Um Schläpfer ist in den letzten Jahren auch etwas ein Hype entstanden, dabei stehen seine ehrliche und sympathische Art im Vordergrund, ebenso wie seine stets brodelnden Emotionen. Damit hat er immerhin die Bieler an verschiedenen "Abgründen" vorbeimanöveriert und sogar ein paar Mal in extremis die Play-off's geschafft. Kennzeichnend waren bisher stets der Tanz am Abgrund und die Energie, welche Schläpfer und über ihn das Team aus diesen Notlagen und der Rolle als Underdog schöpfen konnte. Niemand hat bisher die Frage gewagt, ob Schläpfer auch ausserhalb des emotionalen Ausnahmezustands eine Mannschaft entwickeln und weiterbringen kann.
Nun hat man ein neues Stadion, welches die Fans die Zukunft in einem besseren Licht als auch schon sehen lässt. Zudem wurde auf die aktuelle Saison das Budget für die erste Mannschaft erhöht, insbesondere auf den Ausländerpositionen glaubte man, einen Schritt nach vorne machen zu können. Und jetzt macht man die Erfahrung, dass man zwar durchaus umsichtig investieren kann, aber sich der Erfolg trotzdem nicht einstellt. Weil halt der eine oder andere CH-Spieler nicht jede Saison eine Spitzenform ausspielt, der hochgelobte neue Ausländer bei Biel einfach nicht auf Touren kommt, etc. etc. - also die ganz banalen Probleme, mit denen man so konfrontiert ist.
Über die Ursache des aktuellen Tieffluges gibt es unterschiedliche Meinungen. Beliebt natürlich primär diejenige, dass die "Liga-Mafia" - ohnehin seit Jahren DER Grund für alle Widrigkeiten - mit der ungeschickten Anfrage die Ursache allen Übels sei. Das mag zwar in der Kausalitätskette tatsächlich der Ursprung gewesen sein, viel entscheidender war jedoch, wie sich Kevin Schläpfer und die Klubführung daraufhin verhalten haben. Man hätte das Ganze relativ einfach abtun können, d.h. etwas Empörung markieren, den Verband in den Senkel stellen und Kevin Schläpfer hätte sich geschmeichelt führen und auf später vertrösten können. Bekanntlich lief es nicht ganz so ab, und das grosse Aufbauschen mit einer tränenreichen Pressekonferenz machte eher den Eindruck, als müsse intern tabula rasa gemacht werden, nachdem sich extern höchstens noch der Boulevard etwas Unterhaltung aus der Posse versprach. Letztlich bekniete Schläpfer den Klub aber wohl derart, dass die Verantwortlichen in der Verdatterung ob dem Liebesentzug überstürzt reagierten, und damit die Aufmerksamkeit erst Recht auf die Ungeheuerlichkeit lenkte, dass sich Schläpfer sehr gut ein Leben ohne den EHC Biel vorstellen konnte. Statt dass man die Situation im kleinen Kreis erledigen und allfällige emotionale Statements von Schläpfer etwas entschärfen hätte können. Möglich, dass dabei die Bindung zwischen Team und Trainer etwas gelitten hat. Dennoch ist es schwer vorstellbar, dass dies allein an den Schwierigkeiten Schuld sein soll.