Beiträge von Iceman

    Die "Debakel" im CH-Eishockey kommen und gehen, heute totgesagte feiern morgen schon Auferstehung, und die Probleme sind in solchen Fällen auch immer die gleichen:

    Mannschaft:
    Entweder "zu klein, zu leicht, zu verspielt, zu jung, Schillerfalter" etc." ODER "zu schwer, zu alt, zu behäbig, zu gesättigt, Dinosaurier"

    Schlüsselspieler:
    Bei Erfolg - Musterprofi, es gibt keine jungen und alten Spieler, nur gute und schlechte
    Bei Misserfolg - Alphatiere machen die Teamhierarchie kaputt, zu viel politischer Einfluss, schlaue Opportunisten

    Sportchef:
    Ebenfalls je nach Erfolg des Klubs; vor 2 Jahren noch wurde der Sportchef vom EVZ als Lachnummer dargestellt, zwischenzeitlich ist er medial zum umsichtigen Sportmanager aufgestiegen. Würde der EVZ gegen Genf ausscheiden, würde der Sportchef von K.Z. zur Schnecke gemacht, weil kein ausl. Ersatz für Verletzte geholt wurde

    Und bei Klaus Zaugg ist es halt wie mit dem "Blick": Jeder regt sich darüber auf und beschimpft ihn als tendenziös und unsachlich.... und liest ihn halt trotzdem (....wenn es nichts kostet....). Immerhin muss man Klaus Zaugg zugute halten, dass er reihum jedem ans Bein pinkelt, so dass nach alter Väter Sitte die guteidgenössische "mittlere Unzufriedenheit" herrscht. Im übrigen sind die Kritiken auf den Pinboards - beim ZSC und anderswo - mindestens so hart wie das, was dann K.Z. rauslässt. Dieser braucht im Prinzip nur die verschiedenen Wortmeldungen etwas zu destillieren und neu zu verpacken, und die Analyse steht. Ein Spielbesuch ist so gar nicht mehr nötig.

    Habe dem ZSC trotz missratener Quali in den Play-off's gegen Kloten mehr zugetraut, und aus meiner Optik hat nicht sooo viel gefehlt dazu, wie nun überall zu lesen ist. Schmerzlich vermisst in der Offensive habe ich Patrick Bärtschi. Schon in seiner kurzen Zeit beim SCB war er im entscheidenden Moment verletzt (...Ellbogencheck eines EVZ-Ausländers im ersten PO-Spiel ...natürlich ungeahndet...). Beim ZSC verpasste er nun die halbe Saison. Er hätte mit seinem Torriecher durchaus den Unterschied machen können in der Serie. Denn gegen ein offensiv sehr starkes Kloten hat der ZSC nicht zuviele Tore zugelassen, sondern zuwenige erzielt. Das Medienecho wäre für den ZSC bedeutend milder ausgefallen, dafür wäre Kloten gnadenlos als zu weiche, zu verspielte "Play-off Versager" durch den Kakao gezogen worden. Soll nun natürlich nicht heissen, dass die allseits kritisierten Punkte nicht zutreffend seien, und man einfach weiter machen soll, wie bisher. Da aber der in solchen Momenten immer wieder geforderte "Totalumbau" sowieso nicht zu realisieren ist, wird man nächste Saison Zeuge eines Wunders werden. Wie nämlich der ZSC, mit ein paar gezwungenermassen kleinen Retouchen, wie verwandelt auftreten und spielen wird. Ich bin mir aber sicher, dass die Experten dafür eine völlig logische Erklärung aus dem Hut zaubern werden. Am einfachsten schreibt man dann wohl dem Trainer Wunderkräfte zu, oder Ausländer X.

    Zwar reine Theorie, würde aber viel Geschreibsel von Journalisten als das entpuppen, was es eigentlich ist, eben Geschreibsel:

    Man sollte mal Genoni beim ZSC in den Kasten stellen und Flüeler bei Davos. Ob sich entscheidendes ändern würde? Oder man könnte mal schauen, wie der meist unter Dauerbeschuss stehende Bäumle bei einem qualitativ besseren Team aussehen würde. Evtl. wäre er der "Börner", wenn er nicht auch noch den 5en Nachschuss parieren müsste, um keinen Treffer einzufangen.

    Bei den Journis sind (welch Überraschung) immer diejenigen Goalis Top, bei welchen auch das Team solche Leistungen bringt. Wer erinnert sich nicht an das Theater, welche um den Wechsel von Tobias Stephan nach Genf gemacht wurde. Nur ihm sei es zu verdanken, dass Genf in den Play-off Final gekommen sei usw. usw., sogar zum besten Torhüter wurde er gewählt. Dass er in PO-Final in JEDEM Spiel mindestens ein faules Ei kassierte, wurde geflissentlich übersehen, schliesslich musste der Hype am Leben gehalten werden.

    McSorley hat allerdings schon längst bemerkt, dass Stephan zwar ein guter Torhüter ist, aber nicht der Wunderknabe, zu dem ihn die stets auf "die Story" schielenden Journalisten geschrieben hatten. McSorley wird daher alles versuchen, Stephan samt Vertrag nach Lugano zu verkaufen, und dafür den vorderhand noch günstigeren Conz nach Genf zu holen.

    Den Entscheid, auf Flüeler zu setzen, einfach mal als "Fehlentscheid des ZSC-Managements" abzuqualifizieren, (wie von K.Z. gemacht) finde ich auch etwas gewagt. Aber da werden die Einschätzungen ja im Tagesrythmus gewechselt. Aus "Lotter-Goalis" werden unversehens Helden, aus "überforderten Sportchefs" auf's Mal weitsichtige und gut vernetzte Sport-Manager usw. usw. Lustig und unterhaltsam, ab und an sogar treffend, aber meist eben nur ein Geschreibsel und ein Heulen mit den Wölfen.

