Der mit den Prognosen wird eben auch zunehmend schwieriger. Früher war relativ klar, wer unter den ersten 4 sein wird, wer im Mittelfeld, und wer am Schluss. Heute reduziert sich die (vermeintliche) Gewissheit darauf, dass es vermutlich die Langnauer und Ambri am schwersten haben werden. Ansonsten sind die Unterschiede zwar durchaus klar erkennbar, aber die vermögen ein plötzliches Formtief oder etwas Verletzungspech nicht zu kompensieren.
Zug + Lugano werden wohl wieder mit ihren hochkarätigen Offensiven brillieren, mit Immonen bzw. Martensson sind bei den Ausländern nochmals sehr renommierte Namen dazugekommen. Die Luganesi nähern sich in Sachen Kosten + Namen wieder den "grande Lugano" Zeiten an; aber Trainer Fischer muss nun (endlich) zeigen, dass er mit den praktisch unbeschränkt fliessenden Mitteln auch etwas erreichen kann. Zug hat auf den Ausländerpositionen nicht ganz soviel Glanz wie Lugano, ist dafür im Tor stärker aufgestellt. Prognosemässig ist der EVZ damit wohl etwas Play-off tauglicher als Lugano.
Der ZSC bleibt das ausgeglichenste Team, welches bei den CH-Spielern am meisten Klasse auf sich vereint. Mindestens in der Defensive noch stärker als der EVZ und als der HCL sowieso. Das alte "Problem" beim ZSC bleibt jedoch bestehen: das Team ist individuell so gut, dass man auch dann gewinnt, wenn die Mannschaftsleistung den Coach in Harnisch bringt. Immerhin ist genügend Druck seitens Nachwuchs vorhanden.
Davos: Arno wird's richten - was denn sonst.
Der SCB ist vorläufig noch schwierig einzuschätzen. Mit 9 neuen Feldspielern im Team wird's zu Beginn nur mit viel Murks + Krampf gehen. Mit Ebbett, Smith und Conacher sind 3 neue Ausländer am Werk, die wohl als "solide" charakterisiert werden können, aber kaum für spielerischen Glanz bürgen. Bei Kobasew ist die Frage, ob der wieder mehr als die Hälfte der Spiele mit Hirnerschütterungen verpasst. Klar ist, dass ein Simon Moser etwa 100% mehr bringen muss als in der letzten (Mitläufer) Saison. Von Simon Bodenmann wird ebenfalls einiges erwartet. Zusammen mit Martin Plüss sind es die einzigen CH-Stürmer, welche die gehobenere Klasse verkörpern. Plüss als wichtigster Einzelspieler muss seine Energie einteilen. Vorläufige Einschätzung: Eher eine Arbeitertruppe, welche es mit Disziplin + Kampf richten muss.
Lausanne: Kann Huet seine Form halten, wird Lausanne auch dieses Jahr der gewohnt unangenehme Gegner und die nötigen Play-off Punkte zusammenkratzen.
Genf: Spielerisch waren die Senfer schon stärker, Stephan rettete früher noch den einen oder anderen Punkt, den Robert Mayer nicht mehr retten kann. Bezina im Saurier-Stadium. Aber McSorbets eingedrilltes System verleiht genügend Stabilität, dass allfällige Krisen nicht zum Dauerzustand würden. Wie AdC ist auch McSorley "unentlassbar", was die Personen uninteressant für Polemik und mediale Hetzjagden macht.
Kloten: Die grosse Frage für Otto Normalhockeyverbraucher bleibt nach wie vor, was eine Investorengruppe mit einem Klub wie Kloten genau im Sinn hat. Geld könnte bestenfalls dann verdient werden, wenn massiv investiert würde (z.B. Stadion). Wie schnell die Kanadier ihr zweifellos vorhandenes Hockey Know-how einbringen können ist ebenfalls offen. Trotz Therapeut Sean Simpson dürften beidseitig die Kulturschocks nicht ausbleiben. Wieviel Unruhe wird da generiert? Vom Team her wären die Klotener nicht schlecht aufgestellt - was aber bekanntlich nichts heissen will.
Fribourg: Mit Salminen hat man einen Ausländer geholt, der durchaus das Zeug hat, in der NLA gut auszusehen. Ansonsten sind aber die Strukturen im Team ähnlich wie im Vorjahr. In der Offensive machen Bykov, Sprunger + B. Plüss die Musik. Das Team wäre auf einen starken Conz angewiesen, der aber seit seiner Saison in Langnau die Erwartungen nie mehr erfüllen konnte, und tendenziell eher abbaute. Ohne Trendwende bei Conz wird's wohl wieder kritisch. Trainer Zenhäusern musste die obgenannten Dorfkönige schon vor der Saison via Medien "zusammenstauchen".
Biel: Der "neue Hallen Effekt" war bei anderen Klubs eher ins Negative verkehrt, aber die Bieler haben zur Feier des Tages etwas Transfergeld aufgeworfen. Abgang von E. Peter ist aber nicht zu unterschätzen. Mit dem neuen Stadion wachsen auch die Ansprüche. Allenfalls könnte es mit dem emotionalen Hochdruckkünstler Schläpfer zu Abnützungen kommen, wenn mal nicht der permanente "Überlebensmodus" angesagt ist.
Langnau: Evtl. kann der Aufstiegsschwung mitgenommen werden, Vorteil Aussenseiter, wird möglicherweise unterschätzt. Für eine echte Überraschung fehlt aber ein starker Goali.
Ambri: Same procedure as every year