Beiträge von Iceman

    War bereits Gift für das Team, das schön herauskombinierte erste Tor. Danach glaubte man, im gleichen Stil weitermachen zu können. Wie schon so oft bildete man sich was ein auf das schnell auf dem Bitz herumfahren und ein paar schöne Passfolgen - und wie schon so oft geht es offenbar nicht in die Köpfe, dass Physis und Abschlussqualitäten keinesweg Schritt halten können mit dem Schnell- + Viellauf-Wettbewerb, den die CH-Nati gerne pflegt. Umgekehrt die Ösis, welche ohne grossen Firlefanz auf's Tor zogen. Mit einem Goali auf Top-Niveau hätte man sich wohl knapp die 3 Punkte gerettet, aber Berra konnte nicht verbergen, dass ihn die mangelnde Spielpraxis in NA sicher nicht besser macht und er viel von seiner Sicherheit eingebüsst hat.

    Insgesamt erstaunlich, dass man seit Jahren betreffend Physis nicht weiterkommt. Ob es an der Ausrichtung der Liga liegt, an der Nachwuchsförderung oder an beidem? Fällt schon auf, dass wir tendenziell eher "kleine Wirbelwinde" züchten, auch wenn z.B. beim ZSC aus dem Nachwuchs der eine oder andere physisch starke Spieler hervorgegangen ist. Vielleicht bessert's ja in Zukunft. Vom Abschluss müssen wir auch gar nicht erst anfangen, die Schussqualität gestern war grösstenteils wieder unterirdisch. Wäre sicher alles zu verkraften gewesen, wenn sich der "Larifari-Modus" nicht schon so früh eingenistet hätte....

    Das sportliche Know how der neuen Investoren in Ehren, aber bis auf die "Ägide Gaydoul" war das sportliche Fachwissen in Kloten ja eigentlich vorhanden. Probleme gab es aber immer wieder wegen dem Geld, auch wenn die Flyers ganz vorne mit dabei waren. Und ob mit etwas mehr "Vermarktung" ein Defizit gedeckt werden kann, welches im besten Fall (Finalteilnahme) zwischen 5 u. 6 Mio. liegt und im schlechten Fall (Play-out's) bei 9 Mio., ist eher zweifelhaft. Die neuen Investoren werden punkto Eishockey sicher einiges einbringen können, über kurz oder lang aber feststellen, dass die (kommerziellen) Rahmenbedingungen innert nützlicher Frist nicht geändert werden können... und dazu erst noch jede Menge Kohle nötig wäre (z.B. in Sachen Stadion....)

    Da Gaydoul die Aktien zu einem symbolischen Franken (...oder Dollar?) verkauft hat, gehen die Investoren bisher noch kein allzu grosses Risiko ein. Die nächsten 2 Jahre werden sie das Defizit vermutlich noch bezahlen.

    Ein Rätsel, dass auch Gaydoul nicht zu lösen vermochte, ist der "Business case" in Kloten. Unter den aktuellen Bedingungen (z.B. Halle) kann ohne jährliche massive Zuschüsse kein Spitzenteam ernährt werden. Es müsste eine neue Halle gebaut und von den Flyers weitgehend in Eigenregie vermarktet werden. Ob die neuen Eigentümer bereit sind, so viel Geld aufzuwerfen? Denn mit dem Hallenstadion hat man sehr starke Konkurrenz gleich vor der Haustüre - sooo viele hallenfüllende Events wird man neben dem Hockey nicht anziehen können.

    Auch wenn Gaydoul jetzt so tut, als sei dies schon immer so geplant gewesen: Dass er nach so kurzer Zeit die Waffen streckt, gehörte sicher nicht zum "Plan". Gaydoul hat einfach gemerkt, dass er in einer hoffnungslosen Situation steckt. Er hätte jedes Jahr zwischen 6 und 8 Mio. einschiessen müssen, je nach "Publikumserfolg", um ein Spitzenteam in Kloten zu etablieren. Und dies ohne Aussicht auf Besserung. Die Alternative wäre ein Billigteam, welches permanent gegen den Abstieg kämpft - aber trotzdem alle Jahre ein paar Millionen verschlingen würde. Gratis dazu gäbe es schlechte Publicity und haufenweise Kritik von Fanseite.

    Gaydoul hat sich aus seinem Alptraum lieber vorzeitig verabschiedet. Darauf, wie die kanadischen Investoren den gordischen Knoten knacken wollen, darf man gespannt sein...

    Monnet wurde mit völlig falschen Vorstellungen zu Gottéron transferiert - man erwartete von ihm (vermutlich), dass er ein "Führungsspieler" sein sollte in seinen ehemaligen Jagdgründen. Das ist Monnet aber vom Typ her nicht und wird es nie werden. Der ZSC war eine gute Umgebung für ihn, da er dort ab und zu seine Genieblitze hat leuchten lassen können, ohne dass es schwerwiegende Folgen gehabt hätte, wenn es zwischendurch etwas haperte beim auf's Eis bringen des Talents. Denn beim ZSC standen bzw. stehen nach wie vor genügend andere im Kader, welche den Karren reissen können, wenn ein Talent eine "Kunstpause" einlegt. Das war bei Gottéron komplett anders und wird auch in Ambri so sein. Dort erwartet man von solchen Spielern, dass sie Spiel für Spiel eine massgebende Rolle spielen. Kommt noch dazu, dass Gottéron für den damaligen "Supertransfer" wohl nicht zuwenig Geld aufwarf - zumindest hier wird Ambri näher am realen Leistungsvermögen operieren.

    Die Finnen werden kaum mit einer derart schnoddrigen Einstellung ans Werk gehen wie die Russen. Immerhin hat man einmal mehr gesehen, dass einstellungsmässig der "Schalter" während dem Spiel kaum mehr umgelegt werden kann. Der Sieg ist den Jungspunden aber trotzdem nicht von selbst in den Schoss gefallen. Das damit getankte Selbstvertrauen hilft möglicherweise auch gegen die Finnen....

    Die "Künstler" werden immer etwas extrem bewertet. Gelingt ihnen ein Geniestreich, sind sie die grossen Helden. Wenn nicht, werden sie dafür kritisiert, dass sie nicht den typischen "Chrampfer" verkörpern. Dieser hat beim Publikum schon nur Sympathien, weil er sich offensichtlich abmüht wie Anton - auch wenn halt nichts dabei herausschaut. Zur Erkenntnis, dass es beides braucht in einem Team, sind die Vorschreiber ebenfalls schon gekommen. In der Grundausstattung wäre dieses Gleichgewicht beim ZSC eigentlich nicht schlecht. Fehlen aber Spieler wie eben ein Fritsche, oder findet Keller nicht zu seiner Meister-Play-off Form, so ist dieses Gleichgewicht gestört. Deswegen können sich Cunti oder Nilsson aber nicht plötzlich ändern.

    Die Frage ist höchstens, ob Cunti im physischen Bereich nicht ...ähem... etwas "engagierter" auftretetn könnte. Er ist ja kein zu kleiner und zu leichter Spieler, der das physische Element eher meiden muss, weil er zum vorneherein unterlegen ist. Aber dieser Fortschritt müsste grundsätzlich angestrebt und verfolgt werden; den Schalter in den PO's plötzlich umzulegen geht nicht.

    Insgesamt sind das aber eher Luxusprobleme - andernorts kratzt man sich am Kopf, weil man zwar viele willige und disziplinierte Spieler hat, es aber an spielerischer Klasse fehlt....

    In der CH fehlen dem Trainer wirkliche "Druckmittel", wenn die Leistung seiner Meinung nach nicht genügt bzw. sich das Team auf seinem Talent ausruht. Natürlich kann man argumentieren, der Trainer müsse seine Stars halt anderweitig motivieren und überzeugen - ist wohl einfacher gesagt als getan. Der ZSC hat insofern einen Vorteil, als dass er über die grösste Nachwuchsbewegung verfügt und die Chance so grösser ist, dass regelmässig neue Kräfte nachdrängen. Das verursacht schon mal einen gewissen Druck auf die etablierten Kräfte. Je höher die Qualität dieser etablierten Spieler jedoch ist, desto weniger laufen sie Gefahr, wirklich Konkurrenz fürchten zu müssen. Zu viel mehr als symbolischen Aktionen reicht es in der CH nicht - dann hockt halt mal ein "Star" 3 Spiele auf der Tribüne. Wobei sowohl der Trainer als auch der Spieler haargenau wissen, wer am längeren Hebel sitzt. Ich sehe den mit den "Massnahmen" seitens Trainer daher skeptisch.

