Die ZSC Lions sind derzeit arg gebeutelt, acht Stammspieler fehlten im Derby wegen Verletzungen. So etwas steckt kein Team einfach weg. Aber das Personelle ist nur das eine. Das andere ist die Spielweise. Man kann auch bei reduziertem Personalbestand mit Mut und Leidenschaft spielen. Die Zürcher aber wollten vor allem etwas: nicht verlieren. Mit einem auf reine Vorsicht und Fehlervermeidung ausgerichteten Schablonen-Eishockey hatten sie das verkehrte Rezept gewählt, eine Balance zwischen defensiver Solidität und offensiver Gefährlichkeit war nicht auszumachen.
Erst nach dem 0:3 gab es ein kurzes Aufbäumen mit ein paar sehenswerten Torchancen, zuvor hatten sich die Zürcher kaum je gute Möglichkeiten erspielt. Die 1:5-Demütigung im eigenen Stadion gegen den Letzten können die Lions zum Anlass nehmen, ihr zögerliches Tun zu hinterfragen. Der Trend zeigt schon seit einer Weile nach unten. Vier der letzten fünf Spiele wurden verloren – der Strich war auch schon weiter weg. (NZZ)
Die Lions, erneut ohne sieben verletzte Stammspieler angetreten, taten sich mit dem schnörkellosen Stil der Gäste schwer. Das medizinische Bulletin darf für die Stadtzürcher in der Aufarbeitung der Blamage kein Hauptfaktor sein. Sie müssten angesichts ihrer Kadertiefe nach wie vor in der Lage sein, einen Kontrahenten zu beherrschen, der vor dem Coup im Hallenstadion in 14 Auswärtspartien zwölf Niederlagen bezogen hatte.
Einmal mehr leistete sich der Champions-League-Viertelfinalist einen schwer nachvollziehbaren Aussetzer. An guten Tagen schlagen die Lions den Leader SCB, mit weniger Lust und Laune lassen sie sich von Teams wie Biel (2:5), Ambri (0:4) oder Kloten vorführen. (20 Minuten)
Die Pflaume: Hans Wallson (ZSC Lions). Der schwedische Coach findet den On-Knopf nicht. Sein Team hat nun vier der letzten sechs NL-Spiele verloren. (Blick)