Beiträge von larlf

    ZSC Lions - EV Zug 5:1
    Zug kann die Lions nicht stoppen
    Im Spitzenduell gegen den EV Zug fällt es den ZSC Lions erstaunlich leicht, die selbstbewussten Gäste aus der Balance zu bringen. Die Zürcher gewinnen 5:1.

    Nach den Pflichtaufgaben gegen Langnau, Ambri und Lausanne war es an der Zeit, dass die ZSC Lions wieder einmal auf ein Spitzenteam trafen. Die gewonnenen Duelle hatten die Position an der Tabellenspitze gefestigt, als sportliche Standortbestimmungen waren sie jedoch nur von begrenzter Aussagekraft gewesen. Der EV Zug hingegen, Zweiter der Tabelle, aber mit drei Spielen weniger, stellte einen wesentlich reizvolleren Gradmesser dar.

    Doch es fiel den Zürchern fast schon erstaunlich leicht, die selbstbewussten Gäste aus der Balance zu bringen. Disziplin, Geduld und Kaltblütigkeit sorgten für den Unterschied. Es gab nur wenige Szenen, in denen die Lions Mühe hatten, dem Gegner den Takt aufzuzwingen. Am Ende stand ein klarer und auch in dieser Höhe verdienter Erfolg, er war der zehnte im Hallenstadion in Serie (inklusive Cup-Viertelfinal).

    Nur ein Drittel lang umstritten

    Das Spiel war von Beginn an schnell und intensiv, resultatmässig konnten die Gäste aber nur im ersten Drittel mithalten, als Tobias Stephan alle Zürcher Versuche abgewehrt hatte. Mit ihrem Goalie sind die Zuger so glücklich, dass der Vertrag vorzeitig um zwei Saisons bis 2019 mit Option auf ein weiteres Jahr verlängert worden ist. Der 31-Jährige liess sich nicht viel zuschulden kommen, doch die Niederlage konnte er auch nicht verhindern. Der EVZ bewegte sich eine Weile beinahe auf Augenhöhe mit dem Gegner, am Ende aber führten Fehler und Disziplinlosigkeiten in die Niederlage.

    Gleich drei Zuger Strafen konnten die Zürcher gnadenlos ausnützen. Matthews hatte mit seinem bereits 12. Treffer kurz vor Spielmitte das Skore eröffnet, kurz darauf doppelte Malgin zum 2:0 nach. Zur zweiten Pause lag das Heimteam 3:1 vorne, Suter hatte mit seinem 9. Treffer für die erneute Zweitoreführung gesorgt, nachdem Ramholt den EVZ mit dem 2:1 wieder ins Spiel gebracht hatte. Doch der Treffer des Verteidigers, der den Klub Ende Saison verlassen wird, blieb eines der raren offensiven Highlights der Zuger. Die Zürcher Defensive war einmal mehr exzellent. Angeführt wurde sie wie so oft vom überragenden Severin Blindenbacher, der so gut wie jeden Zweikampf gewann und im Spiel mit der Scheibe Mal für Mal intelligente Entscheidungen traf.

    Der Lauf der Lions

    Bergerons 4:1 in der 42. Minute knickte jegliche Zuger Hoffnung, das letzte Drittel war nur noch Formsache. Am Ende konnte sich Suter in Unterzahl mit seinem Treffer Nummer 10 zum 5:1 nochmals in der Skorerliste eintragen lassen. Bei den Lions waren Bergeron und der vor drei Tagen Vater gewordene Bärtschi ins Team zurückgekehrt, dafür fehlte Wick wie schon am Dienstag. Wer derzeit spielt oder nicht, ist aber nur nebensächlich. Die ZSC Lions haben einen guten Lauf. Sie können ihn heute Samstag in Genf fortsetzen.
    http://www.nzz.ch/sport/eishockey/zug-zsc-lions-1.18657983

    Blick uf d'Tabälle macht au Spass, vor allem will nöd all Team all ihri (weniger) Spiel gwünne chönd und de Vorsprung uf einigi Teams doch scho schön gwachse isch!

    In einer anderen Gewichtsklasse
    Die ZSC Lions liessen dem EVZ beim 5:1 keine Chance. Und ernteten Lob von ihrem Ex-Trainer Harold Kreis.

