Beiträge von Larry

    Beim HC Genf/Servette ist die Juniorenförderung wichtiger als eine Play-off-Teilnahme

    Genf/Servette will ein Ausbildungsverein sein. Deshalb wurde im April der erfolgreiche Coach Chris McSorley durch den Juniorentrainer Patrick Edmond ersetzt.

    Nicola Berger (NZZ)

    Im März spielte Genf/Servette in den Play-offs. Das Team forderte dem späteren Meister SC Bern viel ab, die Partien waren eng, die Zuschauer in Genf glücklich. Und Chris McSorley sonnte sich im Stolz, das Potenzial dieses limitierten Teams ausgeschöpft zu haben. Doch wenig später war der Kanadier nicht mehr Trainer, er wurde abberufen, weil die neuen Klubbesitzer um den Verwaltungsratspräsidenten Didier Fischer – er ist durch seine Fondation 1890 auch Hauptaktionär – mit McSorleys Kurs nicht einverstanden waren.

    Es prallten Philosophien aufeinander: Hier McSorley, ein machiavellistischer Nordamerikaner, dem für den Sieg jedes Mittel recht ist, weil er so sozialisiert wurde und das zu seiner DNA gehört. Und dort eine Klubführung, die nicht von Spiel zu Spiel denkt, sondern strategisch, langfristig. McSorleys Dernière war dieses epische Rekordspiel gegen Bern, das nach 117 Minuten und 44 Sekunden in der vierten Verlängerung entschieden wurde. McSorley forcierte seine Routiniers bis an den Rand der Erschöpfung. Der schwedische Verteidiger Johan Fransson stand fast 49 Minuten auf dem Eis.

    Kein Stadion mit Quennec

    Es war der richtige Ansatz, um Bern zu fordern. Aber der falsche, um den Job zu behalten. Denn Servette will ein Ausbildungsklub sein, vorderhand jedenfalls – es ist die einzige Perspektive, weil der Klub nicht ernsthaft um den Titel mitspielen kann, solange er in der maroden Les-Vernets-Halle spielt, erbaut für die Eishockey-WM von 1961. Der Zeithorizont für ein neues Stadion beträgt fünf Jahre; das vom gescheiterten Financier Hugh Quennec, dem früheren Präsidenten Genf/Servettes, forcierte Projekt in Trèfle-Blanc wird nicht realisiert.

    Fünf Jahre, das ist eine lange Zeit. Servette will sie in den Ausbau seiner Juniorenabteilung investieren; im Hinblick auf diese Saison hat der Klub das Budget für den Nachwuchs um eine halbe Million Franken angehoben. Er rekrutiert auf Juniorenebene aggressiv, zahlt manchen Jünglingen Kost und Logis, was in der Branche unüblich ist.

    Talentförderung ist das Zauberwort der Stunde in der Liga, diverse Klubs schreiben sich das auf die Fahnen. Die Idee: so viele Spieler wie möglich selber ausbilden, die Lohnkosten in der Breite senken, Lizenzgebühren kassieren. Servette wähnt sich auf einem guten Weg, die Elite-Junioren wurden zuletzt zwei Mal in Folge Schweizer Meister, doch die Wahrheit ist auch, dass das Niveau im Elite-Bereich stark abgenommen hat, seit die Swiss League über drei Farmteams verfügt – beziehungsweise vier, wenn man Siders mitzählt, den Partnerklub Servettes.

    Es ist Mittwoch, der Tag nach dem erstaunlichen 3:0-Sieg Servettes gegen die ZSC Lions, und von Didier Fischer ist Erstaunliches zu vernehmen. Gefreut habe ihn nicht in erster Linie das Resultat, sondern, dass man momentan eines der jüngsten Teams der Liga stelle. Er sagt: «Wir messen den Erfolg dieser Saison daran, wie viele Spieler aus dem eigenen Nachwuchs aufgestellt werden und welche Fortschritte sie erzielen. Das ist wichtiger als die Frage, ob wir die Play-offs erreichen.»

    Emonds ungewöhnliche Vita

    Es sind Sätze, die überraschen – und doch nicht. Im April beförderte der Verein den Kanadier Patrick Emond zum Cheftrainer, jenen Coach, der die Elite-Junioren zu den Titeln geführt hatte. Emond, 54, hat nie zuvor ein Profiteam betreut. Nach der Jahrtausendwende hatte er dem Sport für fast zehn Jahre den Rücken gekehrt, er führte in Québec City ein Transportunternehmen. Nach einer Scheidung 2010 heuerte er in Genf an und erarbeitete sich einen guten Ruf als Ausbildner. Servette suchte diese Unverbrauchtheit bewusst: Der zweite Kandidat war der heutige HCD-Trainer Christian Wohlwend gewesen.

    Emond dürfte heute der günstigste Trainer der Liga sein, zu einem gewissen Teil notgedrungen, denn in McSorley hat Servette fraglos den teuersten Sportchef der Liga auf der Lohnliste; es heisst, der Manager verdiene mehr als das Dreifache Emonds. Der Vertrag McSorleys, ausgehändigt von Hugh Quennec, läuft bis 2024 und ist ein Problem. Servette würde sich für dieses Geld lieber einen Nationalspieler wie Grégory Hofmann leisten. Aber der Klub unternimmt einiges, um McSorley zu zermürben. Er muss ständig Rapporte an den Verwaltungsrat schreiben, seine Befugnisse sind arg beschnitten worden. Sein offizieller Titel mag Sportdirektor lauten, aber die Entscheide fällt eine Sportkommission, der unter anderem der frühere Profi Marc Gautschi angehört. Mit dem CEO Christophe Stucki, dessen Abgang vergangene Woche bekanntwurde, verliert McSorley einen weiteren Vertrauten im Klub.

    Es sind Sorgen, die Patrick Emond nicht kennt, er kann es sich mit der Rückendeckung Fischers erlauben, Wagnisse einzugehen. Zum Beispiel, den von ihm ausgebildeten lettischen Center Deniss Smirnovs, 20, in der ersten Linie aufzustellen. Es lebt sich als Trainer beschwingt, wenn die Resultate zunächst sekundär sind.


    Es folgen nun 4 Spiele gegen Gegner (Lausanne, Rappi, Fribourg, Langnau), die gewonnen werden müssen.

    Wirklich? Wir wohl kaum passieren! Im Nörgelforum herrscht immer noch diese Anspruchshaltung von Vorgestern, das die Liga unterdessen extrem ausgeglichen ist scheint man einfach auszublenden. Lausanne am Freitag wird sehr schwierig, Rappi hat gestern Biel geschlagen. Zwei Siege aus diesen vier Spielen wären wohl schon gut. Die Teams sind nicht so schlecht wie von den ahnungslosen Journis im Vorfeld gemacht. In Genf ist ein neuer Trainer am Werk der mit den Elite Junioren zwei Mal Meister wurde (nicht Zug, Bern oder ZSC sondern Servette!) und der die Jungen nun ins Team einbaut. Rappi wohl auch besser als von vielen erwartet. Es ist eigentlich noch viel zu früh für Analysen, aber am Freitag wartet wohl tatsächlich eine Knacknuss auf uns! Werde vor Ort sein, bin gespannt!

    Ob das unter "ZSCFans" oder "Stammtisch" erscheint ist Hans was Heiri! Und es geht ja um Hockey, denke das passt schon. Der Titel "Hockeymanager" ist ja klar, muss keiner lesen der nicht will.


    Dino Dynamite - sieht uns als 3. (Wow....!!)
    Allemann/Tagi - sieht uns als 4.
    Pickel/NZZ - sieht uns als 8.

    Hm...keine Lust mir die ganze Sendung anzutun, aber würde mich schon wunder nehmen wieso auf Platz 8. Mein Bauchgefühl sagt mir Platz 4 oder 5, aber wie immer gilt: Schaun mer mal!

    Die NZZ richtet sich in ihrer Saisonvorschau (wenn man dem überhaupt so sagen kann!) nach den Wettquoten. Bei bwin ist denn auch tatsächlich der SCB (!) vor dem EVZ der Favorit auf den Titel, gefolgt vom ZSC (!), dahinter ein Trio aus Lugano (!), Biel und Lausanne. In den Playouts gem. Buchmachern Davos, Langnau, Ambri, Rappi. Die NZZ sieht als Favoriten SCB, ZSC, Lausanne und Zug, in den Playouts Ambri, Genf, Langnau und Rappi

    https://www.nzz.ch/sport/eishocke…orit-ld.1507998

    https://sports.bwin.com/de/sports#even…ge=0&sportId=12