Beiträge von Iceman

    Habe mich - ohne die effektiven Werte allerdings zu kennen - auch gewundert, was Arno während des SC in einem Radiointerview von sich gegeben hat. Da er aber permanent die Grosskatastrophe in Davos zum Besten gibt, habe ich das nicht weiter ernstgenommen. Abseits von solchen Hanswurstiaden schadet es aber nicht, wenn die Lage diesbezüglich thematisiert wird. Es zeigt sich immer deutlicher, dass das, was die NHL auf kleineren Eisfeldern zur Steigerung der Attraktivität eingeführt hatte, auf den grösseren europäischen Eisfeldern andere Konsequenzen haben KANN. Allerdings müsste man dazu auch mehrjährige Statistiken aus anderen Ligen zu Rate ziehen. Möglicherweise ist dort die Verletzungsquote tiefer, weil taktischer gespielt wird (Skandinavien? KHL?). Oder sind die Spieler besser ausgebildet, d.h. können Checks besser entgegennehmen / regelkonform anbringen? Da gäbe es noch einiges zu analysieren, bevor abgekürzte Schlussfolgerungen gezogen werden.

    Die geforderten flexiblen Banden sind zumindest ein technisches Mittel, um in gewissen Situationen das Risiko schwerer Verletzungen zu mildern. Das Gros der Hirnerschütterungen passiert allerdings durch ausgefahrene Schultern und Ellbogen, zudem sind flexible Banden auch nicht gerade sooo flexibel, dass sie so schnell nachgeben, um bei einem Anprall eine Hirnerschütterung zu vermeiden - wenn sie aber eine Wirbelverletzung verhindern, ist die Übung schon erfüllt.

    Letztlich geht es auch darum, wie man sich auf Verletzungsorgien einstellen kann. Man benötigt möglicherweise ein breiteres Kader; ein Farmteam schadet sicher auch nicht. Allerdings können Ausfälle von Schlüsselspielern auch so nicht beliebig kompensiert werden, denn diese Qualität hat man üblicherweise nicht "auf Lager".

    Auf den ersten Blick möchte man meinen, es könne doch nicht so ein Problem sein, dass die Finalgegner das Spiel in einem gewissen Zeitrahmen verschieben könnten. Aber möglicherweise zieht dies einen Rattenschwanz an terminlichen / vertraglichen Friktionen auf verschiedenen Ebenen nach sich, so dass es tatsächlich nicht geht. Den Klubs selber spielt es kaum eine Rolle, ob der Final ein paar Tage früher oder später über die Bühne geht.

    Tja, man soll natürlich alles versuchen, aber momentan hat für mich das Erreichen der Play-off's eine höhere Priorität als der Cup.
    Beim letzten Meisterschaftsspiel gegen den ZSC vom 23. Dezember kamen mit Rüfenacht, Jobin und Randegger 3 Spieler von Verletzungen zurück, nach 5 Spielminuten hatte der als Ersatz von Gottéron verpflichtete Ness die Schulter ausgekugelt nach einem Bandencheck von hinten, und Jobin einen Stock plus eine Schramme an der Rübe. Was nicht so schlimm gewesen wäre, wenn's nicht noch mit einer Hirnerschütterung geendet hätte. Summa summarum also 3 Spieler zurück - 2 schon wieder out. Erstaunlicherweise überlebte man das erste Spiel im neuen Jahr gegen Kloten ohne weitere Ausfälle - was dann im Rückspiel aber umgehend korrigiert worden ist, nachdem Blum mit dem Fuss in einer Gletscherspalte in Kloten hängengeblieben ist bzw. sich die Bänder im Fuss / Schienbeinbereich an- und gerissen hat.

    Fazit: Man ist noch blöder dran als vorher, weil Blum defensiv und vor allem offensiv eine wesentliche Stütze ist, die nun bis Ende Quali fehlen wird. Dass man vom Höchststand mit 12 Ausfällen nun bei "nur" noch 9 steht, ist angesichts der vielen Langzeitausfälle kein wirklicher Fortschritt. Keine Ahnung, was da falsch läuft, dass die Buben überall in die Bärenfallen treten. Wenn die Hälfte mit Adduktorenverletzungen oder Muskelrissen darnieder liegen würde, müsste wohl das Sommertraining hinterfragt werden. Aber es handelt sich im Wesentlichen um Knochenbrüche bzw. -absplitterungen, Hirnerschütterungen und eben die Bänder bei Blum. Entweder schlichtweg Pech, möglicherweise aber (teilweise) auch Unkonzentriertheit / Überforderung und "nicht genügend Aufpassen".