    Nach den Abgängen von zig Scorepunkten beim ZSC in letzter Zeit (Alston, Gardner, Sejna kommen mir da auf Anhieb in den Sinn...) stellt sich auch die Frage, wo zum jeweiligen Zeitpunkt diese Werte wieder "beschafft" hätten werden sollen. Habe die Marktlage nicht mehr ganz präsent, aber wenn ich mich richtig erinnere, so herrscht auf dem CH-Markt seit Jahren Ebbe betreffend solcher Spieler. Die überschaubare Menge an Klassespieler mit CH-Pass wird mit viel Geld und langjährigen Verträgen an die Klubs gebunden.

    Alle Schaltjahre einmal gibt es dann doch noch Wechsel, meist aber erst bei Titularen, welche noch auf einen Rentenvertrag aus sind. Mit CH-Pass dieses Jahr nun Dubé (zu Gottéron). Ansonsten aber auch hier Ebbe, der Transfer von Ambühl war unter diesem Gesichtspunkt ein rarer Glücksfall.

    Würde also noch der Ausländermarkt bleiben, um irgendwas zu reissen. Aber auch hier weiss jeder langjährige Eishockeyfan, dass die Trouvaillen selten sind. Manchmal helfen Glück und Zufall (wie z.B. Bednar oder Sykora in Davos), oder viel Geld und eine gewisse Risikobereitschaft (z.B. Metropolit in Zug). Daneben wird gepredigt, dass die Offensive nicht alles sei, sondern die Defensive entscheidet. Auch hier sind die Perlen aber sehr dünn gesät. Wo bzw. wer sind die dominanten ausländischen Verteidiger in der NLA in den letzten Jahren?

    Selbst mit viel Geld ist in unserer Liga mangels Spielermaterial das in solchen Situationen oft geforderte "House Cleaning" kurzfristig nicht möglich.

    ....also wenn der ZSC heute auch gewinnt, muss ich mich dann schon langsam selber zitieren. Habe noch vor Weihnachten "prognostiziert", dass der ZSC in den PO's ein sehr unangenehmer Gegner sein wird und für eine Überraschung gut ist. Der "Z" hat genügend Play-off erfahrene Spieler, es ist einfach Pech, dass Patrick Bärtschi als Torschütze ausfällt. Aber wenn Monnet seine Form weiterhin so findet und evtl. sogar Ambühl mitziehen kann, wäre das möglicherweise zu kompensieren. Daneben hat man mit Nolan einen, der im Slot steht wie ein Fels und auf Ablenker und Abpraller spezialisiert ist. Dass Flüeler unter diesem Druck und dem stets drohenden Schatten von Legende Sulo bisher praktisch fehlerfrei agiert, wäre auch noch der Erwähnung wert.

    Ja, 95/96 war es wohl das 2letzte Mal.

    Da waren noch Sachen erlaubt, da würde der Einzelrichter heute 3/4 einer Mannschaft nach dem 1en 3el für mehrere Spiele sperren. Komischerweise habe ich nicht den Eindruck, dass es mehr Verletzte gab. War weniger schnell als heute, deshalb wohl weniger Hirnerschütterungen. Dafür mehr Halten, Ellbogen und Stöcke noch etwas höher. Wobei die beiden letztgenannten "Tugenden" immer noch weit verbreitet sind in der CH.

    Zitat von Supreme

    Hatten die gestern abend ihren körperkontakt freien Abend oder was?
    Ich habe nur Zürcher wegspicken sehen, aber keiner der einen Berner erwischen würde, manche wichen sogar Möglichkeiten bewusst aus.
    Hatten die alle Angst vor einem Kieferbruch??? :sad:

    Ausserdem war die Nr. 27 bei jeden Gegentreffer auf dem Eis (so habe ich das in Erinnerung).
    Es ist besser Nolan zu bringen als diesen Typen. :skandal:

    Fällt zwar sonst nicht so extrem auf wie gestern, aber so richtig zur Sache ist es zwischen dem ZSC und dem SCB schon lange nicht mehr gegangen. Letztmals so richtig gekracht hat es in der Saison ????, als Mark Streit und Yves Sarault schon in den ersten Minuten aneinander gerieten (war das 2003/4 ?). Aber seither herrscht da stets eine Art "Testspielatmosphäre".

    23. Februar 2011
    Was man hat, das hat man
    Die Eishockey-Nationalliga erfreut sich am Ende der Qualifikation 2010/2011 ungebrochener Popularität
    Die Qualifikation hat am Dienstag mit einem neuen Zuschauerrekord geendet. Das beweist: Das Produkt funktioniert. Bedroht wird es höchstens von den Lohnkosten, die ungebremst steigen.

    gen. ⋅ Der HC Davos verteidigte seine Tabellenführung in der letzten Qualifikationsrunde mit einem 2:0-Sieg gegen die Rapperswil-Jona Lakers und steigt damit am Samstag als logischer Titelfavorit in die entscheidende Meisterschaftsphase. Die Kloten Flyers haben die Tabelle zuvor während 39 der 50 Runden angeführt und sind damit der erste Herausforderer der Bündner. Dahinter zeigten der Titelhalter SC Bern und Genf/Servette zuletzt Aufwärtstendenz. Und auch der EV Zug, die ZSC Lions und Fribourg-Gottéron rechnen sich Chancen im Titelkampf aus. Nur die SCL Tigers scheinen mit der ersten Play-off-Qualifikation im 14. Anlauf ihr Ziel erreicht zu haben. Mit 9 Niederlagen in den letzten 11 Spielen (zuletzt 2:7 in Zug) verspielen sie einen Teil des Bonus, den sie zuvor erarbeitet haben.
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    Die Liga präsentiert sich am Ende der 50 Qualifikationsrunden in blendender Verfassung. Die Unterhaltung stimmt auf und neben dem Eis. Das auf Sicherheit bedachte 1-2-2-System ist zum Auslaufmodell geworden. Die Trainer lassen zur Freude des Publikums vermehrt wieder forechecken. Die Zuschauer honorieren die Bemühungen und bescherten der Liga erneut einen Zuschauerrekord (6302 im Schnitt). Der SCB ist weiterhin Europas Publikumsmagnet (15 855). Zug hat den Schnitt dank der neuen Arena um fast 2000 Zuschauer gesteigert (von 4316 auf 6314).

