Beiträge von Larry

    Zwischenbilanz - Die Schweizer in der NHL

    Torhüter:

    Hiller (ANA): Stand in 16 Spielen im Tor (9 Siege), Fangquote 90,4%. Sein Kollege Andersen gewann 6 der 7 Spiele in denen er spielte mit einer Fangquote von 94,3%! Hiller ist unter Druck!

    Berra (CGY): Stand in 9 Spielen im Tor (3 Siege), Fangquote 88,9%. Ist nur unwesentlich besser als seine zwei Kollegen, hat aber das Vertrauen von Bob Hartley, der ihn auch geholt hat. Sieht zumindest im Moment gut aus für ihn.

    Verteidiger:

    Diaz (MTL): 24 Spiele, nach Punkten die Nummer 3 der Verteidiger, nach Einsatzzeit (TOI) die Nummer 4. Sieht sehr gut aus für ihn, wird im Sommer UFA. Dürfte zu teuer werden für Montreal!

    Josi (NSH): 14 Spiele, Nummer 5 nach Punkten der Verteidiger, Nummer 3 nach TOI. Besitzer eines im Sommer unterschriebenen, mit insgesamt 28 Millionen US-Dollar dotierten Siebenjahresvertrags.

    Streit (PHI): 23 Spiele, Nr.1 nach Punkten der Verteidiger, Nr.3 nach TOI. Macht das was er kann und wofür man ihn geholt hat.

    Sbisa (ANA): 9 Spiele, 1 Punkt, Nr. 6 nach TOI. Wieder verletzt, fraglich für Sotschi.

    Weber (VAN): Wurde ins Farmteam abgeschoben. NHL Karriere zu 90% vorbei.

    Stürmer:

    Niederreiter (NSH): 25 Spiele, Nr. 4 nach Punkten der Stürmer, Nr.10 nach TOI der Stürmer. Wechsel scheint sich auszuzahlen.

    Bärtschi (CGY): 20 Spiele, Nr. 8 nach Punkten der Stürmer, Nr. 8 nach TOI der Stürmer. Musste unter Hartley auch schon unten durch.

    Brunner (NJD): 22 Spiele, Nr. 7 nach Punkten der Stürmer, Nr. 9 nach TOI der Stürmer. Auf dem absteigenden Ast, jammert rum statt sich dagegen aufzulehnen.

    Habe mich oben in Green Bay riesig gefreut über diesen Sieg! :cool:

    Nun 8'800 im Schnitt.....Nummer 1 im PP, leider nur Nr. 9 im Boxplay, das muss noch besser werden.

    Skorerliste sieht auch gut aus!

    Es sieht schon (fast) alles sehr, sehr gut aus und macht den Leuten auch Spass! :geil:

    Weiter so! :applaus:

    Brunner hatte im Spiel gestern Nacht nicht mal mehr einen Schuss aufs Tor, in seinen Stats steht überall eine Null!

    Intern ist er auf Platz 10 abgerutscht.

    Streit hat gegen die Panthers verloren, morgen werde ich ihn gegen Tampa wieder mal Live sehen.

    Zitat von 007

    Wenn man sieht, dass Spieler wie Petterson und Olesz auf dem Markt sind, dann muss man sich schon fragen, was unsere Strategie ist in dieser Situation.

    Nun, Bern ist unter dem Strich und hat sicher viel mehr Handlungsbedarf als wir.

    Wenn ich mir die Tabelle so ansehe wird es wohl wieder einen (oder zwei?) "Grosse" Clubs treffen!

    Ambri sehe ich Ende Saison nicht mehr auf den Plätzen 1-4, aber die PO's werden sie machen.

    Lausanne ist eher im Sinkflug, ev. trifft es nur einen.

    Zug (vor allem), Bern und Lugano sind die heissen Kandidaten.

    Kolumne Gehirnerschütterungen gefährden das Eishockey in seinen Grundfesten. Von Kent Ruhnke

    Wenn Spieler zu Zombies werden


    Kent Ruhnke Der Kanadier coachte Biel (1983), die ZSC Lions (2000) und den SC Bern (2004) zum Titel. Für den «TagesAnzeiger» begleitet er die Eishockeysaison mit regelmässigen Kolumnen.

    Ich bin wohl wie die meisten anderen Menschen. Oft braucht es zuerst einen unglücklichen Zwischenfall, der uns persönlich betrifft, um unsere Gedanken und unsere Energie zu mobilisieren, um Lösungen für ein bestimmtes Problem zu suchen.

    Mein Sohn Corey, der für den EHC Olten spielt, gemahnte in den letzten zwei Wochen an eine von einem Virus angesteckte Figur in einem ZombieFilm. Ich sah den Check. Es war nicht spektakulär. Corey wurde nicht zu Boden geschlagen. Es gab kein Blut, er trug keine Prellungen davon, war nicht benommen. Es war keine bösartige Aktion gewesen. Aber die Spitze des Schulterpolsters des Langnau-Spielers war an die Seite seines Kopfes geprallt. Es war ein guter, sauberer Check, der die Essenz des Eishockeys verkörperte. Und jetzt fällt Corey für unbestimmte Zeit aus, wartet darauf, dass sich die Symptome seiner Gehirnerschütterung verflüchtigen.

    Die Gedanken an Chad Silver

    Als Coach war ich skeptisch gewesen, wenn es um Gehirnerschütterungen ging. Ich erinnere mich, wie mich beim EHC Basel Shawn Heins einmal bat, ein paar Einsätze zu warten, bis sein Schwindel verflogen sei, um ihn zurück aufs Eis zu schicken. Und ich erinnere mich natürlich an Chad Silver, der sich nach einem harten Check in Davos einen Eisbeutel auf den Nacken drückte, derweil er aufs Okay des Arztes wartete, um wieder ins Gefecht einzugreifen. Zwei Tage später fanden wir ihn leblos im Bett. Obschon Chad an einem plötzlichem Herztod starb, frage ich mich noch heute, ob jener Check etwas damit zu tun hatte.(ich mich auch!)
    Als ich in den Siebzigerjahren spielte, galt es als Beweis von Courage, sofort wieder aufzustehen und weiterzuspielen, egal, wie gravierend die Verletzung war. Das ist immer noch der Code in Kanada. Aber er beginnt sich zu ändern. Nach dem Meistertitel mit den ZSC Lions bat man mich, an einem Meeting der Regelkommission des Internationalen Hockeyverbands teilzunehmen. Auch dabei war ein kleiner, bescheidener italienischer Arzt, der für eine härtere Bestrafung von Attacken gegen den Kopf argumentierte. Mein kanadischer Landsmann (auch er ein Arzt) und ich schauten uns ungläubig an. «Wie können Sie das fordern?», fragten wir. «Solche Checks sind doch Teil des Spiels!»

    Wir verloren jene Diskussion. Und wenn ich zurückschaue, ist mir klar, dass wir auf der falschen Seite waren. Neue Regeln, die Angriffe gegen den Kopf härter sanktionierten, wurden eingeführt. Doch sie haben das Problem nicht gelöst. Die Fälle von Gehirnerschütterungen nehmen laufend zu. Einverstanden, die Spieler sind grösser und schneller geworden, und wir werden harmlose Checks wie jenen gegen den Kopf meines Sohnes Corey nie eliminieren können. Aber wenn unser Sport nicht etwas unternimmt, verlieren wir den Kampf um die Gesundheit unserer Kinder, der Hockeyspieler im Allgemeinen.

    In Juniorenligen in Kanada hat man begonnen, Bodychecks zu verbieten. Und Eltern entscheiden sich immer mehr für «sicherere» Sportarten wie Fussball oder Basketball. Die Frage also ist: Wie schaffen wir es, das Eishockey sicherer zu machen, aber seinen Geist zu erhalten? Mit anderen Worten: Wie retten wir unseren Sport? Um Bill Clinton bei seiner Präsidentschaftsdebatte 1992 gegen George Bush zu paraphrasieren: «Auf die Ausrüstung kommt es an, Dummkopf!»

    Angezogen wie moderne Krieger

    Ich kann mich noch (verschwommen) an ein Spiel gegen St. Louis im Jahr 1977 erinnern. Ich checkte Blues-Prügler Bob Gassoff, und als wir beide vom Plexiglas abprallten, wuchtete er mir den Ellbogen so heftig an den Kopf, dass ich noch 36 Jahre später beim Gedanken daran zusammenzucke. Mein Gesicht platzte, ich konnte kaum mehr sehen, weil ich so blutüberströmt war. Aber ich spielte weiter. Wenn mich Gassoff mit einem heutigen Ellbogenpolster getroffen hätte, ich wäre wohl gestorben. Zum Glück waren sie damals noch aus Schaumstoff und die Schulterpolster aus Leder. Die Spieler waren noch nicht angezogen wie moderne Krieger, verpackt in Hightechmaterialien.

    Ich fordere nicht die Rückkehr ins Zeitalter der Dinosaurier, aber ein vernünftigerer Mix aus modernen und traditionellen Materialien würde in der Summe für mehr Sicherheit sorgen. Es wäre sinnvoll, wenn man das Risiko besser verteilen, den Schutz für jenen, der angreift, etwas reduzieren und so dem Opfer wieder bessere Karten in die Hand geben würde. Ist es nicht erschreckend, von früheren Footballspielern zu lesen, die, nach den vielen Schlägen gegen den Kopf von Alzheimer-Symptomen geplagt, Selbstmord begingen, indem sie sich in die Brust statt in den Kopf schossen, damit ihr Gehirn auf traumatische Enzephalopathie untersucht werden konnte? Seit 2010 haben sich im Football 9,5 Prozent weniger Junioren neu eingeschrieben. Geht das Eishockey in dieselbe Richtung?

    Vor zwei Jahren litten vier meiner Spieler beim EHC Olten während Monaten an Folgen von Gehirnerschütterungen. Das merkte man aber erst, wenn man in ihre Augen blickte. Sie waren leer. Und dann fiel einem auf, dass jene Spieler orientierungslos waren und Mühe hatten mit der sozialen Interaktion. Es geht hier um geschädigte Gehirne, nicht um gebrochene Knochen – man kann jemanden mit einer Gehirnerschütterung nicht wieder zusammenflicken, da stösst die Medizin an ihre Grenzen.

    Ich glaube nicht, dass man mit Regeländerungen die Gefahr eliminieren kann. Ich bin aber überzeugt, dass wir neue Ausrüstungen brauchen, die nicht nur ihren Träger schützen, sondern vor allem auch den Gegner. Denn schliesslich wollen wir nicht, dass wir, wenn wir dereinst zurückblicken, eingestehen müssen, dass wir auf der falschen Seite der Geschichte standen.


    © Tages Anzeiger

    "Im Direktvergleich mag der HCD obenaus schwingen, sonst aber weisen die beiden Klubs derzeit mehrheitlich Gemeinsamkeiten auf: Sie erleben eine Qualifikation ohne ernsthafte Sorgen und haben erst noch etliche Verletzte, was die komfortablen Rangierungen umso bemerkenswerter macht."

    http://www.nzz.ch/aktuell/sport/…ssen-1.18188515

    Bald Halbzeit, ein erstes Fazit:

    Ziel Platz 1-4 wird im Moment knapp verpasst, es hätte schon der eine oder andere Sieg mehr sein können/müssen/sollen.

    Ansonsten, wie oben schon angetönt, kann/muss man eher zufrieden sein.

    Möchte mal wissen was hier los wäre wenn wir wie Bern (!) oder Zug (!!!) spielen würden.

    Also mit Schwung in die zweite Hälfte und es kommt gut! :cool:

    Der Tänzer, der auf die Zähne beisst

    Mit zwei Toren gegen Ambri sammelte Roman Wick Punkte für die ZSC Lions und Argumente für ein Olympia-Aufgebot.

    Von Simon Graf

    Roman Wick war froh, dass er gestern Sonntag wieder einmal ausschlafen und einen freien Tag geniessen konnte. Es war ein gedrängtes Programm für den 27-Jährigen gewesen, der in der Pause noch am Deutschland-Cup in München spielte. Fünf Partien mit dem Nationalteam und den ZSC Lions in neun Tagen, dazu war er leicht erkrankt. Nicht, dass man ihm das angemerkt hätte. Am Samstag steuerte er zum 4:1 über Ambri zwei Tore bei und verpasste ein drittes nur um Zentimeter. Mit 10 Treffern und 18 Punkten ist er in die Top 10 der LigaSkorerliste vorgerückt, und das macht sich gut im Olympiajahr, in dem viele Sotschi im Hinterkopf haben.

    Die Erinnerungen an Vancouver 2010 sind beim Zürcher noch frisch: «Gegen das beste Kanada und die besten Amerikaner zu spielen, ist unvergesslich. Und weil es mir so gut lief, gab mir das Vertrauen, nochmals den Schritt nach Nordamerika zu wagen.» Die Schweizer forderten im Abschiedsturnier Ralph Kruegers den USA zweimal alles ab und zwangen Olympiasieger Kanada ins Penaltyschiessen. Und Wick war mit fünf Punkten aus ebenso vielen Spielen der beste Skorer des Teams. Doch weil er im Frühjahr, als die Schweizer in Stockholm mit WM-Silber den grössten Erfolg der Neuzeit errangen, nicht dabei war, ist er in der Rolle des Herausforderers, der sich die Gunst Simpsons erkämpfen muss.

    Trotz Fussbruchs weitergespielt

    Wick glaubt, dass jener Erfolg etwas ausgelöst hat. «Es ist ein Hype entstanden ums Schweizer Eishockey, es kommen mehr Zuschauer, das Interesse an uns Spielern ist grösser geworden. Das kann nur gut sein.» Er verfolgte die zweite Hälfte des Gipfelsturms zu Hause vor dem Fernseher. Vorwürfe, dass er Simpson verletzungsbedingt abgesagt hatte, machte er sich nie. «Eine WM-Vorbereitung und zehn Spiele anzuhängen wäre nicht mehr dringelegen», sagt er, der seit Februar mit einem gebrochenen rechten Fuss gespielt hatte. «Ich brauchte für jedes Spiel schmerzstillende Spritzen. Im dritten Drittel liess die Wirkung jeweils nach, zum Glück hatte ich noch das Adrenalin. Aber nach dem Match hat es richtig schön wehgetan.»

    Was ihn genau plagte, wusste Wick nicht. Erst bei Untersuchungen nach der Saison wurde der Bruch festgestellt. Er war von einem Schuss am Fuss getroffen worden, und wegen des vielen Bluts hatte man anfänglich nicht gesehen, worum es sich handelte. «Aber es hätte ohnehin keine Rolle gespielt», sagt er. «Ich hätte im Playoff sowieso gespielt. Das ist mir heilig.» Trotz der Verletzung, die ihn stark behinderte, war er im Playoff einer der besten ZSC-Stürmer und mit 10 Punkten teamintern am produktivsten. Jene Episode zeigt, dass in Wick, bei dem alles so leicht, spielerisch aussieht, mehr Leidenschaft und Leidensfähigkeit steckt, als man vermuten könnte.

    Das Duo aus dem Kindergarten

    Der Bruch wuchs im Sommer wieder zusammen, inzwischen belastet ihn der Fuss kaum mehr, und das wirkt sich auch auf seine Leistungen aus. Nach einem verhaltenen Start ist er immer effizienter geworden, in den letzten 14 Spielen schoss er 9 Tore und half, die vielen Absenzen vergessen zu machen. Zuletzt harmonierte er mit Robert Nilsson, mit dem er einst in Kloten den Kindergarten besuchte. «An viel aus jener Zeit kann ich mich nicht erinnern», sagt er schmunzelnd. Jedenfalls sei der Schwede technisch sehr versiert und wisse immer, wo seine Mitspieler seien. «Wenn du zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort läufst, findet er dich.»

    Wick fand inmitten der Klotener Wirren im Sommer 2012 den Weg zum Kantonsrivalen und ist in Oerlikon ein Schlüsselspieler geworden. Sein Vertrag läuft noch eine weitere Saison, Gespräche über eine vorzeitige Verlängerung haben noch keine stattgefunden. «Aber ich kann sagen, dass ich mich immer mehr als ZSCler fühle.» Nordamerika ist für ihn kein Thema mehr, in die AHL gehe er auf keinen Fall mehr, hält Wick fest. «Wenn sich in der NHL etwas ergeben würde, würde ich das sicher anschauen. Aber im Vordergrund steht für mich, Schweizer Meister zu werden.»

    Und natürlich auch, in Sotschi dabei zu sein. «Simpson hat mich schon oft gesehen. Er weiss, wie ich Hockey spielen kann, national und international», sagt Wick unaufgeregt. Trotzdem schadet es nicht, dies dem Nationaltrainer in Erinnerung zu rufen, bis er im Dezember sein erstes Olympia-Aufgebot erlässt

    (TA)