Beiträge von Larry

    Bastls spätes Tor zum Happy End

    Der ZSC glich gegen Davos mit einem 5:3 in einem wilden Spiel 2 aus. Das goldene Tor fiel in der 58. Minute.

    Von Simon Graf, Davos

    «Jetzt müssen wir das Glück erzwingen», sagte der nervöse ZSC-Sportchef Edgar Salis in der zweiten Pause. Und obschon er seine Worte nicht an die Mannschaft richtete, setzte sie genau das um, was er forderte. Die Zürcher fanden im Schlussabschnitt ihre Organisation wieder, schienen plötzlich wieder mehr Luft zu haben und gaben sich mit initiativerem Spiel eine Chance aufs entscheidende Tor. Es fiel in der 58. Minute – so, wie im Playoff oft Tore fallen: mit etwas Glück. Monnet spielte zur Mitte, Forster lenkte den Puck mit seinem Schlittschuh ungewollt auf Bastls Stock, der Romand traf zum 4:3. Und im Finish reüssierte Bärtschi noch ins verlassene Davoser Tor.

    Dass Bastl am richtigen Ort stand, war kein Zufall. Der kämpferische Stürmer ist das, was man als Playoff-Spieler bezeichnet. Je wichtiger die Spiele, desto wichtiger wird er für die Mannschaft. Der 32-Jährige ist weder besonders schnell noch besonders filigran. Aber er liest das Spiel ausgezeichnet und macht meist das Richtige, das fast immer unspektakulär aussieht. Er war ein grosser Faktor dabei, dass Monnet in diesem Winter zurück zu seiner Bestform fand – und wird seinen Freund vermissen, wenn dieser nach der Saison zu Gottéron wechselt. Aber noch wollen die beiden mit den ZSC Lions zusammen etwas erleben.

    Beim gestrigen Ausgleich in der Serie waren sie, die das frühe 1:0 (6.) und das 4:3 herauskombinierten, die entscheidenden Figuren. Oder besser: Sie waren die Stürmer, die für den Unterschied sorgten. Denn es gilt besonders auch Flüeler zu erwähnen, der das Goalieduell gegen Genoni gewann, sich von den stürmischen Bündner Angriffen auf sein Tor nicht beeindrucken liess, stets Ruhe ausstrahlte. Dass die ZSC Lions einen 2:0- und 3:1-Vorsprung verspielten, war nicht Flüelers Schuld. Das Team verlor im Mittelabschnitt, in dem es alle Gegentore zuliess, seine defensive Stabilität, vertändelte viel zu oft den Puck in der eigenen Zone und wurde von den Davoser Routiniers bestraft.

    Marha (34.) und Reto von Arx (38.) machten aus einem 1:3 ein 3:3 und liessen Stimmung in der Vaillant Arena aufkommen. Es sprach für die ZSC Lions, dass sie danach wieder zu ihrem Spiel fanden. Im zweiten Drittel wurde aber offensichtlich, dass die Zürcher McCarthy gut gebrauchen könnten. Der verletzte Kanadier machte die Reise nach Davos mit und verfolgte die Partie im Anzug hinter der Spielerbank.

    McCarthy muss auf seine Kollegen hoffen, um in dieser Saison nochmals mitspielen zu können. Tremblay gab derweil sein leises Playoff-Debüt, Trainer Crawford zog ihm, je länger die Partie dauerte, sogar den kämpferischen Bühler vor. Lashoff versetzte sein Team mit einer Ungeschicktheit, mit einem hohen Stock ins Gesicht von Bürgler, in vier Minuten Unterzahl. Lehtonen zeigte neben Schäppi eine leichte Aufwärtstendenz. Im Prinzip spielen die Zürcher derzeit mit einem Ausländer, der dieser Kategorie gerecht wird. Doch im Playoff zählen weder Namen noch Nationalität.

    Die Serie ist nun lanciert, die ZSC Lions dürfen morgen Donnerstag mit frischer Hoffnung im Hallenstadion auflaufen. Ihr erster Sieg war kein schöner, die Partie war eher geprägt von Fehlern auf beiden Seiten als von überragenden Aktionen. Aber das spielt keine Rolle. Wichtig ist, dass der Meister in diesen Viertelfinal hineingefunden hat, das Momentum der Davoser brechen konnte. Das gelang ihm dank seines guten Startdrittels und dem späten Lucky Punch. Der HCD offenbarte in diesem wilden Spiel 2, dass auch er anfällig ist auf Fehler. Und das zu spüren, kann manchmal sogar wohltuender sein, als selbst wirklich gut zu spielen. Affaire à suivre.

    © Tages Anzeiger

    Zitat von Sbornaja


    Wenn mer uff de Summer vo irgendwo zwei-drü (v.a. Def.+ZMF) bruchbari verstärchige hole chan, glaubi sogar a Europa nächst Jahr.

    Vor allem au will d Gägner (Ausnahme FCB und mit Abstrich GC) sackschwach sind!

    YB im Dauertüüf, Sion im Dauerchaos.

    Mer chönt mit relativ wenig Geld relativ viel erreiche (EL).

    Zitat von Benny

    Detroit Red Wings überlegen, aber trotzdem nur 1 : 1 nach Overtime. Penalty-Shootout: Nur einer trifft cool - Damien Brunner. Cooli Sach! Die 2 Pünkt sind wichtig gsi. Jetzt gaht's gäg d'Blackhawks am Sunntigabig (eusi Ziit)!

    Chicago isch s Mass aller Dinge im Moment, letschte 7 Spiel gunne, no keis nach 60 Min. verlore! :shock:

    DET wird under gah!

    De Brunner häd sini Chance i de NHL packt, findi guet!

    Für eimal isch en Schwiizer Stürmer zur rächte Ziit am rächte Ort gsi und häd dänn aber au zuegschlage!

    Schad zellt er nöd als Rookie, er wär im Moment hinder em Conacher (Tampa, 18 Pünkt) mit sine 16 Pünkt zweite i de Rookie Statistik.

    Alles ziemlich untypisch für en Schwiizer!

    Der Regisseur

    ZSC-Trainer Marc Crawford ist Fan von grossem Kino. Morgen beginnt das Playoff. Von Simon Graf

    Marc Crawford mag grosse Auftritte und starke Gefühle. Es kann sein, dass er an einem Abend mehrmals Gänsehaut bekommt. Wenn er über seine Leidenschaft redet, ist er nicht mehr zu bremsen. Er wirft einem wahllos Namen an den Kopf, zeichnet Szenen im Detail nach, um zu erklären, was ihm imponiert hat. Die Rede ist, wohlgemerkt, nicht vom Eishockey. Sondern von seiner anderen Passion – jener für Filme. Es kann vorkommen, dass Crawford gleich mehrmals pro Woche ins Kino geht. Er hat dafür mit Zürich die richtige Destination gewählt.

    So weit sind ein Film und ein Eishockeyspiel wohl auch gar nicht voneinander entfernt. Bei beiden geht es darum, das Beste aus einem Ensemble herauszuholen. Die Chemie zwischen den Schau-, beziehungsweise Eishockeyspielern ist entscheidend, man braucht auch Stars, vielleicht sogar Diven, weist jedem seine Rolle zu. So gesehen, ist Crawford der Regisseur der ZSC Lions.

    Das Team als Abbild des Coachs

    Und wie Filme von der Handschrift des Regisseurs geprägt sind, ist ein Hockeyteam das Abbild seines Trainers. Das kam beim ZSC in den letzten beiden Jahren anschaulich zum Ausdruck. Im vergangenen Winter waren sie unter Bob Hartley ein Arbeiterteam, diszipliniert und stets fleissig, immer bemüht, aber bieder. In diesem Winter sind sie viel unterhaltsamer geworden, unberechenbarer, kreativer, launischer. Zwischen dem 0:7 in Biel und dem 7:2 in Bern lagen nur vier Tage. Crawford gesteht seinen Spielern mehr Raum für Individualität zu und sagt Sätze wie: «Ich mag intelligente Spieler.»