    Doug Shedden pflegte als EVZ-Trainer nach Niederlagen gegen den ZSC jeweils davon zu reden, dass man vor dem «grossen Bruder» mehr Respekt habe als vor anderen Teams. Harold Kreis wählte nach dem gestrigen 1:5 eine andere Analogie: «Das war heute, wie wenn Sugar Ray Robinson gegen Evander Holyfield geboxt hätte. Wir waren in einer anderen Gewichtsklasse.» Natürlich waren es die Zürcher, die er mit Schwergewicht Holyfield verglich. Dafür bewegten sie sich zuweilen aber erstaunlich flink. Als Matthews und Nilsson im Schlussabschnitt mehrmals durch die Zuger Zone tanzten und sich den Puck hin- und her passten, gab es Szenenapplaus.

    5:1, 5:3, 6:4, 6:4, 2:0, 7:4

    Die Pflicht war da bereits erfüllt, das war die Kür. Bergeron hatte die Partie in der 42. Minute mit dem dritten Powerplaytor zum 4:1 entschieden, Suter setzte mit dem 5:1 per Shorthander (60.) den Schlusspunkt. Der Spitzenkampf verlief damit einseitiger, als man hätte erwarten können. Oder vielleicht hätte man diesen Ausgang nach den letzten Duellen der beiden Teams im Hallenstadion ja vorhersehen können. Denn es war für die ZSC Lions der sechste Heimsieg ­gegen den EVZ in Serie, nach einem 5:3, 6:4, 6:4, 2:0 und 7:4.

    Zugs Stephan, der seinen Vertrag vorzeitig bis 2019 verlängerte, mag bisher der verlässlichste Goalie dieser Saison sein. Doch in Oerlikon ist auch für ihn ­alles ein bisschen anders. Viel konnte man ihm indes nicht vorwerfen. Die ­Zürcher waren an diesem Abend einfach konsequenter im Abschluss und vor dem eigenen Tor. Mit einem Zwischenspurt von fünf Siegen haben sie sich an der Spitze abgesetzt, allerdings weist der EVZ noch drei Spiele weniger auf.

    Wenn man die ZSC Lions so spielen sieht wie gestern, als sie nach den Toren von Nilsson (29.) und Malgin (32.) Schwung aufgenommen hatten, malt man sich aus, wie es wäre, wenn sie einmal komplett antreten könnten. Wick fehlte gestern immer noch, er hat sich nach überstandener Krankheit nun auch noch verletzt. Dafür waren Bergeron und Bärtschi zurück und gleich mittendrin. Der Kanadier traf mit einem platzierten Schuss, der Flügel zeigte sich nach einer sechswöchigen Pause deutlich explosiver. «Vielleicht musste ich einen Schritt zurück machen, damit ich wieder zwei nach vorne machen konnte», sagte er. Man darf vermuten, dass ihn die Hüfte behindert hatte. Er habe während seiner Pause intensiv ­trainiert, sagte der 31-Jährige.

    Bärtschis Vaterfreuden

    Auch ohne zu spielen, erlebte Bärtschi jüngst einen raren Glücksmoment: Am Mittwoch wurde er Vater einer Tochter. Alle seien wohlauf, mehr wolle er aber nicht berichten, sagte er – und setzte ­sofort wieder eine professionelle Miene auf. Im jungen Team ist er nun der siebte Vater geworden, nebst Bergeron, Cunti, Keller, Seger, Shannon und dem abwesenden Fritsche. Der nächste wird der junge Herzog sein. Der verdiente sich, obschon er gestern ohne Punkt blieb, ein Sonderlob von seinem Ex-Trainer Kreis. Der Deutschkanadier ­bedauert den Abgang des kräftigen Stürmers und sagt: «Seine Entwicklung hat sich in Zürich fortgesetzt. Er fährt ­immer vors Tor und ist abschlussstark. Ich sagte ihm schon letzte Saison, dass er nicht nur die gleiche Nummer hat wie Rick Nash, sondern auch ähnlich spielt.»

    Nette Worte eines Coaches, der schon in Zürcher Diensten auch in der Niederlage stets die Übersicht behielt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
    http://www.tagesanzeiger.ch/sport/hockey/i…/story/30169093

    isch au immer wieder schön, wännd die gägnerische Fans ghörsch über de Matthews schwärme + meist no de Kommentar dezue, wo s'Ganze no viel unglaublicher macht: er isch fängs 18i :applaus:

    hät Spass gmacht zum luege, obwohl ich nochli meh Zueschauer erwartet hetti, aber d'Innerschwiezer händ ja au fast niemer mitbracht. d'Stimmig hät sich am Spiel entsprächend au vo Drittel zu Drittel gsteigeret: vo mir us dörfts meh vo denä Äbig geh!
    de einzig negativ Punkt, isch de Wick als nöchste Verletzte. Hoffe mer, dass es nöd schlimm isch und's ändlich mal wieder ufhört, müesst nöd jede Spieltag sie...