    Zitat von Blackstar

    Ich persönlich finde es schade. Wäre eine schöne Abewechslung in der Weihnachtswoche. Aber ja.. die beiden haben und hatten das Heu nie auf der gleichen Bühne. Sportlich ist der Cup ohne Wert und wenn sich sehe wie sich das mit den verletzten Spielern entwickelt kann man Zahner nur zustimmen.
    Davos hat allein am SC 2 Spieler verletzt verloren.
    Stellt sich sogar die Frage ob Davos noch mehr Antrittsgeld zahlen muss damit noch Mannschaften kommen. Und immer weniger Clubs werden gerne Verstärkungsspieler abgeben.

    Wie ernst es mit dem "Pflichttermin" bei den Kanadiern wohl wirklich ist? Wenn ein P.-M. Bouchard vom EVZ für's Team Canada entweder nicht aufgeboten wird oder das Aufgebot ausgeschlagen hat, stimmt doch etwas nicht. Auf der anderen Seite nehmen bei anderen Klubs 2 Kanadier am Turnier teil. Ich bin kein fanatischer Spenglercup-Gegner, mir geht höchstens die Diskussion über den sportlichen Wert etwas auf die Nerven. Aber wenn ich sehe, wie Roy + Conacher im ersten Block der Kanadier teilweise forciert worden sind, macht mich das angesichts der Verletzungsorgie beim SCB (...und der dadurch aufgebrauchten Ausländerlizenzen...) etwas hässig.

    Übrigens hat Arno in einem Interview etwas sehr treffendes von sich gegeben, als die Reporter vom Farbfernsehen Leutschenbach vor lauter Begeisterung über den Cup schier ins Mikro bissen und von Arno etwas zum Thema "Plauschturnier" hören wollten. Er sagte:"St. Petersburg, odr Jokerit, oder ZSKA Moskau - die können alle ausgezeichnet Hockey spielen". Da hat Arno zweifellos Recht, die Frage ist nur, ob sie dies am Familien-Event über Weihnachten-Neujahr auch wirklich konsequent umsetzen. Angesichts des am SC mehrheitlich gebotenen kann man dies verneinen. Ernst nehmen es die Kanadier und der HCD, für den Rest sind es Familienferien mit Training unter Wettkampfbedingungen.

    OK, ist von mir nun auch nicht vollumfänglich gewürdigt worden. Im Fan-Tunnelblick sind wir einfach die "noch etwas Verletzteren" - vor allem weil wir die Absenzen nicht gleich gut ersetzen können. Dort hat der ZSC einen (hart erarbeiteten + teuer bezahlten) gewichtigen Vorteil gegenüber dem Rest der Liga.

    Gerade im Tor macht Schlegel eine ausgezeichnete Falle, wogegen es in Bern eine wenig erfolgversprechende Sache ist (oder eher war...), in einem kriselnden Team einen Schwendener an die Rolle eines Nr. 1 Goalis heranführen zu wollen. Hinter einer halbwegs soliden Abwehr würde der wohl auch bedeutend besser aussehen, wie seine Einsätze mit Servette-Senf gezeigt haben. Und nun verbrät man halt in Bern einen Ausländerplatz im Tor statt bei den Feldspielern.

    Na ja, ob der SCB momentan der richtige Gegner ist, um die eigenen (ZSC) Absenzen breitzuschlagen, bleibe dahingestellt. Der Unterschied besteht darin, dass beim ZSC die aktuelle, grosse Absenzenliste für etwa 2 Wochen gilt. In Bern waren es 2.5 Monate.

    Gestern haben zwar 3 Langzeitverletzte (Rüfenacht, Scherwey, Jobin) ihr Comeback gegeben, stehen aber naturgemäss noch etwas im Schilf. Die Absenzen beim ZSC sind nicht unbedingt von Vorteil für den SCB. Im Vollbestand würde der "Z" wohl mal zuerst versuchen, die Sache mit Schönspielen ins Trockene zu bringen. Im "ausgedünnten" Zustand nimmt es der ZSC aber vermutlich ernster und ist konzentrierter.

    Wie auch immer, die Punkte bräuchte der SCB dringend, aber primär muss man darauf achten, dass nicht gegen Klubs wie Langnau oder Ambri Punkte verblödet werden wie letzthin.

    Kobasew wird seine Karriere wohl beenden müssen, und bei Ebbett mit seinem Bein- bzw. Schienbeinkopfbruch ist eine Rückkehr diese Saison eher fraglich. Smith dürfte am ehesten wieder zurück sein, war aber bisher eine kleinere Nummer. Sofern Stepanek im Tor überzeugt, wird der wohl meistens gesetzt sein - schade für Schwendener, aber ein Team in der Krise eignet sich nicht dazu, einen Nachwuchsmann im Tor als Stammtorhüter aufzubauen. Auch wenn der dies nicht in Bern sein wird. Verheizen macht trotzdem keinen Sinn. Bleibt dann noch die Wahl übrig, wer von den Stürmern (Conacher, Bergenheim, Roy) zuschaut, oder ob's den Mini-Finnen in der Verteidigung (Kousa) trifft. Da dort weiterhin ein paar ausfallen, ist der Verteidiger vorläufig wohl auch gesetzt.

    Einige Dinge hat man in der CH und anderswo in Europa schon ausprobiert, und es hatte nicht den gewünschten Effekt:

    Bei den Ausländern haben die einen dann einfach 6 statt 4 mittelprächtige Söldner am Start, und die anderen 6 statt 4 "Stars" - sofern man die nötige Kohle lockermacht. Zur Kostenreduktion hat das meines Wissens noch nie geführt. Diejenigen die können, buttern rein was geht, und der Rest guckt genauso in die Röhre wie vorher. Ob ein durchschnittlicher Ausländer wirklich billiger ist als ein durchschnittlicher CH-Spieler? Wenn die aufgerufenen TCHF 200 stimmen (für irgendwelche hinteren Ränge...), kann ich mir nicht vorstellen, dass ein ausländischer Spieler insgesamt wirklich für weniger kommt.

    Limitierung der Mäzenbeiträge: Das artet in eine uferlose Bürokratie aus, wenn man alle denkbaren Kanäle erfassen wollte, auf welchen einem Klub direkt oder indirekt finanzielle Unterstützung zufliessen kann. Zum Beispiel könnten Walti Frey & Co. dem ZSC das neue Stadion "schenken", und dafür die direkten Zuwendungen stark herunterfahren oder stoppen. Und dann, wie erfasst man den finanziellen Wert dieser Leistung pro Saison? Gibt's dann einen "Eigenmietwert" für den ZSC? Und wie berechnet sich dieser? Wer prüft die Verfahren und Berechnungen?

    Wie schon richtig angemerkt stellt sich die Frage, wie mit "eishockeyfremden" Einnahmequellen (Ein Teil der Gastrogewinne beim SCB) der Klubs verfahren wird, oder solchen aus Spezial-Events (Spenglercup beim HCD). Und wo genau würde der Referenzwert für solche Limitierungen - inklusive Salary-Cap - liegen? Es herrschen keine NHL-Verhältnisse im CH-Eishockey-Biotop, mit Draftpicks ist auch kaum etwas zu machen. Der Verband ist schon mit der Lizenzerteilung an der Grenze zur Überforderung. Um irgendwelchen komplexen Überwachungs-, Berechnungs- und Beurteilungsaufgaben kompetent wahrnehmen zu können, müsste er für sehr viel Geld ein Expertenteam einstellen oder mieten.

    Fazit: Die Vorschläge tönen so, als hätte man eishockeybegeisterten 4-Klässlern an einem Projektnachmittag die Aufgabe gestellt, das Kostenwachstum und die Ungleichheit zwischen den Vereinen zu verringern. Gut gemeint, hemdsärmlig, und in der Praxis kaum umsetzbar. Nimmt mich ja wunder, ob an diesem Laferi-Nachmittag etwas konkretes rausschaut. Wahrscheinlich der einstimmige Beschluss, das Thema an einer nächsten Besprechung wieder aufzunehmen....

    NZZ
    Eishockeyklubs planen Revolution
    Aufstand gegen die Spieler
    Die Nationalliga-A-Klubs sind sich einig: Die Spielerlöhne sind zu hoch. Sie wissen auch, wie das zu ändern wäre. Die Frage aber ist: Gibt es die Solidarität?

    von Daniel Germann15.12.2015, 21:24 Uhr

    Egerkingen am Schnittpunkt zwischen den Strassen-Transversalen A 1 und A 2 hat im Schweizer Eishockey schon mehr als einmal eine Rolle gespielt. In Egerkingen wurden Nationaltrainer verpflichtet und entmachtet, in Egerkingen wurden grosse Spielertransfers vorbereitet und vollzogen oder konspirative Gespräche über Sein und Schein der Liga geführt. Am Dienstag war Egerkingen wieder Schauplatz einer Zusammenkunft, die erst halboffiziellen Charakter hatte. Sollten die diskutierten Themen aber nur ansatzweise umgesetzt werden, würden sie das Schweizer Eishockey nachhaltig verändern.
    Vier brisante Vorschläge

    Die führenden Exponenten der zwölf A-Klubs trafen sich zu einer Sitzung ausserhalb der normalen Agenda, die nur einer Frage nachging: Wie bekommen wir die ausufernden Salärkosten in den Griff? Innerhalb der letzten 15 Jahre haben sich die Spielerlöhne nahezu verdoppelt. Das durchschnittliche Salär beträgt heute rund 200 000 Franken, die Toplöhne liegen über einer halben Million. Geht diese Entwicklung weiter, befürchtet ein Klub wie der HC Lausanne, in drei Jahren finanziell nicht mehr länger in der NLA bestehen zu können. Dabei haben die Waadtländer mit 6515 Zuschauern den dritthöchsten Durchschnittswert der Liga.

    Während Jahren wurden die steigenden Kosten als unvermeidliche Begleiterscheinung der Professionalisierung beklagt, aber schulterzuckend hingenommen. Nun scheint der Leidensdruck vor allem bei den kleineren Klubs derart gross, dass sich ernstzunehmender Widerstand gegen die Entwicklung formt. Die Klubs diskutieren über vier Punkte, mit denen sie gegensteuern wollen. Die Liga wird für die nächsten drei bis fünf Jahre geschlossen. Das verhindert kostspielige Notaktionen und gibt abstiegsbedrohten Klubs eine gewisse Planungssicherheit. Nach dem Vorbild des US-Profisports wird eine Lohnobergrenze, ein Salary Cap, eingeführt werden. Die Zahl der Ausländer wird erhöht, um das Monopol der Schweizer Spieler einzuschränken. Mäzenen-Beiträge sind nur noch bis zu einer Höhe von fünf Millionen Franken zulässig. Überschreitet ein Klub die Summe, wird eine Strafzahlung an die Konkurrenten fällig.

    Bis zum Januar nehmen sich die Klubs nun Zeit, die Vorschläge zu konkretisieren und auszuformulieren. Im optimalen Fall sollen sie an der ordentlichen Gesellschafterversammlung im kommenden Juni verabschiedet und auf die Saison 2017/18 umgesetzt werden.

    Innerhalb der Liga ist unumstritten, dass etwas gegen die Lohntreiberei getan werden muss. Obwohl die Nationalliga ein hervorragendes Produkt und auf dem Werbemarkt gut positioniert ist, ist in den letzten zwei Jahrzehnten ausser der HC Lugano praktisch jeder NLA-Klub mindestens einmal in eine existenzbedrohende Situation geraten. Zu publizitätsträchtigen Konkursen wie im Fussball beim FC Servette, FC Neuenburg Xamax oder dem FC Lugano ist es bisher nur deshalb nicht gekommen, weil die Eishockeyklubs als Spekulationsobjekte ausländischer Investoren weniger attraktiv sind. Betroffen von Konkursen waren kleinere Klubs wie der EHC Chur, der HC Sierre oder die Young Sprinters aus Neuenburg.

    Gleichzeitig ist der Widerstand gegen das Paket programmiert, sollte es tatsächlich in der andiskutierten Form zur Abstimmung kommen. Die Schliessung der Liga und die Erhöhung der Ausländerzahl sind in der Schweiz Reizthemen, die politisch bereits mehrmals gescheitert und aus kartellrechtlicher Optik heikel sind. Der letzte Versuch, den Abstieg abzuschaffen, liegt mittlerweile 15 Jahre zurück, wurde damals allerdings denkbar knapp abgelehnt. Ein Salary Cap wurde bisher als unzulässiger Eingriff in den Markt betrachtet.
    DEL – Vorbild und Warnsignal

    Mittlerweile ist der Kostendruck aber offensichtlich so hoch, dass man gewillt ist, sich der Diskussion erneut zu stellen. Als Vorbild und Warnsignal zugleich dient die deutsche Eishockeyliga (DEL), die vor 20 Jahren einen ähnlichen Weg wählte, wegen der Schwemme von billigen und zweitklassigen Ausländern vorübergehend aber den sportlichen Anschluss verpasste und dies unter anderem mit zwei Abstiegen aus der A-Gruppe bezahlte.

    In den letzten Jahren ist am Spengler-Cup selbst an den Spielen des HCD die wirkliche Fangemeinde praktisch verschwunden, die Stimmung - abgesehen vom IAIAIAO durch den Lautsprecher - auf Niveau einer Messehalle für Haushaltsartikel. Dass man für eine Gastmannschaft eine Choreo organisiert halte ich auch in meinen fortgeschritteneren bzw. altersmilden "Fanjahren" für einen Blödsinn. Wenn schon soll man den Luganesi einen grossen Posten Tickets halb gratis zur Verfügung stellen, um so die Curva Nord für das erste Spiel von Lugano nach Davos zu holen. Die machen dann schon Choreo.

    Früher habe ich in der Altjahreswoche schon häufiger via TV reingeschaut. Irgendwann war's dann eher aus nostalgischen Gründen, weil man es halt immer so gemacht hat. Letztmals hat's mich in der Lockout-Season interessiert, wo das Team-Canada mit Superstars gespickt war. Und seither zappe ich bei schlechtem Wetter mal rein, und nach ein paar Minuten wieder raus.

    Dass der HCD seine Kohle irgendwie verdienen muss ist mir klar, und seit die anderen Klubs für den Unterbruch zur besten Zeit bzw. die täglich 4-stündige Werbeshow seitens Farbfernsehen Leutschenbach vom HCD entschädigt werden, kann man auch etwas besser leben damit.

    Besser machen kann man es immer, allerdings sind nicht wenige der "guten Ideen" klar auf den viel grösseren Markt in Nordamerika gemünzt.

    Viel mehr Geld aus Fernsehrechten gibt's auf dem kleinen Markt CH nicht, die Liga hat keinerlei internationale Ausstrahlung. Individuelle Möglichkeiten der Klubs sind überschaubar (z.B. Spiele selbst vermarkten/übertragen via Internet) und die Zuschauerbasis am Ende trotzdem zu tief, um etwas professionelles aufzuziehen.

    Mehr Interviews, möglichst noch von der Bank aus? Wäre vielleicht noch vor 20 Jahren lustiger gewesen, heute parlieren schon Nachwuchsleute derart unverbindlich-nichtssagend-glattgebürstet, dass mehr davon die Sache nicht attraktiver macht. Und die Kamera in der Kabine ist auch witzlos, da die Post ganz sicher nicht dann abgeht, wenn die Kamera da ist. Bestenfalls schauspielert der Trainer und erzählt ein paar taktische Allgemeinplätze. Diese "vorgespielte Intimität" mag für den unbedarften Zuschauer attraktiv wirken, die Fans durchschauen das Theater.

    All-Star-Games, Skill-Wettbewerbe etc. - hatten wir ja schon, aus irgend einem Grund gibt es sie nicht mehr. Wahrscheinlich nicht deshalb, weil man nicht wohin wusste mit der eingenommenen Kohle.

    Gleich wie im Vorjahr, wo (glaub'..) ebenfalls wegen HaSta-Belegung die Partie in Bern stattfand. Warum man beim SEHV bzw. Ringier die paar einfach zu behebenden Ärgernisse nicht zügig ausräumen kann, ist unklar. Für die Cup-Partien spielfreie Sonntage wählen, und die Anzahl spielberechtigter Ausländer der jeweils tieferen Liga anpassen.

    Ob der SCB bis anfangs Januar wieder besser in die Spur gefunden haben wird, wissen die Götter. Evtl. kommen im Dezember noch ein paar "geheilte" Spieler auf's Eis zurück. Mindestens 4 sind aber noch länger "out" bzw. ist die Saison gelaufen. Was Lars Leuenberger als neuer Übungsleiter fertig bringt, wird man sehen.

    Um Schläpfer ist in den letzten Jahren auch etwas ein Hype entstanden, dabei stehen seine ehrliche und sympathische Art im Vordergrund, ebenso wie seine stets brodelnden Emotionen. Damit hat er immerhin die Bieler an verschiedenen "Abgründen" vorbeimanöveriert und sogar ein paar Mal in extremis die Play-off's geschafft. Kennzeichnend waren bisher stets der Tanz am Abgrund und die Energie, welche Schläpfer und über ihn das Team aus diesen Notlagen und der Rolle als Underdog schöpfen konnte. Niemand hat bisher die Frage gewagt, ob Schläpfer auch ausserhalb des emotionalen Ausnahmezustands eine Mannschaft entwickeln und weiterbringen kann.

    Nun hat man ein neues Stadion, welches die Fans die Zukunft in einem besseren Licht als auch schon sehen lässt. Zudem wurde auf die aktuelle Saison das Budget für die erste Mannschaft erhöht, insbesondere auf den Ausländerpositionen glaubte man, einen Schritt nach vorne machen zu können. Und jetzt macht man die Erfahrung, dass man zwar durchaus umsichtig investieren kann, aber sich der Erfolg trotzdem nicht einstellt. Weil halt der eine oder andere CH-Spieler nicht jede Saison eine Spitzenform ausspielt, der hochgelobte neue Ausländer bei Biel einfach nicht auf Touren kommt, etc. etc. - also die ganz banalen Probleme, mit denen man so konfrontiert ist.

    Über die Ursache des aktuellen Tieffluges gibt es unterschiedliche Meinungen. Beliebt natürlich primär diejenige, dass die "Liga-Mafia" - ohnehin seit Jahren DER Grund für alle Widrigkeiten - mit der ungeschickten Anfrage die Ursache allen Übels sei. Das mag zwar in der Kausalitätskette tatsächlich der Ursprung gewesen sein, viel entscheidender war jedoch, wie sich Kevin Schläpfer und die Klubführung daraufhin verhalten haben. Man hätte das Ganze relativ einfach abtun können, d.h. etwas Empörung markieren, den Verband in den Senkel stellen und Kevin Schläpfer hätte sich geschmeichelt führen und auf später vertrösten können. Bekanntlich lief es nicht ganz so ab, und das grosse Aufbauschen mit einer tränenreichen Pressekonferenz machte eher den Eindruck, als müsse intern tabula rasa gemacht werden, nachdem sich extern höchstens noch der Boulevard etwas Unterhaltung aus der Posse versprach. Letztlich bekniete Schläpfer den Klub aber wohl derart, dass die Verantwortlichen in der Verdatterung ob dem Liebesentzug überstürzt reagierten, und damit die Aufmerksamkeit erst Recht auf die Ungeheuerlichkeit lenkte, dass sich Schläpfer sehr gut ein Leben ohne den EHC Biel vorstellen konnte. Statt dass man die Situation im kleinen Kreis erledigen und allfällige emotionale Statements von Schläpfer etwas entschärfen hätte können. Möglich, dass dabei die Bindung zwischen Team und Trainer etwas gelitten hat. Dennoch ist es schwer vorstellbar, dass dies allein an den Schwierigkeiten Schuld sein soll.

    Tja, bisher eine Saison zum runterspülen. Hatte gehofft, dass es - nach einigen Holprigkeiten - dann bis im Dezember etwas bessert.

    Mit Boucher hat's offenbar nicht wirklich gepasst, wobei es auch nicht gerade hilft, wenn praktisch permanent zwischen 5 + 8 Spieler über Wochen oder Monate ausfallen. Auf die Ausländer in der Offensive wäre man dringend angewiesen, gerade dort präsentiert sich die Situation aber bedenklich. Kobasew kann seine Karriere vermutlich beenden (Kopf-/Nackenprobleme, wohl 2-3 Hirnerschütterungen zuviel...), Ebbett Bein gebrochen (...Rückkehr auf's Eis diese Saison sehr fraglich...), Smith mit Sehnenabriss (ca. 2 Monate Ausfall...), Bergenheim als Ersatz auch angeschlagen (...hat diese Woche mal wieder gespielt...) ++++ bleiben noch Derek Roy und Conacher, welche zumindest offiziell beschwerdefrei sind.

    Bei den "Inländern" herrscht auch nicht gerade blühende Gesundheit: Bührer muss operieren und die Saison beenden, Untersander, Kreis, Scherwey und Rüfenacht sind seit Wochen "out" und werden dies auch noch eine Zeitlang sein. Nun muss der Schwendener etwas viel Verantwortung schultern, und es bleibt höchstens die Hoffnung, dass sich der Effekt des Trainerwechsels und etwas mehr taktische Freiheiten so positiv auswirken, dass man nicht noch mehr abstürzt und die Play-off's schafft. Und dass die Verletzungsorgie nachlässt.... :kotz:

    ...die "Berater" annoncieren über eine Million Gehalt für Diaz, gehe mal davon aus, dass dies "netto" gemeint ist, mindestens netto Steuern. Und vielleicht kommen da noch ein paar "Benefits" dazu, welche aber nicht mehr so relevant sein dürften (Auto etc.). Rechnet man der Einfachheit halber mal mit einer Million netto, so bedeutet dies für den Klub einen Ausgabenposten von ca. 1.3 Mio CHF...

    Erstaunlich, was ein paar Saisons in der NHL ausmachen können, zumal Diaz - etwas im Gegensatz zu Josi - nicht gerade einer der Schlüsselspieler war. Selbstverständlich ist Diaz ein ausgezeichneter Spieler und kann seine Vorzüge in der NLA wohl besser zur Geltung bringen als in der NHL. Diese Saison wäre er vertraglich noch an den EVZ gebunden; kann mir nicht vorstellen, dass das Gehalt da gegen oben einfach offen ist. Ab nächster Saison wäre dann das Wettbieten definitiv eröffnet. Frage mich allerdings, wer da mitmachen würde. Als erstes kommt einem natürlich Lugano in den Sinn, dort ist das Geld vorhanden und Preis-Leistungsgedanken sowieso spanische Dörfer. Der EVZ, neu auch mit einem mehrfachen Milliardär an der Spitze, könnte es sich (...bzw. der Milliardär es sich...) grundsätzlich auch leisten. Wobei der neue starke Mann sein Geld eher in die dem ZSC nachempfundene Hockey-Academy steckt, und wohl tendenziell eher mal eine Grenze zieht punkto Saläre. Der ZSC bzw. W. Frey könnte wohl auch, allerdings habe ich das unbestimmte Gefühl, dass es Frey in den (vorerst) skizzierten Gehaltsregionen dann auch ablöscht. Den SCB sehe ich nicht als Kandidaten in diesen Preisregionen, da ist man bereits bei Spielern wie Blum, Genoni, Plüss etc. an der Schmerzgrenze angelangt.

    Weiss nicht, was in Lugano für Spielergehälter (z.B. für Brunner...) bezahlt werden, evtl. käme man dann zur Erkenntnis, dass die Vorstellungen von Diaz' Beratern gar nicht derart absurd sind....

    Wenn der ZSC oder der HCD den Cup nicht ganz so ernstnehmen, kann ich dies noch nachvollziehen. Die können wenigstens ein paar Titel vorweisen und einigermassen rechtfertigen, dass bei ihnen das "Konzentrieren auf die Meisterschaft" dann auch von Erfolg gekrönt ist. Bei anderen Klubs ist's hingegen nicht ganz klar, warum man die Sache mehr oder weniger absichtlich in den Sand setzt. Gerade übervoll sind die Vitrinen dort ja nicht.

    In Bern gerät die Masse zwar auch nicht in Verzückung ob dem Cup, aber der Klub tut viel dafür, um das Publikum ins Stadion zu locken (im Abo inbegriffen). Und dahinter steckt natürlich die Absicht, zusätzlichen Verdienst zu generieren, auf den man in Bern nunmal angewiesen ist. Ergo verlangt man lieber keinen (separaten) Eintritt, und hat dafür 9'000 Nasen im Stadion, die hoffentlich das eine oder andere Bierchen konsumieren. Mit anderen Worten: Man kann es sich in Bern schlichtweg nicht leisten, ohne Not solche Möglichkeiten zu verpassen. Wenn man an der Stadiongastronomie eh' nur marginal beteiligt ist, spielen diese Überlegungen natürlich weniger eine Rolle...

    Nachdem auch in Davos eine ganze Ladung voller Verträge ausläuft, wird sich Arno diesmal kaum mehr bis in den Sommer hinein zieren können mit einer Vertragsverlängerung. Glaube zwar nicht, dass ein Pestoni einen Wechsel nach Davos von Arnos Verbleib abhängig machen würde, aber da Arno als Alleinunterhalter auch mit den Spielern verhandelt, wird er Farbe bekennen müssen. Wird ein schönes Geschrei geben in Ambri, wenn Pestoni nicht doch noch eine Saison anhängt am Gotthard. Habe deshalb eigentlich immer erwartet, dass Pestoni so quasi eine "cooling down" Phase im Ausland (Fi, SWE) einschaltet, um dem Dorftheater zu entgehen. Aber vielleicht testet er auch einfach den Markt, damit Lombardi ungefähr weiss, wie weit talabwärts er beim Geldsammeln fahren muss....

    Zitat von Larry

    Davos hat sich in der NHL bedient, Bern zieht nach:

    http://www.blick.ch/sport/eishocke…-id4239475.html

    Mach öppis Salis, wir haben reichlich Bedarf!

    ...bei Bern ist fraglich, ob Ebbett diese Saison überhaupt noch mal aufläuft - wenn alles gut geht evtl. im Januar wieder. Und Kobasew ist schlichtweg sportinvalide, mit ein paar Hirnerschütterungen zu viel. Den Ersatz für ihn hat man mit Bergenheim am Flügel offenbar gefunden, hoffentlich muss der sich nächste Woche nicht künstliche Hüftgelenke einsetzen lassen. Aber wahrscheinlich bricht er sich nur den Arm, wenn die Seuche so weitergeht wie in den letzten 2 Saisons. Was auf der Centerposition (Ebbett) läuft ist offen. Nachwuchsmann Hischier kann man - bei allem Talent - nicht einfach über 4 oder mehr Monate als "Ausländerersatz" laufen lassen.

    Habe mich angesichts der (...für HaSta-Verhältnisse...) günstigen Preise auch mal wieder ins Hallenstadion begeben, Sparta Prag sieht man schliesslich nicht jeden Tag. Irgendwie bestätigte sich mein Eindruck, dass die europäische Spitze aus Tschechien oder Skandinavien einfach einen höheren "Grundlevel" aufweist als die NLA. Der ZSC kann an einem guten Abend fast alles schlagen, aber es muss dann eben wirklich passen.

    Hingegen habe ich bei den vorderen Rängen aus Schweden, Finnland oder Tschechien den Eindruck, dass die schon in 0815-Form stark sind. Schon während der Saisonvorbereitung, wo noch keiner "eingespielt" ist, unterschreiten die einen gewissen Level nicht. Natürlich passt das Kombinationsspiel so früh auch bei denen noch nicht, aber sie stehen richtig, verhalten sich richtig, machen wenig Fehler - und vor der Kiste sind sie halt eiskalt + blitzschnell. Diese positiven Grundeigenschaften bleiben stabil und erlauben - wie gestern gesehen - ein cooles Abwarten + Ausnützen von Fehlern.

    Zitat von Larry

    ....hoffentlich verlängert Arno nächstens in Davos, sonst kreist Klaus noch länger in diesem Loop, dass Arno nach Bern gehe / hätte gehen wollen / werde vielleicht noch gehen. Ich habe natürlich nichts gegen AdC, finde die Spekulation aber relativ weit hergeholt. Zum ZSC hätte Arno immerhin noch eine emotionale Bindung, so ein wenig "back to the roots". Bei Bern fehlt doch jeglicher Bezug. Wobei es eigentlich keine Rolle spielt. Sobald Arno für ein weiteres Jahr in Daffos zusagt, fängt der Klaus das Geleier von wegen Schläpfer an. Aber da muss man wohl durch...