Beiträge von Larry

    "ZSC und SCB bescherten dem Schweizer Fernsehen Rekordzahlen: Im Schnitt 435 000 TV-Zuschauer schauten sich am Dienstag Spiel 7 an, um 22.18 Uhr, kurz vor McCarthys Siegestor, waren sogar 729 000 zugeschaltet. Mehr hatten im Playoff noch nie zugeschaut, seit 2001 Vergleichszahlen erhoben werden. Bayern München – Real Madrid kam auf SF info auf 194 000 Zuseher im Schnitt."

    Neuer Rekord bei der Zuschauerzahl, neuer Rekord bei der TV Übertragung :cool:

    Stadtgeschichte Miklós Gimes

    Eishockey regiert

    Seit der Finalserie ist Eishockey ziemlich populär bei uns zu Hause. Eishockeyspieler sind wahre Männer, und nur wenige Fussballspiele auf dem Letzigrund nehmen einen so her wie ein Showdown im Hallenstadion.

    Warum hat kein Zürcher Fussballclub die Klasse des ZSC? Zugegeben, Zürich ist genetisch gesehen keine Fussballstadt, sonst gäbe es ein anständiges Stadion. Aber ehrlich, eine Hockeystadt ist Zürich auch nicht. Kloten und Freiburg sind Hockeystädte.

    Im Sommer erhält der FC Zürich einen neuen Trainer. Aber ich kenne niemanden, der glaubt, dass es aufwärtsgeht. Mein älterer Sohn war am Sechseläuten, er habe die Spieler des FCZ gesehen, erzählte er stolz. «Züri olé!», habe er gerufen. Ob der neue Trainer mit am Umzug war, konnte mein Sohn nicht sagen. Vielleicht war er noch in den Ferien; Rolf Fringer sei in den Süden gereist, habe ich gehört, um sich ein letztes Mal zu erholen.

    Ich fragte mich, wovon der Mann sich eigentlich erholen muss, er hat seit Jahren keinen festen Job mehr. An seiner Stelle würde ich die Fussballplätze abklappern, um nach Verstärkung für den FCZ zu suchen, bevor die Saison zu Ende geht. Aber Fringer hatte schon als Trainer des FC St. Gallen den Ruf, er sei lieber auf dem Golfplatz als mit der Mannschaft – wie auch immer, den Anforderungen des FC Zürich hat er offenbar entsprochen. «Wir brauchen einen Schweizer, der mit dem hiesigen Fussball vertraut ist. Wir suchen einen, der beim ersten Angebot nicht gleich nach Deutschland abhaut», sagte der Präsident des FCZ, bevor er auf Trainerjagd ging.

    Meine These ist: In diesen Sätzen liegt die Antwort auf die Frage, warum in Zürich Eishockey regiert. Also: Wer sagt eigentlich, dass ein Schweizer Trainer eine hiesige Mannschaft besser versteht? Ein Trainer muss einfach gut sein. Der Trainer des ZSC ist Kanadier, der Trainer des FC Basel Deutscher. Und warum soll ein Trainer nicht nach Deutschland abhauen? Ist doch toll, wenn er gute Angebote von deutschen Clubs erhält. Das zeigt nämlich, dass sein Ruf bis in die Bundesliga gedrungen ist. Übrigens: Auch Rolf Fringer ist mal nach Deutschland abgehauen – als er in der Schweiz noch Erfolg hatte.

    Aber der FCZ hat einen mittelmässigen Trainer gesucht. Keinen, der nach den Sternen greifen will. Keinen ehrgeizigen Fussballverrückten wie seinerzeit Lucien Favre. Favre hatte Erfolg und verliess den Club Richtung Berlin. Der FCZ kann offenbar schlecht mit dieser Kränkung umgehen.

    Was hätte Favre tun sollen? In unserer kleinen Stadt bleiben? Einmal FCZ, immer FCZ? Der Satz des ClubPräsidenten zeugt von Nostalgie. Von der Sehnsucht nach einer Welt, die es nicht mehr gibt. Eine Welt, in der Loyalität und Treue zum Club alles ist. Eine Stammtischwelt, eine Welt vor der Globalisierung. Provinzlertum.

    Die Hockeyleute vom ZSC machen offenbar einiges professioneller als der FCZ. Es sieht so aus, als könne man sich im Fussball diese Art von Nostalgie noch leisten, während man im Eishockey mit Provinzlertum unter die Räder kommt. Eishockey regiert.

    miklos.gimes@tages-anzeiger.ch Stadtgeschichten.Tagesanzeiger.ch

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    Von der Polizei in die Partynacht chauffiert

    Die Genugtuung der Routiniers, ein flexibler Kaminfeger, die Rede auf Berndeutsch und das 11er-Tram – Episoden aus der Meisternacht.

    Von Simon Graf, Philipp Muschg und Etienne Wuillemin, Bern und Zürich


    Zigarrenrauch hängt in der Luft, aus den Lautsprechern dröhnt Udo Jürgens’ «Griechischer Wein». Eine Viertelstunde nach der Pokalübergabe herrscht fröhliches Treiben in der Postfinance-Arena – zumindest im abgeriegelten Teil, in dem der ZSC den Titel feiert. Im langen Gang steht Präsident Walter Frey mit seiner Frau und nimmt Gratulationen entgegen. In der Kabine drängen sich Kameraleute, Journalisten und Betreuer um die Hauptdarsteller, die Spieler des ZSC.

