Beiträge von Iceman

    Ich glaube nicht, dass Germann es sich zu einfach macht. Ich hatte eher den Eindruck, dass die Gegner der Aufstockung einer allzu einfachen Argumentation folgten. Germann ist eigentlich der erste Journalist, der etwas selbständig denkt und nicht einfach gebetsmühlenartig etwas nachplappert.

    Man kann mir ruhig die Klubbrille vorwerfen, aber die Argumente, welche M. Lüthi (auch wieder) gestern im NZZ-Interview vorbrachte, sind für mich um einiges nachvollziehbarer als die simplifizierten Annahmen der "Aufstockungs-Gegner". Da ich dazu bereits etwas geposted habe, wiederhole ich mich hier nicht nochmals. Zudem ist das Thema nach der Abstimmung nun mal vom Tisch.

    Glaube nicht, dass Lüthi es so gemeint hat, dass er bzw. der SCB die Vereinbarung aufkündigen will. Der Hintergrund ist, dass man seit Jahren über Massnahmen redet, um den Kostenanstieg zu dämpfen. Eine der sinnvollen Massnahmen, nämlich die Reduktion auf 10 Teams, kann aus sportpolitischen Gründen auf absehbare Zeit kaum umgesetzt werden. Bei der Ausländerfrage wäre eine Umsetzung immerhin kurzfristig möglich. Die Argumentation, die Kosten würden dadurch automatisch steigen, weil dann einfach noch 2 superteure Ausländer mehr beschäftigt würden, ist jedoch nur unter bestimmten Annahmen haltbar. Beispielsweise, dass das Geld keine Rolle spielt. Aber wenn die Mehrheit dagegen ist, lässt man es halt bleiben.

    Wie auch immer, ich finde es grundsätzlich richtig, dass zumindest mal offiziell darüber abgestimmt wird. Allenfalls gäbe es noch andere Punkte, welche von der Liga seit Jahren gewälzt werden, welche eine solche Publizität auch verdienen würden, bzw. wo die Klubs und Klubvertreter mal öffentlich dazu Stellung nehmen müssten. Dies würde die Transparenz erhöhen und verhindern, dass öffentlich das eine gesagt, und hinter verschlossenen Türen etwas anderes getan wird. Wenn nur in Hinterzimmern über wichtige Fragen gesprochen wird, und - je nach Laune und Situation der jeweiligen Klubs - Ideen und Vorschläge still beerdigt werden, kann man sich die diversen Arbeitsgruppen sparen. Nur noch Ideen offiziell zur Abstimmung zu bringen, wenn alle einverstanden sind, kann nicht Sinn der Sache sein.


    müsste ja scb und lugaNo sein, mir ist schlegel paar cm zu klein, um unsere nr. 1 zu werden

    Ist dann halt ein Abwägen, wo die kleineren Nachteile liegen. Ein Goali, dem ein paar Zentimeter fehlen - dafür 4 ausländische Feldspieler, oder einen Ausländer im Tor (...der dann aber eine ordentliche Nummer sein müsste...) und dafür nur noch 3 ausl. Feldspieler. Keine Ahnung, wie der Markt punkto Goalis international aussieht. Aber Koryphäen auf Stufe eines Sulander oder Genoni dürften auch nicht an jeder Ecke zu finden sein.

    Wobei das mit dem Goali nur ein Faktor ist. Die schleichende Auszehrung dauert im Prinzip seit dem letzten Titel an. Die Illusion, man könne dies kompensieren, indem man einfach dem hoffnungsvollen Nachwuchs mehr Eiszeit einräumt bzw. auf die Wundertaten von Arno hofft, kommt höchstens in den Medien gut an. In der Realität zeigt sich, dass ein nicht kleiner Teil der (teilweise gar nicht mehr so jungen) Nachwuchsleute trotz allem Schleifen von Arno nicht über knappe 4–Linien-Tauglichkeit hinauskommt. Wenn überhaupt. Die Goali-Geschichte sei (scheints) auch so gelaufen, weil seitens des Teams entsprechende „Vorbehalte“ gekommen seien.

