Beiträge von Larry

    Nostalgische, angriffige Löwen

    Die ZSC Lions gewannen auch ihr viertes Jubiläumsspiel und entthronten mit dem 4:1 den HC Davos.

    Simon Graf Zürich

    Wenn die ZSC Lions in Retro-Trikots antreten, ist das kein gutes Zeichen für ihre Gegner. Denn in den Leibchen, die vergangenen Zeiten nachempfunden sind, pflegen sie gross aufzuspielen. Das war auch gestern Sonntag im Spitzenkampf gegen den HCD nicht anders. Mit einem blauen, angriffslustigen Löwen auf der Brust, wie im zweiten Meisterjahr 1949, bezwangen sie die Bündner 4:1 und schoben sie sich wieder an die Tabellenspitze. Zum vierten Mal luden die ZSC Lions zu einem Jubiläum, ihre Bilanz in diesen Spielen ist mit 20:4 Toren eindrücklich. Zuvor hatten schon Lugano, Biel und Bern bei einem Zürcher Fest Spalier stehen müssen. Pro Saison ist nur ein Auftritt in Nostalgie-Trikots erlaubt.

    Würde der Meister in jeder Partie so engagiert zu Werke gehen wie gestern, Coach Marc Crawford hätte wohl das eine oder andere graue Haar weniger. Beim samstäglichen Auftritt in Lugano (1:2) hatten sie zwar nicht schlecht gespielt, aber zu wenig zielstrebig im Abschluss. Gegen den HCD stürmten sie von Beginn weg nach vorne – und schon nach 41 Sekunden traf Baltisberger zum 1:0. Die Zürcher sorgten mit einem 3:1 im Startdrittel bereits früh für die Differenz. Und weil die Davoser nicht mehr so präzise trafen wie zuletzt und Niklas Schlegel im ZSC-Tor überzeugte, wurde es nicht mehr spannend.

    Schlegel überzeugte beim Debüt

    Schlegel? Richtig, der 20-Jährige von den GCK Lions gab sein Debüt, weil sich Stammgoalie Flüeler in Lugano in der Endphase wieder verletzt hatte. Wie lange Flüeler ausfällt, ist noch offen. Doch es könnte eine langwierige Angelegenheit werden, ist doch seine Adduktorenzerrung, die ihn schon Anfang Saison behindert hatte, wieder aufgerissen. Ein MRI soll weitere Aufschlüsse geben. Bis zur Nationalteam-Pause Anfang November stehen noch sieben Ligaspiele an. Sollte Flüeler länger pausieren müssen, würde er also zahlreiche Partien verpassen. Schlegel zeigte im Hallenstadion, dass er der Mann sein könnte, der Flüeler vorderhand ersetzt. Er wirkte sicher, liess sich nur von einem präzisen Schuss Corvis (15.) zum 1:1 bezwingen und wehrte 32 von 33 Schüssen ab. «Einen besseren Einstand hätte ich mir nicht erträumen können», sagte er strahlend.

    Er habe Schlegel dem ein Jahr älteren Boltshauser vorgezogen, weil er im Rhythmus sei, zuletzt mehr gespielt habe, erklärte Crawford. Noch am Samstag hatte er mit den GCK Lions ein 3:4 nach Verlängerung in Visp erlitten. Zur Verfügung stehen würde auch der 32-jährige Urban Leimbacher, der im ZSC-Dress indes noch nicht überzeugen konnte. Der Coach freute sich, dass vor so vielen Kindern und Familien – es war Kid’s Day mit Gratiseintritt für die Jüngsten – die Jungen überzeugt hatten: «Wir hatten sehr viel Energie, und das begann beim Goalie.» Er lobte aber auch Malgin, der sich in der höchsten Liga schon erstaunlich gut zurechtfindet, sowie Senteler. Der hatte zuletzt im Farmteam stürmen müssen und war bei seiner Rückkehr voller Tatendrang.

    Versöhnlicher Wochenabschluss

    Mit dem 4:1 sorgten die ZSC Lions für einen versöhnlichen Abschluss einer durchzogenen Woche. Am Dienstag waren sie in Wien in der Champions League gescheitert, die Niederlage in Lugano trug auch nicht zur Aufhellung der Stimmung Crawfords bei. Er habe das Gefühl, die Spieler hätten sich auch deshalb so angestrengt, weil sie ihn im Training wieder einmal in guter Laune sehen wollten, sagte er schmunzelnd. Sie stoppten die Serie des HCD bei neun Siegen. Bei den Gästen war Axelsson wegen einer Nackenstarre kurzfristig ausgefallen, die anwesenden Nordländer konnten für einmal nicht überzeugen.

    Die Zürcher Retro-Trikots werden online versteigert. Der leicht vergilbte Teint der Leibchen ist gewollt. Das sei wohl die Färbung vom HallenstadionRauch, scherzte ein Beobachter.

    © Tages Anzeiger
    -------------------
    Hallenstadion Rauch? 1949 wurde noch auf dem Dolder gespielt....

    Zitat von Adm. Bööf

    Wer zum Teufel ist Schlegel????

    Wir haben drei Goalies im Kader und dann spielt die Nummer 4.....und wie!

    Zudem noch zwei Junioren auf dem Eis, und man kommt gegen Davos mehr oder weniger problemlos zum Sieg.

    Zeigt einfach wie gut und breit das Kader des Z ist! :applaus:

    Einmal jedes Jahr ist bereits im Oktober Play Off Stimmung in der Halle:

    Retro Game!

    Auch heute werden wieder 11'200 Zuschauer in der ausverkauften Halle eine spezielle Stimmung hinzaubern.

    Ich hoffe, das Team trägt das Seinige dazu bei!

    Vorfreude herrscht! :cool: :geil:

    Es ist Oktober, und im Oktober ist noch nie jemand Meister geworden!

    Wir sind gut gestartet und brauchen uns soweit keine Sorgen zu machen.

    Da sieht es bei den Mitfavoriten Fribourg und Kloten ganz anders aus!

    Und Bern dümpelt auch schon wieder am Strich rum!

    Heute gegen Davos wird sich auch nur zeigen wohin der Trend beim ZSC im Moment geht:

    Kehren wir zum Siegen zurück oder kommt eine Minikrise?

    Entscheidend ist dies weder für Davos noch für den ZSC!

    ZSC In Retrotrikots gegen Davos

    Für die ZSC Lions steht mit Spielen in Lugano und gegen Davos das Wochenende der Wahrheit an. Coach Marc Crawford hat auf das Aus in der Champions League reagiert und alle Linien umgestellt. Verteidiger Siegenthaler spielt heute bei GCK. Für den sonntäglichen Klassiker gegen den HCD wurden bereits über 10 000 Tickets abgesetzt. Die ZSC Lions laufen dabei in Retrotrikots auf, die an 1948/49 gemahnen, ihre zweite Meistersaison. Es wurde auch eine Retro-Merchandising-Linie lanciert. (sg.)

    Zitat von Adm. Bööf

    Genf, Lugano, Daffos und die eigene Arroganz...

    Ich sehe den ZSC wie den FCB: Eigentlich können wir uns nur selber schlagen!

    Herausforderer sind wohl der HCD (Zweifel sind angebracht ob der Sprit bis im Frühling reicht), EVZ (Kreis und mit Stephan endlich ein Top Goalie), der SCB (die werden noch kommen), ev. Lugano (Wundertüte).

    Vom Duo Kloten/Fribourg wird wohl einer (eher Kloten) die PO's noch schaffen, für viel mehr reicht es aber nicht.

    Bin gespannt auf das Spiel am Sonntag!

    Zitat von Mushu


    Und sie schaffed d'EM; und mit eme bitzeli Turnierglück chömeds in Final!

    Dank Je-Ka-Mi Modus chunt so ziemlich jedi Mannschaft a die "EM".

    Wär hütt de Start würdeds kein Punkt mache, keis Goal schüsse!

    Zum Glück gahts no zwei Jahr!

    Ich mochte ihn sehr als Spieler.

    Nachher war er einer der wenigen ehemaligen Spieler die ich regelmässig im Hallenstadion sah.

    Dann wurde er Sportchef bzw. er machte die Lehre als Sportchef, er war ja Anfänger.

    Er schoss (natürlich) den einen oder anderen Bock (einen Colin Muller hätte ich NIE zum Coach gemacht!), aber er lernte aus seinen Fehlern.

    In der Zwischenzeit sind wir mit Eggi zwei mal Meister geworden und es gibt wenig, sehr wenig zu kritisieren.

    Alles in allem macht er nun einen guten Job und ich bin froh haben wir alte ZSC Helden in der Teppichetage wie Eggi oder Bruno Vollmer. :cool:

    Weitermachen!

    «Komplexer als eine Beziehung»

    ZSC-Sportchef Edgar Salis erklärt das Innenleben eines Teams und blickt zurück auf schmerzliche Lehrjahre.

