Beiträge von Iceman

    Bei einem Pestoni wusste man, dass der nicht plötzlich alles verlernt haben konnte. Aber es passte halt einfach nicht in Zürich. Da hat etwas "Arno" die Blockade gelöst. Das Problem in Davos sind eher die (teilweise nicht mehr ganz so) jungen Spieler, welche man auf NLA-Niveau zu hieven versucht. Da war und ist eben nicht alles Gold, was glänzt. In früheren Zeiten konnte man sich die Rohdiamanten heraussuchen, welche AdC dann tatsächlich zu schleifen vermochte. Heute muss er öfters feststellen, dass nach all dem Schleifen am Ende nichts übrigbleibt.

    Apropos Werbepausen, Power-Breaks etc.:

    Frage mich, wie lange es geht, bis man das hier in der CH-Liga auch einführen will, damit die Pay-TV Sender per Werbung noch was reinholen können - und natürlich dafür auch etwas mehr an die Klubs für die Fernsehrechte bezahlen. Damit jeder senkrechte Schweizer noch ungestört die Tagesschau verfolgen kann, wird der Spielbeginn dann wohl auch noch nach hinten verlegt, und die 18 minütigen Drittelspausen haben wir ja schon.

    Am Ende müssen Auswärtige noch schauen, dass sie den letzten Zug irgendwohin erwischen.

    Irgendwie absurd, wenn das Spiel mit allerlei Regelanpassungen immer schneller gemacht werden soll, und der Zuschauer aber trotzdem immer länger in der Halle hockt. Hoffe, die Werbepausen während dem Drittel können noch möglichst lange verhindert werden.


    Iceman warst Du gegen die NJD im Stadion oder hast das Spiel am TV verfolgt? Deine Meinung?
    https://www.nzz.ch/sport/der-sc-b…rsey-ld.1424851

    Die "Mehrheitsmeinung" in der Berichterstattung trifft es wohl in etwa. Bloss eine Exhibition war es nicht, ein Ernstkampf natürlich ebensowenig. Verlieren wollten die NJD sicher nicht und entwickelten phasenweise auch gehörigen Druck. Der SCB mit den bei solchen Vergleichen typischen "mentalen Schwächen", d.h. zuerst zu viel Respekt, im Verlauf des Spiels dann weniger gehemmt. Beeindruckend die hohe Konstanz bei der Passqualität der NJD, aber in der NHL gehört das natürlich zur Minimalausstattung. Auch von der Schussqualität und den Moves der NHL-Truppe konnte man sich ein paar Scheiben abschneiden. Ansonsten viel Show + Begeisterung, mühsame Werbepausen, und die Hardcore-Fans des SCB waren betupft, weil es kein Billet-Kontingent gab. Insgesamt ist's also etwa so abgelaufen, wie man es erwarten konnte.

    Ein Einstieg von Red Bull in den CH-Hockeymarkt bei einem Klub wie eben Ambri würde heissen, dass sich ein weiterer Klub (grundsätzlich...) von den wirtschaftlichen Gegebenheiten abkoppeln könnte. Natürlich kann ein Mäzen den Geldfluss dosieren und muss nicht jeden Scherz mitmachen, aber a) würde sich RB kaum mit einem Platz am Tabellenende zufrieden geben, und b) zeigt die Situation in Lausanne oder Zug, dass die Geldgeber sich dann halt auch einmal im Meisterglanz sonnen wollen, und dafür die finanzielle Brechstange auspacken. Kurz und gut, ein Einstieg von RB wäre primär eine gute Nachricht für die Spieler.

    Insgesamt sieht es im Hockey aber besser aus als auch schon:

    Aus der NZZ von heute 26.9.2018:

    Die Zeiten der ausschweifenden Gewalt unter Eishockeyfans sind vorbei

    Die Attacke von ZSC-Hooligans auf einen Schiffsangestellten brachte Eishockeyfans am Wochenende in die Negativschlagzeilen. Doch anders als beim Fussball ist die Zahl der Zwischenfälle in den letzten Jahren stetig gesunken – die Gründe.

    https://www.nzz.ch/zuerich/die-ze…rbei-ld.1423063

    Hat ja (gemäss Blick oder sonstwo gelesen) offenbar auch noch unter den Fans Zoff gegeben, vermutlich weil ein paar "normale" helfen wollten. Das Problem ist, dass es nur eine Handvoll von Besoffenen braucht, um Stunk zu machen. So schnell können "Fanbegleiter" oder der Rest der Fangemeinde meist gar nicht reagieren. Bleibt die Frage, ob es für die Randalierer Konsequenzen haben wird. Aber üblicherweise können die sich auf das Schweigegelübde verlassen.

