Beiträge von Iceman

    Auch beim ZSC müssen sich die Ausländer bedeutend strengeren Massstäben stellen, obwohl die CH-Grossverdiener kaum weniger abkassieren und genau gleich in der Verantwortung stehen. Im VJ wurde Crawford vorgeworfen, er hätte Matthews/Nilsson zu sehr forciert, angeblich wegen der Publicity in Übersee. Dass es noch andere Gründe gegeben haben könnte, beispielsweise die Leistungen von designierten CH-Stars, wurde im seinerzeitigen Rundumschlag von Simon Graf im Tagi weitaus weniger stark beleuchtet. Bei Thoresen kommt es mir wieder ähnlich vor: Natürlich erwartet man von einem Spieler mit seinem "Sniper-Ruf", dass er das Zeugs versenkt, und da hätte er aus den Gelegenheiten, die er sich in den PO's erarbeitete, auch mehr herausholen können. Er stach dennoch heraus mit seinem Kampfgeist und dem Willen, das Blatt doch noch irgendwie zu wenden, auch wenn es ihm nicht laufen wollte. Ob man solches von den diversen designierten CH-Leistungsträgern auch sagen kann, wäre die Frage.

    Ist aber ein allgemeines Phänomen, dass sich die Kritik primär über die Sportchefs, Trainer und Ausländer ergiesst, und die CH-Spieler meistens sehr glimpflich wegkommen. Mal abgesehen von Aversionen gewisser Fans gegen einzelne Spieler, bei welchen dann jede falsche Bewegung pro Shift registriert wird.

    Glaube nicht, dass die "Sputniks" weniger trainiert hatten als die Amis, ganz im Gegenteil. Die Herren Bykov + Chomutov haben ja ein paar Müsterchen erzählt, und ich gehe nicht davon aus, dass es vor ihrer Zeit weniger streng zur Sache ging. Nicht umsonst waren die Sowjets ausserhalb der Nati-Termine im "Armeesportklub" zusammengefasst, und so ging es offenbar auch zu- und her. Und zwar gemäss "Tagesbefehl" von morgens bis abends unter der Fuchtel von Tichonow. Es war das "Miracle on Ice", eben darum, weil man es nicht mit den üblichen Argumenten erklären kann.

    Gemäss den Lokalmedien bringt Streit den Stanley-Cup am 2en August nach Bern. Heisst dass nun, dass Streit's Name auf den Kübel kommt? War ja nicht 100%ig sicher wegen der wenigen Eiszeit. Im Team wurde er aber scheints trotzdem geschätzt, weil er seine Notnagel-Rolle professionell wahrnahm. Durfte den Stanley-Cup glaub' sogar als 6er hochstemmen oder so. Mag ich dem unermüdlichen Chrampfer gönnen!

    Wenn der EVZ diesen Frühling statt auf völlig desolate Genfer auf Lugano getroffen wäre, hätte der EVZ die 1/4-Finals kaum überlebt. Auch die Davoser wurden aus meiner Sicht etwas überbewertet, bzw. diverse "Experten" übersahen wegen dem nach wie vor rasante Offensivspiel die eklatanten Mängel im eigenen Drittel. Deshalb kam der EVZ in der Serie auch gross heraus, und ein McIntyre schoss sich zum "Mister Play-off" (...zumindest aus Sicht der "Experten"...). Dass die Davoser mit etwas wirbeln im Zuger-Drittel immer wieder 2 oder 3 Tore-Rückstände aufholte, wurde nicht als Zuger-Schwäche interpretiert, sondern dem überragenden HCD zugeschrieben. Dass die Zuger hinten alles andere als sattelfest waren, wurde erst im Final sichtbar.

    Ich weiss, Tempi passati, interessiert nicht mehr. Aber aus meiner Sicht hätte der ZSC in einer etwas anderen Konstellation problemlos den Final erreichen können. Zu welchem Nennwert man dies genommen hätte, ist wieder eine andere Frage.

    Als Titelkandidaten scheint man zudem Lugano zu vergessen. Die waren (...aus meiner Sicht...) die stärksten Konkurrenten um den Titel in den letzten 2 Jahren, und zwar mit grossem Abstand verglichen mit dem EVZ oder Davos. Und dies trotzdem es im Sottoceneri drunter und drüber ging, und nicht gerade die allerbesten Voraussetzungen bestanden.

    In den Dimensionen, in denen sich Lugano, Zürich, Bern + Zug bewegen (können oder könnten), sehe ich in den nächsten Jahren nur Lausanne. Mit einem neuen Stadion hat man sicher eine solide Grundlage für das Überleben in der NLA, nur gehen die verfügbaren Mittel an der Spitze weit über das hinaus, was man mit dem eigentlichen Sport erwirtschaften kann.

    Die von ausserhalb des Sportbusiness zufliessenden Mittel hängen von einer gewissen Selbstbeschränkung der Mäzene ab, bzw. von der Entwicklung der Nebengeschäfte im Fall von Bern. Gerade in Lausanne werden es die kanadischen Ölmilliardäre aber eine Zeitlang etwas krachen lassen, um eine "Meistermannschaft" aus dem Boden zu stampfen. Da ist dann höchstens noch die Frage, wer mitziehen will oder kann.

    Geht ja auch nicht darum, Conz das Talent abzusprechen. Es ist rätselhaft, wie der ehemals als bester U?? Goali ausgezeichnete Conz, der die Langnauer in die Play-off's hexte, derart abbauten konnte. Schon in Lugano war ein deutlicher Unterschied zu seiner Zeit in Langnau festzustellen, was man damals auch dem Tessiner-Abwehgelauer zuschrieb. Bei Fribourg hoffte man, dass Conz wieder zu alter Stärke finden würde. Ganz dorthin kam er zwar nicht mehr, aber die Leistungen waren bis zum Final 2013 gar nicht schlecht. Danach setzte aber eine Abwärtsspirale ein, es gab Diskussionen um Übergewicht und mangelnden Trainingsfleiss, und das ehemals gefeierte Talent fand den Tritt bis heute nie mehr richtig. Dass er bei Gottéron auch unter mangelhafter Defensivarbeit seiner Vorderleute litt, ist berücksichtigt. Umgekehrt hätten etwas konstantere Auftritte des Goalis dem Team wohl auch mehr Sicherheit vermittelt. Deshalb die Bemerkung, dass Gottéron nicht erst seit diesem Frühling an einem Ersatz für Conz herumstudiert.

    Dubé hat zwar in einem Interview gesagt, dass er eher einen ausländischen Goali im Auge habe (...was aber auch nur eine Schutzbehauptung sein könnte...). Der Grund dafür scheint zu sein, dass Conz seit geraumer Zeit in der Kritik stand, und man in Fribourg nicht erst seit diesem Frühling an einer "Problemlösung" arbeitete. Die Kandidaten, welche zur Auswahl standen, schienen die Verantwortlichen bisher aber auch nicht zu überzeugen.

    Die Auswahl dürfte sich aber auf die jeweils typischen #2 Goalis beschränkt haben. Zudem können sich Goalihierarchien mit der Zeit auch verändern...

    Abgesehen vom Problem, überhaupt einen valablen Kandidaten zu finden: Was erzählt man dem von wegen "Zukunftsperspektiven", und für wie lange macht man den Vertrag? Mit der Klausel "falls Berra zurückkommt bist Du bei 40% des jetzigen Lohns Ersatzgoali" dürfte es schwierig werden...

    Rein vertragstechnisch kann man Berra natürlich nichts ankreiden, und was er oder sein Agent kommuniziert haben weiss man nicht. Ähnlich verhält es sich mit der Abkanzelung von Dubé. Könnte mir vorstellen, dass der Druck, Conz aus Kostengründen möglichst rasch loszuwerden, nicht unbedingt von Dubé selber kam. Abgesehen davon: Ob es wirklich eine Glanzidee wäre, einen derartigen Unsicherheitsfaktor wie Conz weiter zu beschäftigen, muss bezweifelt werden - Berra hin oder her.

    Was man Dubé vorwerfen kann ist, keine "starke" Nr. 2 auf der Goaliposition verpflichtet zu haben. Auch bei diesem vollmundigen Vorwurf des Eismeisters müsste man aber nachhaken und fragen:

      Wer wäre denn überhaupt auf dem Markt (gewesen), der in der jetzigen Situation - schwuppdiwupp - zum Nr. 1 Torhüter Gottérons mutieren würde?

      Welcher dieser verkannten Nr. 1 Torhüter wäre bereit gewesen, einen Vertrag bei Gottéron zu unterzeichnen, um (wahrscheinlich) hinter Reto Berra die 2e Geige zu spielen?

    Ganz so eindeutig und klar, wie es der Eismeister aus unterhaltungstechnischen Gründen darstellt, ist die Sache nicht.

    Kann sein, dass Berra die Fribourger schon mehr oder weniger "intensiv" vorgewarnt hatte, dass er jedwede Chance ergreifen würde, um in Nordamerika zu bleiben. Für Aussenstehende war es zumindest nicht offensichtlich, dass der Wechsel zurück in die CH von grossen Unsicherheiten geprägt sein würde. Falls auch die Verantwortlichen in Fribourg in diesem Glauben belassen worden sind, hätte Berra nicht gerade Imagepflege betrieben. Welchen Status er bei den Ducks neben den beiden anderen Goalis haben wird bzw. ob er Chancen hat, sich zur #1 empor zu arbeiten, müssten die NHL-Sachverständigen beurteilen.

    Sofern sich das Ganze nicht als Missverständnis / Zeitungsente entpuppt jedenfalls ein gehöriger Dämpfer für die Fribourger, denen ich mit einem Berra, welcher einigermassen ein Niveau wie seinerzeit in Biel erreicht, einiges mehr zugetraut hätte, als es mit dem Unsicherheit verströmenden Conz der Fall gewesen ist. Die Ausländer bei Gottéron scheinen mir auch nicht übel. Nach den gescheiterten Experimenten der letzten Jahre mit CH-Goalis, welche Conz hätten entlasten (...oder verdrängen...) sollen, kann ich mir gut vorstellen, dass Dubé nun intensiv im Ausland nach einem einigermassen valablen Goali Ausschau hält.

    Man müsste schon ein so starkes Team beisammen haben, bei dem man es sich leisten könnte, z.B. einen Jagr zu verpflichten, welcher sich noch knapp zwischen der gegnerischen blauen Linie und dem gegnerischen Slot bewegt - quasi eine Stufe vor dem Einbetonieren... :mrgreen:

    Aber immerhin, wenn man sieht, was Jagr im Slot bewirken kann (eigene Treffer plus solche, welche er durch seine Präsenz ermöglicht), erstaunt es nicht, dass er die letzten Jahre immer noch einen NHL-Vertrag erhielt. Aber irgendwann ist halt selbst bei einem Jagr die Kerze abgebrannt...

    Conacher wäre mir auch sehr recht gewesen, aber er liess offenbar schon vor geraumer Zeit verlauten, dass er nur zurückkommen würde, wenn er in NA keine Chance mehr sehe. Was noch nicht der Fall zu sein scheint.

    Solange es nicht gerade so wie in Aarau läuft mit Einsprachen + Verzögerungen muss man vermutlich zufrieden sein. Man hat ja auch ein entsprechendes Zeit- und Finanzbudget für die erwarteten Einspracheverfahren.

    Hallo Benny,
    Danke für die "Facts" - wie es halt so geht ist mir primär das etwas verkorkste "Ende" von Daigle in der CH in Erinnerung geblieben. Ein anderer wäre längst vergessen, aber bei einem 1st round pick.... Eben vermutlich eine Erwartungshaltung, welche Daigle immer wieder begegnete, und nicht nur zu beflügeln schien.

    In den letzten Tagen wurden in der Presse einige Merkwürdigkeiten um die 1st rounds früherer Tage ausgegraben, so gab es scheints in den 60er Jahre Erstrundendrafts (glaub 1964 war einer davon...) welche letztlich nie ein NHL-Spiel bestritten. Gehe aber davon aus, dass dies angesichts des Scouting- und Ausleseaufwandes heutzutage kaum mehr möglich ist.

    Da kann man Hischier nur Gratulieren und ihm viel Glück wünschen. Die Erwartungen bei NJ werden vermutlich riesig sein, nun wieder an erfolgreichere Zeiten anknüpfen zu können. Dazu braucht es aber vermutlich noch etwas mehr als ein Wunderkind - welches hoffentlich trotz allem nicht verheizt wird.

