Beiträge von Larry

    Jep, wegen der Züspa! Beim Sechstagerennen wurde das Spiel vom Dienstag oft auf den Montag verlegt und der ZSC bestritt quasi den Prolog. Erinnere mich an ein Spiel in den 70er Jahren und im Innenraum spielte, am Ende seiner Karriere, der Rock'n'Roll Star Bill Haley (Rock Around The Clock). Tempi passati!

    Noch ein Artikel aus der NZZ dazu:

    Die Romandie macht im Eishockey vorwärts

    Die neue 10 000-Zuschauer-Arena symbolisiert die Meister-Ambitionen des HC Lausanne. Nur ein Klub im Welschland droht wegen der Infrastruktur etwas abgehängt zu werden: Genf/Servette.

    Ulrich Pickel (NZZ)

    Lausannes Sportchef Jan Alston ist eigentlich die Ruhe in Person. Aber jetzt schlägt dem Kanadier der Zügelstress auf den Magen. Am Dienstag nimmt die neue Vaudoise Aréna den Betrieb auf, mit dem Léman-Derby gegen Genf/Servette. Richtig glamourös wird es am 30. September. Die Philadelphia Flyers sind zu Gast – wehe, wenn gegen die NHL-Prominenz etwas nicht klappen sollte. Am Freitag fand als Generalprobe ein Spiel der Elitejunioren statt, 1000 Personen wurden als Versuchskaninchen eingelassen, um die Abläufe zu testen. Alston ist dafür zuständig, dass der Sportbetrieb nahtlos weiterläuft. Garderoben, Kraftraum, tonnenweise Material, alles muss bereit sein.


    «Tausend Dinge kommen aufs Mal, das Telefon klingelt ohne Pause, man hat Angst, dass man etwas vergisst», sagt der Manager. Er hat Grund, nervös zu sein. Bauverzögerungen führten zur Absage der für das letzte Wochenende geplanten Europa-Premiere des Cirque du Soleil, was Zusatzkosten im sechsstelligen Bereich zur Folge haben soll. Der Umzug ist ein Kampf gegen die Uhr.

    Die 10 000-Zuschauer-Arena ist das Herzstück des Sportkomplexes Centre sportif de Malley und umfasst drei Eisfelder. Der Bau symbolisiert die Meister-Ambitionen der neureichen Lausanner mit ihrer nordamerikanischen Führung und dem Chemie-Riesen Ineos als Sponsor. Lausanne ist derzeit die Speerspitze einer landesweiten Entwicklung: Auch in Ambri und Zürich entstehen Neubauten, in Davos wird renoviert.

    In der Romandie tut sich besonders viel. 2015 eröffnete der EHC Biel sein neues Stadion, seither geht es an der Sprachgrenze nur noch aufwärts. In Freiburg wird die Patinoire St-Léonard umgebaut. Wobei man sich fragt, ob es nicht besser gewesen wäre, diese Bruchbude durch einen Neubau zu ersetzen. Eine Liga tiefer steht in Visp die neue Lonza-Arena, im Jura baut der HC Ajoie.

    Allein in Genf geschieht nichts. Seit dem teuren Debakel mit der Fussball-Arena Stade de Genève ist die Stadt ein hartes Pflaster für Sportprojekte. Das ist bitter. Genf/Servette, einst im Begriff, sich als Nummer 1 der Romandie zu etablieren, droht abgehängt zu werden.


    Im Gegensatz zu den meisten welche in diesem Fred geschrieben haben, bin ich von der jetzigen Saison nicht überrascht oder sogar enttäuscht.

    Ich auch nicht. Man steht auf Platz 3, hätte man die beiden OT's gewonnen würde man gar auf Platz 1 stehen! Ein Sieg in Zug, den designierten neuen Meister, kann man aber nicht fordern, in Genf verliert auch der Meister und Rappi 2019 ist eben nicht mehr Rappi 2018! Es wird weitere Niederlagen geben (Langnau?) aber es kommt gut! Nur hier rein schauen macht je länger je weniger Spass!

    Und plötzlich kriecht die Angst bei den ZSC Lions hervor

    Den ZSC Lions fehlen die Nerven, sobald es knapp wird. Die letzte Saison wirkt nach.

    Ulrich Pickel (NZZ)

    Fünf Spiele oder zehn Prozent der Qualifikation haben sie nun hinter sich, und zumindest etwas muss man den ZSC Lions lassen: Ihr Unterhaltungswert ist wesentlich grösser als im letzten Jahr. Kam damals jeder erfolgreiche Torschuss einer unter grössten Mühen zustande gekommenen Zangengeburt gleich, raschelt es jetzt wieder schön regelmässig im Netz der gegnerischen Goalies. 17 Mal haben die Zürcher schon getroffen, der zweitbeste Wert der Liga.

    16 und 19 Sekunden – ein Witz

    Aber fragil sind sie. 14 Tore haben sie auch schon erhalten. Konstanz auf hohem Niveau sieht anders aus. Ihr Trainer Rikard Grönborg spricht unentwegt von Konstanz, als ob das sein Lieblingswort wäre – oder eben weil er längst gemerkt hat, dass er auf diesem Thema herumreiten muss, weil es genau das Problem ist. Am Samstag nach der ärgerlichen 2:3-Niederlage in der Overtime bei den Rapperswil-Jona Lakers spielte er auf eines der offiziellen Zürcher Saisonziele an, als er säuerlich sagte: «Wenn wir unter den ersten vier der Tabelle sein wollen, müssen wir solche Spiele gewinnen.» Die Aussage war auch eine Anspielung auf das 4:5 eine Woche zuvor in Zug. Bei diesen Spielen stechen Parallelen ins Auge: Die Zürcher gaben jeweils einen Zwei-Tore-Vorsprung preis. Und in der maximal fünfminütigen Verlängerung dauerte es im einen Fall ganze 16, im anderen 19 Sekunden, bis der Gegner zum Sieg getroffen hatte. Das ist geradezu ein Witz.

    Aber einer, der weh tut. Während die Lakers nun schon drei Siege in Serie aufweisen und so gut gestartet sind, wie das wohl niemand erwartete, fehlen den ZSC Lions schon zwei Extrapunkte aus der Overtime – und sie wissen nur zu genau, was das für Folgen haben kann. Im Frühling verpassten sie die Play-offs wegen eines einzigen Punktes.

    Wenn der Gegner spät noch ausgleiche, müsse man einfach weiterspielen, sich nicht beirren lassen, sagt der Center Reto Schäppi: «Aber so weit sind wir nicht.» Er ist einer von vielen Spielern, die durch die schwierige, mental harte letzte Saison gingen. Und diese läuft den Spielern immer noch nach, wie auch Grönborg aufgefallen ist. Die fehlende Konstanz, sie fängt im Kopf an. Wenn etwas schiefgeht, beginnt das damit, dass sich die Lions selber im Weg stehen, wie in Genf, Zug und Rapperswil-Jona geschehen.

    Es ist, als ob sie die Angst vor dem Versagen beschleicht, wenn das Spielende naht und die Ausgangslage noch vieles möglich erscheinen lässt. Die Lions verkrampfen sich, die Hände zittern, Fehler schleichen sich ein, es gibt Strafen. Nur wenn sie ganz klar führen wie beim 5:0 gegen Lausanne am Freitag, brennt nichts mehr an.

    Allzu viel kann der Trainer nicht dagegen unternehmen. Er kann den Spielern gut zureden, er kann ihnen im Training mit guter Arbeit Selbstvertrauen vermitteln. Aber wenn das Spiel läuft, muss es die Mannschaft richten. Angesprochen auf die blamablen Verlängerungen, sagt er etwas ratlos: «Wir haben diese Situation geübt. Man will dort die besten Spieler einsetzen. Aber die besten Spieler müssen dann auch wirklich die Besten sein. Offensichtlich müssen wir weiter üben.»

    Es ist mühsamer als erhofft

    Die besten Spieler. Zu ihnen müssten die Ausländer gehören. Solange es in der Verlängerung mit drei gegen drei Feldspielern aber Fehler gibt wie Garrett Roes Puckverlust, der in die Niederlage gegen die Lakers führte, bleiben Konstanz und Nervenstärke reines Wunschdenken. Der vom EVZ gekommene Amerikaner führte sich sonst gut ein, aber solche Fehler dürfen einem Routinier wie ihm nicht unterlaufen. Dass auch Lukas Flüeler im Tor seine Hochs und Tiefs hat, macht die Sache ebenfalls nicht einfacher. Ob im Tor oder auf dem Feld, die ZSC Lions sind unberechenbar. Der nur halbwegs geglückte Start in die Saison zeigt: Der Weg zurück an die Spitze ist mühsamer als erhofft.

    «Arno sagte: ‹Du kannst meine Schlittschuhe haben›»

    Ernst Meier ermöglichte die Fusion mit GC und pflegte stets die ZSC-Seele. Seit kurzem hat er ein besonderes Sammlerstück. Eine Würdigung des «Mister ZSC».

    Simon Graf (TA)

    Mit einem Geistesblitz sicherte Ernst Meier die Zukunft des ZSC. «Natürlich klingt es heute logisch», sagt er. «Aber in jenem Moment musste ich zuerst einmal darauf kommen.»

    Als die Fusion zwischen dem ZSC und der GC-Eishockey­sektion an jenem 26. Mai 1997 an der ausserordentlichen GV wegen der Namensfrage zu scheitern drohte, sagte Meier auf dem Podium mit forscher Stimme: «Hört doch auf! Es wird nie jemand ‹Hopp ZSC Lions› rufen. Das ist ein Zungenbrecher. Auch in 100 Jahren werden immer noch alle ZSC skandieren.» Das Argument verfing, die ­Fusion klappte. Und bis dato ist immer noch kein «Hopp-ZSC-­Lions»-Ruf im Hallenstadion überliefert.

    Ein früherer ZSC-Präsident, Andreas von Albertini, hatte während jenes hitzigen Abends im Oerliker Stadthof 11 den Vorschlag gemacht, Meier zum Tagespräsidenten zu ernennen – und damit das richtige Gespür gehabt. Der Zürcher Architekt war die Stimme der Vernunft und als Präsident der ZSC-Gönnerorganisation «Club 21» glaubwürdig.

    Meier war nie einer, der die Stunden zählte oder gar aufschrieb. Und liebevoll pflegte er die Geschichte des Stadtclubs.

    «Ich bin schon stolz, dass wir das geschafft haben», sagt Meier bei Kaffee und Kuchen in der Quartierbeiz Blume in Schwamendingen. Überall sind ZSC-Memorabilien in Vitrinen ausgestellt, die Meiers Handschrift tragen. Am Abend zuvor ist er hier verabschiedet worden als Präsident des Vereins ZSC nach 22 Jahren. Sein Nachfolger ist Ronald Hinterkircher, der Vater des GCK-Flügels Mattia. «Ronnie hat das ZSC-Gen», sagt Meier. «Sein Vater Heinz wurde 1949 auf dem Dolder unter offenem Himmel noch Meister mit dem ZSC.»

    Geschäftsführer Peter Zahner hielt bei der Verabschiedung die Laudatio auf Meier und beschenkte ihn mit zwei Saisonkarten auf Lebzeiten. Andere äusserten sich per Videobotschaft, wie Arno Del Curto, Kent Ruhnke, Sepp Blatter oder Walter Frey. Der Präsident sagte unmissverständlich: «Ohne dich wären die ZSC Lions nicht entstanden. Du hast die ZSC-Seele immer gepflegt, dich stark eingesetzt für die Junioren. Ernst Meier, du hast sehr viel getan für die Zürcher Eishockeygemeinde.»

    Fonds für bedürftige Eltern

    Und nun ist Meier also mit 77 zurückgetreten. Zuerst im Juni nach 25 Jahren als Präsident des «Club 21», nun auch des Vereins ZSC, der immer noch zweitgrösster Aktionär ist. Wenn man auf die 80 zugehe, dürfe man etwas kürzertreten, sagt Meier. Wobei er im «Club 21» immer noch im Vorstand ist, um mitzuhelfen, akzeptable Konditionen für die Gönner im neuen Stadion in Alt­stetten zu erreichen.

    Am Skateathon fuhr er einmal 123000 Franken ein. Worauf er nicht mehr so viele Freunde hatte

    Und natürlich betreut er weiter sein jüngstes Projekt, den Elternfonds: «Wir unterstützen damit Eltern, meistens alleinerziehende Mütter, damit ihre Kinder Eishockey spielen können. Denn das kostet eine Stange Geld.»

    Rund 100000 Franken sind für den Fonds schon zusammengekommen. Meier hat Firmen gefunden, die sich auf einige Jahre hinaus verpflichtet haben. Und natürlich verkauft er weiter das spezielle Olivenöl à 100 Franken die Flasche, mit Spezialetikett.

    Wie viel Geld Meier über all die Jahre für den ZSC und vor allem für dessen Nachwuchs gesammelt hat, ist nicht zu beziffern. Legendär ist die Geschichte, wie er am Skateathon allein 123000 Franken einfuhr: «Als ich müde wurde, stellten sie die Pylone enger zusammen und schob mich Christian Weber.»

    Er habe danach eine Zeitlang nicht mehr so viele Freunde gehabt, erzählt er schmunzelnd. «Einige bekamen eine Rechnung über 5000, 6000 Franken. Wenn ich fortan Geld sammelte, musste ich schauen, dass es im Restaurant keinen Hinterausgang gab.»

    In Schwamendingen aufgewachsen, besuchte Meier schon früh mit seinem Vater ZSC-Spiele auf dem Dolder. Erstmals alleine ging er am 4. November 1950, an den ersten Hockeymatch im Hallenstadion: ein 5:5 zwischen dem ZSC und Arosa. Seitdem liess ihn der Club nie mehr los. «Ich habe viel Zeit geopfert für den ZSC», sagt er – und korrigiert sich gleich: «Nein, das ist falsch ausgedrückt. Es kam von mir aus, ich war immer mit Herzblut dabei.» Meier war nie einer, der die Stunden zählte oder gar aufschrieb. Und liebevoll pflegte er die Geschichte des Stadtclubs. Jahrelang lud er die Meisterspieler von 1949 und 1961 zu einem Treffen im Hallenstadion ein und hielt Kontakt zu Wladimir Krutow. So beglich er 2002 eine alte Schuld gegenüber Krutow von 15 028 Franken wegen des Publikumsanstiegs zu dessen Zeiten. Frau Nina Krutowa hatte die Zuschauerzahlen aus dem «Tages-Anzeiger» addiert und den geschuldeten Betrag errechnet.

    Die Schlittschuhe Del Curtos

    In der Blume hängen in einer Vitrine Fotos vom ehemaligen russischen Weltstar, dazu ein Schlittschuh. «Der ist von Arno», sagt Meier. «An einem Essen im Mai fragte ich ihn, wann er wieder als Trainer arbeite. Er sagte: ‹Nie mehr. Ich habe draussen im Auto die Schlittschuhe, die ich 22 Jahre getragen habe. Du kannst sie haben.›» Meier schaute ihn verdutzt an, doch Del Curto ging hinaus und brachte sie.


    Senf zu Genazzi: muss man wirklich ein Meter vor der Bande abbremsen obwohl man genau weiss dass der gegnerische spieler kommt? Genazzi nimmt da vor allem seine eigene verletzung in kauf; der Stürmer hat keine chance zu reagieren.

    Meine Rede! Die Spieler in der CH stellen sich nach wie vor in solchen Situationen Oberdumm an!


    sehr grosse Unterhaltung!

    Habe mich gut unterhalten! :cool: :geil: der Rest kann der Presse entnommen werden.

    Aus dem Blick: "Dass Genoni am Ende zum besten Spieler seines Teams gewählt wird, sorgt beim Langnauer Publikum für Gelächter." :razz: Schiessbuden Leo! :mrgreen: Tja, Zug kann bis jetzt die Ansprüche nicht erfüllen.

    Es kommt zur vierten Zürcher Stadionabstimmung

    Die Gegner des Fussballstadions wollen die Überbauung des Hardturm-Areals im letzten Moment noch verhindern.

    Thomas Zemp (TA)


    Ihre Hoffnung ist so gross, wie die Gärten auf der Stadionbrache momentan grün sind: Die Mitglieder der IG Freiräume Zürich-West wollen das Fussballstadion samt den Wohnüberbauungen im letzten Moment noch verhindern. Sie haben beschlossen, das Referendum gegen den Gestaltungsplan zu ergreifen.

    Der Gemeinderat wird diesen voraussichtlich am 23. Oktober verabschieden. Die IG wird gemäss Jean-Marc Heuberger und Lisa Kromer am 30. Oktober mit der Unterschriftensammlung starten. Innerhalb von 60 Tagen muss sie mindestens 2000 Unterschriften zusammenbringen. Dass sie das schafft, ist sehr wahrscheinlich, helfen im Komitee doch erfahrene Unterschriftensammler aus der Grünen Partei wie Gabi Petri und Markus Knauss mit. Die Abstimmung darüber wird wahrscheinlich im ersten Halbjahr 2020 stattfinden.


    Damit stimmt Zürich bereits zum vierten Mal über ein Fussballstadion ab. Im vergangenen November hatten 53,8 Prozent der Stadtzürcher Ja gesagt zum Stadion mit 18'000 Sitzplätzen, einer gemeinnützigen Überbauung und zwei Wohn- und Geschäftshäusern. 2003 hatten die Zürcher das privat finanzierte Projekt Pentagon an der Urne bewilligt, das aber nie zustande kam. 2013 lehnten sie ein städtisch finanziertes Projekt ab.

    Klimafrage zentral

    Heuberger und Kromer fordern nun eine aus ihrer Sicht sozial- und klimaverträglichere Entwicklung des Areals. Die Situation habe sich in den letzten Monaten grundlegend verändert. «Seit einem Jahr geht die Klimajugend auf die Strasse, der Kanton hat den Klimanotstand ausgerufen und die Stadt den CO2 von netto null beschlossen», sagt Kromer. Diesen Paradigmenwechsel berücksichtige das Projekt nicht. Das Bauprojekt Ensemble entspreche in keiner Weise der Grünstadt-Initiative und der Stossrichtung des kommunalen Richtplans, der kompensatorische Grünflächen in verdichteten Quartieren verlange. Die Stadt habe im Weiteren fast sämtliche Einwendungen abgewiesen.

    Die IG befürchtet, dass mit der fast kompletten Versiegelung des 55'000 Quadratmeter grossen Areals im Quartier im Sommer eine neue Hitzeinsel entsteht. Schon heute seien die Temperaturen an Sommerabenden gemäss ETH und dem Klimamodell des Kantons Zürich in Zürich-West fünf Grad höher als am Stadtrand. Ein paar Bäume in Blumentöpfen und das Gras auf dem Stadiondach seien eine wirkungslose Geste dagegen.

    «Wir sagen nicht, dass auf dem Hardturm-Areal nichts passieren soll», sagt Kromer. Die IG habe eine Vision mit viel Grünraum, der nicht nur für den Klimaschutz wichtig sei, sondern auch für das Zusammenleben in der Nachbarschaft. «Hier trifft man sich, hier spricht man miteinander, hier lebt man miteinander.» Gleiches sei auf Plätzen rund um den nahen Prime Tower nicht zu sehen.

    «Wir sagen nicht, dass auf dem Hardturm-Areal nichts passieren soll.»
    Lisa Kromer, IG Freiräume Zürich-West

    Ihr Referendum halten Heuberger und Kromer nicht für eine Zwängerei. «Bei der Abstimmung vor knapp einem Jahr ging es um die Finanzierung», sagt Kromer. Nun gehe es um die konkrete Gestaltung. Die IG kann sich auf dem Areal eine Blockrandsiedlung mit Innenhöfen vorstellen, wie sie die Genossenschaft Nena vorsehe, die das Referendum unterstützt.

    Die Stadt solle das Areal definitiv von der Credit Suisse abkaufen, fordert die IG. Diese könne sowieso nicht bauen, was sie wolle, wie immer wieder behauptet werde. «Die Stadt kann Auflagen beim Anteil gemeinnütziger Wohnungen sowie Grün- und Freiräumen machen.»

    Stadtrat ist zuversichtlich

    Wenig überrascht vom Referendum zeigt sich Stadtrat André Odermatt (SP). «Kommt es zustande, wird es sicher Verzögerungen geben. Ich bin aber zuversichtlich, dass sich die Bevölkerung auch ein zweites Mal für das Stadion aussprechen wird.»

    Obwohl einige Grüne im Komitee mitmachen, werde sich die Grüne Partei an der Unterschriftensammlung nicht beteiligen, sagt Parteipräsident Felix Moser. Er geht davon aus, dass das Referendum zustande kommt. «Die Mitgliederversammlung entscheidet, ob wir es unterstützen oder nicht.» Für ihn nutzt die IG Freiräume mit dem Referendum ein demokratisches Recht.

    Ganz anderer Meinung ist FDP-Präsident Severin Pflüger. Die Abstimmung sei deutlich ausgefallen, die Gestaltung des Stadions sowie die Wohnüberbauungen mit den Türmen seien Bestandteil der Vorlage gewesen. Die Wohnbauten seien verdichtet, was ganz im Sinne der Stadt sei, die möglichst wenig Ressourcen brauchen sollte. Zürich weise im internationalen Vergleich viel Grünraum aus.

    SP-Präsident Marco Denoth geht nicht davon aus, dass die SP das Referendum unterstützen wird. «Wir haben nach der Abstimmung gesagt, dass wir dem Projekt keine Steine mehr in den Weg legen. Die SP akzeptiert den Volksentscheid – auch mit den unbezahlbaren Wohnungen.»
    --------------------------------------------------------------------------

    Die Absurdität der Demokratie

    Die Opposition gegen das neue Fussballstadion in Zürich missachtet den Wählerwillen und strebt eine neuerliche Abstimmung an.

    Thomas Schifferle (TA)


    Die Schweiz hat Banken und Kühe, Berge und Käse. Sie hat die Demo­kratie. Und die Gegner eines neuen Fussballstadions in Zürich.

    Einmal sind es die Anwohner, die dagegen opponieren, oder der VCS, ein anderes Mal ist es die SP der Stadt Zürich oder ein Kreis saturierter Bürger aus dem FDP-Kreis Höngg. 2003 erfinden sie den Begriff des Schattenwurfs, um ein Projekt zu bodigen, zu dem die Stimmbevölkerung mit 63,3 Prozent zugestimmt hat; und reizen den damaligen Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber dazu, von «Ökoterror» zu reden.

    Am 25. November 2018 sagt das Stimmvolk wieder Ja zu einem neuen Stadion auf dem Hardturmgelände, trotz heftigen Widerstands, trotz Befürchtungen wegen der Hooligan-Problematik. Die Präsidenten der beiden Clubs, Ancillo Canepa vom FCZ und Stephan Anliker damals noch von GC, setzen für die Fotografen zum Jubelsprung an. Das sieht wenig elegant aus, aber drückt ihre Erleichterung aus: Endlich am Ziel! Endlich bekommt der Zürcher Fussball, was er dringend braucht.

    «Die IG Freiräume tut so, als würde ein Stadion im Kreis 5 dem Weltklima so schaden wie das Abholzen des Amazonas.»

    Das Pech der Präsidenten zumindest in diesem Fall ist, dass sie in der Schweiz leben, im Land der Demo­kratie und der Referenden. Jetzt, zehn Monate nach der Abstimmung, kommt die IG Freiräume Zürich-West aus dem Busch und wehrt sich gegen das neue Projekt. Sie tut gerade so, als würden ein Stadion und zwei Hochhäuser im ohnehin dicht überbauten Kreis 5 dem Weltklima ungefähr so schaden wie das Abholzen des Amazonas. Sie kann froh sein, dass nicht mehr der Vulkan Ledergerber mit einem Ausbruch droht.

    Die IG liefert wieder einmal ein Beispiel dafür, welch absurde Wendungen die Demokratie nehmen kann, wie sie gebraucht werden kann, um die eigenen Interessen durchzusetzen. Beim Trotzen hilft ihr die lächerlich kleine Hürde von 2000 Unterschriften, um eine neuerliche Abstimmung zu erzwingen. Dabei gehört zum politischen Verständnis von Demokratie nicht zuletzt eines doch auch: die Meinung der Mehrheit zu akzeptieren und damit die Niederlage.

    Beim HC Genf/Servette ist die Juniorenförderung wichtiger als eine Play-off-Teilnahme

    Genf/Servette will ein Ausbildungsverein sein. Deshalb wurde im April der erfolgreiche Coach Chris McSorley durch den Juniorentrainer Patrick Edmond ersetzt.

    Nicola Berger (NZZ)

    Im März spielte Genf/Servette in den Play-offs. Das Team forderte dem späteren Meister SC Bern viel ab, die Partien waren eng, die Zuschauer in Genf glücklich. Und Chris McSorley sonnte sich im Stolz, das Potenzial dieses limitierten Teams ausgeschöpft zu haben. Doch wenig später war der Kanadier nicht mehr Trainer, er wurde abberufen, weil die neuen Klubbesitzer um den Verwaltungsratspräsidenten Didier Fischer – er ist durch seine Fondation 1890 auch Hauptaktionär – mit McSorleys Kurs nicht einverstanden waren.

    Es prallten Philosophien aufeinander: Hier McSorley, ein machiavellistischer Nordamerikaner, dem für den Sieg jedes Mittel recht ist, weil er so sozialisiert wurde und das zu seiner DNA gehört. Und dort eine Klubführung, die nicht von Spiel zu Spiel denkt, sondern strategisch, langfristig. McSorleys Dernière war dieses epische Rekordspiel gegen Bern, das nach 117 Minuten und 44 Sekunden in der vierten Verlängerung entschieden wurde. McSorley forcierte seine Routiniers bis an den Rand der Erschöpfung. Der schwedische Verteidiger Johan Fransson stand fast 49 Minuten auf dem Eis.

    Kein Stadion mit Quennec

    Es war der richtige Ansatz, um Bern zu fordern. Aber der falsche, um den Job zu behalten. Denn Servette will ein Ausbildungsklub sein, vorderhand jedenfalls – es ist die einzige Perspektive, weil der Klub nicht ernsthaft um den Titel mitspielen kann, solange er in der maroden Les-Vernets-Halle spielt, erbaut für die Eishockey-WM von 1961. Der Zeithorizont für ein neues Stadion beträgt fünf Jahre; das vom gescheiterten Financier Hugh Quennec, dem früheren Präsidenten Genf/Servettes, forcierte Projekt in Trèfle-Blanc wird nicht realisiert.

    Fünf Jahre, das ist eine lange Zeit. Servette will sie in den Ausbau seiner Juniorenabteilung investieren; im Hinblick auf diese Saison hat der Klub das Budget für den Nachwuchs um eine halbe Million Franken angehoben. Er rekrutiert auf Juniorenebene aggressiv, zahlt manchen Jünglingen Kost und Logis, was in der Branche unüblich ist.

    Talentförderung ist das Zauberwort der Stunde in der Liga, diverse Klubs schreiben sich das auf die Fahnen. Die Idee: so viele Spieler wie möglich selber ausbilden, die Lohnkosten in der Breite senken, Lizenzgebühren kassieren. Servette wähnt sich auf einem guten Weg, die Elite-Junioren wurden zuletzt zwei Mal in Folge Schweizer Meister, doch die Wahrheit ist auch, dass das Niveau im Elite-Bereich stark abgenommen hat, seit die Swiss League über drei Farmteams verfügt – beziehungsweise vier, wenn man Siders mitzählt, den Partnerklub Servettes.

    Es ist Mittwoch, der Tag nach dem erstaunlichen 3:0-Sieg Servettes gegen die ZSC Lions, und von Didier Fischer ist Erstaunliches zu vernehmen. Gefreut habe ihn nicht in erster Linie das Resultat, sondern, dass man momentan eines der jüngsten Teams der Liga stelle. Er sagt: «Wir messen den Erfolg dieser Saison daran, wie viele Spieler aus dem eigenen Nachwuchs aufgestellt werden und welche Fortschritte sie erzielen. Das ist wichtiger als die Frage, ob wir die Play-offs erreichen.»

    Emonds ungewöhnliche Vita

    Es sind Sätze, die überraschen – und doch nicht. Im April beförderte der Verein den Kanadier Patrick Emond zum Cheftrainer, jenen Coach, der die Elite-Junioren zu den Titeln geführt hatte. Emond, 54, hat nie zuvor ein Profiteam betreut. Nach der Jahrtausendwende hatte er dem Sport für fast zehn Jahre den Rücken gekehrt, er führte in Québec City ein Transportunternehmen. Nach einer Scheidung 2010 heuerte er in Genf an und erarbeitete sich einen guten Ruf als Ausbildner. Servette suchte diese Unverbrauchtheit bewusst: Der zweite Kandidat war der heutige HCD-Trainer Christian Wohlwend gewesen.

    Emond dürfte heute der günstigste Trainer der Liga sein, zu einem gewissen Teil notgedrungen, denn in McSorley hat Servette fraglos den teuersten Sportchef der Liga auf der Lohnliste; es heisst, der Manager verdiene mehr als das Dreifache Emonds. Der Vertrag McSorleys, ausgehändigt von Hugh Quennec, läuft bis 2024 und ist ein Problem. Servette würde sich für dieses Geld lieber einen Nationalspieler wie Grégory Hofmann leisten. Aber der Klub unternimmt einiges, um McSorley zu zermürben. Er muss ständig Rapporte an den Verwaltungsrat schreiben, seine Befugnisse sind arg beschnitten worden. Sein offizieller Titel mag Sportdirektor lauten, aber die Entscheide fällt eine Sportkommission, der unter anderem der frühere Profi Marc Gautschi angehört. Mit dem CEO Christophe Stucki, dessen Abgang vergangene Woche bekanntwurde, verliert McSorley einen weiteren Vertrauten im Klub.

    Es sind Sorgen, die Patrick Emond nicht kennt, er kann es sich mit der Rückendeckung Fischers erlauben, Wagnisse einzugehen. Zum Beispiel, den von ihm ausgebildeten lettischen Center Deniss Smirnovs, 20, in der ersten Linie aufzustellen. Es lebt sich als Trainer beschwingt, wenn die Resultate zunächst sekundär sind.


    Es folgen nun 4 Spiele gegen Gegner (Lausanne, Rappi, Fribourg, Langnau), die gewonnen werden müssen.

    Wirklich? Wir wohl kaum passieren! Im Nörgelforum herrscht immer noch diese Anspruchshaltung von Vorgestern, das die Liga unterdessen extrem ausgeglichen ist scheint man einfach auszublenden. Lausanne am Freitag wird sehr schwierig, Rappi hat gestern Biel geschlagen. Zwei Siege aus diesen vier Spielen wären wohl schon gut. Die Teams sind nicht so schlecht wie von den ahnungslosen Journis im Vorfeld gemacht. In Genf ist ein neuer Trainer am Werk der mit den Elite Junioren zwei Mal Meister wurde (nicht Zug, Bern oder ZSC sondern Servette!) und der die Jungen nun ins Team einbaut. Rappi wohl auch besser als von vielen erwartet. Es ist eigentlich noch viel zu früh für Analysen, aber am Freitag wartet wohl tatsächlich eine Knacknuss auf uns! Werde vor Ort sein, bin gespannt!