    Die Stimmung ist ein Cocktail von Erschöpfung, Erleichterung und Euphorie. Manch einer sitzt ruhig an seinem Platz, Zufriedenheit in seinen Zügen. Jetzt, da die Anspannung gewichen ist, scheint Ausgelassenheit fast nur in Schüben möglich. Es bilden sich spontan Chorformationen, die ein inbrünstiges «Meischter, Schwiizer Meischter» in die biergeschwängerte Luft schmettern. Auch TV-Kameras, Mikrofone und ahnungslose Teamkollegen bieten Anlass für Freudenausbrüche und Jubelarien. «Schommi, Schommi!», stört Kenins ein Interview Patrick Schommers.

    Die Älteren sind zurückhaltender. Ambühl, Bärtschi, Blindenbacher: Auch sie tragen Zigarre und Bier zur Schau, die Insignien ihrer Krönung. Doch fast scheint es, als wollten sie nicht so sehr feiern, sondern lieber mit allen Sinnen aufnehmen, was ihnen widerfahren ist. Dass der ZSC nach einer Saison voller Widrigkeiten tatsächlich sein Ziel erreicht hat, der Titel kein Traum ist.

    Glücksräppler für die Berner

    Beim Public Viewing in Oerlikon, im Treibhausklima der «Halle 9» beim Hallenstadion, beginnt mit McCarthys Siegestor das Warten auf die Meisterhelden. Wer draussen frische Luft schnappt, wird Zeuge, wie am ZSC-Lions-Platz die Strassentafel ausgetauscht wird – nun ist schon 2012 als siebtes Meisterjahr verewigt. Bald treffen die ersten Fans ein, die das Spiel in Bern erlebt haben. Unter ihnen ist auch Kaminfeger Ueli Mühlebach. «Ich musste auch einigen Bernern einen Glücksräppler übergeben», gesteht er. «Aber ich habe ihnen gesagt, diese würden erst ab Mittwoch gelten.»

    Der Zürcher Glücksbringer geniesst seinen plötzlichen Ruhm und sagt verschmitzt: «Bei Deutschland sucht den Superstar rackern sie sich ein halbes Jahr ab. Ich musste dafür nur einmal ins ZSC-Training.» Einige Bänke sind unter den Freudentänzen in die Brüche gegangen. Man verpflegt sich an den Ständen in und ausserhalb der Halle. Als der ZSCSieg feststand, wurde sofort Nachschub an Bier, Würsten, Kartoffelsalat und Fleischkäse herangekarrt. Es wird nicht nur für den Caterer, sondern auch für die Taxifahrer eine lukrative Nacht.

    Um 01.51 Uhr ist es so weit, der Mannschaftsbus fährt in Oerlikon vor. Das Gedränge vor der Bühne ist riesig. Die Mannschaft bahnt sich ihren Weg durch die Menge. Patrik Bärtschi präsentiert als Erster den Pokal. Die lautesten Ovationen bekommt Ari Sulander. Der Altmeister geniesst es und lässt sich mit seiner finnischen Freundin geduldig fotografieren. Und er sagt: «Einen schöneren Abschied als den Titel hätte ich mir nicht wünschen können.» Zu einem Abschluss-Jass auf der Rückfahrt von Bern ist es nicht gekommen. Er wird zu gegebener Zeit nachgeholt.

    Das Publikum fordert einen Spieler nach dem anderen auf die Bühne. Als Anheizer erweist sich Cyrill Bühler. Er lotst auch Bob Hartley nach vorne. «Das ist euer Titel», ruft dieser den Fans zu und bedankt sich mit einem lang gezogenen «dankeschööön» für die Unterstützung. Derweil erzählt Jeff Tambellini, wie ihn sein Vater Steve, der einst für den ZSC stürmte, per SMS heiss gemacht hat fürs grosse Spiel. Es war für ihn das zweite Spiel 7 in einem Final hintereinander. 2011 verlor er mit Vancouver gegen Boston: «Eine Quote von 50 Prozent. Das kann ich akzeptieren.»

    Die höhnischen Sprechchöre

    Blindenbacher und Schäppi sind immer noch in den Schlittschuhen unterwegs, John Gobbi hat sich den Zylinder des Kaminfegers geschnappt. Der Mann in Schwarz darf gar den Pokal hochstemmen. Der Zürcher Blindenbacher hält eine gemächlich vorgetragene Meisterrede in einer Art Berndeutsch. Ambühl wird fast so frenetisch gefeiert wie Sulander. McCarthy sagt: «Das entscheidende Tor im siebten Finalspiel, das ist der Kindheitstraum jedes Kanadiers.» Kurz vor halb drei verabschiedet sich Hartley. «Die Nacht gehört den Spielern. Zudem bin ich todmüde», sagt er, «schliesslich war ich wie immer um 7 Uhr im Büro.»

