Rückblick auf die Qualifikationsrunde der verkürzten NHL Saison 2013
Sympathieträger
Die Columbus Blue Jackets, letztes Jahr schlechteste NHL Mannschaft, hatte während der 48 Spiele dieses Jahr zwischendurch unglaubliche Siegesserien gegen wesentlich höher kotierte Gegner. Was mir gefiel war, dass diese Matrosen in jedem Match vorbildlich kämpften und mit ihren beschränkten spielerischen Mitteln scheinbar das Maximum herausholten. „Keep it simple“ lautete wohl ihre Devise und damit kamen sie erstaunlich weit. Die Heimspiele fanden stets in toller Ambiance statt, wobei bei jedem Tor der Gastgeber ein Kanonenböller abgefeuert wurde, der jeweils gefühltermassen fast das Hallendach leicht abhob. Trotz tollem Endspurt und dem Zuzug des bei den Rangers und Coach Tortorella in Ungnade gefallenen Slowaken Marian Gaborik, reichte es nicht ganz für die Playoffs. Die Red Wings besannen sich in der finalen Phase auf ihre Qualitäten und die verstärkten Wild aus Saint Paul schnappten den Kolumbianern schliesslich noch den letzten Playoff-Platz vor der Nase weg. Hätte die Blue Jackets liebend gerne gegen die Blackhawks im PO gesehen, aber es sollte nicht sein. Try again next year! Mit ihrem herausragenden Goalie Sergei Bobrovsky haben sie einen Mr. 50 % im Team.
Hartley & Krüger
Dieses Jahr waren die Hoffnungen in Calgary und in Edmonton, dass man endlich wieder mal die Playoffs würde schaffen können, besonders gross. Doch es blieb bei der Hoffnung! Die Flames stehen mitten in einem Neuaufbau. Während der Saison wurden zwei Teamstützen – Jay Bouwmeester und Jarome Iginla – nach St. Louis, bzw. Pittsburgh weitergereicht. Die Ablösung von Goalie Mikka Kirpusoff wurde von Bob Hartley in die Wege geleitet, nachdem klar war, dass die Calgary Flames auch dieses Jahr die PO nicht erreichen würden. Joey MacDonald übernahm den Goalieposten und Reto Berra wurde für die nächste Saison verpflichtet, wo er wohl hinter MacDonald zu einigen Einsätzen kommen wird. Der Playoff Strich war für die Flames zu jeder Zeit dieser Quali „out of reach“.
Die Edmonton Oilers, die in den letzten Jahren ihre Reihen durch namhafte Zuzüge junger Spieler verstärken konnten (2011: Jordan Eberle, Taylor Hall, Ryan Nugent-Hopkins; 2012: Nail Yakupov), kamen zwar den Playoffs etwas näher, als die Flames, doch gingen entscheidende Partien knapp verloren und schliesslich war das Verdikt „also this year no Playoffs“ relativ früh klar. Das Management der Oilers reagierte darauf sofort mit der Entlassung ihres General Managers (und Ex-ZSC’lers) Steve Tambellini, seines Zeichens Vater von Jeff, dem ZSC Abtrünnigen. Sicherlich war damit kurzfristig auch die Stelle von Ralph Krüger als Bandengeneral in Gefahr, doch der neue GM machte die Aussage, dass die ungenügende Punkteausbeute keinesfalls Krüger angelastet werden dürfe. Dieser mache einen sehr guten Job, hiess es. Der Endspurt der Oilers (mit 2 Siegen) bestätigt wohl diese Einschätzung. Wünschen wir Krüger mehr Glück und Erfolg in der nächsten Saison. Dito Bob Hartley!
Oh je Florida!
Ich weiss, wie intensiv Larry in Bonita Springs FL jeweils das nordamerikanische Eishockey verfolgt, während sich bei uns der ZSC in Playoff Kämpfen abmüht. Hier und da picken sich Larry & Bea einen Match im Süden (bei den Florida Panthers) oder im Norden (bei den Tampa Bay Lightning), um diesen live zu verfolgen. Letztes Jahr schafften es die Pantherlis als Gruppensieger der Southeast Division als Nummer 3 Seed gegen die New Jersey Devils in die Playoffs. Spannende 7 Spiele brauchte es dannzumal, bis schliesslich die Devils den Cats in der Overtime den Gar ausmachten. Larry & Bea berichteten von toller Stimmung und intensivem, spannenden Hockey. Dieses Jahr war leider bei weitem nichts mit Playoff im Sunshine State! Die Florida Panthers belegten sogar den letzten Platz aller Teams. Da half auch der Peter Müller mit der Nummer 88, ein Mannsbild, halb Kleiderschrank, halb Jon Bon Jovi, nichts.
Bei den Bolts in Tampa Bay sah es lange Zeit nicht so schlecht aus. Schliesslich stehen dort mit Vincent Lecavalier, Martin St. Louis (spielte schon beim HC Lausanne) und dem herausragenden Skorer Steven Stamkos überdurchschnittliche Spieler im Team. Umso erstaunlicher ist es, dass sich die Blitze von Tampa Bay nur ganz knapp vor den Florida Panthers als zweitletzte der Eastern Conference, platzieren konnten. Ärgerlicherweise verloren sie gestern sogar noch ihr letztes Heimspiel gegen ebendiesen Rivalen! Die Verteidigung inkl. Torleute wird wohl im Hinblick auf nächste Saison personell zu überdenken sein. Noch ein Wort zu Stamkos: In genau dieser ZSC Saison, wo wir uns mit dem Toreschiessen vielfach schwer getan haben, wäre ein Spieler wie Stamkos genau die Wunderwaffe gewesen, die wir gebraucht hätten. Während Sidney Crosby bei den Penguins Spielmacher, Passgeber und Skorer in einem ist verkörpert Steven Stamkos, den schnellen und wendigen Schlittschuhläufer, der im Slot „einfach trifft“. Punkt. Hoffentlich sehen wir ihn an der diesjährigen WM im Team Canada.
Übrigens, beste Punktesammler (Skorer/Passgeber) der gesamten Liga, East & West:
1. Martin St. Louis (Tampa Bay Lightning) 60 points (48 Spiele)
2. Steven Stampkos (Tampa Bay Lightning) 57 points (48 Spiele)
3. Alex Ovechkin (Washington Capitals) 56 points (48 Spiele)
4. Sidney Crosby (Pittsburth Penguins) 56 points (36 Spiele)
5. Patrick Kane (Chicago Blackhawks) 55 points (47 Spiele)
Die Favoriten auf den Conference Title – East
Die Pittsburgh Penguins, wenn Crosby nach seiner Kieferverletzung, als ihn ein abgefälschter Slapshot im Gesicht traf, wieder dabei sein kann, gehören selbstredend, und als Leader der Conference East nach der Qualiphase, selbstverständlich zu den Hauptfavoriten. Iginla hat sich gut integriert. Und Chris Kunitz wird seine Torproduktion, mit Sid the Kid wieder an seiner Seite, weiter ausbauen. Beide Torleute, Marc-André Fleury und der Tscheche Tomas Vokoun spielen überdies sehr zuverlässig und stark. Die Penguins treffen im PO höchstwahrscheinlich auf die Ottawa Senators, wenn Boston ihr letztes Heimspiel (just gegen ebendieses Ottawa) gewinnt – von dem können wir wohl ausgehen. Natürlich wird dann die Playoff Serie etwas anderes sein! Allerdings kann ich mir nicht vorstellen, dass Kyle Turris, Daniel Alfredsson, Sergei Conchar & Co. die Penguins in der Serie wird in Bedrängnis bringen können. Höchstens, wenn ihr Spitzengoalie Craig Anderson nochmals über sich hinauswächst? Er ist im Moment eh der Torhüter mit dem besten Wert abgewehrter Schüsse (0.941 %)!
Natürlich müssen die Titelholder von 2011, die Boston Bruins ebenfalls wieder als Titelfavorit erwähnt werden. In einem Conference Final mit den Penguins würde ich momentan sogar die Bruins bevorzugen. Warum? Ihr Nr. 1 Torhüter Tuukka Rask ist wohl der stärkste Goalie im Osten. Was Teufelskerl Rask in dieser Quali bislang alles gehalten hat, ist zum Teil kaum zu glauben. Und wie heisst es doch immer so schön? „Um einen Titel zu gewinnen brauchst du einen herausragenden Torhüter.“ Also der ist schon mal da. Daneben Topstürmer wie Marchand, Krejci, der ex-Luganese Patrice Bergeron, der uns bestens bekannte Tyler Seguin sowie hinten die „Eichen“ Chara und Seidenberg. Die Bruins werden es im Playoff Viertelsfinal – sofern meine Annahme eintrifft – mit Streits New York Islanders zu tun bekommen. Schade für die Islanders, dass sie kurz vor Beendigung der Quali gegen bereits ausgeschiedene Mannschaften (Carolina Hurricanes, Philadelphia Flyers, Buffalo Sabres) dreimal verloren. Zweimal zwar nur im Penaltyschiessen, aber die Niederlage gegen die Flyers war eine zu viel und verhinderte eine mögliche 5. oder 6. Rang Platzierung. Ein Playoff Tie gegen Boston oder die Montreal Canadiens ist wohl für die Islanders wie Nacht und Tag! Aber schauen wir mal, was die Aussenseiter aus Long Island mit John Tavares, Matt Moulson, Brad Boyes, Kyle Okposo, mit Ösi Michael Grabner, Josh Bailey und Captain Mark Streit & Co. zustande bringt. Wünschen wir ihnen viel Glück und dass ihr Supergoalie Evgeni Nabokov den Bostoner Stürmern das Grausen lehrt.
Wenn wir beim gezeichneten Szenario bleiben, kommt es zum kanadischen Wunschplayoff Tie zwischen Montreal und Toronto. Da läuft einem tatsächlich das Wasser im Munde zusammen. Erzfeinde unter sich könnte man da sagen. Auf diese Spiele freue ich mich. Montreal wohl aufgrund der guten Leistungen in dieser Quali leichter Favorit, aber die Maple Leafs sind nach längerer Abwesenheit nun endlich wieder mal in den PO. Und die werden es krachen lassen, be sure! Zudem verfügen auch sie über einen Trumpf auf der Goalieposition: James Reimer! Er hielt in den letzten Wochen Sachen, die musste man sich drei- oder viermal anschauen, bis man effektiv glauben konnte, dass der wiederum ein „fertiges“ Tor verhinderte! Auf Seite der Canadiens spielt der verletzt gewesene Zuger Raphael Diaz wieder mit. Er, der zu Beginn der Saison so toll und mit viel Selbstvertrauen aufgetreten ist und eine wichtige Stütze im Montrealer Powerplay war, kann hoffentlich seine Form zu Beginn der PO wieder erreichen und ausspielen. Ich kann’s nicht lassen, mich auch noch kurz über den Max auszulassen: Max Pacioretty, Stürmer bei den Montral Canadiens, während dem Lockout für kurze Zeit im Dress von Ambri Piotta. Max Pacioretty übrigens, der per Quali 2013 in der NHL in 44 Spielen 39 Punkte für die Canadiens sammelte. Unglaublich sage ich übrigens darum, weil ich im Spiel ZSC – Ambri Ende September 2012 im Hallenstadion (der Match endete 3:2 für uns) das Gefühl hatte, dieser gute Max Pacioretty wäre eine absolute Nuss. Er fuhr auf dem Eis herum, wie wenn ihn alles um ihn herum gar nichts angehen würde. Hätte es nicht eine kurze Szene gegeben, in welcher er mit einem direkt weiter geleiteten Puck andeutete, zu was er effektiv fähig wäre, ich hätte ihm schlichtweg National League Spielstärke abgesprochen. Von sich durchsetzen in der NHL, dort sogar Akzente setzend oder eben…. 15 Tore und 24 Torzuspiele produzierend…. nä, nä, nei, aber nöd dääh!!! Da sieht man wieder: Alles im Leben ist relativ! Montreal hat gegen Toronto vielleicht spielerische Übergewichte, aber die „fighting power“ der Leafs ist ein mindestens so grosses Gegengewicht. Wenn nicht sogar ein grösseres….!
Washington Capitals (gesetzter 3. und Sieger der Southeast Gruppe) versus die New York Rangers. Nochmals ein Knaller! Die beiden Teams trafen übrigens bereits im letzten Conference Halbfinal aufeinander (Sieger Rangers). Dito im Jahr 2011 im Conference Viertelsfinal, in welchem die Caps mit 4:1 Siegen die Oberhand behielten. Bei den Hauptstädtern geriet Captain Alexander Ovechkin nach etwa einem Dutzend Spielen, in welchen Washington meistens verlor und alles andere als überzeugte, unter Druck eines bekannten Eishockey TV Experten, welcher sich in einer Pause lautstark über die Unprofessionalität auf dem Spielfeld von Ovechkin ausliess. Er untermauerte seine Aussage mit kleinen Filmausschnitten von Spielszenen. In einer drehte Alex zur Spielerbank ab, statt back-chekcend zurück zu laufen. Prompt erzielte der Gegner ein Tor und Ovechkin zum schwarzen Schaft gestempelt. Aber Alex Ovechkin interpretierte fortan seine Captain- und Vorbildrolle beinahe mustergültig. Das Team und er rückten zusammen und der Erfolg gab ihnen – zumindest bis hierhin - recht. Mike Ribeiro (von Dallas gekommen) und Nicklas Backstrom sowie der gefährliche Blueliner Mike Green sind weitere Trümpfe im Team der Caps. Bei den Rangers zahlte sich der Zuzug vom ex-Davoser Rick Nash aus (von den Columbus Blue Jackets gekommen), hievten sie sich doch im praktisch allerletzten Moment in die PO und in diese, vom Papier her, günstige Ausgangspositionals Rang 6.. Goalie Henrik Lundqvist, die Stürmer Derek Stepan, Brad Richards, Ryan Callahan sowie der ex-Rappi Verteidiger Michael Del Zotto, welcher bei den Rangers diese Saison bester verteidigender Punktesammler war (26 points in 46 Spielen)sind die weiteren Teamstützen im Team von Bandengeneral John Tortorella. Wer gewinnt? Keine Ahnung.
Die Favoriten auf den Conference Title – West
Die Chicago Blackhawks bekommen es mit den Minnesota Wild zu tun. Ja, genau die, die im letzten Moment noch die Columbus Blue Jackets aus den PO gekickt haben. Chicago hat ja einen absolut sensationellen Saisonstart hingelegt und die ersten 24 Spiele ohne Niederlage überstanden, was nicht nur einem Clubrekord, sondern auch einem NHL Rekord gleichkam. Patrick Kane, Captain Jonathan Toews und Marian Hossa waren mit insgesamt 134 Punkten die herausragenden Punktesammler. Kane glänzte teilweise mit überirdischen Aktionen! Na ja, einige haben wir ja von ihm auch im Spengler Cup gesehen. Von den 48 Spielen gewannen die Blackhawks 36! Und klar sind sie der grosse Favorit gegen die Wild. Aber jene haben nichts, aber auch wirklich rein gar nichts zu verlieren. Zach Parise, der Neuzugang vom letztjährigen Stanley Cup Finalisten New Jersey Devils brauchte geraume Zeit, bis er richtig auf Touren kam. Mit 38 Punkten aus 48 Spielen etablierte er sich allerdings als effizientester und torgefährlichster Stürmer der Minnesota Wild. Finne Mikko Koivu und Verteidiger Ryan Suter sind tragende Stützen im Team. Matt Cullen, Devin Setoguchi, der aufgrund seines Aussehens, wie Eric Blum der Kloten Flyers, japanische Wurzeln zu haben scheint sowie Haudegen Dany Heatley (wenn wieder fit) sind ebenfalls überdurchschnittliche Skorer. Alles andere, als ein klarer Sieg der Blackhawks wäre allerdings eine Sensation.
Anaheim Ducks versus Detroit Red Wings – eine sehr interessante Paarung. Jonas Hiller gegen Damien Brunner. Die Wings mussten sich mächtig sputen, um noch knapp in die PO zu rutschen. Viel hätte nicht mehr gefehlt, und sie hätten die 22. Playoffs in Serie (!) nicht geschafft. Aber am Schluss richteten es die „Alten“, die Erfahrenen, die klar besten Spieler ihres Teams: Pavel Datsyuk und Henrik Zetterberg spielten die letzen 4 Spiele magistral. Oder etwas weniger euphorisch: Sie hatten magische Momente, welche den Unterschied ausmachten. Torhüter Jimmy Howard half dabei nicht unerheblich, er der diesen Monat einen neuen 6-Jahresvertrag von über 31 Mio $ erhielt. Siege gegen Phoenix, die LA Kings, Nashville und auswärts gegen die Dallas Stars konnten verbucht werden. Damien Brunner war stets mit im Team und erfüllte mit ansprechenden Leistungen seine Aufgabe gut. Wir dürfen gespannt sein, wie Brunner und die Red Wings diese Playoff Begegung meistern. Die Anaheim Ducks entschwebten irgendwie von allem Anfang an dem Rest der Gegner in der Pacific Division. Letztes Jahr lief’s nicht. Dieses Jahr lief’s. Hiller war wieder auf der Höhe. Er und der schwedische Nationalgoalie Viktor Fasth teilten sich die Spiele mit fast gleich gutem Erfolg. Es ist davon auszugehen, dass beide Torsteher weiterhin zum Einsatz kommen werden. Übrigens genau gleich, wie bei den Blackhawks mit Emery und Crawford. Anaheim verlängerte während der Quali mit Ryan Getzlaf, ihrem Aushängeschild. Im März unterschrieb der Star einen 66 Mio $ Vertrag über 8 Jahre. Getzlaf erreichte ein Punktetotal von 49 Punkten in 44 Spielen. Not bad! Corey Perrey, der andere Stürmerstar der Ducks, kommt auf ebenfalls beachtliche 36 points in 44 Spielen, was ihm, gleich wie Getzlaf, ebenfalls einen neuen 8-Jahresvertrag einbrachte. Perrey’s contract ist, nota bene, mit 69 Mio $ dotiert. Well, a hell of a lot of money for two players, isn’t it? Na ja, zwei gute Goalies, zwei überdurchschnittliche Forwards und ein intaktes Mannschaftsgefüge mit vielen Spielern, die erfahren sind und ihre Aufgabe kennen und wahrnehmen – reicht das, um die Red Wings auszubooten? Ich sage jetzt mal, Brunner Sympathiebonus hinterhand: Nein! Schauen wir.
St. Louis Blues gegen Los Angeles Kings ist die Affiche zwischen dem 4.– und 5.-Platzierten im Westen. Die Kings sind Stanley Cup Titelverteidiger. Ihren Captain Dustin Brown haben wir im ZSC kennen gelernt. Brown spielte bislang eine „anständige“ Saison und erreichte 29 Punkte in 46 Spielen. Allerdings wurde er wegen eines Ellbogenchecks gegen Jason Pominville (der Minnesota Wild) vor kurzem für 2 Spiele aus dem Verkehr gezogen.
See: http://www.youtube.com/watch?v=_R-X_ko8Fm4
Interessanterweise gab der Schiri keine Strafe, vielleicht auch, weil ihm die Sicht versperrt war. Aber die Aktion ist natürlich hässlich. Es heisst, dass diese Aktion mit den fehlenden 2 Spielen Brown die Summe von $ 34‘324 kosten täte. Nun, in den PO ist Brown jedenfalls wieder dabei. Und wer sich an die PO der letzten Saison erinnert, der weiss, dass die Kings jeweils auswärts perfekt gespielt und gewonnen haben. Können die St. Louis Blues den Stanley Cup Sieger ernsthaft herausfordern und gar besiegen? Ja, sie können! Denn sie sind ein Team! In einem richtigen Team kämpf jeder für jeden. Abgehobene Stars mit Sonderrechten gibt es nicht. Die Mannschaft ist bei St. Louis der Star. Und was diese Mannschaft unter erschwerten Bedingungen, sprich unter Playoff Druck, zu leisten vermag werden wir ab nächster Woche sehen. Die Kings mit Brown, Kopitar, Mike Richards, Justin Williams und vor allem mit dem Überflieger Jonathan Quick im Tor gegen geeinte Blues, welche mit beachtlichem Körpereinsatz dagegen halten werden. Das wird eng werden. Flip a coin for the winner!
Schliesslich noch der 4. und letzte Tie der Western Conference: Vancouver Cannucks versus San José Sharks. Die Cannucks „leben“ nach wie vor von den Sedin Zwillingen. Henrik und Daniel sind denn auch die gefährlichsten Forwards. Sie sammelten zusammen erstaunliche 85 Punkte (23 Tore, 62 Assists)! Die Analyse suggeriert, dass sie es sind, die die Angriffe inszenieren, einfädeln, teilweise aber auch abschliessen. Corey Schneider, der mich weder bei Ambri, noch im Spengler Cup mit Fribourg besonders überzeugte, spielt allerdings eine sehr gute Saison. Roberto Luongo dagegen, den man in Vancouver aufgrund eines sehr teuren, langfristigen Vertrages los werden möchte vermochte in seinen Einsätzen nicht immer zu überzeugen. Letztes Jahr scheiterten die Cannucks, ihres Zeichens Sieger der Western Conference, gegen den Rang 8., den späteren Stanley Cup Winner LA Kings! Sind Schweden einfach weniger Playoff-tauglich? Die San José Sharks mit ihrem finnischen Rückhalt Antti Niemi (war seinerzeit mit Chicago beim Victoria Cup in Zürich und spielte beim Vorabendsieg gegen den HCD) und dem unverwüstlichen Big Joe (Davos) Thornton können die Cannucks schlagen. Überdurchschnittliches Offensivpotenzial ist mit Logan Couture und Patrick Marleau vorhanden. Und eben, die graue Eminenz Joe Thornton, welcher auch in dieser Quali wieder auf 40 Punkte kam (zwar nur 7 Tore, aber 33 Assists)wird solange im Angriffsdrittel der Cannucks kreisen, bis ein gut postierter Mitspieler gefunden ist, der die Scheibe an Corey Schneider vorbei, einschiesst. Tippe auf die Sharks.
Und ausserdem…
Noch ein Wort zu den Nashville Predators und ihrem Verteidiger Roman Josi: Josi steigerte sich innerhalb des Teams praktisch von Spiel zu Spiel. Gegen Ende der Qualisaison war er zusammen mit Shea Weber klar der beste Verteidiger seines Teams. Qualitativ, sprich leistungsmässig (offensiv und defensiv) hat er Mark Streit überholt.
Für die Teams, die sich nicht für die Playoffs zu qualifizieren vermochten ist die Saison nun zu Ende. Die Clubs erleiden dadurch, wie man sich vorstellen kann, finanzielle Einbussen. Denn den Spielern wird ihr fixiertes Salär in der NHL nur für die Quali ausbezahlt. Die Playoff Einnahmen gehen demnach (sozusagen) voll an die Clubs. Und schon klar, wenn man dann nicht dabei ist, bleibt der süsse Geldregen natürlich aus. Bitter!
Spieler von Mannschaften, die die NHL Playoffs verpassten, können nun von ihren Landesverbänden zur WM 2013 in Finnland und Schweden aufgeboten werden. Schauen wir mal, wen Canada, die USA, die Russen, bzw. Schweden, Finnland, die Slowakei, Tschechien alles nominiert. Roman Josi wird wohl mit Handkuss ins Swiss Team von Sean Simpson aufgenommen.