    Ferien-Knatsch beim FCZ!
    Ein gemeinsamer Brunch am 13. Dezember bringt einige FCZ-Profis auf die Palme und mit Verspätung an den Strand.

    Als Sami Hyypiä letzte Woche einen gemeinsamen Brunch als Vorrunden-Abschluss für den 13. Dezember ankündigt, denken erst einige Profis, ihr Trainer scherze. Denn eigentlich wollen die FCZ-Profis die missglückte Vorrunde so rasch wie möglich hinter sich lassen und einen Tag nach dem Cup-Kracher in Thun nichts wie weg an die Sonne.

    BLICK erfuhr: Einige Spieler haben ihre Flüge bereits gebucht – auf den 13. Dezember. Wie im letzten Jahr einen Tag nach dem letzten Auftritt.

    Doch Hyypiä scherzt nicht, der Finne meint es ernst. Was letztes Jahr war, interessiert ihn nicht. «Nur weil dies früher so üblich war, heisst das nicht, dass es so weitergehen muss. Ich denke, wir unternehmen zu wenig zusammen. Für mich ist es wichtig, dass wir alle noch zusammen essen», sagt er.

    Beim Brunchen möchte Hyypiä den Spielern auch den Trainingsplan für die Weihnachtsferien verteilen. Denn für den Finnen ist klar: Weihnachtsferien sind reiner Luxus. Bei seinen zehn Jahren in Liverpool gab es keine. In England wird auch zwischen Weihnachten und Neujahr gekickt.

    Der FCZ ist nicht Liverpool. Einige Profis müssen nun Ferien umbuchen und Flüge verschieben. Das gemeinsame Essen kostet sie eine Stange Geld. Klar nerven sich diese Spieler.

    Doch Coach Hyypiä ist sich keiner Schuld bewusst. Der 42-Jährige ist der Meinung, dass seine Spieler zuerst anfragen sollten, ehe sie Ferien buchen. «Das läuft doch in jedem Unternehmen so.»

    Das Schlusswort hat FCZ-Präsident Ancillo Canepa: «Wir haben den Termin vor einigen Tagen definiert und reserviert. Das ist gar kein Thema. Die Spieler und der Staff sind mit ihren Partnerinnen und Kindern eingeladen.»

    erinnered mich gaaanz fest au eusi Ziet im Tabällechäller und find d'Ussag vom Sämi scho no lustig "Ich denke, wir unternehmen zu wenig zusammen."
    sinds nöd ca. 2-3 Wuche spöter wieder gaaanz nöch binenand und chönted döt evtl. Teambuilding Massnahme mache?
    naja, einersiets sicher nöd soo schlimm wie's Blick schriebt, aber wahrschienlich au nöd unbedingt förderlich für d'Stimmig vo gwüssne Spieler.

    es isch s'letschte spiel wo sie gmacht händ & drum hani das gnoh: ich gah devo us, dass du die letschte spiel/resultat i de liga au gseh häsch & d'interview mit de spieler.
    dänn weisch evtl was ich meine...

    Tami und der Lockruf aus der Bundesliga
    Der Vertrag des GC-Trainers läuft im nächsten Sommer aus. Offenbar hat er Anfragen aus Deutschland

    Es ist alles wunderbar bei den Grasshoppers. Die Mannschaft ist die schönste Überraschung in der laufenden Super-League-Saison. Sie liegt auf Rang 2. Und daran wird auch die letzte Meisterschaftsrunde vor der Winterpause nichts mehr ändern.

    Am Sonntag spielen die Zürcher in Lugano. Doch vielleicht ist das Resultat dieses Spiels weniger wichtig als das, was danach folgt: Die Bemühungen um eine Vertragsverlängerung mit Trainer Pierluigi Tami sollen noch vor den Weihnachten erfolgreich abgeschlossen sein.

    Seit knapp einem Jahr arbeitet der Tessiner bei GC. Er hat die Mannschaft aus der Krise an die nationale Spitze geführt. Er lässt sie angriffigen, spektakulären Fussball spielen. Aber: Sein Kontrakt läuft im nächsten Sommer aus.

