...der Erfolg in Stockholm hat vieles etwas übertüncht. Schon gegen Ende der Ära Krüger wurden verschiedentlich Stimmen laut, die dem Nationaltrainer vorwarfen, er mache viel zu wenig aus dem grossen Talent, welches man dem CH-Hockey wohl einfach mal deshalb attestierte, weil man sich in der A-Gruppe halten konnte und ab und zu einen "Grossen" schlug. Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Es geht mir nicht darum, müssige Personaldiskussionen um die Nationaltrainer wiederzukäuen. Aber die Bodenhaftung ging nicht erst kürzlich verloren.
Auch nicht zu unterschätzen ist, dass die CH-Nationalmannschaft aufgrund des verhältnismässig kleinen Spieler-Pools extrem davon abhängig ist, wer überhaupt noch zur Verfügung steht. Jahrelange Eckpfeiler des Teams (z.B. Seger, Plüss) sind nicht mehr dabei. Deren Nachfolger sind bisher nicht wirklich sichtbar geworden - aber das kommt vielleicht noch. Talente wie Wick oder Sprunger wollen sich ausschliesslich auf ihren Klub konzentrieren, irgendwie auch verständlich angesichts des Pensums und der garnierten Gehälter. Und so viele Wicks gibt's im CH-Hockey halt nicht.
Es wäre wohl realistischer, punkto Zielsetzung solche Umstände etwas mehr zu gewichten. In den Jahren, wo man auf Verstärkung aus der NHL zählen kann (...auch in unserer Konfirmanden-Offensive...), die besten Spieler aus der NLA zur Verfügung stehen, alle in Form sind und man einen guten Lauf bekommt, sind Medaillenträume möglich. Und sonst muss man halt zurückbuchstabieren und zur Kenntnis nehmen, dass der Graben zu den "Grossen" nach wie vor sehr gross ist - und zu den vermeintlichen "Underdogs" kleiner, als man es wahrhaben möchte.