Beiträge von Larry


    Logisch wird mehr geschrieben wenns nicht so läuft.

    Schon klar! Ich gehe auch nur dann ins FCZ Forum (um zu lesen) wenn die Hütte so richtig brennt! Und ein anderes Forum in dem ich lange aktiv war habe ich verlassen weil die Leute untereinander sich angepöbelt haben. Dies ist noch das letzte Forum in dem ich aktiv bin und eigentlich ist ein Forum heute ja sowas von outdated! Finds einfach schade wenn in Phasen wie jetzt wo es läuft quasi keine Maus mehr einen Mucks macht! :nixwiss:


    Zusammengestellt wurde das Meisterteam allerdings durch seinen Vorgänger.

    Sehe ich ganz anders! Eggi hatte in seiner letzten Saison kein gutes Händchen mehr. Er richtete das Wallson Schlamassel an und verpflichtete Flopps wie Pestoni. Als Leuenberger endlich ausmisten durfte (man lies Wallson ja total sinnlos ein zweites Jahr wursteln) wurde er auf Anhieb Meister. Der Titel geht zu 100% auf seine Kappe!

    Der Schweizer Ralph Krueger geht in der Rolle des Underdogs bei der NHL auf

    Ralph Krueger ist der erste Schweizer Trainer in der Geschichte der NHL. Der langjährige Nationalcoach der Schweiz formt die Buffalo Sabres zum Team der Stunde.

    Nicola Berger, Buffalo (NZZ)

    Wer die Garderobe der Buffalo Sabres betritt, wird durch riesige braune Augen von betörender Schönheit angestarrt. Sie gehören einem ausgestopften Büffelkopf. Das Wunderwerk der Taxidermie ist eine Hommage an die Heimatstadt – und ein Unikum in der NHL.

    Doch der Schädel ist nicht das ungewöhnlichste im Kosmos dieses Millionenunternehmens. Dieser Titel ist für Ralph Krueger reserviert, den ersten Schweizer Cheftrainer in der Geschichte der Liga – und gleichzeitig der vielleicht ungewöhnlichste Coach der NHL.

    Als die Sabres zu Saisonbeginn in Montreal spielten, setzte die «Montreal Gazette» über einen Artikel zu Krueger den Titel: «The most interesting man in hockey». Nordamerika hat einen Hang zur inflationären Verwendung von Superlativen, aber falsch ist es nicht. Krueger hat so viele Facetten, dass man sich fragt, wie es sein kann, dass er erst 60 Jahre alt ist, weil es eigentlich mehrere Leben braucht, um all das Erlebte hineinzupacken.

    Krueger war: Eishockeyprofi, Bestsellerautor, Schweizer Nationaltrainer und zuletzt fünfeinhalb Jahre Fussballfunktionär als Chairman des Premier-League-Teams Southampton. Er ist ein Wandler zwischen den Welten, wie es ihn auf diesem Level zuvor nicht gab.

    Die Karriere von Ralph Krueger
    1998
    Krueger wird Schweizer Nationaltrainer und führt die Nation aus der sportlichen Irrelevanz in die Top  8 der Weltrangliste. Seine Amtszeit endet 2010 nach einem Disput mit dem Verbandschef Philippe Gaydoul.

    2012
    Krueger übernimmt die Edmonton Oilers in der Lockoutsaison 2012/13, wird aber am Saisonende per Videotelefon entlassen.

    2019
    Im April nehmen Krueger und seine Frau Glenda die Schweizer Staatsbürgerschaft an. Im Mai wird er Coach der Buffalo Sabres.

    Es ist Dienstag, und Krueger hält im KeyBank Center seine tägliche Pressekonferenz ab. Es ist eine kleine Ralph-Krueger-Show, die da aufgeführt wird, er ist ganz in seinem Element, und schnell wird klar, dass er sich nach all den Jahren jenseits des Eishockeygeschäfts nicht verändert hat.

    Eine von Kruegers grössten Stärken ist die Fähigkeit, sein Gegenüber im Dienst der Selbstvermarktung so sehr zu umschmeicheln, dass man fast nicht anders kann, als ihn zu mögen. Die Interaktion mit der Journaille beherrscht Krueger wie kaum ein Zweiter, er hat sich eine Angewohnheit aus Tagen bei der Schweizer Nationalmannschaft bewahrt: dass er bei jeder noch so trivialen Frage zustimmend und verständnisvoll nickt, als habe noch nie jemand etwas derart Interessantes von ihm wissen wollen – und das erst noch so klug formuliert.

    Es ist Krueger dabei einerlei, ob die «New York Times» mit ihm spricht oder ein Reporter vom Lokalblatt mit 20 000 Lesern. Der Medienverantwortliche der Sabres sagt, man müsse sich an so viel Offenheit und Gesprächsbereitschaft erst gewöhnen, die vorherigen Trainer hätten darauf gedrängt, Anfragen abzublocken.

    Krueger schafft so Verbindungen, Vertrauen, eine positive Grundlage. Es ist ein Trick, der auch im Umgang mit den Spielern funktioniert. Der Modus Operandi in der NHL war jahrzehntelang, dass die Trainer kaum mit ihren Spielern sprachen – es war Teil einer eigenartigen Kommunikationskultur. Krueger mag einer der älteren Trainer der Liga sein, aber er ist ein Vertreter der neuen Schule.

    Der finnische Sabres-Verteidiger Rasmus Ristolainen sagt, Krueger sei der beste Trainer, den er je gehabt habe. Und Kyle Okposo, ein Stürmer, der vor wenigen Jahren mit Depressionen zu kämpfen hatte, sagt: «Ich habe noch nie einen Coach wie ihn erlebt. Er ist ein so guter Kommunikator, er baut alle auf.»

    Das Beste aus zwei Welten
    Krueger scheint für das beste aus zwei Welten zu stehen, für eine nordamerikanisch-europäische Melange. In der NHL hat es seit 19 Jahren keinen europäischen Trainer mehr gegeben, und vielleicht wäre auch Krueger nicht angestellt worden, hätte er einen Akzent und wäre sein Geburtsort nicht Winnipeg, Manitoba. Doch er sagt: «Europäischer als ich kann man ja gar nicht sein.»

    Er ist in Deutschland sozialisiert worden, schon mit 17 landete er in Duisburg. Später coachte er in Österreich und in der Schweiz. Er sagt: «Mark Streit ist einst der Türöffner für die Schweizer Spieler gewesen. Ich hoffe, dass ich das für die europäischen Trainer sein kann.» Nach Buffalo hat er frische Ideen gebracht, unter anderem hat er die Morgentrainings an Spieltagen abgeschafft, um Energie zu konservieren.

    Buffalo kann beides gebrauchen: den innovativen Geist und das positive Denken. Das gilt für die Sabres, eine Organisation, die seit acht Jahren auf eine Play-off-Teilnahme wartet, länger als jede andere Franchise. Und das gilt für Buffalo, eine Arbeiterstadt mit Aussenseiterromantik.

    Es ist der zweitgrösste Ort im Gliedstaat New York, 250 000 Einwohner, aber mit der Glitzerwelt Manhattans hat Buffalo nichts gemein. Wer hierhin kommt, tut das wegen der 25 Autominuten entfernten Niagarafälle – und reist dann schnell weiter. Es gibt in der Stadt kaum Wolkenkratzer, weil das Geld in den 1970er und 1980er Jahren knapp war. Der Fotograf Milton Rogovin hat die Probleme der Arbeiterklasse im faszinierenden Zeitdokument «Lower West Side» abgebildet.

    Heute boomt die Stadt, der Immobilienmarkt floriert, doch im Profisport ist Buffalo ein Bettler geblieben. Seit 54 Jahren wartet die Stadt auf einen Titel, die American-Football-Franchise der Bills ist in der Superbowl-Ära ebenso titellos wie die Sabres in ihrem 49-jährigen Bestehen.

    «Ich hätte als Chairman in der Premier League bleiben oder in der NHL Klubpräsident werden können. Die Aufgaben waren so verschieden wie ein Marsflug und ein Tauchgang auf den Meeresgrund.»
    Die Geschichte der Profiteams erzählt von Unvermögen, von Enttäuschungen, vom ewigen Zyklus der Hoffnung auf bessere Zeiten. Auf einer Werbetafel am Highway wirbt ein Getränkeunternehmen mit dem Slogan «Billieve», Glaube an die Bills, was einfacher gesagt ist als getan. Doch es scheint aufwärtszugehen, seit die Bills und Sabres unter der Kontrolle des Milliardärs Terry Pegula stehen, der mit Fracking reich geworden ist und dessen Tochter Jessica in der Tennis-Weltrangliste auf Platz 76 steht.

    Als Pegula 2011 die Sabres kaufte, versprach er den Fans einen Stanley-Cup-Titel – und erhöhte die Budgets für fast alles, vom Scouting über die Ernährung bis zur Infrastruktur. Auch den neuen Coach lässt er sich einiges kosten: Kruegers Vierjahresvertrag soll 16 Millionen Dollar wert sein.

    Viel Geld, gewiss, aber Krueger war ein gefragter Mann. Und doch fragt man sich, weshalb er sich das noch einmal antut, den Stress, wenn er eine Managementposition beziehen und für gutes Geld und Prestige den Grüssaugust hätte spielen können.

    Krueger sitzt in einer Loge, sortiert seine Gedanken und sagt, er habe viele Angebote gehabt: «Ich hätte als Chairman in der Premier League bleiben oder in der NHL Klubpräsident werden können. Die Aufgaben waren so verschieden wie ein Marsflug und ein Tauchgang auf den Meeresgrund. Aber ich spürte, dass ich noch einmal an meine Grenzen gehen wollte.»

    Der Entscheid, sagt Krueger, sei dann gefallen, als ihm seine Kinder sagten, sie hätten ihn lange nicht mehr so glücklich gesehen wie 2016 in Toronto. Krueger hatte dort am Schauturnier World-Cup das Team Europa betreut, es war das letzte Mal gewesen, dass er im Eishockey aktiv war.

    Er führte die schwach besetzte Equipe bis in den Final, was seinem Renommee in der NHL weiter zuträglich war. Buffalo wollte ihn schon 2017 verpflichten, damals sagte Krueger ab, weil er sich Southampton verpflichtet fühlte. Wer fragt, was sich verändert habe, erhält eine kurze Antwort: die Perspektiven.

    Parallelen zur Schweiz
    Krueger coacht ein ebenso junges wie talentiertes Team - und er profitiert von der angenehmen Konstellation, dass es schlechter nicht mehr werden kann. Und dann ist da diese Aussenseiterrolle, die auf Krueger eine besondere Faszination ausübt, seit Jahrzehnten schon.

    Das ist bemerkenswert, denn er hat sich in den letzten Jahren vor allem mit den Reichen und Mächtigen dieser Welt abgegeben: Er bekleidete eine offizielle Rolle beim Weltwirtschaftsforum in Davos, war ein gefragter Referent für Privatbanken und arbeitete in Southampton für die Schweizer Milliardärin Katharina Liebherr. Doch als Trainer geht Krueger in der Rolle des Underdogs auf – so war das bei der Schweizer Nationalmannschaft, so war das am World-Cup, so ist das in Buffalo.

    Die Sabres sind das Team der Stunde, sie starteten mit neun Siegen aus zwölf Spielen und führen die Atlantic Division an. Es ist Donnerstagabend, und Buffalo hat einen Rückschlag einstecken müssen, ein 2:6 bei den New York Rangers im Madison Square Garden. Krueger sagt in eine Kamera, er ziehe auch aus Niederlagen Adrenalin.

    Den Sabres mangelt es nicht an offensivem Talent, die Mannschaft um den Captain Jack Eichel skort derzeit aus allen Lagen.
    Und dann weist er auf die Parallelen zur Schweizer Nationalmannschaft hin, darauf, dass es für die Sabres wie einst für die Schweiz erst einmal darum gehe, in die top 8 vorzustossen. Er sagt: «Es steckt viel Schweiz in dem, was wir bei den Sabres machen.»

    Das ist mehr als eine charmante Flunkerei: Krueger unterteilt die Spieler noch immer in Rot und Grün für ihre defensiven und offensiven Aufgaben. Das System war beim Nationalteam einst berühmt-berüchtigt, weil es Ordnung brachte, offensive Freigeister wie der Stürmer Marcel Jenni darin aber keine Entfaltung fanden.

    Die Vorhaltung an Krueger war gegen Ende seiner Ära als Nationalcoach, dass er zu defensiv spielen lasse, aber er sagt, er passe seine taktischen Vorgaben dem vorhandenen Spielermaterial an. Den Sabres mangelt es nicht an offensivem Talent, die Mannschaft um den Captain Jack Eichel skort derzeit aus allen Lagen. Krueger sagt: «Es ist eine aufregende Zeit, um in Buffalo zu sein.»

    Die Hoffnung ist, dass der Büffelkopf innert nützlicher Frist nicht mehr das imposanteste Stück in der Garderobe der Sabres ist, sondern Memorabilia des ersten Titels der Klubgeschichte.
    ---------------------------------------------------
    Schon erstaunlich was der auf dieser Seite meist verschmähte Mann leistet! :applaus:

    Er war bereits Meister mit dem ZSC....

    Sportchefs, ob Hockey oder Fussball, werden in der Schweiz von Fans und Medien meist verrissen, kaum einer kann es ihnen recht machen. War eigentlich bis jetzt auch bei jedem ZSC Sportchef so, Titel hin oder her.

    Die gleiche Geschichte gab es damals über Dan Hodgson den die Bergaffen nicht mehr wollten. Bei uns wurde er back-to-back Meister. Bin da ganz entspannt. Und denke die Chancen das Zug in den PO's (wieder) versagt sind gross, sehr gross!


    Und ja, Roe heute wirklich KLASSE! Unglaublich haben sie ihn beim EVZ gehen lassen...........

    Sven Leuenberger hat ihn geholt, genauso wie Noreau aus Bern. Die Kommentare zu diesen Transfers (ich vermeide das Wort "genörgel") kann man hier im Archiv nachlesen. Der dienstälteste und erfolgreichste Sportchef der Schweiz - gut ist er beim ZSC!

    Das sind die Zürcher Stadiongegner

    Wer ist die IG Freiräume, die den Neubau verhindern will? Die Gruppe hat einen Draht zur Klimajugend – und einen TV-Korrespondenten auf ihrer Seite.

    Marius Huber (TA)

    Alternativ, grün, klimabewegt – das ist das Holz, aus dem die neue Generation der Stadiongegner geschnitzt sind. Jene, die einen zweiten Volksentscheid erzwingen wollen, um die Brache zu erhalten, die seit dem Abriss des alten Stadions vor gut zehn Jahren zur Oase im Quartier geworden ist.

    Im Gegensatz zur letzten Abstimmung, als die mächtige Stadtzürcher SP den Widerstand anführte, macht das diesmal die wenig bekannte IG Freiräume, eine Bürgerbewegung aus dem Quartier. Sie hat angekündigt, ab dem 30. Oktober Unterschriften zu sammeln, um den Gestaltungsplan für das Projekt mit den zwei Hochhäusern per Referendum zu Fall zu bringen.

    Wer sind diese Leute, die schaffen wollen, wozu die rot-grüne Gemeinderatsmehrheit ihrer Ansicht nach «nicht den Mut» hat? Das prominenteste Gesicht im Vorstand ist eines, das sich nicht in den Medien zeigen darf – so hat es Jean-Marc Heuberger mit seinem Arbeitgeber abgemacht. Der 47-Jährige ist Deutschschweiz-Korrespondent für die Tagesschau des Westschweizer Fernsehens.

    Heuberger kann sich dank einer Ausnahmeregelung politisch engagieren, da das Thema so lokal ist, dass es in der Westschweiz nicht interessiert. Sollte es anders kommen, müsste er in den Ausstand treten. Er selbst wohnt in Höngg, ist aber ein resoluter Verteidiger der Stadionbrache, auf der er früher Fussballtrainings für Kinder leitete.

    Die grüne Allianz

    Das andere Gesicht des IG-Vorstands, Sprecherin Lisa Kromer, verkörpert das Milieu des Widerstands idealtypisch: Mitglied der Grünen, «Brachianerin der ersten Stunde» und Bewohnerin der alternativen Wohnbaugenossenschaft Kraftwerk gleich nebenan. Solche Überschneidungen sind häufig, auch wenn der Verein Hardturmbrache politisch nicht mitmischen will und sich Kromer deshalb aus dem Vorstand zurückzog.

    Im Referendumskomitee macht zum Beispiel auch Genossenschaftsgründer Hans Widmer mit, in den Achtzigern unter dem Pseudonym «P.M.» ein Kultautor der anarchistischen Szene. Er setzt sich heute für ökologischere Städte ein und ist ein scharfer Kritiker jener Art von Städtebau, für die der Glattpark oder die Europaallee stehen.

    «Jeder Grünraum, den man zubaut, trägt zur Erwärmung dieser Stadt bei.»
    Dominik Waser, Klimaaktivist

    Mit dabei sind auch zahlreiche Mitglieder der Grünen, die als einzige Partei gegen das Stadionprojekt kämpfen. Die bekanntesten sind das Powerpaar Markus Knauss und Gabi Petri, die zusammen den Zürcher VCS leiten und vor 15 Jahren schon das erste Stadionprojekt bekämpften. Besonders engagiert ist diesmal Knauss, das politische Schwergewicht des Widerstands, der sich aber nicht zu stark in den Vordergrund stellen will. Ein anderer prominenter Grüner, der das Stadionprojekt bekämpft, ist Maurice Maggi, stadtbekannt als Guerillagärtner.

    Frauen- und Klimabewegte

    Die IG ist bemüht, fürs Komitee auch Leute aus anderen Quartieren zu gewinnen und Abweichler aus anderen Parteien. Wie die Regisseurin und AL-Kantonsrätin Laura Huonker. Oder die Juristin Sandra Bienek, Vorstandsmitglied bei den Stadtzürcher Grünliberalen und im Quartierverein Kreis 5. Bienek und Kromer, beides Feministinnen, versuchten auch den Bogen zur Frauenstreikbewegung zu schlagen: Aus Frauensicht dürfe es nicht sein, dass der einzige «soziale Grünraum» in Zürich-West einem Stadion «für kommerziellen Männerfussball» weichen müsse, wo Frauenverachtung an der Tagesordnung sei.

    Im Referendumskomitee findet man auch mehrere junge Leute aus der Klimastreikbewegung. Etwa der 21-jährige Aktivist Dominik Waser, Mitglied der Juso und der Jungen Grünen. Bevor er sich mit seinem Verein Grassrooted dem Kampf gegen Foodwaste verschrieb, dem Vergeuden von Lebensmitteln, arbeitete er als Gärtner.

    Für ihn ist der Zusammenhang zum Klimaschutz klar: «Jeder Grünraum, den man zubaut, trägt zur Erwärmung dieser Stadt bei – und die Stadionbrache ist heute schon einer der letzten Freiräume der Stadt, wo die Natur nicht zu Tode gepflegt wird.» Zudem sei die Credit Suisse alles andere als ein klimafreundliches Unternehmen, das Stadionprojekt mit den beiden Türmen diene aber primär den finanziellen Interessen der Grossbank und ihren Investoren.

    Die prominenten Abwesenden

    Die Stadtzürcher SP-Leitung will laut Co-Präsident Marco Denoth im Fall eines Referendums zwar Stimmfreigabe empfehlen, hält sich aber abseits.

    «Die Bevölkerung hat zum Projekt Ja gesagt, Punkt.»
    Jacqueline Badran, SP-Nationalrätin

    Ausdrücklich nicht dabei ist diesmal SP-Nationalrätin Jacqueline Badran, bei der Stadionabstimmung vor einem Jahr noch Wortführerin des Nein-Lagers. Sie sei dagegen, das Referendum zu ergreifen. «Die Bevölkerung hat zum Projekt Ja gesagt, Punkt.»

    Badran betont, sie habe das Stadion nie verhindern wollen, im Gegenteil: Sie habe den damit verbundenen Turmbau der CS bekämpft, weil dieser die Chancen schmälere, dass Zürich in absehbarer Zeit ein neues Stadion erhalte. Sie rechnet fest damit, dass gegen das aktuelle Projekt bis vor Bundesgericht prozessiert wird – und dass es das Vorhaben dort wegen mangelhafter Einordnung schwer haben wird.

    Keine Untersützung vom Höngger Komitee

    Diesen Rechtsweg prüfen will das Höngger Komitee gegen den Höhenwahn um den früheren Chefredaktor der «NZZ am Sonntag», Felix E. Müller. Von dieser Seite ist laut Kromer kein Engagement im Referendumskampf zu erwarten, trotz inhaltlicher Unterstützung. Auch die Kontakte zum Quartierverein IG Hardturm führten zu nichts. Dort gibt es im Vorstand zwar mit José Wolf eine ausgesprochene Stadiongegnerin, die am Mittwoch gemeinsam mit der IG vor dem Rathaus demonstrierte, aber mit SVP-Gemeinderat Stefan Urech eben auch einen leidenschaftlichen GC-Fan.

    Die zweite prominente Abwesende im Referendumskomitee neben Badran ist die grüne Stadträtin Karin Rykart, die selbst in der Genossenschaft Kraftwerk lebt, der Keimzelle des Widerstands, und sich vor ihrer Wahl noch gegen das aktuelle Projekt aussprach: zu wuchtig die Türme, zu gross der Verlust der Brache als Freiraum. Sie wehrte sich wie Knauss schon gegen den ersten Stadionentwurf, das gescheiterte «Pentagon». Diesmal wird sie sich nicht exponieren.