    Der Speed macht's - noch vor 20 und mehr Jahren wurde bedeutend unfairer und "gewalttätiger" gespielt, es wurde mit dem Stock nicht nur auf dem Eis, sondern auch am Gegner "gearbeitet". Aber das Ganze erfolgte mit viel niedrigeren Tourenzahlen. Heute ist alles auf Tempo Teufel ausgerichtet, das Material leichter, die Schlittschuhe schneller, die Spieler athletischer und skatingmässig von Jugend auf gefördert. Die Zusammenstösse erfolgen mit entsprechender Wucht und Kollateralschäden. Diese Entwicklung wird kaum rückgängig gemacht. Mit richtigem Verhalten und mehr Respekt vor der Gesundheit des Gegners kann man einiges verbessern, trotzdem darf man sich keine Illusionen machen. Bei einer Vollkontakt-Sportart wird es immer zu physischen Rencontres kommen, und mit dem gesteigerten Tempo steigt auch das Risiko steil an, dass der grundsätzlich nicht auf solche Be- und Entschleunigungen ausgerichtete menschliche Körper Schaden nimmt.

    Animiertes Spiel mit Tempo, bei welchem beide Teams nicht verbergen konnten, dass der letzte „Zwick“ da und dort noch fehlt. Das PP ist nur eine Baustelle, welche beiden Klubs in der Champions League zum Verhängnis werden könnte. Dafür die Goalis in Topform - den Schlegel würde ich manchem ausländischen Genoni-Ersatz vorziehen. Der hat ausgezeichnet gehalten.

    Schon extrem. Offenbar scheint eine Rückkehr aber immerhin möglich zu sein. Anderen Spielern hat man nach der 6en Hirneschütterung dringend nahegelegt, mit dem Hockey aufzuhören. Wobei es da natürlich auf die Schwere der einzelnen Fälle ankommt, und wohl auch, wie man diese auskurierte. Scheint bis vor wenigen Jahren zum guten Ton gehört zu haben, dass man den harten Typen markierte, und kurzum auf's Eis zurückkehrte, oder aber vom Klub unter Druck gesetzt wurde.

    Aufgrund von einzelnen Turnieren, ob auf Nationalmannschafts- oder auf Klubebene, kommt selten etwas schlaues heraus bei solchen Analysen. Was die Kritik an Fischer angeht, so ändert sich zumindest meinerseits aber nichts: Sein System der mutigen Offensive funktioniert, wenn die NHL-Fraktion im Nationalteam gut vertreten und einigermassen in Form ist. Sind die Verhältnisse jedoch nicht derart optimal, so hat Fischer keinen Plan B, wonach man das Spiel viel defensiver ausrichten müsste. Top und Flop wechseln sich deshalb ab, je nachdem, wie es betreffend des genannten Kriteriums aussieht. Immerhin scheint er einen guten Draht zu den Spielern zu haben, welche seinen Aufgeboten meistens folgen - das ist auch etwas wert. Ein ausländischer Coach, den keine "Swissness" schützt und dem der naive Optimismus von Fischer abgeht, wäre unter gleichen Verhältnissen längst abgesägt worden.

    Bei einem Pestoni wusste man, dass der nicht plötzlich alles verlernt haben konnte. Aber es passte halt einfach nicht in Zürich. Da hat etwas "Arno" die Blockade gelöst. Das Problem in Davos sind eher die (teilweise nicht mehr ganz so) jungen Spieler, welche man auf NLA-Niveau zu hieven versucht. Da war und ist eben nicht alles Gold, was glänzt. In früheren Zeiten konnte man sich die Rohdiamanten heraussuchen, welche AdC dann tatsächlich zu schleifen vermochte. Heute muss er öfters feststellen, dass nach all dem Schleifen am Ende nichts übrigbleibt.

    Apropos Werbepausen, Power-Breaks etc.:

    Frage mich, wie lange es geht, bis man das hier in der CH-Liga auch einführen will, damit die Pay-TV Sender per Werbung noch was reinholen können - und natürlich dafür auch etwas mehr an die Klubs für die Fernsehrechte bezahlen. Damit jeder senkrechte Schweizer noch ungestört die Tagesschau verfolgen kann, wird der Spielbeginn dann wohl auch noch nach hinten verlegt, und die 18 minütigen Drittelspausen haben wir ja schon.

    Am Ende müssen Auswärtige noch schauen, dass sie den letzten Zug irgendwohin erwischen.

    Irgendwie absurd, wenn das Spiel mit allerlei Regelanpassungen immer schneller gemacht werden soll, und der Zuschauer aber trotzdem immer länger in der Halle hockt. Hoffe, die Werbepausen während dem Drittel können noch möglichst lange verhindert werden.


    Iceman warst Du gegen die NJD im Stadion oder hast das Spiel am TV verfolgt? Deine Meinung?
    https://www.nzz.ch/sport/der-sc-b…rsey-ld.1424851

    Die "Mehrheitsmeinung" in der Berichterstattung trifft es wohl in etwa. Bloss eine Exhibition war es nicht, ein Ernstkampf natürlich ebensowenig. Verlieren wollten die NJD sicher nicht und entwickelten phasenweise auch gehörigen Druck. Der SCB mit den bei solchen Vergleichen typischen "mentalen Schwächen", d.h. zuerst zu viel Respekt, im Verlauf des Spiels dann weniger gehemmt. Beeindruckend die hohe Konstanz bei der Passqualität der NJD, aber in der NHL gehört das natürlich zur Minimalausstattung. Auch von der Schussqualität und den Moves der NHL-Truppe konnte man sich ein paar Scheiben abschneiden. Ansonsten viel Show + Begeisterung, mühsame Werbepausen, und die Hardcore-Fans des SCB waren betupft, weil es kein Billet-Kontingent gab. Insgesamt ist's also etwa so abgelaufen, wie man es erwarten konnte.

    Ein Einstieg von Red Bull in den CH-Hockeymarkt bei einem Klub wie eben Ambri würde heissen, dass sich ein weiterer Klub (grundsätzlich...) von den wirtschaftlichen Gegebenheiten abkoppeln könnte. Natürlich kann ein Mäzen den Geldfluss dosieren und muss nicht jeden Scherz mitmachen, aber a) würde sich RB kaum mit einem Platz am Tabellenende zufrieden geben, und b) zeigt die Situation in Lausanne oder Zug, dass die Geldgeber sich dann halt auch einmal im Meisterglanz sonnen wollen, und dafür die finanzielle Brechstange auspacken. Kurz und gut, ein Einstieg von RB wäre primär eine gute Nachricht für die Spieler.

    Insgesamt sieht es im Hockey aber besser aus als auch schon:

    Aus der NZZ von heute 26.9.2018:

    Die Zeiten der ausschweifenden Gewalt unter Eishockeyfans sind vorbei

    Die Attacke von ZSC-Hooligans auf einen Schiffsangestellten brachte Eishockeyfans am Wochenende in die Negativschlagzeilen. Doch anders als beim Fussball ist die Zahl der Zwischenfälle in den letzten Jahren stetig gesunken – die Gründe.

    https://www.nzz.ch/zuerich/die-ze…rbei-ld.1423063

    Hat ja (gemäss Blick oder sonstwo gelesen) offenbar auch noch unter den Fans Zoff gegeben, vermutlich weil ein paar "normale" helfen wollten. Das Problem ist, dass es nur eine Handvoll von Besoffenen braucht, um Stunk zu machen. So schnell können "Fanbegleiter" oder der Rest der Fangemeinde meist gar nicht reagieren. Bleibt die Frage, ob es für die Randalierer Konsequenzen haben wird. Aber üblicherweise können die sich auf das Schweigegelübde verlassen.

    In Davos ist der Grund ein völlig anderer(Umbau) als in Lausanne oder Zug, wo man bewusst nicht allzuviele Gästefans möchte, weil man Sicherheitsproblemen so aus dem Weg zu gehen hofft. Nach dem Umbau scheint es in Davos ja wieder einen Gästesektor zu geben. Ob dieser seine ehemalige Grösse behält, oder auch eingedampft wird, muss abgewartet werden.

    Klein-Hollenstein war aus meiner Sicht der "gefährlichste" Zürcher um's Berner-Tor herum und hatte am meisten Druck entwickelt, sein "Foul" in der Verlängerung war eher Pech bzw. Ungeschicklichkeit, als er per Stock den Puck zu erreichen suchte, und sich dann in den Schlittschuhen von Ebbett verhedderte. Das ist etwas anderes als ein dümmliches Frustfoul, über welches man sich zu Recht ärgern würde.