    In Davos ist der Grund ein völlig anderer(Umbau) als in Lausanne oder Zug, wo man bewusst nicht allzuviele Gästefans möchte, weil man Sicherheitsproblemen so aus dem Weg zu gehen hofft. Nach dem Umbau scheint es in Davos ja wieder einen Gästesektor zu geben. Ob dieser seine ehemalige Grösse behält, oder auch eingedampft wird, muss abgewartet werden.

    Klein-Hollenstein war aus meiner Sicht der "gefährlichste" Zürcher um's Berner-Tor herum und hatte am meisten Druck entwickelt, sein "Foul" in der Verlängerung war eher Pech bzw. Ungeschicklichkeit, als er per Stock den Puck zu erreichen suchte, und sich dann in den Schlittschuhen von Ebbett verhedderte. Das ist etwas anderes als ein dümmliches Frustfoul, über welches man sich zu Recht ärgern würde.

    Der andere bemerkenswerte Punkt ist aber in der Tat, dass im CH-Hockey der letzten ca. 10 Jahre überdurchschnittlich viele in Kloten ausgebildete Spieler prägend waren und sind. Plüss, Bodenmann, Wick oder nun eben Hollenstein - die Liste ist recht beachtlich (siehe Posts oben). Zumal Kloten ja die Nachwuchsförderung im "konventionellen" Rahmen betrieb, und niemand da war, der ein Farmteam finanzierte. Aber offenbar war da genug Sachverstand vorhanden, um aus beschränkten Mitteln sehr viel herauszuholen. Denn ebenso wie heute gab es auch in der Vergangenheit nicht nur "goldene" Jahrgänge. Da kann man nur den Hut ziehen und versuchen, sich ein paar Scheiben abzuschneiden.

    Könnte mir vorstellen, dass die Bemerkung von wegen dem Druck, welcher da und dort aufgrund der Investitionen entsteht, berechtigt ist. In Zürich, Bern und Lugano ist man seit langem quasi zum "Erfolg verdammt", der Druck ist immer hoch. In Zug hingegen wird Strebel nicht ewig über seine Finanzierung des Leistungszentrums oder der Academy reden wollen, sondern auch mal Erfolg sehen. Die Investoren in Lausanne sind keineswegs für Geduld und grosse Vertrautheit mit CH-Hockeygegebenheiten bekannt, und in Biel und Fribourg erwartet man nach den realisierten Zuzügen ebenfalls der Erfolg. Da gibt's schon mehr Dampf im Kessel als auch schon.

    Die Regel von wegen "Schlittschuh-Tor" wird auch nicht unbedingt einfacher. Eine Kickbewegung ist zumindest noch einigermassen klar zu identifizieren. Ob aber einer den Schlittschuh absichtlich so positioniert hat, dass der Puck ins Tor geht, oder ob er auch sonst so auf dem Eis gestanden wäre, dürfte schwieriger zu bestimmen sein.

    Was ist übrigens mit anderen Körper- oder Ausrüstungsteilen? Wenn ein Pass mit dem Stock nicht kontrolliert + ins Tor spediert werden kann, und man deshalb so auf's Tor fährt, dass der Puck z.B. vom Oberschenkel oder vom Oberkörper aus ins Tor fällt?

    Die Regeln zur Vermeidung von gefährlichen Checks kann ich nachvollziehen, bei anderen Änderungen solle Tempo und Spektakel gefördert werden. Dass das unnötige Behändigen des Pucks durch den Goali ein Problem sein soll, ist mir bisher nicht aufgefallen. Der kleinere Torkreis führt zu mehr Tohuwabohu im Slot. Insgesamt wird es für die Referees schwieriger, da noch mehr Entscheide nach Ermessen gefällt werden müssen. Der angekündigte "War Room" verspricht immerhin eine Entlastung.


    Falls er einen Vertrag bekommt muss man ihn ziehen lassen! Wäre das total falsche Signal an die Jungen die sich sonst schon im Juniorenalter nach NA absetzen. Wir sind schliesslich hier nicht beim HCD.....

    ...wenn Du auf Senn + Potthelberge anspielst, so sind aus meiner Sicht die nicht wirklich grossen Fortschritte ein mindestens ebenso grosser Faktor wie der geplante Abgang nach Übersee. Würden die beiden halten wie seinerzeit das Gespann Berra / Genoni wäre es kein Thema, dass man sie allenfalls ausbilden könnte, ohne dass sie beim HCD bleiben. Das andere Argument, dass man den ausländischen Goali holte, weil man eine Preissteigerung befürchte, wenn Bern + Lugano für nächste Saison dann ebenfalls auf Goalisuche gehen würden, tönt auf den ersten Blick plausibel. Der Schwede hat offenbar aber nur einen Vertrag für eine Saison, und wäre somit nächsten Frühling wieder auf dem Markt. Damit ist das Argument hinfällig.