    Gemäss der Stadtentwicklungs-Doktrin fährt der Zürcher sowieso nur Velo oder ist zu Fuss oder mit dem ÖV unterwegs. Alles andere ist "pfui" und muss gestoppt werden. Ob mittels Spur- oder Parkplatzabbau ist einem echten Anti-Privatverkehr-Taliban egal. Wohl deshalb erschlägt es einem in den USA immer wieder von neuem, wenn man mit der Karre vor ein Stadion fahren und parkieren kann. OK, die Grössenverhältnisse bzw. der zur Verfügung stehende Platz kann man natürlich nicht vergleichen, trotzdem ist nicht nur in den USA die hierzulande herrschende, leicht fanatische "euch Autofahrern zeigen wir es" Mentalität nicht vorhanden.

    Sicher ein edler Wettstreit, vor allem in Zeiten des "Sommerlochs". Relevant für die Beurteilung + die "Geschichsbücher" werden aber die Leistungen der nächsten paar Jahre sein. Sonst gibt's am Ende nur den "Alexander Daigle Gedenkkugelschreiber".... :mrgreen:

    So schlimm, wie teilweise befürchtet worden ist, sieht es mit den Spieltagen nicht aus. Es geisterten ja Szenarien herum, wonach (fast) an beliebigen Wochentagen gespielt würde, je nach sonstigem (Sport) Unterhaltungsangebot. Auf den ersten Blick hält sich dies aber in Grenzen.

    Mit Streit / Seger könnte dann die absolute "Legenden-Verteidigung" gebildet werden. Wobei - etwas ernsthafter gesehen - beide wohl eher einen schnellen, flinken Co-Verteidiger an ihrer Seite haben müssten. Denn Streit hat schon richtig erkannt, dass die Eisfelder hierzulande dem "Altershockey" nicht entgegenkommen. Aber wie schon bemerkt, mit der passenden Rolle und dem passenden Mitspieler könnte Streit auch in der CH einem Team etwas bringen. Ebenso richtig hat Streit aber auch erkannt, dass es damit für ihn wohl nicht getan wäre, weil von ihm irgendwelche Wunderdinge erwartet würden. Daneben gibt es genügend Neider, die nur darauf warten würden, die Gift und Galle ihres persönlichen Lebensfrustes über Streit auszugiessen.

    ...letzte Saison sah die Tribune de Genève den Pleitegeier über Servette kreisen, nachdem Präsident Quennec und seine Berater schon den Fussballclub ins Grab begleitet hatten und das Vertrauen deshalb offenbar etwas gelitten hat. Und nun gleist man das Projekt eines Servette-Farmteams auf. Da dies doch zwischen 1 - 3 Mio. pro Saison kostet, scheint es mit der Finanzlage von Servette nicht so schlecht auszusehen, wie lokale Journalisten befürchteten.

    So hat es Weber in einem Interview kürzlich auch ausgedrückt. Für ihn zählt, dass er in der NHL mit dabei ist, auch wenn er in der CH (...nach Steuern...) wohl das Doppelte verdienen könnte. Ist wohl auch eher die Ausnahme als die Regel. Andererseits versuchen mit Bertschy, Vermin & Co. doch auch noch andere Kandidaten, sich drüben irgendwie "festzubeissen", und nehmen dabei auch in Kauf, finanziell bedeutend schlechter dazustehen, als es in der CH der Fall wäre. Beide haben zwar einen (offenbar sehr lukrativen) Vertrag beim HC Lausanne unterzeichnet für den Fall einer Rückkehr, welche aber noch nicht unmittelbar bevorzustehen scheint.

    Im Gegensatz zu Weber sind aber gerade Bertschy + Vermin nicht dazu gemacht, irgendwo in der 4en Linie etwas zu murksen. Ihre Stärken könnten sie erst richtig mit spielstarken Linienkollegen ausspielen, d.h. tendenziell in den Linien 1 + 2. Dafür wiederum dürften sie dann aber trotzdem nicht gut genug sein - das bekannte Dilemma.