Beiträge von Larry

    Erwarte heute einen Sieg. Langnau und Ambri werden grosse Mühe haben ihre letzte Saison zu wiederholen. Ich sehe Ambri, Rappi und Langnau am Ende unter dem Strich. Dazu kommt noch einer (oder zwei) die nicht damit rechnen. Davos und Fribourg sind noch mit Spielen im Rückstand, das wird wieder ein Gemetzel bis zur letzten Runde. Aber die neue, mehr ausgeglichene NLA macht Spass! Sehr sogar!

    Sven wartet ab, würde ich an seiner Stelle auch machen. Und Blindi testet den Markt, würde ich an seiner Stelle auch machen. Bin einmal mehr froh diesen Entscheid nicht treffen zu müssen!

    Sven Hotz wird 90: Die Verbrüderung mit den Fans beim Meistertanz

    Der frühere FCZ-Präsident Sven Hotz feiert seinen 90. Geburtstag. 2006 wurde er mit dem FC Zürich Schweizer Meister.

    Guido Tognoni (TA)

    20 Jahre war er Präsident des FC Zürich, aber richtig berühmt wurde er erst durch seinen Tanz auf dem Balkon des Volkshauses, als er endlich den Meistertitel feiern konnte. Das war 2006, und auf dem Helvetiaplatz erlebte Zürich nach langer Leidenszeit die Verbrüderung der Fans mit ihrem Präsidenten. Am Samstag feierte Sven Hotz in einem Zürcher Zunfthaus im Kreis seiner Familie und seiner Freunde den 90. Geburtstag. An seinem Tisch sassen der langjährige Finanzchef Walter Bolli und Röbi Ringger, ein ehemaliger Mitspieler im FCZ seit Juniorenzeiten, beide ebenfalls 90-jährig.

    Gerechtigkeit des Schicksals

    Auch der heutige FCZ-Präsident Ancillo Canepa und seine Gattin Heliane nahmen am Ehrentisch Platz. Das war mehr als nur eine freundschaftliche Geste, es war vielmehr ein Zeichen dafür, wie sehr Hotz sein sportliches Erbe in guten Händen wähnt. Hotz, der sich immer noch täglich vom Wohnsitz in Uetikon am See in sein Büro an der Schützengasse fahren lässt, :shock: konnte derart entspannt feiern, dass er die Festgemeinde zum legendären Tanz aufforderte. Seine Verpflichtung gegenüber dem früheren Präsidenten Edi Nägeli, den FCZ nie im Stich zu lassen, sass dem Unternehmer tief im Gewissen. Und dass er den Verein seinem Nachfolger als Meister übergeben konnte, war nach vielen Entbehrungen und Demütigungen, verbunden mit finanziellen Opfern, ein Zeichen von Gerechtigkeit des Schicksals.

    Hotz war bereits beim FCZ, als Köbi Kuhn seinen ersten Vertrag mit einem Monatslohn von 175 Franken unterzeichnete. Er erlebte die Entwicklung des Fussballs zum Millionen- und Milliardengeschäft, in dem es für kleinere Vereine immer schwieriger wurde, im Konzert der Grossen mitzuspielen und gar die Maschinerie des grossen Geldes zu stören. So musste Hotz zusehen, wie in einem Spiel des damaligen Uefa-Cups bei der AS Roma der Schiedsrichter in der Schlussphase kaum darauf warten konnte, bis die Italiener im Strafraum der Zürcher auftauchten und er dem Leiden der Römer mit einem Elfmeter ein Ende setzen konnte. Wenige Monate später flog einer der vielen Korruptionsskandale des italienischen Fussballs auf. Es ging um teure Uhren, die den Schiedsrichtern geschenkt wurden.

    Shorunmu, Yekini, Nonda

    Unter Hotz hatte der FCZ mehr Misserfolge als Erfolge. Dennoch war Hotz nicht ein Präsident, der schnell seine Trainer entliess. Seine Treue gegenüber Raimondo Ponte war für viele FCZ-Fans geradezu aufreizend, doch es war Ponte, der für den FCZ Fussballer entdeckte, von denen Ancillo Canepa heute allein schon aus finanziellen Gründen nur träumen kann. Ike Shorunmu, der charismatische Torhüter aus Nigeria, dessen Landsmann Rashidi Yekini, einer der vielen Afrikaner mit umstrittenem Geburtsdatum, Shabani Nonda, das grösste Transfergeschäft in der Ära Hotz, der Südafrikaner Shaun Bartlett, der Bosnier Muhamed Konjic oder der georgische Ballzauberer Gocha Jamarauli – es waren alles Spieler, für die die FCZ-Fans gerne in den Letzigrund kamen, deren Engagements sich aber dennoch nie durch Titel auszahlten.

    Der ersehnte Titel kam erst mit Lucien Favre. Auch mit ihm hatte Hotz Geduld. Favre gratulierte ihm am Samstag per Telefon.

    Severin Blindenbacher – zwischen Genie und Wahnsinn

    Der dienstälteste Spieler der ZSC Lions kämpft um einen neuen Vertrag. Bei ihm treffen sportliche Erwägungen auf die Frage nach der Identität.

    Ulrich Pickel (NZZ)

    Spätestens seit letzte Woche der Wechsel von Mark Arcobello vom SCB nach Lugano Schlagzeilen machte, ist allen klar: Das Personalkarussell dreht bereits wieder auf vollen Touren. Die Zukunft wird frühzeitig geregelt, auch wenn die Saison noch Monate dauert. Das ist, je nach Sichtweise, Sitte oder Unsitte im Schweizer Eishockey.

    Auch die ZSC Lions arbeiten an der Kaderplanung. Zehn Verträge laufen aus, betroffen sind auch bekannte Namen. Bei den Stürmern etwa Chris Baltisberger und Roman Wick. Die grösste Baustelle ist die Abwehr mit fünf Namen: Phil Baltisberger, Tim Berni, Maxim Noreau, Dave Sutter. Und Severin Blindenbacher, mit 36 Jahren der Erfahrenste im Kader.

    Der Klub hält sich bedeckt

    Wie es mit dem Kanadier Noreau weitergeht, ist noch offen. Phil Baltisberger, ein pflegeleichter Arbeiter aus dem eigenen Nachwuchs, dürfte bleiben. Der 19-jährige Berni sieht seine Zukunft in Nordamerika bei den Columbus Blue Jackets. Sutter spielte beim Trainer Rikard Grönborg bisher kaum eine Rolle, sollte das so bleiben, wird er die Lions sicher verlassen wollen.

    Blindenbacher will weitermachen. Sein Agent Erich Wüthrich sondiert den Markt, Blindenbacher pokert: «Ich merke, ich kann nach wie vor mithalten und eine wichtige Rolle in dieser Mannschaft übernehmen. Aber ich bin offen für alles. Ich weiss von Klubs, die Interesse zeigen. Ich liebe den ZSC. Aber am Ende des Tages ist es ein Business.»

    Was bedeutet das? Er sagt: «Ich wurde schon vom einen oder anderen Klub angehauen, aber ich habe noch nicht mit Sven Leuenberger gesprochen.» Das bestätigt der Lions-Sportchef. Und hält sich bedeckt: «Zuerst muss ich mit dem Spieler reden, bevor ich mich in der Öffentlichkeit äussere.» Klar scheint vorderhand nur, dass es noch zu einem Gespräch kommen wird. Aber kaum schon heute oder morgen.

    Am Samstag gab Blindenbacher sein Comeback nach einem Monat Zwangspause wegen einer Muskelverletzung. Es war erst seine dritte Partie diese Saison. So ist es unmöglich, sich derzeit ein Bild davon zu machen, wo er genau steht. Leuenberger wird sich dafür Zeit lassen. Blindenbacher wehrt sich, wenn es um seine Verletzungsanfälligkeit geht: «Man kann da natürlich mit dem Finger auf mich zeigen. Aber man muss auch intelligent genug sein, um das zu relativieren. Klar, ich war letzte Saison auch verletzt. Wir hatten letzte Saison im Durchschnitt aber fünf Verletzte pro Spiel.» Das Alter und seine Leidensgeschichte könnten für Blindenbacher ein Problem sein. Sollten Berni, Sutter und er gehen, müsste Leuenberger allerdings viele Löcher stopfen. Der Markt bei den Schweizer Verteidigern ist chronisch ausgetrocknet, was wiederum für Blindenbacher spricht. Und in der Abwehr hat man kürzere Laufwege als im Sturm, lässt das Tempo nach, kann man das mit Cleverness weitgehend ausgleichen. Das verlängert Karrieren.

    Schlauer Stratege

    Blindenbacher ist einer der wenigen Verteidiger mit kreativem Potenzial. In Kloten unter Wladimir Jursinow herangereift, spielt er seit 2005 im Hallenstadion, unterbrochen von einem zweijährigen Aufenthalt in Schweden und den USA. Blindenbacher ist mit dreizehn Saisons der dienstälteste Lions-Spieler. Am Samstag habe er sich gut gefühlt, sagt er, «aber na ja, für mich hat es ja eigentlich erst jetzt angefangen. Die anderen haben schon zwölf Spiele in den Beinen, ich bin erst bei drei.» Es ist lange her, dass man den besten Blindenbacher sah, den dominanten, aggressiven und schlauen Strategen. In der vorletzten Saison kam er wegen einer Hirnerschütterung nur auf zehn Spiele, es kam gar die Frage auf, ob er überhaupt wieder würde spielen können. Beim Titelgewinn 2018, seinem vierten in Zürich, war er nur Zuschauer.

    In der letzten Saison fiel er zum ungünstigsten Zeitpunkt aus, Ende Januar, mitten im Kampf am Strich, zum Leidwesen von Arno Del Curto, der im Gegensatz zu Serge Aubin auf Blindenbacher gesetzt hatte. Die Zeit mit Aubin, als er sich bloss noch geduldet vorkam, verletzte seinen Stolz. «Ich wurde einfach so im vierten Block hinten links hineingedrückt. Man warf die ganze Hierarchie durcheinander und fiel auf die Nase. Es gab dann ja auch kritische Gespräche nach der Saison.»

    Blindenbacher weiss, dass es zuerst an ihm liegt, sich mit Leistung für eine Vertragsverlängerung aufzudrängen. Er sieht mit Grönborg wieder gute Chancen. «Ein Team ist ein obersensibler Mikrokosmos. Und wenn man als Coach den Draht nicht findet, kann man noch so ein Oberguru sein, dann klappt es einfach nicht. Ich glaube, die Mannschaft spürt den Trainer sehr. Die Chemie ist da.» Konstruktiv gehe es nun wieder zu und her. «Ich muss sagen, wir haben eine echt hohe Pace. Der Hinterste und Letzte arbeitet hochprofessionell. Ich glaube, der Einzige, der noch weiss, was eine After-Hour-Party ist, bin ich.» Mit einem Lächeln meint er, er könne sich mittlerweile auch eine solche Aussage leisten: «Ich habe nichts mehr zu verlieren.»

    «Blindi »– ein ZSC-Prototyp

    Das ist das andere Thema: die Figur Blindenbacher. Sie verkörpert viel von der DNA der ZSC Lions. Oft rätselhaft. Locker und strotzend vor Selbstvertrauen, dann wieder sensibel und sich hinterfragend. Manchmal fühlt er sich unverstanden, von den Trainern, den Fans, der ganzen Welt – und man hatte in all den Jahren bisweilen den Eindruck, dass er sich auch selber nicht immer verstand. Ist er gesund und bei Laune, kann er ein Team besser machen. Zweifelt er aber an sich und dem, was er tut, verzweifelt die Welt um ihn herum. «Blindi» balanciert immer wieder auf dem Grat zwischen Genie und Wahnsinn. Sollte er gehen, ginge mehr als eine lange Geschichte zu Ende. Mit ihm verschwände auch ein irgendwie typisches Stück ZSC.

    im zweiten Drittel drängten sie den EVZ phasenweise derart zurück, dass sich dessen Coach Dan Tangnes bei Spielmitte zu einem frühen Time-out genötigt sah. Nach zwei Dritteln führte der EV Zug 2:1, und dies, nachdem er von A bis Z dominiert worden war.

    Wenn sich die ZSC Lions einen Vorwurf gefallen lassen mussten, dann den, dass sie aus ihrem Chancen-Plus in den ersten 40 Minuten mehr hätten machen müssen. So bewahrheitete sich die alte Weisheit: Wer die Tore nicht schiesst, bekommt sie.

    Genau so ist es!

    https://www.nzz.ch/sport/das-verf…g-34-ld.1515027

    Hier der Schandpfahl der bisher gebüssten NLA-Schauspieler/Saison 2018/19:
    Barry Brust (1) (Fribourg, 2000 Fr.)
    Lino Martschini (Zug, 2000 Fr.)
    Jesse Zgraggen (Ambri, 800 Fr.)
    Killian Mottet (1) (Fribourg, 1200 Fr.)
    Kevin Fey (Biel, 1200 Fr.)
    Josh Holden (Zug, 1200 Fr.)
    Nicklas Danielsson (Lausanne, 2000 Fr.)
    Tanner Richard (Servette, 2000 Fr.)
    Tristan Vauclair (Fribourg, 1200 Fr.)
    Linus Klasen (Lugano, 2000 Fr.)
    Sven Senteler (Zug, 1200 Fr.)
    Barry Brust (2) (Fribourg, 4000 Fr.)
    Jonas Hiller (Biel, 2000 Fr.)
    Killian Mottet (2) (Fribourg, 2000 Fr.)
    Christophe Bertschy (Lausanne, 1200 Fr.)
    Denis Hollenstein, (ZSC, 2000 Fr.)
    Danny Kristo (1) (SC Rapperswil-Jona Lakers, 2000 Fr.)
    Daniel Rubin (Genève-Servette, 2000 Fr.)
    Mark Arcobello (Bern, 2000 Fr.)
    Danny Kristo (2)(Rapperswil 2000 Fr.)
    Daniel Rubin (Genf 2000 Fr.)
    Killian Mottet (3) (Fribourg, 4000 Fr.)
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    Neue Saison 2019/20:
    Aaron Palushaj (HC Davos CHF 2’000.— ).
    Killian Mottet (1/4) (Fribourg CHF 2’000.—).
    Jan Mursak (Bern CHF 2’000.—).

    Kent das Kinn meint:

    Grönborg und Jalonen – Freunde werden sie nie

    Hipster Rikard Grönborg, ZSC-Coach, muss die Spieler für sich gewinnen, sein grossväterlich wirkendes Pendant beim SCB, Kari Jalonen, darf sie nicht verlieren.

    Kent Ruhnke (TA)

    Als ich am Sonntagnachmittag im Hallenstadion die ernsten, kontrollierten Gesichter der beiden Coaches studierte, fragte ich mich, in wessen Schuhen ich lieber stecken würde. Auf der einen Seite der grossväterlich wirkende Kari Jalonen, der die Welt ruhig durch seine Brille betrachtete. Auf der anderen der perfekt gekleidete Hipster Rikard Grönborg. Beide strahlten mit ihrem Auftreten dasselbe aus: «Ja, ich habe alles unter Kontrolle. Vertraut mir, es wird funktionieren!» Das sollte es auch. Ich weiss aus Erfahrung: Der Trainerjob in Zürich ist der gefährlichste, jener in Bern der komplexeste. Für beide brauchst du eine dicke Haut. Aber eben: Welcher würde mich mehr reizen?

    Der erste Schritt für jeden Trainer ist es, die Spieler davon zu überzeugen, ihm zu folgen. Zwei Meistertitel in drei Jahren zeigen, dass Jalonen dies geschafft hat. Aber das bedeutet nicht, dass die Spieler seine Methoden mögen. Abstammend vom kälteren, harscheren Hockeyumfeld in Finnland, ist sein Stil autoritär. Wenn ihn ein Spieler fragt, wieso er dies oder das tun müsse, wird die Antwort oft lauten: «Weil ich es so sage.» Doch das wird jetzt nicht mehr reichen.

    Jalonen muss seinen Werten treu bleiben. Aber es ist für ihn ein Drahtseilakt zwischen einer offeneren Kommunikation und seiner autoritären Art. Und er muss verhindern, dass es Risse gibt im Team. Spätestens bis Weihnachten muss der SCB wieder die verschworene Gemeinschaft sein, die er letzte Saison war. Sonst wird es schwer, das noch zu kitten.

    Grönborg könnte der perfekte Mann sein für diesen Job, weil er aus der schwedischen Kultur stammt, die bekannt ist für ihre Integration.

    Jedes Meisterteam braucht eine Erneuerung, um oben zu bleiben, und der Verlust von Leonardo Genoni und Gaëtan Haas erschwert Jalonens Aufgabe. Dieses Team ist nicht mehr so gut wie das letztjährige, und jeder Champion hat die natürliche Tendenz, etwas nachzulassen. Die Berner Hockeykultur ist eine des Siegens, aber das kann nicht Tag für Tag das Ziel sein. Sonst zermürbt sich der SCB. Vielmehr müssen der Teamgeist, der Eigenantrieb und die Traditionen dieses Clubs betont werden.

    Jalonen profitiert gegenüber Grönborg vom Vorteil, dass er das totale Vertrauen der Führung geniesst. Dieses muss sich der Schwede zuerst erarbeiten. Doch die Umstände sind für ihn ideal, um in Zürich Erfolg zu haben. Was gibt es Besseres, als ein talentiertes Team zu übernehmen, das im Vorjahr kläglich gescheitert ist? Er muss einfach die Spieler um sich scharen und sie spielen lassen. Doch die Lions sind ein störrisches Team, das sich gewohnt ist, selber zu bestimmen, wo es langgeht. Wenn die Spieler nicht für den Coach spielen wollen, dann tun sie es auch nicht.

    Grönborg könnte der perfekte Mann sein für diesen Job, weil er aus der schwedischen Kultur stammt, die bekannt ist für ihre Integration. Es sollte ihm gegeben sein, mit den Spielern zusammenzuarbeiten und seine Wünsche auf eine Weise anzubringen, damit es nicht nach einer Drohung klingt. Seine Hauptaufgabe ist es, die Kultur im Team zu verändern: mehr Eigenverantwortung, hohe Erwartungen und die Bereitschaft, sich aufzuopfern. Zu schnell kann er dabei nicht vorgehen. Ich erfuhr selbst, dass das kontraproduktiv sein kann, als ich beim EV Zug zu schnell zu viel wollte. Das Resultat war nicht hübsch.

    Wussten Sie, dass alle Schüler in Finnland Schwedisch lernen müssen?

    Beide Trainer sollten nicht Arroganz ausstrahlen, sondern Kompetenz. Schweden können arrogant wirken, auch wenn sie damit oft nur ihre Scheu oder Unsicherheit kaschieren, und so muss Grönborg schon früh seine menschliche Seite zeigen und seine Ergebenheit für diese Aufgabe. Bei Jalonen kann seine Kühle zu einem Nachteil werden, wenn es schlecht läuft. Die Dynamik ist bei den beiden eine andere: Grönborg muss die Spieler für sich gewinnen, Jalonen muss schauen, dass er sie nicht verliert.

    Als ich in Kanada aufwuchs, sahen wir Hockey-Enthusiasten in den Amerikanern nie eine Bedrohung unserer Vormachtstellung auf dem Eis. Es waren die «bösen» Sowjets, die unser Blut in Wallung versetzten. Ich würde gerne die Gedanken dieser zwei nordischen Antagonisten lesen können an der Bande, wie sie versuchen, gegenüber dem anderen die Überhand zu bekommen. Es ist jedesmal ein Derby, wenn sie sich duellieren.

    Wussten Sie, dass alle Schüler in Finnland Schwedisch lernen müssen? Nur schon dieser Fakt würde mich nerven, wenn ich Jalonen wäre. Vielleicht sollte Grönborg zu Jalonen Schwedisch sprechen, als eine Form des passiv-aggressiven Trash-Talks, um ihn aus der Reserve zu locken. Ich bin mir sicher: Diese zwei werden sich nie lieben. Respekt ist das höchste der Gefühle, was wir erwarten können.

    Der ZSC schaut nach oben, der SCB nach unten

    Wie Sie wissen werden, wenn Sie mich kennen, bin ich fasziniert von den Emotionen, die das Eishockey auslösen kann. Und was man auf dem Eis sieht, ist nur ein Teil der Geschichte. Obschon Kari Jalonen und Rikard Grönborg aussehen wie die Verkörperung der Ruhe und Coolness, kocht es in ihnen. Ich habe in den Schuhen beider gesteckt. Es ist nicht einfach.

    Im Moment späht der ZSC nach oben und kann der SCB nur nach unten blicken. Deshalb sind Grönborgs modische Schuhe bequemer. Aber auch sie werden ihn drücken. Je mehr Erfolg er hat, desto mehr Erfolg wird von ihm erwartet werden. Zugs Dan Tangnes hätte auch gerne ein bequemeres Paar Schuhe. Wenn ich es mir recht überlege, steckte ich ja auch einmal in den seinen. Jetzt weiss ich, wieso meine Schuhe so abgewetzt sind und ich neue Sohlen brauche. Weil ich so viel mit ihnen gelaufen bin.

    Rappi lebt von den Ausländern und wenn dort nichts geht ist es Essig. Bereits wieder unter dem Strich wogegen Lugano trotz den Abgängen von Elvis und Hofmann performt, dort machen die Schweizer die Musik! Lugano sicher eine Überraschung bis jetzt!

    Im gläsernen Luxuskäfig

    Das Schweizer Eishockey boomt, doch die Auswärtsfans schwinden. Die modernen Arenen zeigen das ohne jede Romantik – und lösen Widerstände aus.

    Philipp Muschg (TA)

    Panzerglas oder Plexi? Können wir uns Auswärtsfans noch leisten? Solche Fragen beschäftigen die Manager der National League in Zeiten, in denen für über eine halbe Milliarde Franken neue Stadien entstehen. Die baulichen Antworten werfen hohe Wellen.

    «Dieser Käfig erwartet die Gästefans», titelte der «Blick», als am Dienstag in Freiburg die BCF-Arena eröffnet wurde. Empörung auch eine Woche zuvor: Zur Einweihung der Lausanner Halle lancierten Fans eine Petition, die den Gästesektor als «kleinwitzig» brandmarkt und verlangt, die Liga solle «gegen solche Frechheiten vorgehen».

    Wenig Verständnis

    Es sind Worte, die von Wut und Erregung zeugen. Vor allem aber von einem Wandel im Schweizer Eishockey. Denn heute, wo jeder Match im Live-TV zu sehen ist, reisen vor allem an Werktagen immer weniger Fans ihrem Club hinterher. Auch darum stossen die Reaktionen bei den Betroffenen auf gar kein Verständnis.

    «Wenn ich sehe, dass in achtzig Prozent der Spiele der Gästesektor halb leer ist, dann ist das eine Nulldiskussion», sagt Raphaël Berger, Generaldirektor von Fribourg. «Unser Fansektor ist so gross, dass wir immer noch nicht alle Billette verkaufen», sagt Sacha Weibel, CEO von Lausanne.

    Die Zahlen geben ihnen recht: Gottérons Gästesektor wuchs im Vergleich zum alten um 50 auf 300 Stehplätze. Derjenige in Lausanne um 20 auf 200. Dazu kommen in beiden Stadien neue Sitzplätze für Gästefans. Warum also die Aufregung? Sie hat andere, auch psychologische Gründe. Das Gefühl etwa, nicht willkommen zu sein.

    Die Fans pflastern sich die Aussicht gleich selber zu

    «Sich in einen Glaskäfig im Stadion zu drängen, macht ja wohl nun gar keinen Sinn mehr», schrieb ein Berner Fan am Dienstagmorgen ins SCB-Forum. Am Abend nutzten seine Kollegen den Match zum Protest: Sie pflasterten den Freiburger Gästesektor mit Klebern zu. «Wer so etwas tut, sollte nicht über schlechte Sicht diskutieren», sagt Berger. Inzwischen sei alles wieder geputzt.

    Es dürfte kaum die letzte Reinigung gewesen sein. Das Beispiel zeigt den Zwiespalt der Clubs: Einerseits wünschen sich alle ein stimmiges Stadion und hohe ­Umsätze bei Ticketing und Gastronomie. Andererseits sind die Gästefans ein erheblicher Kostenfaktor: In Freiburg verursachen sie gemäss Berger mit vier Prozent ­Publikumsanteil über 70 Prozent der Sicherheitskosten.

    Wie gut ein Club das verkraftet, ist je nach Kanton und Gemeinde verschieden. Während der ZSC aufgrund eines Abkommens mit der Stadt Zürich in der Qualifikation kaum einen Franken bezahlt, weil die vereinbarten 200 Mannstunden Polizei pro Match so gut wie nie ausgeschöpft werden, sieht es im ländlichen Langnau ganz anders aus. Die Spiele der SCL Tigers verursachen polizeilichen Aufwand, der dem Club Ende Saison in Rechnung gestellt wird – und mehrere Hunderttausend Franken beträgt.

    «Respect – Faire Fans»

    Dieser Posten ist im Budget kaum kalkulierbar. Ein Vorfall wie letzte Saison, als ZSC-Ultras in Langnau Pyros abbrannten, kann massiv ins Geld gehen. Entsprechend suchen die Clubs Lösungen. Die Tigers etwa lancierten die Kampagne «Respect – Faire Fans», die an Toleranz und Verantwortung appelliert. Andere gehen weiter.

    So werden in Zug und Lausanne die Identitäten der Gästebesucher aufgenommen. Als Reaktion boykottieren die Fans der Konkurrenz diese Clubs. Es gibt aber auch subtilere Methoden, Problembesucher abzuschrecken: indem Tickets für den Gästesektor nur via Fan-Delegierte zu erwerben sind. Oder indem jede Fahne vorgängig fotografiert und bewilligt werden muss.

    Dass solche Massnahmen unterschiedslos alle abschrecken, die für Stimmung sorgen, wird in Kauf genommen. Und ist nicht allein Schuld der Clubs. «Machen wir uns nichts vor», erklärt der Fan-Delegierte eines National-League-Clubs, «dass es so weit gekommen ist, liegt zum grossen Teil an den Ultras.» Die vermeintlichen Käfige in Freiburg und Lausanne sind ja nichts anderes als die bauliche Umsetzung eines Liga-Reglements, das nach diversen Zwischenfällen «konsequente Fan-Trennung» vorsieht.

    Und die neuen Arenen haben auch ihr Gutes.

    In Freiburg müssen die Gästefans nicht mehr das Stadion verlassen, um die mobilen Toiletten zu nutzen. Und in Lausanne fühle man sich zwar wenig willkommen, sagt einer, der die Stehplätze der «Vaudoise aréna» schon erlebte: «Aber die Halle ist sensationell und die Ticketpreise fair.» Sein Fazit: «Es ist ein grosser Aufschrei für nichts – die meisten, die jammern, gehen eh nicht hin.» Gut zwanzig Besucher hat er auf den Stehplätzen gezählt.

    Im Playoff werden diese Zahlen in die Höhe schnellen. Doch bis dann sind die im Verhältnis kleineren Gästesektoren nur die Fortsetzung eines Trends. Und solange die Zuschauerzahlen generell stimmen – mit über 2 Millionen erreichte die Liga 2018/19 das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte –, dürfte sich ­daran wenig ändern.

    Biel, die Lieblingsdestination für Sonderzüge

    Zumal es an attraktiven Zielen für Stehplatz-Fans weiter nicht mangelt. Bern und die Lakers locken mit fast tausend Plätzen. Biel hat seine geografische Lage geschickt genutzt, um sich als Lieblingsdestination für Sonderzüge zu etablieren. Und der ZSC plant seine neue, 2022 bezugsbereite Halle ebenfalls für vierstellige Gästezahlen.

    Bruno Vollmer betreut das Projekt. In der Swiss-Life-Arena soll es keinen Käfig geben, aber seitliche Trennwände braucht es doch. «Schöne, hohe», schwärmt Vollmer, «aus Panzerglas, das sehr edel wirkt.»

    In Freiburg ist es Plexi.

    Wie erloschene Kerzen

    Der FCZ verliert gegen YB eine sonderbare Partie 0:4, denn lange Zeit sind die Zürcher besser – dann brechen sie ein und lassen sich hängen.

    Christian Zürcher (TA)

    Am Anfang stand die Hoffnung. Wieder einmal YB bezwingen. An Selbstvertrauen gewinnen. Einen schönen Sonntag erleben. Eine Seltenheit dieser Tage beim FCZ. Die Kraft der Hoffnung sah man von Beginn weg, keinen Fingerbreit wollten die FCZ-Spieler von dieser preisgeben. Sie warfen sich in die Schüsse, plagten die Berner mit harten Zweikämpfen und spielten Fussball. Ganz ordentlich sogar. Sie hatten Chancen. Ganz vorzügliche auch. Schönbächler hätte zum 1:0 treffen müssen, traf aber nur die ­Latte. Marchesano und Ceesay wären Torschützen gewesen, hätte ihnen der Schuft Konjunktiv nicht im Wege gestanden.

    Darum stand es am Ende 4:0 für YB, und Trainer Gerardo Seoane lobte die eigene Effizienz. YB-Captain Fabian Lustenberger sprach mit der Nonchalance des Siegers und davon, «etwas für das Torverhältnis» getan zu ­haben. Verlierer Marco Schönbächler hielt sich kurz und nannte es einen «grauen Nachmittag in Zürich». Wieder einmal.

    Zum vierten Mal ein 0:4

    0:4. Null zu vier. Bereits gegen Lugano, Basel und in Bern musste man in dieser Saison mit gleichem Verdikt vom Platz. Es ist diesmal ein sonderbares Resultat. 60 Minuten lang war der FCZ besser, er fand gegen passive Berner Wege nach vorne, er dominierte, die jungen Toni Domgjoni und Simon Sohm prägten im zentralen Mittelfeld mit ihren Pässen und Zweikämpfen das Spiel.

    Doch ein grosses Aber hing über dem Spiel des FCZ: Er scheiterte, immer wieder. Und selbst dann, als der Ball einmal im Tor lag, kurz vor der Pause, kam der Knüppel zwischen die Beine sogleich. Der Videoschiedsrichter entlarvte Assan Ceesays Kopfballtor als Abseitstreffer. Hauchdünn zwar, doch Offside.

    «Wir hätten etwas verdient gehabt nach einem solchen Spiel», sagte der erfolglose Stürmer Ceesay. Es klang wie ein Wehklagen, es hatte etwas von einem Ruf nach Gerechtigkeit, von einem Schrei nach Toren und Punkten. Von allem hat der FC Zürich in diesen Tagen zu wenig.

    Darum bleibt die Frage, ob diese Leistung dem FCZ hilft. Es ist das 0:4, das bleibt. Selbst wenn Trainer Ludovic Magnin nach dem Spiel von einer erfreulichen ersten Halbzeit sprach, von einer starken Intensität, von Chancen, die man normalerweise mit links verwerte, und von einem 0:4, das weniger schmerze als jenes in Basel oder in Bern. Es bleibt bei einer Klatsche. Bei zu vielen Gegentoren, bei zu vielen Fehlern in der Defensive. Und vor allem bei einer Tendenz zum Auseinanderfallen.

    «Die Partie erzählt die Geschichte der Saison»

    Es braucht seit Wochen wenig, und das Spiel des FCZ zerfällt. «Die Partie erzählt die Geschichte der Saison», sagt Captain ­Yanick Brecher. Er selbst hielt zwar stark, doch auch er konnte nicht verhindern, dass die Gegentore bei seinen Kollegen Schaden anrichteten. Den ersten Treffer vermochte der FCZ noch wegzustecken. Es war die erste ernsthafte YB-Chance, Fassnacht traf, doch der FCZ spielte weiter, immerzu auf die Wende hoffend. Nur verpasste er den Moment, um sich zu ­belohnen.

    Bereits beim zweiten Gegentor wurde die Gegenwehr weniger, und nach dem 0:3 ­glichen die Spieler erloschenen Kerzen. Das 0:4 nahm man hin wie ein Opfer, das sich mit der eigenen Misere abgefunden hat.

    Das muss dem FCZ zu denken geben. Durch den Verein bläst ­gerade ein Wind der Unruhe, die Lockerheit vergangener Tage ist verschwunden. Und wie ver­worren ist es doch mit der Hoffnung: Steter Misserfolg nimmt einem irgendwann die Kraft, um zu hoffen, dass es doch noch gut kommt.

    Man kann keinen Sieg gegen YB erwarten, aber es muss gegen Basel und YB auch nicht drei mal 4:0 heissen!

    St. Gallen (Budget 7,6 Mio.!) spielt gegen Basel 0:0, zieht 17'000 Zuschauer an und steht auf Platz 3, dort wo der FCZ (Budget 20 Mio.!) gern wäre.

    Irgend etwas läuft falsch!

    ZSC spielte von Anfang an gut aber das Spiel lief für Bern, Fehler von Pettersson und es stand 0:2. Aber der Z ist zurück gekommen und hat den Sieg in der OT erzwungen. Wie man sieht braucht der richtige Trainer weder zwei noch ein Jahr, der richtige Trainer bringt ein Team aus den Playouts sofort wieder nach vorne, allerdings auch weil der Absturz dem Team sichtlich eingefahren ist. Und Sven Leuenberger hat von A-Z gut eingekauft!