Beiträge von Larry

    «Ich höre hier täglich Storys von Sulo»

    Der finnische Goalie Joni Ortio überzeugte bei seiner ZSC-Premiere, zum Sieg reichte es in Lugano (1:3) trotzdem nicht. Er erklärt, wieso er in Zürich gelandet ist – und was er hier erwartet.

    Simon Graf (TA)

    Joni Ortio hinterliess bei seinem ZSC-Debüt einen sehr guten Eindruck. Und trotzdem konnte er nicht verhindern, dass die Zürcher in Lugano erstmals nach vier Spielen wieder verloren. Der Finne wehrte 31 von 33 Schüssen ab, das dritte Gegentor erlebte er von der Bank aus. Als es vorbei war, plauderte er in den Kabinengängen der Cornèr Arena mit seinem Landsmann Atte Ohtamaa, um den rechten Ellenbogen einen Eisbeutel gewickelt.

    «Ach, nichts Schlimmes», wehrte er ab. «Nur ein Schuss, der mich an einer dummen Stelle getroffen hat.» Ortio hatte die ZSC Lions in der hektischen Startphase vor einem Gegentor bewahrt und später im Spiel gehalten, als sie ihre Abwehr entblössten, um das 2:2 zu erzwingen. Kurz vor Schluss rettete er bei einer 2-1-Situation spektakulär gegen Jani Lajunen – doch eben, es nützte nichts.

    Das Gegenteil von Flüeler

    Ein paar Zentimeter kleiner als Lukas Flüeler, ist Ortio ein ganz anderer Typ Goalie als der Zürcher. Lebt Flüeler von seinem Stellungsspiel und seiner Grösse, wirkt der Finne sehr beweglich und athletisch. «Ja, das ist richtig», sagt er. «Es gibt viele Goalies, die technisch besser sind als ich. Aber ich kompensiere das mit meiner Agilität, meiner Athletik und meiner Fähigkeit, das Spiel zu lesen.»

    Dass schon einmal ein Finne das ZSC-Tor hütete, ist ihm wohlbekannt. «Sulo war eine Legende hier», sagt er über Ari Sulander und strahlt. «Ich höre täglich Storys von ihm. Es ist cool, was er hier erreicht hat. Aber ich versuche nicht, in seine Fussstapfen zu treten. Denn das sind ziemlich grosse Fussstapfen.»

    «Musste nicht zweimal überlegen»

    Ortio kam vor einigen Wochen nach Zürich, weil er in seiner Heimatstadt Turku niemanden mehr hatte, mit dem er auf dem Eis trainieren konnte. «Die qualitativ hochstehenden Trainings hier waren sehr gut für mich», schwärmt er. «So kam ich schnell wieder in Form. Und als mir die ZSC Lions einen Vertrag anboten, musste ich nicht zweimal überlegen.»

    Obschon er hier nur die Nummer 2 sein wird und nur gelegentlich spielt, falls sich Flüeler nicht verletzt? «Ich hatte keine Garantie, dass ich noch irgendwo einen Nummer-1-Job bekommen würde», sagt er. «Es war für mich wichtig, so bald wie möglich wieder zu spielen. Und ich habe erfahren, wie gut hier in Zürich gearbeitet wird. Das hat mir sehr gefallen.» Seine Frau ist momentan noch in Turku, wird aber später zu ihm stossen.

    Er spürt die Dringlichkeit

    Und wie stuft er das Niveau seines neuen Teams ein? «Wir haben hier etwas Gutes am Laufen», sagt er. «Wir haben ein gutes Team, eine gute Gruppe von Jungs. Und ich spüre Tag für Tag die Dringlichkeit in dieser Kabine. Besonders nach dem letzten Jahr, das eine solch grosse Enttäuschung war für alle.» Für ihn ist klar: «Wir werden in dieser Saison wieder dort sein, wo wir hingehören: in der Spitzengruppe.» Und Ortio möchte seinen Beitrag dazu leisten


    Genoni hätte sich dann aber auch gegen Berra durchsetzen müssen, sorry. Wir hatten damals einfach die Luxus-Variante mit Sulo und
    zwei sehr talentierten Nachwuchsgoalies. Ausserdem: Hättest du damals WIRKLICH eher auf Genoni oder Berra anstatt auf Sulo gesetzt?
    Nein - niemals!

    Niemand hätte zu jener Zeit auf Berra/Genoni gesetzt und sie hätten gegen Sulo auch nicht den Hauch einer Chance gehabt! Berra durfte/musste mal in den PO's ran und war eine Schiessbude. Alles richtig gemacht ZSC! Die beiden waren ganz einfach zur falschen Zeit am falschen Ort! Das gibts, nicht nur in Zürich!

    PS: Wir müssen schon zurück schauen um etwas negatives zu finden! :mrgreen: Läuft im Moment bei uns! :cool: :geil:

    Flüelers bisherigem Ersatz, dem Zürcher Daniel Guntern, hatte das Management die Rolle des Entlasters offensichtlich nicht zugetraut. Guntern, der im Sommer den zum SC Bern abgewanderten Niklas Schlegel als Back-up ersetzt hat, dürfte wieder vermehrt beim kriselnden Farmteam GCK Lions zum Einsatz gelangen. Die dortige Nummer 1, Wolfgang Zürrer, hat einen miserablen Saisonstart hingelegt. Möglich, dass diese Konstellation den Entscheidungsprozess Leuenbergers beschleunigt hat. (NZZ)

    Ein ZSC-Transfer, der Fragen aufwirft

    Die Zürcher verpflichteten als fünften Ausländer den finnischen Goalie Joni Ortio. Sportchef Sven Leuenberger erklärt die Hintergründe.

    Simon Graf (TA)

    Am Dienstagabend nach dem 5:2-Heimsieg gegen Biel wurde Joni Ortio vor der ZSC-Kabine schon einmal dem Chef höchstpersönlich vorgestellt, dem gut gelaunten Präsidenten Walter Frey. Nun hat der 28-jährige Finne einen Vertrag bei den ZSC Lions bekommen – als fünfter Ausländer bis Ende Saison. Das wirft natürlich Fragen auf, hat doch Lukas Flüeler bisher einen guten Eindruck hinterlassen.

    Sportchef Sven Leuenberger hält dazu fest: «Wir sind sehr zufrieden mit Flüeler, er ist die klare Nummer 1. Aber er kann nicht 50 Spiele spielen. Auch er braucht einmal eine Pause. Und uns war klar, dass wir früher oder später eine Absicherung brauchen für den Fall, dass sich Flüeler verletzten würde.» Das darf man auch so deuten, dass die Zürcher Ersatzgoalie Daniel Guntern (24) nicht zutrauen, eine ähnliche Rolle zu spielen wie vor ihm Niklas Schlegel, Luca Boltshauser oder Melvin Nyffeler.

    Die Erfahrung spricht für den Finnen

    «Guntern ist eine Option für vier, fünf Spiele», sagt Leuenberger. «Aber wir glauben nicht, dass er Flüeler drei, vier Wochen eins zu eins ersetzen kann. Wir sagten von Anfang an, dass wir Richtung Playoff einen ausländischen Goalie holen möchten. Aber wenn man bis Januar wartet, findet man dann vielleicht keinen guten mehr.» Und der weitgereiste Ortio hat durchaus ein eindrückliches Palmarès, war zuletzt bei Witjas Podolsk in der KHL und zuvor zwei Jahre beim schwedischen Spitzenclub Skelleftea die Nummer 1.

    Aktuell ist der schwedische Center Marcus Krüger noch verletzt, und es ist gut möglich, dass Ortio schon am Wochenende zu seinem Debüt kommt. Wenn aber alle vier ausländischen Feldspieler fit sind, würde es durchaus Konfliktpotenzial mit sich bringen, wenn einer für Ortio pausieren müsste. Sowohl Pettersson wie Noreau sind nicht dafür bekannt, gerne zuzuschauen. Und Roe ist als erster Center und seinen bisher starken Leistungen unverzichtbar.

    Dass er Ortio verpflichtet habe, um ihn dem SC Bern wegzuschnappen, dafür hat Sven Leuenberger nur ein Lächeln übrig. «Ganz sicher nicht!», sagt er. «Mein Job ist es einfach, das Team so aufzustellen, dass es möglichst wenig Schwachpunkte hat.» Und im Hinblick auf die nächste Saison wird sich der Sportchef sicher schon Gedanken machen, wen er als valable Schweizer Nummer 2 hinter Flüeler holen könnte.

    Hier entsteht das neue ZSC-Stadion

    «Es ist wie eine eigene Wohnung»: Unterwegs mit Ex-ZSC-Captain Bruno Vollmer auf der Baustelle der Swiss-Life-Arena.

    Simon Graf (TA)

    Wenn Bruno Vollmer durch die Baustelle an der Vulkanstrasse in Altstetten führt, ist er in seinem Element. «Hier ist das Eisfeld», sagt er und streckt die Arme aus. «Hier kommen die Spielerbänke hin. Hier beginnt die erste Sitzreihe. Mit eineinhalb Metern Abstand zum Plexiglas, wegen der Auflagen der Feuerpolizei.»

    Auf dem Feld, wo die Lions im September 2022 das erste Bully in ihrer neuen Heimat für 12'000 Besucher spielen werden, steht ein Bagger. Doch wenn man seine Vorstellungskraft bemüht, erscheint einem das Eisfeld vor dem geistigen Auge. Gespielt wird parallel zur Bahnlinie, die 3000 Quadratmeter grosse Terrasse liegt Richtung Uetliberg. 170 mal 110 Meter misst die Arena auf einem Baufeld von 28'000 Quadratmetern.

    Vollmer spielte einst neun Saisons für den alten ZSC. Er war ein wilder Flügel, der keinem Zweikampf auswich und der seine letzten drei Jahre von 1994 bis 97 sogar Captain war. Nun schreitet er auf dem Baufeld voran, als operativer Leiter bei den ZSC Lions oder COO, wie es im Fachjargon heisst. Der 52-Jährige besuchte Weiterbildungen wie Gebäude-Management oder bau­beglei­tendes Facility-Management und betreut nun den Bau der Swiss-Life-Arena.

    Fassade als Theatervorhang

    «Jahrelang haben wir geplant und geträumt, jetzt wird in rasantem Tempo gebaut», sagt er mit leuchtenden Augen. Zweimal pro Woche besucht er die Baustelle, mit seinem Spezialhelm mit ZSC-Logo, und jedesmal gebe es etwas Neues zu bestaunen. Das bisherige Prunkstück ist die gewellte Betonfassade Richtung Autobahn, an der ein ZSC-Lions-Logo von fünfeinhalb Metern Durchmesser prangt.

    Das ZSC-Lions-Logo ziert die gewellten Fassade.

    Die Fassade aus Sichtbeton dürfte einem zuerst auffallen, wenn das Stadion fertiggestellt ist. «Das wird städtebaulich ein Markenzeichen am Westtor zu Zürich», sagt Vollmer. ­Gewellt ist die Fassade, weil sie einem Theatervorhang nachempfunden ist, gemäss dem Projektnamen «Theatre of Dreams» des Architektenteams von Caruso St. John.

    Der flüssige Beton wird in eine Form gespritzt und härtet dann aus. Auf der Baustelle werden zwei Betonmischwerke betrieben, die in 45 Sekunden je zwei Kubik­meter produzieren.

    40 Millionen Liter Beton

    Insgesamt werden rund 4000 Kubikmeter Beton verbaut, umgerechnet 40 Millionen Liter. ­Stabilisiert mit 500 Tonnen Armierungseisen. Ende 2020 soll der Rohbau fertig sein. Dann ist noch der Betonkosmetiker gefragt, um die Fassade schön aussehen zu lassen.

    «Hier kommt der Fanshop hin», unterbricht Vollmer seine Ausführungen. Er fährt fort: «Wir bauen ein Minergie-Stadion, nutzen die Abwärme von der Kläranlage Werdhölzli und haben Solarzellen auf dem Dach. Alles erneuerbare Energien.» Wir sind im Herzstück des Stadions angelangt, dem Reich der ZSC Lions. «Hier ist die Heim-Garderobe», sagt Vollmer. «Die Spieler sitzen in einem Oval, damit jeder mit jedem kommunizieren kann. Das haben wir in Vancouver gesehen.»

    Die strahlende Sonne gemahnt ans Scheinwerferlicht.

    Das Captainteam der ZSC Lions wurde in die Ausgestaltung des Teambereichs einbezogen. «Es ist wie eine eigene Wohnung», schwärmt Vollmer. Und er zeigt, welchen Weg die Spieler nehmen: «Hier kommt man herein, vorbei am Trainerbüro rechts in die Ankleide mit den Garderobenkästen und von da in die Spielerkabine. Von der Kabine geht es dann via Schiebetür in den Gang, der aufs Eis führt.»

    Die Sonne strahlt einem da entgegen und gemahnt ans Scheinwerferlicht, in das die Spieler hier dereinst eintauchen werden.
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    Wenn wir im September 2022 in die neue Halle ziehen ist dieser Thread 10 1/2 Jahre alt! :shock: :mrgreen: Ende gut, alles gut!

    Wen man jetzt mal spielen lassen sollte ist Ortio, den kann man nicht erst bringen wenn Flüeler sich allenfalls mal verletzt! Denke der kommt nun bald mal zum Zug, Flüeler hat ja jeden Match gemacht.

    Total sinnlose Diskussion! :roll: Als ob Herumschreien ein besonderes Merkmal von NA Trainern wäre, typisches NA bashing. Meister wurde die letzten 10 Jahre übrigens 4 Kanadier (Kossmann, Craword, Hartley, Huras), 2 Schweizer (Arno und Lars Leuenberger) und zwei Finnen (Jalonen und Törmänen), von "vornehmlich Trainer Meister geworden sind ohne Nordamerika-Hintergrund" kann also keine Rede sein!

    Flüeler spielte unter Druck immer am besten! Ich glaube aber schon das er vor allem eine Lebensversicherung ist da Luki leider oft verletzt ist, und er kann auch nicht 50 Spiele durch spielen. Guter Zug!

    Die ZSC Lions nehmen den finnischen Torhüter Joni Ortio bis Ende Saison 2019/2020 unter Vertrag.

    «Joni ist ein starker Goalie. Ich sah keinen Grund, noch länger mit einer Verpflichtung zuzuwarten. Aktiv wären wir früher oder später sowieso geworden», sagt Sportchef Sven Leuenberger. «Ortios Zuzug ändert aber nichts daran, dass Lukas Flüeler unsere klare Nummer eins im Tor ist. Nur sind wir jetzt sehr gut gerüstet, falls mit unseren beiden Goalies etwas wäre.»

    Joni Ortio hat bereits seit mitte September mit den ZSC Lions trainiert und Leuenberger überzeugt. Der 28-Jährige hütete letzte Saison das Tor von KHL-Klub HK Witjas in Russland. Davor hatte er unter anderem für Helsinki in Finnland, Skellefteå in Schweden und für die Calgary Flames in der NHL gespielt. Mit der finnischen Nationalmannschaft nahm Joni Ortio an drei Junioren-Weltmeisterschaften und einer A-Weltmeisterschaft teil. Mit der U18 gewann er 2009 WM-Bronze.

    Damit verfügen die ZSC Lions per sofort über das Torhüter-Trio Lukas Flüeler, Daniel Guntern und Joni Ortio. Der Finne erhält beim Stadtklub die Rückennummer 34.

    So steht es bei Elite Prospects, wird schon stimmen. Ja es gibt viel zu tun für Sven und egal was er macht 50% hier werden nicht zufrieden sein, aber das war schon immer so, egal wie der SC hiess. Liegt in der Natur der Sache.

    Knackpunkte sind Wick und Blindenbacher, ich würde dort abwarten. Sutter würde ich ausmustern.


    Ich würde jetzt aber trotzdem gerne mal den Guntern sehen, einfach auch um zu Wissen wo wir da stehen.

    Flüeler hat als einziger Goalie 9 Spiele gemacht. Bei uns wurde noch nie gewechselt. Der Coach wird seine Gründe haben, denke die sprechen halt nicht für Guntern. Es wurde ja verkündet das im Laufe der Saison noch ein ausländischer Goalie als Backup verpflichtet wird. Ich wäre sehr froh!