Man müsste die Sache auch mal im Vergleich mit anderen Nationen betrachten. Das eine "Extrem" dürften die Kanadier sein, welche ihr Team mit einer gewissen "was-ist-wenn" Vorselektion jeweils quasi ad-hoc bilden. Der Rest wird wohl mehr oder weniger Vorbereitungsspiele bestreiten, wobei auch dort am Ende noch soviele NHL-Grössen ins Team kommen, wie können und wollen. Wo die CH-Nati in einem solchen Quervergleich stehen würde wäre mal ein journalistisches Arbeitsthema, statt immer wieder die gleiche Litanei zu schreiben.
Dass die Klubs es mit gemischten Gefühlen sehen, wenn wesentliche Leistungsträger für Nati-Termine abgestellt werden müssen, ist keine neue Sache. Diese Saison ist es noch mal spezieller, weil kurz vor den Play-off's die Olympiade stattfindet. Bei den Klubs in den vorderen Regionen bestehen "gute Aussichten" darauf, dass die wesentlichen Leistungsträger in der Nati sein werden, und weil die NHL den Betrieb nicht unterbricht, dürften auch einige der hierzulande beschäftigten Kanadier + Amerikaner zum Handkuss kommen. Mit College-Mannschaften wollen die Nordamerikaner offenbar nicht antreten.
Beim SCB könnte dies etwa folgendes heissen: S. Moser, G. Haas, S. Bodenmann, R. Untersander, E. Blum + Genoni wären ja praktisch gesetzt. Ob das Aufgebot eine gewisse "Ausgeglichenheit" zwischen den Klubs beachten wird, bleibt abzuwarten, weil ja nicht jeder Klub gleich viele Anwärter stellt bzw. stellen kann. Bei den Ausländern werden Ebbett + Raymond wahrscheinlich für die Kanadier spielen, allenfalls kommt auch Noreau zum Handkuss. Wie es bei den USA bestellt ist, ist mir weniger bekannt, aber dort dürfte Arcobello auch vorne auf der Kandidatenliste der in Europa tätigen Amis stehen. Die Chancen auf überraschende Play-off's stehen, je nach Verletzungspech, relativ gut. Deshalb kann man sich im Prinzip die ganzen derzeitigen Analysen zum Meisterschaftsalltag sparen. Nach der Olympiade werden die Karten möglicherweise völlig neu gemischt.