Beiträge von Iceman

    Das hört man ja nicht zum ersten Mal, wobei der Vorsatz in der Zeit vor dem neuen Besitzer immer recht schnell über Bord flog, und man die Lizenzen rasch verbrauchte. Die Frage ist, ob man insgesamt wirklich so viel Geld spart, wenn man mit einer Minimalausstattung antritt. Oder verliert man Geld, weil es den Zuschauern von allem Anfang an ablöscht, wenn man schon zu Beginn in die Krise gerät? Wäre nicht ein guter Start sehr viel Wert für Kloten, wo man die Punkte primär dann holen muss, wenn andere noch etwas holprig unterwegs sind?

    OK, wenn es die pure Not diktiert, dass es nicht für einen 4en Ausländer reicht, kann man die Diskussion rasch beenden. Ansonsten gilt das oben Geschriebene. Die Konkurrenz schläft bekanntlich nicht, Gottéron erwarte ich mit einem Berra in Normalform um einiges stärker als in den letzten Saisons, Biel wird trotz gewichtiger Abgänge keine Rückschritte machen, die Langnauer werden diesmal nicht die ersten 9 Spiele am Stück verlieren. Für Kloten wird's nicht einfacher, eher im Gegenteil...

    Immerhin, Streit konnte den "Kübel" stemmen, und hat - wenn auch mit Einschränkungen - seinen Traum vom Gewinn des Stanley-Cups verwirklichen können. Ein Karrierehöhepunkt (fast) zum Schluss seiner eindrücklichen aktiven Karriere.

    Seit vorletzter Saison sind im SCB-Saisonabo die CHL-Spiele bis + mit Halbfinal inbegriffen. Die Gründe dafür wurden schon mehrmals genannt. Von dern 13'000 Abo-Inhabern finden so jeweils ca. 8 - 10'000 den Weg ins Stadion (...kommt auch etwas auf die Gegner an...) , wo dann auch ein Bierchen gekippt wird etc. Somit gibt's wenigstens auf diese Weise etwas Kohle, vermutlich nicht viel weniger als wenn 3'000 Zuschauer irgend ein vergünstigtes Billet kaufen würden. In Zürich sieht die Rechnung vorläufig noch anders aus, da der ZSC an der Stadiongastronomie nicht oder nicht im gleichen Umfang partizipiert, wie dies dann dereinst im neuen Stadion der Fall sein wird.

    ZSColin:
    Das wird sicher nicht passieren. Kann ich mir einfach nicht vorstellen. Zuerst das ganze Gezeter
    um Segi's Vertragsverlängerung und dann einen 40-jährigen Verpflichten - I don't think so!

    Mit einer bestimmten Rolle könnte Streit natürlich auch in der CH noch spielen, auch wenn die grösseren Eisfelder dem "Alter" nicht gerade entgegenkommen. Andererseits müsste er damit leben, dass die Neider ihm jeden Fehler aufrechnen. Man mag es hierzulande bekanntlich nicht, wenn einer mal etwas über den biederen Durchschnitt herausragt oder herausgeragt ist. Ob er sich das absehbare kleingeistige "Gschtürm" wirklich noch antun wollte, wäre die Frage.

    Mit einem halbwegs vernünftigen Spielkonzept liegt immer was drin, wobei wir so oder so auf einen "Lauf" und "Puckluck" angewiesen sind. Was letztes Jahr nervte war das naive Hurra-Hockey, offenbar das Resultat einer massiven Überschätzung des eigenen (nachhaltigen) Offensivpotentials. Da Fischer vorher Lugano in ähnlicher Weise ins Elend coachte musste man sich schon fragen, ob der gute Mann eigentlich komplett lernresistent sei. Immerhin, die "Stützungsmassnahmen" für Fischer haben Wirkung gezeigt; entweder kam er selber zur Vernunft, oder Albelin hat taktisch das Szepter übernommen. Mit solidem Defensivspiel konnte man nun immerhin davon profitieren, dass einem das Abschlussglück hold war. Aber selbst dieses würde nichts nützen, wenn man im Durchschnitt mehr als 1-2 Öfen einkassiert.

    Die Wahrnehmung schwankt aber in der Tat stark von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Es wäre kaum gross positiv erwähnt worden, hätte sich das Team zwar defensiv gesteigert, aber offensiv Pech gehabt bei den Torschüssen.

    Wie üblich sieht man gegen die "Grossen" besser aus als gegen die Teams, welche man gemäss einem teilweise allzu grossspurigen Selbstverständnis zu schlagen hat. Nachdem man mittlerweile die negativen Auswirkungen der Silbermedaille - worunter die obgenannte Selbstüberschätzung fällt - überwunden zu haben scheint, ist die taktische Ausrichtung wieder mehr auf die eigenen Möglichkeiten zugeschnitten. Und die sind nach wie vor näher beim "System-Krüger" als beim gefälligen Offensivspiel. Fleiss, Disziplin und gute Organisation sind die typischen CH-Stärken, auf welche man sich international stützen kann. Kombiniert mit einem guten Torhüter benötigt man dann noch etwas Abschlussglück, um zu reüssieren. Die Idee, dass die Schweiz "mitspielen" bzw. auftreten kann wie die grossen Hockeynationen ist aber keine Fehleinschätzung, welche nur auf Fischers Mist gewachsen wäre. Das zog sich durch das Gros der Hockeyschweiz. Natürlich macht es einen Unterschied, ob die NHL-Stammspieler mit dabei sind oder nicht, und wenn alles optimal läuft ist vieles möglich, auch eine Medaille. Muss man sich jedoch mehrheitlich auf einheimisches Schaffen stützen kann man nicht erwarten, dass die Spieler nun plötzlich Stärken an den Tag legen, welche im NLA-Tagesgeschäft auch nicht zu den Kernkompetenzen zählen. Immerhin demonstriert Herzog exakt zum richtigen Zeitpunkt Skorerqualitäten. Die Mängel im Überzahlspiel überraschen hingegen nicht, wenn man sieht, wie die PP-Formationen in der Meisterschaft bei den meisten Teams aussehen. So etwas kann man in der Nationalmannschaft nicht innerhalb von ein paar Wochen umkrempeln. Schon eher verwunderlich ist das schlechte Boxplay, bei welchem auch in der Meisterschaft eher reine CH-Garnituren zum Einsatz kommen. Fazit: Dank dem starken Auftritt gegen die Kanadier, wo man auch das nötige Glück der Tüchtigen hatte, ist die Stimmung merklich aufgehellt. Wobei dies, wie am Anfang erwähnt, nichts neues ist. Die "Pflichtspiele" gegen (angeblich) schwächere Teams waren meist Anlass zur Schelte, gegen die "Grossen" holte man sich mit Exploits wieder Sympathie- und andere Punkte.

    Die "Reform" von wegen der unerlaubten Stockarbeit kam meines Wissens nicht nur von Fischer, sondern auch von den Coaches der in der CHL engagierten Teams. Auch dort wurde deutlich, dass bei uns offenbar zu viele Stockfouls ungeahndet bleiben. Mir wäre bisher nicht aufgefallen, dass an der WM nun plötzlich eine andere Saite aufgezogen wird. Punkto Checks wird mehr toleriert, wobei diese im Durchschnitt auch besser "gefressen" werden. Man sieht hier keinen, der auf dem Eis steht, als würde er an einer Bar lehnen, und den es bei einem Check dann entsprechend zusammenfaltet. In der CH hat dies üblicherweise zur Folge, dass der Spieler vom Eis geführt werden muss und der "Täter" bestraft wird. Gegen die Norweger und die Franzosen hatte ich den Eindruck, dass sich die CH-Spieler etwa 1 Drittel an die robusten Gegner gewöhnen mussten, bis sie schnallten, dass es international in Sachen Physis ganz anders zur Sache geht. Man mag technisch & läuferisch gar nicht übel aussehen, aber punkto Kraft, Standfestigkeit, Druck auf dem Stock etc. fehlt es. Nicht nur gegen die grossen Hockeynationen.

    Bin kein Fan von Fischer und seiner chronischen Überschätzung des CH-Hockeys, aber heute wären die sogenannten "Führungsspieler" auf dem Eis gefordert gewesen. Es liegt an ihnen, das Larifari zu stoppen, welches nach dem offensichtlich zu einfachen Vorsprung einkehrte. Fischer hat brav sein Timeout genommen, nützen tat es nichts. Aber eben, es wäre primär an den Herren on Ice gewesen. Da kam aber wieder gar nichts, ausser ein paar unmotivierten Strafen. Völlig ungenügende Einstellung!

    Auch wenn ich kein Freund von Fischers unrealistischen Träumereien bin, aber man ist schon mit stärkeren Mannschaften zu solchen Wettbewerben angetreten. Habe aber keine Angst, dass dies im Falle eines Misserfolges nicht genügend berücksichtigt wird... beim Verband. Die Situation ist ähnlich wie jeweils unter Krüger: In der Offensive fehlt es an allen Ecken und Enden, d.h. Tore dürften eher Mangelware sein. Retten kann man sich mit diszipliniertem Defensivspiel und überragenden Torhütern. Genoni wirkt noch leicht verkatert, dafür ist immerhin Hiller in Hochform. Viel erwarte ich eigentlich nicht, aber nachdem man schon hoffnungsvoller in ein WM-Abenteuer gestartet ist und danach eine Negativüberraschung erlebte, ist's ja vielleicht mal umgekehrt...

    Wenigstens hat Fischer nicht mehr die Wahnidee (...bzw. sie wurde ihm mit dem defensiven Gewissen an der Bande ausgetrieben...), de CH-Spieler müssten nun auf internationaler Ebene damit anfangen, ihre (überschätzten) Offensivspektakelkünste unter Beweis zu stellen.

    In einem kürzlichen Interview kam aber schon durch, dass Fischer die Dinge nach wie vor vermischt. Ihn stört, dass sich die CH-Spieler angeblich nicht genug zutrauen, ihr Licht unter den Scheffel stellen würden, und sich zu stark von "grosstuerischen" Angelsachsen beeindrucken liessen. Die Diagnose ist zwar nicht grundsätzlich falsch, und trifft übrigens nicht nur im Eishockey zu. Nur ist die Nationalmannschaft nicht der richtige Ort, um neue Trends zu setzen. Wenn man kaum in der Lage ist, die Centerpositionen zu besetzen (...die CH-Center beim SCB hiessen letzte Saison Martin Plüss in Linie 3 und Marc Reichert bis zu seiner Verletzung in Linie 4....), so muss in der Nachwuchsarbeit und auf Klubebene etwas passieren. Es nützt nichts, wenn Fischi in der Nationalmannschaft kindlichen Optimismus verbreitet und beweisen will, dass die Schweizer es ebensogut können wie die doofen Nordamerikaner.

    Man will es zwar nicht gerne hören, aber im Prinzip ist man eben nicht so wahnsinnig viel weiter als in der Krüger-Ära. Will die CH-Nati Erfolg haben, so muss das Gros der NHL-Spieler an Bord sein, oder man muss mit viel Disziplin und einem über sich hinauswachsenen Goali versuchen, möglichst keinen Treffer zu kassieren und vorne ab und zu einen zu "landen". Will man hingegen mitspielen oder müsste gegen angeblich schwächere Teams das Spiel machen, sieht man meist etwas alt aus.

    Stimmt, daneben lag man eigentlich nur mit Lehtonen - dafür aber dann so richtig. Habe Leuenberger geschätzt, der hat in einem schwierigen Umfeld immer gute Arbeit abgeliefert. Er war damals auch klar gegen die Entlassung von Huras. Wobei offen ist, ob es mit Lääri Harass zu den gleichen Höhen- und Tiefflügen gekommen wäre.

    Um das Thema abzuschliessen:

    Germann hat in der NZZ am Sonntag einen Artikel verfasst, der - wie ich es versucht habe - die mediale Lobhudelei etwas relativiert. Dafür zitiert er auch, was bei den Meistertiteln des ZSC jeweils alles geschrieben worden ist, auch in der NZZ. Fazit: im Eishockey sind die Dinge unbeständig und die (im nachhinein) herbeigeschriebene "Überlegenheit" der gerade aktuellen Titelhelden bestenfalls eine Momentaufnahme.

    Für den Artikel muss man Abonnent sein, weshalb der Link nicht allen weiterhilft https://nzzas.nzz.ch/sport/herrsche…20?reduced=true

    Deshalb hier ein paar Passagen

    "...Das alles erinnert an die Situation 2014 bei den ZSC Lions. Auch dort hatte der Sportchef Edgar Salis die Schweizer Schlüsselspieler frühzeitig langfristig an den Klub gebunden. Luca Cunti, Reto Schäppi und Patrik Bärtschi hatten bis 2017, Roman Wick sogar bis 2018 unterschrieben.

    CEO Peter Zahner sagte in ­einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger»: «Man darf nicht erwarten, dass wir jetzt jedes Jahr Meister werden. Das wäre respektlos gegenüber den anderen Teams. Aber wir müssen immer auf dieses Ziel hinarbeiten. Wir müssen demütig bleiben, die Einstellung haben, jeden Tag besser zu werden. Dieser Anspruch hält einen davon ab, genügsam zu werden. Denn das wäre das Schlimmste.»..."

    "...Genügsam geworden zu sein, sich in den entscheidenden Momenten nicht mehr auflehnen zu können, genau das hat man den Spielern der ZSC Lions nach ihrer Viertelfinal-Niederlage gegen den HC Lugano vorgeworfen.

    Es ist eine plakative Unterstellung, die sich gut liest und beim enttäuschten Anhang möglicherweise hilft, Frust abzubauen. Man hat den Vorwurf auch in Bern bereits gehört – vor drei Jahren nach dem Sturz in die Klassierungsrunde oder zwischen 2006 und 2009, als der SCB als Qualifikationssieger dreimal in den Viertelfinals scheiterte..."

    "...Seit dem Jahr 2000 haben drei Teams 16 der 18 Titel unter sich aufgeteilt: der SCB, der HCD und die ZSC Lions. Nur der HC Lugano durchbrach die Dominanz der grossen drei zweimal (2003, 2006). Es ist gerade drei Jahre her, da schienen die ZSC Lions alles richtig zu machen und der Konkurrenz um Jahre ­entrückt zu sein.

    Nun ist der SCB das Team der Stunde. «Meisterlicher Meister bleibt meisterlich», schrieb die «Berner Zeitung», «die Berner Streber» der «Tages-Anzeiger», «überall ­einen Schritt voraus» die NZZ. Es sind Schlagzeilen des Moments..."


    «Blindenbacher, Wick und Flüeler rauswerfen? Interessant!»

    Blindi würde er auf jeden Fall behalten, aber die Idee Flüeler und Wick raus zu werfen findet er interessant:

    http://www.blick.ch/sport/videofor…-id6562013.html

    Ein etwas aufwendiges "Wachrüttel-Verfahren", dass ich mir mit Walter Frey nicht vorstellen kann. Wick ist als hochtalentierter und hochbezahlter Spieler einfach ein dankbarer Sündenbock. Womöglich stellt man an ihn auch Anforderungen, welche er nicht erfüllen kann - nicht jeder ist zum grossen Leader geboren, der sein Team mitreisst, wenn alle im Sumpf stecken. Im Berufsleben ist auch nicht jeder hochqualifizierte Spezialist automatisch ein guter Chef oder grosser Motivator.


    Ich verfolge Ottawa nicht aber Google kann Dir sicher weiter helfen.

    Auf watson ist mittlerweile ein entsprechender Bericht aufgeschaltet, der ein paar Infos zum Thema enthält. Auch wenn es in Bern mit Boucher nicht geklappt hat, so habe ich mich mit der pauschalen Aburteilung nie anfreunden können. Wobei diese a) primär in den Medien stattfand und b) es am Ende eher ein Glaubwürdigkeitsproblem war, da sich Boucher doch etwas zu offensichtlich "wegwünschte".

    http://www.watson.ch/Sport/Eishocke…der-Erfolgsspur


    Guy Boucher und Marc Crawford haben die Sens nicht nur in die PO's geführt sondern nun auch in die nächste Runde. Good Job!

    Wenn dass keine Empfehlung für einen Job in der NLA ist.... :wink:

    Es wäre noch interessant, wenn einer der NHL-Gurus hier ein paar Worte über die Arbeit der beiden verlieren könnte. Man hat ihnen in der CH ja verschiedenes vorgeworfen, m.E. nicht immer zu Recht. Sind bei Ottawa denn nun typische Eigenheiten erkennbar, welche auf die Coaches zurückzuführen sind? Boucher hat man ja vorgeworfen, er lasse viel zu defensiv spielen und überfordere die Spieler (...zumindest die in Bern...) mit seinen taktischen Vorgaben. Bei Crawford kenne ich mich weniger aus. Besten Dank für eine kurze Einschätzung!

    Da müsste schon ein völliger Paradigmawechsel stattfinden im Klub, und die Dorfkönige im Team müssten vom Dahinsiechen auch derart die Schnauze voll haben, dass sie einen wie Hartley nicht vorschnell absägen.