    Mit Edgar Salis sprach Simon Graf Zürich

    Viele frühere Eishockeyprofis sagen, so schön wie in ihrer Spielerkarriere werde es nie mehr. Einverstanden?

    Ja. Im Hockeybusiness ist das Spielerdasein das Schönste. Und wie oft im Leben realisiert man erst danach, wie gut es eigentlich war.

    Vermissten Sie den Applaus und das Adrenalin, als es vorbei war?

    Am meisten fehlte mir das Leben in der Garderobe. Diese Unbeschwertheit, dass man bei allem Ernst auch kindisch sein kann. Und dass man zusammen etwas erreicht. Applaus stand für mich nie im Vordergrund. Und ich bekam in den letzten Jahren als Spieler auch nicht mehr so viel davon. (schmunzelt)

    Sie sind nun schon fünfeinhalb Jahre ZSC-Sportchef. Sind Sie froh, dass der Anruf von Peter Zahner kam?

    Ich kam zu diesem Job wie die Jungfrau zum Kind. Und es gab auch schwierige Momente. Eine Zeitlang dachte ich: Wieso nur hat er mich angerufen? Aber im Nachhinein bin ich froh darum.

    Wie grenzten Sie sich 2009 ab, als Sie Chef von Spielern wurden, mit denen Sie noch gespielt hatten?

    Gute Frage. Heute weiss ich: Ich hatte das unterschätzt. Wie grenzt man sich ab gegenüber einem Menschen, der zehn Jahre ein guter Freund war?

    Mit Mathias Seger hatten Sie ja sogar zusammengewohnt.

    Richtig. Ich empfand diese Abgrenzung als unangenehm. Man kann sich nicht total verändern, sonst ist man nicht mehr authentisch. Das merken die Spieler.

    Wie ist es, wenn Sie mit Seger einen neuen Vertrag aushandeln?

    Es ist eine verquere Situation. Nachdem ich zurückgetreten war, hatte er mich ja einmal gebeten, für ihn zu verhandeln.

    Und taten Sie es?

    Ja.

    Und wie ist es heute?

    Wir waren uns einig, dass es das Beste ist, wenn ihn ein Agent vertritt.

    Wie schafft man es als Sportchef, ein funktionierendes Team zu bauen?

    Es gibt kein Patentrezept. Schauen Sie, wie komplex es nur schon bei Beziehungen zweier Menschen ist. Sonst gäbe es nicht 50 Prozent Scheidungen. Man denkt, alles ist gut, hat die gleichen Interessen, und plötzlich stimmt es nicht mehr. Jetzt muss man sich vorstellen, wie es ist, wenn 24 Menschen harmonieren müssen. Das ist komplexer als eine Beziehung. Die meisten Spieler haben Teams erlebt, in denen die Chemie gut war. Und wo sie schlecht war. Aber die wenigsten werden es auf einen Nenner bringen, was der Unterschied war.

    Holen Sie auch einen Spieler, der Ihnen nicht sympathisch ist?

    Klar. Es wäre unprofessionell, wenn meine Sympathie entscheidend wäre.

    Anders gefragt: Erträgt eine Mannschaft auch schwierige Charaktere?

    Ja. Wie in einer Familie hat es auch in einem Team Platz für ein schwarzes Schaf. Das kann sogar zusammenschweissen. Jedes Team braucht spezielle Typen. Solche, die sich gewisse Dinge herausnehmen. Das gibt Diskussionen, fordert eine Gruppe heraus. So lange es im Rahmen bleibt, ist es produktiv.

    Wie würden Sie mit einer Situation umgehen wie in Kloten, wo Simon Bodenmann schon vor dem Saisonstart beim SCB unterschreiben hat?

    Zu Kloten kann ich mich nicht äussern. Jeder Fall ist anders. Aber wir machten mit Gardner (2009) eine ähnliche Erfahrung. Auch er unterschrieb sehr früh bei Bern. Das war höchst problematisch. Bei jedem Fehlpass dachten die Leute: Der hat eh schon unterschrieben, den kümmert es nicht mehr. Ich war damals zu unerfahren. Sonst hätte ich mit dem SCB eine sofortige Lösung gesucht. Wie vergangene Saison bei Maurer mit Lugano.

    Es gibt bei NLA-Clubs fast nur Ex-Spieler als Sportchefs. Wieso?

    Weil man diesen Job nicht studieren kann, kein Diplom braucht. Aber es wertvoll ist, wenn man gewisse Dynamiken erlebt hat. Wenn man versteht, was in der Kabine vorgeht. Was passiert in einem Team, wenn der Trainer entlassen wird? Ein Spieler weg muss? Was heisst es, zusammen Erfolg zu haben? Misserfolg?

    Was mussten Sie lernen?

    Vieles. Vor allem, strategisch zu denken. Wegzukommen vom Hier und Jetzt, in dem man als Spieler lebt. Ich musste ein ganz anderes Denken verinnerlichen. Anfangs stellte ich Fragen wie ein Lehrling im ersten Jahr. Natürlich machte ich Fehler. Aber Fehler muss man machen. Ohne Fehler entwickelt man sich nicht.

    Was war Ihr grösster Fehlgriff ?

    Das will ich nicht verraten. Ich kann nur sagen, wer mein bester Transfer war.

    Wer?

    André Reinhard, der Teamleiter. Er ist eine der guten Seelen, die sich tagtäglich den Hintern aufreissen, damit alles stimmt für die Jungs. Aber ich nenne natürlich auch bewusst keinen Spieler.

    Wie war es für Sie, als Sie als Sportchef anfangs heftige Kritik ernteten?

    Nicht einfach. Manchmal dachte ich, ich sei der Alleinschuldige für das, was auf dem Eis abläuft. Da ist es wichtig, dass man kompetente Menschen um sich hat, die einen unterstützen. Aber eine Zeit lang war es der Horror. Vor allem die Saison mit Colin Muller (2010/11). Wer liest schon gerne täglich, dass er ein Versager ist? Als mich meine Mutter dreimal am Tag anrief und fragte, ob es mir gut gehe, wusste ich: Etwas stimmt nicht. (lacht) War der Titel 2012 die Bestätigung, die Sie brauchten?

    Absolut. Nach drei Jahren des Scheiterns im Viertelfinal hatten sich verständlicherweise viele gefragt, ob ich das könne.

    In der Stunde des Triumphs wirkten Sie in Bern aber sehr beherrscht.

    Ich bin nicht einer, der grosse Emotionen zeigt. Aber es war ein Befreiungsschlag. Nicht nur für mich, für alle Beteiligten.

    Treiben Sie heute noch Sport?

    Nein.

    Vermissen Sie das nicht?

    Nein. Ich trieb nie gerne Sport. Ich spielte einfach gerne Eishockey. Das mag jetzt blöd tönen. Ich machte nie gerne Sommertraining, mochte den Kraftraum nicht. Ich könnte mir auch nicht vorstellen, freiwillig ins Fitness zu gehen oder mit dem Velo einen Berg hinaufzufahren. Ich liebe Sport, aber vor allem schaue ich gerne Sport. Ich bin ein Sofasportler.
    :rofl: Geile Siech!

    © Tages Anzeiger

    Zitat von Blackstar

    Fand die Analyse im Teleclub ganz gut. In der CH-Meisterschaft kommen wir halt auch mit sehr durchschnittlichen Leistungen zu siegen.
    Hier ist man auf eine körperlich starke und gut organisierte Mannschaft gestossen. Und dann bräuchte es halt etwas mehr.
    So eine Uebermannschaft ist Vienna nicht.

    Die Teams die an der CHL teilnehmen spielen auf Augenhöhe, das Niveau ist sehr gut.

    Die Spiele sind viel besser als Spiele gegen den Bodensatz in der Schweiz.

    Darum ist es auch schade sind wir nicht mehr dabei.

    Was niemanden interessiert und uns auch nicht weiter bringt sind noch mehr Spiele gegen Biel, Rappi, Ambri und Co.!

    Eine Lektion für den Schweizer Meister

    Simon Graf

    Die ZSC Lions verpassten mit einem 3:5 in Wien den Achtelfinal der Champions Hockey League. Weiter sind dafür Fribourg und Servette.

    Es sind im internationalen Clubeishockey nicht immer die Favoriten, die gewinnen. Das wissen die ZSC Lions, seit sie 2008/09 einen grossen Gegner nach dem anderen stürzten und die Champions Hockey League gewannen. Bei deren zweiten Austragung hat es nun sie getroffen. Sie wurden in Wien in der Partie um den Gruppensieg vom Eis gearbeitet. Dreimal in Rückstand, blieben die zähen Capitals immer dran – und wurden mit einer Wende vom 2:3 zum 5:3 im Schlussdrittel belohnt. Bezeichnend für den oft unkonzentrierten Auftritt der Zürcher war die Szene, die zum entscheidenden 4:3 Frasers in der 58.  Minute führte: Bergeron und Smith kollidierten hinter dem ZSC-Tor, der Puck gelangte an die blaue Linie zum Wiener Quarterback, der seinen Hattrick komplettierte.

    ZSC körperlich klar unterlegen

    Dass es dem Schweizer Meister durchaus ernst gewesen war, hatte er mit seiner seriösen Vorbereitung auf die Partie demonstriert. Und in der 32. Minute nahm der unzufriedene Marc Crawford ein Timeout, um sein Team aufzurütteln. Doch zu mehr als zum dritten Führungstor reichte es nicht. Erstaunlich war, wie unterlegen die ZSC Lions den mit zahlreichen Nordamerikanern besetzten Wienern körperlich waren. Sie verloren fast alle Zweikämpfe, wussten sich oft nur mit Fouls zu helfen, mussten sich so sechsmal in Unterzahl wehren und kassierten dabei zwei Gegentore.

    Kraft ihrer spielerischen Möglichkeiten können sich die ZSC Lions in der Meisterschaft immer wieder mittelmässige Abende leisten, ohne bestraft zu werden. Die schmerzliche Niederlage in Wien darf ihnen nun eine Lektion sein. Man könnte als Entschuldigung anführen, dass es für sie die siebte Partie innert zwölf Tagen gewesen war. Doch wer über ein so breites Kader verfügt, muss das wegstecken können.

    «Das Ausscheiden ist eine Enttäuschung, ganz klar», stellte der in Wien anwesende Geschäftsführer Peter Zahner fest. «Aber ich muss auch sagen: Wien spielte hervorragend. Wer gegen uns vier und gegen Färjestad fünf Punkte holt, hat es verdient. Die Capitals waren gut organisiert, hatten ein starkes Powerplay und einen exzellenten Goalie.» Finanziell dürfte die Champions League für die ZSC Lions ein Nullsummenspiel sein. Das Budget betrug rund 300 000 Franken.

    Mueller vor Rückkehr zu Kloten

    Noch weniger erfreulich war der neue Wettbewerb für die Kloten Flyers, die sich zum Abschluss bei ihrer sechsten Niederlage nochmals tüchtig blamierten. Ohne Santala und Bieber angetreten und anfangs mit Müller im Tor, wurden sie in Salzburg 7:1 deklassiert. Für Müller war der Abend nach gut vier Minuten und zwei Gegentoren vorbei, darauf musste ihn Gerber ersetzen. Immerhin zeichnet sich auf dem Transfermarkt eine interessante Entwicklung ab: Peter Mueller, letzte Saison mit 24 Toren treffsicherster Klotener Stürmer, weigerte sich, ins Farmteam von St. Louis abgeschoben zu werden. Wohl, weil er zurück nach Europa will. Dass ihn bis Donnerstag eine andere NHL-Organisation übernimmt, ist unwahrscheinlich. Danach wäre er frei – für die Flyers? Das grösste Hindernis scheint, dass er auch für Schweizer Verhältnisse teuer und in Klotens Budget nicht vorgesehen ist. Doch gebrauchen könnte man den Amerikaner natürlich.

    Nur für die Deutschschweizer Teams – auch Zug scheiterte – mündete die Champions League in eine Ernüchterung. Die Romands, in der Liga zuletzt in der Krise, spielten sich international frei von ihren Sorgen. Fribourg und Servette qualifizierten sich mit Heimsiegen für die Achtelfinals. Damit haben die Schweizer dort immerhin gleich viele Vertreter wie Österreich.

    © Tages Anzeiger

    Für einmal auf Augenhöhe

    Wien und Salzburg können heute gegen die Zürcher Clubs die Achtelfinals der Champions League erreichen.

    Simon Graf

    Auf Ebene der Nationalteams ist die Schweiz Österreich längst entwischt. Die WM 1995 in Gävle und Stockholm, als das Team von Gilligan/Slettvoll dem Nachbarn in Hin- und Rückspiel gegen den Abstieg (0:4, 4:4) unterlag, scheint eine Ewigkeit her. Die Schweiz hat sich in den Top 8 etabliert, derweil die Österreicher zwischen A- und B-Gruppe pendeln. Im April gelang ihnen im südkoreanischen Goyang der fünfte Aufstieg innert acht Jahren. Was das Clubeishockey betrifft, begegnen die Österreicher den NLATeams dieser Tage indes auf Augenhöhe. Die Vienna Capitals brauchen heute gegen die ZSC Lions nur einen Punkt zum Einzug in den Achtelfinal der Champions League, Red Bull Salzburg gegen die abgeschlagenen Kloten Flyers ebenfalls.

    Der Walter Frey von Wien

    Die beiden Vorzeigeclubs werden gespeist von potenten Geldgebern – die Wiener vom Werber, Medien- und Gastrounternehmer Hans Schmid, Salzburg von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz. Bereits 1986, als es seinen Energiedrink noch nicht gab, unterstützte Mateschitz den EC Salzburg und kam dabei auf den Geschmack. Fortan revolutionierte er das Sportsponsoring. Seit 2000 trägt der Verein seine Firma im Namen, mit seiner kürzlich eröffneten Fussball- und Eishockey-Akadamie hat er neue Standards gesetzt.

    Schmid belebte das Eishockey in der Hauptstadt wieder, wirkt bei den Capitals seit 2001 als Präsident und ist als ruhender Pol gewissermassen das Pendant zu Walter Frey bei den ZSC Lions. «Was er tut, hat Hand und Fuss», sagt Stefan Grüneis, Sportchef der Pressagentur APA. Als Schmid bei den Capitals einstieg, lag das österreichische Clubeishockey am Boden. Serienmeister Feldkirch, der lange mit einer Integration in die Schweiz geliebäugelt hatte, ging im Jahr 2000 in Konkurs.

    Die höchste Liga umfasste danach gerade noch zwei Clubs (Klagenfurt und Villach), weshalb man sie mit der zweithöchsten zusammenschloss. Die Ausweitung aufs nahe Ausland, die 2006 mit dem slowenischen Jesenice begann, erwies sich später als die richtige Strategie. Die EBEL, benannt nach Sponsor Erste Bank, funktioniert immer besser. Mit Meister Bozen, Ljubljana, Székesfehérvár und Znojmo sind derzeit zwar vier von zwölf Teams ausländisch, trotzdem ist die geografische Verteilung in Österreich so gut wie lange nicht mehr.

    Besser verteilt als der Fussball

    «Dass vor zwei Jahren noch Innsbruck und Dornbirn dazukamen, war wichtig», sagt Grüneis. «Nun reicht das Eishockey bis ganz in den Westen und ist in den Landeshauptstädten präsent. Anders als im Fussball, wo sich die Hälfte der Liga aus Dörfern zusammensetzt.» Und der Agenturjournalist ist auch der Meinung, dass Wien, mit 1,75 Millionen Einwohnern fast siebenmal so gross wie die zweitgrösste Stadt (Graz mit 270 000), im Eishockey eine gute Rolle spielen muss. Für Christian Weber, der fast drei Jahre in Österreich wirkte, ist es keine Überraschung, dass die EBEL-Vertreter in der Champions League so gut mithalten: «Ich sagte immer, dass die besten österreichischen Teams in den Top 6 der National League A mitspielen könnten. Der Unterschied ist, dass das Gefälle in Österreich viel grösser ist.»

    Arbeitslose Nationalspieler

    Gemäss Weber beherrschen Wien, Salzburg und Klagenfurt die Szene – und den Transfermarkt. «Die drei können für gute Ausländer Gagen bezahlen wie in der Schweiz.» Das Manko sieht der frühere ZSC-Trainer in der fehlenden Nachhaltigkeit. Denn die Punkteregel, die die einheimischen Spieler begünstigen sollte, greift nicht. Jedem Spieler wird eine Anzahl Punkte zugeteilt, pro Team ist 60 das Maximum. Und wer seine Punkte in gute Ausländer investiert, fährt am besten. «Es gab sogar österreichische Nationalspieler, die keinen Verein fanden», so Weber. Doch für eine Ausländerbeschränkung wie in der Schweiz fehle die Masse an einheimischen Spielern. Man schiele in Österreich immer noch neidisch auf die Schweiz, sagt er. Umso prestigeträchtiger sind für Wien und Salzburg die Duelle gegen die Zürcher Clubs.


    © Tages Anzeiger

    Zitat von Mitsch 2006

    wämmer no stabiler und usglichener werded, liet de meischtertitel dine...

    So eifach wirds nöd werde.

    Wänn de FCB bis zur Pause schwächlet werdeds nomal brutal zueschlah uf em Transfermärt.

    Im Notfall buttereds nomal 12 Millione ine, sie händs und es locked jedes Jahr 20 neui Millione.

    Eigentlich isch es unmöglich, Basel chan sich nur sälber schlah!