Beiträge von Larry

    Gipfeltreffen der Gegensätze

    SCB und ZSC gewannen 8 der letzten 11 Meistertitel. Heute kommt es zur ersten Saisonbegegnung in Bern. Eine Momentaufnahme der beiden so verschiedenen Spitzenclubs.

    Philipp Muschg

    Punkt 1: Der ZSC istTransfersieger

    Zwei Schweizer Nationalspieler, ein tschechischer Weltmeister, ein mehrfacher Captain von Team Canada: Selten rüstete eine Meistermannschaft so auf wie die ZSC Lions mit Hollenstein, Bodenmann, Cervenka und Noreau. Dass zwei der drei Neuen aus Bern kamen, vergrösserte das Gefälle zum grossen Rivalen ebenso wie dessen zurückhaltende Transferkampagne.

    Nach einem Fünftel der Qualifikation lässt sich sagen: Immerhin die Hälfte der ZSC-Zuzüge hat eingeschlagen. Hollenstein ist zweitbester Punktesammler und Aktivposten des Teams, Noreau trug bis zum letzten Wochen­ende den Topskorerhelm und dirigiert das Powerplay. Auf der anderen Seite fehlt Bodenmann trotz ­Engagement oft die Bindung zum Spiel, ist Cervenka alles andere als der angekündigte Spektakelmacher. Null Tore und 4 Assists über­raschen nur, wer ihn diese Saison nie spielen sah.

    Im Vergleich zu Bern ist der ZSC trotzdem ein Transfersieger. Dort ist Almquist zwar ein sicherer Puckverteiler, aber weit ­weniger schussfreudig als ­Vorgänger Noreau. Den Ausfall des verletzten Untersander kann der Schwede im Überzahlspiel nicht kompensieren. Die drei neuen Schweizer sind bisher kaum ein Faktor. Powerflügel Sciaroni musste beim Start noch zwei Spielsperren aus der Vorsaison absitzen – und wurde nach nur zwei Matchs schon wieder gesperrt. Der ­gesundheitlich fragile Bieber machte seinem Ruf Ehre und verpasste die letzten Spiele. Grassi durfte pro Match nicht einmal 9 Minuten aufs Eis. Und der Slowake Mursak überzeugt, doch das tat 2017/2018 auch Raymond.

    Punkt 2: Beim SCB spielt dievierte Linie kaum eine Rolle

    Seit Kari Jalonen 2016 in Bern Cheftrainer wurde, hat der ­Finne den Ruf nach Kräften bestätigt, seinen Besten reichlich Eiszeit zu geben – auf Kosten der hinteren Reihen. Nun ging der Finne erstmals beim SCB nicht als Meister in die Saison, gelobte Besserung. Doch die Zahlen sprechen eine andere Sprache.

    Gemessen an der Eiszeit, kommen bei Jalonen die Stürmer Nummer 10, 11 und 12 zwischen 8:48 und 10:48 Minuten zum Einsatz. Im Vergleich dazu hat in der vierten Linie beim ZSC kein Einziger unter 11 Minuten. Und selbst die Zürcher Nummer 15, Marco Miranda, weist mit 8:52 Minuten noch den höheren Wert auf als Berns Nummer 11, Daniele Grassi (8:48).

    Umgekehrt gehören die Berner Leistungsträger zu den Schwerarbeitern der National League. Das Spitzentrio Arco­bello (20:32), Ebbett (19:44) und ­Moser (19:13) findet sich ebenso unter den Top 15 aller Stürmer wie vom ZSC Suter (19:22), Cervenka (19:21) und Shore (19:15).

    Punkt 3: Erfolgsgarant Genoni ist unersetzbar

    Man könnte meinen, für die Überprüfung dieses Mythos sei es im Oktober noch zu früh. Doch einerseits ist da die kolossale ­Reaktion des SCB auf den beschlossenen Abgang von Nationalgoalie Leonardo Genoni im Sommer 2019: Der Club will kurzerhand die Ausländerregelung ändern, um die ganze Welt nach Ersatz abgrasen zu können, den es in der Schweiz nicht gibt.

    Und andererseits beweist ­Genoni eben auch in diesem Herbst, dass die Bemühungen des SCB keineswegs eine Überreaktion sein müssen. 205 von 215 Schüssen gehalten (95,35 Prozent), im Schnitt nur 1,26 Tore erhalten: Die klar beste Defensive der Liga verdanken die Berner zu guten Teilen dem Zürcher zwischen ihren Pfosten.

    Beim ZSC heisst das Erfolgsrezept dagegen wieder einmal Arbeitsteilung: Lukas Flüeler(6 Spiele) und Niklas Schlegel(4) gehören mit Fang­quoten von über 93 Prozent wie Genoni zu den Top 5 der Liga.

    Punkt 4: Der ZSC profitiert vom Nachwuchs, Bern nicht

    Als Vorwarnung: Der Anteil eigener Junioren im Team verläuft oft wellenförmig. Beim SCB vor fünf Jahren hätte man 13 frühere Nachwuchsspieler gefunden, darunter grosse Namen wie Vermin, Scherwey, Bertschy, Furrer oder Jobin. Doch ­ändert das nichts am öden Bild in der Gegenwart. 7 sind es derzeit noch, ausser Scherwey keiner Leistungsträger.

    Ganz anders der Gegner. Wenn ein 22-Jähriger den Helm des Topskorers trägt, der seine ­gesamte Karriere in der ZSC-­Organisation verbracht hat, dann dürfen die Zürcher das durchaus als Auszeichnung verstehen. ­Jérôme Bachofner heisst der ­unbekümmerte Stürmer, der sich innert weniger Wochen vom Überzähligen ins Zentrum des Teams gespielt hat. Und der doch nur einer von 15 ist mit Juniorenvergangenheit beim ZSC – 60 Prozent der bisher Eingesetzten.

    Dass die Zürcher sich ihre Nachwuchspyramide bis hinauf in die Swiss League ein paar Millionen jährlich kosten lassen, mag nicht effizient sein – aber Wirkung hat es zweifellos. Immerhin: Beim SCB zeigen sich erste Anzeichen einer neuen Welle. Mit Jeremi Gerber debütierte jüngst ein 18-Jähriger und unterschrieb seinen ersten Profivertrag.

    (Redaktion Tamedia)

    Das ist bei Blindi auch so, aber Leute die ihr ganzes Leben nur etwas gemacht haben tun sich schwer damit aufzuhören. Die sind ziemlich angefixt von der Kabine und dem ganzen drum und dran.

    Die meisten Einsprachen kommen mit der Baubewilligung die vermutlich im November folgt. Da braucht es wie in Aarau nur einen durchgeknallten Trottel. Ich hoffe und glaube aber das der ZSC dies durchziehen würde, die meisten Einsprachen haben eh keine Chance und werden nur gemacht um zu verzögern oder um Geld zu kassieren. Auch der Hardturm und Aarau sind nur gescheitert weil die Bauherren vorher die Waffen gestreckt haben statt das Ganze durch zu ziehen!

    Für unseren neuen Coach sind alle drei neu, somit hat keiner einen Bonus von letzter Saison. Shore kommt wie Aubin aus NA, er hätte eher Vitamin B als die anderen. Ich denke einfach es spielen diejenigen die sich auch im Training aufdrängen. Und es wird wieder Verletzungen geben, es kommt jeder zum spielen.

    Den Artikel aus der NZZ würde ich eher im Hochparterre suchen, der Mann ist ein Träumer. Auch seine Kritik am Stadion in St. Gallen kann ich kaum nachvollziehen, wie gesagt: Träumer!

    Interessant finde ich die Umfrage zum Stadion im 20 Minuten: Nur blöd das die Klicks wohl aus der ganzen CH kommen und/oder von Leuten die dann nicht mal abstimmen....


    überraschend wenig Zueschauer

    Habe ich auch gedacht! Aber es war wohl zu schön (der Zürcher Eventfan!), da ist Papi mit den Lions Kids in den Kinderzoo gegangen!

    Schöne, werbefreie Shirts NHL Style, könnte mich daran gewöhnen!

    Wick/Hollenstein werden uns noch viel Freude bereiten und Blindis Pass war den Eintritt alleine wert!

    Fünfter Sieg in Folge, Platz 3 (nach Verlustpunkten Platz 2), es kann so weiter gehen, Luft nach Oben ist reichlich vorhanden!

    AM34 scheint durch die Ankunft von Tavares extrem angestachelt zu sein, den Leafs kanns recht sein.

    Fragt sich was nach der Saison passiert, sein Vertrag läuft aus. Können die Leafs zahlen was er fordert oder geht er?

    Oder bleibt er um den Cup zu gewinnen auch unter Wert?

    Für die Leafs wäre es besser den Cup diese Saison zu holen, aber es ist wohl noch zu früh.

    *Zug, Lausanne und nun auch Davos?*

    Aufgrund der Umbauarbeiten in Davos wurde der Gästesektor vorübergehend geschlossen. Nach anfänglichen Bemühungen seitens des HCD, den Gästen trotzdem Einlass zu gewähren, wurden die Spielregeln immer wieder geändert.

    Stand jetzt können lediglich Fans einzelner Vereine, gegen Abgabe der Personalien, ihre Mannschaft im Davoser Eisstadion unterstützen. Geht dies schon mal gar nicht, setzten die Verantwortlichen aus Davos noch einen drauf. Kurzerhand erklärten sie willkürlich die Hälfte aller Gegner und deren Fans zu Hochrisikospielen, wodurch diese Spiele jetzt unter Ausschluss der Gästezuschauer stattfinden.
    Natürlich sind auch wir, ohne jegliche Vorkommnise in den letzten Jahren, in diese Gruppe eingeteilt worden.
    Somit ist dies bereits das dritte Stadion der Nationalliga, dass seine Tore für die Gäste nicht mehr öffnet oder versucht Daten zu sammeln, die in unserem Lande kein Veranstalter oder Verein braucht, um einen Sportanlass durchzuführen!

    Eine Entwicklung die Fragen aufwirft und für die Zukunft Sorgen bereitet.
    Die Vereinsführungen sind im Austausch und werden die Situation im neuen Jahr nochmals bewerten. Übrigens für das Grümpelturnier in der Altjahreswoche ist natürlich das ganze Stadion verfügbar.
    Unsere Meinung dazu sollte klar sein, doch die Entwicklungen innerhalb der Nationalliga sind erschreckend. Es ist zu hoffen, dass nachdem der Deckmantel Umbau gefallen ist, beim HC Davos nicht weiterhin auf diese Praxis gesetzt wird.

    Aus den obengenannten Gründen wird die Aktive Fanszene bis auf Weiteres die Auswärtsspiele in Davos nicht besuchen (können). Das Spiel werden wir gemeinsam im Stadiönli in der KEBO verfolgen. Wir hoffen auf zahlreiches Erscheinen.

    Aktive Fanszene ZSC

    Na ja sie waren schon letzte Saison sehr gut und hätten eigentlich gegen uns im Final stehen müssen, lagen sie doch im Halbfinal gegen Lugano nach 2 Siegen im dritten Spiel 3:0 (!) in Front ehe sie total einbrachen und 3:6 verloren und danach kein Spiel mehr gewinnen konnten.

    Der Blick sieht sie ebenfalls als Meistertauglich

    https://www.blick.ch/sport/eishocke…-id8952215.html

    Nicht vergessen sollte man aber das ein Team wie Fribourg schon vier Mal im Final stand aber nie gewinnen konnte!

    Der neue ZSC-Trainer Serge Aubin warnt vor Überheblichkeit und sagt: «Ich spüre die Spieler besser»

    Am Dienstag treffen die ZSC Lions in der Champions League auf die Vienna Capitals, das Team, das Aubin in den letzten zwei Jahren coachte. Im Interview erzählt er, wie er mit Detailpflege an der Einstellung der Spieler arbeitet.

    Ulrich Pickel (NZZ)

    Die Saison ist zwei Wochen alt. Sie haben viermal gewonnen und dreimal verloren. War Ihr Start mit den ZSC Lions schwieriger als erwartet?

    Er war ziemlich nah an den Erwartungen. Es geht sehr eng zu in dieser Liga. In den ersten zwei Spielen waren wir bereit. Das dritte Spiel gegen Langnau war ein Rückschritt und Weckruf, die letzte Woche mit drei Siegen war solid. Wir konnten endlich die Punkte sammeln als Belohnung für unsere Anstrengungen.

    Haben Sie die Auftritte der Mannschaft manchmal auch überrascht?

    Überrascht ist vielleicht nicht ganz richtig. Ein neuer Trainer, einige neue Spieler: Da braucht es Zeit, bis man alle Puzzleteile beisammenhat. Wir hatten immer auch einige Verletzte, mussten regelmässig Umstellungen vornehmen. Es war nicht leicht, die richtige Mischung in den Linien zu finden und eine kompakte Gruppe herzustellen, die geschlossen nach vorne marschiert. So gesehen war der Start sehr herausfordernd.

    Serge Aubin
    pic. · Der 43-jährige Kanadier blickt auf eine beachtliche Spielerkarriere zurück. Er war kein begnadeter, aber ein zäher und kampfstarker Stürmer. 396 Spiele absolvierte er in der NHL, in der Schweiz spielte er erfolgreich für Genf/Servette, Biel und Freiburg (247 NLA-Spiele, 250 Skorerpunkte). 2011 zog er nach Hamburg, wo er verletzungshalber aufhören musste und nahtlos ins Trainermetier wechselte. 2016 verliess er die Hamburg Freezers als Headcoach und übernahm die Vienna Capitals, mit denen er gleich in der ersten Saison Meister wurde. Die ZSC Lions sind erst seine dritte Trainerstation. Bei den Zürchern unterzeichnete der dreifache Familienvater einen Zweijahresvertrag mit Option auf eine dritte Saison.

    Die Erwartungen in Zürich sind stets hoch. Das Publikum will von dieser Mannschaft Siege sehen, und zwar nicht nur knappe, sondern möglichst klare. Mit 14 Toren nach 7 Spielen sind die Lions im Angriff noch sehr verhalten.

    Das muss jeder für sich beurteilen. Wenn man sich herumschaut, sieht man, wie ausgeglichen die Liga ist. Ein 2:1 oder ein 3:1, gegen wen auch immer, ist eine hervorragende Leistung. Ich glaube, das haben wir schnell gelernt in der letzten Zeit: Wir müssen bescheiden bleiben und dürfen niemanden unterschätzen. Im Übrigen mache ich mir keine Sorgen um unseren Angriff, die Tore werden mit der Zeit schon noch fallen.

    Wie gut kennen Sie die Spieler und ihre Mentalität jetzt schon?

    Ich habe allmählich einen ziemlich guten Zugang zu ihnen. Ich sehe, wie sie reagieren, wenn Widerstände auftauchen, aber auch, wenn wir erfolgreich sind. Ich spüre die Spieler besser. Ihnen geht es sicher auch so. Wir kommen zusammen.

    Auch wenn Sie sagen, dass die Liga ausgeglichen ist: Eine Ihrer grössten Herausforderungen dürfte sein, die Spieler auf Duelle gegen die sogenannt kleinen Mannschaften einzustellen. Die Lions neigen gerne zum Minimalismus.

    Es ist nicht meine Aufgabe, die Spieler gegen die sogenannt kleinen Gegner mehr vorzubereiten. Jeden Gegner zu respektieren, ist eine Frage der Einstellung. Daran arbeiten wir jeden Tag.

    Und wenn die Spieler die richtige Einstellung nicht finden, schreiten Sie ein. Am Tag nach der Niederlage gegen Langnau gab es die Quittung in Form von Übungen, die wie ein Straftraining aussahen. Ist dies die Art, wie Sie in solchen Situationen mit den Spielern kommunizieren?

    Das war ein harter Tag für uns, und ich glaubte, dass wir einen solchen Tag brauchten. Wir können nicht jedes Spiel gewinnen. Aber ich will, dass wir jedes Mal alles versuchen, um zu gewinnen. Wie sehr wir uns anstrengen, liegt allein in unseren Händen.

    Als Sie sich entschieden, das Team in diesem Training hart anzufassen, hatten Sie da nicht die Befürchtung, diese Massnahme komme zu einem etwas gar frühen Zeitpunkt?

    Wir sind hier, um zu gewinnen. Nein, ich hatte keine Bedenken wegen des Zeitpunkts. Es war einfach eine kleine Erinnerung, dass die Saison begonnen hat und wir bereit sein müssen. Es geht darum, was bei solchen Massnahmen herauskommt. Und mit der Art, wie die Spieler jetzt arbeiten, zeigen sie mir, dass eine weitere solche Massnahme momentan wahrscheinlich nicht nötig ist.

    Nun spielen Sie am Dienstag in der Champions League gegen die Vienna Capitals. Gegen das Team, das Sie in den letzten zwei Jahren coachten, werden Sie sich noch mehr als sonst im bestmöglichen Licht präsentieren wollen.

    Nein, nicht mehr als sonst. Wir wollen uns einfach weiter nach vorne orientieren, nachdem wir in der letzten Woche dreimal gewonnen haben. Ich weiss, dass die Wiener gegen uns richtig zur Sache gehen werden. Wir müssen gewinnen, wenn wir weiterkommen wollen, sie auch. Das ist eine ideale Situation, um zu sehen, wie wir uns verhalten, wenn es wirklich wichtig ist.


    Aber werden das die Spieler auch so sehen? Man nimmt in der Schweiz Gegner wie die Vienna Capitals oder das Eishockey in Österreich nicht allzu ernst.

    Nun, das war bei den Lions vor vier Jahren der Fall – und dann verloren sie gegen Wien. Ich spielte letztes Jahr mit den Capitals gegen den EV Zug, wir gewannen. Es wäre ein grosser Fehler, Wien auf die leichte Schulter zu nehmen. Sie haben in dieser Saison noch nie verloren. Alles in allem ist das Niveau in der Schweiz schon höher, aber in Bezug auf ein einzelnes Spiel heisst das nichts.

    Sie sind nach sieben Jahren in Hamburg und Wien zurück in der Schweiz. Hat sich die Liga in dieser Zeit verändert?

    Ein wenig schon. Die Teams sind näher beieinander als damals. In den ersten zwei oder drei Linien sind die Spieler der meisten Mannschaften ähnlich begabt. Das war in diesem Ausmass nicht so, als ich noch hier spielte. Diese Entwicklung geht nicht zuletzt auf die gute Arbeit im Nachwuchs zurück. Der Grat zwischen Erfolg und Enttäuschung ist wirklich sehr schmal geworden.

    Als Sie 2011 die Schweiz verliessen, waren Sie noch Spieler. Jetzt sind Sie als Trainer zurück, und dies erst noch beim Meister. Die ZSC Lions sind Ihre bis anhin grösste berufliche Herausforderung.

    Das ist eine wunderbare Gelegenheit für mich. Ich weiss, dass wir hier etwas erreichen können. Aber als ich nach Wien kam, war das auch eine Herausforderung. Ich hatte keine Ahnung vom Eishockey dort, kannte keinen einzigen Spieler und musste eine erfolgreiche Gruppe aufbauen. In dieser Hinsicht ist es in der Schweiz einfacher. Hier hatte ich von Anfang an eine gute Vorstellung vom Potenzial der Spieler, ich kenne noch ziemlich viele von ihnen. Letzten Freitag waren wir in Freiburg, da kenne ich noch fast die halbe Mannschaft.

    «Man kann als 43-Jähriger nicht 18 Jahre Erfahrung als Trainer mitbringen, wenn man 17 Jahre lang als Profi spielte.»

    Waren Sie überrascht, als die Lions Interesse zeigten? Sie sind ein junger Coach, vor Ihnen waren sehr prominente und erfahrene Leute wie Bob Hartley und Marc Crawford hier.

    Wissen Sie, ich finde es immer ziemlich lustig, wenn man sagt, ich hätte noch nicht so viel Erfahrung. Man kann als 43-Jähriger nicht 18 Jahre Erfahrung als Trainer mitbringen, wenn man 17 Jahre lang als Profi spielte. Ich habe in meiner Zeit als Spieler viel gelernt, von dem ich heute Gebrauch machen kann. Natürlich, Erfahrung ist durch nichts zu ersetzten. Aber ich fühle mich bereit für meine Aufgabe hier.

    Wer hat Sie von all den Trainern, die Sie einst hatten, am meisten beeinflusst?

    Wenn es um Details und Vorbereitung geht, dann Bob Hartley. Ihn hatte ich in der Minor League (Hershey Bears), in Colorado und Atlanta in der NHL. Das war eine lange Zeit. Er war hart. Aber mit der Art, wie er Wert auf die Details legte, machte er aus mir einen besseren Spieler. Wenn es um die Kommunikation geht, darum, wie man den Spielern auch den Spass vermittelt, dann beeindruckte mich Gerard Gallant, der momentan in Las Vegas der Coach ist. Er hat einen speziellen Zugang zu den Leuten, selbst in heiklen Momenten kann er locker und entspannt bleiben. An ihn denke ich oft. Und bei Chris McSorley in Genf lernte ich viel in Sachen Intensität und Leidenschaft. Er hatte da etwas Ansteckendes.

    Wie man hört, legen Sie bei Ihrer Arbeit sehr viel Wert auf Kommunikation.

    Ja, aber das muss man nicht extra forcieren. Manchmal geht es nur um kleine Gesten, indem man beispielsweise fragt, wie es der Familie geht. Man zeigt einfach, dass man sich kümmert, nicht nur, wenn jemand ein gutes oder ein weniger gutes Spiel hatte. Es geht mir aber auch um die Details. Eishockeyspiele gewinnt man mit vielen kleinen, unspektakulären Aktionen, die man von der Tribüne aus gar nicht erkennen kann. Wir arbeiten daran, diese Dinge so zu beherzigen, dass sie uns allmählich in Fleisch und Blut übergehen. Das wird auch geschehen, aber es braucht etwas Geduld. Mir wäre es natürlich auch am liebsten, wenn wir alle Probleme über Nacht lösen könnten.

    Das eigentlich Undenkbare ist wahr geworden: Biel steht sportlich und wirtschaftlich auf Augenhöhe mit Bern, Zürich, Zug oder Lugano.

    Biel ist drauf und dran, der neue Titan unseres Hockeys zu werden und den letzten Schritt zu machen: Von einem dominierenden Team der Qualifikation zu einer Meistermannschaft.

    Diesen Schritt haben in diesem Jahrhundert erst Davos, Lugano, der SC Bern und die ZSC Lions geschafft. Es ist der schwierigste Schritt für ein Sportunternehmen. Noch schwieriger als jener aus dem Tabellenkeller an die Tabellenspitze.

    Die Bieler stehen vor diesem schwierigsten Schritt.

    https://www.watson.ch/sport/eismeist…rigsten-schritt

    Der letzte Schritt ist der schwerste, man frage nur Zug (20 Jahre!).

    Bei Ambri, einem Team das in neun von zehn Saisons die PO's verpasst, war Inti ein Star. Beim ZSC hätte er sich beweisen, sich durchsetzten müssen was ihm in zwei Jahren bei zwei Coaches nicht gelang.

    Nun ist er wieder bei einem Team das um die PO's kämpfen muss und einem Trainer der auf seine Tore angewiesen ist.

    Ein Rückschritt!