...nur um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Mein Kommentar war nicht gegen Wick gerichtet; die Verhältnisse hierzulande und in der NHL sind kaum vergleichbar. Und auch "drüben" hat es sicher die eine oder andere Absage gegeben, weil die Spieler ihre Erhohlung höher gewichteten. Nur sind halt dort die Ressourcen etwas grösser als bei uns.
Die Nationalmannschaft hat allgemein hierzulande einen schweren Stand. Auf der einen Seite ist sie eine Art "Geldbeschaffungs-Vehikel" für den Verband, und muss deswegen diverse Auftritte während der Saison absolvieren, die sportlich nur mehr bedingt Sinn machen. Die Klubs geben ziemlich genau vor, welche Spieler wann genau vom Nationaltrainer aufgeboten werden dürfen. Was auch der Grund für das mittlerweile ausufernde "erweite Kader" der Nati ist. Die Nationalmannschaft, wie sie dann letztlich an der WM oder Olympiade antritt, profitiert deshalb kaum von diesen Spielen während der Saison, da die wesentlichen Player dort gar nicht am Start sind. Allenfalls kann man noch argumentieren, dass die ewig gleichen Deutschland- & Skoda-Cups dazu dienen können, Nachwuchskräften erste Gehversuche auf internationaler Bühne zu ermöglichen. Ob nicht einfach die Spieler, welche sich in der heimischen Liga als überdurchschnittlich erweisen, auch international halbwegs etwas zustandebringen, wäre da die ketzerische Frage. Ob es dazu dem zigsten Spiel gegen Deutschland oder der Slowakei bedarf??
Zu den "hausgemachten" Behinderungen der Nati kommt noch, dass wir international kaum zu Testspielen gegen die "Grossen" kommen, weil diese aus verschiedenen Gründen unter sich bleiben wollen bzw. sie sich (wahrscheinlich) keinen wesentlichen Nutzen aus Vergleichen gegen die CH-Nati versprechen.
Das nachvollziebare Bestreben der Klubs, ihre sehr teuren Schlüsselspieler für sportlich kaum relevante Turniere nicht unnötigen Risiken auszusetzen, führt das aktuelle Konzept ad absurdum. Denn dadurch würde es mittlerweile ausreichen, wenn die Nationalmannschaft nur während den Play-off's zusammengezogen wird, 1-2 Wochen gemeinsam trainiert + mit ausscheidenden Nati-Spielern schrittweise ergänzt wird. Sportlich würde kaum viel ändern. Hingegen ginge dem Verband eine wesentliche Einnahme-Quelle verloren... was wohl dazu führen würde, dass die Klubs finanziell mehr schultern müssten... und dort hört's dann bekanntlich rasch auf.
Deshalb werden wir auch weiterhin mit einer Art "Zwitterlösung" leben. Wenn's nicht läuft wie gewünscht ist der Nati-Trainer schuld, der entweder zu defensiv oder zu offensiv spielen liess, oder diesen und jenen fälschlicherweise aufgeboten / nicht aufgeboten hat. Sind die Umstände günstig und landet man ein Highlight, kann man das hohe Lied der attraktivsten Liga ausserhalb der NHL absingen.