    Der andere bemerkenswerte Punkt ist aber in der Tat, dass im CH-Hockey der letzten ca. 10 Jahre überdurchschnittlich viele in Kloten ausgebildete Spieler prägend waren und sind. Plüss, Bodenmann, Wick oder nun eben Hollenstein - die Liste ist recht beachtlich (siehe Posts oben). Zumal Kloten ja die Nachwuchsförderung im "konventionellen" Rahmen betrieb, und niemand da war, der ein Farmteam finanzierte. Aber offenbar war da genug Sachverstand vorhanden, um aus beschränkten Mitteln sehr viel herauszuholen. Denn ebenso wie heute gab es auch in der Vergangenheit nicht nur "goldene" Jahrgänge. Da kann man nur den Hut ziehen und versuchen, sich ein paar Scheiben abzuschneiden.

    Könnte mir vorstellen, dass die Bemerkung von wegen dem Druck, welcher da und dort aufgrund der Investitionen entsteht, berechtigt ist. In Zürich, Bern und Lugano ist man seit langem quasi zum "Erfolg verdammt", der Druck ist immer hoch. In Zug hingegen wird Strebel nicht ewig über seine Finanzierung des Leistungszentrums oder der Academy reden wollen, sondern auch mal Erfolg sehen. Die Investoren in Lausanne sind keineswegs für Geduld und grosse Vertrautheit mit CH-Hockeygegebenheiten bekannt, und in Biel und Fribourg erwartet man nach den realisierten Zuzügen ebenfalls der Erfolg. Da gibt's schon mehr Dampf im Kessel als auch schon.

    Die Regel von wegen "Schlittschuh-Tor" wird auch nicht unbedingt einfacher. Eine Kickbewegung ist zumindest noch einigermassen klar zu identifizieren. Ob aber einer den Schlittschuh absichtlich so positioniert hat, dass der Puck ins Tor geht, oder ob er auch sonst so auf dem Eis gestanden wäre, dürfte schwieriger zu bestimmen sein.

    Was ist übrigens mit anderen Körper- oder Ausrüstungsteilen? Wenn ein Pass mit dem Stock nicht kontrolliert + ins Tor spediert werden kann, und man deshalb so auf's Tor fährt, dass der Puck z.B. vom Oberschenkel oder vom Oberkörper aus ins Tor fällt?

    Die Regeln zur Vermeidung von gefährlichen Checks kann ich nachvollziehen, bei anderen Änderungen solle Tempo und Spektakel gefördert werden. Dass das unnötige Behändigen des Pucks durch den Goali ein Problem sein soll, ist mir bisher nicht aufgefallen. Der kleinere Torkreis führt zu mehr Tohuwabohu im Slot. Insgesamt wird es für die Referees schwieriger, da noch mehr Entscheide nach Ermessen gefällt werden müssen. Der angekündigte "War Room" verspricht immerhin eine Entlastung.


    Falls er einen Vertrag bekommt muss man ihn ziehen lassen! Wäre das total falsche Signal an die Jungen die sich sonst schon im Juniorenalter nach NA absetzen. Wir sind schliesslich hier nicht beim HCD.....

    ...wenn Du auf Senn + Potthelberge anspielst, so sind aus meiner Sicht die nicht wirklich grossen Fortschritte ein mindestens ebenso grosser Faktor wie der geplante Abgang nach Übersee. Würden die beiden halten wie seinerzeit das Gespann Berra / Genoni wäre es kein Thema, dass man sie allenfalls ausbilden könnte, ohne dass sie beim HCD bleiben. Das andere Argument, dass man den ausländischen Goali holte, weil man eine Preissteigerung befürchte, wenn Bern + Lugano für nächste Saison dann ebenfalls auf Goalisuche gehen würden, tönt auf den ersten Blick plausibel. Der Schwede hat offenbar aber nur einen Vertrag für eine Saison, und wäre somit nächsten Frühling wieder auf dem Markt. Damit ist das Argument hinfällig.