Beiträge von Larry

    Denke Jalonen hat einerseits das Vertrauen in Schlegel wohl schon etwas verloren, andererseits kennen die Z Spieler eben auch die Schwächen von Schlegel. So wie es aussieht kann er sich gegen Caminada nicht wirklich durchsetzen, ist schon ziemlich der Kritik ausgesetzt. Hier wollten ihn ja einige als Nummer 1 beim Z sehen.....ja wenn man sich als Spitzenclub verabschieden will! Er geht vielleicht in Ambri, Rappi oder Langnau aber sonst reicht es eben nicht!

    Wenn du 37 Schüsse aufs Tor hast und nur ein Tor machst war die Qualität der Schüsse halt eher mau. Nächstes Spiel gegen Zug, wäre schön gegen die mal zu gewinnen! Zug, Biel, Genf, Davos - happiges Programm kommt auf uns zu. Hoffe Roe fällt nicht aus, im TV hat es nicht allzu schlimm ausgesehen.

    Der ZSC-Künstler Robert Nilsson sagt still Adieu

    Der schwedische Stürmer Robert Nilsson erklärt in einem Interview mit einer schwedischen Zeitung de facto seinen Rücktritt. Der begnadete Techniker leidet an den Spätfolgen diverser Hirnerschütterungen.

    Nicola Berger (NZZ)

    Robert Nilsson war immer ein Mann der leisen Töne in einem lauten Sport. Er liess seine Technik reden, er verzauberte mit seinen Händen, die so schnell waren, dass die Menschen auf der Tribüne entrückt die Augen rieben, weil sie wussten, gerade etwas nicht Alltägliches gesehen zu haben. Nilsson, 34, war ein Eishockey-Künstler mit genialischen Zügen, er schaffte es in die NHL und wurde KHL-Champion. 2013 landete er als De-facto-Ersatz für den nach Davos weitergezogenen Andres Ambühl bei den ZSC Lions – und prägte den Klub auf Anhieb. Er war der Denker und Lenker im Team, ein Hort der Kreativität, dessen Einfälle manchmal sogar die besten Mitspieler überforderten. Der Höhepunkt war der Meistertitel von 2014.

    Doch Nilsson blieb ein zerbrechlicher Zauberer, fast die ganze Karriere über machten ihm Hirnerschütterungen zu schaffen. Die Kopfverletzungen waren ein Grund für den Transfer von Nowgorod nach Zürich gewesen – Nilsson sagte vor seinem ersten Einsatz für den ZSC: «Ich wollte nicht mehr deprimiert aus dem Fenster ins Dunkle schauen. Ich wollte glücklich sein.» Nowgorod hatte er vorgeworfen, ihn trotz Beschwerden zu Einsätzen zu zwingen.

    In Zürich fand er privates Glück, er baute seine imposante Rotwein-Sammlung aus, doch sportlich verflüchtigte sich seine Fortune: Dein letzter Einsatz datiert vom 21. Januar 2018, seither kämpft er wieder mit den Nachwirkungen einer Hirnerschütterung. Der schwedischen Zeitung «Aftonbladet» sagte er nun: «Ich habe mein Hirn mithilfe eines Spezialisten in Göteborg trainiert, aber es lohnt sich nicht, es nochmals zu versuchen. Das wird definitiv nichts mehr hier in Zürich. Ich werde mit meiner Partnerin Sascha nach Arizona oder Schweden ziehen.»

    Der Rücktritt des 34-Jährigen ist keine Überraschung, im ZSC hatte man nicht mehr mit einer Rückkehr des Ausnahmespielers gerechnet – im Budget für die kommende Saison war er nicht mehr eingerechnet. Hätte es Nilsson in dieser Saison auf eine bestimmte Anzahl Partien und Skorerpunkte gebracht: Sein Vertrag wäre per Option bis 2021 automatisch verlängert worden. So aber werden die Parteien die Übereinkunft auflösen, sobald alle Unterschriften eingetroffen sind, wird der ZSC offiziell kommunizieren.

    Für Nilsson wird nach seinem unfreiwillig stillen Adieu eine neue Epoche beginnen. Der NZZ hatte er schon im Sommer 2018 gesagt: «Ich will einfach wieder ein normales Leben führen können.»

    :sad:

    Tschüss Nilsson, Meisterschütze 2014, machs gut, wo auch immer! Thanks for the memories!

    Im Fussball haben wir fünf Ausländer, im Hockey vier. Im Fussball dürfen die Nachwuchsteams nur bis in die dritthöchste Stufe aufsteigen, im Hockey spielen sie (noch) in der zweithöchsten. Trotzdem bringt der Schweizer Fussball zig Talente heraus die in ganz Europa spielen. Die Nati besteht quasi nur aus Spielern aus dem Ausland. Im Hockey würde weder die Nachwuchsarbeit irgendwie tangiert noch wäre es ein Nachteil wenn die drei Farmteams (endlich!) aus der zweithöchsten Liga verschwinden würden. Einen oder zwei Ausländer mehr würde an der Qualität der Nachwuchsarbeit absolut nichts ändern! Ich denke es kommt früher oder später eh!

    In der DEL hat es mehr Ausländer und trotzdem steht Deutschland in der Weltrangliste vor uns! Argument zieht nicht! Es setzten sich halt nur die besten Junioren durch und so soll es auch sein. Bei uns wird auch keiner aus dem Farmteam geholt der nicht genügt nur weil er dort ist. Der Durchnittslohn in der AHL z.B. beim Farmteam der Panthers ist 150k vor Steuern, sprich es bleibt ihm noch die Hälfte. Um solche Spieler geht es! Wenn ich sehe das einem Dave Sutter der nicht genügt 300k in den Arsch geschoben werde muss ich mir an den Kopf greifen! Just my two cents!

    Die Klubs der National League: mit Karacho auf die nächste Wand

    Vor einem Jahr lehnten die Klubs der National League die Aufstockung des Ausländerkontingents von vier auf sechs Spieler ab. Seither dreht sich die Salärspirale unentwegt weiter. Die Frage ist, wie lange noch.

    Nicola Berger (NZZ)

    Vor exakt einem Jahr kam es an der Versammlung der National League zur Abstimmung über ein während Monaten kontrovers diskutiertes Thema: die Aufstockung des Ausländerkontingents von vier auf sechs Spieler. Das Votum geriet zur Farce; von der Tagung in Solothurn bleibt in Erinnerung, dass sich der Initiant Genf/Servette mit der Episode unsterblich machte, am Ende gegen die eigene Resolution zu stimmen – das Management um Chris McSorley war vom Verwaltungsrat zurückgepfiffen worden.

    Über die Reform war deshalb diskutiert worden, weil sich die Salärspirale im Schweizer Eishockey unablässig dreht. Das Problem ist altbekannt: Es gibt zu wenige Spieler für zu viele Kaderplätze. Als logische Konsequenz explodieren die Preise, es ist das simple Gesetz von Angebot und Nachfrage. Die Befürworter der Erhöhung hatten argumentiert, dass eine Erweiterung des Ausländerkontingentes dem Markt die Überhitzung nehmen würde, weil es mehr Alternativen zu den sündhaft teuren Spielern gäbe. Doch die Motion fand keine Mehrheit, die Gegner beriefen sich auf die Juniorenförderung; es herrschte Konsens darüber, dass es das falsche Signal für das Schweizer Eishockey wäre. Am Ende waren im Ja-Lager nur noch der SC Bern, der Lausanne HC und der HC Davos übrig.

    Die Causa Andersson
    Es ist nicht klar, ob sich an den Kräfteverhältnissen seither etwas geändert hat, sicher aber sind die Probleme geblieben. Im Fall des mit Schweizer Lizenz spielenden schwedischen Verteidigers Calle Andersson vom SC Bern geistert die phänomenale Zahl von 800 000 Franken Jahressalär durch die Medien. Das ist eine irrsinnige Summe, die in der Branche eifrig diskutiert wird. Andersson wird sich zwischen Bern und den ZSC Lions entscheiden, in den nächsten Tagen soll Klarheit herrschen. Interessanterweise sind es Exponenten dieser Klubs, die den Betrag vehement bestreiten. Manager anderer ursprünglich interessierter Vereine bestätigen ihn. Sollte er sich bewahrheiten, würde das eine neue Dimension bedeuten.

    Andersson ist fraglos ein erstklassiger Verteidiger, seine Verpflichtung würde jedem Kader der Liga gut anstehen. Aber der 25-Jährige ist kein internationaler Star, seine Länderspielerfahrung für Schweden beschränkt sich auf sechs Spiele. Seit der U-18-WM 2012 ist er nie mehr für Titelkämpfe nominiert worden. Es geht nicht darum, Anderssons Meriten kleinzureden, er gehört zu den besten Defensivkräften der Liga. Nur hat man Spieler seines Kalibers bisher nicht in dieser Grössenordnung bezahlt. Er ist nicht das einzige Beispiel: Die Preise steigen unentwegt, quer über alle Positionen und Altersklassen hinweg. Weshalb die Diskussionen aus dem Vorjahr abermals geführt werden, wenn bisher auch nur intern und in Hinterzimmern – und nicht offiziell, etwa an der Nationalligaversammlung von dieser Woche.

    Martin Steinegger ist der Sportchef des EHC Biel, eines Klubs, der 2018 Nein stimmte. Wer ihn heute fragt, wie sich der Markt in den 365 Tagen seit der Abstimmung entwickelt hat, erhält zur Antwort: «Gut für die Spieler, schlecht für die Klubs.» Und dann sagt er: «In meiner Wahrnehmung bewegen wir uns in ziemlich hohem Tempo auf eine Wand zu. Vielleicht muss erst ein Verein Konkurs anmelden, bevor ein Umdenken stattfindet.» Bedeutet das, der EHC Biel würde heute anders abstimmen? Steinegger sagt, dazu könne er nichts sagen, man führe interne Gespräche, nur so viel: «Rein persönlich bin ich inzwischen am Punkt, an dem ich sagen muss, dass ich mir eine totale Öffnung vorstellen kann. So wie bis jetzt kann es nicht weitergehen, irgendwann explodiert das Gebilde.»

    Lüthis Lobbyismus
    Es sind Voten ganz nach dem Gusto von Marc Lüthi, dem Manager des SC Bern, jenem Mann, der vor einem Jahr am fleissigsten für eine Erhöhung auf sechs Ausländer lobbyierte. Er sagt: «Es bringt nichts, jetzt wieder eine öffentliche Diskussion zu führen. Aber das Anliegen ist nicht vom Tisch. Die Lohnentwicklung hat inzwischen komische Ausmasse angenommen.»

    In diesem Punkt herrscht in der Liga Konsens. Aber in der wilden Titelhatz und der derzeitigen Marktsituation findet sich immer wieder ein Klub, der seine Vorsätze und Schmerzgrenzen vergisst. Wobei es auch erstaunt, wie sehr es gerade jenen Klubs an Mut fehlt, die sich Farmteams zur Ausbildung ihrer Nachwuchsspieler leisten. Die ZSC Lions haben kürzlich die Verpflichtung des Zuger Johann Morant bekanntgegeben, der EV Zug verpflichtete den Langnauer Claudio Cadenau. Beide sind mehr als 30 Jahre alt, bei beiden fragt man sich, ob es für sie tatsächlich keine Alternative aus der eigenen Talentschmiede gäbe. Die beiden Titelkandidaten haben diese Frage mit Nein beantwortet – und damit das Angebot auf dem Transfermarkt weiter verknappt.

    Es braucht nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, dass Steineggers Vision irgendwann Wirklichkeit wird; dass irgendein Klub die Rechnung für die allgemeinen Transferexzesse bezahlen muss. Die Frage ist nur, wer – und wann.

    Daffos hat die letzte Saison auch hinter sich gelassen! Für mich noch etwas überraschender als der ZSC. Aber sie müssen Spiele nachholen und dann kommt noch die SC Belastung.....irgendwann werden sie büssen. Aber läuft auch bei denen!

    «Zumindest für einige Minuten sollte man nach einem Sieg glücklich sein»

    ZSC-Coach Rikard Grönborg und Kloten-Trainer Per Hanberg unterhalten sich bei einem Lunch über ihre Heimat und das Schweizer Eishockey.

    Simon Graf (TA)


    Die Begrüssung ist herzlich. Rikard Grönborg und Per «Pelle» Hanberg kennen sich schon lange, trafen sich in Karlskrona auch schon zum Lunch und sprachen stundenlang über Eishockey, als der eine Nationaltrainer, der ­andere Coach des lokalen Teams in der höchsten Liga war. Nun coachen beide im Raum Zürich, in unterschiedlichen Ligen: Grönborg führt mit dem ZSC die National League an, Hanberg strebt mit dem EHC Kloten den Wiederaufstieg an. Wir haben beide zum Mittagessen im schwedischen Restaurant Tillsamman in Zürich zusammengeführt.

    Per Hanberg, wir haben recherchiert, dass Ihre Frau die besten Zimtschnecken bäckt. Das schrieben Sie auf Twitter. Ist diese Info korrekt?
    Per Hanberg: (lacht) Zu 100 Prozent! Wie Sie mir auch gut ansehen können. (tippt auf seinen Bauch) Als ich sie kennen lernte, war ich 15 Kilo leichter.
    Rikard Grönborg: Meine Frau bäckt auch vorzügliche Zimtschnecken! American Style. Ich war mal 20 Kilo leichter.

    Ist das Geheimnis viel Butter?
    Hanberg:Viel Liebe.

    Gibt es andere schwedische Traditionen, die Sie in die Schweiz mitgebracht haben?
    Grönborg: Meine Frau ist ja Amerikanerin, wir pflegen Traditionen aus beiden Ländern. So ­feiern wir Weihnachten nach schwedischer und amerikanischer Art. In Schweden packt man die Geschenke am 24. Dezember aus, in den USA am Morgen des 25. Zweimal Weihnachten – das freut vor allem unsere ältere Tochter Chloe. (lacht)

    Per Hanberg, Sie sind schon zweieinhalb Jahre in der Schweiz. Was ist Ihnen am meisten aufgefallen?
    Hanberg: Der Respekt gegenüber anderen Menschen. Wenn ich spaziere, grüssen mich Leute, die ich nie zuvor getroffen habe. In Schweden erlebt man das kaum mehr. In den grösseren Städten getraut man sich abends kaum mehr aus dem Haus. Wie es in der Schweiz jetzt ist, so war es in Schweden vielleicht vor 30, 40 Jahren. Auf eine positive Weise. In Langenthal lassen die Blumengeschäfte die Blumen über Nacht draussen. Das würde in Schweden nicht mehr funktionieren.


    «Ich kann nicht genau sagen, wie lange wir uns schon kennen. Vielleicht 40 Jahre. Er ist älter. Das sieht man ja.»
    Rikard Grönborg

    Teilen Sie diesen Eindruck, Rikard Grönborg?
    Grönborg: Wir Schweden sind schon etwas reserviert, wenn es darum geht, andere zu grüssen. Meine Frau ist da viel offensiver. Was Schweden betrifft: Natürlich hat es sich verändert. Aber ich fühle mich da immer noch sehr sicher.

    Sie stammen beide ausStockholm. Wie lange kennen Sie sich schon?
    Grönborg: Ich bin auf der richtigen Seite Stockholms aufgewachsen. (in Huddinge, südwestlich des Zentrums) Hanberg: Nein, ich. (in Solna, im Norden des Zentrums) Aber heute habe ich ein Haus nördlich von Stockholm, 45 Minuten per Auto. Grönborg: Ich kann nicht genau sagen, wie lange wir uns schon kennen. Vielleicht 40 Jahre. Er ist älter. Das sieht man ja.

    Wie viel ein Jahr ausmacht!
    Grönborg: (lacht) Genau. Mit 20 habe ich Schweden verlassen, um ins College zu gehen. Es muss vorher gewesen sein. Natürlich kannte ich Pelle von AIK Stockholm. Er war ein guter Spieler.

    Per Hanberg ist im Training noch heute ein guter Torschütze. Und Sie?
    Grönborg: Aus diesen Dingen halte ich mich raus. Ich war Defensivverteidiger, kein Stürmer. Ich war besser darin, die Gegner ­einzuschüchtern. Aber jetzt bin ich beim ZSC für die Offensive zuständig, das gefällt mir. Im Nationalteam hatte ich einen Coach für die Verteidiger und einen für die Stürmer. Ich liebe den Job beim ZSC, die tägliche Arbeit.
    Hanberg: Headcoach zu sein, ist ein Lebensstil. Jeden Tag stellen sich einem neue Herausforderungen. Was mir dabei wichtig ist: Wir arbeiten mit Menschen, die Eishockey spielen, nicht mit Eishockeyspielern. Keiner ist gleich, einige benötigen mehr Zeit, andere weniger. Ich liebe es, zu sehen, wie sie täglich besser werden. Das hat Rikard sicher vermisst, als er Nationalcoach war. Obschon das natürlich der Job ist, von dem alle schwedischen Trainer träumen.

    Auch Sie?
    Hanberg: Ich weiss, dass man mir den Job nicht anbieten wird. Deshalb mache ich mir darüber keine Gedanken. Es gibt so viele gute Coaches in Schweden. Ich bin sehr glücklich mit dem, was ich habe. Es ist für mich eine Ehre, hier mit Rikard zu sitzen. Es ist sehr spannend, sich mit Coaches zu unterhalten, die mit den Besten der Welt gearbeitet haben.

    Es werden schwedische Köstlichkeiten aufgetischt. Fleischklösschen mit Kartoffeln, eingelegter Hering, Gravadlachs, Saibling. Die beiden Coaches greifen zu.

    Grönborg: Wunderbar! Ich war schon am Verhungern.

    Was mögen Sie am meisten an der schwedischen Küche?
    Grönborg: Es gibt immer frischen Fisch. Und die Kartoffeln, auf verschiedene Art zubereitet, ­gehören dazu. Es werden nicht viele Gewürze verwendet.


    «Ein Motto von mir lautet: Was wir nicht akzeptieren, wenn wir verlieren, sollten wir auch nicht ­akzeptieren, wenn wir gewinnen.»
    Per Hanberg

    Haben Sie schon Schweizer Essen entdeckt, das Ihnen besonders schmeckt?
    Hanberg: Fondue und Raclette. Raclette ist mein Favorit. Und ich mag auch Fleischvögel.
    Grönborg: Ich habe mit Marcus Krüger und Fredrik Pettersson in einem Zürcher Restaurant ein Zürcher Geschnetzeltes für eine TV-Show gekocht, das ist sehr gut herausgekommen. Wir hatten einen Koch, der uns half. Pelle, wie war deine Saison bis jetzt? Du hast nun gegen alle gespielt, wie schätzt du dein Team ein?
    Hanberg: Es ist eine Sache, ein gutes Niveau zu erreichen. Aber die Herausforderung ist, das Niveau zu halten. Wir haben es bis jetzt gut gemacht, aber wir können noch besser werden.
    Grönborg: Genau so reden Coaches! (lacht) Wir sind nie happy. Aber so ist es: Wir streben immer nach Perfektion. Du kannst ein Spiel gewinnen und bist trotzdem nicht glücklich mit gewissen Dingen. Ich glaube, die Spieler wären auch enttäuscht, wenn ich sagen würde: «Alles ist gut, fahrt einfach so weiter.»

    Haben Sie das noch nie gesagt?
    Grönborg:Ich sage schon, wenn wir ein gutes Spiel gemacht haben. Aber ich schaue immer genau, was zum Resultat führte. Das ist unser Job. Wir werden die Perfektion nie erreichen. Aber wenn wir sie anstreben, sind wir auf dem richtigen Weg.
    Hanberg: Viele sehen nur das Ergebnis. Aber wir müssen analysieren, was auf dem Eis geschah. Als ich jung war, fieberten wir alle mit Ingemar Stenmark mit. Ein grossartiger Skifahrer! Er konnte mit drei Sekunden Vorsprung gewinnen, aber trotzdem nicht zufrieden sein. Weil er dies oder das hätte besser machen können. Und manchmal, wenn er als Zweiter ins Ziel kam, war er ganz happy. Weil er den Eindruck hatte, dass er nicht hätte schneller fahren können. Ein Motto von mir lautet: Was wir nicht akzeptieren, wenn wir verlieren, sollten wir auch nicht ­akzeptieren, wenn wir gewinnen. Nach Siegen ist man versucht, das Spiel nicht so genau zu sezieren. Das ist gefährlich. Aber natürlich sollte man nach einem Sieg auch glücklich sein. Zumindest für einige Minuten.

    Rikard Grönborg, wie lange sind Sie glücklich nach Siegen?
    Grönborg: Das kommt aufs Spiel an. Was ich nie mache: Ich gehe nie unmittelbar nach dem Spiel in die Garderobe. Ob wir gewonnen oder verloren haben. Du bist so beeinflusst vom Resultat. Ich schaue mir zuerst das Video an, um zu sehen, was wirklich passiert ist. Wenn du direkt nach dem Spiel in die Kabine stürmst, sagst du vielleicht ein paar verrückte Dinge, die sich so gar nicht zugetragen haben.

    Per Hanberg, sind Sie auch so emotional nach Spielen?
    Hanberg: Ich arbeite daran. Wir lernen das ganze Leben lang hinzu. Auch, wie mit Frustration oder Wut umgehen. Während eines Spiels staut sich viel in einem auf. Ein kluger Kopf sagte zu mir: Triff keine wichtigen Entscheidungen nach 22 Uhr.


    Die Schweizer Mentalität ist im Sport nicht die positivste. Wie gehen Sie damit um?
    Grönborg: Mit dem Begriff «Schweizer Mentalität» kann ich nicht viel anfangen. Ich habe ja in den USA einen Master-Abschluss in Leadership gemacht und gerade in diesem Jahr meinen Studienkredit abbezahlt. Mit 51. Ich habe mich stark mit der Frage befasst, was Leute antreibt. Es gibt viele Studien. Der grösste Motivationsfaktor ist Verantwortung. Nicht Geld oder Ruhm. Mein Job ist es, den Spielern Verantwortung zu übertragen. Als ich aufwuchs, drehte sich im Coaching alles um Kontrolle. Natürlich ist es wichtig, Vorgaben zu machen. Wie wir forechecken, etwa. Aber noch wichtiger ist die Entwicklung der Spieler und der Gruppe. In Zürich habe ich bis jetzt nur erfreuliche Erfahrungen gemacht.

    Was war Ihr speziellstes Hockey-Erlebnis in der Schweiz?
    Hanberg: In Visp haben sie jetzt eine schöne neue Arena. Die alte war kalt, alles war sehr alt. Und die Banden schlecht. Wir haben da jeweils unserem Goalie gesagt, dass er besser im Tor bleibt, weil der Puck in unberechen­baren Winkeln von der Bande ­zurückprallt. Speziell ist es auch gegen die Farmteams. In der grossen Zuger Arena verlieren sich 200 Zuschauer, bei den ­Ticino Rockets 150, bei den GCK Lions vielleicht 150 und zwei Hunde. In Olten sind es 6000. Die Unterschiede sind riesig.

    Wie war es in Ambri, Rikard Grönborg?
    Grönborg: Wunderbar! Ich liebe die Ambri-Fans, wie sie mitgehen. Wenn du Leidenschaft fürs Eishockey hast, musst du das mögen. Es ist laut, es ist kalt.
    Hanberg: Du musst einfach lange Unterhosen mitnehmen.

    Dafür sind die Busreisen hier nicht so lang wie in Schweden.
    Hanberg: Die Fahrt zum Spiel in Ajoie dauert zwei Stunden, aber wir stoppen dennoch für eine 30-minütige Kaffeepause. Da musste ich schmunzeln. In Schweden fliegen viele Teams die langen Strecken. Aber in der zweiten Liga ist es normal, sechs bis acht Stunden im Bus zu reisen. Wir sind lange Fahrten gewohnt. In der Schweiz fühlt es sich an wie Ferien. Grönborg: Mein längster Bustrip dauerte 36 Stunden. Von Zentraltexas bis nach British Columbia. Ein Weg. Und wir mussten die Reise in jener Saison viermal ­absolvieren. Im Bus gab es keine Betten. Wir schalteten nur einen Stopp ein, um zu trainieren. Das wars. Wenn jemand jammert über eine Busreise, krame ich ­jeweils diese Geschichte hervor.

    Ihre Teams spielen in unterschiedlichen Ligen, sind aber ähnlich unterwegs. Beide haben 2,11 Punkte pro Spiel geholt.
    Grönborg: Ihr habt mit der Einladung für dieses Mittagessen so lange gewartet, bis wir beide ­genau gleich weit sind, oder?

    Genau.
    Grönborg: Zum Glück haben wir in Ambri kurz vor Schluss noch das Siegestor geschossen. Im Ernst: Jede Partie in unserer Liga ist eine ganz enge Angelegenheit. Ambri ist Letzter, aber das war ein unglaublich harter Kampf! Für die Fans ist das wunderbar. Jeder kann jeden schlagen. Mit Ausnahme von drei Spielen haben wir immer gepunktet, diese Kontinuität freut mich sehr.
    Hanberg: Wir haben von den letzten 14 Spielen nur zwei verloren. Beim 5:1 über Langenthal waren wir fast über 60 Minuten perfekt, das war unser bester Auftritt. Ich mag mein Team, meine Spieler lieben es, zuzuhören, etwas zu versuchen. Und sie können auch ein Spiel drehen, in dem sie schlecht begonnen haben. Das macht mich stolz.

    «Ich weiss nur: Ich trinke morgen um 6.30 wieder den ersten Kaffee im Trainerbüro.»
    Rikard Grönborg

    Wird es nächste Saison wieder ein Zürcher Derby geben in der National League?
    Hanberg: Jeder Kloten-Fan hofft das, ich auch. Wir befinden uns in einem Prozess. Das Ziel ist, Kloten wieder gross zu machen. Die Vision des Clubs ist klar. Und im Sport ist nichts unmöglich. Wir werden sehen, wie gut wir im Frühling sind. Ein Zürcher Derby, das wäre natürlich grossartig! Oder nicht, Rikard?
    Grönborg: Das wäre genial. ­Kloten mit seiner Tradition und der ­Rivalität zu uns, mich würde das sehr freuen. Und Kloten ist in ­guten Händen bei Pelle.

    Wohin führt die Reise des ZSC in dieser Saison?
    Grönborg:Das ist der Unterschied zwischen einem Journalisten und einem Coach. Der Journalist spekuliert darüber, ob wir die Meisterschaft gewinnen können. Das Einzige, was ich weiss: Ich werde morgen wieder um 6 Uhr aufwachen und um 6.30 Uhr meinen ersten Kaffee im Trainerbüro trinken. Ich kann nur ­versprechen, dass ich mein absolut Bestes gebe, um die Spieler besser zu machen. Wo diese Reise endet, wissen wir nicht. Aber bis jetzt bin ich sehr zufrieden, und ich habe auch gute Rückmeldungen von den Spielern erhalten.

    Und nun zur entscheidenden Frage: Wie gut haben Ihnen diese Zimtschneckengeschmeckt?
    Grönborg:(flüstert) Die meiner Frau sind besser.
    Hanberg: Rang 2 für diese hier. (lacht)
    Grönborg:Das Essen war ausgezeichnet. Alles auf authentische schwedische Weise zubereitet.

    Faver hat sehr wohl gesagt das sie Meister werden wollen, da war wohl ziemlich Druck von der Clubführung dahinter. Kann ja nicht sein das der Club und die Spieler sagen wir wollen Meister werden nur der Trainer sagt das nicht! Finde understatement absolut nicht geil, eher lächerlich! Nimmt dir eh keiner ab!

    Die Leute die ein College besucht haben (und das sind sehr viele!) bleiben diesem ein Leben lang treu, sehe ich hier bei meinen Nachbarn. Die Frau von meinem NHL Kumpel Rick war in Purdue und wenn das Basketball Team spielt hisst sie die Fahne vor dem Haus und bläst die Figur "Purdue Pete" auf! Natürlich wurden ihre Kinder auf das gleiche College geschickt. Gleich um die Ecke hisst einer immer die Fahne von Ohio State wenn das Football Team spielt, etc. pp. Ganz verrückt wird es im März, March Madness, wenn die College Basketball Teams ihren Meister bestimmen und die ganze Nation am Wetten ist. Da muss man die Resultate verfolgen oder man kann im Clubhouse nicht mitreden! Kennen wir halt so nicht in der Schweiz.

    Mal die Rückrunde abwarten. Stehen wir immer noch auf Platz 4 kann der schreiende Hampelmann an der Seite von mir aus bleiben. Stürzen sie wieder ab in der Rückrunde wie letzte Saison muss man Magnin wieder in Frage stellen.

    Von dieser Wertung ist auch Lucien Favre als Trainer nicht verschont. Wieder einmal kommt er auf die Idee, Mario Götze als Sturmspitze aufzustellen, Götze ist vieles, nur das nicht. Entsprechend unwohl ist ihm in dieser Rolle. Auf der Bank lässt Favre dafür mit Alcacer seinen einzigen Spieler schmoren, der dafür geeignet ist.

    Der Romand ist eine Schlüsselfigur im Dortmunder Meisterprojekt. Das Problem dabei ist, dass er eine höchst wackelige Schlüsselfigur ist. Er strahlt nicht im Ansatz das Selbstverständnis aus, das nötig wäre, um in der Bundesliga den Titel zu gewinnen. Die Chefs sagen: Wir wollen Meister werden, die Spieler sagen: Wir wollen Meister werden. Und der Trainer? Er setzt auf Bayern als Meister.

    Nach der Demontage in München erklärt Favre: «Ich habe seit langem gesagt: Wir haben viel zu tun.» Er tut ganz so, als wäre er fast froh, dass er recht hat.(TA)

    Favre bleibt den Beweis schuldig ein ganz grosser Trainer zu sein. Er ist gut, ohne Zweifel, aber er muss mal einen Titel holen. Sieht aber nicht danach aus.