    GC hat Priorität

    In ersten Gesprächen hat GC-Geschäftsführer und Sportchef Manuel Huber seinem Trainer schon mitgeteilt, wie zufrieden der Verein mit Tamis Arbeit ist. Tami geht es ähnlich. Er fühlt sich wohl bei den Grasshopppers, er habe hier etwas aufbauen können. Er sagt: «Ich bin froh, dass ich hier bin.» Er teilt auch mit, dass es seine Priorität sei, den Vertrag mit GC zu verlängern. Er sagt aber auch diese Sätze:«Es gibt Anfragen aus dem Ausland. Aus der Bundesliga.»

    Anfragen aus der Bundesliga? Natürlich ist das bestens vorstellbar, Aufschwünge wie mit Tami sprechen sich schnell herum. Ebenso vorstellbar ist, dass bei Tami trotz Lockrufen aus der grösseren Fussballwelt das Projekt GC Vorrang hat. Sein Hinweis, dass seine Qualitäten auch anderswo gefragt sein könnten, kann trotzdem nicht schaden. Zumindest nicht dem eigenen Portemonnaie. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

    wär schön, wänn er wür verlängere und nochli bliebt. aber ich befürchte, dass er spötischtens Ändi 2016 weg sie wird (wänns so ähnlich wietergaht mit de Resultat)

    das "entscheidet" niemand alleine, sondern das Gesamtpaket wird wohl Canepa dazu bringen, etwas zu ändern:

    1.) die Spieler: mit ihren Leistungen auf dem Feld und somit den Resultaten, welche in der Ende Saison einen Platz an der Sonne oder im Keller aufzeigt
    2.) aufgrund dieser Rangierung: die Fans und Sponsoren, welche je nach Rangierung mehr oder weniger Geld in den Verein bringen

    diese 2 Punkte, evtl. über Jahre, werden dann dem Alleinherrscher mit den guten innerbetrieblichen Strukturen irgendwann zu teuer oder es verdirbt ihm den Spass vollends (zum Thema wieviel Spass Canepa hat, hat sich ja der Schawinski geäussert ;) und er wird etwas ändern, in welcher Richtung auch immer.

    Aber Du hast schon Recht: ein Alleinherrscher entscheidet heutzutage alleine, ob er sich das weiter antun möchte oder nicht... (jedenfalls auf dieser Ebene der "Alleinherrschaft" :)
    ob er es noch Lustig findet, wenn er alleine im Stadion sitzt, das ist dann eine andere Frage.

    Canepa sie's Gsicht isch herrlich gsi, wo de Schawinski gseit hät: Wänn er Erfolg hät, isch er de Held + wänn nöd, dänn de Loser -> da isch ihm grad churz alles "abegheit" :mrgreen:
    und er schient trotz de guete Strukture (wer au immer das isch, näbed em Drache und ihm) Beratigsresistänt z'sie! Ok, vo all denä Journi wo kei Ahnig händ, würi mi au nöd berate lah, aber wänn usser de Duckmäuschen all s'gliche säged, chönt evtl. öppis dra sie...

    Ob d'Spieler i de Winterpause ächt no öppis anders als Kondition mached?
    Wür mi glaubs nöd gross druf freue, wänni Spieler vom FCZ wär; Chönt härt werdä.

    aber er macht 1 für mich richtigi und wichtigi Ussag: "Es ist vor allem keine Mannschaft auf dem Platz, in der jeder für den anderen kämpft."
    -> wänn de Sämi das anebringt, dänn chunt au wieder de Erfolg und somit wird au de Schalter im Kopf wieder umgleit...

    au de Kommentar zum Sportchef stimmt, alles andere wo er persönlich wird und im Training verbie will, isch def. absolut denäbed!
    da frög ich mich jedesmal, wie mer uf d'Idee chunt, dass es söll hälfe, wänn mer de eigne SPieler: Füürzüg ahschmeisst, Trikot wegnimmt, Sitzblockade macht, usw.

    isch ja de artikel, wo ich gester scho kopiert han & nur will de sämi weiss, dass es zum gröste teil es mentals problem isch, heissts no lang nöd, dass er das löse chan!

    normalerwies sött genau en trainerwächsel die mental blockade löse, siehe schubert in gladbach...
    aber de sämi isch gar nie drus use cho, im gägeteil

    eigentlich bin ich ja froh, wänn ihr hine sind, aber abstiege muen nöd grad sie ;)

    Eine langsame Demontage
    Will man Anschauungsmaterial zum derzeitigen Zustand der Zürcher Klubs, so liefert das 244. Derby beste Muster: Der zweitplacierte GC steigert sich in aller Ruhe zum Kantersieg. Der labile FCZ bricht ein und fällt auf den letzten Platz zurück.
    (von Michele Coviello, Zürich29.11.2015, 21:23 Uhr: http://www.nzz.ch/sport/fussball…tage-1.18654672)

    Am Schluss ging es so zu und her, wie man es erwartet hatte: Es spielte der beste Sturm der Super League gegen die schwächste Defensive. Und irgendwann war der Punkt wirklich gekommen, an dem die Katze eine verängstigte Maus jagte. Zum Schluss lösten sich die Aktionen der Grasshoppers wie im Rausch ab, eine nach der anderen. Und der FC Zürich wurde kleiner und kleiner.

    Seit 38 Jahren nicht mehr

    Als die 90. Minute angebrochen war, stand es schon seit längerer Zeit 4:0 für die Grasshoppers. Aber sie hatten nicht genug. Selbst in der Nachspielzeit griffen sie weiter an, erzwangen noch einen zusätzlichen Corner, den ihr Captain Kim Källström mit dem Kopf in den Winkel lenkte – 5:0. Und weiter so, auch nach dem Wiederanpfiff. Noch einen Angriff mit Munas Dabbur, noch einen Eckball. Das sechste Tor fiel nicht. Aber der Wille war imponierend – und erschreckend, wie willenlos der FCZ wirkte. Längst hatte er sich aufgeben. Seit fast einer Halbzeit.

    Seit 38 Jahren hatte GC nicht mehr ein Derby mit fünf Toren Unterschied gewonnen. Dass es zu diesem Resultat kam, war eine überraschende Wende in der Geschichte dieses Derbys. Nicht aber in derjenigen dieser Saison. Der verwundete FC Zürich aus den Niederungen der Tabelle hatte vorerst eben nicht wie erwartet den Anschein der verängstigten Maus gemacht. Er liess diese Dynamik aufblitzen, welche sich der Trainer Sami Hyypiä wünscht: diese weiten Bälle, wie Pfeile in die Herzen der Defensiven placiert, diese schnellen Dreiecke vor dem Strafraum mit Abschlüssen aus gefährlicher Position.

    Der FCZ hatte anfänglich einiges mehr als GC von dieser Partie. Aber auch in seinen besten Phasen fehlte ihm Wesentliches: Er war nicht ausreichend konzentriert, wenn es ums entscheidende Zuspiel, um den satten Schuss ging. Die Maschinerie rollte, die Zahnräder griffen für Momente ineinander, bis ein Zähnchen wieder wegbrach. Mehrere Spielzüge endeten so wie in der 42. Minute, als Cédric Brunner mit Tempo die Tiefe suchte, Oliver Buff clever den Ball zu Mario Gavranovic passieren liess, Gavranovic ihn dann aber an Franck Etoundi vorbei legte.

    Es sind bekannte Symptome dieses FCZ, Saison 2014/15 – momentane Amnesien, Spannung, die urplötzlich abfällt. Das geschieht ihm oft im Angriff. Und noch öfter und mit noch gravierenderer Auswirkung in der Defensive. So war es auch im Derby vom Sonntag. Als GC 1:0 in Führung lag, hatte er sich noch gar keine richtige Chance erarbeitet. Zum ersten Tor Dabburs waren die Grasshoppers nur gekommen, weil sich der FCZ-Innenverteidiger Berat Djimsiti einen Fauxpas der gröberen Sorte leistete. Am Mittelkreis spielte er einen Rückpass. Aber an wen? Da war weit und breit niemand. Niemand ausser Dabbur, dem es leichtfiel, dieses Zuspiel zu erlaufen, als wäre es für ihn gedacht gewesen.

    Machtdemonstration des GC

    Es ist dem FCZ anzurechnen, dass er trotz dieser Hypothek in der 15. Minute lange bestimmend blieb. Aber einen zweiten Rückschlag konnte er nicht verkraften. Es war so eine Situation, die dem FCZ alles vorführte, was er nicht hat: Klasse, Präzision, Sicherheit. Källström drehte eine Flanke kunstvoll hinter die FCZ-Defensive, Yoric Ravet verwertete sie aus der Luft zum 2:0. Der FCZ brach nach dieser Machtdemonstration in sich zusammen. Und das gab Hyypiä zu denken. «Nach dem 2:0 hatte ich das Gefühl, dass wir den Glauben verloren hatten.» Ihm stehe weiter viel Arbeit bevor – Arbeit vor allem im mentalen Bereich. «Aber das kann man nicht über Nacht ändern», sagte Hyypiä, «im Fussball ist der Glaube wichtig. Wenn du nicht glaubst, dass du etwas bekommen kannst, dann ist es unnötig, auf den Platz zu gehen.»

