Lugano - Grasshoppers 4:1
9¹⁄₂ Grasshoppers in Lugano
GC erleidet im Tessin die höchste Niederlage der Saison. In Lugano spielen nicht die Grasshoppers, wie man sie in dieser Saison kennt.
Es waren schwermütige Szenen, wie sie die Grasshoppers in dieser Saison noch nie erlebten: Hier der Trainer Pierluigi Tami, der am Rand des Rasens die höchste Niederlage erklären sollte, ein 1:4 gegen den Aufsteiger Lugano, ausgerechnet im letzten Spiel dieses für GC sonst so wunderbaren Halbjahres; und als ob dies nicht schon belastend genug gewesen wäre, unternahmen die GC-Fans in seinem Rücken auch noch eine Art Ausbruchversuch aus ihrem Sektor und liessen sich auf einen heftigen Schlagabtausch mit der Polizei ein.
Kurz zuvor hatten sie noch ein vorweihnachtliches Transparent entrollt und sich bei der Mannschaft für die Hinrunde bedankt, es dann aber wieder abgehängt, weil das alles irgendwie nicht zusammenpasste – diese unerwartet vernichtende Niederlage und ihr Dankbarkeitsgefühl. Es stimmte für GC sowieso kaum etwas zusammen: Das waren nicht die Grasshoppers, wie man sie in dieser Saison erlebt hat. Selbst Tami, der die Spieler auswendig kennt, weil er ihre Gewohnheiten mit Computersoftware bis in den Schlaf verfolgt, hatte Mühe, sie wiederzuerkennen: Er sagte: «Es gab technische Fehler, wie ich sie nie gesehen habe.» Tami hätte es sich einfach machen können, er hätte die Achseln zucken und alles auf die rote Karte gegen Alban Pnishi und den folgenden Penalty schieben können. Bis dahin hatte seine Mannschaft nach einem Eigentor Luganos geführt, erst danach war alles schiefgegangen. Da könne man nichts tun, hätte er sagen können – diese Logik hatte etwas Verführerisches.
Aber Tami sagte stattdessen: «Ich glaube nicht, dass es am Platzverweis lag. Wir waren nicht bereit. Wir hatten nicht die gleiche Motivation wie unser Gegner.» Dieser FC Lugano hat etwas Bereicherndes, er tritt nicht auf wie ein gewöhnlicher Aufsteiger. Er versucht, sich spielerisch in der Liga zu halten, und er tut das manchmal so gut, dass ein Reporter Tami vorschwärmte, Lugano und GC seien die spielstärksten Teams der Liga, da müsse man sich doch prächtig unterhalten. Worauf Tami entgegnen musste, so viel Freude habe ihm dieses Spiel nun auch wieder nicht bereitet.
Die Grasshoppers waren über eine Stunde in Unterzahl, aber sie verhielten sich nicht so. Sie spielten weiter, als ob nichts geschehen wäre, vielleicht in einer Art übersteigerten Selbstgewissheit, das Spiel offen halten zu wollen. Doch Lugano ist eine Mannschaft, die es geniesst, wenn sie Raum vorfindet. Und vor allem waren die Grasshoppers nicht nur zehn, sondern manchmal eben auch nur neuneinhalb Spieler. Immer wieder mal stand einer mit halbem Herz und nur auf einem Bein auf dem Rasen; einmal war es Caio, der sich wahnsinnig nach Heimaturlaub in Brasilien zu sehnen scheint, dann wieder Levent Gülen.
Dieses 1:4 sei kein Zufall, sagte Tami. Vor allem zeigt es, was GC fehlt: eine Innenverteidigung, die sich nicht leicht ausspielen lässt; und vielleicht auch ein Goalie, der einmal ein Spiel retten kann. Vaso Vasic aber war beim 1:3 und 1:4 kein Retter, im Gegenteil. Wann immer er für GC eine Hilfe hätte sein können, war er zuverlässig nicht zur Stelle.
(http://www.nzz.ch/sport/fussball…pers-1.18658531)
de Tami gfallt mir, ich hoffe, dass er nöd scho i de Rückrundi weg isch!!! Find ich no wichtiger als de Dabbur, mal luege, ob würklich All bliebed...