Final zu begegnen, oder erst dann, wenn ihm der EVZ wieder endgültig in die Spur geholfen hat wie letztes Mal...

    Der einzige Grund, welcher gegen einen 1/4-Final SCB-ZSC spricht ist der, dass damit für die Konkurrenz früh einer von 2 Stolpersteinen wegfällt. Ideal wäre von dem her, wenn der ZSC und Lugano noch möglichst vorrücken könnten in der Tabelle.


    Gut gesehen Marcel! :applaus:

    Hier noch KZ zum neuen SCB Goalie:

    Aber da ist eben noch etwas: die Ursache für die ZSC-Niederlage ist für den SCB höchst unerfreulich. Niklas Schlegel kassierte nämlich drei haltbare Treffer (zum 2:0, 4:1 und 5:1) und ein weiteres Gegentor hätte ein guter Goalie auch verhindert (das 3:1). Er wehrte lediglich 84,85 Prozent der Schüsse ab. In Bern gewinnt eine Mannschaft nur, wenn der Torhüter eine Fangquote von mehr als 90 Prozent erreicht.Nächste Saison wird er nach drei so schwachen Partien wie am Freitagabend durch einen ausländischen Torhüter ersetzt und zur Nummer 2 degradiert.

    War zweifellos ein schwarzer Abend für Schlegel, da muss man nichts beschönigen. Wenn man ganz Objektiv sein wollte, könnte man auch noch was zu den ZSC-Toren im letzten Drittel erzählen. Da liess die Kollegen Genoni ungefähr so hängen wie es vorher des öfteren bei Schlegel der Fall war. Plötzlich sah dann auch Genoni nicht mehr gut aus. War jetzt auch nicht so, dass die ZSC-Tore allesamt unhaltbare Superknaller gewesen wären. Wenn man auf diesem Niveau aber den Gegner ungestört schiessen lässt, kann‘s dumm laufen. Bei Schlegel wird die Frage sein, ob er noch einen Schritt machen kann in Bern.

    Ist wohl so, wobei der Ausfall von van Potthelberge und das Fehlen von valablem Ersatz bei Kloten mehr Einfluss hatte als Rötheli. Wenn dann noch schwache Ausländer dazukommen... Natürlich ist eine 0:6 Klatsche nicht akzeptabel, aber da gibt‘s noch andere, die ebenfalls und evtl. sogar stärker in der Verantwortung stehen.

    Habe auch schon gedacht, dass der EVZ ziemlich elegant „drum rum“ kommen dürfte. Zum Spiel gibt‘s wenig sensationelles zu berichten. Stark geprägt von Hektik und entsprechend individuellen Fehlern, wobei die Torhüter öfters im Stich gelassen wurden. Man liess die Scharfschützen gewähren, wobei Schlegel natürlich den Verlegenheitsschuss von Rüfenacht halten muss. Arcobellos „Effeschuss“ schien aus Zuschauersicht nicht unhaltbar, aber wenn er gelingt (...und genügend Zeit hat man Arco ja gelassen...) so ist der offenbar perfid. Am Schluss dann noch ein Schulbeispiel, wie man es gegen den ZSC nicht machen sollte. Passiv sein und den „Z“ Tempo aufnehmen & schiessen lassen. Man merkt, dass man aus dem Ligaalltag gewohnt ist, dass der Gegner die Scheibe meistens selbst verblödet oder nicht schiessen kann. Physisch die Vorteile eher beim ZSC, und selbst mit zitternden Stöcken gab es einige Kostproben der individuellen Klasse zu sehen. Wie gesagt: Schade, dass man sich vermutlich zu früh begegnet, und die Konkurrenz so billig davonkommt.

    Klar ist die Dringlichkeit beim ZSC grösser ist als in Bern, aber wollte man dem ZSC aus dem Weg gehen, müsste man das Spiel schon eher verlieren als unbedingt gewinnen. Solche Gedanken und / oder "Verschwörungstheorien" sind aber bestenfalls etwas für Fanforen oder Journalisten. Zumal aktuell noch sehr vieles möglich ist. Überhaupt würde einem bei solchen Spielchen ohnehin die Rache der Eishockeygötter treffen... :wink:

    Gegen den SCB in Führung gehen ist schon die halbe Miete.
    Zwar hat der finnische Stoiker an der Bande die Buben sehr gut organisiert punkto Defensivverhalten, und Genoni trägt auch wesentlich dazu bei. Aber man ist meistens derart mit Mann + Maus am verteidigen, dass dann - wenn man doch noch in Scheibenbesitz kommt - die Offensivkoryphäen noch irgendwo um's eigene Tor herumpurzeln und die Chance vertan ist, bevor sie richtig begonnen hat. Entweder um Risiken zu vermeiden oder weil man teilweise etwas limitiert ist, kommte es auch sonst nicht so oft zu wirklich erfolgversprechenden, schnellen Offensivaktionen. Jeder halbwegs organisierte Gegner ist längst sortiert, bis der SCB anrückt. Diese Grundausrichtung hat zur Folge, dass man in Sachen erhaltener Tore einen ligaweiten Topwert erreicht, aber immer dann ins Schleudern kommt, wenn man einem Rückstand nachrennen oder gar mehr als ein Tor aufholen müsste.

    An meinen Nerven zerrt das "Positionsspiel" in der Defense, wo man oft gar nicht wirklich ins 1 gegen 1 geht, sondern den Gegner kurven lässt und nur die Schussbahnen zu blockieren versucht. Aber angesichts des Gegentorschnittes steht man auf dünnem Eis, wenn man das jalonesche Verteidigungskonzept kritisieren will. Und da - ausser Zug - die Konkurrenz etwas im Krisenmodus unterwegs ist, reicht's im solid-biederen Stil sogar für einen Quali-Spitzenplatz.

    Wenn man eine klare Nr. 1 hat, wie es Flüeler in Zürich ist, dann lässt der Trainer diese im Normalfall auch spielen. Es wurde hier ja nun schon oft wiederholt: Flüeler ist mehrfacher Meistergoali und bringt seine Leistung. Die Trainer der letzten Jahre hatten in Zürich glaub genügend andere Probleme, da fängt man nicht auch noch darüber zu sinnieren an, ob man auf der Goaliposition nicht ein wenig herumpröbeln könnte. Schlegel kann ich zuwenig beurteilen, aber ich gehe jetzt mal davon aus, dass er bestenfalls auf Augenhöhe mit Flüeler ist, aber diesen eben so nicht verdrängen kann. Für einen Klub ist es natürlich eine sehr gute Situation, ein solches Goaliduo zu haben.

    Für den SCB erhoffe ich mir, dass Schlegel sich weiterentwickelt und der auf diese Saison hin neu verpflichtete Goalitrainer bleibt. Denn seit der die Finnen-Mafia in Bern ergänzt, hat der bisher überall als Ersatz abonnierte Caminada auf seine "alten Tage" hin erstaunliche Fortschritte gemacht.

    Je mehr Holz und Eis man jetzt fressen muss, und je knapper man in die Play-off's rutscht, desto grösser wird die "Befreiung" sein. Und dann braucht es nicht mehr so wahnsinnig viel, um in den "Flow" zu kommen, wo plötzlich alles klappt. Letztes Mal war der EVZ der "Geburtshelfer", der dem "Z" neues Leben einhauchte. Und mit der spielstarken Offensive des "Z" mag es auch den einen oder anderen defensiven Schnitzer leiden. Ich zweifle aber ohnehin an der Theorie, wonach die "Systemumstellung" von Aubin zu Arno zu einer grossen Verunsicherung geführt habe. Denn das Defensivverhalten ist letztlich keine Geheimwissenschaft, und die Trainer predigen in den Grundzügen doch alle das Gleiche: Schnelles Umschalten zwischen Defensive + Offensive und zurück, keine Risikopässe im eigenen Drittel und keine Scheibenverluste in der Angriffsauslösung. Von wegen Zweikämpfe gewinnen und einigermassen diszipliniert bleiben dürften die Trainerphilosophien auch nicht gross abweichen. Der Vorteil des "Z" liegt darin, dass eigentlich nur die mentale Blockade gelöst werden muss. Den Rest würde man an sich besser beherrschen als die meisten Konkurrenten.

    Irgendwoher müssen ja die Stories und die Unterhaltung kommen, und da sind Ambri und Langnau nun halt die Attraktionen. Zumal es dem "Volk" sowieso gefällt, wenn die "Grossen" straucheln und die "Kleinen" triumphieren. Weil mittlerweile jede Saison 1-2 Teams in der Bredouille sind, von denen man das eigentlich nicht erwartet hätte, ist das auch nicht mehr so enorm interessant. Zumal in den Play-off's ja dann wieder alles möglich ist.

    Bin immer noch der Meinung, dass es nur den "Zündfunken" braucht, und plötzlich stampft der ZSC wieder alles in Grund und Boden - denn das Personal hat man dazu. Das letzte Mal war dies erst in der ersten Play-off Runde der Fall (...OK, das ist wohl "ultima ratio", denn sonst ist's vorbei...). Ob's dann grad zum Titel langt, ist eine andere Frage, schliesslich kommen in diesem Format viele Unwägbarkeiten zusammen.

    Dass Arno sich bisher nicht als Nothelfer und Feuerwehrmann auszeichnen konnte, liegt an seinem Lebenslauf. In Davos hatte er die Zeit, um dem Team seine Philosophie einzuimpfen, und dieses auch mit gutem Personal zu besetzen. Letzteres ist in Zürich bereits erledigt. Und selbst in einem mehr und mehr "zurückgesparten" HCD, konnte dieser sich mit "Arno-Hockey" lange erstaunlich über Wasser halten. Ob es dann irgendwann der Abgang zuviel war in Davos, oder Arno seine Magie einbüsste, ist schwierig zu beurteilen - vermutlich trifft beides etwas zu. Im Falle des ZSC kann man sich - wie dies nun mehr und mehr gemacht wird - die Frage stellen, ob ein Systemwechsel zu diesem Zeitpunkt wirklich die beste Idee war. Andererseits hat der ZSC eine derart hochdekorierte Truppe beisammen, dass es rein vom Können her eigentlich möglich sein müsste. Arnos Hockeyphilosophie ist ja nicht von einem anderen Stern - welcher Trainer fordert nicht schnelle Abspiele bzw. schnelles Umschalten zwischen Angriffs- + Verteidigungsmodus? Habe noch keinen Trainer befehlen hören, dass man die Scheibe möglichst selber von hinten bis nach vorne über's Eis tragen soll. Aber eben, vermutlich liegt es nicht an Taktik und System, und Arno ist eher als Sportpsychologe gefordert.

    Mit Arno del Curto hat man den ultimativen Joker auf dieser Position geholt, quasi ein "Atomblock" auf der Trainerbank. Wenn es Arno nicht richten kann, der medial wie ein Heiliger verehrt wird, wer dann? Das hat den Vorteil, dass man nicht einfach gemäss alter Väter Sitte den Trainer grillt, wenn es nicht läuft, sondern zuerst anderes hinterfragt. Da wäre Arno schon mal einen Schritt weiter als andere renommierte Grössen des Trainerberufes in Zürich und anderswo...

    Nein, kein Verdacht auf Schiebung. Bern ausnahmsweise nicht im Stile eines Finnen, dem ein gefrorener Aal im Halse stecken geblieben ist, sondern mit Power und Emotionen. Nach 3 oder 4 Metalltreffern in den ersten 15 Minuten gab es dann aber eines jener Spiele, wo den einen gar nichts, den anderen dafür aber alles gelang. Offenbar waren die Eishockeygötter dann aber im Spiel der Fribourger gegen Rappi für einen „Ausgleich“ der „Glück- & Pechbilanz“ besorgt...

    "...Ädu Hotz..." - immerhin Meister 1988/89 mit Bern - der war stets so "easy" drauf, dass er eine relativ gute Chancenauswertung hatte. Evtl. sah er das Eis ja etwas "farbiger" als andere.... :suff: