Beiträge von Larry


    nervt mich eifach, dass allei die reini bauziit so lang gaht!

    "Aber wir mussten Geduld haben, wie allen Bauten ging es auch unserem Eisfeld auf dem Dolder, der Termin konnte nicht eingehalten werden." :razz:

    Aus dem Buch "25 Jahre ZSC" das ich gerade lese. Die Kunsteisbahn Dolder konnte dann Ende 1930 doch noch eröffnet werden.

    Wenn dir bei uns der Helm vom Kopf gedrückt wird musst du raus und der Gegner spielt kurz in Überzahl was für mich gar nicht geht. In der NHL kannst du bis zum nächsten Unterbruch warten, der Gegner hat keinen Vorteil aus der Aktion. Die Chance das genau dann etwas passiert geht gegen Null.


    aber da eisern weder die mannschaft noch das geld für die 1. buli hat, wird üse als einer der ersten fliegen, leider. ausser man arbeitet in berlin so nachhaltig und realistisch wie zum beispiel der sc freiburg.

    Bei Union sollte man somit wissen das man gar keine Ansprüche haben darf und somit auch mit Fischer wieder absteigen kann. Ich hoffe sie sind so vernünftig, alles andere würde ich echt nicht verstehen!

    Urs Fischer und der Bundesliga-Aufstieg mit Union Berlin: «Schon geil»

    Der oft unterschätzte Schweizer Trainer führt den Berliner Kultklub zum grössten Erfolg der Geschichte. Und bleibt seelenruhig. Jetzt folgt das grosse Abenteuer.

    Samuel Burgener, Berlin (NZZ)

    Als der Match kurz vor 22 Uhr 30 vorbei ist und Union Berlin in die Bundesliga aufgestiegen, stürmen Tausende Fans den Platz der Alten Försterei im Berliner Stadtteil Köpenick. Sie küssen den Rasen, wälzen sich auf ihm, reissen ihn aus. Sie liegen sich in den Armen, tragen ihre Kinder auf den Schultern, überschütten sich gegenseitig mit Bier. Pyrofackeln brennen, Schlachtrufe ertönen. Zur gleichen Zeit auf der Tribüne: Ein Rollstuhlfahrer hupt, eine Ordnerin trinkt Bier und singt, ein Rentnerpaar sitzt da und weint und hält sich die Hand.

    Hinter einer Absperrung schlängelt sich Urs Fischer fast unbeachtet durch den Tumult. Er sucht seine Spieler. Er packt einen nach dem anderen, reisst ihre verschwitzen Körper an sich, fährt ihnen durch die nassen Haare, schreit ihnen etwas ins Ohr. Dann wird er mit Bier übergossen. Er lacht und winkt zur Tribüne.

    Fischer, 53 Jahre alt und Schweizer, ist seit einem Jahr der Trainer des 1. FC Union Berlin. Mit seinen Spielern hat er durch ein 0:0 am Montagabend im Rückspiel der Relegation gegen den VfB Stuttgart den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Seit 2009 und der Wiedereinführung der Barrage hat sich nur zweimal das Team aus der 2. Liga durchgesetzt; der Unterschied im Niveau war meistens zu gross. 30 Jahre nach der Zeit in der Oberliga der DDR ist Union Berlin wieder erstklassig. Es ist der grösste Erfolg der Vereinsgeschichte, ein Meisterstück. Fischers Meisterstück.

    Das Wasser für den Kollegen

    Eine halbe Stunde nach dem Spiel betritt Fischer den Raum zur Pressekonferenz. Er hat eine Flasche stilles Wasser mitgebracht für Nico Willig, den Trainer des VfB Stuttgart, der bereits am Rednerpult steht und wie überfahren wirkt von den Geschehnissen, vom Abstieg in die 2. Bundesliga. Als Erstes dankt Fischer dem VfB Stuttgart für einen «harten, fairen Kampf», wünscht alles Gute. Dann wird er gefragt, wie es ihm gehe. Fischer hält sich fest am Pult, sucht sein Hochdeutsch, das immer noch sehr schweizerisch tönt. Dann lächelt er und sagt in aller Ruhe: «Es ist schon geil.»

    Fischer ruht in sich in diesem Moment. In Berlin sagen die Leute, mit dieser Ruhe habe er das Team durch die Saison geführt. Fischer sagt: «Union ist etwas Besonderes. Hier gibt es einen Geist, der alle vereint. Eine Solidarität. Von der Reinigungskraft über den Fussball bis zum Marketing arbeiten alle für dasselbe Ziel.»

    Urs Fischer und der 1. FC Union Berlin und die Bundesliga: Wie konnte das passieren?

    Das grosse Spiel beginnt für Fischer an diesem Montagabend kurz vor 19 Uhr mit einer Fahrt durch das Feuer. Als er im Teambus zum Stadion gebracht wird, stehen Tausende Fans Spalier, zünden Pyrofackeln, schiessen Leuchtraketen ab. Fischer sitzt zuvorderst im Bus, trägt Kopfhörer. Um 20 Uhr 30 beginnt das Spiel. Die Alte Försterei ist übervoll, 22 012 Fans sind gekommen. Nina Hagen krächzt die Vereinshymne, es schallt durch die Boxen: «Eisern Union».

    Alle Unioner tragen Rot-Weiss und sehr viele eine rote Fischer-Mütze. Sie ist neu in der Fan-Kollektion und Kult, eine ironische Reminiszenz an den Trainer, der Fischer heisst und regelmässig fischt an den Flüssen von Brandenburg.

    Union startet fahrig ins Spiel. Wird dominiert vom VfB Stuttgart, der nach acht Minuten per Freistoss zum 1:0 trifft. In diesem Moment wird für Sekunden alles still, dann schreien sie wieder: «Eisern Union». Plötzlich zeigt der Schiedsrichter mit einer Geste an, dass das Tor vom Video-Schiedsrichter in Köln überprüft wird. Das Stadion harrt aus. Dann kommt die Meldung: kein Tor, Offside.

    Die Verdichtung von allem

    Fischer steht an der Seitenlinie, die Arme verschränkt, er wird stets gefasst bleiben in diesem Spiel. Es wirkt, als nehme er die Atmosphäre schlicht zur Kenntnis. Die Schlachtrufe, die in der Enge des Stadions klingen wie Donnergrollen. Die gellend lauten Pfiffe. Die Menschen, die nach Schweiss riechen und Bier, ihre Wallung. Das Adrenalin und das Testosteron in der Frühlingsluft. Die Aggressivität der Spieler auf dem Platz. Die Bedeutung des Spiels. Die Verdichtung von allem.

    Fischers Team ist auf fast jeder Position schwächer besetzt als die Stuttgarter, die Weltmeister im Team haben und ein paar begabte Junge. Union hat in der ersten Halbzeit keine einzige Torchance, aber Glück. Union hält dagegen, hält aus, hält durch.

    Zur Pause steht es 0:0, bei Zeit und Stand steigt Union in die Bundesliga auf. Fischer verschwindet in die Katakomben. Mit Mütze, Brille, Kapuzenjacke und Dreitagebart wirkt er wie die narkotisierte Schweizer Version des Liverpool-Trainers Jürgen Klopp.

    Im Sommer 2018 suchte Union Berlin einen Trainer. Der Präsident wollte einen unbekannten Typen. Einen, über den nicht schon am ersten Tag gemauschelt wird wegen alter Geschichten. Fischer reiste zum Kennenlernen in den Berliner Südosten und spürte bald, dass da ein Verein ähnlich tickt wie er selber und die gleichen Werte pflegt: direkte Ansprache, ehrliche Kommunikation, harte Arbeit, Ruhe, Solidarität. Fischer übernahm, blieb bis zum letzten Spieltag der Vorrunde ungeschlagen, verlor bis zum Ende der Saison nur ein einziges Heimspiel, verpasste den direkten Aufstieg um vier Tore. Am Schluss war Union im 3. Rang klassiert – besser als je zuvor.

    Wie der FC St. Pauli

    Union ist «mehr als ein Verein», wie die Leute sagen. Ein Klub der Aufmüpfigen und Unterprivilegierten, der früheren Stasi-Feinde und heutigen Kapitalismuskritiker. Köpenick ringt als letzter Berliner Bezirk erfolgreich gegen die Gentrifizierung und Union ein bisschen gegen den Fussballkommerz. Hier trifft organisch gewachsene deutsche Fussballkultur auf englische Stadion-Intensität und südländische Leidenschaft – angereichert mit etwas DDR-Kitsch und der ironisch gebrochenen Verklärung seiner selbst. Union ist als Klub längst so kultig wie die Punks des FC St. Pauli.

    Rund um die 55. Minute überstehen die Unioner mehrere Angriffe der Stuttgarter. Sie wanken. Dann schlägt alles um: eine gute Chance in der 63. Minute, ein Pfostenschuss in der 64. Minute und einer in der 66. Minute. Union ist zurück, Stuttgart steht am Abgrund. Fischer sitzt auf einem Klappstuhl neben der Spielerbank, neben ihm sein Assistent. Sie beäugen das Spiel, reglos, als würden sie aufs Wasser blicken.

    Union war ein weiterer Schritt in Fischers Karriere, die mehr und mehr wirkt wie geplant. Fischer startete im Herzensklub FC Zürich, wurde entlassen, war verbittert, litt an Zukunftsängsten. Im kleinen FC Thun bäumte er sich auf, lernte und fasste Vertrauen. Im grossen FC Basel wuchs er und gewann. Gewann zwei Meistertitel und einen Cup. Er wäre gerne geblieben und wollte sich noch einmal in der Champions League versuchen. Doch im Sommer 2017 musste er gehen. Viele fragten sich nach Fischers Zeit in Basel, wo er wohl landen würde. In St. Gallen vielleicht oder Aarau?

    Und so muss Fischers Erfolg auch im Vergleich mit dem FC Basel gesehen werden, als Rehabilitation. Der Klub hat seit dem Weggang die Vormachtstellung im Schweizer Fussball verloren, sucht seine Identität und arbeitet sich am zweiten Trainer ab. Fischers Fussball und seine Art wurden in Basel oft kritisiert. Zu bodenständig war’s und allzu solide. Bei Union schätzen sie Fischers Wesen. Seine Ruhe, die Art, zu führen, die Vorliebe für taktische Struktur. Die Tageszeitungen nennen ihn «Schweizer Uhrwerk.»

    Der Sturm bricht los

    Um die 88. Minute wehren die Unioner drei Eckbälle der Stuttgarter nacheinander ab. Das ganze Stadion steht. Dann folgen fünf Nachspielminuten, die Jahre dauern. Fischers Spieler befreien sich mit den letzten Kräften, manche können kaum mehr laufen. Fischer geht in der Coaching-Zone umher, verschränkt die Hände, als wolle er sich schützen. Er blickt zu Boden. Dann ist es aus. Der Sturm bricht los.

    Urs Fischer wird der achte Schweizer Trainer in der Bundesliga nach Lucien Favre, Martin Schmidt, Hanspeter Latour, Martin Andermatt, Christian Gross, Rolf Fringer und Marcel Koller. Er ist angekommen, wo ihn viele nie vermutet hätten. Fischer weiss, dass er oft unterschätzt worden ist, und diese Minderwertigkeitsgefühle drängen noch immer durch. Als er an der Pressekonferenz darauf hingewiesen wird, die Bundesliga sei eine andere Kiste als der Schweizer Fussball, sagt Fischer: «Sorry, aber das mag ich nicht vergleichen. Ich habe mit dem FC Basel in der Champions League gespielt.»

    Dann geht Fischer los, vor die Kamera des ZDF. Deutschland lernt ihn erst gerade kennen. Er hat wenig von sich erzählt in diesem ersten Jahr: dass er am Anfang Mühe hatte mit der Sprache und der Wohnungssuche. Und dass er alle paar Wochen heimgeflogen sei nach Zürich. Das Heimweh.

    Urs Fischer in Berlin. Und jetzt?

    Die Alte Försterei wird in den nächsten Jahren von 22 012 auf 37 000 Plätze erweitert. Das Budget des Klubs steigt von 47 Millionen Euro auf 80 Millionen. Neue Spieler werden kommen. Berlin hat nun als einzige Stadt zwei Teams in der Bundesliga. Der 1. FC Union wird der erste Bundesligaklub mit DDR-Vergangenheit seit zehn Jahren und Energie Cottbus sein. Er spielt das erste Berliner Bundesliga-Derby seit 1977 und seit dem Spiel Hertha gegen Tennis Borussia. Er reist jetzt nach München, Dortmund, Frankfurt, Gelsenkirchen.

    Der 1. FC Union Berlin schreibt Geschichte. Urs Fischer geht voran. Das ist, wie Fischer leise sagen würde: schon geil. :cool:

    Fischer startete im Herzensklub FC Zürich, wurde entlassen, war verbittert, litt an Zukunftsängsten. Im kleinen FC Thun bäumte er sich auf, lernte und fasste Vertrauen. Im grossen FC Basel wuchs er und gewann. Gewann zwei Meistertitel und einen Cup. Er wäre gerne geblieben und wollte sich noch einmal in der Champions League versuchen. Doch im Sommer 2017 musste er gehen. Viele fragten sich nach Fischers Zeit in Basel, wo er wohl landen würde. In St. Gallen vielleicht oder Aarau? Und so muss Fischers Erfolg auch im Vergleich mit dem FC Basel gesehen werden, als Rehabilitation. Der Klub hat seit dem Weggang die Vormachtstellung im Schweizer Fussball verloren, sucht seine Identität und arbeitet sich am zweiten Trainer ab. Fischers Fussball und seine Art wurden in Basel oft kritisiert. Zu bodenständig war’s und allzu solide. :twisted: Bei Union schätzen sie Fischers Wesen. Seine Ruhe, die Art, zu führen, die Vorliebe für taktische Struktur. Die Tageszeitungen nennen ihn «Schweizer Uhrwerk.»(NZZ)


    In der Schweiz gibt es schon einige Spiele wo man halt nicht so viel Lust verspuert, so ganz nach dem Motto es ist Mitte Woche, nicht viele Zuschauer etc. In der NHL gibt man in jedem Spiel von der ersten bis zur letzten Minute alles oder man findet sich auf der Tribuene.

    Jep! So was wie beim ZSC wäre in der NHL nicht möglich! Die Panthers mögen kein Top Team sein und haben die PO's verpasst aber in den Heimspielen wurden so ziemlich alle guten Teams geschlagen, die Saison war für mich als Fan gut und man gibt immer alles!


    Habe irgendwo gelesen Grönborg kassiert bei uns ne halbe Kiste im Jahr.

    Grönborg war zusammen mit Krüger bei Buffalo im Gespräch. Krüger soll nun dort vier Millionen kassieren. Der (Teilzeit-)Coach der Schweizer Fussball Nati kassier eine Million. Wo ist das Problem?

    Die NHL schöpft die besten Spieler oben ab, etwas über 700 sind im Kader eines NHL Teams, weitere Spieler sind unter Vertrag und spielen AHL, ECHL oder in Europa. Die Unterschiede zu Spielern in Finnland oder Schweden sind klein, oder ist einer wie Malgin trotz drei Jahren NHL besser? Nicht unbedingt. Oder gar nicht. Aber dann ist man eben auch schnell wieder weg! Im Fussball haben wir diese Entwicklung ja schon länger. Pflichtsiege an einer WM oder EM gibt es dort je länger je weniger. Südkorea-Deutschland lässt grüssen!

    ...und noch die NZZ:

    Die 109 verstörenden Tage des FC Zürich

    Will der FCZ wieder ein Spitzenteam sein, muss er in mehr Qualität von aussen investieren. Oder dann sollte er sich eingestehen, sich die alten Ambitionen nicht leisten zu können oder zu wollen.

    Flurin Clalüna

    Die letzten Bilder sind trotz allem Bilder der Freude. 20, 25 Minuten lang stehen Spieler und Trainer des FC Zürich nach dem letzten Saisonspiel vor der Südkurve, sie tragen alle die gleichen weissen T-Shirts und singen. Sie verabschieden Alain Nef, den ewigen Verteidiger, und René van Eck, den Assistenztrainer, sie heben sie hoch und lassen sie durch die Luft fliegen. Anderswo werden so Meisterschaften gefeiert. Der FCZ hat Rang 7 erreicht, er hat den Europacup verpasst, und eigentlich ist ihm in diesen letzten Wochen nichts anderes gelungen, als die Abstiegsgefahr abzuwenden. Der FC Zürich feiert in diesem Moment nicht seine Leistung, sondern das, was ihm bleibt, wenn der Fussball nicht mehr hergibt: seine Eigenart, seine Sentimentalität, seine Sehnsucht nach Figuren wie Alain Nef. Manchmal schaffen es solche Dinge, fehlenden sportlichen Erfolg vergessen zu machen.

    Irgendwann aber kommt die Enttäuschung zurück. Als der Präsident Ancillo Canepa am Samstag in einer Pizzeria neben dem Stadion sitzt, kommt ein Fan auf ihn zu und sagt: «So eine Saison wollen wir nicht mehr erleben.» Canepa rollt mit den Augen und nickt, es nützt ja nichts, die letzten vier Monate der Rückrunde verleugnen zu wollen, diese 109 mehrheitlich verstörenden Tage, in denen so wenig gelingen wollte.

    Der Cocktail aus Fehleinschätzungen

    In der ersten Saisonhälfte gab es zwar einige bemerkenswert gute Spiele, doch man erinnert sich kaum. Denn jetzt steht der FCZ wieder da, wo er in den letzten Jahren immer wieder einmal war, in einer Identitätskrise, weil er sich für besser hält, als er es zeigen konnte. Zurückbleibt ein Cocktail aus Fehleinschätzungen und enttäuschten Hoffnungen sowie eine ernüchternde Erkenntnis: Auch das vor eineinhalb Jahren begonnene Projekt mit dem Jungtrainer Ludovic Magnin hat den FC Zürich bisher nicht dorthin zurückgebracht, wo er sich gern sähe: an die Spitze des Schweizer Fussballs. Es ist nur noch ein verklärter Anspruch aus der Vergangenheit, dass der FCZ mehr sein soll als ein Klub des Mittelmasses. Seit acht Jahren hat der Verein nicht mehr um den Meistertitel gespielt, er ist ein Gelegenheitssieger geworden, der Cup-Finals gewinnen kann, aber keine Meisterschaft.

    Das Gute an alledem ist: Der FCZ ist sich bewusst, dass etwas nicht stimmt mit ihm; dass er sich jüngst zu oft in Spielern getäuscht hat, die mehr vorgeben, als sie sind; dass auch Ludovic Magnin sich nicht so entwickelt und verändert hat, um der Trainer zu werden, den die Vereinsführung immer noch in ihm sieht. Magnin ist angeschlagen. Er hat zwar seine erste Krisenerfahrung als Chefcoach machen dürfen, aber die Situation ist nicht unähnlich wie vor knapp vier Jahren, als der Trainer Urs Meier angezählt in eine neue Saison ging und bald entlassen wurde. Das alles muss sich nicht wiederholen. Aber es kann.

    Denn das Schlechte an alldem ist: Der FCZ steckt in einer Falle. So lange er den Anspruch erhebt, eine Spitzenmannschaft zu sein und diesen nicht einhalten kann, wird er seinen inneren Widerspruch nicht auflösen können. Er kann zwar versuchen, die jüngsten Fehleinschätzungen auf dem Transfermarkt nicht zu wiederholen und für die nächste Saison «Massnahmen auf allen Ebenen» ankündigen, wie es der Sportchef Thomas Bickel seit einigen Wochen schon tut. Nur weiss man nicht, ob diese so radikal sein werden, wie sie jetzt tönen.

    Im Trainer-Staff wird es Anpassungen geben, und auch das Kader wird sich verändern. 32 Spieler (inklusive ausgeliehene und verliehene) hat der FCZ derzeit unter Vertrag, Spieler wie Grégory Sertic oder Joel Untersee werden Zürich wieder verlassen, und wenn es entsprechende Angebote für Benjamin Kololli oder den Captain Kevin Rüegg gibt, wird sie der FCZ ziehen lassen. Auf der anderen Seite ist mit dem Zuzug einer halben Mannschaft zu rechen, mit 4 bis 5 Spielern, für die Abwehr, das Mittelfeld, den Sturm, also eigentlich für überall.

    Der FCZ möchte neben YB und Basel die dritte Kraft im Schweizer Fussball sein, und er hat dafür eine Art dritten Weg gewählt. Es ist der schwierigste von allen, um zum Erfolg zu kommen. Der Präsident Ancillo Canepa will mit deutlich weniger Geld, aber mit dem eigenen Nachwuchs in die Nähe von Basel und YB. Und diese Jungen müssen sehr früh schon alles sein: Talente, die Persönlichkeiten werden und auch noch schönen Fussball spielen.

    Es stellen sich zwei Fragen: Sind die Jungen des FC Zürich wirklich so gut wie Canepa denkt, so wie früher Spieler wie Blerim Dzemaili, Ricardo Rodriguez oder Josip Drmic? Und wird es sich der FC Zürich leisten, seine Mannschaft mit erfahrenen Spielern zu ergänzen, die auch etwas kosten dürfen? Will er ein Spitzenteam sein, muss er in mehr Qualität von aussen investieren. Oder dann sollte er sich eingestehen, sich die alten Ambitionen nicht leisten zu können oder zu wollen. Tut der FCZ weder das eine noch das andere, ist die Gefahr gross, dass er am Ende eine gesichtslose Mannschaft hat. So wie in dieser Saison.

    Führungsfigur gesucht

    Der FC Zürich verpasst das Saisonziel. Auf die neue Saison hin kündigt sich ein Umbruch an, daher besonders unter Druck: Trainer Ludovic Magnin.


    Christian Zürcher (TA)

    Am Ende kommt die ganze FCZ-Familie vor der Südkurve zusammen. Spieler und Fans singen und jubeln – sie sind ergriffen, Tränen fliessen. Nicht weil der FCZ gewann oder bezaubernd spielte, nein, Alain Nef, die Clublegende, beendet seine Karriere. Nefs Name ist über die Jahre derart gewachsen, dass er gar frustrierte Fans nach einer missratenen Saison versöhnen kann.

    Nef übergibt sein Leibchen den Fans, die Nummer 13 hängt darauf am Zaun wie eine Reliquie, dann steigt er hoch ins Dasein als Zuschauer – zu den Fans in die Südkurve. Nef nimmt das Mikrofon und singt – und Tausende mit ihm. Später erzählt Nef, auf was er sich am meisten freue als Fussballrentner: «Im Stadion Wurst essen und Bier trinken.» Der Satz zeugt von Nefs Gabe als Mann des Volkes und deutet darauf hin, wie gross die Lücke wird, die er hinterlässt. Nef gehört zu den Letzten seiner Art.

    Es gibt einen anderen Satz, der steht weniger für Nef und mehr für den FCZ und seine Saison: Der gefährlichste Ort der Welt ist der, wo du dich sicher fühlst. Das hat nicht Nef gesagt – es ist eine Weisheit aus dem mexikanischen Drogenkrieg. Wenn man Ludovic Magnin bei der Saisonanalyse zuhört, dann wächst der Eindruck, dass sich auch der FC Zürich oft zu sicher fühlt.

    Jedes Mal, wenn der FCZ ohne Druck und Angst hätte spielen können, sagt Magnin, dann habe er versagt. System error. Totalausfall. Wie vergangene Woche gegen Luzern, als man einen entscheidenden Schritt Richtung Europa League hätte machen können. Wie gegen Napoli in der Europa League. Wie vor Jahresende, als plötzlich Platz 2 so nah war. Der FCZ wirkte träge, blockiert, lustlos. So schafft er es tatsächlich, in dieser schwachen Liga Siebter und nicht Dritter zu werden. Das Saisonziel ­übrigens. Nicht erfüllt.

    Zusammenbruch und Negativspirale

    In der Hinrunde lieferte der FCZ einige Mal Anzeichen dafür, dass er spielerisch Fortschritte gemacht hat, dass er den Ball gepflegt nach vorne tragen kann, dass der Name Magnin für Verheissung steht. Nun, ein halbes Jahr später, ist vieles anders. Die Mannschaft erlitt einen Zusammenbruch, so sagt es Alain Nef. Eine Negativspirale nennt es Magnin. Oder eben: System error.

    Der FCZ offenbarte einen Fussball, der erstens nicht erfolgreich und unattraktiv war; der zweitens Inspiration und Wille vermissen liess und bei dem man sich drittens fragen musste: Spielkultur, wo bist du? Magnin verpasste es, sich und der Welt zu zeigen, dass er eine Mannschaft weiterbringt und ganz generell, dass er ein guter Trainer ist.

    So werden den Jungtrainer bereits beim Saisonstart Zweifel begleiten. Kann er das? Ist er der Richtige? Ist er gar ein Risiko? Unnötiger Druck für einen Club, der sich in den letzten beiden Jahren in der spielerischen Findungsphase verirrt hat. Und er wird sich noch einmal finden müssen – ein Umbruch kündigt sich an.

    Co-Trainer René Van Eck verlässt den Verein aus familiären Gründen nach Holland. Der andere Co-Trainer Zoltan Kadar ist bereits im April zu GC ­gewechselt. Alain Nef geht, Pa Modou auch, Grégory Sertic wohl ebenso wie Joel Untersee. Die drei ersten Namen nennt Magnin Führungsspieler, wichtige Akteure in einem jungen Team, dem die alten und erfahrenen Fussballer abgehen.

    Weil Spieler wie Hekuran Kryeziu, Benjamin Kololli oder auch Captain Kevin Rüegg bedeutend weniger Verantwortung übernommen haben als geplant und gewollt, steht Magnin plötzlich vor einer hierarchielosen Gruppe, der weitere Abgänge drohen. ­Rüeggs Zukunft ist ungewiss, für Kololli gibt es Angebote aus England – dem Vernehmen nach darf der torgefährliche, aber wenig mannschaftsdien­liche Spieler bei einem entsprechenden Angebot gehen.

    Der FCZ muss investieren

    Dem FCZ fehlen Typen, und ihm fehlt eine Achse. Mit Becir Omeragic, Simon Sohm und Izer Aliu hat er verheissungsvolle Talente, doch diese brauchen erfahrene Leute neben sich, um zu wachsen. Tranquillo Barnetta hat jüngst gesagt, wie wichtig für junge Spieler ältere Stützen seien. Will der FCZ sich stabilisieren und besser werden, muss er investieren. Innenverteidigung, zentrales Mittelfeld, Sturm – für jede Schlüsselposition braucht es eine Verstärkung.

    Es kommt nun aus Groningen Offensivspieler Mimoun Mahi. Ein Marokkaner und ein Versprechen, heisst es, doch das waren in den vergangenen Jahren viele andere Spieler auch.

    Die positiven Dinge musste man in dieser Saison suchen: Es gab die gelungene Reise durch die Europa League und den bedingungslosen wie positiven Support der Südkurve. Und da ist vielleicht noch das Tor im letzten Spiel gegen St. Gallen: Goalie Brecher eröffnet das Spiel, der Ball zirkuliert durch die Zürcher Reihen, meist nur mit einer Ballberührung, dann Flanke, Direktabnahme und Tor. Wunderschön und wunderbar. Doch es bleiben Zweifel: War das nun Plan oder Zufall? (Tages-Anzeiger)

    Weil der Grossteil der finnischen NHL-Stars auf die WM in der Slowakei verzichtet, hatte die heimische Presse (voreilig) vor dem Turnier ein vernichtendes Urteil über die Finnische Nationalmannschaft mit den National-League Söldnern Pesonen (Tigers), Lindbohm (Lausanne) und Rajala (Biel) gefällt: Die «Leijonat» Ausgabe 2019 sei wohl die schwächste finnische Auswahl, die je an eine WM geschickt worden sei. :rofl: :floet:

    Das Finnische Hockey Märchen. Der AHL Goalie sticht auch den Stanley Cup Sieger Murray aus. Murray sieht m.E. vor allem beim ersten Tor schlecht aus. Schöne Geschichte!