    Gestiegen ist aber auch der Einfluss der Schweizer Spieler. Reto von Arx war in Davos schon immer der unbestrittene Leader. Neben Arno Del Curto bauen neuerdings aber auch andere Trainer ihre Teams vermehrt um Schweizer herum: Rafael Diaz war der herausragende Zuger, Sandy Jeannin dirigiert Gottéron, und in Bern haben sich Martin Plüss und Ivo Rüthemann als Kopf des Teams etabliert. Beim Meister sind die ausländischen Stürmer Ergänzungsspieler mit klar definierten Rollen. Unter den elf besten Torschützen figurieren sechs Schweizer.

    Die Kehrseite dieser Entwicklung sind die Löhne, die vor allem für die Schweizer Topspieler ungebremst steigen. Die noch vor kurzem gültige Regel, wonach sich Bern, Davos, Lugano und die ZSC Lions praktisch alles und ihre Konkurrenten nichts leisten können, ist überholt. Heute investieren Zug, Fribourg-Gottéron, Servette oder die Kloten Flyers massiv in den Erfolg. Rafael Diaz unterschrieb im EVZ einen neuen Vertrag, der mit weit über 600 000 Franken dotiert sein soll. Sein Teamkollege Damien Brunner bewegt sich nicht weit darunter. Gottéron wird nach den Zuzügen von Christian Dubé und Simon Gamache in der kommenden Saison mindestens acht Spieler im Kader haben, die in der obersten Lohnklasse der Liga spielen. Und Genf/Servette ist höchstens noch in der Argumentation seiner Besitzer Hugh Quennec und Chris McSorley ein Low-Budget-Team. Tobias Stephan, Goran Bezina, Richard Park, Dan Fritsche, John Gobbi oder Juraj Simek stehen für das Gegenteil.

    Mehr als ein Klub bewegt sich an der Grenze des Verkraftbaren. Die ZSC Lions oder Lugano weisen jährliche Defizite in Millionenhöhe aus, die von ihren Mäzenen gedeckt werden müssen. Die Kloten Flyers müssen ihr Budget senken und wollen nur mit drei Ausländern in die neue Saison steigen, weil ihrem Präsidenten Jürg Bircher wohl der finanzielle Atem eines Walter Frey oder Geo Mantegazza fehlt. Und in Genf hat McSorley begonnen, das Tafelsilber zu verscherbeln. Er verkauft den Transfer von Thomas Déruns nach Bern als Veredelung eines Spielers, der seine Leistungen zuletzt nicht mehr gebracht hat. Möglicherweise ist es aber auch ein fatales Signal für einen Klub, dessen Basis auf dem schwierigen Genfer Pflaster noch alles andere als gefestigt ist. Bereits kursiert das Gerücht, dass McSorley auch sein momentan nach Langnau ausgeliehenes Torhüter-Juwel Benjamin Conz bereits nach Lugano verkauft habe. Wahrscheinlich rechnet er damit, dass Conz' Zukunft über kurz oder lang ohnehin in Nordamerika liegt. Was man hat, das hat man.

    sloggi:
    Das mit dem "..nicht mehr ganz taufrisch..." habe ich nur hingeschrieben, weil dies wohl der einzige Punkt ist, an dem man herumnörgeln könnte. Vorallem da Lugano mit Rintanen ja schon einen Veteranen unter Vertrag genommen hat.

    Es käme mir zudem nicht im Traum in den Sinn, Bednar in einen Zusammenhang mit den aktuellen SCB-Ausländern zu bringen. Dies sind komplett andere Spielertypen und haben anderen Ansprüchen zu genügen. Gerade deshalb dürfte es nach dem Abgang von Dubé betr. Ausländer beim SCB noch einen Wechsel geben. Und da hätte ich Bednar - Alter hin oder her - allemal den Vorzug gegeben vor einem "unbekannten" Experiment.

    Was soll den der Habisreutinger in Lugano mit dem Geld sonst machen? Irgendwo muss er ja anfangen und vom Himmel geschneit kommen die Spieler schliesslich nicht. Er suchte noch einen spielstarken Stürmer, und Bednar hat mit seinen Forderungen offensichtlich nicht ganz so übertrieben wie Metropolit. Auch wenn Bednar nicht mehr ganz taufrisch ist, so könnte man mit viel Geld auch dümmere Transfers veranstalten.

    ...also von den anfänglichen Gesten her hätte man meinen können, dass dann etwas mehr passiert als das Zerren an den Leibchen. Aber man sah beiden an, dass da viel zu wenig Emotionen vorhanden waren. Etwa so, wie wenn ein Opernsänger tief Luft holt, um dann festzustellen, dass er den Text vergessen hat....

    von Klaus Zaugg - Servette-General Chris McSorley hat aus einem NLB-Krisenclub ein NLA-Vorzeigeunternehmen geschmiedet. Jetzt lassen ihn die Politiker hängen. So sind Servettes Tage als Spitzenteam gezählt.