    Nach 40 Minuten verschwinden die Meister wieder, sie ziehen sich in die Trainingsgarderobe zurück. Kurz nach halb vier Uhr taucht plötzlich Thibaut Monnet mit dem Pokal auf, er eilt die Wallisellenstrasse hinauf und besteigt dort einen Polizeibus, der ihn, Tambellini und die Trophäe sicher zur nächsten Partydestination bringt. Ins Restaurant Cheyenne. Fast das ganze Team disloziert dorthin. Ambühl und Bärtschi haben die Playoff-Bärte zu Schnäuzen zurechtgestutzt. Immer wieder hört man den höhnischen Sprechchor: «Züri isch Meischter, Chloote isch bankrott!»

    Als sich die Letzten auf den Heimweg machen, ist es längst wieder hell. Einige Spieler frühstücken noch nebenan im Swissôtel. Seger nimmt als Captain pflichtbewusst den Pokal unter den Arm und steigt ins Elftertram, das ihn in drei Stationen nach Hause bringt. Ein Mitreisender schiesst ein Handyfoto vom müden Helden und schickt es «20 Minuten online». Er hat, wie die Zürcher Meister, die Gunst der Stunde genutzt.

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    SCB Reaktionen nach dem 1:2

    Fairness und Frust nach dem verlorenen Final

    Von Silvan Schweizer und Emil Bischofberger

    Wer die Bilder von 2001 in Lugano noch im Kopf hatte, befürchtete das Schlimmste, als die ZSC Lions nun in Bern 2½ Sekunden vor dem Schluss triumphierten. Schon damals entrissen die Zürcher ihrem Gegner in dessen Stadion den Meisterpokal. Nach Morgan Samuelssons Siegtor in der Verlängerung kam es zu wüsten Tumulten der Tifosi, die Zürcher mussten in ihre Garderobe flüchten. Wie heftig also würde erst die Reaktion der Berner Fans auf das strittige Tor Steve McCarthys ausfallen?

    Bewundernswert fair. Als der erste Schock verarbeitet war, kamen einzelne Pfiffe und etwas Unrat von der mächtigen Stehplatzrampe. Aber es blieb erstaunlich ruhig. Als die Finalteams das Handshake beendet hatten, liessen die SCB-Anhänger ihre Mannschaft für eine am Ende gelungene Saison laut hochleben. Danach leerten sich die Ränge indes rasch. Einzelne bewiesen danach trotzigen Humor, als sie vor dem Stadion SCB-Meistershirts erstanden, die nun für 2 Franken zu haben waren.

    Eine Medaille für Ebay

    Die Spieler sassen derweil bis gegen 3 Uhr in der Kabine der PostfinanceArena. Der Frust liess sich im Kreis der Kollegen am ehesten verarbeiten. Doch auch sie zeigten sich als faire Verlierer, wie die Aussage von Ivo Rüthemann beweist: «Das kann im Eishockey passieren, obwohl wir klar besser waren. Die ZSC Lions haben den Titel nicht gestohlen. Sie haben hart für diesen Erfolg gearbeitet. Ich akzeptiere die Niederlage.»

    Es gab jedoch auch andere, die noch ganz entsetzt waren über den Schiedsrichterentscheid, das 1:2 anzuerkennen. «Ein Fehler, so offensichtlich», fand zum Beispiel Philippe Furrer. Die erhaltene Medaille würde er am liebsten online versteigern: «Es gibt keine bitterere.» Zugleich versuchte er aber auch vorwärtszuschauen: «Der Coach wird es nächste Saison schaffen, jeden Spieler an seine Bestleistung heranzuführen», sagte der Verteidiger. «Wo uns das hinbringen wird, kann ich nicht sagen. Gesehen haben wir diese Saison: Die Qualifikation zu dominieren, braucht es nicht, bringt es nicht. Entscheidend ist, dass man im Playoff bereit ist – und das waren wir.»

    «Hat mit Glück und Pech zu tun»

    «Zu guter Letzt können wir stolz darauf sein, was die Jungs in der sportlichen Abteilung geleistet haben», erklärte wiederum Marc Lüthi, der CEO, der sich im Herbst noch über die unspektakuläre Spielweise geärgert und deshalb Coach Larry Huras entlassen hatte. Ein Zyniker könnte behaupten, für ihn sei die Niederlage im siebten Spiel das ideale Ende: In der Bilanz erscheinen die Einkünfte aus vier ausverkauften Finalspielen, aber keine Meisterprämien. So denkt der kühle Rechner jedoch nicht: «Diese Niederlage war nur eine Zwischenetappe. Dass es nicht gereicht hat, hat vor allem mit Glück und Pech zu tun.»

    «Geht unter die Haut», lautete der SCB-Slogan zum Saisonbeginn. Mit dem plötzlichen und kontroversen 1:2 gegen den ZSC passte dieser auch zum Schluss. Allerdings auf unangenehme Weise.

