Das war's also mit dem "Hockeygott" - irgendwie hatte ich immer den Eindruck, die beim EHCB angebrochenen "neuen Zeiten" mit neuem Stadion, etwas mehr Budget, nun auch noch mit Transferhammer Hiller etc. seien K. Schläpfer zum Verhängnis geworden. Nicht nur dass der Erwartungsdruck stark gestiegen ist, sondern auch der fehlende "wir Kleinen gegen die da oben" Groove und der stete Existenzkampf bzw. der damit verbundene Tanz am Rande des emotionalen Vulkans sind m.E. ausschlaggebend. Schläpfer schöpfte daraus Kraft und konnte seine Jungs emotional packen. Allerdings scheint sich Schläpfer im emotionalen Hochtemperaturbereich zunehmend verschlissen zu haben. Und mittlerweile sind die Emotionen im Kampf gegen das Tabellenende nicht mehr positiv aufgeladen ("gallisches Dorf Syndrom"), sondern negativ - weil man im Umfeld eben der Meinung ist, dass eigentlich mehr herausschauen müsste.
Ab und zu fragte ich mich schon, ob er das Team auch im Normalmodus weiterbringen könne. Immerhin muss man anerkennen, dass er etliche Spieler vorangebracht hat, auch wenn's nicht bei jedem für eine grosse NLA-Karriere langt(e). Ob er für das Nationalteam noch ein Thema ist, nachdem man im Zuge der erzwungenen "Swissness" keinen Aufwand scheut, um Fischer im Amt zu halten, ist derzeit wohl eher unwahrscheinlich. Mindestens bis zum nächsten internationalen Flopp-Auftritt.
Schade, Schläpfer war authentisch und brachte etwas Farbe in die ansonsten stereotypen Interviews, in welchen schon NLA-Neulinge parlieren wie nach einem Kursus im Umgang mit Journalisten.