Um das Thema abzuschliessen:
Germann hat in der NZZ am Sonntag einen Artikel verfasst, der - wie ich es versucht habe - die mediale Lobhudelei etwas relativiert. Dafür zitiert er auch, was bei den Meistertiteln des ZSC jeweils alles geschrieben worden ist, auch in der NZZ. Fazit: im Eishockey sind die Dinge unbeständig und die (im nachhinein) herbeigeschriebene "Überlegenheit" der gerade aktuellen Titelhelden bestenfalls eine Momentaufnahme.
Für den Artikel muss man Abonnent sein, weshalb der Link nicht allen weiterhilft https://nzzas.nzz.ch/sport/herrsche…20?reduced=true
Deshalb hier ein paar Passagen
"...Das alles erinnert an die Situation 2014 bei den ZSC Lions. Auch dort hatte der Sportchef Edgar Salis die Schweizer Schlüsselspieler frühzeitig langfristig an den Klub gebunden. Luca Cunti, Reto Schäppi und Patrik Bärtschi hatten bis 2017, Roman Wick sogar bis 2018 unterschrieben.
CEO Peter Zahner sagte in einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger»: «Man darf nicht erwarten, dass wir jetzt jedes Jahr Meister werden. Das wäre respektlos gegenüber den anderen Teams. Aber wir müssen immer auf dieses Ziel hinarbeiten. Wir müssen demütig bleiben, die Einstellung haben, jeden Tag besser zu werden. Dieser Anspruch hält einen davon ab, genügsam zu werden. Denn das wäre das Schlimmste.»..."
"...Genügsam geworden zu sein, sich in den entscheidenden Momenten nicht mehr auflehnen zu können, genau das hat man den Spielern der ZSC Lions nach ihrer Viertelfinal-Niederlage gegen den HC Lugano vorgeworfen.
Es ist eine plakative Unterstellung, die sich gut liest und beim enttäuschten Anhang möglicherweise hilft, Frust abzubauen. Man hat den Vorwurf auch in Bern bereits gehört – vor drei Jahren nach dem Sturz in die Klassierungsrunde oder zwischen 2006 und 2009, als der SCB als Qualifikationssieger dreimal in den Viertelfinals scheiterte..."
"...Seit dem Jahr 2000 haben drei Teams 16 der 18 Titel unter sich aufgeteilt: der SCB, der HCD und die ZSC Lions. Nur der HC Lugano durchbrach die Dominanz der grossen drei zweimal (2003, 2006). Es ist gerade drei Jahre her, da schienen die ZSC Lions alles richtig zu machen und der Konkurrenz um Jahre entrückt zu sein.
Nun ist der SCB das Team der Stunde. «Meisterlicher Meister bleibt meisterlich», schrieb die «Berner Zeitung», «die Berner Streber» der «Tages-Anzeiger», «überall einen Schritt voraus» die NZZ. Es sind Schlagzeilen des Moments..."