    Als der 52-Jährige letzten Sommer in Zürich eintraf, wies man vor allem auf die Parallelen zu Hartley hin: Auch er hat lange in der NHL gecoacht und mit Colorado den Stanley-Cup gewonnen. Doch die beiden sind grundverschieden. So sehr Hartley mit harter Hand und klaren Prinzipien führte, er war äusserst berechenbar. Bei ihm wusste man, was zu erwarten war. Crawford hingegen tritt in unterschiedlichen Rollen auf: Er kann sehr charmant und zuvorkommend sein, unterhält sich mit den Spielern über viele Themen abseits des Rinks, er kann aber auch abweisend und arrogant wirken. Dann spricht er, ohne sein Gegenüber anzuschauen. Und wenn er verärgert ist oder enttäuscht, verbirgt er das nicht. Wenn er tobt, wird es in der Kabine richtig laut. Viel lauter als bei Hartley.

    «Ich bin ein emotionaler Mensch», sagt Crawford denn auch über sich. «Ich sitze selten auf meinen Mund. Manchmal würde ich mir wünschen, nichts zu sagen und die Spieler ihren Weg selber finden zu lassen. Denn dann haben sie es wirklich kapiert. Aber wenn ich etwas nicht im Überfluss habe, dann ist das Geduld.» Allerdings ist es nicht so, dass die Spieler nach jeder Niederlage eine Ansprache zu hören bekommen. «Nach den Spielen bin ich oft so aufgekratzt, dass es das Beste ist, dass ich sie alleine lasse», sagt er. «Zumal auch die Spieler aufgewühlt sind und gar nicht richtig aufnehmen können, was man ihnen in diesem Moment sagt.»

    Wer sich mit Crawford unterhält, merkt schnell, dass er sich viele Gedanken macht über seine Wirkung auf die Spieler. Will er bei ihnen beliebt sein? «Ich versuche schon, die Beziehungen zu ihnen positiv zu gestalten», sagt er. «Es ist menschlich, dass man beliebt sein möchte. Aber es ist illusorisch zu glauben, dass einen 23 so unterschiedliche Persönlichkeiten mögen. Das Wichtigste ist, dass alle unseren Prozess respektieren, unsere Taktik, unseren Weg. Und natürlich will ich, dass sie sich bewusst sind, dass ihr Handeln Konsequenzen hat. Allzu wohlig sollten sie sich nicht fühlen.»

    Beliebt zu sein, ist nicht wichtig

    Sportchef Edgar Salis hat zur Frage, ob die Spieler den Coach mögen sollten, eine noch pointiertere Meinung: «Letztlich wollen alle den Erfolg, dann ist das Leben jedes Einzelnen angenehmer. Ein Trainer muss nicht beliebt sein. Entscheidend ist, dass die Spieler spüren, dass seine Trainings gut sind, er einen Plan hat, eine Leaderfigur ist, man mit ihm Erfolg haben kann.» Ein Beleg dafür ist, dass die Zürcher im vergangenen Winter wie verwandelt auftraten, als sie im neuen Jahr merkten, dass Hartleys Weg sie zum Titel führen könnte.

    Crawford ist überzeugt, dass zwei Dinge einen guten Trainer ausmachen: «Man muss gut organisiert und stets gut vorbereitet sein. Das überzeugt die Spieler.» Er eignete sich diese Qualitäten schon früh an. Als er 1994/95 bei den Québec Nordiques erstmals NHL-Cheftrainer wurde, war er zarte 33. Zum Coaching hatte ihn Vater Floyd gebracht, der 1959 Captain des kanadischen Weltmeisterteams gewesen und als Trainer lange auf der höchsten Juniorenstufe tätig war. «Es war für mich einfach, in seine Fussstapfen zu treten», sagt Crawford junior. «Ich schaute ihm zu, als ich klein war. Und mit 24, 25 leitete ich die Trainings seiner Teams im Vorbereitungscamp, damit er die neuen Spieler von der Tribüne beobachten konnte.»

    Entführt in eine andere Welt

    Auch er wurde damals beobachtet, von einem Scout Vancouvers, der ihn später empfahl und so seine Trainerkarriere lancierte. Obschon er 15 Jahre in der besten Liga tätig war, hat man Crawford – anders als Hartley – die Schweizer Umstände noch nie mit jenen in der NHL vergleichen hören. «Er kommt überall zurecht, weil er ein offener Geist ist», sagt Salis. Er nimmt Deutschlektionen, interessiert sich für Schweizer Politik, Kultur und Kulinarik. Weil ihm das Essen so schmeckt, war er zuletzt des Öfteren beim Joggen anzutreffen.

    Aber natürlich ist er zuallererst Eishockeytrainer. «Jeder Coach auf diesem Niveau wird von diesem Job vereinnahmt», ist Crawford überzeugt. «Ständig kreisen die Gedanken ums Eishockey. Ab und zu muss man diesen Denkprozess unterbrechen, um wieder frischer zu sein im Kopf, um neue Ansätze zu finden. Deshalb mag ich Filme so sehr. Sie entführen mich in eine andere Welt. Ich brauche diese Flucht.»

    Während der intensiven Playoff-Zeit wird er bei seinem Hobby zurückstecken müssen. Angetrieben von der Aussicht, sich nach zahlreichen Happy Ends in Zürcher Kinosälen über eines mit dem ZSC freuen zu dürfen. Und darüber, dass es heisst: «Beste Regie: Marc Crawford.»

    © Tages Anzeiger

    Du bisch eine vo dene wo sich vom ZSC ab- und em FCZ zuegwändet händ.

    Das verstahn ich nöd, und ich gsehs au nöd so wie Du, das macht aber nüt, mer chan zu jedem Thema die oder e anderi Meinig ha.

    Ich bin immer meh ZSC- als FCZ-Fan gsi, das wird sich au nöd ändere.

    Ich mues weder vom AC no vo de (hüttige) SK Fan si, und wird das au nie werde, trotzdem chan ich FCZ Fan si und au bliibe.

    Da ich nur no 6 Mönet im Jahr i de CH bin, chan ich bim ZSC nur no Sept/Okt a d Spiel gah, dänn lahn ich aber keis us.

    Bin FCZ bini halt us de gliiche Gründ und andere (wieder) en Schönwetterfan, wo im Summer je nach Lust und Laune mal in Letzi gaht (oder uswärts!), wänns guet spieled meh, wänns schlächt spieled weniger.

    Ich chans aber nöd lah da änne jede Match via Liveticker z verfolge, das dänn scho no!

    Spieler, Trainer, Präsidenten chömed und gönnd - de Fan bliibt!

    Zitat von schalamütss

    Larry du Modefan....herrlichi Diskussion bi eu FCZ'ler änä..... :rofl:

    Wänn erscht sit 1968 a d Mätsch gasch bisch das ebe bim FCZ!

    S Läbe isch härt! :cool:

    Zitat von snowcat


    scho luschtig larry, solang de fcz die letschte jahr erfolg gha hät, isch alles io gsi. häsch dich scho mal uslah über d'selbschtinszenierig vo de kurve oder über euse lutsprecherpräsi. aber grundsätzlich isch alles ok gsi.

    jetzt aber, wo de fcz wieder de fcz isch, tabelle und budgetmässig, distanziersch dich emotional vom club. mängisch isch scho nöd ganz klar ersichtlich wer do de modefan isch...:nixwiss:

    Falsch!

    Es sind geschter wie hütt die gliiche Problem (siehe oben).

    Mir egal öb Du mir Modefan wettsch säge, nur die wo glaubed sie seged die wahre Fans nur wills im Moment a jede Match seckled, die sötted viellicht mal in Spiegel luege!

    Zitat von Mushu


    Der Arme ist einfach sehr traurig und kann sich mit vielem nicht mehr identifizieren, was da in seinem Lieblingsclub und in der Kurve vorgeht. Und da ist er nicht ganz alleine ...

    Genau so isches und wie gseit: So gahts no mängem...

    Zitat von snowcat


    und larry, falls es nonig gmerkt häsch: de spuck isch verbi...eifach mit em unterschied, dass de präsi kän ältere, sympathische und kurlige gentleman meh isch, aber such isch wider alles bim alte!

    Nonig ganz......es schaded gar nüt wämmer mal chli une dure müend, dänn verschwinded d Modefans chli schnäller!

    Mir scho klar passt Dir das nöd, aber was er über d FCZ Fanszene schriibt stimmt halt eifach!

    Er dürfti aber de einzig si wo wäge dem zu GC wächslet, die andere warted eifach bis de Spuk wieder verbi isch.

    Zitat von Messier

    Hey Larry, es heg geschter en Schubiger gä...häschen ?

    Thnxx und Gruess
    Andy

    Aber sicher:


    Schubiger

    In der Schublade

    Irgendwie war es gerade unterste Schublade, was sich bis zum Dienstagabend in Schubigers Leben abspielte. GC und Basel trafen sich zum Spitzenkampf. Claudio Micheli dribbelte nur noch in der Erinnerung. Frau Pittis nahm ab sofort in Zug Platz. Napoli schoss keine Tore mehr. Der ZSC wartete darauf, endlich wieder richtiges Eishockey spielen zu dürfen statt im Marcel-Jenni-Gedächtnismatch 0:7 in Biel verlieren zu müssen. Liverpool trat schon gar nicht mehr an. Und Schubiger trocknete sich nach einer Joggingrunde mit einem alarmierenden Durchschnittstempo von geschätzten 3,5 km/h mit einem GC-Badetuch ab, das er von Ginser an Weihnachten bekommen hatte mit den Worten: «Etwas Flauschiges, wenn du wieder einmal kalt geduscht wurdest. Hopp GC.»

    Das GC-Badetuch zu entsorgen, hatte sich Schubiger nicht getraut. Und tatsächlich war es so wohlig weich, dass ihm unwohl wurde, als er es benutzte. Später lag er auf dem Sofa und schlummerte vor sich hin, bis er plötzlich aufschoss und sagte: «Fertig jetzt rumgelümmelt. Zeit für oberste Schublade mit Welt-, Europa- und Schweizer Meister Seger im Playoff. Und den EHC Navyboot Flyers mit Schubladen-Jenni im Playout.»

    Als sich Schubiger selbst reden hörte, war er froh, dass ihn nur Stevie G. anschaute. Frau Schubiger war gerade daran, die Jungmannschaft für die Nacht vorzubereiten. Vermutlich hätte sie an der Funktionsweise seiner Synapsen gezweifelt. Und ob das zu Unrecht passiert wäre, wusste Schubiger nicht so genau. Gerade jetzt bildete er sich jedenfalls ein, dass Stevie G. noch den Kopf schüttelte, bevor er in Richtung Küche davonlief.

    Mangels Gesprächspartner griff Schubiger zum Handy und schrieb GC- und Kloten-Fan Ginser: «Weint Jenni schon oder schluchzt er noch?» Schubiger war siegessicher, bevor die 50. Eishockeyrunde begann, die er im Radio mithören wollte. Er döste allerdings wieder ein, als ihm klar wurde, dass Ginser ganz offensichtlich seine Antwort schubladisiert hatte. Und er wachte erst wieder auf, als sein Handy ein paar Stunden später wegen Schneider surrte. Der meldete: «Liverpool verkauft vielleicht Skrtel, würde ich unterstützen. Wir gegen Davos und Kloten im Playout – unterstütze ich auch. Hopp Langnou.»

    schubiger@tages-anzeiger.ch

    © Tages Anzeiger

    Alexander Kühn am Donnerstag den 28. Februar 2013

    Vom FCZ zu GC: Geständnis eines Konvertiten

    Jahrelang hätte ich mir lieber alle zehn Fingernägel ausreissen lassen, als den Cup-Halbfinal zwischen den Grasshoppers und dem FC Zürich vom 3. März 2004 (6:5 nach Verlängerung) noch einmal anzusehen. Sie erinnern sich: Der FCZ, damals noch der liebenswerte Kleine im Zürcher Fussball, führte gegen den beleidigend erfolgreichen Rekordmeister im Hardturm bis in die Schlussphase der regulären Spielzeit mit 5:2. Obwohl mit Urs Meier ein Referee im Einsatz stand, den wir FCZ-Anhänger für einen verkappten GC-Fan hielten. Und obwohl Meier César nach dessen Treffer zum 5:2 wegen übertriebenen Torjubels mit Gelb-Rot unter die Dusche geschickt hatte.

    Ich und meine Freunde, die den Hardturm gewöhnlich etwa so gern betraten wie eine Katze die Tierkadaver-Verbrennungsanlage, fühlten uns rundum wohl. Mit unseren Nokia-8310-Handys verschickten wir schon hämische Kurznachrichten an die Kollegen im GC-Block, spotteten über die seltsame Frisur von GC-Stürmer Mladen Petric (Zöpfchen!) und träumten vom Ende der sich zuverlässig wiederholenden Derby-Demütigungen. Dann aber schlug das Schicksal erbarmungslos zurück: In der 83. Minute gelang Eduardo mit einem Volley das 3:5, in der 89. Minute per Kopf das 4:5. Und in der 92. Minute – Meier liess vier Minuten nachspielen – schoss Petric trotz Zöpfchen per Abstauber das 5:5. Nun gingen auf unseren Handys die Spott-SMS ein, und mir schwante in meinem dunkelblauen Yasar-Trikot mit dem vom Tumbler lädierten Green.ch-Aufdruck schon, dass es auch diesmal nichts mit dem Triumph werden würde.

    Die Verlängerung erlebte ich in einem emotionalen Koma, über Richard Nuñez’ Heber zum 6:5 für GC konnte ich mich nicht einmal mehr richtig aufregen. Mit einem vollen SMS-Speicher schlich ich nach dem Schlusspfiff Richtung Tramstation, trat auf dem Weg gegen den Reifen eines Autos und prellte mir luxuriös den Fuss. Aber das war nun auch egal. Genauso egal wie die drei Tore von Daniel Gygax und der vom zwölften GC-Mann Meier unterschlagene Penalty. Beim Thema Zürcher Fussball konnte ich erst wieder lachen, als GC am 12. April den Cupfinal gegen den FC Wil mit 2:3 verlor.

    Und jetzt kommt das Geständnis: Wenn GC und der FCZ am 17. April 2013 wieder einen Cup-Halbfinal bestreiten, drücke ich den Grasshoppers die Daumen. Denn was der FCZ mir seit dem Ende der Ära von Sven Hotz angetan hat, ist noch schlimmer als die eingangs beschriebene Cup-Niederlage. Mit dem Amtsantritt von Präsident Ancillo Canepa und dem zur Schau getragenen Anspruch, neben dem FC Basel die einzige ernstzunehmende Kraft im Schweizer Fussball zu sein, verblasste meine Liebe zum Stadtclub sukzessive. Eine Liebe, die zuvor schon durch den penetranten Selbstbeweihräucherungsdrang der FCZ-Fanszene gelitten hatte und im Januar 2010 mit der Verpflichtung des teuren und mir wenig sympathischen Bundesliga-Restpostens Ludovic Magnin auch formal endete.

    Trotz der schönen Erinnerungen an grosse FCZ-Figuren wie den Jahrhundertgoalie Ike Shorunmu, die Trainer Gilbert Gress und Lucien Favre, den georgischen Bierdeckeldribbler Gotcha Jamarauli, den in der Schlussphase bedingungslos nach vorne stürmenden Fredy Chassot und den auch tänzerisch überzeugenden Jahrhundertpatron Sven Hotz gelang es mir nie mehr, tiefer gehende Sympathien für den FCZ zu entwickeln. Das Selbstverständnis des Clubs ist mir zu grosskotzig geworden, die Fans zu sehr von der kulturellen Bedeutung ihres Treibens überzeugt. Und wenn ich dann noch an die unsägliche Phase der Irokesenfrisuren zurückdenke, dann tut es mir richtig leid um den alten FCZ, der wie der aktuelle keinen Erfolg hatte, dies aber auf eine sympathische Art. Es war so wunderbar rührend, mit welchen taktischen Verzweiflungstaten Raimondo Ponte und Gilbert Gress einst längst verlorene Spiel noch zu wenden versuchten und die treuen Fans (sie feierten noch ihre Mannschaft und nicht sich selbst) auch noch an diese illusionären Pläne glaubten.

    Doch wie gesagt, nun bin ich ein Zürcher Fussball-Konvertit. Einer, der fast zehn Jahre lang eine Saisonkarte für die Osttribüne im alten Letzigrund besass (damals wurden die Tickets beim Betreten des Stadions noch mit der Zange gelocht) und konstatieren muss, dass der FCZ ausser dem Erfolg heute all das verkörpert, was einst an GC so befremdete. Einer, der nicht anders kann, als sich zu freuen, wenn das lange verspottete GC wieder ganz oben mitspielt. Einer, der noch ein altes FCZ-Trikot mit einer Widmung von Monsieur Gress im Schrank hat, und hofft, dass er es wieder einmal mit Stolz anziehen kann, wenn der ganze Coolness- und Wichtigkeits-Spuk um den einst sympathischsten Verein Europas zu Ende ist.

    http://blog.tagesanzeiger.ch/steilpass/inde…es-konvertiten/
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    Ich kenne viele Leute die zwar nicht zu GC wechselten aber gleich denken!

    Die :oldie: unter uns erinnern sich vielleicht noch an die Zeit, als der ZSC ein Liftclub war.

    Wie hat sich Kloten damals jeweils zerrissen um unsere Gegner im Abstiegskampf zu schlagen..... :roll:....oder wie war das damals?

    Mein Gott das Gejammer wieder!

    Als Kloten noch Serienmeister bei den Elite A war wurden selbst NLA Spieler runtergeholt um die Titel, die wichtig waren für das Image "Junioren- & Dorfclub", zu holen.

    Sie machen es zu 100% richtig!

    Die Verspieltheit als treuer Begleiter

    Der langjährige ZSC-Captain Claudio Micheli blickt auf seine imposante Karriere zurück.

    Von Simon Graf, Küsnacht

    Oft hat Claudio Micheli den Spruch gehört: «Spiele, als ob es dein letztes Spiel wäre.» Am vergangenen Freitag bekam dieser Satz für ihn eine andere Bedeutung: Es war, im Playoff-Viertelfinal mit den GCK Lions, sein letztes Spiel. Nach 1173 Auftritten in der Nationalliga A und B ging für den Engadiner ein prägendes Kapitel in seinem Leben zu Ende. Zeit, eine Leere zu verspüren, hatte der 42-Jährige bislang indes noch nicht. Als Trainer der Moskito-Junioren musste er bereits am Samstag früh um 6.15 Uhr wieder bereit sein für die Fahrt nach Chur.

    «Vielleicht fühlt es sich im August seltsam an, wenn die nächste Saison ansteht und ich nicht mehr spiele», sagt Micheli an diesem sonnigen Montagnachmittag bei der Kunsteisbahn Küsnacht. «Aber momentan ist es wie immer, wenn eine Saison zu Ende gegangen ist.» Und als Juniorentrainer gehe es für ihn bis Ostern ja noch weiter.

    Der trickreiche Flügel hat viel erlebt in seiner Karriere. Worauf ist er am meisten stolz? «Stolz ist vielleicht das falsche Wort», sagt er. «Aber der erste Meistertitel mit dem ZSC war schon eine riesige Genugtuung. Ich war damals bereits 29 und hatte nicht gewusst, ob ich das jemals noch erleben würde. Wir hatten mit dem ZSC in den Jahren zuvor immer am Strich gekämpft, viel durchgemacht. Nicht nur sportlich, auch mit dem Tod von Chad Silver.»

    Feuchte Rückfahrt aus Lugano

    Wenn er vom Zusammenhalt jenes Meisterteams spricht, leuchten seine Augen. «Wir waren nicht besser als Lugano. Aber wir waren die bessere Mannschaft. Der Kitt machte es aus.» Die Festivitäten von damals sind legendär. «Lang und feucht» seien sie gewesen, sagt er schmunzelnd. Geblieben ist ihm auch die Rückfahrt aus Lugano nach der Titelverteidigung von 2001: «Bereits in Ambri mussten wir stoppen, um wieder Bier zu besorgen.» Er fügt schmunzelnd an: «Sie gaben es uns gerne.»

    Micheli pflegt mit vielen Teamkollegen aus jener Zeit noch Kontakt. Mit Laurent Müller geht er im Sommer an Samstagen regelmässig joggen. Mit Patric Della Rossa verreiste er schon in die Golfferien. Er tauscht sich gerne aus mit Mattia Baldi, der inzwischen Geschäftsführer des Putzinstituts seiner Tante ist. Und natürlich verfolgt er die Trainerkarriere Michel Zeiters beim EHC Visp aufmerksam. «Ich habe mit einigen seiner Spieler geredet, er macht es wirklich gut», lobt er seinen früheren Sturmpartner. Auch Micheli hat eine Trainerlaufbahn eingeschlagen. Er entschied sich dafür, als er vor vier Jahren zu den GCK Lions wechselte. Diesen Winter trainierte er die Moskitos ( Jahrgänge 2000 und 01), ab nächster Saison ist er als Stufenleiter für alle Moskito-Teams verantwortlich.

    «Ich habe keinen Stress»

    Er wolle seine Trainerkarriere behutsam aufbauen, betont er. «Ich habe keinen Stress. Mein Ziel ist nicht, so schnell wie möglich in der Nationalliga zu coachen. Zumal die Jobs dort ja ziemlich unsicher sind.» Bis man an der ZSC-Bande das Duo Zeiter/Micheli erlebt, dürfte noch etwas Wasser die Limmat hinunterfliessen.

    Und was versucht Micheli den Jungen mitzugeben? Er will ihnen den Teamgedanken vermitteln und dass man mit harter Arbeit viel erreichen könne. Und er rät ihnen, so oft wie möglich zu «chneblen». Als kleiner Junge verbrachte er in St. Moritz jede freie Minute auf der Eisbahn. Von dort hat er wohl auch seine Verspieltheit, die ihn stets auszeichnete. Er war ein Künstler, der Tore nicht schoss, sondern zelebrierte.

    Über 20 Jahre ist es her, dass Micheli den Kanton Graubünden verliess. Er ist im Unterland heimisch geworden, hat in Uster ein Haus gekauft. Er geniesst die Grünflächen in der Nähe, es ist eine ideale Umgebung, um eine Familie grosszuziehen. Seine Söhne Timo und Noa sind sechs und vier und können natürlich schon Schlittschuh laufen. Ob man sie einmal bei den «Grossen» im ZSCDress sehen wird, mag Micheli noch nicht abschätzen. «Sie müssen nicht unbedingt Eishockey spielen. Hauptsache, sie bewegen sich.»

    © Tages Anzeiger
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    :applaus: