Ein neuer Trainer will seine Ideen einbringen, doch die Spieler, die ohne ihn gesiegt haben, glauben, schon zu wissen, wie es funktioniert.
Beiträge von Larry
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Die ZSC Lions haben mit den Tücken der Ausländer-Rotation zu kämpfen
Ein Drittel der Qualifikation ist gespielt, und der Meister kommt einfach nicht in Schwung. Auch beim 3:5 am Samstag gegen den letztjährigen Finalgegner Lugano gelingt es den ZSC Lions nicht, über die ganze Spieldauer konstant aufzutreten.
Ulrich Pickel (NZZ)
Es gibt objektive Gründe für die Leistungsschwankungen und Schwierigkeiten beim ZSC. Die Oberkörper-Verletzung des Centers Pius Suter zum Beispiel hinterlässt eine Lücke auf der wichtigen Mittelachse. Deshalb werden die ausländischen Center Roman Cervenka und Drew Shore gebraucht. Gleichzeitig fehlt in der Abwehr der Captain Patrick Geering (Hirnerschütterung). Deshalb will der Coach Serge Aubin auch nicht auf die ausländischen Verteidiger Kevin Klein und Maxim Noreau verzichten.
Die Pettersson-Frage
Somit ist Fredrik Pettersson hin und wieder der fünfte Ausländer, der überzählig zuschauen muss. So auch am Samstag – und dies in einer Phase, in der die Lions mit akuten Abschlussproblemen kämpfen. Der 31-jährige Schwede war mit 26 Treffern der zuverlässigste Schütze der letzten Qualifikation. Doch in dieser Saison hat auch er Mühe. Und das geht nicht nur auf die Ausländer-Rotation zurück.
Pettersson handelte sich im sechsten Final gegen Lugano wegen einer Attacke gegen Maxim Lapierre sechs Spielsperren ein, er musste die ersten fünf Pflichtspiele dieser Saison aussetzen. Mit dieser Frust-Szene tat er sich keinen Gefallen, ihretwegen beraubte er sich der Chance, gleich von Saisonbeginn an Fahrt aufzunehmen. Als er wieder spielen durfte, gelang ihm zwar gleich ein Tor. Doch seither läuft er dem Erfolg vergeblich hinterher – mit jedem Schuss, der nicht ins Ziel traf, nahm die Verkrampfung ein bisschen mehr zu. Argumente in eigener Sache konnte der Scharfschütze so keine sammeln.
Wer mit fünf Ausländern im Kader antritt, hat immer das gleiche Problem: Einer ist jeweils überzählig. Auch Pettersson musste damit rechnen, dass es ihn hin und wieder erwischt. Er ertrage die Situation wie ein Profi. «Er ist nicht glücklich, aber das erwarte ich auch nicht von ihm», sagte Aubin am Samstag. Die Situation mit fünf Ausländern ist ein Luxus für den Trainer, sie eröffnet ihm viele Möglichkeiten. Aber das sorgt auch für Unruhe – die Situation ist tückisch.
Aubin versucht mit kreativen Lösungen, die Flaute im Angriff und die Lage bei den Ausländern bestmöglich zu meistern. Er lässt hin und wieder den Verteidiger Noreau am Flügel stürmen – auf Petterssons Position. Im Powerplay wiederum wird Noreau als Verteidiger eingesetzt. Dass sich Aubin die Polyvalenz Noreaus zunutze machen will, ist ein interessanter Ansatz. Gegen die Lakers funktionierte das gut, gegen Lugano nicht. Die Idee war den Versuch wert. Und doch: Der Spagat gelingt nicht richtig. Am Ende herrscht der Eindruck einer Weder-Fisch-noch-Vogel-Lösung.
Ist weniger vielleicht mehr?
Die Positionswechsel während des Spiels erhöhen Noreaus Wirkung nicht wirklich, und Pettersson als Zuschauer nützt den Lions auch nichts. Goalgetter mit Ladehemmungen sind in jeder Sportart besonders fragile Wesen. Sie brauchen Vertrauen und Zeit. Vielleicht ist es angebracht, die Ausländer-Rotation etwas weniger kreativ anzugehen und Pettersson einfach so lange spielen zu lassen, bis sein Selbstvertrauen zurück ist. Dass sich bei einem Stürmer seiner Klasse der Knoten früher oder später lösen wird, erscheint unzweifelhaft.
Am Dienstag wird Pettersson auf jeden Fall wieder spielen dürfen, wie auch Aubin bestätigt. Die ZSC Lions empfangen in der Champions Hockey League im Achtelfinal-Hinspiel den finnischen Meister Kärpät Oulu. Im Europacup stellt sich die Ausländerfrage nicht, es gibt keine Beschränkungen. Am Dienstag wird auch der Goalie Lukas Flüeler wieder bereit sein. Seine Kopf- und Nackenschmerzen nach einem Zusammenstoss im Spiel in Bern am 19. Oktober sind offenbar ausgeheilt
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Timo who?

Spass beiseite aber Meier ist halt auch einer der nie in der NLA gespielt hat, den man in der CH eigentlich gar nicht kennt.
Er ist den Weg via NA Juniorenliga gegangen, den Weg den auch ich favorisiere.
Macht sich gut der Appenzeller! Schade, SJS steht nicht auf meinem Plan diese Saison.
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Wie lange bleibt Arno Del Curto in Davos noch Coach?
Der Trainer hat den HC Davos mit Leidenschaft und Intensität zum Musterklub des Schweizer Eishockeys gemacht. Nun droht er sein Vermächtnis in Rekordzeit zu zerstören.
von Daniel Germann (NZZ)
Es ist denkbar, dass Arno Del Curto im Moment gerade ein sehr einsamer Mann ist. Nicht dass er keine Menschen um sich herum hätte. Im Gegenteil: Er wird umringt von ihnen. Auf der Eisbahn, im Dorf oder wo immer sonst er sich dieser Tage zeigt. Man hängt an seinen Lippen, wartet auf den nächsten Geistesblitz. Oder zumindest einen der legendären Wortschwalle, mit denen er Nörgler in den Senkel zu stellen und das aus dem Lot geratene Weltbild wieder zurechtzurücken pflegt.
Eine legendäre Ära
22
Jahre steht Arno Del Curto mittlerweile an der Bande des HCD. Er übernahm den Klub 1996.6
Titel hat er seither gewonnen: 2002, 2005, 2007, 2009, 2011, 2015.0
So viele Male hat der HCD unter Del Curto die Play-offs verpasst. Als einziges Team war er immer unter den Top 8.Doch Del Curto schweigt. Und dieses Schweigen ist bedrohlicher als jede Tirade, die er in den vergangenen 22 Jahren losgelassen hat. Am Freitag, nach dem 1:8 gegen den EV Zug, ging er gesenkten Blicks Richtung Kabine, hob kurz den Kopf, um dem Zuger Kollegen Dan Tangnes die Hand zu schütteln, und verschwand in der Davoser Nacht.
Über dem Bild hing die grosse Frage: Wie lange noch, Arno Del Curto? Wie lange tun Sie sich das noch an? Wie gross ist Ihre Leidensbereitschaft? Wie sehr hängen Sie an dem, was einst Ihre erste echte Chance in der Nationalliga war und dann zur Lebensaufgabe wurde?
Del Curto musste zusehen, wie sein Bruder mit 28 Jahren an einem Hirntumor starb, der zu lange nicht als solcher erkannt worden war.
Man hätte die Fragen gerne Del Curto direkt gestellt. Doch der Coach antwortete in einem kurzen SMS: «Die Wuche han i gnueg z tue, telefoniere mir nöchsti Wuche.»
Del Curto wurde in seinem Leben immer wieder mit schwierigen Situationen konfrontiert - privaten und beruflichen. Er musste zusehen, wie sein Bruder mit 28 Jahren an einem Hirntumor starb, der zu lange nicht als solcher erkannt worden war. Dann geriet er mit einer von ihm gegründeten Telefonmarketingfirma in finanzielle Probleme, die er erst mithilfe seines Vaters lösen konnte. Eine Knieverletzung raubte ihm früh den Traum einer Spielerkarriere. Er entschloss sich, Trainer zu werden, und scheiterte in seinem ersten grossen Job beim chaotischen ZSC trotz dem sensationellen Play-off-Sieg über den HC Lugano.
Wer so vielen Widerwärtigkeiten trotzt und unbeirrt seinen Weg geht, der lässt sich von einer Resultatkrise wie der laufenden mit dem HCD nicht vom Weg abbringen. Denkt man. Doch was Arno Del Curto derzeit durchleidet, ist mehr als einfach eine Krise. Es geht um das, wofür er steht, um sein Lebenswerk.
Jahrelang war er rast- und ruhelos mit den Spielern und auch sich selber. Tempo, Tempo, Tempo - das Stakkato, mit dem er das Team über das Eis hetzte, war auch das Motto seiner selbst. Del Curto hat sich den Mechanismen des Geschäfts entzogen. Trainer kamen und gingen; er blieb. Mit der Sturheit seines Engadiner Schädels setzte er sich gegen jeden Widerstand durch, hielt an seinen Ideen fest und formte den HCD zum Vorzeigeklub der Liga.
Sehnsuchtsort von Generationen
Davos und sein HCD waren schon immer ein Sehnsuchtsort gewesen. Tausende von jungen Schweizerinnen und Schweizern entdeckten die Liebe zum Eishockey über den Spengler-Cup und den Klub, der diesen repräsentierte. Die Kirche vor der Bergkulisse, der Zamboni, der seinen Weg durch das Schneegestöber pflügt, oder der Kaminfeger, der vom Dach der alten Holztribüne die besten Wünsche zum neuen Jahr ins Unterland entsandte, sozialisierten Generationen für das Eishockey.
Die Postkartenidylle machte den HCD zum beliebtesten Klub des Landes. Der Stamm der Sympathisanten reicht bis an den Genfersee hinunter. Bibi Torriani, Hans und Ferdinand «Pic» Cattini, später Walter Dürst oder Jacques Soguel waren nationale Ikonen.
Doch keiner von ihnen war grösser als Arno Del Curto. Der HCD war bereits vor ihm erfolgreich gewesen. Del Curto aber hat den Klub neu erfunden. Um einen Kern junger, talentierter Spieler baute er ab 1996 eine Dynastie auf, die das Schweizer Eishockey zwei Jahrzehnte lang wenn nicht dominierte, so doch prägte. Sechs Titel zwischen 2001 und 2015 sind die Saat Del Curtos und machten den HCD zur ersten Adresse im Land. Bern, Lugano oder Zürich mochten bessere Löhne zahlen; doch wer sich als Spieler sportlich entwickeln wollte, der schloss sich der Bewegung Del Curtos an.
Mit jedem Titel, jedem weiteren Talent, das unter Del Curto zum Star reifte, wuchs auch seine Reputation. «Diamantenschleifer» nannte man ihn. 2007 und 2011 wurde er bei den Sports Awards als «Trainer des Jahres» geehrt, 2009 zeichnete ihn der internationale Eishockeyverband als besten Coach Europas aus. Immer wieder bekam er Angebote aus Bern, Lugano oder Zürich. Selbst St.Petersburg aus der KHL interessierte sich für ihn. Del Curto war geschmeichelt, kokettierte kurz mit einem Wechsel, um danach doch wieder beim HCD zu unterschreiben.
Mittlerweile ist er 62 Jahre alt, steht in der 23. Saison als HCD-Coach, knapp drei Jahre fehlen noch zur Silberhochzeit. Das Jubiläum würde mit dem 100. Geburtstag des Klubs zusammenfallen. Der Präsident Gaudenz Domenig hat wiederholt gesagt, es sei sein Ziel, diesen mit Del Curto zu begehen. Doch nun sitzt Domenig unversehens in der Del-Curto-Falle. Er weiss, dass er seinen Trainer eigentlich ersetzen müsste, um frischen Wind in die Kabine zu bringen. Doch die Verdienste Del Curtos, der Status, den er sich im Klub erarbeitet und auch verdient hat, lassen ihn zögern.
Dieser Glaube, dass es Arno schon irgendwie richten wird, ist zur Hypothek für den HCD geworden
Zeit ist im Prinzip genug da. Erst ein Drittel der Qualifikation ist gespielt. Man klammert sich an die Hoffnung, dass sich Del Curto neu erfindet, dass er die Wende schafft und das Team zurück auf Kurs bringt. Marc Gianola, Geschäftsführer und langjähriger Spieler des HCD, sagt: «Als Arno zu uns stiess, sass er noch bei uns in der Garderobe und hatte kein Trainerbüro. Er war ein Teil der Mannschaft. Doch wie die Spieler hat auch er sich stetig entwickelt. Die Zeit, in der er mit uns am Stammtisch sass und Karten spielte, ist längst vorüber. Das tut heute kein Trainer mehr.»
Doch gerade dieser Glaube, dass es Arno schon irgendwie richten wird, ist zur Hypothek für den HCD geworden. Die Präsidenten des Klubs wurden zu seinen grössten Fans: Ernst Wyrsch, Tarzisius Caviezel, nun Gaudenz Domenig liessen ihm freie Hand im Vertrauen darauf, dass er weiss, was er tut. Aus dieser Konstellation heraus ist in Davos das «Selbstverwaltungsgebiet Del Curto» entstanden. Der charismatische Trainer duldet keinen Widerspruch. Er umgibt sich mit Menschen, die seine Überzeugungen teilen. Entwickelt der eine oder andere doch eigene Ideen, muss er früher oder später gehen.
Gianola kennt Del Curto wie nur wenige. Als Spieler hat er vier der sechs Titel mit ihm gefeiert. Sein Trikot mit der Nummer 5 hängt unter dem Hallendach und wird wie jene der Brüder von Arx und von Sandro Rizzi nicht mehr vergeben. Die vier bildeten den Kern, der den HCD und damit auch Del Curto gross gemacht hat. Gianola ist heute Geschäftsführer, Rizzi Assistenzcoach, Jan von Arx Juniorentrainer. Dass aus dem Quartett ausgerechnet Reto von Arx, der wohl als einziger die Persönlichkeit hatte, Del Curto zu widersprechen, keine Rolle mehr spielt, spricht Bände.
Sammelbecken der Enttäuschten
Der HCD ist gefangen im «Selbstverwaltungsgebiet Del Curto». Nun, da Widerspruch gefordert wäre, ist niemand da, der ihn leisten kann. Der HCD hat die Anziehung bei den Topspielern verloren. Vom Fluchtpunkt der Sehnsüchtigen ist er zum Sammelbecken der Hoffnungslosen geworden. Nach Davos zieht nur noch, wer sich anderswo nicht durchsetzen konnte: Wie Inti Pestoni, der die Erwartungen bei den ZSC Lions nie erfüllte; wie Lukas Stoop, der in der Saison zuvor mit Kloten abstieg; oder wie Luca Hischier oder Dario Meyer, die in Bern nur Nebenrollen spielten.
Doch man hält sich daran fest, dass Arno alles richten wird. 80 Prozent der Reaktionen, die ihn erreichten, drückten Verständnis für die schwierige Situation aus, sagt Gianola. Statt sich der Frage zu stellen, ob Del Curto noch der richtige Coach ist, erklärt man die Abgänge mit dem Standortnachteil, der den HCD im nationalen Vergleich wirtschaftlich immer stärker handicapiere. «Wer das Geld hat, hat auch den Erfolg. Sonst läuft etwas schief», sagt Gianola. «Wir sind in einer sportlichen Krise. Doch unsere Mannschaft ist immer noch stark genug, um die Play-offs zu erreichen.»
Man glaubt an Arno Del Curto, und vertraut darauf, dass er - Tempo, Tempo, Tempo - einen Weg aus der Krise finden wird. Man leidet und fragt: Wann? Dabei lautet die wirkliche Frage: Wie lange noch?
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Präsident Domenig zur HCD-Krise: «Bis zu Weihnachten müssen wir einen klaren Aufwärtstrend sehen»
NZZ am Sonntag: Glauben Sie noch daran, dass der HCD den Sturz in die Klassierungsrunde verhindern kann?
Gaudenz Domenig: Wir müssen daran glauben, wenn wird noch eine Chance haben wollen. Und das tun wir auch. Aber gleichzeitig sind wir uns bewusst, dass wir in einer schwierigen Situation stecken. Realistischerweise sind die Chancen, dass wir uns für die Play-offs qualifizieren, nur noch gering.
Und glaubt der Verwaltungsrat noch daran, die Play-offs mit Arno Del Curto zu erreichen?
Wir planen keinen Wechsel. Gelingt es Arno, die Mannschaft zu stabilisieren, gibt es auch keinen Grund dazu. Deshalb lassen wir den Trainer und die Spieler ruhig und bestmöglich weiterarbeiten. Sollte es aber weiter abwärts gehen, dann werden wir nicht darum herumkommen, den Trainer ernsthaft infrage zu stellen. Bis Weihnachten müssen wir einen klaren Aufwärtstrend sehen.
«Aus heutiger Sicht hätten wir früher eingreifen müssen. Aber 2015 waren wir noch Meister.»
Ist denn Del Curto tatsächlich das Problem der gegenwärtigen Krise?
Wir haben in den letzten zwei, drei Jahren im Betreuerteam Qualität verloren. Der Fitnesstrainer ging, der Verteidigertrainer auch. Wir haben das Schusstraining nicht mehr so intensiv gepflegt wie früher. Das hat mit Arno zu tun und liegt in seiner Verantwortung. Es ist aber nicht nur eine Kritik an ihm, sondern auch am Verwaltungsrat. Wir hätten möglicherweise früher und stärker eingreifen und Einfluss nehmen müssen. Doch gleichzeitig dürfen wir auch nicht vergessen: Die Mannschaft hat nicht mehr die gleiche Qualität wie vor ein paar Jahren. Sie musste günstiger werden.
Del Curto hatte über Jahre freie Hand bei den personellen Entscheidungen. War das ein Fehler?
Wie gesagt: Aus heutiger Sicht hätten wir früher eingreifen müssen. Aber die Resultate waren ja nicht schlecht. Vergessen Sie nicht: 2015 waren wir noch Meister, 2016 und 2017 im Halbfinal. Objektiv gesehen, gab es da keinen Grund zu intervenieren. Kürzlich hat mir jemand gesagt, Bernhard Heusler habe es richtig gemacht und nach dem Meistertitel zweimal den Trainer gewechselt. Doch es braucht einigen Mut, um wie Heusler zu handeln.
Als Sofortmassnahme haben sie Del Curto Sandro Rizzi als Assistenzcoach zur Seite gestellt, René Müller übernimmt als Sportchef. Sie beide haben unter Del Curto gespielt. Glauben Sie wirklich, dass sie sich gegen ihn durchsetzen können?
Rizzi hat eine besondere Rolle. Doch Müller spielt schon eine Weile nicht mehr und nimmt mittlerweile in unserer Organisation eine wichtige Funktion ein. Er kann sich durchaus durchsetzen.
Der HCD hat auf diese Saison hin fast die halbe Mannschaft ausgewechselt. Ein Dutzend Spieler gingen. Warum?
Wir müssen günstiger werden. Die wenigsten Abgänge waren gewollt. Wir hätten etwa Gregori Sciaroni (zu Bern), Mauro Jörg (Lugano) oder Dario Simion (Zug) gerne behalten. Aber wir sind gegenüber einem Teil der Klubs in der National League nicht mehr konkurrenzfähig.
Simion haben Sie im Sommer aus einem Vertrag heraus freigegeben. Das war ein sonderbares Signal.
Simion wollte aus persönlichen Gründen nach Zug. Wir sind ihm stark entgegengekommen. Es macht keinen Sinn, einen Spieler gegen seinen Willen im Team zu halten.
Félicien Du Bois war 2014 der letzte Topzuzug des HCD. Seither kamen vor allem Spieler, die in anderen Klubs Probleme hatten.
Es war damals wie heute schwierig für uns, Topspieler nach Davos zu locken. Am Ende entscheidet das Geld. Es gab eine Zeit, da verzichtete einer vielleicht auf 10 000 bis 20 000 Franken Lohn, die er bei einem anderen Klub verdienen konnte, um unter Arno zu spielen. Doch auch andere Klubs haben ihre Vorteile. Den einen reizt es, in Lugano den Herbst zu geniessen, ein anderer will vor 16 000 Zuschauern in Bern spielen. Arno und sein Leistungsausweis sind noch heute unsere stärksten Argumente.
Sein Renommee hat gelitten.
Im Moment stimmt das. Aber ich glaube, vor einem Jahr war das noch nicht so. Und sollte er den Turnaround mit dem Team schaffen und die Play-offs doch noch erreichen, wird das schnell wieder anders sein.
Seit sieben Jahren müssen Sie sich den Terminschutz des Spengler-Cups für 800 000 Franken von den anderen Klubs erkaufen. Ist das der Grund, weshalb der HCD nicht mehr konkurrenzfähig ist?
Es ist ein Teil davon. Die städtischen Klubs haben generell mehr Reserven. Es drängen immer mehr Milliardäre in den Sport - in Lausanne, in Zug. Die ZSC Lions haben ihr Aktienkapital eben um sechs Millionen aufgestockt, sie haben potente Gönner im Rücken. Das finanzielle Gefälle innerhalb der Liga ist grösser geworden. Wir haben unser Potenziel mit einem Schnitt von 4800 Zuschauern ausgeschöpft. Dazu handicapiert uns momentan der Umbau der Halle. Das aber ist eine Investition in die Zukunft.
Wie viel müssen Sie selber zahlen?
Nichts. Die Kosten trägt die Gemeinde. Aber wir haben acht Millionen in eine neue Trainingshalle investiert. Und wir haben durch den Umbau der Halle weniger Zuschauereinnahmen, weniger Einnahmen aus der Gastronomie. Wie viel uns da fehlt, lässt sich im Moment noch nicht abschätzen.
Gleichzeitig verliert der Spengler-Cup immer mehr an Bedeutung.
Der Spengler-Cup macht mir im Moment am wenigsten Sorgen. Wir haben ein hervorragendes Teilnehmerfeld, die Werbung ist ausverkauft. Die weltweite Beachtung nimmt zu.
Könnte der HCD ohne ihn als National-League-Klub überleben?
Wenn, dann höchstens auf reduziertem Niveau. Ambri und Langnau beweisen, dass man sich auch als Dorfklub in der National League behaupten kann. Ich wage zu behaupten: Der HCD ist immer noch eine Marke im Schweizer Eishockey.
2021 muss der Terminschutz des Spengler-Cups neu verhandelt werden. Schon jetzt sagen Meinungsführer anderer Klubs, dass sie die attraktiven Spieltermine in der Altjahrswoche künftig nicht mehr für 800 000 Franken abgeben werden.
Vielleicht wollen wir den Terminschutz dann gar nicht mehr. Die 800 000 Franken waren ja nicht nur für Schutz des Termins, sondern auch eine Entschädigung für die Spieler, die die Schweizer Klubs an das Team Canada abtreten müssen. Doch die Kanadier greifen auf immer weniger Spieler aus der Schweiz zurück. Wir werden gut überlegen, ob uns dieser Schutz noch so viel Geld wert ist.
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Ein Spalier von Mittelfingern
Die Finalserie der ZSC Lions gegen Lugano hat ihre alte Rivalität wieder angeheizt. Heute Samstag kehren die Zürcher erstmals zurück ins Tessin – es ist vielleicht gerade das, was sie brauchen.
Simon Graf
Auf der Fahrt nach Lugano dürften heute bei einigen ZSC-Cracks wohlige Erinnerungen aufkommen an jenen Freitag Ende April, als in der Resega der Titel ausgespielt wurde. «Als wir von der Autobahn kamen, empfingen uns die Lugano-Fans schon mit ausgestreckten Mittelfingern», sagt Chris Baltisberger. «Und vor der Halle tobten sie. Nicht nur Jugendliche, auch Familienväter und Opas. Wir waren richtige Hassobjekte.» Der Sturm draussen kontrastierte zur Ruhe im Car. «Alle waren in sich gekehrt, wollten sich nicht ablenken lassen. Es herrschte schon eine gewisse Anspannung.»
Die ZSC Lions hatten zwei Meisterpucks verspielt, alle Vorteile schienen bei Lugano zu liegen. «Nach Spiel 6 unterhielten wir uns in der Garderobe», erinnert sich Dave Sutter. «Wir sagten uns, es sei doch eine wunderbare Sache, ein siebtes Spiel um den Titel spielen zu dürfen. Das erlebt man nicht oft. Diese Denkweise gab uns viel Energie.»
In diesem Moment habe sich die mentale Stärke des Teams gezeigt, sagt Kevin Klein. «Wir hatten einige schwierige Spiele in dieser Serie, aber an jenem Abend waren wir grundsolide. Natürlich angefangen bei Lukas Flüeler.» Der Goalie feierte einen weiteren Shutout in einem siebten Spiel, Captain Patrick Geering steuerte das wegweisende Führungstor zum 2:0-Sieg bei.
Ohropax beim Einlaufen
Die Dynamik habe sich nach dem 3:3 in der Serie nochmals total verändert, glaubt Chris Baltisberger. «Wir führten in diesem Final 2:0, die Luganesi waren bald einmal mit dem Rücken zur Wand. Diese Rolle lag ihnen besser als die der Favoriten.» Der Flügel erinnert sich auch daran, wie laut es in der Resega war an jenem Abend: «Ich musste beim Einlaufen Ohropax in die Ohren stecken, weil ich empfindliche Ohren habe.» Dass Lugano die emotionalsten Fans der Liga hat, darüber besteht für ihn kein Zweifel. Nicht, dass ihn das stören würde: «Diese Atmosphäre stachelt einen an, gibt einem Energie. Man weiss, man muss kämpfen wie verrückt.»
Klein wollte eigentlich mit dem Eishockey aufhören, nach dem Meistertitel liess er sich dazu überreden, noch eine Saison anzuhängen. Hätte er auch weitergespielt, wenn der ZSC jenes siebte Spiel verloren hätte? «Wahrscheinlich schon», sagt der 33-Jährige. «Meine Entscheidung hatte nichts damit zu tun, dass wir gewonnen hatten. Es ging darum, das Beste zu tun für die Familie. Ich blieb nach dem Titel ja noch einen Monat hier, weil die Kids noch in der Schule waren, und genoss die Zeit mit Familie und Freunden. Meinen Söhnen gefällt es hier, sie lernen Deutsch. Der Ältere kann schon gut Konversation machen.»
Dave Sutter unterschrieb einen Dreijahres-Vertrag beim ZSC, weil er einmal Schweizer Meister werden wollte. Nun schaffte er es gleich in der ersten Saison. «Die Qualifikation war schwierig, aber im Playoff zeigten wir, dass wir ein wahres Team sind, in dem jeder für jeden kämpft», sagt er. So zu spielen, sei nun auch das Ziel in der Regular Season. Es ist noch nicht wunschgemäss gelungen.
Es liegt etwas in der Luft
In der Resega ist heute Pettersson erneut überzählig und Marti nach seiner Sperre zurück. «Lugano kommt für uns gerade recht», glaubt Chris Baltisberger. «Man spürt, dass zwischen uns etwas in der Luft liegt. In den Jahren zuvor war schon noch eine gewisse Rivalität zu spüren gewesen, aber nicht mehr so wie früher. Durch diese Finalserie ist sie wieder so richtig geweckt.»
Er freue sich auf die Kabine in Lugano, wo die ersten Festivitäten stattfanden und er mit der Trompete den Sechseläutenmarsch spielte. Inzwischen zählt auch «Happy Birthday» zu seinem Repertoire, und er übt ein neues Lied für die Garderobe. Was es ist, will er noch nicht verraten. Der Sechseläutenmarsch wird inzwischen auch beim Intro im Hallenstadion gespielt, und Baltisberger erhielt eine Anfrage, ob er für eine Elektroversion Trompete spiele. «Ich muss es mir noch überlegen», sagt er und schmunzelt. «Um bereit zu sein fürs Tonstudio, muss ich schon noch ein paar Stunden üben.»
Noch prägender als die Ankunft in Lugano war für den 27-Jährigen die Rückfahrt: «Das Schöne daran, auswärts Meister zu werden, ist der intime Moment, den man auf der Rückfahrt als Team hat. Der ganze Druck, die ganze Last fallen von dir ab. Du weisst, die Saison ist vorbei und du hast es geschafft. Das ist etwas vom Schönsten, was man erleben kann als Mannschaft.» (Tages-Anzeiger)
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https://www.blick.ch/sport/eishocke…-id9060241.html
Zwei von fünf beim ZSC.....
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Die Phantom-Bagger in der Leventina
Seit 2010 ist klar: Ambri muss eine «Nuova Valascia» erstellen. Im Oktober hätten die Bagger endlich auffahren sollen. Sie kamen ein weiteres Mal nicht.
Roland Jauch (TA)
Filippo Lombardi hat es gesagt, und wenn ein solch gewichtiger Mann wie der Ständerat etwas sagt, dann sollte das gelten: «Im Oktober fahren die Bagger auf», verkündete Ambri-Piotta-Präsident Lombardi Ende August. Endlich also: Baubeginn für die «Nuova Valascia». Wirklich? Auch ein Swiss-League-Spiel kann Aufklärung in der National League bringen. Am 26. Oktober auf der Fahrt nach Biasca zum Match Ticino Rockets - EHC Kloten ergab auf der Höhe des Flughafens bei Ambri ein Blick hinaus: Es gibt einige Bagger, aber die werden für Arbeiten an der Nationalstrasse eingesetzt. Beim Hangar 6, wo die «Nuova Valascia» zu stehen kommen soll: Keine Bagger, keine Arbeiten.
Auch am ersten Novembertag jubelte Ambri nicht über einen ersten Spatenstich. Ein weiteres Mal sind nur Phantom-Bagger in der Leventina aufgefahren.
Dabei ist seit 2010 klar: Keine Renovationen an der alten Halle, es muss eine neue an einem andern Ort her. Denn das Institut für Schnee- und Lawinenforschung in Davos hat bei einer Untersuchung festgestellt: Die alte Valascia steht in einer Lawinenzone und ist deshalb «hoch» gefährdet. Die erste Frist für ein neues Stadion, von der Nationalliga gesetzt, ist 2015 verstrichen. Würde sich die Liga an die Reglemente halten, die sie sich selbst gegeben hat, wäre Ambri schon lange kein Club der National League mehr. Ohne wenn und aber. Doch die Liga interpretiert ihre Reglemente so strikt, wie Ambri seine Termine einhält.
Nächster Schritt im Theater: Es kam die Nachricht, dass das Projekt von Ambri-Fan und Stararchitekt Mario Botta 2017/18 betriebsbereit sei. Ausgerechnet ein Einspruch aus Lugano bewirkte wieder eine Verzögerung. Auch für 2018/19 keine neue Halle also. Die Liga beantwortete den Antrag auf die Nutzungsverlängerung der Valascia positiv.
Im Frühling 2017, nach dem Klassenerhalt, hätten wieder einmal die Bagger auffahren sollen. Plötzlich aber war nicht mehr das Geld (von 35 Millionen Franken auf das Doppelte erhöht, dann wieder auf 50 Millionen reduziert), sondern der Ort ein Problem. Es wurde über eine Verschiebung nach Bellinzona nachgedacht. Im Mai 2017 fiel der Entscheid: Die Nuova Valascia bleibt in der Leventina, die Kosten wurden auf 42,5 Millionen gesenkt. Ein Bankenkonsortium soll für rund 20 Millionen aufkommen. Und 2021 steht die neue Arena. Aber ganz sicher - nicht!
Wie lange noch darf sich der HC Ambri-Piotta an den Reglementen und Versprechungen vorbei schlängeln? Muss zuerst erst eine Lawine auf die ehrwürdige Valascia herunterdonnern? Wer würde dafür die Verantwortung übernehmen wollen? Niemand.
:roll:
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für mich wird einfach einmal mehr deutlich sichtbar, dass es an den spielern - und nicht am trainer - liegt! die lions wohlfühloase, mit den exorbitanten löhnen, dem besten kader in der schweiz, in welcher eine wirkliche leistungskultur jeweils erst in den playoffs entsteht. unabhängig davon, ob der trainer us-amerikaner, schwede, kanadier oder aus dem muothatal ist!Die zwei Jahre die Du und andere Wallson gegeben haben musst Du Aubin aber nun auch zugestehen!
Ich persönlich gebe ihm Zeit bis nach Weihnachten, dann muss der Laden laufen!
Denke nicht das der ZSC eine Wohlfühloase ist, Aubin ist ein Hartley Fan.....
Den Beweis für Deine Theorie (egal welcher Trainer) könnte erbracht werden wenn wir Kossmann noch hätten. So aber werden wir noch ein bisschen abwarten müssen.
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Kommt halt vieles zusammen. Ein neuer Trainer, verletzte Spieler und Leistungsträger ausser Form. Hollenstein/Wick war eine tolle Kombination, aber nun ist Wick out. Cervenka kommt nicht in die Gänge, Pettersson ist ein Schatten seiner besten Tage. Das Team muss sich an ein neues System gewöhnen. Gegner wie Langnau, lange belächelt, haben dank Ehlers ein Defensiv System das sich gewaschen hat. Unter dem Strich findet sich dafür ein Team wie Davos mit bereits 10 Punkten Rückstand auf den 8. Platz. Bern hat den selben Trainer was ein Vorteil ist aber nur zwei Punkte mehr, dito Zug. Aber abgerechnet wird im Frühling! Trotzdem begreife ich jeden den schlechte Quali Spiele anscheissen, aber etwas Zeit muss man dem Team unter diesen Umständen schon geben! Aber die Latte wird bei uns ständig noch höher gelegt! Vielleicht mal mit Kloten oder Davos Fans sprechen.....
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es macht einfach wenig Spass, den Jungs zuzusehen. Thats all. War noch nicht oft in der Halle zum Glück diese Saison, ging aber jedes Mal enttäuscht nach Hause, und das kanns nicht sein.
Hoffe noch auf ein oder zwei gute packende Games in der Halle vor dem PlayoffstartWar ja auch paar mal dort, i know. Sicher kein Vorteil das wir schon wieder einen neuen Trainer haben, das braucht einfach Zeit. Aber eher früher als später sollten sie schon in die Gänge kommen.
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Der einzige der jammert bist Du!

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SCL steht nun auf Platz 2, habe einige hier scheinbar verpasst.
Kossmann hat die Maschine ZSC wieder zum laufen gebracht, aber der Deal mit Aubin war schon eingefädelt. Nun muss das Team halt wieder ein neues System lernen, div. Spieler sind verletzt, andere total ausser Form. Trotzdem ist man gerade mal 2 Punkte hinter Bern und Zug. Toben sie dort auch so herum? :roll:
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Peter Zahner freut sich, dass die Bausektion des Stadtrats die Baubewilligung bereits am 23. Oktober erteilt hat. Zur Bewilligung, den verfügten Auflagen und dem weiteren Zeitplan kann er jedoch keine Aussagen machen. Das Dokument, das Tagesanzeiger.ch/Newsnet bereits schriftlich vorliegt, ist beim Club und den planenden Architekten noch nicht eingegangen.
Ende November fahren die Bagger auf
Rechtskräftig wird die Baubewilligung nach Verstreichen der 30- tägigen Rekursfrist Ende November.
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Rappi sollte sich heute zurück halten, morgen gegen Davos sind ihre Chancen viel grösser! :twisted:
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FCZ-Präsident: «Ein SP-Stadion, das vom Steuerzahler finanziert wird, wollen wir nicht»
Die Zürcher Fussballklubs stehen vor einer Schicksalsabstimmung. FCZ-Präsident Ancillo Canepa und GC-Präsident Stephan Anliker weibeln für das geplante Stadion auf dem Hardturm. Der SP werfen sie «Fake-News» vor.
Daniel Fritzsche (NZZ)
Herr Anliker und Herr Canepa, Sie sagen, für die Zürcher Fussballklubs gehe es bei der bevorstehenden Stadionabstimmung um alles oder nichts. Malen Sie da nicht zu schwarz?
Stephan Anliker: Leider nein. Seit über fünfzehn Jahren haben wir gegenüber unserer Konkurrenz einen riesigen Wettbewerbsnachteil. Wir spielen in einem Stadion (im Letzigrund, Anm. d. R.), das nicht primär für den Fussball, sondern für die Leichtathletik konzipiert wurde.
Ancillo Canepa: Ein Leichtathletikstadion, das wir notabene nicht selber betreiben können! Wir zahlen eine hohe Miete, können aber nur sehr beschränkt an den Einnahmen teilhaben. Kein anderer Profiklub in der Schweiz hat derart schlechte Rahmenbedingungen. Immer wieder schreiben wir deswegen hohe Defizite.
Bitte werden Sie konkret.
Canepa: Bei uns sind es strukturell bedingt 5 bis 7 Millionen Franken im Jahr. Das ist Geld, das uns fehlt. Nicht etwa weil wir es wegen überhöhter Saläre oder dergleichen aus dem Fenster werfen würden, sondern weil wir bis heute auf ein echtes Fussballstadion warten, das die entsprechenden Einnahmen generieren kann.
Anliker: Bei uns sieht es ähnlich aus.
Canepa: Als ich 2006 zum Präsidenten gewählt wurde, teilte man mir mit: In drei Jahren hat der FCZ ein neues Fussballstadion. Unterdessen sind zwölf Jahre vergangen. In der Zwischenzeit mussten Privatpersonen laufend hohe Beträge einschiessen; insgesamt einen beträchtlichen zweistelligen Millionenbetrag. Irgendwann ist der Wille zum einseitigen Mäzenatentum erschöpft.
Ihnen geht es also vor allem um das eigene Portemonnaie, wenn Sie für das neue Stadion kämpfen?
Canepa: Der FCZ ist ein KMU. Eines, das nicht gewinnorientiert wirtschaftet – aber eben auch nicht verlustorientiert. Wir wären nur schon froh, wenn wir die hohen Kosten, etwa für unsere 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, einigermassen selber finanzieren könnten.
Anliker: Unsere strukturellen Defizite können wir heute bloss durch Erfolge in den europäischen Wettbewerben decken – wie derzeit der FCZ – oder dann durch gute Transfers und private Einschüsse. Gerade die privaten Geldgeber brauchen aber eine Perspektive. Fällt das neue Stadion weg, dann fehlt diese. Wir brauchen ganz klar bessere Rahmenbedingungen mit einem Fussballstadion. Das ist in jeder anderen grösseren Stadt so, zum Beispiel in Basel, Bern, St. Gallen und Luzern.
Und mit dem neuen Stadion würde dann auf einen Schlag alles besser?
Canepa: Es ergäben sich neue Einnahmequellen für uns – sei es durch das Catering, Business-Seats, den Biervertrag oder die Vergabe der Namensrechte für das Stadion. Zudem fielen Kosten weg, die wir heute beim Letzigrund haben, zum Beispiel die Stadionmiete. Insgesamt rechnen wir mit einem Plus von mindestens 5 Millionen Franken pro Jahr und Klub. Auch gehen wir davon aus, dass die Zuschauerzahlen steigen werden. Ich rechne für die FCZ-Spiele mit einem Schnitt von 15 000 Besuchern.
«Wir würden nie leichtfertig budgetieren, glauben Sie mir. Sonst würden wir uns selber betrügen.» (Stephan Anliker)
Das ist aber sehr optimistisch. Letzte Saison waren es bei Ihnen knapp 11 000 Zuschauer, bei GC rund 7000.
Canepa: Ein modernes Stadion bringt automatisch mehr Fans. Das zeigen alle Vergleiche im In- und Ausland.
Anliker: Und mehr Fans, mehr Atmosphäre, mehr finanzielle Möglichkeiten bringen dann auch bessere sportliche Leistungen. Bei GC gehen wir neu von 9000 bis 10 000 Zuschauern pro Heimspiel aus. Ich betone: Unsere Klubs sind nicht gewinnorientiert. Jeder überzählige Franken wird in den Sport reinvestiert, zum Beispiel in den Nachwuchs.
Canepa: Ein reines Fussballstadion würde uns dank der Akustik und der Nähe der Fans zum Spielfeld zu 10 bis 15 Punkten mehr in der Meisterschaft verhelfen.
Dann müssten sich YB und der FC Basel aber warm anziehen . . .
Anliker (lacht): Ja, klar. Es wäre viel mehr möglich als heute.
Aber ernsthaft: Ihre Prognosen scheinen doch stark vom Prinzip Hoffnung geleitet zu sein. Wenn die Zürcher Klubs schlecht spielen, bleiben die Zuschauer weg – tolles Stadion hin oder her.
Anliker: Wir brauchen den sportlichen Erfolg, das ist klar. Aber mit einem neuen Stadion – einem echten Hexenkessel – ist dieser leichter zu erreichen als mit einem Leichtathletikstadion.
Canepa: Unsere Budgets sind eher konservativ und ausgesprochen realistisch erstellt.
Anliker: Wir sind beide Unternehmer und müssen genau rechnen. Wir würden nie leichtfertig budgetieren, glauben Sie mir. Sonst würden wir uns selber betrügen.
Garantieren Sie heute, dass die Stadt künftig im Zusammenhang mit dem Stadion keine finanziellen Verpflichtungen mehr haben wird?
Canepa: Bau und Betrieb des Stadions kosten die Stadt keinen einzigen Rappen.
Anliker: Zudem bekäme der Leichtathletik-Club Zürich das Stadion, das man ihm vor Jahren versprochen hat – für Trainings unter der Woche und Veranstaltungen. Der Letzigrund könnte endlich seinen ursprünglichen Zweck erfüllen.
Und auf dem Hardturm würde dann der Kommerz regieren. Für einen tiefen Millionenbetrag sollen zum Beispiel die Namensrechte für das neue Stadion vergeben werden. Kommt in einer CS-Arena oder einem HRS-Tempel wirklich Stimmung auf?
Anliker: Auch unseren Fans ist bewusst, dass man für eine gute Mannschaft und eine gesunde Entwicklung stabile Einnahmen braucht. Die Nutzung der Namensrechte trägt dazu einen wichtigen Anteil bei.
Canepa: Einerseits verstehe ich die Fussballromantiker. Ich bin ja selber einer. Wenn es aber heutzutage darum geht, einen Profifussballklub am Leben zu erhalten, muss man Kompromisse eingehen. Ein gewisses Mass an kommerziellem Denken ist nötig, um den Spitzenfussball inklusive Nachwuchs finanzieren zu können.
Was, wenn das Projekt an der Urne scheitert? Ziehen Sie sich dann aus Ihren Klubs zurück?
Canepa: Ich habe keinen konkreten Plan B. Allenfalls gibt es einen Plan C, den ich hier aber nicht kommentieren möchte. Sicher käme es zu einem strategischen Marschhalt. In welche Richtung die Weichen gestellt werden, ist aus heutiger Sicht ungewiss.
Anliker: Die Lage würde sehr, sehr ungemütlich.
Wäre ein Plan C die Fusion Ihrer Klubs zu einem «Zürich United»?
Canepa: Das ist kein Thema. Natürlich gäbe es finanzielle Argumente, die für eine Fusion sprechen würden. Aber GC und der FCZ haben ihre eigene Geschichte und Tradition. Wir sind keine seelenlosen Firmen, sondern Emotionsträger. Das ist eine grosse Qualität, an der ich nicht rütteln möchte. Zürich ist übrigens nicht die einzige Stadt der Welt, in der zwei Klubs nebeneinander existieren.
Anliker: Konkurrenz belebt ja bekanntlich das Geschäft. Eine Fusion ist gegenwärtig nicht denkbar. Zudem würde dann ja einer von uns beiden arbeitslos, das wollen wir nicht (beide lachen).
Ein Plan C könnte ja auch die Initiative der SP sein, die ein steuerfinanziertes Stadion für 130 Millionen Franken vorsieht.
Canepa: Das ist eine Schlaumeierei. Die SP stand am Anfang klar für das Stadionprojekt ein, wie es nun aufgegleist ist und Ende November zur Abstimmung kommt. Dass sie kurz vor Spielschluss die Spielregeln ändert, ist unsportlich. Ein SP-Stadion, das vom Steuerzahler finanziert wird, wollen wir nicht und werden wir nicht unterstützen.
Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, heisst es doch.
Canepa: Vor fünf Jahren hat die Zürcher Stimmbevölkerung ein öffentlich finanziertes Stadion abgelehnt. Das haben wir damals respektiert. Das neue Projekt ist komplett privat finanziert und kostet die Stadt nichts. Es bringt 299 gemeinnützige Wohnungen und 600 weitere Wohnungen. Und dank den beiden Hochhäusern entsteht ein echtes Stadttor für Zürich. Heute hat man das Gefühl, irgendwo in einer Provinzstadt in Rumänien anzukommen, wenn man an der Hardturm-Brache entlangfährt. Mit der SP-Initiative gewinnen wir gar nichts. Es würde zu einer weiteren Verzögerung von mindestens acht Jahren kommen. Das ist für uns definitiv keine Alternative.
Anliker: Die Perspektive für unsere Fussballklubs wäre dahin. Ausserdem sind die Berechnungen und Argumente, welche die SP vorbringt, um im Jargon von Jacqueline Badran zu bleiben, schlicht «Bullshit».
Canepa: Oder Fake-News. Das angedachte SP-Stadion dürften wir ja wieder nicht selber betreiben. Damit fehlten uns Einnahmen, und wir hätten wieder dieselbe Situation wie heute auf dem Letzigrund. Das funktioniert einfach nicht. Das Projekt «Ensemble», das in einem Monat zur Abstimmung kommt, ist das letzte Stadionprojekt, das es in Zürich auf absehbare Zeit geben wird.
Gerade FCZ-Fans sind aber nicht nur begeistert vom «Ensemble». Für sie ist der Hardturm historisches GC-Territorium und damit verbrannte Erde.
Canepa: Ich kann diese Argumentation nicht wirklich nachvollziehen. Im alten Letzigrundstadion hatten wir tatsächlich schöne Momente. Aber im neuen sehe ich keinerlei Vorteile, keinerlei Identität für den FCZ. Wir spielen dort Fussball, fühlen uns aber auch nicht daheim. Dann sind mir die Erinnerungen an das alte Hardturmstadion, wo wir 2007, ein Jahr vor dem Abriss, nicht zuletzt dank der tollen Atmosphäre Schweizer Meister wurden, viel lieber.
Anliker: Von unserer Basis höre ich nichts Negatives. Man hofft schlicht darauf, endlich wieder in einem echten Fussballstadion spielen zu dürfen.Sie sprechen jetzt von Ihren Fans. Der grossen Mehrheit der Zürcherinnen und Zürcher ist der Fussball aber herzlich egal. Anders als Basel ist Zürich nun einmal keine Fussballstadt.
Anliker: Die Konkurrenz durch andere Sport-, Kultur- und Freizeitangebote ist in Zürich tatsächlich gross. Aber natürlich ist Zürich auch eine ausgesprochene Fussballstadt. Das zeigt die lange, erfolgreiche Tradition unserer Vereine und der vielen Quartierklubs der Stadt.
Canepa: Das Interesse am Zürcher Fussball ist ausgesprochen gross. Allein schon das Einzugsgebiet von 1,5 Millionen Menschen zeigt das grosse Potenzial. Ausserdem ist Zürich die Wirtschaftsmetropole der Schweiz. Heute ist der Anreiz, sich Spiele im Letzigrund anzuschauen, aus atmosphärischen Gründen gering. Mit einem neuen Stadion, einem neuen Zuhause, wäre dies anders. Vergessen Sie zudem nicht das Wertschöpfungsvolumen, das wir generieren. Diverse Wirtschaftszweige, von der Gastronomie über die Hotellerie bis zur Werbewirtschaft, profitieren von Umsätzen in der Höhe von jährlich 50 Millionen Franken – allein dank dem Spielbetrieb des FCZ.
Anliker: Erwähnen muss man auch unser Engagement für die Jugend, die Integration und soziale Aspekte. Das kommt der ganzen Gesellschaft, nicht nur den Fussballfans zugute.
Canepa: Alle sehen immer nur den Profifussball. Aber die tausend Juniorinnen und Junioren, die wir gemeinsam ausbilden und betreuen, gehen vergessen. Diese Förderung kostet uns noch einmal mehrere Millionen jährlich.
Aber sind es nicht die kleinen Vereine, die für die Nachwuchsförderung viel wichtiger sind als die elitären Klubs FCZ und GC?
Anliker: Wir sind ganz sicher nicht elitär. Dennoch: Ohne Spitze der Pyramide gibt es auch keine Breite weiter unten. Dessen muss man sich bewusst sein.
Sie streichen die positiven Seiten heraus. In der Öffentlichkeit sind andere Bilder präsenter, wenn es um den Zürcher Fussball geht: Saubannerzüge von Hooligans, Strassenschlachten, Verletzte.
Canepa: Leider. Aber all dies hat nichts mit dem neuen Stadion zu tun. Diese Art der Gewalt ist ein Problem unserer Gesellschaft und muss als solches behandelt werden.
Anliker: Die Stadt Zürich hat dies erkannt. Und wir unterstützen alles, um gemeinsam Fortschritte erzielen zu können.
Trotzdem könnten Sie mehr tun. Die Polizei geht von 100 bis 200 gewaltbereiten FCZ- und GC-Fans aus. Ihnen müssen diese doch bekannt sein.
Anliker: Eben nicht. Wir tappen genauso im Dunkeln wie die Polizei.
Canepa: Darum prüfen wir zusammen mit der Stadt neue Möglichkeiten der Identifikation, etwa mittels Videoüberwachung.
Verbessert oder verschärft das neue Hexenkessel-Stadion die Sicherheitslage?
Anliker: Bei allen neuen Stadien hat die Sicherheit oberste Priorität. Auch in diesem Bereich gäbe es klare Verbesserungen.
Canepa: Gerade das Letzigrundstadion ist bezüglich Sicherheit problematisch. Wegen der durchlässigen Stadionwand ist es heute ein Leichtes, Pyros hineinzuschmuggeln. Das wird im neuen Stadion nicht mehr möglich sein.
Bis auf weiteres bleibt Ihnen der ungeliebte Letzigrund erhalten. Herr Anliker, am Abstimmungssonntag tritt Ihr GC gegen St. Gallen an. Werden Sie sich dann überhaupt auf das Spiel konzentrieren können?
Anliker: Ich werde sicher wie auf Nadeln sitzen. Das Abstimmungsresultat wird für die Zukunft unseres Klubs wichtiger sein als das Matchresultat gegen St. Gallen. Als Präsident muss ich langfristig denken. Aber natürlich wäre ein doppelter Sieg am 25. November das Allerschönste.
Canepa: Ich werde im Stadthaus sein und die Abstimmungsresultate vor Ort verfolgen. Und hoffentlich können wir dann gemeinsam auf eine positive Zukunft anstossen.
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Der HC Davos ist wie ein Auto mit Sommerpneus im Neuschnee
Fehlendes Selbstvertrauen, verunsicherte Goalies, formschwache Ausländer und die Play-outs in Sicht: In Davos wird erstmals die Trainerfrage gestellt.
Yves Tardent, Davos (NZZ)
Dario Bürgler bekundet beinahe Mitleid: «Für sie ist es brutal», sagt der Stürmer des HC Lugano mit Blick auf die Davoser, die soeben ihre sechste Niederlage in Serie erlitten haben und zusammen mit den Rapperswil-Jona Lakers am Tabellenende festsitzen. Bürgler, einst selber im HCD tätig, erzielte beim 6:1-Sieg drei Tore und hat damit dazu beigetragen, dass das Gespenst einer Krise im Sottoceneri verscheucht wurde. Nach vier Niederlagen in fünf Spielen haben die Luganesi dank den zwei Siegen gegen den HCD am Freitag und Samstag den Anschluss an den Trennstrich wieder hergestellt. Bürgler ist froh um die Punkte, sich gleichzeitig aber auch bewusst, dass Davos «derzeit nicht gerade auf seinem absoluten Topniveau spielt». Sein Team müsse am Dienstag den Beweis erbringen, dass es auch gegen ein Team wie den SC Bern Tore schiessen könne, sagt Bürgler.
Personelle Veränderungen
Wenige Meter von Bürgler entfernt klingt es ähnlich. «Wir schauen jetzt auf den Match am Dienstag in Rapperswil – dort sollten wir gewinnen», sagt Gaudenz Domenig leicht gequält. Der Umstand, dass der Präsident des HC Davos nach einer Qualifikationspartie im Oktober Red und Antwort steht, zeigt: Die Krise im frisch verschneiten Kurort ist kein Gespenst, sondern real.
Erstmals in seiner Amtszeit muss Domenig die Frage beantworten: Erreicht Arno Del Curto die Mannschaft noch? Er glaubt: ja. Sagt aber auch: «Irgendwann hört jeder Trainer auf und jeder Präsident.» Er suche «im Moment ganz klar keinen neuen Trainer». Natürlich werde alles infrage gestellt, die Organisation und die Personen. Mit der Berufung des ehemaligen Centers Sandro Rizzi zum Assistenten und Video-Coach sowie der Beförderung des Nachwuchschefs René Müller zum Sportchef wurde organisatorisch bereits einiges umgestellt. Weiteren Spielraum hat Domenig kaum: «Wir müssen da jetzt durch mit dieser Mannschaft.»
Für den Rekordmeister ist die Situation einigermassen ungewohnt. Seit dem Wiederaufstieg 1993 hat der HCD als einzige der derzeitigen National-League-Mannschaften die Play-offs nie verpasst und sechs seiner insgesamt 31 Meistertitel gewonnen, zuletzt 2015. Vergleichbar ist die gegenwärtige Situation höchstens mit jener vor 19 Jahren, als Davos nach zwölf Runden mit vier Punkten Tabellenletzter, am Ende der Regular Season hingegen Siebenter war.
Doch damals waren die Perspektiven noch anders: Der Trainer Arno Del Curto stand in seiner dritten Saison, das Team war jung, wild und aufstrebend und die kollektive Erinnerung an die dunkle Zeit in den Niederungen der 1. Liga noch frischer. Heute sind die Erwartungen ganz andere und die Aussicht, die Play-offs zu verpassen, Anlass zu einer Krise. Man hat sich in den letzten 22 Jahren daran gewöhnt, dass alles irgendwie gut kommt, egal wer auf dem Eis steht. Die wichtigste Person war immer Del Curto und das Vertrauen in ihn so gross, dass man schon fast annahm, er wäre gar in der Lage, eine Ladung Kartoffelsäcke in ein Meisterteam zu verwandeln. Eigentlich war in Davos längst allen klar, dass es eine schwierige Saison werden würde. Sogar Del Curto prognostizierte dem Team nur den neunten Rang. Die Prophezeiung scheint sich zu erfüllen.
13 Spielerwechsel hatte der HCD auf diese Saison hin zu bewältigen. Das Team wurde (noch) jünger und unerfahrener, auch weil wegen des Baus der neuen Trainingshalle Geld für mehr Qualität fehlte. Und da auch die «per se guten Ausländer» (Domenig) ihr Rendement nicht erreichen, wirkt der HCD derzeit hilflos wie ein Auto mit Sommerpneus im Neuschnee.
Drei verunsicherte Goalies
Hinzu kommt, dass mit Enzo Corvi der beste Schweizer Center in einer Schaffenskrise steckt. Der Churer ist das designierte Herz im HCD der Zukunft, doch sein Vertrag läuft aus, und er wird mit lukrativen Verträgen aus dem Unterland gelockt. Der Druck, sich entscheiden zu müssen, hemmt den sensiblen 25-Jährigen offensichtlich. Ein wichtiger Faktor der Krise ist hausgemacht: die ungenügenden Goalie-Leistungen. Die Desavouierung der zwei jungen Torhüter Gilles Senn und Joren Van Pottelberghe kurz vor Saisonbeginn durch die überstürzte Verpflichtung des schwedischen Goalies Anders Lindbäck war ein Schuss in den Ofen. Nun hat der HCD drei verunsicherte Goalies. Erstere, weil ihnen das Vertrauen entzogen wurde, Lindbäck aufgrund der ersten Spiele mit wenig Unterstützung und vielen Gegentoren.
Die Krise fordert Domenig zur Unzeit. Denn eigentlich beschäftigt er sich mit der Planung der nächsten Saison, «um die Weichen zu stellen, damit es dann nicht so läuft wie jetzt». Er hat schon lange die Vision, dass der HCD 2020/21 zum Jubiläum des 100-jährigen Bestehens im renovierten Stadion wieder um den Titel spielt – und Del Curto dann auf der grossen Bühne in Pension gehen kann.
Nach dem Medientermin sorgt sich Domenig primär um seine Heimfahrt ins Unterland. Er ist trotz zwanzig Zentimetern Neuschnee noch mit den Sommerpneus unterwegs.
---------------------------------------------Mein Senf: Ich denke es könnte kommen wie es auch KZ sieht: Wenn Del Curto nicht mehr daran glaubt etwas ändern zu können geht er von sich aus. Wie Favre damals in Gladbach.
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aber ich gebe dir recht: anstatt 2011 budget runterfahren bzw. einfrieren, hätte cillo erhöhen müssen! und vor allem nicht bernet und graf entlassen und als sahnehäubchen noch sich selber als sportchef einsetzen...aber diese zeche hat er zum glück, mit dem abstieg, selber bezahlt und auch die richtigen lehren gezogen.Jep! Leider sind wir seit dem kein Anwärter auf den Titel mehr, das hat YB übernommen, auch wenn sie dafür extrem viel Geld verbrannt haben. Aber he, wenn es Leute gibt die genug Geld haben spielt dies eigentlich eben auch keine Rolle!
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realistisch gesehen, hast du natürlich recht! aber ich hoffe auf den selben effekt wie damals unter favre. basel damals mit deutlich höherem budget. trotzdem 3 fcz meistertitel. wenn alles passt...wie sagte mir alain nef gestern: „am ende schlägt moral talent!“Damals hatten wir nur einen Gegner, jetzt zwei! Magnin ist (noch) kein Favre und unser Budget war damals massiv höher. Canepa hat es leider nach der knapp verpassten Meisterschaft unter Fischer 2010/11 massiv gesenkt, für mich nach wie vor ein riesen Fehler!
Es müsste ein Fussball Wunder geschehen......
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Emotionen, Ehrgeiz und viel Energie: Jungtrainer Ludovic Magnin ist beim FCZ angekommen
Der FCZ-Trainer führt sein Team gegen Leverkusen zum Sieg. Es könnte der Anfang einer grossen Trainerkarriere sein.
von Stephan Ramming (NZZaS)
Seit acht Monaten ist Ludovic Magnin nun Cheftrainer im FC Zürich. Und in diesem Moment scheint gerade alles zu passen, «Spieler, Betreuer, der ganze Verein, alle arbeiten perfekt und vertrauensvoll zusammen», sagt er und strahlt. Es wirkt, als wollte er kurz die ganze Welt umarmen in diesem Moment des Fussball-Glücks.
Der FC Zürich hat gerade in einem denkwürdigen Europa-League-Match Bayer Leverkusen 3:2 besiegt, Magnin sitzt nach dem Spiel vor den Medienleuten und redet über einen Abend, der für ihn und den FCZ eine Bestätigung liefert, vieles richtig gemacht zu haben in den letzten Monaten.«Es kann auch interessant sein mit einem Trainer, der noch Milch hat hinter den Ohren», sagt der Romand in der Übersetzung der französischen Redewendung, selbstverständlich sei er noch immer täglich am Lernen, aber die Entwicklung führe in die richtige Richtung, «das hat man heute gesehen». Der Sieg soll nicht als Triumph, sondern als Genugtuung gewertet werden.
Wie eine hungrige Raubkatze
Magnin ist ein emotionaler Mensch. Das gehöre zu ihm, sagte der 39-Jährige schon am Anfang seiner Zeit als Cheftrainer, er sei zwar älter und ruhiger geworden, aber er werde seinen Charakter nie ändern. Das sieht dann so aus wie am Donnerstagabend gegen Leverkusen, wenn er mit rotem Kopf und weit aufgerissenem Maul vor der Spielerbank herumtigert, als wäre er eine hungrige Raubkatze. Die Nerven glühen, der Puls pumpt, das Adrenalin kocht so feurig und heiss, als könnte es jede Sekunde die Schädeldecke wegsprengen.
«Halt die Fresse!», schreit Magnin wiederholt zu einem Betreuer von Bayer Leverkusen. «Das sind doch nur Emotionen, sie gehören zum Fussball, selbstverständlich habe ich mich nach dem Spiel kurz ausgesprochen und versöhnt», sagt Magnin mit einem charmanten Lächeln, «die Leverkusener kennen mich von früher.»
Die Bundesliga ist seit seiner Zeit als Spieler noch immer Magnins Orientierungspunkt, das gilt für ihn auch jetzt als Trainer.Früher, da war Magnin während neun Jahren in Bremen und Stuttgart Spieler in der Bundesliga, zweimal wurde er Meister, 2010 kehrte er zurück in die Schweiz zum FC Zürich. «Ich habe fertig», hatte Magnin mit den berühmten Worten seines ehemaligen Trainers Giovanni Trapattoni gesagt, als er dann im August 2012 vor Ablauf seines Dreijahresvertrages den Rücktritt verkündete.
Die grossen Worte wirkten damals etwas schief, weil er wenig gespielt und nie die Leaderrolle ausgefüllt hatte, die ihm zugedacht gewesen war. Vielleicht hatte er aber auch das Trainer-Bonmot mit Bedacht zum Abschied als Spieler benutzt. Im Communiqué liess sich Magnin so zitieren: «Vielleicht darf ich irgendwann in ferner Zukunft dem FCZ als Trainer weiterhelfen.»
Rund sechs Jahre später ist es so weit. Ende Februar wird Uli Forte entlassen, Magnin wird nach Lehrjahren im Nachwuchs zum neuen FCZ-Trainer. Der Sportchef Thomas Bickel sagt bei der Vorstellung, es sei «eine leichte und logische Wahl» gewesen. Der Präsident Ancillo Canepa sagt, man werde am Ende der Saison sehen, dass der Entscheid für Magnin richtig sei. Magnin selber sagt: «Ich bin da für die grossen Spiele.»Was damals eher wie ein Scherz tönt, setzt er in die Tat um: Einige Wochen später besiegt er im Cup-Final YB, gegen Leverkusen gelingt der zweite Sieg im zweiten grossen Spiel. «Ich bin stolz, dass wir auch gegen eine Mannschaft aus der Bundesliga bestehen können», sagt Magnin am Donnerstag.
Die Bundesliga ist seit seiner Zeit als Spieler noch immer Magnins Orientierungspunkt, das gilt für ihn auch jetzt als Trainer. Nach gerade einmal acht Monaten als Trainer ist es viel zu früh für eine Prognose, aber wenn man Magnin in den vergangenen Wochen zugehört hat, lassen sich seine Ambitionen unschwer ableiten. Sein Trainer-Vorbild Lucien Favre, einst Magnins Trainer in Yverdon, hatte sich als Coach von Servette nach einem Sieg gegen Hertha Berlin in den Notizblock des Hertha-Managers Dieter Hoeness gespielt. Nach dem zweiten Titel mit dem FCZ wechselte Favre 2007 nach Berlin. Das weiss auch Magnin.Er trägt die Philosophie mit
Ob Magnin tatsächlich das grosse Trainer-Talent ist, wie es die FCZ-Verantwortlichen zu betonen pflegen, wird sich aber noch weisen müssen. Im Verein und bei den FCZ-Fans mögen die meisten die emotionale, spontane Art Magnins. Auch die Spieler kommen gut zurecht mit der Mischung aus Lockerheit, Ehrgeiz und Zielstrebigkeit auf dem Trainingsplatz.
Und auch die Verantwortlichen um den Sportchef Thomas Bickel und das Präsidenten-Paar Canepa nehmen wohlwollend zur Kenntnis, dass sich Magnin nie beschwert hat, dass mit Michael Frey und Raphael Dwamena zwei wichtige Stürmer verkauft worden sind. «Ludovic trägt unsere Philosophie voll mit», sagt Bickel.
Noch ist Magnin ein gutes Stück entfernt von seiner Vorstellung, wie der FCZ spielen soll – nämlich unberechenbar, offensiv, mit Freude und mit grossem Unterhaltungswert für die Zuschauer. Gegen Leverkusen ist das gelungen, aber Magnin weiss, dass es auch in St. Gallen, im Cup gegen Red Star und immer weiter gelingen muss. Erst dann ist er mehr als der ehemalige Spieler mit dem Feuer im Kopf.
Ludovic Magnin
Seit Ende Februar ist der 39-Jährige erstmals Cheftrainer. Mit dem FCZ gewann er im Mai den Cup. Die Bilanz nach bisher 32 Spielen: 15 Siege, 10 Remis, 7 Niederlagen. Magnin war linker Verteidiger in der Nationalmannschaft. Als Junior wurde er in Yverdon von Lucien Favre trainiert. Magnin spielte neun Jahre
in der Bundesliga bei Bremen und in Stuttgart, 2010 wechselte er zum FC Zürich. Magnin ist Primarlehrer, verheiratet und Vater von drei Kindern.