    Wie schon gesagt - neben einem Genoni kann man keinen Ersatzkeeper beschäftigen, welcher a) zu Ausbildungszwecken Einsätze absolvieren sollte oder b) schon soweit ist, dass er sich bei einem anderen Klub aufdrängen will. Es ist auch illusorisch anzunehmen, bei einer verletzungsbedingten Pause von Genoni würden dann Juniorengoalis wie Aebi oder Rochow ein paar Wochen im Tor stehen. Caminada ist auch nicht der Hexer vor dem Herrn, aber er hat sich offenbar mit der Rolle als Ersatzgoali abgefunden und ist in der Entwicklung weiter als ein Elitegoali. Die Play-off's würde man aber kaum mit Caminada bestreiten.

    Caminada kommt nicht an Schlegel heran, welcher Flüeler bisher meistens sehr gut vertreten hat. Ist einer aber mal so weit wie Schlegel, dann will der normalerweise auch noch mehr bzw. will regelmässig zum Einsatz kommen. Auch eine solche Konstellation ist nicht problemfrei bzw. der Trainer benötigt viel Fingerspitzengefühl, um beide Keeper bei Laune zu halten. Fazit: Der 5er und das Weggli gibt's bei keiner der Varianten.

    Ich kann gut mit der Kritik von Mac leben. Wenn meine Posts "anbiedernd" rüberkommen liegt der Grund wohl darin, dass ich tatsächlich nichts davon halte, als "Gast" (auch noch) auf den ZSC oder einzelne Personen einzudreschen. Denn an Kritik an Trainern, Sportchefs und (ausnahmsweise) an Spielern des "eigenen" Klubs fehlt es selten auf den Pinboards. Mir geht es mehr um die verschiedenen Mechanismen in den Klubs und im Umfeld, welche stets ähnlich verlaufen, und wie man sich davon ins Bockshorn jagen lässt. Ob es in den letzten Jahren der ZSC, Davos oder eben Bern war, stets tönte es nach einem Titel in den Medien ähnlich bzw. man hätte meinen können, es sei nun auf Jahre hinaus alles klar.

    Nebenbei bemerkt habe ich mich nach dem zu frühen Saisonende des ZSC auch kritisch geäussert, ich habe mich einfach nicht ganz so sehr auf Salis eingeschossen, dafür haben die CH-Spieler noch etwas abbekommen - die aus meiner Sicht zu gut wegkommen hier. Somit kein "anbiederndes" Ende bei der heutigen Wortmeldung... :wink:

    Es traf doch auch Kreis und Müller war auch max. Ergänzungsspieler ?
    Das wird Jalonen nicht tun.. wenn man der Presse glauben darf. Ist kein Fan .. auch Junge mal einbauen. Sondern es spielt wer gut ist. Und zur Not halt auch 28 Minuten pro Match.
    Und Jalonen ist ja im Moment das Non-Plus-Ultra in der Schweiz was Trainer angeht. Gott ähnlicher Status. Fast etwas zuviel des Guten. :gaehn:

    http://www.watson.ch/Sport/Eismeist…er-Kari-Jalonen

    Deshalb meine stete Leier: In den Medien wird - wie üblich - nun der Eindruck der absoluten Logik und Nachvollziehbarkeit erweckt, als ob es gar nicht anders habe kommen können. Ein Wunder, dass nicht auch noch der Materialwart in der Prostbilanz-Arena zur führenden Ikone auf seinem Gebiet erklärt worden ist. Aber das kommt vielleicht noch. Vor Wochenfrist tönte es allerdings nicht ganz so überzeugend, die vereinigten Hockeyexperten sahen:

      das berühmte "Momentum" beim EVZ,

      den SCB wahlweise als "zu buchhalterisch", zu müde oder zu genügsam unterwegs,

      Coach Jalonen als zu konservativ und zu systemversessen,

      usw. usw.

    Wohlgemerkt, es gab für all diese Statements nachvollziehbare Argumente. Es ist ebenfalls noch nicht so lange her, als sogar der HCD zum Geheimfavoriten auf den Titel erklärt worden ist - der Gewinn der Serie gegen die bereits im Februar stehen gebliebenen Lausanner reichte dafür schon aus. Man sollte deshalb die medialen Analysen und Zukunftsprognosen mit Vorsicht geniessen und im Hinterkopf haben, dass gerade in den Tagen nach der Pokalübergabe bevorzugt in "Schwarz-Weiss" argumentiert und fabuliert wird. Der Sieger wird völlig überhöht dargestellt, genau umgekehrt verfährt man mit der Konkurrenz, bei welcher man natürlich zig Gründe findet, weshalb es nie und nimmer hat funktionieren können. Angesichts dieser bestechenden Logik stellt sich die Frage, weshalb man überhaupt noch um das trostlose Stück Plastik spielt.

    Natürlich hat der Sieger am Schluss vieles richtig gemacht. Nur braucht es daneben immer noch eine gehörige Portion Glück, damit man nicht an den vielen Unwägbarkeiten scheitert, welche man trotz allem nicht beeinflussen kann. Immerhin, da und dort wurde richtigerweise angemerkt, dass Jalonen noch viel Luft nach oben hat, wenn es um die Entwicklung von Spielern geht, welche nicht gerade zur 1en Garde gehören. Da wird Sportchef Chatelain auch noch Einfluss nehmen bzw. dem Finnen verdeutlichen müssen, dass man primär mit den Steinen bauen muss, die man hat, und nicht zig (bessere) Spieler nachdrängen, wenn er einem Stocklegastheniker die Eiszeit kürzt. Fördern könnte Jalonen offenbar schon, auch wenn er es eher weniger mit Typen wie Granlund und Laine zu tun haben wird. Ansonsten ist dann wenigstens bereits klar, mit welcher Kritik man nächste Saison eingedeckt wird, wenn ein anderer den Pott holt. Schliesslich wird es auch dannzumal völlig logisch herleitbar sein, weshalb Klub X und kein anderer den Titel holen konnte - mindestens nachträglich... :wink:

    Spannend übrigens noch wenn man das Kader des SCB ansieht. Wieviele aus dem eigenen Nachwuchs SCB sind und effektiv über den Ergänzungspielerstatus hinauskommen. Scherwey, Jobin, Berger und Reichert... so im Ansatz. :mrgreen:
    Hischier und Müller knapp in Linie 4 und Kreis durfte in der Quali auch mal ran. Und dem Ersatztorhüter Aebi hatte man sicherheitshalber schon mal einen Ausländer vor die Nase gesetzt. Scheint ja ein Klasse Back up zu sein. :floet:. Meister werden und gleichzeitig Junge einbauen ist halt doch nicht so einfach...
    Nur weil einige hier über Sentelers und Zanggers jammern und das wir immer weniger Junioren integrieren.

    Man soll zwar nicht an einem solchen Tag kritisieren, aber das angesprochene Problem kann man nicht wegdiskutieren. Ich bedauere zwar den Abgang von Plüsch und Jobin, aber vielleicht bietet das auch eine Chance für jüngere Spieler, bzw. es ist eine Möglichkeit des Sportchefs, Jalonen dazu zu bringen, bei Jungspunden etwas weniger "hart" zu sein. Kann man Jalonen nicht dazu bringen, zumindest einigermassen valable eigenen Nachwuchs laufen zu lassen, bekommt man irgendwann ein Problem. Wobei, ganz so schlimm ist es auch wieder nicht - eigentlich traf es von den Jungen nur Dario Meyer, der zwar in der Vorwärtsbewegung Qualitäten zeigte, im Defensivverhalten aber derart schnitzerte, dass er die Saison viel in Visp spielte. Mit Luca Hischier hat sich hingegen ein "Junger" definitiv einen Stammplatz erkämpfen können.

    Das mit dem Goali ist die bekannte Zwickmühle - entweder hat man eine klare Nr. 1 und eine ebenso klare Nr. 2, welche dann nur äusserst selten spielt, oder man hat zwei ähnlich gute Goalis, welche sich abwechseln. Aber neben einem Genoni wird man keinen ambitionierten Ersatzgoali beschäftigen können, der sich z.B. anderswo in der NLA empfehlen möchte. Da bleibt dann eben nur die (risikoreiche) Variante, einen Juniorengoali (Aebi & Rochow) vorübergehend zu befördern, und für die Play-off's einen erfahrenen Notnagel (Garnett) zu verpflichten.

    Aber eben, die Krux zwischen "Erfolg" und "Nachwuchseinbau" besteht. Die Sonntagssprüche von wegen "lieber den Nachwuchs spielen lassen, dann nehme ich auch Niederlagen in Kauf" hört man immer wieder. Gewöhnlich ist's aber mit der Geduld nicht weit her - in der Aburteilung ist dann der Nachwuchs entweder nicht gut genug oder aber der Trainer unfähig, eben mal locker vom Hocker ein paar Jungspunde zu integrierten und trotzdem Grosserfolge abzuliefern. Irrational? Ja klar - wir sprechen schliesslich von Hockeyfans... :suff: