ZSC - Lausanne 1:2 n.P.
Die Lions beissen sich die Zähne aus
Ulrich Pickel, Zürich
Die ZSC Lions unterliegen zu Hause dem Lausanne HC. Die Romands kämpften bis zum Umfallen und reüssierten.
Der Lausanne HC im Hallenstadion: Das ist, wie wenn die lästige Schwiegermutter zu Besuch kommt. :razz: Nicht das höchste aller Gefühle. Und wenn es ihr dann noch gefällt und sie länger als unbedingt nötig bleibt, wird’s erst recht ungemütlich. Doch hin und wieder sind solche Treffen unvermeidbar, sie gehört ja zur Familie.
Auf die Verhältnisse im Eishockey übersetzt, bedeutet dies: Zürcher und Lausanner haben normalerweise viermal pro Jahr das Vergnügen. Je zweimal in Zürich und in der Romandie. Im letzten Jahr war dieser Normalfall nicht gegeben. Es kam zusätzlich zu einer Viertelfinalserie im Play-off. Und weil es den Lausannern dort sehr gut gefiel, ging diese erst noch über die volle Distanz. Dies nicht zur Freude des Zürchers Kassiers, denn die Romands waren kein Publikumsmagnet. Zum Schluss wurden die Zürcher ihren Gast doch noch los, aber bis dahin hatten sie viele bange Momente zu überstehen.
Das Spiel vom Samstag war nun wieder so ein Schwiegermutter-Besuch, wie er klischeehafter kaum mehr hätte sein können.
Der Lausanne HC ist den Zürchern im Prinzip hoffnungslos unterlegen. Allein Roman Wick, Robert Nilsson und Luca Cunti vereinigen auf sich wohl mehr Talent als die ganze Lausanner Equipe zusammen. Aber diese Equipe – und vor allem ihr Trainer Heinz Ehlers – kennt ihre Limiten. Und entsprechend spielt sie: kämpfen bis zum Umfallen, Tore verhindern. Das ist die Strategie. So kam der Aufsteiger letzte Saison erstmals ins Play-off. Und so ist er wieder auf Kurs. Das defensive Spiel beherrscht er mittlerweile fast perfekt. Da spielt es nicht einmal eine Rolle, dass der Sturm einer der harmlosesten der Liga ist. Cristobal Huet im Tor sorgt fast immer dafür, dass sein Team im Spiel bleibt.
So war das auch wieder gegen die Lions. Ihnen war kein Vorwurf zu machen, sie waren nicht minimalistisch. 53 Minuten lang rannten sie an, hatten mehr Schüsse, mehr Chancen und mehr Spielanteile. Aber Huet hielt alles, und Lausanne war lange auf bestem Weg zum dritten 1:0-Sieg in Serie. Gobbi hatte nach einem Weitschuss die Führung erzielt. Doch schliesslich kam der längst fällige Ausgleich durch Baltisberger doch noch, im Powerplay, weil sich Miéville eine unnötige Strafe eingehandelt hatte.
Am Ende war trotzdem Huet der Matchwinner. Die Entscheidung in diesem zähen Ringen musste schliesslich im Penaltyschiessen fallen, und dort liess er sich nicht mehr bezwingen. Nun haben die Lions im vierten Duell der Saison die erste Niederlage erlitten. Und jetzt können sie nur noch hoffen, dass diese Schwiegermutter im Viertelfinal nicht schon wieder zu Besuch kommt.