    Zitat von Larry

    Pizza Harry und seine Kollegen scheinen keinen Plan B zu haben:

    http://www.20min.ch/sport/eishocke…Lakers-17726604

    ...fragt sich nur noch, in welcher Liga das endet - aber mittlerweile sind sie ja froh, wenn in der NLB jemand dabei ist, der während der Saison nicht Konkurs geht. Habe aber den Überblick über Auf- + Abstiegsmodalitäten zwischen NLB + 1. Liga verloren, scheint ja mittlerweile eher eine Sache von Gesuchen und Verhandlungen zu sein. Solange der Mäzen Rhys Geduld hat, wird die "Mission Lakers" in der NLB weitergehen. Mit was für einem Team auch immer....

    Das Problem, wenn Präsidenten Fans sind... und nicht genug Kohle haben. Damals hatte Kloten mit Schawalder aber auch noch einen Sportchef, der offenbar sein Handwerk verstand...

    Die finanzielle Schadensbilanz in Ambri ist auch noch abzuwarten. Bisher hat sich aber noch immer jemand gefunden, der am Ende bezahlt. Das neue Stadion wird verzögert, weil man offenbar keine richtige Ausschreibung machte, bzw. die Sache gleich an Ambri-Fan & Stararchitekt Botta delegierte - na ja, der hat die Sache wahrscheinlich in der Mittagspause auf die Serviette gezeichnet und könnte den Job wohl auch gratis übernehmen. Mit der angesetzten Frist der NL für die Stadien in der NLA soll es aber scheints nun eben sehr eng werden. Ein Verlängerungsgesuch solle eingereicht werden, über welches dann die NLA-Klubs abzustimmen hätten.

    Ist schon eine einmalige Situation in Daffos - treten 2 ältere Spieler wie Rizzi oder von Arx zurück bzw. können nicht mehr so wie früher, wird der "Umbruch" ausgerufen. Das reicht dann auch schon, um in den Medien auf unbestimmte Zeit von Kritik grösstenteils verschont zu bleiben. Dass der HCD auch in den letzten 3 Jahren durchaus konkurrenzfähige Teams am Start hatte, wurde bzw. wird ignoriert - mindestens von "aussen". Bei der Fanbasis sah es schon etwas anders aus...

    Sollte der HCD nächste Saison die Play-off's verpassen oder in den 1/4-Finals ausscheiden, ist dies kein Problem. Schliesslich hat der eine oder andere Spieler des Meisterteams den Klub verlassen - die bösen Geldklubs aus dem Unterland und so. Dann geht der "Umbruch" halt einfach noch etwas weiter. Eins ist sicher: Neben der unbestrittenen Fähigkeit, junge Spieler zu fördern, hat Arno ein mindestens ebenso grosses Talent in der Öffentlichkeits- und Medienarbeit. Was andernorts zum Alltag gehört, ist dann plötzlich ein Projekt à la "Miracle on Ice" von Lake Placid - und nimmt jedem Kritiker den Wind aus den Segeln. Aber immerhin, das muss man auch erst mal nachmachen - auch auf diesem Gebiet ist Arno ein Tausendsassa! :wink:

    ...wenigstens hat Klaus Zaugg Humor genug, die Sache nicht (nur) mit weltbewegenden taktischen Schwurbeleien vom absolut "modernen" Eishockey von AdC zu erklären. Sondern auf die profanen Dinge hinzuweisen, welche am Ende entscheidend sind. Und das ist selten die taktische Grundausrichtung. Jedes Team spielt so, wie es seinen Stärken entspricht - oder sollte dies im Normalfall mindestens tun. Daneben braucht's aber auch "heisse" Spieler, persönliche Exploits etc. etc. - nur sind diese halt zu unberechenbar im Vergleich mit den grossen Taktikdiskussionen.

    Die Experten und Chronisten müssen aber Kolumnen und Sendezeit füllen, da kann man nicht einfach sagen: Der Torhüter hat's ausgemacht plus noch der gute Formstand von diesem und jenem, und daneben hat der HCD nach dem gleichen Muster gespielt, nach dem er sowohl 3x in den letzten 3 Jahren aus den 1/4-Finals flog (...mit durchaus konkurrenzfähigem Kader...) als auch jetzt + in der Vergangenheit Meister geworden ist. Dass soll die Leistung der Davoser nicht schmälern. Höchstens den "Glauben" an die grossen externen Analysen.

    Ob ein etwas physischeres Spiel gegen die teilweise doch lädierten Davoser mehr ergeben hätte? Natürlich nicht erst im in der letzten Partie. Der ZSC ist zwar nicht primär auf Murks + Krampf ausgerichtet, aber er hätte schon auch Spieler, die es krachen lassen könnten. Was ich gestern etwas vermisste war das "sich festkrallen" vor dem Tor von Genoni, der eigentliche Kampf im Slot. Stattdessen sah man schöne Passfolgen des ZSC, mehr oder weniger gefährliche Abschlüsse, und dann ein Abdrehen der ZSC-Stürmer - fast schon etwas stereotyp und ohne die letzte Überzeugung. Dies ermöglichte den Davosern immer wieder, die Scheibe schnell vom eigenen Gehäuse wegzuspedieren - und dort im Infight wären sie m.E. eben schon eher zu packen gewesen, als wenn man ihr Spiel mitmacht. Der ZSC hat derart viele Klassestürmer in seinen Reihen, dass er das Tempo der Davoser mitgehen kann. Es gibt aber immer wieder Momente, wo der Gegner "heisser" ist und/oder sich in einen Rausch spielt... und den eigenen Stürmern im Abschluss erst noch nichts gelingen will. Denn klar hätte es anders ausgesehen, schon nur wenn der ZSC eine durchschnittliche Erfolgsquote im PP erreicht hätte.

    Es hat mich an die legendäre Serie von Niederlagen des ZSC gegen Gottéron erinnert. Auch dort hatte der ZSC in der Vergangenheit den sich in einen Rausch hinein spielenden Fribourgern schon den Gefallen getan, genau das Spiel mitzumachen, dass solche Teams benötigen. Statt etwas den "Knüppel" auszupacken. Andererseits ist auch klar, dass ein Team nicht einfach so aus seiner Haut heraus kann - schnell mal den "McSorley" machen geht nicht. Und weil der ZSC doch immer wieder zu Torchancen kam, ist Crawford evtl. davor zurückgeschreckt, gross etwas zu ändern.

    Hätte der ZSC die Serie noch drehen können, würde man nicht darüber sinnieren, ob diese oder jene taktische Änderung nicht angezeigt gewesen wäre. Sondern es würde gelobt, dass der ZSC sich nicht von seinem Weg habe abbringen lassen und - Satz Klaus Zaugg - eben mit "meisterlicher Arroganz" sein Ding durchgezogen habe.

    Man hat den Eindruck, dass der ZSC eine hohe Drehzahl relativ konstant aufrechterhalten kann, währenddem die Davoser zwischendurch Pausen einlegen müssen. Aber die Davoser können den Motor dann phasenweise in den "roten Bereich" drehen, und dort entscheidendes bewegen. Bis zum 0:2 wirkten die Davoser so, wie man es sich vorgestellt hatte, nämlich etwas müde von den bisherigen Abnützungskämpfen. Wie schon in den bisherigen Spielen machte der ZSC aber zuwenig aus den Chancen. Im Gegensatz zu den Davosern, welche deshalb immer wieder den 2en Atem bekommen. Den grossen Tenören in der Offensive wie Wick, Cunti, Bärtschi + Nilsson ist auch schon mehr gelungen als in diesen Play-off's. Einen wirklich "heissen" Spieler wie es letzten Frühling Ryan Keller war ist beim ZSC derzeit nicht auszumachen. Bisher hat hoher Druck das Team aber stets zu Sonderleistungen getrieben....

    Zitat von ZSColin

    Unglaublich ..... ein Scherbenhaufen .........
    Betr. Rücktritt vom VR Präsi: Im Radio ZHsee wurde zudem mitgeteilt, dass auch seine Kinder (sein Kind?) in der Schule tätlich angegriffen und angefeindet wurden. Not nice.

    Staune allgemein seit ein paar Saisons darüber, dass immer mehr Radaumeldungen an + um Hockeyspiele aus Begegnungen der Kategorie "Rappi vs. Kloten" etc. stammen, welche vorher nie aufgefallen sind. Früher krachte es regelmässig in Lugano, da hat man die Rückfahrt nicht oft in einem unbeschädigten Car angetreten, und trotz viel grobem Klebband hat es durch die zerdepperten Fenster ordentlich reingezogen. Komischerweise hat sich die Situation bei den vormals neuralgischen Punkten beruhigt, dafür schepperts nun dort, wo ich es nie für möglich hielt...

    Die aktuelle Situation in Rappi sorgt nun natürlich für viel zusätzlichen Zündstoff. Was wirklich abgelaufen ist wird unterschiedlich verbreitet - die einen sprechen von einem mehr verbalen Schlagabtausch zwischen Schluep und einem anderen VIP-Bereich-Besucher, zudem soll Schluep über die sozialen Medien Nettigkeiten wie "am besten beim Fischmarkt aufknüpfen" erhalten haben. Ob man dies schon als "Morddrohung" werten kann? Aber möglicherweise war da auch noch mehr bzw. konkreteres.

    Bei allen Relativierungen + auf die Gefahr hin, dem Rappi-Präsidenten Unrecht zu tun: Ich habe den Eindruck, als hätte er diesen "Steilpass" dankbar angenommen, um sich als Opfer mit kaum zu kritisierendem Motiv (Familie, Lebensgefahr) möglichst schnell aus dem Alptraum zu verabschieden. Denn auf die paar Tage bis zum Saisonende der Lakers - egal ob sie jetzt noch 4 Spiele en suite gewinnen oder nicht - wäre es nun wirklich nicht mehr angekommen. Stattdessen sendet er mit seinem fluchtartigen Abgang ein weiteres Zeichen des Zerfalls und fördert die wohl ohnehin schon fortgeschrittene "rette sich wer kann" Stimmung. Aber letztlich passt halt auch dies irgendwie ins Bild...

    Zitat von Blackstar

    Bertschy von Bern in die NHL. Er will es probieren. War absehbar. Sicher ein Verlust für die Verjünung des SCB. Aber man hat ja Gardner mit Helbling tauschen können.
    Immerhin. :winke:

    ...spotte Du nur :suff:

    Nein, ist natürlich schon langsam ein "Problem", wenn einem aufstrebende Spieler wie Bertschy oder Vermin nach Übersee abhanden kommen. Eine solche Nachwuchsbewegung hat Bern nicht, dass dann postwendend wieder ein Talent wie Bertschy nachrücken würde. Vor allem dauert es dann halt auch mindestens 2 -3 Saisons, bis einer wirklich ein Leistungsträger sein kann. Bei Bertschy war diese Saison die erste, wo er wirklich ein konstanter Faktor war. Selbst bei der grösseren Nachwuchsbewegung des ZSC purzeln aber neue Wicks, Cuntis und Bärtschis auch nicht gerade jährlich vom Band...

    Bei Gardner ging es eher darum, auf der Centerposition Platz zu schaffen für jüngere Spieler - mangels inländischer Alternativen werden die beiden freigewordenen Centerpositionen (Ritchie / Gardner) wahrsch. vorläufig mit Ausländern gefüllt. Ob die dann wirklich jünger sein werden ist die Frage, wenn man an die Gerüchte um Danny Brière denkt. Wobei das Thema "Verjüngung" eher bei CH-Spielern relevant ist, welche man längefristig halten möchte. Bei den Ausländern spielt's weniger eine Rolle, da man dort flexibel reagieren kann Der Deal Gardner/Helbling dient eher der Schadensbegrenzung bei den Salären, die von den alten Klubs weiterbezahlt werden.

    Habe auch etwas zugeschaut - attraktives Spiel, in welchem der ZSC eigentlich viel getan hat, um zu gewinnen. Allerdings liessen die Davoser in den gefährlichen Zonen nicht so viel zu - und waren selber extrem effizient. Und dann eben das Penaltyschiessen... dass Entscheidungen in den Play-off's so fallen, hat dem ZSC auch schon zum Vorteil gereicht. Anders wäre besser, die Diskussion wurde schon und wird vermutlich wieder geführt werden, die praktischen Probleme inklusive.

    Wenn ich sehe, wie die Davos-Ausländer immer wieder zur Pflege in die Garderobe verschwanden, wird sich meine Theorie aber evtl. doch noch bestätigen: Der ZSC wird am Ende Erfolg haben, weil er noch mehr gesunde Spieler auf's Eis bringt.

    Ja, die Ambriden - auch ein Phänomen in der NLA. Nächstens dürfte die alljährliche Sammelaktion losgehen, um das Defizit zu decken. Nähme mich mal Wunder, ob im Tessin auch so hohe Ausstände bei den Sozialabgaben bestehen wie sie im Fall der Kloten Flyers ans Licht kamen. Man hat bisher nur mal was läuten hören... Es ist mir ein Rätsel, weshalb der Verband im Zuge der Lizenzvergabe nicht zumindest eine Bestätigung der entspr. Behörden verlangt, dass diesbezüglich keine Ausstände bestehen.

    In Ambri hat man gemäss Medienberichten noch das Problem, dass die Frist der Nationalliga für die Erstellung des neuen Stadions nicht eingehalten werden kann. Offenbar hat man verschiedene Dinge "verlauert" (u.a. kein ordentliches Ausschreibeverfahren), so dass nun praktisch ein Ausschluss droht. Ambri will ein Gesuch an die NL stellen, die Frist zu verlängern - die Vereine müssen dann abstimmen, ob dem Gesuch entsprochen werden soll oder nicht. Weiss nicht, ob dies wirklich "ultima ratio" ist, notfalls wäre wohl ein Abkommen mit Lugano oder Zug vorstellbar in Sachen Hallennutzung, was aber wohl existenzielle finanzielle Probleme zur Folge haben dürfte.

    Keine Ahnung, was eine Ablehnung des Gesuchs zur Folge hätte... Zwangsrelegation? Bleibt dann Rappi oben + rückt zusätzlich Langnau nach? Könnte noch eine interessante "Abstimmung" geben. Wobei man bei Ambri nie so genau weiss, ob sie im allgemeinen Ghetto nicht einfach bloss ein wenig die Übersicht verloren haben, und die Verzögerungen nicht so gross sind wie kommuniziert.

    Rappi macht praktisch das Gleiche wie die Tigers, als sie abgestiegen sind. OK, die Tigers hatten den Trainer noch 1x mehr gewechselt. Aber sonst?

    Beide Klubs spiel(t)en schon fast traditionsgemäss in den Play-out's, die Tigers gewannen jahrelang die entscheidenden Spiele um a) der Auf-/Abstiegsrunde zu entgehen oder b) um den Abstieg zu vermeiden. Die Lakers brachten es bis zu diesem Jahr fertig, sich immer vorzeitig zu retten. Bei Rappi hätte es nicht mal so viel Hockey-Sachverstand benötigt, um den stetigen Abwärtstrend zu erkennen - allein die Tatsache, dass man sich jede Saison früher vom Kampf um einen Platz oberhalb des "Strichs" verabschiedete, war ein Alarmzeichen.

    Bei beiden schlich sich langsam eine Art "Routine" ein - man war ja sozusagen "unabsteigbar". Dass es auch mal "dumm" laufen könnte, hat man vermutlich erfolgreich verdrängt. Parallelen gibt es auch darin, dass beide Klubs Schritte einleiten (Rappi mit "Farmteamprojekt") bzw. einleiteten (Langnau mit neuem Stadion) um dem jahrelangen Krebsgang entgegenzuwirken. Und als man in Langnau mit dem neuen Stadion endlich bereit war für einen Schritt vorwärts, taumelten die "Unabsteigbaren" unversehens in den Abgrund.

    Da es erst 0:2 steht, sind Grabreden für die Lakers verfrüht, aber gewisse Parallelen sind nicht zu übersehen. Sollte es für die Lakers zum schlimmsten kommen, fallen die schönen Ideen mit einem Farmteam und evtl. anderen Massnahmen ins Seewasser. Sollte sich Rappi halten können ist die Frage, wie schnell die Massnahmen greifen. Ein Farmteam benötigt eine gewisse Zeit, bevor die grossen Talente parat sind für die 1e Mannschaft.