Beiträge von Larry

    Den Transfer hätte ich auch gemacht da wir a) keinen guten Backup mehr haben und b) nicht wissen ob Flüeler wirklich Fit bleibt oder sich wieder verletzt. Wo man diskutieren kann ist wie oft Grönborg Ortio bringt. Wie gesagt hätte ich nach dem Shutout von Flüeler in Fribourg auch gegen Lausanne Flüeler gebracht, Grönborg bringt Ortio und das Spiel geht in die Hose. Aber Grönborg ist ja auch kein Anfänger. Die beiden Goalies müssen mit der Situation leben! Flüeler kann sich mit 24 Spielen ja nicht wirklich beklagen bis jetzt.

    Edit: Gelöscht

    Pause. Mann! Ärger!

    Wenn ein Goalie eine faule kassiert und danach steht es schnell 3:0 wird er in jeder Liga ausgewechselt, und das weiss er auch! Er war nicht bereit und muss das 1:0 klar auf seine Kappe nehmen. Mit der Situation mit Ortio muss er auch umgehen können! Ansonsten ist er kein Profi!

    Edit: Muss noch sagen nach dem 3:0 in Fribourg hätte ich Flüeler auch gegen Lausanne gebracht, nur schon weil er einen Shutout hatte. DAS habe ich auch nicht wirklich begriffen. Als Ausrede taugt das aber nicht!


    es geht doch darum, dass bern verliert, verliert, zu uns kommt und wieder gewinnt. Lugano verliert, verliert, spielt gegen uns und gewinnt. Lausanne verliert, verliert kommt zu uns und......mal sehen wies ausgeht.....
    es kommt immer wieder vor, dass wir mannschaften aufbauen, welche eine negativ serie haben und dann gegen uns einen dreier holen......

    Also verlieren wir..... :mrgreen:

    Nach Pickel (NZZ) noch Graf (TA):

    Die Löwen sind genügsam geworden

    Die ZSC Lions haben ihre Tugenden der ersten zwei Saisonmonate eingebüsst und müssen schleunigst den Turnaround schaffen.

    Simon Graf (TA)

    Das Heimspiel gegen Lausanne war für die ZSC Lions ein spezielles. Es war nicht nur ihr letztes im Kalenderjahr 2019, in dem sie ja das Playoff verpasst und einiges gutzumachen haben. Es war auch gedacht als Promo für die Heim-WM vom nächsten Mai, da sich die Teams der beiden ­Austragungsorte duellierten. So spielten die Zürcher vor über 10'800 Zuschauern in schicken Spezialtrikots mit dem WM-­Logo und dem WM-Slogan («Let’s Make History») auf dem Rücken.

    Doch es wurde für die ZSC Lions kein Abend für die Geschichte. Sondern einer der Pleiten, Pech und Pannen. Versinnbildlicht durch die Szene zu ­Beginn des Schlussabschnitts, als Goalie Lukas Flüeler den Puck im Powerplay hinter dem eigenen Tor stoppte, keiner seiner Teamkollegen kam, um ihn zu übernehmen, er darauf den Angriff selbst lancierte und unglücklich Dustin Jeffrey anspielte, der sich mit dem 5:2 bedankte.

    Nur 11 von 30 Punkten

    Spielten die Zürcher in den ersten zwei Saisonmonaten wie aus einem Guss, griff ein Rädchen ins andere, passt seit Mitte November nicht mehr viel zusammen. Es begann mit einem 1:2 beim SCB, der da noch in der Krise steckte. In den letzten zehn Spielen haben die Zürcher nur 11 von 30 möglichen Punkten geholt– nur der Tabellenletzte Rapperswil-Jona (acht Punkte) war in dieser Phase noch schlechter.

    Dass sie es könnten, zeigten sie in Davos (5:0) und am Freitag in Freiburg (3:0). Sonst gab es nicht mehr viel Erbauliches. «Natürlich ist es eine mentale Sache», antwortete Rikard Grönborg am Samstag spät gereizt auf die Frage, wie ein solcher Leistungsabfall innert 24 Stunden von einem 3:0 zu einem 2:6 möglich sei.

    «Uns ist die Konsequenz abhandengekommen», sagt Sportchef Sven Leuenberger und verweist als Wendepunkt auch auf jenes Bern-Spiel. Die Mannschaft habe in den ersten 20 Partien sehr gutes und erfolgreiches Eishockey gespielt. Aber auf Rang 1 etabliert, hätten sich in der Abwehr mehr Fehler eingeschlichen und sei die Gradlinigkeit im ­Abschluss verloren gegangen.

    «Das Problem ist, dass wir fahrlässig mit unseren Chancen umgehen, die Geduld verlieren und von unserem System abweichen.»
    Sven Leuenberger, ZSC-Sportchef

    Das aktive Eishockey, das Grönborg spielen lässt, mit stetem Druck auf den Puckführenden, ist sehr effektiv, wenn es konsequent umgesetzt wird. Doch wenn die Spieler zögern oder zu viel wollen und das System verlassen, tun sich schnell Lücken auf. So sagt Captain Patrick ­Geering: «Was uns zu schaffen macht, sind die schnellen Gegenangriffe.» In der Tat tauchten in den letzten Wochen immer wieder gegnerische Spieler in Überzahl vor den ZSC-­Torhütern auf.

    Könnte es sein, dass die Konkurrenz das System Grönborgs durchschaut und ein Gegenmittel gefunden hat? «Logisch studieren uns die anderen», sagt Leuenberger. «Aber das Problem ist, dass wir fahrlässig mit unseren Chancen umgehen, irgendwann die Geduld verlieren und von unserem System abweichen.» So hätten zuletzt immer wieder ­Verteidiger «gepincht», was bedeutet, dass sie in der gegnerischen Zone nach vorne preschen, um Druck auf den Puck zu machen. «Das ist bei uns eigentlich verboten. Und wenn wir mit vier Mann nach vorne stürmen, ­laufen wir in Konter.»

    Er habe durchaus Verständnis dafür, wenn sich nach 30 Runden eine gewisse mentale und körperliche Müdigkeit breitmache, sagt Leuenberger. «Aber dann sollten wir wenigstens clever spielen und die gebotenen Chancen nützen.»

    Keine blauen Flecken mehr

    Ein weiteres Problem, das Gee­ring anspricht, ist, dass die Zürcher nicht mehr so oft vor dem gegnerischen Tor anzutreffen sind, um die berühmten blauen Flecken einzustecken. Obschon sie am meisten Tore erzielt haben, sind sie so punkto Schusseffizienz nur noch die Nummer 4. Und es ist altbekannt, dass man vor dem Tor die besten Chancen hat zu reüssieren.

    Genügsamkeit gemixt mit ­Ungeduld und Disziplinlosigkeiten und einer aufkeimenden Unsicherheit – das ist der Cocktail, der den Zürchern derzeit schwer auf dem Magen liegt. Sie sind zwar immer noch Leader, punktgleich mit dem erstaunlichen Servette. Doch nur, weil der EV Zug und der HC Davos zwei Spiele weniger bestritten haben. Nach Punkten pro Spiel sind die ZSC Lions mit 1,8 nur noch die Nummer 3 der Liga hinter Zug (1,89) und Davos (1,82). Und wenn sie so weiterfahren, werden sie bald durchgereicht ins breite Mittelfeld.

    Heute Montag in Biel haben sie noch die Chance, die Weihnachtspause mit einem Erfolgserlebnis anzugehen. Oder wie es Patrick Geering ausdrückt: «Es ist Zeit, dass wir wieder einen Aufwärtstrend kreieren.»


    dieses jahr sterben uns die fczler der kult mannschaft aus den 70-er weg...

    Dieses Jahr sind nicht weniger als fünf (!) ehemalige FCZ Spieler gestorben! Alle viel zu früh!

    Vom Team meiner ersten Saison im Letzi 1968/69 sind auch schon fünf Spieler gestorben:

    Jürgen Neumann (2002), Martinelli (2013), Grob, Kuhn und Künzli (alle 2019).

    Weitere FCZ Spieler aus dieser Zeit die bereits verstorben sind:

    Rudi Brunnenmeier (2003), Zappa (2005), Peter Risi (2010), Timo (2012) und Jure Jerkovic sowie Norbert Eder (beide auch 2019).

    :sad:

    Der alte Ungeist schleicht wieder an bei den ZSC Lions

    Nach ihrem erfolgreichen Herbst sind die Lions dabei, erneut über sich selber zu stolpern. Noch hält sich der ZSC an der Tabellenspitze, doch dies wird demnächst nicht mehr der Fall sein, wenn er mit der Launenhaftigkeit der letzten Wochen weitermacht.

    Ulrich Pickel (NZZ)

    Ob mitten im Kampf am Strich oder an der Tabellenspitze, eines muss man den ZSC Lions lassen: Sie haben hohen Wiedererkennungswert. Dumm nur, dass sich dieser an einer Eigenschaft festmacht, die niemandem ganz geheuer sein kann. Die Lions sind und bleiben unberechenbar. Alles war angerichtet für eine grosse Party. Das letzte Heimspiel des Jahres, die Halle fast ausverkauft, dazu ein verunsicherter Gegner, der nach zuvor fünf Niederlagen in Serie leichte Beute zu sein schien. Doch am Ende blieben dem Publikum die Grittibänzen im Hals stecken. Und die Stimmung hätte kaum schlechter sein können.

    Die Spieler rangen um Erklärungen. «Wir müssen über die Bücher, individuell und als Kollektiv», sagte der Captain Patrick Geering. 2:6 verlor seine Mannschaft am Samstag gegen Lausanne, der gebeutelte Gegner aus der Westschweiz feierte den ersten Sieg im Dezember und hatte auf der Fahrt nach Zürich wohl nicht einmal davon zu träumen gewagt, dass der Auftritt im Hallenstadion zu einer derart einfachen Angelegenheit werden würde.

    Verträge sind unterschrieben

    Noch hält sich der ZSC an der Tabellenspitze, doch dies wird demnächst nicht mehr der Fall sein, wenn er im Stil der letzten Wochen weitermacht. Eine Chance gibt es noch, das Jahr versöhnlich zu beenden, am Montag in Biel. Aber das grosse Bild stimmt nicht mehr. Im November begann die Formkurve zu sinken, die Leistungen waren durchzogen. Da war zum Beispiel auch das Viertelfinal-Aus im Cup gegen Ajoie, ein 3:6 gegen einen B-Ligisten.

    Die Konstanz ist verschwunden, die Zürcher fallen stattdessen von einem Extrem ins andere. Der Auftritt gegen Lausanne fand nur 24 Stunden nach einem überzeugenden 3:0-Sieg in Freiburg statt. Auch das 5:0 auswärts Ende November gegen den damaligen Überflieger HC Davos war ein Statement gewesen – und blieb ebenfalls ein Einzelfall. Kurz darauf leisteten sich die Zürcher einen peinlichen Auftritt gegen Rapperswil-Jona, bei dem der Gegner nach 107 Sekunden 3:0 führte und der mit Ach und Krach im Penaltyschiessen doch noch gewonnen werden konnte.

    Der Unterschied zur Frühphase der Meisterschaft sticht ins Auge. Traumatisiert vom Verpassen der Play-offs im Frühling, legte der Meister von 2018 eine demütige Haltung an den Tag. Es war zu sehen, dass er zu jedem Spiel mit sehr viel Respekt vor dem Gegner antrat. Kein Aufwand war zu gross, Leidenschaft, Biss, Zweikampfstärke, alles warfen die Zürcher in die Waagschale. Zusammen mit ihrer unbestreitbaren spielerischen Klasse schwangen sie sich rasch zu einem Höhenflug auf, der bis an die Tabellenspitze führte.

    Nun aber gleichen die Spiele wieder verdächtig oft den rätselhaften Auftritten, wie sie in der letzten und vorletzten Qualifikation typisch waren: eine toxische Mischung aus Fehlern, Konzentrationsmängeln und zu wenig Entschlossenheit – es scheint, als ob der alte Ungeist wieder anschleicht. «Manchmal haben wir Spiele, in denen wir dem Game-Plan nicht folgen. Manchmal kommt es mir aber auch vor, als ob wir keinen Energie-Level haben», sagt der Sportchef Sven Leuenberger.

    Er ärgert sich über «dumme Entscheidungen» auf dem Eis. Wo der Ursprung liegt, ist für ihn klar: «Am Ende des Tages muss man einfach Profi sein und die richtige Einstellung haben.» Viele Steuerungsmöglichkeiten hat Leuenberger nicht mehr. Das Team steht weitestgehend, die Verträge sind fast alle verlängert. Nur die Causa Severin Blindenbacher ist noch offen. Wie es hier weitergeht, bleibt vorderhand unklar. Weder der 36-jährige Verteidiger noch der Sportchef lassen sich in die Karten blicken.

    Grönborgs Flitterwochen

    Im Gegensatz zu Leuenberger und Blindenbacher sieht Rikard Grönborg die Unberechenbarkeit seiner Zürcher Löwen zum ersten Mal. Was er bisher erlebte, waren Flitterwochen. Nun kommt der Alltag. Der schwedische Trainer lernt eine Seite der Mannschaft kennen, die er bisher nur vom Hörensagen kannte. Am Samstag war er «sehr enttäuscht». Der 51-Jährige sagte: «So können wir nicht spielen. Wir müssen das auf den Tisch bringen.» Den Grund sieht er am gleichen Ort wie Leuenberger: «Das ist eine mentale Sache.»

    Der erfolgreiche Herbst hat den ZSC Lions das Selbstvertrauen zurückgegeben. Der Trennstrich der Tabelle ist (noch) weit weg. Ein Gefühl der Sicherheit schleicht sich ein, das Entschlossenheit und Konzentration schwächt. Aus Selbstvertrauen wird schnell Selbstgenügsamkeit – der perfekte Nährboden für den Absturz.

    Die Launen dieser Mannschaft stellen für Grönborg die grosse Herausforderung der kommenden Monate dar. Bisher konnte er nicht nachvollziehen, dass im Nachgang der letzten Saison so viele schlechte Geschichten über die Lions erzählt wurden. Jetzt dürfte auch er zu verstehen beginnen. Am Ende des Jahres möchte man ihm zurufen: «Willkommen in Zürich!»

    Der Fritz lacht nicht mehr

    Fritz Künzli war beim FCZ ein Mittelstürmer, wie ihn die Schweiz bis heute selten gesehen hat – und er war ein Lebemann, bis er das Gedächtnis verlor. Jetzt ist er 73-jährig gestorben.

    Thomas Schifferle (TA)

    Es gab den Karli, den Jure, den Köbi, und es gab den Fritz. Es ­waren die Helden alter Zeiten, als Vornamen noch genügten, um Spieler zu erkennen. Vornamen waren wie Statussymbole.

    Karli war Karl Grob, der ewige Torhüter des FCZ, Jure war ­Jurica Jerkovic, der Künstler, wie ihn der FCZ sonst kaum einmal gehabt habt, Köbi war Köbi Kuhn. Alle sind sie in diesem Jahr gestorben.

    Und jetzt gibt es auch den Fritz nicht mehr, diesen wunderbaren Torjäger aus den Zeiten, als der FCZ gross wurde. Lange schon ist er krank gewesen, Demenz mit Beginn von Alzheimer war die ärztliche Diagnose, die seine Frau, die Entertainerin Monika Kaelin, im April 2017 öffentlich machte. An diesem verregneten vierten Adventssonntag ist Fritz Künzli im Spital Hirslanden gestorben, am 8. Januar wäre er 74 geworden. Künzli war das Leben und ­Lachen, und wenn sich Daniel ­Jeandupeux, so etwas wie der Philosoph unter den früheren Schweizer Fussballern, an seinen alten Mitspieler erinnert, fällt ihm eine Formulierung ein, die so gar nichts Philosophisches an sich hat, die aber den Kern trifft: Fritz sei «ein liebe Siech» gewesen.

    Fritz war der Bub aus der Provinz, der Sohn des Sonnen-Wirts in Glarus. Und dass es die Sonne war, war bedeutend für seine Karriere und für den FCZ. 15 war er, als er dank einer Spezialbewilligung für die 2.-Liga-Mannschaft des FC Glarus stürmen durfte. Zwei Jahre später, im Herbst 1963, durfte er erstmals im Letzigrund vorspielen, er ­gehörte zu einem der beiden Auswahlteams, die das Vorspiel des Europacup-Matchs des FCZ gegen Galatasaray bestritten. Kein Jahr später wechselte er zum FCZ.

    Der Anfang in der «Sonne»

    Eigentlich wollten ihn die Grass­hoppers verpflichten. Die Geschichte dazu erzählte Künzli viele Jahre später, es war im Frühjahr 1998, als er sich vor einem Derby zwischen GC und dem FCZ nach Witikon aufmachte, um mit Roger Berbig über alte Zeiten zu reden. Berbig war die GC-Legende, inzwischen Arzt und weiter gut in Form, und Künzli brachte das Lachen mit. Das Hemd spannte über dem Bauch, als er sich an 1964 ­er­innerte und «einen Herrn ­Keller», der im Namen von GC vorgefahren war. In Glarus gab es drei, vier Beizen, Künzlis ­Eltern führten die Sonne, gegenüber war die Krone. Der Herr Keller traf den Vater des ­jungen Fritz auf der Strasse und sagte ihm, er wolle mit Fritz ­reden, er warte in der Krone. «Meinem Vater ging natürlich ­sofort ‹de Lade abe›», wusste Künzli, «und der Transfer zu GC war geplatzt.»

    Dann fuhr Edi Naegeli vor, als Präsident des FCZ so etwas wie ein Goldschürfer auf der Suche von Talenten, Naegeli ging in die Sonne und sagte Vater Künzli: «Herr Künzli, holen Sie die beste Flasche Wein aus dem ­Keller.» Der Vater freute sich, es wurde geprostet und getrunken, und der Wechsel des jungen Fritz ging über die Bühne. 8000 Franken betrug die Transfersumme, und Fritz bekam auch so viel an Handgeld. Vor allem war er da, wo er unbedingt hinwollte: in Zürich.

    Er spielte noch einmal für ­seinen FC Glarus. Eine Woche später debütierte er beim FCZ. Er schoss gleich das Tor zum 1:1. Gegner war GC. Und der Gegner behauptete, Künzli sei noch nicht spielberechtigt gewesen. Der ­Rekurs wurde abgewiesen.

    So begann die Karriere eines Spielers, wie es ihn selten ge­geben hat, vielleicht nie mehr. Künzli war nicht nur der beste Mittelstürmer seiner Zeit, einer der besten überhaupt bis zum heutigen Tag, er war eben auch das Leben und das Lachen. Die Mischung hat ihn einmalig und unvergessen gemacht.

    Im FCZ-Buch «Eine Stadt, ein Verein, eine Geschichte» steht über Künzli: «Heute würde man Künzli einen Popstar nennen. In den Sechzigerjahren war er das, was Cristiano Ronaldo 40 Jahre später in Manchester und Madrid wurde. Die Herzen flogen ihm zu.» Daniel Jeandupeux sagt heute: «Er war nicht nur ein Spieler. Er war viel mehr. Er war ein Posterboy.»

    Die Bars und der Porsche

    Von Künzli gibt es ein Bild, das ikonenhaft ist. Die Schweiz ­spielte im November 1967 gegen Italien, das Wankdorf war ­randvoll, als sich Künzli in eine Flanke stürzte und mit seinem Flugkopfball das 2:1 erzielte. Der grosse Giacinto Facchetti kam mit seinem ausgestreckten Bein zu spät. 21 war Künzli damals, ein solches Tor würde heute schon fast für einen Transfer ins ­Ausland reichen. Damals war das anders, Künzli hat das nie bedauert. Es ging ihm auch in Zürich gut. «Ich ging sicher gerne und häufig ‹uf d Gass›», erzählte er im Haus Berbig. Er kannte das Mascotte am Bellevue und die Bars der Langstrasse, die er mit seinem grünen Porsche regelmässig ansteuerte.

    Künzli wurde mit dem FCZ zweimal Meister und viermal Cupsieger, er war dreimal Torschützenkönig, bis Edi Naegeli, sein Präsident, eines Tages ­sagte: «Wo der Wille zur Leistung fehlt, kann wohl nur noch ein Wechsel der Umgebung helfen.» Künzli musste 1973 den FCZ verlassen. Zum Abschied bekam er noch eine Busse von 2000 Franken, er hatte sich mehr fürs Jassen als für die Ausheilung seiner Verletzung interessiert. Der FC Winterthur nahm ihn auf, Künzli war froh, weil er dann weiterhin in Zürich leben konnte. Von Winterthur zog er weiter nach Lausanne, später landete er auch noch in San Diego und Houston. 1979, mit 33, beendete er seine Karriere. Sie war gross, aber nie so gross, wie sie hätte sein können.

    Künzli wurde Wirt und führte zusammen mit seiner Frau den Ochsen hinter der Langstrasse. Er stieg in den Champagner- und Weinhandel ein. Irgendwann begann er sein Gedächtnis zu verlieren. Sein Lachen hat er erst jetzt verloren.


    Nach der NFL ist vor den PO (oder so ähnlich :)

    Bei uns schaffen 66,6% der Teams die PO, in der NHL sind es nach dem neuen Team in Seattle genau 50%, in der NFL sind es nur 37,5% und danach ist es kein best of seven sondern ein (!) Spiel, womöglich auswärts, entscheidet! Krass! Und auch darum faszinierend!