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    Im Schmierentheater

    Präsident Jürg Bircher versuchte gestern, die Vorwürfe an die Führung der Kloten Flyers zu entkräften. Danach lud sein Gegenspieler Adrian Fetscherin ins Altersheim. Von Ueli Kägi und Silvan Schweizer, Zürich


    Es ist kurz nach 14 Uhr gestern Mittwoch. Die vier Verwaltungsräte der EHC Kloten Sport AG haben zur Medienorientierung geladen. Sie wollen Stellung nehmen zum Machtkampf, der gerade im Gang ist im Club. Vorne am Tisch sitzen Willi Keller, Kurt Hildenbrand, Jürg Bircher und Jan Schibli. Hildenbrand stellt sich vor als Mann, der durch die Veranstaltung führen wird. Da zuckt es kurz im Gesicht von Jürg Bircher, dem Präsidenten der Flyers. Durch die Tür ist gerade Adrian Fetscherin gehuscht. Und Fetscherin und der Flyers-Verwaltungsrat, das ist keine Liebesbeziehung mehr.

    Das war vor wenigen Wochen noch anders. Da hatten Bircher und Fetscherin Seite an Seite verkündet, wie sie Kloten zusammen in die Zukunft führen möchten. Fetscherin, jetzt noch Sportchef beim Pay-TV-Sender Teleclub, hätte per 1. Mai zuerst Geschäftsführer und ein Jahr später Präsident der Flyers werden sollen. Seinen Einstieg erkaufte er sich mit mehreren Hunderttausend Franken für eine erste Tranche Aktien.

    Über die Modalitäten haben die Parteien Stillschweigen vereinbart. Doch was ist dieses Stillschweigen noch wert? Es bröckelt langsam, jetzt, da einzelne Details bekannt werden und trotzdem noch so vieles im Dunkeln liegt.

    Die Kontrahenten werfen sich gegenseitig vor, Lügen zu verbreiten. Fetscherin ist zuerst in die Offensive gegangen. Er behauptete, Bircher habe ihn bewusst «mit Täuschungen, Lügen, Falsch- und Fehlinformationen in die Irre geführt», was den finanziellen Zustand des Clubs angeht. Fetscherin vermutet, dass gegenüber den Flyers Forderungen in der Höhe von mindestens fünf Millionen Franken bestehen. Am Freitag kündigte er seinen im Februar unterschriebenen Vertrag mit Bircher und dessen Jube Holding AG. Und er verlangte bis am Montag das Geld zurück, das er für die Aktienübernahme investiert hatte. Erhalten hat er nichts.

    Unter dem Dach der Jube Holding befindet sich auch die EHC Kloten Sport AG. Fetscherin glaubt, dass Bircher mit der Jube Holding in grossen finanziellen Schwierigkeiten steckt, und sieht «die Existenz der Flyers in akuter Gefahr».

    Flyers-VR: Keine Antworten

    Vizepräsident und Finanzchef Schibli übernimmt das Wort. Im Verwaltungsrat würden sie alle «voll» hinter Bircher stehen und jetzt «alle Vorwürfe widerlegen». Was er aber gleich danach sagt, trägt nichts zur Klärung bei. Schibli behauptet, zum finanziellen Zustand des Clubs nichts sagen zu können, weil sie gerade daran seien, den Jahresabschluss per 30. April vorzubereiten.

    Nach Schibli kommt Bircher. Er will Fetscherins Kündigung «zum Wohl der Flyers akzeptieren – vorbehaltlich der finanziellen Einigung». Von Irreführungen, Täuschungen und Lügen könne keine Rede sein, Fetscherin habe den Vertrag «im vollsten Wissen» unterzeichnet, ihm seien alle relevanten Dokumente zur Verfügung gestanden. Für Bircher sind die Aussagen geschäftsschädigend, die Fetscherin zur Jube Holding gemacht hat, er prüft rechtliche Schritte.

    Verwaltungsrat Keller sagt während der rund einstündigen Veranstaltung kein Wort. Dafür versuchen Bircher, Schibli und Hildenbrand, ihre Version mit Dokumenten zu belegen. Sie projizieren mit einem Hellraumprojektor Zahlen, Vertragsdetails und Mails an die Wand, die kaum lesbar sind.

    Aber nicht nur deshalb bleibt vieles im Zwielicht. Es gibt zum Beispiel diese Geschichte: Fetscherin behauptet, er habe drei verschiedene Listen mit unterschiedlichen Löhnen bei insgesamt neun Spielern gefunden. Bircher erklärte die drei Listen zunächst damit, dass es sich um Verzeichnisse für die gerade vergangene, die nächste und die übernächste Saison handle. An diesem Mittwoch sagt Schibli nun, es handle sich um eine Budget-, eine effektive und eine Reduzierungslohnliste, alle für die gleiche Saison.

    Klar ist, dass Bircher und Schibli aussteigen möchten, sie haben in der Vergangenheit viel Geld in den Verein gesteckt und wohl auch viel Geld verloren. Ist Bircher nun zum Ausstieg quasi gezwungen, weil er in finanziellen Schwierigkeiten steckt mit seiner Jube Holding? Das wollen die Journalisten von ihm wissen, wie sie auch wissen möchten: Wie gross sind die Darlehen, die Bircher den Flyers gegeben hat? Wie viel Geld möchte er für seinen Aktienanteil von 63 Prozent? Wie weit fortgeschritten ist der Abzahlungsplan zur Abtragung von einst 2 Millionen Franken Steueraltlasten?

    Es sind zentrale Fragen, die über die Zukunft der Flyers wesentlich mitentscheiden. Doch Bircher will sie nicht beantworten oder weicht aus. Nur zum Verkauf seines Aktienpakets sagt er, dass er nicht einmal die Hälfte der kolportierten 6 bis 8 Millionen Franken fordere.

    Bezweifelt werden muss jedoch, ob sich überhaupt jemand finden lässt, der für Aktien eines überschuldeten Vereins etwas bezahlen will. Den Klotenern fehlt es derzeit auch an Liquidität. Die MärzLöhne über 650 000 Franken konnten sie erst mit Verspätung bezahlen. Jetzt ist die Lage so dramatisch, dass Schibli nicht sagen kann, ob er die April-Löhne überweisen kann: «Es ist wahnsinnig schwierig, das gebe ich zu.» Mit dem Verkauf der neuen Saisonkarten werden sich die Flyers nicht über die schwierigen nächsten Wochen retten können. Sie haben bislang erst 120 Stück abgesetzt. Bircher macht sich trotzdem keine Gedanken über einen Konkurs oder eine Nachlassstundung – behauptet er zumindest.

    Der betrogene Fetscherin

    Zum Schluss erhebt sich Fetscherin. Er hat sich die ganze Zeit auf seinem Stuhl Notizen gemacht. Nun fragt er die Verwaltungsräte, ob er die Veranstaltung gleich zur Darlegung seiner Sichtweise nutzen dürfe. Nein, sagen sie, das sei nicht vorgesehen.

    Deshalb macht sich Fetscherin mit dem Handy am Ohr auf, einen Saal zu suchen. Er findet ihn 150 Meter entfernt von Schiblis Firmensitz im – es ist kein Witz – Alters- und Pflegeheim am Römerhof. Die Journalisten eilen ihm nach ins erste Untergeschoss. Irgendwie passt das alles zum Zustand der Flyers.

    Um zu zeigen, wie die Führung um Bircher gearbeitet hat, verrät Fetscherin Details. Zu den Lohnlisten beispielsweise, die der 37-Jährige auch dem Richter zeigen würde und bei denen es sich um Lohnlisten für die nächste Saison handle. Neun Spieler würden darauf mit unterschiedlichen Salären geführt. Es gebe Profis, die auf einer Liste jährlich 62 000 Franken mehr verdienten als auf der anderen. Oder 50 000 weniger. Ausserdem seien Wick sowie Westcott nicht gänzlich fremdfinanziert, wie das die Führung behaupte, sondern nur zu 20 Prozent. Im Rahmen dieser Erklärungen sagt Fetscherin auch, dass Wick ein Jahressalär von 600 000 Franken beziehe.

    Fetscherin hat bei seinen Nachforschungen zusätzliche Kosten von jährlich über 1,3 Millionen Franken errechnet, die ihm die alte Führung verschwiegen habe. Oder um die er «beschissen» worden sei, wie er genau sagt. Dazu kämen zu tief angesetzte Versicherungswerte der Spieler von jährlich 300 000 Franken. Wie hoch die Darlehen von Birchers Jube Holding an die Sport AG sind, weiss Fetscherin nicht. Er habe die betreffenden Unterlagen mehrmals angefordert, diese aber so wenig erhalten wie die verlangte Kreditoren- und Debitorenliste.

    Emotional ist Fetscherin in diesen rund 45 Minuten, und er wagt sich aufs juristische Glatteis. Bircher lüge mit allen möglichen Aussagen, sagt er. Auch erzählt er von einem Gerücht, das die Runde mache: Die Flyers sollen sich die Lizenz für die vergangene Saison mit fingierten Dokumenten erschlichen haben. Und was Bircher angeht, erklärt er: «Nach meinen Informationen pfeift er aus dem letzten Loch.» Deshalb rechnet Fetscherin nicht damit, sein Geld zurückzuerhalten. Hoffen tut er trotzdem noch.

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    So, habe aus Respekt vor dem Meistertitel des :zsc: einen Tag gewartet mit Banalitäten. :wink:

    Der Spielplan ist draussen, ich werde gegen die

    - Chargers
    - Falcons
    - Eagles
    - Rams

    im Stadion sein. :cool:

    Unglaubliche Vorfreude! :geil:

    Zitat von Mitsch 2006

    die statistik ist bekanntlich nur ein teil der wahrheit

    Als langjähriger Flüeler Kritiker auch hier noch mein Senf:

    Flüeler & Bührer waren in der Quali nur im hinteren Mittelfeld was die Quote anbelangt.

    Aber dann als es wichtig wurde haben beide ihre Teams in den Final geführt, während die Könige der Quali auch auf dem Goalieposten auf die Verliererstrasse abgebogen sind.

    Flüeler hat dann Bührer im Final getopt, auch darum sind wir Meister geworden.

    Flüeler wird nun nächste Saison an dem gemessen werden, aber auch Leute wie Berra (gerade er!) werden zeigen müssen, dass sie nicht nur eine Saison gut spielen können.

    Tor in drittletzter Sekunde: Die ZSC Lions triumphieren

    Die Zürcher feierten einen 2:1-Sieg in Bern – und damit den siebten Meistertitel ihrer Geschichte.

    Von Silvan Schweizer

    Nach 65 Partien endete eine lange, kräfteraubende Saison für die ZSC Lions mit einem unglaublichen Triumph. Die Zürcher gewannen das alles entscheidende siebte Finalspiel in Bern 2:1 – und damit ihren siebten Titel. Das Siegtor fiel erst 2,5 Sekunden vor dem Ende der normalen Spielzeit: Verteidiger McCarthy stocherte den Puck in einem Gewühl vor dem Tor über die Line. Die Schiedsrichter gaben den Treffer erst nach minutenlangem Videostudium. Danach kannte die Freude keine Grenzen mehr. Erst recht nicht in der Halle 9 nahe des Hallenstadions, in der 2400 ZSC-Fans mitgefiebert hatten und danach sehnsüchtig warteten, bis die Champions nach Mitternacht zu ihnen stiessen.

    Dieser Meistertitel konnte aufgrund des Saisonverlaufs nicht erwartet werden. Die Zürcher hatten einen äusserst durchzogenen Herbst erlebt, mit vielen Abenden, an denen sie ihre Fans wegen ihrer Passivität verärgerten. Die Qualifikation beendeten sie nur auf Platz 7.

    «Was für eine verrückte Truppe»

    Doch spätestens im neuen Jahr begannen die Lions, die Ideen ihres neuen, fordernden Trainers Bob Hartley zu verstehen und umzusetzen. Der erfahrene NHL-Coach und Stanley-Cup-Gewinner benötigte ebenfalls etwas Anlaufzeit, um die hiesige Mentalität kennen zu lernen und die Qualitäten seines Teams zu erfassen. Im Playoff fand er dann immer wieder die richtigen Rezepte und Worte, um die Lions anzutreiben. Sie stürmten scheinbar mühelos an Titelverteidiger Davos und Qualifikationssieger Zug vorbei. Und im Final wendeten sie gegen den SC Bern gar einen 1:3-Rückstand in der Serie. «Dieses Team gibt einfach nie auf», lobte Hartley deshalb. «Ich bin so stolz. Was für eine verrückte Truppe!»

    Die Zürcher waren in dieser fünften Finalissima der NLA-Historie kurz vor der ersten Pause in Führung gegangen. Bastl profitierte dabei von einem Abspielfehler von SCB-Verteidiger Hänni und der Vorarbeit von Sturmpartner Monnet. Doch die Berner reagierten nach 22 Minuten, als Rüthemann aus der Luft traf. Im Schlussdrittel wurde der Match danach zu einem Krimi. Die ZSC Lions aber riskierten viel in einer Schlussoffensive. Und wurden dafür spät belohnt.

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    Das Happyend 2,5 Sekunden vor Schluss

    McCarthy bescherte den ZSC Lions mit seinem goldenen Tor den Meistertitel – und erinnerte an Plavsic vor zwölf Jahren.

    Von Simon Graf, Bern

    Es waren Szenen, die an 2000 erinnerten, den ersten ZSC-Meistertitel seit 39 Jahren. Die Partie war noch nicht vorbei, doch auf der Bank umarmten sich die Zürcher bereits. 2,5 Sekunden waren noch zu spielen. Das Berner Publikum warf Unrat auf die Eisfläche, derweil sich Schiedsrichter Kurmann die Videobilder anschaute. Nach Momenten des bangen Wartens deutete er schliesslich auf den Mittelkreis – und anerkannte das 2:1.

    McCarthy war nach einem Getümmel vor dem Berner Tor nach vorne gestürmt, der Puck war wie von Wunderhand zu ihm geprallt, und er traf über den am Boden liegenden Bührer zum goldenen Tor. Zuvor hatte Ambühl mit einem unwiderstehlichen Sturmlauf die Szene eingeleitet.

    Die grosse Frage war, ob der Bündner beim Treffer im Torraum gestanden oder Bührer behindert hatte. Ersteres durfte Kurmann am Video nicht überprüfen, zweiteres lag nicht vor. Mit McCarthy bekamen die Zürcher damit wieder einen Verteidiger-Meisterschützen. Vor zwölf Jahren hatte Plavsic gegen Lugano nach 59:50 getroffen, sein Landsmann reüssierte diesmal noch später. «Ich bin sprachlos», brachte der Kanadier danach heraus. «Ich schiesse nicht viele Tore. Aber wenn, dann wichtige.» Und er liess die Untertreibung des Jahres folgen: «Dieses fühlt sich jedenfalls ziemlich gut an.» In der Qualifikation hatte McCarthy dreimal getroffen, im Playoff zuvor in 14 Spielen nicht. Als er Mitte Oktober zu den Zürchern gestossen war, war er im Schatten von Michael Nylander gestanden, der anderen ZSC-Verpflichtung. Nun erwies sich der 31-Jährige als der entscheidende Mann.

    Flüeler hielt sein Team im Spiel

    Ihren letzten Sieg, dem auch Roger Federer beiwohnte, hatten die ZSC Lions erdauern müssen. Der SCB war lange die aktivere Mannschaft, erspielte sich ein deutliches Chancenplus. Doch Flüeler hielt sein Team im Spiel, gab ihm die Möglichkeit, mit einem Lucky Punch den Titel zu erringen. Bastl brachte die Zürcher kurz vor der ersten Pause in Führung, nachdem Hänni, vom forecheckenden Ambühl unter Druck gesetzt, einen fatalen Fehlpass produziert hatte.

    Doch der Vorsprung währte nicht lange. Bereits in der 22. Minute gelang Rüthemann, der den Puck im Stile eines Baseballers aus der Luft traf, der Ausgleich. Die Zürcher mussten danach heikle Momente überstehen, unter anderem zwei Strafen, während derer zum Berner 2:1 mehrmals nur Zentimeter fehlten. Im Schlussabschnitt, als beim SCB langsam die Kräfte nachliessen, gestaltete sich das Spiel dann ausgeglichen. Und gegen das Ende hin suchten die Zürcher immer vehementer die Entscheidung.

    Zu jenem Zeitpunkt spielte Kolnik, der für den angeschlagenen Down ins Team gerutscht war, nicht mehr mit. Und Bob Hartley hatte die Center Cunti und Ambühl getauscht, weil dem filigranen Zürcher, der besondere Berner Aufmerksamkeit erhielt, nichts gelang. Das Bauchgefühl täuschte den Kanadier, der in seinem sechsten Final den sechsten Erfolg feierte, auch diesmal nicht. Schliesslich war es Ambühl, der mit seinem Rush der Bande entlang das Zürcher Happyend ermöglichte.

    Der Dank an die Verteidiger

    «Dieses Spiel war das Spiegelbild unserer Saison», freute sich Hartley. «Die Mannschaft glaubte immer an sich. Wir haben es dank harter Arbeit geschafft. Hoffentlich haben wir den Leuten gezeigt, dass sich lohnt, nie aufzugeben. Ich arbeite mit unglaublichen Sportlern.» Flüeler, der stets die Konzentration bewahrt hatte, war die grosse Erleichterung anzusehen: «Ich hatte stets im Kopf, dass jeder Puck reingehen könnte. Aber die Verteidiger wehrten wohl mehr Schüsse ab als ich.» Er könne es noch gar nicht fassen, sagte der neuste Schweizer Meistergoalie. Dazu hat er nun ein paar Monate Zeit.

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    Kommentar

    Geschaffen für grosse Momente

    Von Simon Graf


    Wer den ZSC Lions im Februar den Titel prophezeit hätte, wäre ausgelacht worden. Ihr Triumph ist der überraschendste der 27-jährigen Playoff-Ära. Zumal sie als Siebte aus einer schwierigen Position gestartet waren. Doch sie räumten den Zweiten (Davos) und den Ersten (Zug) aus dem Weg und liessen sich auch durch ein 1:3 im Final gegen den kräftigen SCB nicht aus der Bahn bringen. Nur Kloten war 1995 von Rang 7 aus Meister geworden. Doch die Klotener Titelverteidiger waren erfolgserprobt und spielten, als sie sich ihres ungeliebten Trainerduos Carlsson/Falk entledigt hatten, befreit auf.

    Die ZSC Lions bewiesen wieder einmal, dass sie geschaffen sind für grosse Momente. In ihrem 6. Final feierten sie ihren 4. Titel, und wie 2008 sowie in der Champions League blühten sie auf in ihrer Aussenseiterrolle. Die Jungen, die Bob Hartley förderte, waren die Überraschungen der Saison. Doch je wichtiger die Spiele, desto mehr überzeugten auch die Routiniers, trat das Team als verschworene Einheit auf.

    Flüeler absolvierte mit 23 seine Meisterprüfung und trat aus dem langen Schatten Sulanders. Antreiber Ambühl war der wertvollste Spieler des Playoffs, Monnet und Bärtschi fanden zur alten Treffsicherheit zurück, der wundersam genesene Pittis zeigte eine imposante Willensleistung, Tambellini opferte sich in der Defensive auf, die Verteidiger sorgten für eine fast unheimliche Stabilität, die Jungen für Energie und Enthusiasmus.

    Die Finalserie zwischen SCB und ZSC war vielleicht nicht die spektakulärste – aber mit über 100 000 Zuschauern eine der Superlative. Es brauchte lange, bis sich die grössten Clubs erstmals in einem Final trafen. Ihr erstes grosses Duell ist bestimmt nicht ihr letztes gewesen.

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    ZSC-Triumph Bob Hartley hat in einem Jahr ein Meisterteam gebaut. Das ist beachtlich – für alle Beteiligten. Von Simon Graf

    Der Lohn für Beharrlichkeit und harte Arbeit

    Und die Geschichte wiederholt sich doch. Der vierte Meistertitel der ZSC Lions in der Playoff-Ära war in der Entstehung und Vollendung eine Mischung aus ihrem dritten und zweiten. Wie 2008 fanden sie nach einem Fehlstart allmählich zu ihrem Spiel, wuchsen sie an den Widerständen und zeigten sich im Playoff, in das sie als Aussenseiter gestartet waren, so gefestigt wie kein anderes Team. Und wie 2001 kehrten sie die Finalserie nach einem 1:3, als ihnen dies kaum mehr jemand zugetraut hatte. Das macht ihren Triumph umso süsser und bestätigte Bob Hartley, der stets gepredigt hatte, die harte Arbeit seiner Spieler werde früher oder später belohnt.