    Die Arena im Besitz der Stadt Genf ist baufällig. Die Stadtväter hatten Servette für den Sommer 2010 eine ordentliche Renovation mit etwas mehr als 200 neuen VIP- und Logenplätzen versprochen. Dieser Umbau hätte es Servette ermöglicht, über eine Million Mehreinnahmen zu generieren. Zudem hat die öffentliche Hand zugesichert, die Nachwuchsorganisation «Association Genève Futur Hockey» mit mehr als einer Million zu alimentieren und ein Projekt für eine neue Arena (bezugsbereit 2015) anzuschieben.

    Doch gemäss Präsident Hugh Quennec - zusammen mit Chris McSorley Servette-Besitzer - ist bis heute keines dieser Versprechen erfüllt worden. Die Lotterhalle ist nicht renoviert, ein konkretes Projekt für eine neue Arena gibt es immer noch nicht, und auf eine Tranche für die Nachwuchsorganisation in der Höhe von 550 000 Franken wartet Quennec nach eigenen Angaben seit mehreren Monaten. Er ist beunruhigt. «Vor allem das Ausbleiben der 550 000 Franken bringt uns in Schwierigkeiten.»

    «Dann müssen wir unser Budget reduzieren»

    Es gingen Gerüchte um, das Geld werde nicht für die Nachwuchsorganisation verwendet. Sondern für die Zahlung von Spielersalären. Deshalb verzögere sich die Auszahlung. Kritiker monierten, die Transparenz sei nicht gegeben, weil McSorley und Quennec auch die Nachwuchsorganisation kontrollieren. «Das hat uns sehr geschadet», sagt Quennec gegenüber 20 Minuten Online. «Dabei haben mehrere unabhängige Revisionen längst gezeigt, dass alles in Ordnung ist und es wirklich nur Gerüchte sind.»

    Aber was nun? «Ich gehe davon aus, dass die Versprechen eingehalten werden und das Geld überwiesen wird», sagt Quennec. Und was ist, wenn nicht bezahlt, die Arena nicht renoviert und auch keine neue Arena gebaut wird? «Dann müssen wir unser Budget reduzieren. Wir sind zweimal bis ins Finale gekommen, wir füllen die Arena, wir haben den Beweis erbracht, dass wir dazu in der Lage sind, ein Hockeyunternehmen erfolgreich zu führen. Wenn man uns aber die für das Hockeybusiness notwendige Infrastruktur nicht zur Verfügung stellt, dann müssen wir die Konsequenzen ziehen. Wir haben jetzt schon eines der kleineren Budgets in der Liga und wären gezwungen, dieses Budget durch Verkäufe von Spielern weiter zu reduzieren.» Damit aber wären die Tage von Servette als Spitzenteam gezählt.

    In der Krise aufgebaut

    Hugh Quennec lehnt das Mäzenatentum ab. «Es kann nicht sein, dass wir den Spielbetrieb auf dem aktuellen Niveau mit Mäzenen finanzieren müssen. Entweder haben wir die Infrastruktur, um das Hockeygeschäft wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben, oder wir lassen es sein.» Nach eigenen Angaben geschäftet Servette mit einem Budget von rund neun Millionen Franken. Das ist aber immer noch eine halbe Million mehr, als beispielsweise die SCL Tigers zur Verfügung haben.

    Präsident Hugh Quennec und sein Manager und Trainer Chris McSorley haben ein Wunder vollbracht: In Zeiten der Krise haben sie in der Westschweiz ein funktionierendes Sportunternehmen aufgebaut. In der gleichen Ära sind Servette und Lausanne im Fussball aus der höchsten Spielklasse verschwunden. Mit 6939 Fans pro Spiel ist Servette bei den Zuschauerzahlen die Nummer drei im Lande hinter dem SC Bern (15 803) und den ZSC Lions (7675).

    Schon der Fussball wurde fallengelassen

    Aber das Unternehmen ist auf die Politiker angewiesen, um mit einer entsprechenden Infrastruktur diese Zuschauer bewirtschaften zu können. Der Präsident und sein Manager sitzen deshalb in der Falle: Sie versuchen zwar, die Politiker aufzurütteln und sie haben mit dem Verkauf von Nationalstürmer Thomas Déruns aus einem laufenden Vertrag heraus (zum SC Bern) gezeigt, dass die Lage ernst ist. Aber sie waren bisher sportlich so erfolgreich, dass niemand in der Stadt ihre Warnrufe wirklich ernst nimmt.

    Druck auf die Politiker lässt sich in dieser Stadt nicht aufbauen. Auch die immer wieder gestreuten und von den Medien dankbar aufgenommenen Gerüchte, man ziehe nach Lausanne um, wenn in Genf die Hockey-Infrastruktur nicht verbessert werde, schrecken niemanden mehr auf und haben keinerlei Wirkung. Denn: Eine Option ist das nur theoretisch. Aber nicht im wirklichen Leben. Und die Geschichte lehrt uns, dass in der Stadt Calvins der Sportkapitalismus keine Lobby hat: Genfs Politiker haben schon das Fussballunternehmen Servette (17-facher Schweizer Meister und siebenmaliger Cupsieger!) mit Karacho untergehen lassen, und es dabei in Kauf genommen, dass ein nigelnagelneues Fussballstadion leer bleibt. Schliesslich hat Genfs grosser Reformator Johannes Calvin gelehrt: «Ora e labora» («Bete und arbeite»). Von Fussball und Hockey hat er nichts gesagt.

    Ohne Renovation keine Spitzeneishockey

    Hugh Quennec und Chris McSorley wirken bei ihrem Kampf gegen Genfs politische Windmühlen wie zwei Pokerspieler, die sich cool und siegesgewiss geben und nicht merken, dass sie die Karten verkehrt herum halten. McSorley sagt denn auch: «Nein, wir zügeln nicht nach Lausanne. Ich möchte bis zum Ende meiner Karriere in Genf bleiben. An den Gerüchten, ich sei daran, meinen Abgang nach Lausanne vorzubereiten, ist kein einziges wahres Wort dran.» Und Quennec räumt ein, dass man alles tun wolle, um in Genf zu bleiben. «Wir haben schon mehrfach klar gemacht, dass wir in Genf bleiben. Wir geben nicht einfach auf. Wir kämpfen für unsere Sache.»

