Beiträge von Larry

    Hier der Schandpfahl der bisher gebüssten NLA-Schauspieler/Saison 2018/19:
    Barry Brust (1) (Fribourg, 2000 Fr.)
    Lino Martschini (Zug, 2000 Fr.)
    Jesse Zgraggen (Ambri, 800 Fr.)
    Killian Mottet (1) (Fribourg, 1200 Fr.)
    Kevin Fey (Biel, 1200 Fr.)
    Josh Holden (Zug, 1200 Fr.)
    Nicklas Danielsson (Lausanne, 2000 Fr.)
    Tanner Richard (Servette, 2000 Fr.)
    Tristan Vauclair (Fribourg, 1200 Fr.)
    Linus Klasen (Lugano, 2000 Fr.)
    Sven Senteler (Zug, 1200 Fr.)
    Barry Brust (2) (Fribourg, 4000 Fr.)
    Jonas Hiller (Biel, 2000 Fr.)
    Killian Mottet (2) (Fribourg, 2000 Fr.)
    Christophe Bertschy (Lausanne, 1200 Fr.)
    Denis Hollenstein, (ZSC, 2000 Fr.)
    Danny Kristo (1) (SC Rapperswil-Jona Lakers, 2000 Fr.)
    Daniel Rubin (Genève-Servette, 2000 Fr.)
    Mark Arcobello (Bern, 2000 Fr.)
    Danny Kristo (2)(Rapperswil 2000 Fr.)
    Daniel Rubin (Genf 2000 Fr.)
    Killian Mottet (3) (Fribourg, 4000 Fr.)
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    Neue Saison 2019/20:
    Aaron Palushaj (HC Davos CHF 2’000.— ).
    Killian Mottet (1/4) (Fribourg CHF 2’000.—).
    Jan Mursak (Bern CHF 2’000.—).

    Kent das Kinn meint:

    Grönborg und Jalonen – Freunde werden sie nie

    Hipster Rikard Grönborg, ZSC-Coach, muss die Spieler für sich gewinnen, sein grossväterlich wirkendes Pendant beim SCB, Kari Jalonen, darf sie nicht verlieren.

    Kent Ruhnke (TA)

    Als ich am Sonntagnachmittag im Hallenstadion die ernsten, kontrollierten Gesichter der beiden Coaches studierte, fragte ich mich, in wessen Schuhen ich lieber stecken würde. Auf der einen Seite der grossväterlich wirkende Kari Jalonen, der die Welt ruhig durch seine Brille betrachtete. Auf der anderen der perfekt gekleidete Hipster Rikard Grönborg. Beide strahlten mit ihrem Auftreten dasselbe aus: «Ja, ich habe alles unter Kontrolle. Vertraut mir, es wird funktionieren!» Das sollte es auch. Ich weiss aus Erfahrung: Der Trainerjob in Zürich ist der gefährlichste, jener in Bern der komplexeste. Für beide brauchst du eine dicke Haut. Aber eben: Welcher würde mich mehr reizen?

    Der erste Schritt für jeden Trainer ist es, die Spieler davon zu überzeugen, ihm zu folgen. Zwei Meistertitel in drei Jahren zeigen, dass Jalonen dies geschafft hat. Aber das bedeutet nicht, dass die Spieler seine Methoden mögen. Abstammend vom kälteren, harscheren Hockeyumfeld in Finnland, ist sein Stil autoritär. Wenn ihn ein Spieler fragt, wieso er dies oder das tun müsse, wird die Antwort oft lauten: «Weil ich es so sage.» Doch das wird jetzt nicht mehr reichen.

    Jalonen muss seinen Werten treu bleiben. Aber es ist für ihn ein Drahtseilakt zwischen einer offeneren Kommunikation und seiner autoritären Art. Und er muss verhindern, dass es Risse gibt im Team. Spätestens bis Weihnachten muss der SCB wieder die verschworene Gemeinschaft sein, die er letzte Saison war. Sonst wird es schwer, das noch zu kitten.

    Grönborg könnte der perfekte Mann sein für diesen Job, weil er aus der schwedischen Kultur stammt, die bekannt ist für ihre Integration.

    Jedes Meisterteam braucht eine Erneuerung, um oben zu bleiben, und der Verlust von Leonardo Genoni und Gaëtan Haas erschwert Jalonens Aufgabe. Dieses Team ist nicht mehr so gut wie das letztjährige, und jeder Champion hat die natürliche Tendenz, etwas nachzulassen. Die Berner Hockeykultur ist eine des Siegens, aber das kann nicht Tag für Tag das Ziel sein. Sonst zermürbt sich der SCB. Vielmehr müssen der Teamgeist, der Eigenantrieb und die Traditionen dieses Clubs betont werden.

    Jalonen profitiert gegenüber Grönborg vom Vorteil, dass er das totale Vertrauen der Führung geniesst. Dieses muss sich der Schwede zuerst erarbeiten. Doch die Umstände sind für ihn ideal, um in Zürich Erfolg zu haben. Was gibt es Besseres, als ein talentiertes Team zu übernehmen, das im Vorjahr kläglich gescheitert ist? Er muss einfach die Spieler um sich scharen und sie spielen lassen. Doch die Lions sind ein störrisches Team, das sich gewohnt ist, selber zu bestimmen, wo es langgeht. Wenn die Spieler nicht für den Coach spielen wollen, dann tun sie es auch nicht.

    Grönborg könnte der perfekte Mann sein für diesen Job, weil er aus der schwedischen Kultur stammt, die bekannt ist für ihre Integration. Es sollte ihm gegeben sein, mit den Spielern zusammenzuarbeiten und seine Wünsche auf eine Weise anzubringen, damit es nicht nach einer Drohung klingt. Seine Hauptaufgabe ist es, die Kultur im Team zu verändern: mehr Eigenverantwortung, hohe Erwartungen und die Bereitschaft, sich aufzuopfern. Zu schnell kann er dabei nicht vorgehen. Ich erfuhr selbst, dass das kontraproduktiv sein kann, als ich beim EV Zug zu schnell zu viel wollte. Das Resultat war nicht hübsch.

    Wussten Sie, dass alle Schüler in Finnland Schwedisch lernen müssen?

    Beide Trainer sollten nicht Arroganz ausstrahlen, sondern Kompetenz. Schweden können arrogant wirken, auch wenn sie damit oft nur ihre Scheu oder Unsicherheit kaschieren, und so muss Grönborg schon früh seine menschliche Seite zeigen und seine Ergebenheit für diese Aufgabe. Bei Jalonen kann seine Kühle zu einem Nachteil werden, wenn es schlecht läuft. Die Dynamik ist bei den beiden eine andere: Grönborg muss die Spieler für sich gewinnen, Jalonen muss schauen, dass er sie nicht verliert.

    Als ich in Kanada aufwuchs, sahen wir Hockey-Enthusiasten in den Amerikanern nie eine Bedrohung unserer Vormachtstellung auf dem Eis. Es waren die «bösen» Sowjets, die unser Blut in Wallung versetzten. Ich würde gerne die Gedanken dieser zwei nordischen Antagonisten lesen können an der Bande, wie sie versuchen, gegenüber dem anderen die Überhand zu bekommen. Es ist jedesmal ein Derby, wenn sie sich duellieren.

    Wussten Sie, dass alle Schüler in Finnland Schwedisch lernen müssen? Nur schon dieser Fakt würde mich nerven, wenn ich Jalonen wäre. Vielleicht sollte Grönborg zu Jalonen Schwedisch sprechen, als eine Form des passiv-aggressiven Trash-Talks, um ihn aus der Reserve zu locken. Ich bin mir sicher: Diese zwei werden sich nie lieben. Respekt ist das höchste der Gefühle, was wir erwarten können.

    Der ZSC schaut nach oben, der SCB nach unten

    Wie Sie wissen werden, wenn Sie mich kennen, bin ich fasziniert von den Emotionen, die das Eishockey auslösen kann. Und was man auf dem Eis sieht, ist nur ein Teil der Geschichte. Obschon Kari Jalonen und Rikard Grönborg aussehen wie die Verkörperung der Ruhe und Coolness, kocht es in ihnen. Ich habe in den Schuhen beider gesteckt. Es ist nicht einfach.

    Im Moment späht der ZSC nach oben und kann der SCB nur nach unten blicken. Deshalb sind Grönborgs modische Schuhe bequemer. Aber auch sie werden ihn drücken. Je mehr Erfolg er hat, desto mehr Erfolg wird von ihm erwartet werden. Zugs Dan Tangnes hätte auch gerne ein bequemeres Paar Schuhe. Wenn ich es mir recht überlege, steckte ich ja auch einmal in den seinen. Jetzt weiss ich, wieso meine Schuhe so abgewetzt sind und ich neue Sohlen brauche. Weil ich so viel mit ihnen gelaufen bin.

    Rappi lebt von den Ausländern und wenn dort nichts geht ist es Essig. Bereits wieder unter dem Strich wogegen Lugano trotz den Abgängen von Elvis und Hofmann performt, dort machen die Schweizer die Musik! Lugano sicher eine Überraschung bis jetzt!

    Im gläsernen Luxuskäfig

    Das Schweizer Eishockey boomt, doch die Auswärtsfans schwinden. Die modernen Arenen zeigen das ohne jede Romantik – und lösen Widerstände aus.

    Philipp Muschg (TA)

    Panzerglas oder Plexi? Können wir uns Auswärtsfans noch leisten? Solche Fragen beschäftigen die Manager der National League in Zeiten, in denen für über eine halbe Milliarde Franken neue Stadien entstehen. Die baulichen Antworten werfen hohe Wellen.

    «Dieser Käfig erwartet die Gästefans», titelte der «Blick», als am Dienstag in Freiburg die BCF-Arena eröffnet wurde. Empörung auch eine Woche zuvor: Zur Einweihung der Lausanner Halle lancierten Fans eine Petition, die den Gästesektor als «kleinwitzig» brandmarkt und verlangt, die Liga solle «gegen solche Frechheiten vorgehen».

    Wenig Verständnis

    Es sind Worte, die von Wut und Erregung zeugen. Vor allem aber von einem Wandel im Schweizer Eishockey. Denn heute, wo jeder Match im Live-TV zu sehen ist, reisen vor allem an Werktagen immer weniger Fans ihrem Club hinterher. Auch darum stossen die Reaktionen bei den Betroffenen auf gar kein Verständnis.

    «Wenn ich sehe, dass in achtzig Prozent der Spiele der Gästesektor halb leer ist, dann ist das eine Nulldiskussion», sagt Raphaël Berger, Generaldirektor von Fribourg. «Unser Fansektor ist so gross, dass wir immer noch nicht alle Billette verkaufen», sagt Sacha Weibel, CEO von Lausanne.

    Die Zahlen geben ihnen recht: Gottérons Gästesektor wuchs im Vergleich zum alten um 50 auf 300 Stehplätze. Derjenige in Lausanne um 20 auf 200. Dazu kommen in beiden Stadien neue Sitzplätze für Gästefans. Warum also die Aufregung? Sie hat andere, auch psychologische Gründe. Das Gefühl etwa, nicht willkommen zu sein.

    Die Fans pflastern sich die Aussicht gleich selber zu

    «Sich in einen Glaskäfig im Stadion zu drängen, macht ja wohl nun gar keinen Sinn mehr», schrieb ein Berner Fan am Dienstagmorgen ins SCB-Forum. Am Abend nutzten seine Kollegen den Match zum Protest: Sie pflasterten den Freiburger Gästesektor mit Klebern zu. «Wer so etwas tut, sollte nicht über schlechte Sicht diskutieren», sagt Berger. Inzwischen sei alles wieder geputzt.

    Es dürfte kaum die letzte Reinigung gewesen sein. Das Beispiel zeigt den Zwiespalt der Clubs: Einerseits wünschen sich alle ein stimmiges Stadion und hohe ­Umsätze bei Ticketing und Gastronomie. Andererseits sind die Gästefans ein erheblicher Kostenfaktor: In Freiburg verursachen sie gemäss Berger mit vier Prozent ­Publikumsanteil über 70 Prozent der Sicherheitskosten.

    Wie gut ein Club das verkraftet, ist je nach Kanton und Gemeinde verschieden. Während der ZSC aufgrund eines Abkommens mit der Stadt Zürich in der Qualifikation kaum einen Franken bezahlt, weil die vereinbarten 200 Mannstunden Polizei pro Match so gut wie nie ausgeschöpft werden, sieht es im ländlichen Langnau ganz anders aus. Die Spiele der SCL Tigers verursachen polizeilichen Aufwand, der dem Club Ende Saison in Rechnung gestellt wird – und mehrere Hunderttausend Franken beträgt.

    «Respect – Faire Fans»

    Dieser Posten ist im Budget kaum kalkulierbar. Ein Vorfall wie letzte Saison, als ZSC-Ultras in Langnau Pyros abbrannten, kann massiv ins Geld gehen. Entsprechend suchen die Clubs Lösungen. Die Tigers etwa lancierten die Kampagne «Respect – Faire Fans», die an Toleranz und Verantwortung appelliert. Andere gehen weiter.

    So werden in Zug und Lausanne die Identitäten der Gästebesucher aufgenommen. Als Reaktion boykottieren die Fans der Konkurrenz diese Clubs. Es gibt aber auch subtilere Methoden, Problembesucher abzuschrecken: indem Tickets für den Gästesektor nur via Fan-Delegierte zu erwerben sind. Oder indem jede Fahne vorgängig fotografiert und bewilligt werden muss.

    Dass solche Massnahmen unterschiedslos alle abschrecken, die für Stimmung sorgen, wird in Kauf genommen. Und ist nicht allein Schuld der Clubs. «Machen wir uns nichts vor», erklärt der Fan-Delegierte eines National-League-Clubs, «dass es so weit gekommen ist, liegt zum grossen Teil an den Ultras.» Die vermeintlichen Käfige in Freiburg und Lausanne sind ja nichts anderes als die bauliche Umsetzung eines Liga-Reglements, das nach diversen Zwischenfällen «konsequente Fan-Trennung» vorsieht.

    Und die neuen Arenen haben auch ihr Gutes.

    In Freiburg müssen die Gästefans nicht mehr das Stadion verlassen, um die mobilen Toiletten zu nutzen. Und in Lausanne fühle man sich zwar wenig willkommen, sagt einer, der die Stehplätze der «Vaudoise aréna» schon erlebte: «Aber die Halle ist sensationell und die Ticketpreise fair.» Sein Fazit: «Es ist ein grosser Aufschrei für nichts – die meisten, die jammern, gehen eh nicht hin.» Gut zwanzig Besucher hat er auf den Stehplätzen gezählt.

    Im Playoff werden diese Zahlen in die Höhe schnellen. Doch bis dann sind die im Verhältnis kleineren Gästesektoren nur die Fortsetzung eines Trends. Und solange die Zuschauerzahlen generell stimmen – mit über 2 Millionen erreichte die Liga 2018/19 das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte –, dürfte sich ­daran wenig ändern.

    Biel, die Lieblingsdestination für Sonderzüge

    Zumal es an attraktiven Zielen für Stehplatz-Fans weiter nicht mangelt. Bern und die Lakers locken mit fast tausend Plätzen. Biel hat seine geografische Lage geschickt genutzt, um sich als Lieblingsdestination für Sonderzüge zu etablieren. Und der ZSC plant seine neue, 2022 bezugsbereite Halle ebenfalls für vierstellige Gästezahlen.

    Bruno Vollmer betreut das Projekt. In der Swiss-Life-Arena soll es keinen Käfig geben, aber seitliche Trennwände braucht es doch. «Schöne, hohe», schwärmt Vollmer, «aus Panzerglas, das sehr edel wirkt.»

    In Freiburg ist es Plexi.

    Wie erloschene Kerzen

    Der FCZ verliert gegen YB eine sonderbare Partie 0:4, denn lange Zeit sind die Zürcher besser – dann brechen sie ein und lassen sich hängen.

    Christian Zürcher (TA)

    Am Anfang stand die Hoffnung. Wieder einmal YB bezwingen. An Selbstvertrauen gewinnen. Einen schönen Sonntag erleben. Eine Seltenheit dieser Tage beim FCZ. Die Kraft der Hoffnung sah man von Beginn weg, keinen Fingerbreit wollten die FCZ-Spieler von dieser preisgeben. Sie warfen sich in die Schüsse, plagten die Berner mit harten Zweikämpfen und spielten Fussball. Ganz ordentlich sogar. Sie hatten Chancen. Ganz vorzügliche auch. Schönbächler hätte zum 1:0 treffen müssen, traf aber nur die ­Latte. Marchesano und Ceesay wären Torschützen gewesen, hätte ihnen der Schuft Konjunktiv nicht im Wege gestanden.

    Darum stand es am Ende 4:0 für YB, und Trainer Gerardo Seoane lobte die eigene Effizienz. YB-Captain Fabian Lustenberger sprach mit der Nonchalance des Siegers und davon, «etwas für das Torverhältnis» getan zu ­haben. Verlierer Marco Schönbächler hielt sich kurz und nannte es einen «grauen Nachmittag in Zürich». Wieder einmal.

    Zum vierten Mal ein 0:4

    0:4. Null zu vier. Bereits gegen Lugano, Basel und in Bern musste man in dieser Saison mit gleichem Verdikt vom Platz. Es ist diesmal ein sonderbares Resultat. 60 Minuten lang war der FCZ besser, er fand gegen passive Berner Wege nach vorne, er dominierte, die jungen Toni Domgjoni und Simon Sohm prägten im zentralen Mittelfeld mit ihren Pässen und Zweikämpfen das Spiel.

    Doch ein grosses Aber hing über dem Spiel des FCZ: Er scheiterte, immer wieder. Und selbst dann, als der Ball einmal im Tor lag, kurz vor der Pause, kam der Knüppel zwischen die Beine sogleich. Der Videoschiedsrichter entlarvte Assan Ceesays Kopfballtor als Abseitstreffer. Hauchdünn zwar, doch Offside.

    «Wir hätten etwas verdient gehabt nach einem solchen Spiel», sagte der erfolglose Stürmer Ceesay. Es klang wie ein Wehklagen, es hatte etwas von einem Ruf nach Gerechtigkeit, von einem Schrei nach Toren und Punkten. Von allem hat der FC Zürich in diesen Tagen zu wenig.

    Darum bleibt die Frage, ob diese Leistung dem FCZ hilft. Es ist das 0:4, das bleibt. Selbst wenn Trainer Ludovic Magnin nach dem Spiel von einer erfreulichen ersten Halbzeit sprach, von einer starken Intensität, von Chancen, die man normalerweise mit links verwerte, und von einem 0:4, das weniger schmerze als jenes in Basel oder in Bern. Es bleibt bei einer Klatsche. Bei zu vielen Gegentoren, bei zu vielen Fehlern in der Defensive. Und vor allem bei einer Tendenz zum Auseinanderfallen.

    «Die Partie erzählt die Geschichte der Saison»

    Es braucht seit Wochen wenig, und das Spiel des FCZ zerfällt. «Die Partie erzählt die Geschichte der Saison», sagt Captain ­Yanick Brecher. Er selbst hielt zwar stark, doch auch er konnte nicht verhindern, dass die Gegentore bei seinen Kollegen Schaden anrichteten. Den ersten Treffer vermochte der FCZ noch wegzustecken. Es war die erste ernsthafte YB-Chance, Fassnacht traf, doch der FCZ spielte weiter, immerzu auf die Wende hoffend. Nur verpasste er den Moment, um sich zu ­belohnen.

    Bereits beim zweiten Gegentor wurde die Gegenwehr weniger, und nach dem 0:3 ­glichen die Spieler erloschenen Kerzen. Das 0:4 nahm man hin wie ein Opfer, das sich mit der eigenen Misere abgefunden hat.

    Das muss dem FCZ zu denken geben. Durch den Verein bläst ­gerade ein Wind der Unruhe, die Lockerheit vergangener Tage ist verschwunden. Und wie ver­worren ist es doch mit der Hoffnung: Steter Misserfolg nimmt einem irgendwann die Kraft, um zu hoffen, dass es doch noch gut kommt.

    Man kann keinen Sieg gegen YB erwarten, aber es muss gegen Basel und YB auch nicht drei mal 4:0 heissen!

    St. Gallen (Budget 7,6 Mio.!) spielt gegen Basel 0:0, zieht 17'000 Zuschauer an und steht auf Platz 3, dort wo der FCZ (Budget 20 Mio.!) gern wäre.

    Irgend etwas läuft falsch!

    ZSC spielte von Anfang an gut aber das Spiel lief für Bern, Fehler von Pettersson und es stand 0:2. Aber der Z ist zurück gekommen und hat den Sieg in der OT erzwungen. Wie man sieht braucht der richtige Trainer weder zwei noch ein Jahr, der richtige Trainer bringt ein Team aus den Playouts sofort wieder nach vorne, allerdings auch weil der Absturz dem Team sichtlich eingefahren ist. Und Sven Leuenberger hat von A-Z gut eingekauft!

    «Ich höre hier täglich Storys von Sulo»

    Der finnische Goalie Joni Ortio überzeugte bei seiner ZSC-Premiere, zum Sieg reichte es in Lugano (1:3) trotzdem nicht. Er erklärt, wieso er in Zürich gelandet ist – und was er hier erwartet.

    Simon Graf (TA)

    Joni Ortio hinterliess bei seinem ZSC-Debüt einen sehr guten Eindruck. Und trotzdem konnte er nicht verhindern, dass die Zürcher in Lugano erstmals nach vier Spielen wieder verloren. Der Finne wehrte 31 von 33 Schüssen ab, das dritte Gegentor erlebte er von der Bank aus. Als es vorbei war, plauderte er in den Kabinengängen der Cornèr Arena mit seinem Landsmann Atte Ohtamaa, um den rechten Ellenbogen einen Eisbeutel gewickelt.

    «Ach, nichts Schlimmes», wehrte er ab. «Nur ein Schuss, der mich an einer dummen Stelle getroffen hat.» Ortio hatte die ZSC Lions in der hektischen Startphase vor einem Gegentor bewahrt und später im Spiel gehalten, als sie ihre Abwehr entblössten, um das 2:2 zu erzwingen. Kurz vor Schluss rettete er bei einer 2-1-Situation spektakulär gegen Jani Lajunen – doch eben, es nützte nichts.

    Das Gegenteil von Flüeler

    Ein paar Zentimeter kleiner als Lukas Flüeler, ist Ortio ein ganz anderer Typ Goalie als der Zürcher. Lebt Flüeler von seinem Stellungsspiel und seiner Grösse, wirkt der Finne sehr beweglich und athletisch. «Ja, das ist richtig», sagt er. «Es gibt viele Goalies, die technisch besser sind als ich. Aber ich kompensiere das mit meiner Agilität, meiner Athletik und meiner Fähigkeit, das Spiel zu lesen.»

    Dass schon einmal ein Finne das ZSC-Tor hütete, ist ihm wohlbekannt. «Sulo war eine Legende hier», sagt er über Ari Sulander und strahlt. «Ich höre täglich Storys von ihm. Es ist cool, was er hier erreicht hat. Aber ich versuche nicht, in seine Fussstapfen zu treten. Denn das sind ziemlich grosse Fussstapfen.»

    «Musste nicht zweimal überlegen»

    Ortio kam vor einigen Wochen nach Zürich, weil er in seiner Heimatstadt Turku niemanden mehr hatte, mit dem er auf dem Eis trainieren konnte. «Die qualitativ hochstehenden Trainings hier waren sehr gut für mich», schwärmt er. «So kam ich schnell wieder in Form. Und als mir die ZSC Lions einen Vertrag anboten, musste ich nicht zweimal überlegen.»

    Obschon er hier nur die Nummer 2 sein wird und nur gelegentlich spielt, falls sich Flüeler nicht verletzt? «Ich hatte keine Garantie, dass ich noch irgendwo einen Nummer-1-Job bekommen würde», sagt er. «Es war für mich wichtig, so bald wie möglich wieder zu spielen. Und ich habe erfahren, wie gut hier in Zürich gearbeitet wird. Das hat mir sehr gefallen.» Seine Frau ist momentan noch in Turku, wird aber später zu ihm stossen.

    Er spürt die Dringlichkeit

    Und wie stuft er das Niveau seines neuen Teams ein? «Wir haben hier etwas Gutes am Laufen», sagt er. «Wir haben ein gutes Team, eine gute Gruppe von Jungs. Und ich spüre Tag für Tag die Dringlichkeit in dieser Kabine. Besonders nach dem letzten Jahr, das eine solch grosse Enttäuschung war für alle.» Für ihn ist klar: «Wir werden in dieser Saison wieder dort sein, wo wir hingehören: in der Spitzengruppe.» Und Ortio möchte seinen Beitrag dazu leisten


    Genoni hätte sich dann aber auch gegen Berra durchsetzen müssen, sorry. Wir hatten damals einfach die Luxus-Variante mit Sulo und
    zwei sehr talentierten Nachwuchsgoalies. Ausserdem: Hättest du damals WIRKLICH eher auf Genoni oder Berra anstatt auf Sulo gesetzt?
    Nein - niemals!

    Niemand hätte zu jener Zeit auf Berra/Genoni gesetzt und sie hätten gegen Sulo auch nicht den Hauch einer Chance gehabt! Berra durfte/musste mal in den PO's ran und war eine Schiessbude. Alles richtig gemacht ZSC! Die beiden waren ganz einfach zur falschen Zeit am falschen Ort! Das gibts, nicht nur in Zürich!

    PS: Wir müssen schon zurück schauen um etwas negatives zu finden! :mrgreen: Läuft im Moment bei uns! :cool: :geil:

    Flüelers bisherigem Ersatz, dem Zürcher Daniel Guntern, hatte das Management die Rolle des Entlasters offensichtlich nicht zugetraut. Guntern, der im Sommer den zum SC Bern abgewanderten Niklas Schlegel als Back-up ersetzt hat, dürfte wieder vermehrt beim kriselnden Farmteam GCK Lions zum Einsatz gelangen. Die dortige Nummer 1, Wolfgang Zürrer, hat einen miserablen Saisonstart hingelegt. Möglich, dass diese Konstellation den Entscheidungsprozess Leuenbergers beschleunigt hat. (NZZ)

    Ein ZSC-Transfer, der Fragen aufwirft

    Die Zürcher verpflichteten als fünften Ausländer den finnischen Goalie Joni Ortio. Sportchef Sven Leuenberger erklärt die Hintergründe.

    Simon Graf (TA)

    Am Dienstagabend nach dem 5:2-Heimsieg gegen Biel wurde Joni Ortio vor der ZSC-Kabine schon einmal dem Chef höchstpersönlich vorgestellt, dem gut gelaunten Präsidenten Walter Frey. Nun hat der 28-jährige Finne einen Vertrag bei den ZSC Lions bekommen – als fünfter Ausländer bis Ende Saison. Das wirft natürlich Fragen auf, hat doch Lukas Flüeler bisher einen guten Eindruck hinterlassen.

    Sportchef Sven Leuenberger hält dazu fest: «Wir sind sehr zufrieden mit Flüeler, er ist die klare Nummer 1. Aber er kann nicht 50 Spiele spielen. Auch er braucht einmal eine Pause. Und uns war klar, dass wir früher oder später eine Absicherung brauchen für den Fall, dass sich Flüeler verletzten würde.» Das darf man auch so deuten, dass die Zürcher Ersatzgoalie Daniel Guntern (24) nicht zutrauen, eine ähnliche Rolle zu spielen wie vor ihm Niklas Schlegel, Luca Boltshauser oder Melvin Nyffeler.

    Die Erfahrung spricht für den Finnen

    «Guntern ist eine Option für vier, fünf Spiele», sagt Leuenberger. «Aber wir glauben nicht, dass er Flüeler drei, vier Wochen eins zu eins ersetzen kann. Wir sagten von Anfang an, dass wir Richtung Playoff einen ausländischen Goalie holen möchten. Aber wenn man bis Januar wartet, findet man dann vielleicht keinen guten mehr.» Und der weitgereiste Ortio hat durchaus ein eindrückliches Palmarès, war zuletzt bei Witjas Podolsk in der KHL und zuvor zwei Jahre beim schwedischen Spitzenclub Skelleftea die Nummer 1.

    Aktuell ist der schwedische Center Marcus Krüger noch verletzt, und es ist gut möglich, dass Ortio schon am Wochenende zu seinem Debüt kommt. Wenn aber alle vier ausländischen Feldspieler fit sind, würde es durchaus Konfliktpotenzial mit sich bringen, wenn einer für Ortio pausieren müsste. Sowohl Pettersson wie Noreau sind nicht dafür bekannt, gerne zuzuschauen. Und Roe ist als erster Center und seinen bisher starken Leistungen unverzichtbar.

    Dass er Ortio verpflichtet habe, um ihn dem SC Bern wegzuschnappen, dafür hat Sven Leuenberger nur ein Lächeln übrig. «Ganz sicher nicht!», sagt er. «Mein Job ist es einfach, das Team so aufzustellen, dass es möglichst wenig Schwachpunkte hat.» Und im Hinblick auf die nächste Saison wird sich der Sportchef sicher schon Gedanken machen, wen er als valable Schweizer Nummer 2 hinter Flüeler holen könnte.

    Hier entsteht das neue ZSC-Stadion

    «Es ist wie eine eigene Wohnung»: Unterwegs mit Ex-ZSC-Captain Bruno Vollmer auf der Baustelle der Swiss-Life-Arena.

    Simon Graf (TA)

    Wenn Bruno Vollmer durch die Baustelle an der Vulkanstrasse in Altstetten führt, ist er in seinem Element. «Hier ist das Eisfeld», sagt er und streckt die Arme aus. «Hier kommen die Spielerbänke hin. Hier beginnt die erste Sitzreihe. Mit eineinhalb Metern Abstand zum Plexiglas, wegen der Auflagen der Feuerpolizei.»

    Auf dem Feld, wo die Lions im September 2022 das erste Bully in ihrer neuen Heimat für 12'000 Besucher spielen werden, steht ein Bagger. Doch wenn man seine Vorstellungskraft bemüht, erscheint einem das Eisfeld vor dem geistigen Auge. Gespielt wird parallel zur Bahnlinie, die 3000 Quadratmeter grosse Terrasse liegt Richtung Uetliberg. 170 mal 110 Meter misst die Arena auf einem Baufeld von 28'000 Quadratmetern.

    Vollmer spielte einst neun Saisons für den alten ZSC. Er war ein wilder Flügel, der keinem Zweikampf auswich und der seine letzten drei Jahre von 1994 bis 97 sogar Captain war. Nun schreitet er auf dem Baufeld voran, als operativer Leiter bei den ZSC Lions oder COO, wie es im Fachjargon heisst. Der 52-Jährige besuchte Weiterbildungen wie Gebäude-Management oder bau­beglei­tendes Facility-Management und betreut nun den Bau der Swiss-Life-Arena.

    Fassade als Theatervorhang

    «Jahrelang haben wir geplant und geträumt, jetzt wird in rasantem Tempo gebaut», sagt er mit leuchtenden Augen. Zweimal pro Woche besucht er die Baustelle, mit seinem Spezialhelm mit ZSC-Logo, und jedesmal gebe es etwas Neues zu bestaunen. Das bisherige Prunkstück ist die gewellte Betonfassade Richtung Autobahn, an der ein ZSC-Lions-Logo von fünfeinhalb Metern Durchmesser prangt.

    Das ZSC-Lions-Logo ziert die gewellten Fassade.

    Die Fassade aus Sichtbeton dürfte einem zuerst auffallen, wenn das Stadion fertiggestellt ist. «Das wird städtebaulich ein Markenzeichen am Westtor zu Zürich», sagt Vollmer. ­Gewellt ist die Fassade, weil sie einem Theatervorhang nachempfunden ist, gemäss dem Projektnamen «Theatre of Dreams» des Architektenteams von Caruso St. John.

    Der flüssige Beton wird in eine Form gespritzt und härtet dann aus. Auf der Baustelle werden zwei Betonmischwerke betrieben, die in 45 Sekunden je zwei Kubik­meter produzieren.

    40 Millionen Liter Beton

    Insgesamt werden rund 4000 Kubikmeter Beton verbaut, umgerechnet 40 Millionen Liter. ­Stabilisiert mit 500 Tonnen Armierungseisen. Ende 2020 soll der Rohbau fertig sein. Dann ist noch der Betonkosmetiker gefragt, um die Fassade schön aussehen zu lassen.

    «Hier kommt der Fanshop hin», unterbricht Vollmer seine Ausführungen. Er fährt fort: «Wir bauen ein Minergie-Stadion, nutzen die Abwärme von der Kläranlage Werdhölzli und haben Solarzellen auf dem Dach. Alles erneuerbare Energien.» Wir sind im Herzstück des Stadions angelangt, dem Reich der ZSC Lions. «Hier ist die Heim-Garderobe», sagt Vollmer. «Die Spieler sitzen in einem Oval, damit jeder mit jedem kommunizieren kann. Das haben wir in Vancouver gesehen.»

    Die strahlende Sonne gemahnt ans Scheinwerferlicht.

    Das Captainteam der ZSC Lions wurde in die Ausgestaltung des Teambereichs einbezogen. «Es ist wie eine eigene Wohnung», schwärmt Vollmer. Und er zeigt, welchen Weg die Spieler nehmen: «Hier kommt man herein, vorbei am Trainerbüro rechts in die Ankleide mit den Garderobenkästen und von da in die Spielerkabine. Von der Kabine geht es dann via Schiebetür in den Gang, der aufs Eis führt.»

    Die Sonne strahlt einem da entgegen und gemahnt ans Scheinwerferlicht, in das die Spieler hier dereinst eintauchen werden.
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    Wenn wir im September 2022 in die neue Halle ziehen ist dieser Thread 10 1/2 Jahre alt! :shock: :mrgreen: Ende gut, alles gut!

    Wen man jetzt mal spielen lassen sollte ist Ortio, den kann man nicht erst bringen wenn Flüeler sich allenfalls mal verletzt! Denke der kommt nun bald mal zum Zug, Flüeler hat ja jeden Match gemacht.

    Total sinnlose Diskussion! :roll: Als ob Herumschreien ein besonderes Merkmal von NA Trainern wäre, typisches NA bashing. Meister wurde die letzten 10 Jahre übrigens 4 Kanadier (Kossmann, Craword, Hartley, Huras), 2 Schweizer (Arno und Lars Leuenberger) und zwei Finnen (Jalonen und Törmänen), von "vornehmlich Trainer Meister geworden sind ohne Nordamerika-Hintergrund" kann also keine Rede sein!