"Inzwischen zeigt sich: Die Silber-WM von Stockholm hat zu wenig Emotionen geweckt und – wie die vielen WM-Absagen zeigen – kaum Aufbruchstimmung rund um die Nationalmannschaft entfacht. Eher hat dieser «Jahrhundert-Erfolg» zu einer gewissen Selbstüberschätzung auf allen Ebenen geführt.
Was sich auch daran zeigt, dass unsere Verbandsgeneräle das silberne Erbe nicht sorgfältig verwaltet, gehegt und gepflegt haben. Vielmehr leisteten sie sich ein beschämendes, monatelanges Verhandlungs-Theater mit Silber-Schmied Sean Simpson und ein unwürdiges Spektakel um die Nachfolgeregelung. Persönliche Eitelkeiten sind längst wichtiger geworden als die gemeinsame Sache.
Hochmut kommt vor dem Fall
Wie wenig die Arbeit des Kanadiers geschätzt worden ist, zeigt sich auch daran, dass er in seinem letzten Spiel auf Schweizer Eis gegen Kanada vor der WM im Zürcher Hallenstadion nicht einmal verabschiedet worden ist. Mit keinem einzigen Wort. Mit keiner einzigen Geste. Sean Simpson ist inzwischen der einsamste Mann unseres Hockeys geworden.
Inzwischen ist die Gefahr gross, dass wir hier in Minsk die Rechnung für unseren silbernem Hochmut bezahlen müssen. Wenn für die vier ausbleibenden Gruppenspiele keine heftige Reaktion erfolgt, wird nach Minsk die Erkenntnis stehen: So wie das WM-Silber gewonnen, so ist es ein Jahr später schon wieder zerronnen."
(KZ)
http://www.watson.ch/Front/articles…es-Sean-Simpson