Beiträge von Iceman

    Als Cablecom-Kunde musste man das Sportpaket von Teleclub abonnieren, welches auch noch Kanäle beinhaltete, die man eigentlich gar nicht wollte. Zudem ist dies nur für Konsumenten sinnvoll, welche 24-Stunden am Tag Sport schauen wollen, von Dart über Snooker bis zum 100-Meter-Türenschletzen-unter-Wasser. Als Hockeyfan zahlte man da viel zu viel. Zudem musste man noch Glück haben, dass das Spiel der eigenen Mannschaft tatsächlich auch übertragen wurde, und man stattdessen nicht die Wiederholung eines Golfturniers zu sehen bekam.

    Ein Preismodell wie bei Swisscom wäre für das Gros der Zuschauer sicher idealer - man kauft einzelne Spiele nach Bedarf. Bleibt zu hoffen, dass sich die beiden Anbieter irgendwie finden, und zwar zum Wohl der Konsumenten. Kann ja dann nicht sein, dass man je nach Vertrag alle paar Jahre den TV-Anbieter wechseln müsste...

    Sowohl beim ZSC wie auch beim EVZ ist die höhere Gewichtsklasse der Transfers wohl kein Zufall. Mit Marti und dem neuen Schweden sind dem ZSC bisher 2 hervorragende Zuzüge gelungen. In den vorangehenden Kommentaren wird aber auch der andere entscheidende Faktor angesprochen, nämlich die schwächelnde Form der CH-Führungsspieler wie Wick, Cunti + Bärtschi, welche praktisch die ganze Saison über anhielt. Man kann Crawford den Vorwurf machen, dass er die schwachen Formkurven von Wick & Co. nicht rechtzeitig "hingebogen" hat. Dass er in den PO's dann vornehmlich auf Matthews + Nilsson setzte, kann man ihm aber nicht derartig um die Ohren hauen, wie dies z.B. Simon Graf im Tagi machte. Denn die Alternativen zu dem kongenialen Duo drängten sich eben nicht gerade auf.

    Was sagen die NHL-Gelehrten zum "Vorwurf", Crosby sei quasi aus marketingtechnischen Gründen zum MVP gemacht worden? Entsprechender Auszug aus dem Tagi-Universum, konkret "Der Bund":
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    Neue Besen kehren gut. Was zuletzt der SC Bern mit dem Wechsel von Guy Boucher zu Lars Leuenberger bewiesen hatte, der seine Zeit in der Hauptstadt mit dem Titel krönte, zeigte sich nun auch in der besten Liga der Welt. Am 12. Dezember 2015 war Mike Sullivan, der vorherige Trainer vom AHL-Farmteam Wilkes-Barre/Scranton befördert worden als Ersatz von Mike Johnston, genau sechs Monate später stand der vierte Stanley-Cup-Titel der Pinguine fest, der erste seit 2009 und nach Jahren voller Verletzungen, Enttäuschungen und Zweifel. Sie sind die sechste Organisation, der das Kunststück nach einem Trainerwechsel während der Saison gelungen ist.

    So schwach sie unter Sullivan gestartet waren – vier Niederlagen mit einem Gesamtskore von 4:15 –, so stark hatten sie anschliessend zugelegt. Im Playoff eliminierten sie der Reihe nach die New York Rangers, Qualifikationssieger Washington, Vorjahresfinalist Tampa Bay und nun in sechs Spielen die San Jose Sharks. Hochverdient, die Haie konnten die Serie nur dank überragender Torhüterleistungen auf sechs Partien erstrecken, sie führten nur gerade 49:15 von total 374:53 Minuten.


    Thornton muss weiter warten

    Der Titeltraum von Joe Thornton, überragender HCD-Ausländer während des vorletzten Lockout, hat sich somit auch mit fast 37 Jahren noch nicht erfüllt. Allerdings denkt der spielintelligente Hüne mit dem beeindruckenden Bart noch lange nicht ans Aufhören, er kann sich sogar vorstellen, wie derzeit Jaromir Jagr bis ins biblische Alter zu spielen. Der Schweizer Jungstar Mirco Müller war in allen Finalpartien überzählig.


    Crosby, die politische Wahl

    Dass Sidney Crosby die Conn Smythe Trophy für den wertvollsten Spieler des Playoff erhielt, lässt sich sportlich nicht nachvollziehen. Er war nicht der erfolgreichste Skorer seines Teams mit 19 Punkten (6 Tore), seine Plus-Minus-Bilanz ist mit minus 2 sogar negativ. In den letzten 10 Partien traf «Sid, the Kid» einmal, in den letzten sieben Partien gar nicht mehr. «Er ist aber ein enormer Leader, die Punkte werden seiner Leistung allein nie und nimmer gerecht», versuchte Sullivan die Wahl seines Captains zu rechtfertigen. Vor allem ist das Mitglied des «Triple Gold Club» aber auch der Posterboy der NHL und damit für Marketingzwecke deutlich attraktiver als beispielsweise Phil Kessel (10 Tore / 12 Assists). Crosby ist einer von sechs Spielern, die schon beim Titelgewinn 2009 dabei waren – wie auch Jewgeni Malkin.

    (DerBund.ch/Newsnet)
    (Erstellt: 13.06.2016, 12:23 Uhr)
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    Zitat von Larry

    http://www.watson.ch/Sport/Eishocke…e-Haie-trotzdem

    Wie es auch unser Eggi Salis sagt: Das Beste für ein Team in den PO's ist wenn es aus der Krise kommt und dann zusammen findet.

    Nur kann man eine Krise halt nicht planen.....

    ...eben nur so eine kleinere, vorübergehende wäre ideal, aus welcher man mit dem nötigen Schwung wieder aufersteht. Es muss nicht gleich ein 5-monatiges Trauerspiel sein.... :wink:

    Beim Spielermaterial wird sich Jalonen etwas "nach unten" orientieren müssen, aber mit seiner Erfahrung wird er den in den letzten Jahren schlingernden SCB hoffentlich stabilisieren und in einem gewissen Sinne "voranbringen" können. Qualifikationen wie die letzte und die vorvorletzte sollten nicht alle 2 Jahre die Regel sein, auch wenn's letzte Saison in Minne endete. Aber ein Klub lebt nun mal auch von der Qualifikation. Wird interessant sein, wie sich der Wechsel von NHL nach "Skandinavien" in Bern und Zürich auswirken wird. Obwohl das Eishockey deswegen natürlich nicht neu erfunden wird. Wie letzte Saison betr. SCB öfters gesagt:"Wer kaum einen Zweikampf gewinnt und kaum einen geraden Pass spielen kann, der verliert unabhängig von einem wie auch immer gearteten "System"....."

    Tja, das sind Erkenntnisse, wie man sie nun schon seit Jahrzehnten hat - trotzdem habe ich den Eindruck, dass auf der Nachwuchsstufe überdurchschnittlich viele "kleine Bewegungstalente" produziert werden, obwohl es beim ZSC diesbezüglich in den letzten Jahren eher besser aussah. Wenig erstaunlich, dass diese Spieler für die WM keine schlechten Zensuren erhielten.

    Insgesamt gibt es aber irgendwo im Dunstkreis von U18 und U20 bzw. dem Eintritt ins Profieishockey einen (gefühlten) physischen "Entwicklungssprung" - Skandinavier, Russen, Kanadier, Tschechen, Amerikaner etc. legen (mehrheitlich) erheblich zu punkto Physis. Viele CH-Spieler wirken dagegen eher wie "Buben". Möglicherweise liegt es daran, dass die anderen einen grösseren Talentpool haben und die Selektion so streng ist, dass einer ohne die nötigen Grundvoraussetzungen punkto Technik UND Physis vorher durch die Maschen fällt, von einzelnen Ausnahmen abgesehen. Andererseits demonstriert z.B. ein Andrighetto, dass man nicht gerade ein Kampfgewicht wie Ovechkin haben muss, um sich durchzusetzen.

    Zitat von Larry

    Fischer hat gemäss Note 4 die Erwartungen erfüllt?

    Habe ich etwas verpasst?

    Die 3,5 wäre angebracht wenn man die Viertelfinals verpasst.

    ...hast Du gesehen, wie Klaus der Zaugg die Note begründet? Mag es jetzt nicht nochmal nachlesen, aber irgendwie benotet er Fischer für seine Motivationskünste und sein "Charisma" mit einer 6, für Dinge rings um Taktik demnach mit einer 2, und im Durchschnitt kommt er auf eine 4. Sein Lieblingsstatement ist Klaus auch bereits losgeworden (..."Löwen, geführt von Eseln"...) - insgesamt hat Klaus zwar die ganze WM hindurch - oberflächlich gesehen - den Trend zum Schönreden + Optimismus mitgemacht. Zwischen den Zeilen war aber schon nach dem ersten Spiel abschätzig von "Pausenplatz-Hockey" die Rede. Auch die NZZ, nicht gerade für polemische Rundumschläge bekannt, geht relativ scharf ins Gericht mit dem Team und dem Staff (Hurra-Hockey). Die NZZ schlussfolgert, dass derzeit der Marketingerfolg im Vordergrund stehe, und nicht die mühsame Kleinarbeit + taktische Feinjustierung.

    Mag sein, dass dies eine zu trockene Materie ist, um grosse Schlagzeilen zu generieren. Trotzdem kommt man mit dem "Achtung-fertig-los" Ansatz international nur unter ganz speziellen Umständen zum Erfolg. Ich sehe das Problem in der derzeitigen Besetzung der Trainer-Trojka: Weder Fischer noch Hollenstein (...RvA kann man da eh' aussen vor lassen...) haben sich bisher als gewiefte Taktiker und Strategen erwiesen, welche ein auf die Stärken ihres Teams abgestimmtes "System" implementieren können. Es sind verdiente ehemalige Spieler, welche in ihrer Karriere einiges erreicht und deshalb auch eine gewisse Ausstrahlung oder eben "Charisma" haben. Ein Fischer müsste jedoch durch jemanden ergänzt werden, welcher nicht auch noch den Daueroptimisten mimt, sondern sich um die eishockeytechnische Kleinarbeit kümmert - Taktik, System, Analyse, Über- und Unterzahlspiel etc. etc.

    Der Vergleich mit Krüger hinkt insofern etwas, als dass die Nationalmannschaft mittlerweile während der Saison eine Je-ka-mi Truppe ist. Krüger hatte es diesbezüglich leichter. Trotz grober Mängel war aber an der diesjährigen WM ansatzweise ersichtlich, wie die Truppe eigentlich spielen möchte. Primär hätte wohl die Mitte abgeriegelt und darauf gestützt Druck gemacht werden sollen. Nicht wenige NLA-Klubs verfolgen eine ähnliche Philosophie; demnach benötigt man dafür kaum endlose Workshops während der Saison und in der mehrwöchigen Vorbereitung.

    Nicht vergessen sollte man selbstkritischerweise auch, dass das Genörgel von Fanseite einen heuchlerischen Grundton aufweist. Denn während der Saison interessiert den Durchschnittsfan (...UND DIE KLUBS...) primär, dass möglichst keine der tragenden Figuren aus ihrem Klub aufgeboten wird, um nicht unnötig Energie zu verpuffen und Verletzungsrisiken einzugehen. Relativierend kann angeführt werden, dass die CH-Spieler heute eigentlich soweit sind, dass es nicht mehr nötig sein sollte, dass vom Skoda-Cup über den Arosa-Cup bis hin zur Vorbereitung auf die WM stets die genau gleichen Spieler ein System einschleifen müssen, wie weiland unter Krüger. Man kann das lange Zeit konzeptlose nach vorne Stürmen an dieser WM deshalb m.E. nicht damit begründen, dass der Nationaltrainer nicht genügend Zeit hat, um mit den Spielern zu arbeiten. Oder aber man müsste zur Kenntnis nehmen, dass das CH-Hockey halt doch nicht soweit ist, wie man sich dies vorstellt.... und die entsprechenden Konsequenzen betreffend Zielsetzungen, Vorbereitung, Aufmerksamkeit auf Klubebene für Nationalmannschaftsangelegenheiten etc. etc. ziehen. Die Wahrheit dürfte kaum in einem solchen Extrem liegen. Hingegen benötigt man auf internationalem Niveau nicht nur Euphorie + eine positive Grundeinstellung des Trainerstaffs, sondern das technische + taktische Handwerk muss beherrscht und angewendet werden können. Darin haben sich weder Fischer noch Hollenstein bisher ausgezeichnet.

    ...als "Bashing" sehe ich mein Genörgel jetzt nicht gerade; das Ziel "Viertelfinal" ist zweifellos anspruchsvoller, als man gemeinhin annimmt. Und es gibt immer wieder Umstände, welche halt dazu führen, dass man hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ich habe primär die Selbstüberschätzung kritisiert, in welcher man sich m.E. auf allen Ebenen befindet, und welche sich zu Beginn des Turniers in den wichtigen Spielen negativ auswirkte. Wer an der Bande steht ist weniger wichtig, aber da kam zumindest am Anfang zu wenig, um dem oft kopflosen Herumgerenne unter Missachtung der defensiven Stabilität Einhalt zu gebieten. Gegen die "Grossen" haben wir noch fast mit jedem Trainer "gut ausgesehen" - die Partien gegen Russland, Schweden + Tschechien werte ich relativ neutral; tapfer geschlagen und halt trotzdem verloren. Man muss ja nicht gerade das Bonmot vom Präsidenten des Schwimmklubs anführen, der nach einen Wettkampf meinte: "Wir haben zwar nicht gewonnen, sind aber froh dass keiner ertrunken ist".....

    ...gemäss Fasel würden die Regeln einfach konsequent gepfiffen. Wobei auch nicht in jedem Fall; die Russen standen Berra ja fast auf dem Hals, und das Tor zählte, wogegen in vorherigen Matches schon abgepfiffen wurde, wenn nur ein Schlittschuh den Torkreis berührte. Aber sei es wie es wolle, Punkte gegen die "Grossen" holten wir bisher stets mit hervorragender (defensiver) Organisation, Disziplin, einer Riesenleistung des Goalis und..... einer auf die Fähigkeiten des Teams angepassten Taktik. Davon (...und vor allem von letzterem...) ist dieses Mal herzlich wenig vorhanden. Und deshalb ist man auch gegen Gegner gestrauchelt, welche in Reichweite liegen, oder bei welchen man sich klar überlegen wähnt. Im Gegensatz zur CH-Nati haben die aber dank den bereits genannten Eigenschaften ein Optimum herausgeholt. Dort hat man die entscheidenden Punkte eingebüsst. Aber eben, im ganzen Euphorie- und Swissness-Gedönse wird man das Turnierende nach heroischem Kampfe verklären und kaum tiefer graben. Denn sonst käme man relativ rasch zu ernüchternden Schlussfolgerungen, welche als arge Spassbremsen im inszenierten Nationalmannschafts-Happening wirken würden.

    ...die haben eben selber etwas blöd verloren gegen die Dänen und deshalb kaum locker-lässig auftreten gegen die CH. Aber es bleibt nun nichts anderes übrig, als die Punkte dort zu holen.

    Tja, so heroisch die Spiele gegen die Russen oder jetzt gegen die Schweden auch waren, die Punkte hätte man gegen die angeblich "schwächeren" Teams holen müssen. Aber gegen die glaubte man ja, so auftreten zu können wie die wirklich grossen Hockeynationen gegen uns. Auch wenn der Billeter aus dem höflichen Lob von schwedischen Kommentatoren am liebsten gleich eine Generalabsolution stricken bzw. den Kritikern den Mund stopfen würde, so bleibt's dabei: Man leidet vielerorts an Selbstüberschätzung & fehlendem Realitätssinn. Man redet sich besser, als man wirklich ist und ist sich zu gut dafür, gegen Kasachen & Co. primär mal solide defensiv zu agieren. Statt dessen tritt man weitestgehend befreit von jeglichem taktischen Dispositiv auf. Mit dieser Naivität hat man sich selber einen schlechten Dienst erwiesen. Immerhin hat man gegen die Schweden einen Punkt ergattert. War keine schlechte Leistung. Aber eben, verblödet hat man's vorher.

    Habe gar nicht mitbekommen, wie sich Diaz die Schulterverletzung geholt hat - bei watson steht: "...Diaz verletzte sich auf dem Weg zur Auswechslung und kehrte im Schlussdrittel nicht mehr aufs Eis zurück..."

    Ist er da noch mit einem Letten zusammengestossen? Und wenn ja, sind die aus Beton?

    ...es braucht noch manchen Kraftakt, wenn man einen erneuten Vorsprung nur so kurz halten kann. Hoffentlich muss man sich nicht noch in den A... beissen, weil man eine solche Ausgangslage derart vergeigt hat... :roll:

    ..da muss man dem Klaus schon Recht geben - Pausenplatz Hockey at it's best. Taktik? Spielkontrolle? Vorsprung mal in die Pause retten? Spielfluss bremsen? Man kann nur den Kopf schütteln. Wahrscheinlich realisieren die Spieler zu spät, dass sie sich eigentlich selber coachen müssten...

    Sogar von den Schlittschuhen prallen sie genau ins Tor ab - nun einfach etwas bremsen mit den Strafen, die Schiris pfeifen etwas gar kleinlich. Den "Schubser" an der Bande war ja kaum der Rede wert.

    Es geht nicht darum, dem spielenden Personal oder den Coaches mangelnden Willen vorzuwerfen. Es wäre auch unfair, dem Verband alle Schuld zuzuweisen, obwohl dort einiges verbockt wird. Das Je-ka-mi haben zu einem schönen Teil die Klubs zu verantworten, welche den Verband prägen und ihre Interessen durchdrücken. Und mit den Klubs ist natürlich auch deren Umfeld, d.h. unter anderem die Fans, gemeint - soviel Selbstkritik muss sein. Die Klubs haben kein Interesse an einem unabhängig agierenden Verband, und schon gar nicht an einem knorrigen und unbequemen Nationaltrainer, der seine Interessen (...und die des Nationalteams...) vertritt.

    Eine nüchterne Analyse wäre längst am Platz: Die regelmässigen Nationalmannschaftstermine während der Saison dienen längst nicht mehr der Einübung eines Spielkonzeptes (wie noch unter Krüger...), sondern finden primär deshalb statt, damit der Verband über das Nati-Sponsoring Geld generieren kann. Würde man diese Turnierchen abschaffen, müssten die Klubs einfach einen höheren Verbandsbeitrag leisten. Will natürlich keiner, ergo belässt man es beim Status quo. Immerhin findet sich eine halbwegs plausible sportliche Begründung für die Turniere, an welchen mittlerweile schon gefühlt die Hälfte der NLA-Spieler teilgenommen hat, nämlich die "Heranführung an das internationale Niveau". OK, zumindest die Slowakei oder Lettland kennen die Jungs dann wahrscheinlich in- und auswendig. So wie es heute läuft würde es im Prinzip gar keinen Nati-Trainer benötigen. Das Prinzip à la Kanada ist bekannt und könnte - mit gewissen Anpassungen - auch für die CH angewendet werden.

    Auch wenn die Silbermedaille die Sinne etwas vernebelt, so erhält man mit der "Normalkost" an WM's oder Olympiaden nur die Quittung für den erlahmten Willen, sich auf internationalem Niveau weiter zu entwickeln.

    ...jetzt einfach mal anders rum in der Verlängerung, nach den guten letzten Minuten müsste man doch nun mit etwas mehr Selbstvertrauen agieren können...

    Vielleicht braucht es ja mal den Abstieg, damit man das Thema Nationalmannschaft auf allen Ebenen ernster nimmt oder mal grundsätzlich über die Bücher geht. Man muss deswegen nicht noch mehr Vorbereitungsspiele anhängen, die sowieso keiner mehr ernst nimmt. Hingegen sollte man bei der Selektion etwas weniger auf Namen und mehr auf die Formstärke achten. Ich habe seit längerem den Eindruck, dass man ob all dem Hochjubeln von zweifellos gemachten Fortschritten glaubt, man könne grossartig offensiv aufspielen und damit zum Erfolg kommen. Dafür reicht es aber im Normalfall nicht, sondern nur dann, wenn das Team in ein Hoch kommt und einen Lauf hat. Wir wären nach wie vor auf Kämpfer und Wadenbeisser angewiesen, welche Drecksarbeit verrichten. Aber dafür ist man sich offenbar zu gut.

    Es passt durchaus, dass die Trainerselektion für die Nationalmannschaft zu einer Marketing-Frage verkommen ist. Für die Trainerentwicklung und -Ausbildung wären eigentlich die Junioren-Nationalmannschaften da.

    Schnell reingeschaut gegen Dänemark - die Dänen haben ein schnelles Powerplay aufgezogen, Verkehr vor dem Tor veranstaltet und mit einem abgelenkten Weitschuss dass 0:1 erzielt. Die CH künstelt mit 5 gegen 4 bzw. gegen 3 irgend etwas statisch im Bitz herum und versucht Zuspiele wie auf dem Golfplatz - das alles wirkt konzeptlos und ohne Überzeugung. Aber immerhin, der Billeter meint, ein solcher sei gestern im Training reingegangen. Kunststück, bei dem katastrophalen Boxplay. Das Gute ist, dass es erst 0:1 steht. Könnte auch schon schlechter aussehen. Und die Jungs schiessen oft auf die Kiste der Dänen, welche aber gut abgeschirmt wird. Man muss wohl auf einen glücklichen Ablenker via Schlittschuh, Kinnschutz und Pfosten hoffen. Vielleicht löst dies die Blockade. Ansonsten viel Herumfahrerei, viele verlorene Zweikämpfe, ungenaue Zuspiele. Das Team hätte in der CH-Meisterschaft grosse Mühe. Das wirkt bei den Dänen bisher deutlich gefährlicher- und da schiesst Ehlers auch schon das 0:2.

    Der "ehemalige" Sportchef Leuenberger hat kürzlich in einer Talkrunde verlauten lassen, die Spieler seien von der hohen Fachkompetenz von Boucher beeindruckt gewesen; es habe auch keine zwischenmenschlichen Probleme gegeben. OK, solchen öffentlichen Äusserungen ist mit einer gewissen Skepsis zu begegnen, aber trotzdem... Ich könnte mir vorstellen, dass Boucher zu viel wollte oder erwartete auf taktischer Ebene, und die Spieler darob überfordert waren. In der NHL ist das Gros der Spieler vermutlich weniger mit sich selbst beschäftigt auf dem Eis und hat mehr Kapazität, sich auf die Spielsituation und das richtige taktische Verhalten zu konzentrieren. In Bern führte dies jedoch zu einer Verkrampfung, so dass immer weniger funktionierte. Man kann Boucher vorwerfen, dies nicht erkannt zu haben bzw. zu wenig flexibel zu sein. Daneben ist zu berücksichtigen, dass die Verletzungsorgie während der Saison nicht eben dazu beigetragen hat, den SCB zu stabilisieren. Aufwärts ging es erst wieder, als im Laufe des Februars die Langzeitverletzten ins Team zurückkehrten.

    Wenn man einen Schritt "vorwärts" machen will, ist dies nie einfach. Es gilt dabei auch Rückschläge einzustecken. Möglicherweise hätte Boucher mit seinen Ideen unter anderen Umständen durchaus Erfolg gehabt. Auch wenn's abgedroschen klingt, aber ein AdC bräuchte vermutlich auch mindestens 2-3 Saisons, bis er ein Team nach seinen Vorstellungen geformt hätte. Im Unterschied zu anderen Trainern hätte Arno jedoch diesen Kredit, sowohl im Klub selber als auch im Umfeld.