    Es sind Sätze, die umgekehrt von Hyypiäs Pendant bei GC sein könnten. Das Team von Pierluigi Tami zog auch am Sonntag Kraft aus seiner bisher starken Saison. Es trat so seelenruhig und gelassen wie sein Coach auf. Auch wenn es in der ersten Hälfte lange kaum Szenen hatte, spielte es so, als wisse es jederzeit, wie gut und um wie viel besser es als sein Gegenüber war. Langsam und konstant begann GC, den FCZ zu zerlegen. Immer etwas mehr, mit immer schöneren, besseren Kombinationen und den weiteren Toren von Shani Tarashaj (3:0) und Caio (4:0).

    Der FCZ ergibt sich in sein Schicksal

    Im 244. Stadtderby bezieht der FC Zürich gegen GC seine höchste Niederlage seit 38 Jahren.

    So hat sich der FCZ-Trainer dieses Derby selbstredend nicht ausgemalt: 0:5 verlor die Mannschaft von Sami Hyypiä gegen die Grasshoppers. Ein Resultat, das wie eine schallende Ohrfeige wirkt, und ganz offensichtlich nicht spurlos an den Akteuren vorbeigegangen ist. «Wir haben viel Arbeit vor uns, vor allem im mentalen Bereich», wusste Hyypiä bereits unmittelbar nach dem Schlusspfiff.

    Verständlich. Denn seine Spieler wurden von der überragenden Offensivabteilung der Grasshoppers in der letzten halben Stunde regelrecht zerzaust. Liess sich das Zwischenresultat von 0:1 nach 45 Minuten aus FCZ-Sicht noch einigermassen ansehen, verursachte der Blick auf die Anzeigetafel nach dem Schlusspfiff Kopfschmerzen. 0:5 - so hoch hatte der FCZ seit 1977 kein Derby mehr verloren. Kommt hinzu, dass der FCZ in der Tabelle wieder auf dem letzten Platz angekommen ist.

    Dabei gab es in diesem Spiel durchaus positive Ansätze: Mit gänzlich gegensätzlichen Vorzeichen angetreten, hielt die auf dem Papier schwächste Defensive (FCZ) der etatmässig stärksten Offensive (GC) lange stand und präsentierte sich auf Augenhöhe - mit der einen fatalen Ausnahme nach einer Viertelstunde. Dem völlig missglückten Rückpass von Berat Djimsiti auf Schlussmann Anthony Favre, die zum frühen 0:1 führte.

    Zudem hat es der FCZ ja mit einem Gegner zu tun bekommen, dessen Offensivquartett auf Super-League-Niveau beinahe schon als Pendant zu Barcelonas Wundersturm Messi/Suarez/Neymar angesehen werden kann. Beeindruckende 36 Tore haben Dabbur/Ravet/Tarashaj/Caio in 17 Super-League-Partien produziert. Ein Wert, der die Hoppers zur unbestrittenen Nummer 2 hinter Basel macht.

    Primär aber geht es für Hyypiä trotzdem darum, seine mental labile Truppe wieder aufzurichten. Gegen GC war offensichtlich, dass einer der wesentlichen Unterschiede vor allem in den Köpfen liegt. Wie die Mannschaft nach 58 Minuten und dem 0:2 auseinandergefallen ist, ist symptomatisch für einen Klub im Tabellenkeller. Wie GC geduldig auf seine Chancen wartete und dann, als sich diese boten, fünfmal eiskalt zuschlug, zeugt vom Selbstvertrauen einer Spitzenmannschaft. Oliver Buff bemängelte die ausgebliebene Reaktion nach dem 0:2. Hyypiä erkannte bei seinen verunsicherten Schützlingen fehlenden Glauben.

    Das Derby, es war ein Spiegelbild der laufenden Saison. Ein Spiegelbild der Situation, in der sich die beiden Zürcher Clubs befinden.
    (http://www.tagesanzeiger.ch/sport/fussball…/story/22941377)
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    de 26-er isch mir au no ufgfalle, näbed em Simcity, er hät au eher verlore gwürkt uf em Fäld: hebed s'Offside uf und laht sich ja vom Feinster vernasche :mrgreen:
    aber im grosse Ganze isch es wohl eher es kollektivs Versage, als nur einzelni...