Beiträge von Iceman

    Untersander ist wohl der nächste Kandidat. Hat diese Saison 6 Spiele absolviert, 2 davon im "Rückkehr-Versuchsmodus" - bisher geht's nicht.

    Wie es bei Nilsson zwischen den Zeilen auch zu entnehmen ist, macht man sich da wohl primär mal Gedanken, wie der normale Alltag ohne wesentliche Einschränkungen wieder gemeistert werden kann. Zeitung lesen, im Tram in einer Horde lautstarker Kinder sitzen, ohne dass es im Kopf zu hämmern beginnt, etc. etc. Das Ziel der Rückkehr in den Profisport ist verständlich und dient auch der (Langzeit)Motivation bei den kleinen Genesungsschritten. Ab einer bestimmten Anzahl Hirnerschütterungen, man hört etwa die Anzahl 7, wird es aber gesundheitlich ernsthaft kritisch. Ob sich das Risiko eines bleibenden "Schadens" für den Rest des Lebens lohnt, nur um in den Profisport zurückzukehren?

    Wenn man während Wochen und Monaten einen Vorgeschmack davon erhält, was dieses Risiko beinhaltet, bekommt man wohl eine etwas andere Perspektive. Liest man auch noch die Berichte über die Spätfolgen, etwa beim American Football, löscht es einem erst recht ab.

    "Eurem" Daniel German? Der ist Sport- bzw. Eishockeyjournalist der NZZ. Eine besondere Nähe zum SCB - oder das Gegenteil - habe ich bisher nicht bemerkt. Einzig bei der Anzahl Ausländer war er gleicher Meinung wie SCB-Initiant Lüthi. Ich sehe übrigens Simon Graf auch nicht als "Hofberichterstatter" des ZSC; mir ist seit Crawford einfach aufgefallen, dass er für einen Journalisten der "seriösen" Tagespresse relativ deftig auf die ZSC-Trainer losgegangen ist. Wobei der fehlende Erfolg letztlich immer die gleichen Konsequenzen hat, mit oder ohne Journalisten.

    In den letzten Jahren fällt auf, dass Simon Graf jeden ZSC-Coach "gut" oder "schlecht" schreiben kann, wenn es nötig ist. Dass die von ihm kritisierten Übungsleiter - ob nun Crawford, Wallson oder neuerdings Aubin - andernorts erfolgreich gewirkt haben, grenzt da schon fast an ein Wunder. Aktuell hat man nun zur Kenntnis zu nehmen, dass Aubin den ZSC auf eine "verzagte" und freudlose Spielweise hin trimmte, und Arno dies nun mühsam korrigieren muss. Evtl. hatte ja Aubin nur die bewährte Praxis des "Spiels aus einer gesicherten Defensive heraus" im Sinne, für welche andereTrainer gelobt werden. Ein Urteil darüber masse ich mir aber nicht an, dafür sehe ich den ZSC nicht oft genug. Und klar ist auch, dass man etwas ändern muss, wenn es nicht wunschgemäss läuft, und dass dieses "etwas" im Normalfall der Trainer ist. Trotzdem ist es erstaunlich, wie viele Trainer bei Simon Graf einfach so ungebremst "durchfallen".

    Egal Larry, der Sportchef ist nach alter Väter Sitte immer schuld. Der Svenu kennt das nicht anders von Bern her, wo er nur ausnahmsweise etwas entschuldigt wurde, weil die Schuld bei Batzenchlemmer Lüthi vermutet wurde, wenn wieder mal ein von den Fans gewünschter Transfer nicht zustandekam. Aber meistens bezog er die verbalen Prügel. Die welschen Kollegen fluchen über Alston, dass der keinen Ersatzausländer für Junland aus dem Hut zaubert, in Bern ist neu Chatelain der Blitzableiter, und vom gebeutelten Salis wollen wir gar nicht erst anfangen. Ein Teil vom Sportchef-Lohn muss demzufolge Schmerzensgeld sein... :suff:

    Sollte Arno das Team bis zu den Play-off‘s noch nicht auf Vordermann gebracht haben, braucht es - wie immer in solchen Momenten - eine Art „Erweckungserlebnis“. Letztes Jahr war es glaub‘ ein Spiel in der Serie gegen den EVZ, welches man drehen konnte. Beim SCB war es nach der Krisensaison der glückliche Sieg im Penaltyschiessen im 1en Spiel der Serie gegen den ZSC, welcher nach Monaten von Murks & geht nicht plötzlich Flügel verlieh. Die Predigt von der Ausgeglichenheit der Liga ist zwar nicht neu, diese Saison sind aber die Langnauer und die Ambriden nochmals einen Zacken besser als auch schon, und können die Pace bislang halten.

    War mir schon klar, der echte Tikkanen könnte deine (von mir übrigens sehr geschätzten) Analysen gar nie so zu Papier bringen. Nur denke ich, dass bei euch im Breitsch mittlerweile ebensoviele Chia-Samenpicker wohnen wie bei uns :wink:

    Das ist vermutlich so, da ich allerdings schon seit 1992 in "Züri" ansässig bin, sehe ich den "Breitsch" nur noch auf dem Weg in die Prostfinanz-Arena. Die Quinoa-Szene ist aber zweifellos auch dort vertreten... :mrgreen:

    Habe ich nicht für möglich gehalten, dass Arno in der laufenden Saison eine Art "fliegenden Wechsel" vornimmt. Könnte immerhin sein, dass er "seinen" HCD als ZSC-Trainer ins Elend stösst. Aber man weiss ja nicht, was genau in den letzten Monaten oder Jahren im HCD genau abgelaufen ist, und welche Differenzen zwischen Arno, den Spielern und der Klubführung bestanden haben. Möglicherweise gab's da mehr verletzte Eitelkeiten und böses Blut, als man denkt. Zudem geriet Arno auch mehr und mehr in die Kritik, was nach der jahrelangen Lobhudelei wohl auch schwer zu ertragen ist. Und nun will er es allen nochmals zeigen - keine schlechten Voraussetzungen für den ZSC. Ob der (mindestens auf mich) zunehmend verschroben wirkende Arno aber längerfristig mit den "Hipstern" vom ZSC klarkommt, ist die Frage. Aber was heisst im Sport schon "längerfristig" - wenn Arno im Frühling den Pott holt, spielt "längerfristig" keine Rolle.

    Also wenn ich mir da so die Einsatzzeiten der Stars in der NHL anschaue, so habe ich nicht den Eindruck, dass dort - bei 80 Qualispielen - bei den Coaches die möglichst gleichmässige Belastung oberste Priorität hat...

    Frei nach dem Motto aus "The Godfather": "Ich werde ihm ein Angebot machen, das er nicht ablehnen kann..."

    Die Frage steht weiterhin im Raum, welches die Motivation des kanadischen Männerbundes aus Ölmilliardären ist. Kann mir nicht vorstellen, dass sie aus Verbundenheit mit dem lokalen Klub - quasi als Fans - agieren, wie dies bei Frey. Mantegazza und neuerdings Strebel der Fall ist. Der unüberlegte Einstieg bei Kloten und die darauffolgende Erkenntnis, dass es eine Herkulesaufgabe wäre, die Organisation und vor allem das Stadion so auf- und auszubauen, dass man an der nationalen Spitze mitmischen könnte, hinterliess keinen guten Eindruck. Sähen sie das Engagement als eine Art "Investment" von dem man sich irgendwann einen Gewinn verspricht, dürfte die Enttäuschung nicht ausbleiben. Selbst wenn man die Gedanken weit heraus spinnen würde, in Richtung "Euro Liga" oder "KHL-Erweiterung" - zu klein ist letztlich das Gebiet in Europa, wo Hockey wirklich auf Interesse stösst, und wo man von lukrativen Fernseh- / Übertragungsrechten und Werbeflächen profitieren könnte.

    Aber vielleicht haben die Herren in ihrer Jugendzeit mit Begeisterung das Spiel "Eishockey-Manager" gezockt (gab's zwar glaub nur auf Deutsch...) und wollen das nun mal in echt nachspielen. Geld genug haben sie dafür jedenfalls. Und wenn's mit dem Erfolg nicht klappt, gibt's dann einfach Ctrl-Alt-Del...

    Na ja, voll im Saft ist ja hoffentlich anders beim SCB - man profitiert davon, dass man in Zürich & Lugano noch nicht in die Gänge gekommen ist. Einzelmasken wie Scherwey und Genoni reissen Spiele wie gegen Langnau oder Rappi aus dem Feuer, ohne die sähe es sehr viel weniger rosig aus. Kleiner Hinweis für das Spiel heute: mal darauf achten, wer die meisten Zweikämpfe gewinnt. Nachdem aber sowohl der ZSC als auch Bern beide das Terrain für die PO‘s markieren wollen, sollte es eigentlich ein gutes Spiel werden.

    Hätte mir das auch nicht träumen lassen mit Pestoni. Sehe aber die Hoffnung, dass es für Inti fast die letzte Hoffnung ist, seinen Ruf als eher bequemer Ambri-Dorfkönig aufzupolieren. Beim ZSC kam er das erste Mal so richtig "auf die Welt" - evtl. ist er nun mit einer anderen Einstellung am Werk. Denn Jalonen versteht richtigerweise keinen Spass, wenn es um die professionelle Einstellung und die Leistung geht - es gibt weder Jugend- noch Star- noch "das-war-aber-ein-teurer-Transfer" Bonus.

    Klasen wurde in den Play-off's jeweils einfach immer unsichtbarer, wobei er eben auch nicht der "Mann für's Grobe" ist. Wenn man solche "Künstler" im Team hat, muss man sie auch richtig einzusetzen wissen - einen Klasen kann man nicht vorschicken, um im Infight die Pucks auszugraben und harte Checks auszuteilen. Zudem würde ich - bei Klasen und bei anderen - Vorsicht walten lassen bei einer Beurteilung aufgrund von Spengler-Cup Auftritten.

    Der Klaus verdreht die Fakten, vermutlich weil er in der Zeit irgendwo dann stehen geblieben ist, als man 2x pro Tag nach Davos schaltete, einer das Spiel kommentierte, und man in den Pausen den Zambonis oder dem schlittschuhlaufenden Publikum auf dem Ausseneisfeld zuschauen konnte. Danach sofort zurück ins Studio Zürich für die Nachrichten mit Paul Spahn...

    Diese Zeiten sind seit ca. 30 Jahren oder mehr vorbei. Heute ist der SC ein ca. 2.5 - 3 Stunden pro Spiel dauernder Event, der vom schweizerischen Farbfernsehen Leutschenbach vorwärts und rückwärts vermarktet wird. Dass die sportliche Objektivität bei den Kommentatoren und eingeladenen Gästen teilweise auf der Strecke bleibt und die Stimmen der Kommentatoren sich quasi 60 Minuten lang überschlagen ob all dem sensationellen, was da auf und neben dem Eis abgeht, ist zwar etwas peinlich, aber die Leute folgen wohl den SRF-Instruktionen, wonach jegliche Kritik am Spielgeschehen tabu sei. Und ansehen muss es sich ja letztlich keiner.

    Aber eben, es ist für mich völlig klar, dass ein Anlass von dieser Grössenordnung nicht mehr einfach angesehen wird wie eine bessere Wohltätigkeitsveranstaltung, wo man ein Auge zudrückt und halt die Meisterschaft in einer der attraktivsten Wochen des Jahres so mir nichts dir nichts pausieren lässt. Die Entschädigung ist für 1 - 2 Heimspiele in dieser Zeit, angemessen. Zudem ist sie verhältnismässig zu der Gratiswerbung für den HCD und die Spenglercup-Sponsoren und den grossen Aufwand des staatstragenden Fernsehens, welchen man sich so ansonsten für das Eishockey nicht gewöhnt ist. Wobei es hier etwas gebessert hat, seit private Konkurrenz vorhanden ist.

    Die Entschädigung ist keineswegs eine "Strafaktion", sondern sozusagen der ökonomischen Fairness geschuldet. Ich habe absolut nichts dagegen, wenn der HCD diese Zahlungen nicht mehr leisten will und man den Meisterschaftsbetrieb dafür nicht pausieren lässt. Gleichzeitig muss SRF bzw. seine Produktionsbetriebe natürlich die gewohnte Abdeckung aufrechterhalten. Es ginge nicht an, dass man auf einen TV-Sparbetrieb umstellt, weil Krethi und Plethi die Altjahreswoche lieber in Davos oben verbringt.

    Item, der derzeit gültige Vertrag läuft ja nächstens mal aus, dann wird man weitersehen.

    ...na ja, gibt auch andere die nicht viel reden an der Bande, sondern das für die Garderobe sparen. Habe auch schon Spieler sagen hören, es mache sie nervös, wenn einer hinter ihnen dauernd herumtigere und auf sie einrede.

    Ja, und neben Blum gibt's noch diverse Kandidaten; es geht hier nicht um "Klubbrillen" - und der Grat ist wie gesagt schmal zwischen gesunder Härte und gesundheitsgefährdenden Aktionen, siehe Nilsson. Es wird ja laufend gepredigt, dass man in der Ausbildung vermehrt Wert darauf legen wolle, wie man Checks annimmt bzw. nicht mit gesenktem Kopf in den Hammer läuft, aber auch wie ein korrekter Check ausgeteilt wird. OK, für Forster ist das halt zu spät. Wenn es aber soweit kommt, dass man im Meisterschaftsalltag aus Risikoüberlegungen heraus die Checks eher sein lässt, muss man sich nicht wundern, dass sich die Spieler falsche Verhaltensweisen angewöhnen. Die bei internationalen Begegnungen gefährlich werden.

    Es wird ja immer geklagt, es fehle an Härte in der geschützten Werkstatt "National League" - und natürlich ist es ein schmaler Grat zwischen Härte und gesundheitsgefährdenden Attacken. Trotzdem stelle ich hier mal eine kurze Passage aus einem Interview mit dem (mittlerweile doch etwas geläuterten) Scherwey hin, wo ein paar durchaus bekannte Themen bzw. Unsitten zur Sprache kommen...:

    Wie hat es Jalonen geschafft, dass Sie sich besser unter Kontrolle haben, kaum noch Sperren riskieren?
    Kontrolliert spielen, mit Köpfchen spielen: Das hat er mir auf den Weg gegeben. In Jalonens System gehst du nicht blind ins Forechecking und fährst einen über den Haufen. Sonst kriegst du vom Trainer oder von den Mitspielern auf der Bank mit Sicherheit etwas zu hören.

    Aber manchmal wünschten Sie sich eine aggressivere Taktik.
    Ich versuche, wann immer möglich, mit Checks und Emotionen Akzente zu setzen. Aber in der National League wurde das Bussensystem angepasst. Wenn du bei jedem Check eine Sperre und zusätzlich eine Busse von 10 000 Franken riskierst, überlegst du zweimal, ob du ihn durchziehen willst. Die Liga-Verantwortlichen haben sich für diesen Weg entschieden. Ob es der richtige ist? An Härte werden wir jedenfalls kaum zulegen. Die Quittung folgt bei internationalen Vergleichen. Und: In der Schweiz wird mittlerweile bei jedem Check ein Riesentheater gemacht. Das stört mich.

    Die Zahl der Hirnerschütterungen ist unverändert hoch.
    Einige Spieler wenden sich an der Bande absichtlich ab, kehren dem Gegner den Rücken zu, nur damit er sie nicht regelkonform checken kann. Zieht er durch, wird er gesperrt, weil der Gecheckte in die Bande fliegt.

    Sie denken allen Ernstes, dass sich einige Spieler absichtlich so verhalten? Immerhin riskieren sie damit ihre Gesundheit.
    Es gibt in der Schweiz mehr als genug solche Spieler. Sie nehmen den Check nicht an oder manövrieren sich absichtlich in eine dumme Position. Ich sehe auch viele, die in der Mittelzone den Puck übernehmen und denken, dort lasse es sich gemütlich dribbeln. Also sorry: So läufst in den Hammer. Ich habe früh gelernt: In der Mittelzone hältst du den Kopf oben. Wenn einer vom Kaliber eines Roland Gerber von Langnau auf dem Eis steht, kurve ich sicher nicht mit gesenktem Kopf umher. Andere tun das. Dieses Verhalten schadet der ganzen Liga – nicht nur wegen der fehlenden Härte im internationalen Vergleich.

    Sondern auch?
    Es gibt weniger Spektakel. Die Zuschauer sagen dann: «Es fehlt an Unterhaltung… es ‹chlepft› nicht mehr … weshalb gibt es kaum noch Schlägereien?» Selbst nach der harmlosesten Schlägerei werden Bussen verteilt, um gewisse Kassen zu füllen. Das geht nicht spurlos an den Spielern vorbei.

    Hoffe mal, Schlegel entwickelt sich weiterhin bzw. kann das Niveau, welches er letzthin zeigte, halten. Aus meiner Sicht eine gute Lösung, auch wenn es nicht viele Alternativen gab. Zu berücksichtigen ist, dass man bei einer ausländischen Lösung den "verlorenen" ausländischen Feldspieler mit sehr teurem einheimischen Personal hätte kompensieren müssen. Dafür hat man in Bern nicht mehr in jedem Fall das nötige Geld, auch wenn Schlegel wohl nicht so viel verdienen wird wie Genoni. Von Vorteil ist, dass Schlegel sich in einer Organisation behauptet hat, bei welcher Niederlagen auch nicht achselzuckend zur Kenntnis genommen werden. Von dem her dürfte der Kulturschock nicht so gross sein.

    Hollenstein junior mag nicht DER Sympathieträger sein, trotzdem fällt auf, dass er ungewöhnlich viel Ablehnung erfährt. Anderen Klotenern wie z.B. ehemals Wick oder neuerdings Bodenmann passiert(e) das nicht. An den Leistungen kann es kaum liegen, ansonsten müssten andere noch mehr "untendurch" als Hollenstein. Ob es daran liegt, dass er (vorläufig...) als "teuerster Spieler des ZSC" gilt? Wenn schon hätte er diesbezüglich wohl nur einen knappen Vorsprung auf andere Granden im Team. Oder hat ihn sein "giftiger Stil" als Kloten-Captain beim Publikum unbeliebt gemacht? Ist mir zwar nicht aufgefallen, dass er in Kloten speziell provokativ agiert hätte, und Faulheit oder Gleichgültigkeit am neuen Arbeitsort wird man ihm wohl nicht unterstellen. Andernorts wäre man froh, hätte man einen wie Hollenstein. Habe jedoch den Eindruck, dass er lieber in seinem Umfeld und seiner Region spielt.