    Ohne Renovation der Arena oder einem konkreten Neubauprojekt und ohne finanzielle Hilfe für die Ausbildung junger Spieler ist das Hockeygeschäft in Genf auf Dauer nicht mehr finanzierbar. Alle bisherigen Investitionen ins Hockeybusiness sind in der Hoffnung auf eine Verbesserung der Infrastruktur gemacht worden. Es waren Investitionen in die Zukunft. Diese Zukunft ist jetzt Gegenwart geworden.

    «Dann gibt es in Genf kein Spitzenteam mehr»

    Die amerikanische Anschutz-Gruppe, eines der weltweit grössten Unternehmen im Bereich Life Entertainment und Sport, hat die Geduld längst verloren. Anschutz orchestrierte und finanzierte den Aufstieg in die NLA. Inzwischen sind die Amerikaner ausgestiegen und haben die Anteile an Servette Chris McSorley und Hugh Quennec verkauft. Vor allem der in Nordamerika gross gewordene McSorley kann es einfach immer noch nicht fassen, dass eine Stadt nicht bereit ist, für ein so erfolgreiches Hockeyunternehmen wie Servette eine Arena bereitzustellen. In Nordamerika ist es schliesslich gang und gäbe, dass selbst hoch verschuldete Städte schon mal 100 Millionen Dollar für eine Arena ausgeben - nur um Sportunternehmen anzulocken. Weil erfolgreichen Sportteams eine aphrodisierende Wirkung auf Gesellschaft und Wirtschaft zugeschrieben wird. Auch Quennec vertritt die Auffassung, dass der Bau eines Stadions sei Sache der öffentlichen Hand sei.

    Nach Jahren des Verhandelns und Versprechens und Hinhaltens muss nun gezahlt und gebaut oder mindestens renoviert werden. Quennec gibt zu, dass die ganze Sache einem Finale entgegen treibt: Die Tage der Entscheidung nahen also. Auf die Frage von 20 Minuten Online, was er denn tun werde, wenn all die Versprechungen bis im Sommer nicht eingelöst werden, weicht Servettes Präsident erst aus und erklärt, man kämpfe dafür, dass sich die Situation verbessere. Aber schliesslich sagt er unmissverständlich: «Dann gibt es in Genf kein Spitzenteam mehr. Für Chris McSorley wird das kein Problem sein. Er wird eine neue Arbeit finden.»

    McSorley würde Titel mit anderen Teams holen

    Das investierte Geld können Hugh Quennec und Chris McSorley mit ein wenig Glück bei einer Liquidation des Unternehmens wieder herausholen, wenn sie die Stars mit lange laufenden Verträgen wie Goran Bezina (bis 2013), John Gobbi (bis 2015) oder Dan Fritsche (bis 2013) verkaufen. Bei Transfers aus laufenden Verträgen heraus ist zwischen einer halben und einer ganzen Million zu verdienen. Anders als die legendären Genfer Sportunternehmer Marc Roger und Jürg Stäubli haben Hugh Quennec und Chris McSorley die Möglichkeit, die Arena als Ehrenmänner verlassen.

    Oder noch einfacher gesagt: Wenn sich die Situation in den nächsten Monaten nicht grundlegend ändert, dann kehrt das Hockeyunternehmen Servette bald dorthin zurück, wo es war, bevor es vom Märchenprinzen Chris McSorley im Herbst 2001 wach geküsst worden ist: In den Keller der NLB oder in die 1. Liga. Und der charismatische kanadische Bandengeneral holt in den nächsten Jahren halt mit den ZSC Lions, Fribourg, Lausanne, Zug oder Lugano einen Titel. Was könnte einer wie er mit dem Geld bewegen, das in Zürich, Fribourg und Lugano verbraten wird!

    So oder so: Die Endzeit auf dem Hockeyplaneten Genf hat begonnen
    ++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

    ....Kommentar von K.Z. könnte auch mit dem Titel "....wie uns die Geschäftsleitung hat wissen lassen...." gezeichnet sein. Da wird die Sicht von McSorley/Quennec schon etwas arg kritiklos wiedergegeben (...OK, für "Investigationsjournalismus" ist 20Min nicht das richtige Blättchen und Zaugg philosophiert lieber etwas oder telefoniert mit seinen Spezis in den Etagen der Klubs...)

    Dass es mit der Transparenz bei Servette nicht zum Besten steht, ist nicht neu. Der abgedroschene Hinweis, dass die Revision bestätigt habe, dass alles in Ordnung sei, sagt diesbezüglich gar nichts aus. Höchstens, dass keine Verstösse gegen die Rechnungslegungsvorschriften bestehen. Das ist noch längst kein Beweis dafür, ob Mittel im Sinne von irgendwelchen Abmachungen verwendet worden sind, oder nicht.

    Als "Politiker" im Staate Genf würde es mich aber auch etwas stutzig machen, wenn ich die Transferoffensiven von McSorley mitverfolgen würde, lesen müsste, wie er die (angeblichen) Geldsäcke aus Zürich, Bern und Lugano Mal für Mal ausbootete, mir Chef-Zampano McSorley aber gleichzeitig weismachen wollte, dass Servette das alles mit einem minimal höheren Budget als Langnau bewerkstelligt.

    Es ist sicher nicht komplett verkehrt, was McSorley da via den zum Mediensprecher umfunktionierten Klaus Zaugg der Öffentlichkeit kundtut. Interessant wäre aber die Stellungnahme des Kantons Genf, welcher ja angeblich Dinge verspricht und nicht hält. Da würde man evtl. feststellen, dass da Fristen und Termine genannt sind, welche sich nach den langsam mahlenden Mühlen eines demokratischen Staatengebildes richten. Dass der Kanton Genf nicht funktioniert wie der HC Genf-Servette muss McSorley noch zur Kenntnis nehmen.

    Zitat von Supreme

    Metropolit bleibt in Zug
    Dienstag, 15. Februar 2011, 14:42 - Martin Merk

    Der kanadische Stürmer Glen Metropolit bleibt dem EV Zug treu. Er hat heute die Frist genutzt, um seinen Vertrag automatisch um ein Jahr zu verlängern, wie die Website der "Neuen Luzerner Zeitung" berichtet.

    Zuvor war spekuliert worden, dass Metropolit sich mit der Vertragsdauer und einem gleichbleibenden Salär nicht zufriedengeben würde und mit anderen Clubs (Bern, Lugano, ZSC) in Kontakt gewesen sein soll. Nun hat er den Innerschweizern für ein weiteres Jahr zugesagt.

    erstaunlich, zuerst mehrere Offerten von anderen Clubs einholen um den Preis hochzutreiben und dann doch zu alten Konditionen bleiben?
    Hätte ich nicht gedacht.

    ....evtl. hat man auf anderen Wegen finanziell etwas nachgeholfen. Kann mir jetzt echt nicht vorstellen, dass kein anderer (denke da vorallem an Laguno) mehr geboten haben soll als die Zuger. Auch wenn am Schluss - zumindest gemäss offiziellen Verlautbarungen - gar nicht so viele am "Wettbieten" teilgenommen haben.

    Mit den "Vorverurteilungen" ist das immer so eine Sache. Bin zwar kein NHL-Experte, aber soweit ich das überhaupt beurteilen kann, kommt es auch in der NHL sehr darauf an, zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zu sein. Hockt man als Verteidiger bei einem Team, welches schon überreichlich mit guten und vor allem bewährten Verteidigern ausgestattet ist, hat man halt Pech gehabt. Oder wenn dem Coach die Nase nicht gefällt ebenso.

    Keinen Schimmer, wie das bei Blindenbacher ausgesehen hat. Als "Jungspund", der um die 20 rum nach Nordamerika geht, kann man sich sicher ein paar Jahre in den unteren Ligen "weiterbilden", und auf die grosse Chance hoffen. Bei Blindenbacher mit 27 Jahren sieht es da evtl. schon etwas anders aus. Natürlich kann man jetzt die Platitüden von "Kampfgeist", "Stolz" und ähnlichem bemühen, welche doch einen echten Sportler trotz aller Widrigkeiten die Situation erdulden lassen sollten. Für mich stellt sich mehr die Frage, ob Blindenbacher bzw. seine Berater die Situation genügend gut abgeklärt haben. Oder ob man schon zum Zeitpunkt seines Wechsels hätte merken müssen, dass beim entsprechenden Team die Chancen eher klein sind. Die NHL-Experten hier werden das besser beurteilen können.

    Andererseits stellt sich da wohl auch die ganz profane Frage, wie lange man auf ein sehr sehr gutes Salär in der CH verzichten will, um für einen vergleichsweisen Hungerlohn mit ungewissen Aussichten in Nordamerika zu bleiben?

    Natürlich, die Kritiker unter den Eishockeyfans fragen dem Geld selbstverständlich nichts nach. Bei ihren beruflichen Entscheidungen geht es ausschliesslich darum, nach der grösstmöglichen Herausforderung zu suchen. Das Risiko zu scheitern (mit allen Konsequenzen) gehen sie freudig ein, ungeachtet aller Konsequenzen. Sie wären auch jahrelang bereit, einen schlechter bezahlten Job anzunehmen, weil die vage Möglichkeit besteht, dadurch vielleicht einmal die grosse Chance auf eine Beförderung zu erhalten.

    Ewig schade, dass solche Wunderknaben nicht Eishockey spielen...

    :cool:

    War ja hier auch schon das Thema, dass neu erschlossene Geldquellen verschiedenen Klubs kräftige Investitionen ins Kader ermöglichen. Lange Jahre gab es Lugano, Davos, ZSC und Bern, welche per se als Favoriten galten. Durch Transferoffensiven und schwache Saisons der obgenannten "Dauerfavoriten" haben sich nun ehemalige Klubs aus dem Mittelfeld soweit verstärkt bzw. sich oben in der (Qualifikations) Tabelle festgesetzt, dass die ehemals klare Grenze zunehmend verschwindet.

    Nur wachsen mit den steigenden Budgets halt auch die Ansprüche und Erwartungen. In Kloten, Zug und Freiburg drängen Zuschauer und Geldgeber auf den Titel. Die Saison ist nun nicht mehr gerettet, wenn man einem angeblichen "Favoriten" ein Bein stellen kann. Plötzlich steht man selber unter Druck und kann nicht mehr unter dem Etikett des Underdogs unbeschwert aufspielen. Und wie schwierig und mit wievielen Fallstricken und Unwägbarkeiten der Play-off Modus gespickt ist, ist sattsam bekannt.

    Die Erkenntnis, dass es mit einer guten Qualifikation (meistens) nicht getan ist, ist zwar nicht neu, aber immer wieder schmerzhaft. Dabei stellt sich dann vor allem die Frage, wie eine Organisation Rückschläge verkraften kann. Was für Löcher reisst ein frühes Ausscheiden? Wieviel Kohle und Geduld haben die Geldgeber? Wie abhängig ist ein Klub vom sportlichen Erfolg?

    Wird noch interessant werden, die Abschlüsse der NLA Clubs in den nächsten Jahren zu verfolgen. Schon diesen Frühling dürfte es verschiedentlich kräftig knacken im Gebälk.

    BMW:
    Der Erfolg gibt dem Modell "HCD" bzw. dem Modell des Alleinherschers AdC sicher Recht. Gleichzeitig stellt sich aber auch die Frage, weshalb es beim Rest der Welt anders läuft. Vermutlich deshalb, weil ein Sportchef normalerweise etwas längerfristig in einem Klub tätig ist als der Trainer. AdC ist halt auch hier eine Ausnahme.

    Zudem stellst Du Dir das Amt des Sportchefs bzw. das "Transferieren" etwas einfach vor. Da werden mit Spielern teilweise Kontakte geknüpft und gepflegt, lange bevor dieser einen möglichen Transfer zu einem Klub überhaupt in Erwägung zieht. Manchmal nützt das etwas (z.B. beim SCB mit Martin Plüss), manchmal aber auch nicht (Juraj Simek). Die meisten Spieler und Agenten wollen aber nicht im Halbjahrestakt mit einem anderen Ansprechpartner des Klubs reden. Auch erfordern Scouting und langfristige Planung auch etwas Zeit während der Saison, welche der Trainer einfach nicht hat.

    Wenn es nicht läuft oder Spieler nicht das bringen, was "man" sich erhofft hat, gerät neben dem Trainer auch der Sportchef rasch in die Kritik. Das war und ist in Bern nicht anders als beim Z, und der Vorgänger von Leuenberger (Triulzi) wurde auch Opfer dieses Mecanos. Daneben sollte man aber nicht vergessen, dass es keine "Ausbildung" zum Sportchef gibt. Diese wachsen vorallem an ihren Erfahrungen, müssen sich zuerst ein Netzwerk schaffen etc. etc. In diesem Sinne ist jeder neue Sportchef tatsächlich ein Zauberlehrling. Dies sollte man immer im Hinterkopf haben, wenn man einen Sportchef abschiessen will.

    6. Februar 2011

    Gefährliches Spiel
    Warum der HC Genf-Servette Thomas Déruns zum SCB transferiert hat
    Der HC Genf-Servette des Chris McSorley und des Hugh Quennec hat in dieser Saison mehr verloren als gewonnen. Doch am Donnerstag waren die Genfer in einem Spiel gleich dreifacher Sieger: Sie schlugen Fribourg-Gottéron im Derby 3:1, qualifizierten sich damit definitiv für die Play-offs.

    Von Daniel Germann

    Sie gewannen gleichzeitig auch das Pokerspiel gegen die Stadt Genf. Per Transparent forderte der harte Kern des Anhangs: «Transferieren wir unsere Politiker für eine neue Eisbahn.»

    Das Plebiszit von der Stehrampe nahm Bezug auf Thomas Déruns, der am Montag nur Stunden vor dem Transferschluss aus einem noch ein Jahr weiterlaufenden Vertrag zum SC Bern transferiert worden war. «Wir hätten Thomas' Vertrag demnächst neu verhandeln müssen und ihn uns unter den gegebenen Umständen nicht mehr leisten können. Er passt nicht mehr in unser Budget. Es wäre unverantwortlich von uns gewesen, ihm eine Vertragsverlängerung anzubieten», sagt Hugh Quennec, der in Genf neben Präsident auch jener Mann ist, der am Ende der Saison die Lücken in der Rechnung stopfen muss.

    Quennec aber sagt nur einen Teil der Wahrheit. Denn so schlimm kann es um die Finanzen bei Servette nicht stehen. Im Oktober verpflichtete der Klub unter anderem gegen die Konkurrenz aus Bern, Lugano und Zürich den Lizenz-Schweizer Dan Fritsche. Er soll in Genf netto über 500 000 Franken pro Saison verdienen und damit zu den teuersten Spielern auf Schweizer Eis gehören. Und letzte Woche bootete Servette im Ringen um den AHL-Rückkehrer Jurai Simek erneut den SCB aus. Nebst einem Lohn jenseits der 300 000-Franken-Marke erhält der Stürmer unter anderem einen Roller, mit dem er künftig freie Fahrt im Genfer Stadtverkehr geniesst.

    Den Genfer Besitzern aber ging es beim Transfer von Déruns nicht nur darum, das Budget zu reduzieren. Sie wollten ein Ausrufezeichen setzen. Darum traf das Los den 29-jährigen Stürmer, der seit 2002 in Genf spielt, französisch spricht und damit so etwas wie die Seele des Klubs war. Chris McSorley hatte zuvor bereits versucht, mit Goran Bezina, seinem zweiten Schweizer Schlüsselspieler, einen ähnlichen Transfer zu machen. Er bot den Verteidiger per Mail im Tauschgeschäft unter anderem den ZSC Lions an, fand dort aber kein Gehör.

    Hintergrund der ungewöhnlichen Aktionen ist der schwelende Streit des Klubs mit der Stadt Genf um die Vernets-Halle, die den Ansprüchen des Klubs nicht mehr genügt. Die erste sanfte Renovation der Arena aus den 1950er Jahren misslang. Der Klub stellte der Stadt Rechnung für entgangene Einnahmen. Reagiert hat der Kanton, der dem Klub 1,6 Millionen Franken zurückerstattet hat, die er zuvor in die Verbesserung der Halle investiert hatte.

    Von der Stadt, sagt Quennec, habe man bisher keinen Franken erhalten. Sie habe ihre getätigten Versprechen nicht erfüllt. Im Gegenteil: Im Dezember halbierte der Stadtrat den im Sommer versprochenen Zuschuss an die Junioren-Bewegung auf 500 000 Franken, weil eine Mehrheit der Parlamentarier mit der Transparenz im Klub nicht zufrieden war. Man argwöhnt, dass mit den Steuergeldern Transfers wie jener von Fritsche finanziert werden.

    Genf/Servette ist der einzige Nationalliga-A-Klub, der seinen Geschäftsbericht unter Verschluss hält. Das ist deshalb möglich, weil Hugh Quennec und Chris McSorley die Aktien untereinander aufteilen. Quennec selber sagt: «Auf Dauer muss Servette mehr sein als McSorley und Quennec. Wenn sich die Rahmenbedingungen nicht ändern, wird Chris über kurz oder lang weg sein. Und ich auch.»

    Der Transfer von Déruns entlastet das Lohnbudget um rund 400 000 Franken. Daneben spült er eine Ablösesumme von über einer halben Million Franken in die Kasse. Wichtiger aber war das Notsignal, das die Aktion ausgesendet hat. Es gab keine Entrüstungsstürme in Internetforen, keine Boykottaktionen des Publikums im Stadion, keine Proteste der Sponsoren. Im Gegenteil. Quennec sagt: «Die Reaktionen waren durchwegs positiv. Selbst die Stadtbehörden haben sich per Mail gemeldet.»

    Es war ein gefährliches Spiel mit einigen Unbekannten, das so gar nicht zur Philosophie von McSorley passt, der auf dem Eis bestrebt ist, das Unvorhersehbare auszuschliessen und das Risiko auf ein Minimum zu reduzieren. Doch das Spiel ist aufgegangen. Zumindest vorerst.
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    Bezina zum ZSC, das wäre aber auch eine ziemliche "Bombe" gewesen....

    Zitat von domibe

    Der SC Bern und die ZSC Lions haben laut der "Neuen Luzerner Zeitung" dem EVZ-Stürmer Glen Metropolit einen Vertrag für die neue Saison angeboten, was der Kanadier bestätigt. Auch Offerten aus dem Ausland sollen vorliegen.
    Metropolit hat bis zum 15. Februar Zeit, eine Option auf Vertragsverlängerung mit dem EV Zug einzulösen, scheint jedoch eher um einen besseren Vertrag zu pokern. Auch Gerüchte über die Idee einer Rückkehr nach Lugano machten schon die Runde.

    Gemäss SCB-Sportchef Leuenberger habe man "intern" über eine mögliche Verpflichtung von Metropolit gesprochen, dann aber letztlich kein Vertragsangebot gemacht.

    Metropolit ist zwar schon ein älteres Semester (36), bisher aber nicht als verletzungsanfällig aufgefallen. Ich vermute mal, dass er weniger um einen sehr hohen, aber dafür um einen mehrjährigen Vertrag pokert. Auch wenn man nun wieder die alte Weisheit hervorkramen könnte, wonach es nicht junge und alte Spieler gäbe, sondern nur gute und schlechte.... bei einem 2-3 Jahresvertrag (vermutlich sehr teuer) kann ich die Bedenken nachvollziehen. Auch wenn Metropolit ein überdurchschnittlicher Ausländer sein kann. Wenn er will.

    Zitat von Ali Bengali

    Weber nächste Saison in Lugano? Offensivspektakel könnten die ännet dem Gotthard schon gebrauchen.

    Quelle: hockeyswingers.ch.vu

    Wenn bei Lugano - zumindest nach Meinung von irgendwelchen Experten - das Problem aber grösstenteils in der mangelnden Führung und einer eigentlichen "Meisterlosigkeit" liegt, ist Webers "i bi doch ä liebe Siech" Ansatz keine erfolgversprechende Alternative.

    Hier ein Teil des Klausschen Kommentars von heute (2. Feb. 2010):


    Wo landen Weber und Co.?

    Was wird aus den Trainern, die in dieser Saison den Job verloren haben? Benoit Laporte (Ambri) hat bei Hamburg in der DEL bereits wieder Arbeit gefunden. Philippe Bozon (Lugano) dürfte vorerst in der NLA keinen Job mehr finden. Seine berufliche Zukunft liegt in Frankreich oder in der NLB. Colin Muller hat nach wie vor kein eigenes Profil. Bevor er in Zürich zum Cheftrainer befördert worden ist, war er sieben Jahre lang Assistent von Sean Simpson: Trotz früherer Trainertätigkeit bei Fribourg und den Lakers bleibt er der «Schattenmann» des aktuellen Nationaltrainers. Im Maximum gibt es für ihn einen Job als Nothelfer in der NLA und er muss sein eigenes Profil in der NLB oder im Ausland finden.

    Christian Webers Hockeykompetenz ist unbestritten. Bei den Lakers war er der falsche Trainer zum falschen Zeitpunkt. Seine Trainerkarriere in der NLA ist allerdings vorerst vorüber. Aber er hat alles, um ein guter Sportchef oder Chef einer Nachwuchsabteilung zu sein und seine Fähigkeiten als Ausbildner sind unbestritten. Weber wird ein Kandidat für eine Kaderposition in der neuen Hockeyakademie in Winterthur (ab 2013) werden. Unser Eishockey kann es sich nicht leisten, auf einen so hoch qualifizierten Hockeyfachmann wie Weber zu verzichten.
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    Für Zauggsche Verhältnisse ein relativ fairer Kommentar zu Weber. Dieser scheint einfach ein zuwenig harter Hund zu sein, dafür aber ein guter Ausbildner. Und da diese in der CH ja auch nicht gerade an den Bäumen hängen, wird er wohl einen Platz im skizzierten Rahmen finden. Habe Weber zu seiner Aktivzeit immer als vorbildlichen und pflegeleichten Spieler gesehen, der für sein Team alles gegeben hat. Wahrscheinlich haben solche "anständigen" Typen einen grundsätzlichen Nachteil, wenn sie ins Trainerbusiness einsteigen. Denn sie setzen ihre eigenen positiven Eigenschaften auch bei ihren Spielern voraus. Offensichtlich ein schwerer Irrtum...