    "BLICK" vom 13.9.2018

    https://www.blick.ch/sport/eishockey/nh ... 47733.html

    Wegen häuslicher Gewalt

    Im Juni wurde Nashville-Star Austin Watson (26) in Tennessee wegen häuslicher Gewalt verhaftet. Die NHL reagiert mit einer heftigen Strafe und sperrt den Preds-Flügel für 27 Spiele.

    ...da wird - wie in anderen Fällen von "Fehlverhalten" - von der NHL gehörig durchgegriffen.

    ...gegen aufsässige + kampfstarke "Kleine", ob nun aus Österreich oder England, bekunden die CH-Klubs fast mehr Probleme als gegen die hochgelobten Schweden. Der ZSC ist immerhin noch gewarnt vom letzten Mal. Das war beim SCB gegen Cardiff zwar auch der Fall, trotzdem gelang erst kurz vor Schluss das entscheidende Tor, welches aber auch für die kanadisch gespickten Waliser hätte fallen können.

    ...einzelne Teile aus dem NHL-Gefüge herauszubrechen und bei uns einzuführen ist schwierig. Zudem ist der Leidensdruck hierzulande noch nicht gross genug für eine entsprechend "adaptierte" Variante. Erst wenn es à la NHL den Geldgebern (dort Klubbesitzern) "ablöscht", wird man auf diese Idee (...und andere) allenfalls zurückkommen.

    Es geht - zumindest vorläufig - ja nicht um eine komplette Aufhebung jeglicher Beschränkungen. Aber so 1-2 zusätzliche Ausländer pro Team würden nicht gerade alles aushebeln. Zudem wurde schon richtig bemerkt, dass die Klubs kaum 5 od. 6 Top-Shots verpflichten könnten. Einerseits wegen der Kohle, denn Top-Ausländer kosten letztlich kaum weniger als Top-CH-Spieler, und andererseits wachsen die starken Ausländer auch nicht gerade auf den Bäumen. Die Sportchefs tun sich schon schwer genug, 4 starke Ausländer zu finden. Zustände wie im Fussball wünscht sich hingegen kaum jemand.

    Vorsicht ist dennoch am Platz, die Einwände von wegen dem Nachwuchs sind berechtigt. Allerdings vertrauen die Trainer auch heute schon wann immer es geht auf Routine + bewährte Klasse - von einzelnen Ausnahmen mal abgesehen. Diese Ausnahmen treten aber primär dann auf, wenn das Team auch sonst im Hoch ist, und der Nachwuchs in diesem Schwung zu Höhenflügen ansetzen kann. Die Top-Klubs haben punko Klasse + Routine mehr Reserven, die anderen müssen früher auf junge Spieler zurückgreifen oder auf solche, die andernorts Bankdrücker wären. Den Trainern kann man darob nicht wirklich einen Strick drehen, denn sie trifft's zuerst, wenn der sportliche Erfolg ausbleibt. Und diesen Erfolg definieren Fans + Sponsoren halt noch immer in altbewährter Manier.

    PS: Der Klaus hat natürlich wie immer nicht ganz unrecht, seine Argumentation lässt aber auch Fragen offen. Wenn z.B. ein Scherwey von Lausanne ein Angebot über TCHF 650 hat und für einen Corvi (...OK, gerüchteweise) noch einen 100tausender mehr aufgerufen wird, so ist davon auszugehen, dass ein mindestens gleich "guter" Ausländer doch etwas weniger kosten würde. Ganz so bescheiden, wie Klaus das skizziert, sind die Vorräte diesbezüglich nun auch wieder nicht. Die obigen Salärdimensionen sind nur möglich, weil a) der Markt abgeriegelt ist und b) man sich da und dort nicht um Geld zu kümmern braucht.

    Die Zeiten haben sich auch etwas geändert, und trotz Nachwuchsarbeit herrscht bei mehr od. weniger überdurchschnittlichen Spielern Mangelwirtschaft bzw. eine geschützte Werkstatt, welche die Löhne in die Höhe treibt. Aktuelle Situation: 11 Spieler in der NHL, 6 Spieler in der AHL und 8 Spieler in den höchsten Juniorenliegen spielen. Das sind 25 Spieler die in der Schweiz fehlen. Das macht schon etwas aus.

    Natürlich steigen die Kosten nicht erst seit diesem Jahr, aber seit das Geschäftsmodell mit externen Geldgebern häufiger als auch schon anzutreffen ist, hat sich die Gehaltsspirale erheblich beschleunigt - zumal man verschiedenenorts bereit ist, dem Erfolg wenn nötig mit der finanziellen Brechstange nachzuhelfen. Am extremsten wohl in Lausanne, aber nicht nur. Beim EVZ mag man noch lange von der Academy erzählen, aber wer glaubt, mit einem Zuschauerschnitt von ca. 6'000 Nasen (inkl. alle Nebenerlöse) würde man ein Team wie jenes vom EVZ finanzieren, ist ein "dreamer".

    Die Anzahl Teams in der NLA zu reduzieren wäre natürlich der effizientere Weg, um etwas Gegensteuer zu geben. Nur ist da kurz- + mittelfristig nicht viel zu machen. Das Ausländerkontingent um z.B. 2 Spieler zu erhöhen ist schon eher machbar und würde auch einen Effekt haben. Eine Patentlösung aller Probleme ist auch das natürlich nicht, und bevor es nicht nochmals klotenmässig kracht, wird es wohl so weitergehen, da muss man sich keine Illusionen machen. Somit kann man mal abwarten was passiert, wenn die ehemaligen Kloten-Investoren dann feststellen, dass man auch in Lausanne mit dem Sport kaum Geld verdienen kann.


    War das erwartete Spiel auf nicht allzuhohem Niveau. Geil fand ich das Plakat der Sirupkurve nach dem "Make some noise Lärmpegel-Wettbewerb" :applaus: Schade haben wir (zumindest in der CHL) schon NHL-"Stimmung".....
    Leider findet die CHL irgendwie immernochnicht richtig Anklang beim Publikum, die Preise sind ja eher bescheiden. Man sollte sich aber schon fragen, ob es sich finanziell nicht lohnen würde die Gruppenspiele (wieder) oder die ganze Kampagne in der SK zu integrieren und den Umsatz mit dem Catering zu machen. Wie ist das bei den anderen CH-Vereinen?

    Iceman: Habe gehört in Bern sind komplett alle CHL-Spiele inklusive, stimmt das?

    Bis und mit Achtelfinale sind in Bern die Saisonkarten gültig. Weiss nicht mehr, ob es in den Vorjahren mal sogar noch weiter ging. Ob die Rechnung aufgehen würde bei einem 1/4-Final , d.h. soviele Eintritte gelöst würden, dass der Ertrag daraus den reinen Gastroumsatz bei freiem Eintritt für Saisonkarten übertreffen würde, ist die Frage. Solange die Preise nicht allzu hoch sind ist es denkbar, ansonsten ist die Begeisterung dann wohl kaum mehr so gross.

    Eigentlich keine Neuigkeiten - es war schon immer klar, dass es für jeden Mäzen eines anderen Klubs kein Problem darstellt, den SCB zu überbieten - wenn er denn will. In Bern hat man sich den Umständen entsprechend aufgestellt und nützt die Vorteile des grossen Einzugsgebietes, auch konnte man sich mit dem Gastrogeschäft ein Stück weit von der reinen Abhängigkeit vom sportlichen Erfolg entkoppeln. Dennoch muss man sich an den wirtschaftlichen Realitäten orientieren, und dort gibt es nun mal Budgets und finanzielle Schmerzgrenzen. Bei einem Mäzen hängen diese weniger von solchen Sachzwängen ab, sondern von der Bereitschaft, für die Liebhaberei halt mal etwas mehr springen zu lassen, als es die reine Vernunft allenfalls gebieten würde. So wie fanatischer Hobby-Skifahrer eben mal zum teureren Equipment greift, obwohl es das etwas günstigere Modell wohl auch tun würde.


    In Bern dürfte der Baum ziemlich brennen, Zug ist ab übernächster Saison wohl ein nun ernsthafter Contender.

    Da man es schon geraume Zeit hat "kommen sehen", ist der Baum eher langsam abgekokelt. Natürlich gibt es die gleichen Dampfplauderer wie überall in solchen Momenten, welche zwecks Frustbewältigung den üblichen Blödsinn absondern. Man hat sich um Genoni sehr bemüht, er hat aus bekannten Gründen eine für ihn stimmigere Lösung gewählt. Als Fehlleistung kann man dem SCB ankreiden, dass auf der Position des Goalitrainers zu viele Wechsel vorgekommen sind. Allerdings glaube ich nicht, dass Genonis Entscheid anders ausgefallen wäre, auch wenn man 3 Jahre lang DEN Top-Goalitrainer beschäftigt hätte.