    Der Klimawechsel

    Noch vor dem ersten Saisonbully hatte der Kanadier gedroht: «Wenn einer nicht an den Titel glaubt, sollte er gehen.» Es tönte wie ein Spruch, den man von Nordamerikanern gewohnt ist. Doch Hartley meinte es ernst. Und wirkte Tag für Tag beharrlich auf dieses Ziel hin. Der Klimawechsel nach Colin Muller und Bengt-Ake Gustafsson, die einen lockeren Trainingsbetrieb gepflegt hatten, zum stets fordernden Hartley war abrupt. Und es brauchte einige Zeit, bis sich die Mannschaft an den Stil ihres neuen Chefs gewöhnt hatte. Der schickte auch einmal einen Spieler nach Hause, wenn dieser bei einer Übung abkürzte. Einmal strich er gar für einen Abend einen verdienten Mann wie Thibaut Monnet aus dem Kader.

    So unnachgiebig und stur Hartley ist, er ist transparent. Als kleiner Junge half er in seiner Heimatstadt Hawkesbury bei einem Farmer aus, damit dieser für ihn und seine Freunde im Winter ein Eisfeld präparierte. Seinen Traum von einer Karriere im Eishockey erfüllte er sich als Trainer, als Goalie war er zu wenig gut gewesen. Nichts verabscheut er daher mehr als Spieler, die ihren Beruf nicht zu schätzen wissen. Hartley ist einer, der vorlebt, was er predigt. Und allmählich verdiente er sich so den Respekt des Teams. Im Playoff setzte dieses seine Vorgaben mit jedem Sieg überzeugter um. Die ZSC Lions waren nicht die talentierteste Mannschaft, aber jene, die am meisten bereit war, sich für den Erfolg aufzuopfern.

    Der Umbruch

    Es brauchte eine starke Figur wie Hartley, um wieder eine Leistungskultur zu etablieren und den nötigen Umbruch zu forcieren. Dabei schreckte er auch vor unpopulären Entscheiden nicht zurück. Wichser wurde ausgemustert, Routiniers wie Gobbi und Ziegler schauten im Playoff nur noch zu. Talente wie Cunti, Kenins, Schäppi und Flüeler entfalteten unter Hartley ihre Fähigkeiten. Endlich wurde die ZSC-Strategie umgesetzt, vermehrt aus dem eigenen Talentreservoir zu schöpfen. So logisch sie tönt für die Organisation mit den meisten Junioren, lange hatte der Mut dazu gefehlt.

    Die Investitionen der letzten Jahre in Nationalspieler wie Ambühl und Blindenbacher, den NHL-erprobten Tambellini und natürlich ins Trainerduo Hartley/Cloutier zahlten sich aus – nach mageren Jahren mit dreimaligem Scheitern im Viertelfinal. Der Titel ist auch ein Befreiungsschlag für Edgar Salis, der als Sportchef Lehrgeld bezahlte, mit Zuzügen alternder Spieler den Generationenwechsel aufhielt. Nun scheinen die Jahre der Orientierungslosigkeit hinter den Zürchern zu liegen. Und die Mannschaft mit einer guten Mischung von Jung und Alt steht weitgehend.

    Abgänge sind nebst den bekannten (Sulander, Ziegler, Schommer) nur noch bei Gobbi und den Ausländern zu erwarten. Von diesen hat nur Tambellini einen Vertrag, was Salis die Möglichkeit gibt, auf diesen Positionen Korrekturen anzubringen. Noch etwas mehr Kreativität und Torgefahr würden nicht schaden. Die wichtigste Personalie ist aber Hartley. Der 51-Jährige ist beim ZSC noch bis 2013 gebunden. Doch die Verlockung einer Rückkehr in die NHL dürfte für ihn, da er die Zürcher gleich auf Anhieb zum Titel geführt hat, gross sein. Und es würde auch keinen Sinn machen, auf seinen Vertrag zu pochen, wenn er sich für einen Wechsel entscheiden würde.

    Der Goodwill

    Im Playoff zeigte sich, dass die Eventstadt Zürich durchaus empfänglich ist für Eishockey, wenn es erfolgreich, wenn es hip ist. Mit ihren gelungenen Auftritten dürften die ZSC Lions Goodwill geschaffen haben für die Debatten um ihr geplantes Stadion und eine allfällige Volksabstimmung. Und dass sie den Final nicht zu den vorgesehenen Daten spielen konnten, dem SCB 50 000 Franken für sein Entgegenkommen zahlen mussten, zeigte die Hallenproblematik nochmals deutlich auf. Darüber können auch die stimmungsvollen Abende im Hallenstadion nicht hinwegtäuschen.

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    Zitat von Sputnik

    Ich finde es geradezu eine Frechheit von Klaus Zaugg Lukas Flüeler als "Lottergoalie" zu bezeichnen. Flüeler zeigte über die gesammten Playoffs Leistungen die auf dem allerhöchsten Niveau sind.

    Flüeler hat einen Gegentor Schnitt in den Playoffs von 1.57 und eine Save Percentage von 93.80. Das sind ganz dicke Hausnummern, vor allem in den Playoffs!

    Die Frechheit bezieht sich auch auf Bührer!

    K.Z. ist unterste! :warnix: