Posts by zappa10

    Da realisierte ich erst: Ei, ei, ei, war ich kaputt gewesen!»

    Es war lange still um Arno Del Curto (65), seit er sich vom Eishockey abwandte. Nun spricht er über seinen Abgang in Davos, sein neues Leben und was er am meisten bereut.

    Simon Graf
    Simon Graf
    Publiziert heute um 16:32 Uhr

    «Am Stammtisch ist es einfach, zu sagen: ‹Der soll jetzt aufhören!›» Arno Del Curto ist im Reinen mit sich selbst. «Am Stammtisch ist es einfach, zu sagen: ‹Der soll jetzt aufhören!›» Arno Del Curto ist im Reinen mit sich selbst. Foto: Ela Çelik

    Bald erscheint Ihre Biografie mit dem Titel «Mit Köpfchen durch die Wand». Ich hätte einen alternativen Titelvorschlag gehabt: «My Way», wie einst Frank Sinatra sang. Was machte Sie zum erfolgreichsten Eishockeytrainer in der Schweiz?

    Eben, dass ich es auf meine Weise gemacht habe. Das Eishockey in der Schweiz zu verändern, war in den Neunzigerjahren nicht so einfach. Vor allem nicht für einen Schweizer. Aber ich war fanatisch. Ich wollte die ganze Hockeywelt kennen lernen. Wie machen es die Russen? Die Finnen? Die Tschechen? Die Schweden? Die Kanadier? Die Amerikaner? Ich reiste überallhin. Alpo (Suhonen), den ich in der Schweiz kennen gelernt hatte, öffnete mir alle Türen. Ich war sogar bei (Wiktor) Tichonow. Daraus kreierte ich meinen eigenen Mix. Nachdem ich beim ZSC entlassen worden war (1993), konnte ich meinen Stil erproben: zuerst mit der Junioren-Nationalmannschaft, dann mit dem Erstligisten SC Luzern. Ich sah schnell, dass er erfolgreich sein würde. Denn er hatte alles: Tempo, Zug aufs Tor, körperlich hart spielen, eingespielte Spielzüge, Technik, und, und, und.

    Das ist die Eishockeyseite. War Ihr Umgang mit den Spielern nicht mindestens so wichtig?

    Kürzlich schickte mir jemand ein Video mit einem Interview mit Chris McSorley (dem Coach Luganos). McSorley sagte da, er müsse heute ganz anders führen als vor 20 Jahren. Er müsse sich mehr mit den Spielern abgeben, mehr von ihrem Privatleben wissen und spüren, wenn sie etwas bedrückt. Das machte ich von Anfang an so. Ich habe Menschen gern. Ich bin eigentlich eher ein zu lieber Mensch. Wenn ein Spieler ein Problem hatte, setzte ich mich intensiv mit ihm auseinander, bis es wieder gut war. Dafür rannte er dann auch für mich, wenn ich es von ihm verlangte.

    Zuckerbrot und Peitsche?

    Das trifft es für mich nicht. Ich war nur hart mit den Spielern im Training. Da erwartete ich eine Stunde, eineinhalb Stunden höchste Konzentration und Hingabe. Und ab und zu war ich hart während eines Spiels, wenn einer immer die gleichen Fehler machte. Da musste ich ihm manchmal klipp und klar sagen, was er tun muss. Aber nur im Training und im Match musste es stimmen, ansonsten war ich butterweich mit den Spielern.

    Wie nahe liessen Sie sie an sich heran?

    Sehr nahe. So spürte ich sie, lernte aber auch viel von ihnen. Das Einzige, was ich vom Eishockey vermisse, ist, dass ich nicht mehr so viele junge Menschen um mich herum habe. Ihre Unbekümmertheit, ihre Trends in der Mode, in der Musik, ihr Slang, das gefiel mir brutal. Das sog ich zu 100 Prozent auf. Deshalb bin ich heute noch ein Kindskopf.

    «Ich habe in Davos den Abgang ganz klar verpasst. Das passiert aber vielen. Angela Merkel, Joachim Löw, Arsène Wenger.»

    War der Prozess des Schreibens Ihrer Biografie, zusammen mit der Autorin Franziska K. Müller, auch eine Form der Verarbeitung für Sie?

    Nein. Darum ging es nicht. Aber klar, ich habe Fehler gemacht. Ich habe in Davos den Abgang ganz klar verpasst. Das passiert aber vielen. Angela Merkel hat es auch falsch gemacht, Joachim Löw ebenfalls. Arsène Wenger bei Arsenal auch. Wahrscheinlich kann man das gar nicht richtig machen. Man sagte mir schon nach dem (zweiten) Titel 2005, ich solle jetzt auf dem höchsten Punkt aufhören. 2007 wieder, 2009, 2011. Dann kam 2015 noch ein weiterer Titel dazu und es folgte mein schönstes Jahr, 2016, als wir im Europacup den Halbfinal erreichten. Das war für mich das absolute Highlight. Die Interviews, die ich danach auf Englisch gab, vollgepumpt mit Adrenalin, obschon ich nicht so gut Englisch spreche (lacht). Ich hatte Spass wie ein Sechsjähriger, der zu Weihnachten eine Skiausrüstung bekommen hat. Zum Glück hatte ich vorher nicht aufgehört, sonst hätte ich das nicht mehr erlebt. Aber im folgenden Jahr merkte ich, dass ich gehen sollte. Arno Del Curto im Hoch: Sein Kult-Interview auf Englisch nach dem Sieg über Skelleftea. Quelle: Youtube

    Wieso haben Sie es nicht getan?

    Ich wollte gehen. Aber dann machten wir untereinander ab: Machen wir weiter bis zum 100-Jahr-Jubiläum (2021). Rückblickend weiss ich, dass ich in meinem letzten Davoser Jahr (2018/19) kaputt war. Irgendwann war es zu viel geworden. Es war immer mehr dazugekommen, und ich hatte immer Ja gesagt, weil ich ein blaugelbes Herz hatte. Triffst du bitte den, der möchte noch in den Club investieren. Und so weiter. Am Schluss war ich nur noch am «Seckeln» und vernachlässigte die Mannschaft. Ganz klar. Wäre ich normal fit gewesen, hätte ich das noch zurechtbiegen können. Aber ich hatte die Kraft nicht mehr.

    Wie äusserte sich das?

    Wenn du eine Mannschaft führst, musst du Spass und Energie in die Kabine bringen. Das ist das Entscheidende. Das konnte ich nicht mehr. Aber weil ich so kaputt war, realisierte ich es gar nicht. Ich war wie apathisch. Heute bin ich wieder fit. Aber ich könnte diese Energie nicht mehr in die Kabine bringen, wie ich es 40 Jahre getan habe. Du musst völlig daran glauben, was du sagst und was du tust. Davon darfst du keinen Millimeter abweichen. Sonst geht es sofort in die andere Richtung. Immer im Herzen: Die Davoser Fans mit einer rührenden Choero für Arno Del Curto im Februar 2019. Immer im Herzen: Die Davoser Fans mit einer rührenden Choero für Arno Del Curto im Februar 2019. Foto: Jürgen Staiger (Keystone)

    Am 27. November 2018 traten Sie beim HCD zurück, nach über 22 Jahren. Das war ein Erdbeben im Schweizer Eishockey. Was war in den Tagen zuvor in Ihnen vorgegangen?

    Ich hatte in den letzten acht Wochen beim HCD immer wieder mit Vizepräsident Robert Lombardini gesprochen. Ich sagte: «Röbi, es stimmt nicht mehr.» Er sagte: «Komm, das schaffen wir noch.» In der darauffolgenden Woche kam ich wieder. Zu ihm oder zu jemand anderem. Am Stammtisch ist es einfach zu sagen: ‹Der soll jetzt aufhören!› Doch wenn du drinsteckst, hast du noch tausend andere Gedanken. Ich glaube, ich würde es nochmals falsch machen.

    «Es tut mir weh für die ZSC-Fans, dass ich ihnen nicht das liefern konnte, was sie von mir erwartet hatten.»

    Mitte Januar 2019 sprangen Sie gleich ins nächste Abenteuer und übernahmen als Nothelfer die ZSC Lions. Der Rummel um Sie war riesig. Bei Ihrem ersten Spiel in Langnau war eine Kamera den ganzen Abend lang nur auf Sie gerichtet …

    Und wenn du dir diese Bilder anschaust, siehst du: Ich war völlig kaputt. Ich schaute sie mir später einmal an. Ich war völlig in einer anderen Welt. Tags darauf im Hallenstadion versuchten wir, ein bisschen mehr nach vorne zu spielen, die Fans flippten aus. Es tut mir weh für die ZSC-Fans, dass ich ihnen nicht das liefern konnte, was sie von mir erwartet hatten. Es tut mir leid. Denn die ZSC-Fans sind auch geniale Fans. Auf Schritt und Tritt verfolgt: Arno Del Curto bei seinem Intermezzo bei den ZSC Lions. Auf Schritt und Tritt verfolgt: Arno Del Curto bei seinem Intermezzo bei den ZSC Lions. Foto: Melanie Duchene (Keystone)

    Sie verpassten mit den ZSC Lions im letzten Qualifikationsspiel in Genf das Playoff. Haben Sie sich manchmal überlegt, was gewesen wäre, hätten Sie jenes Spiel gewonnen?

    Zum Glück haben wir es verloren. Nein, ich muss es so sagen: zum Glück für mich. Für Zürich war es schlecht. Vielleicht hätten wir ein gutes Playoff gespielt. Wer weiss. Wir hatten tolle Typen und viele gute, sehr gute Spieler. Es wäre schon möglich gewesen, dass sie noch erwacht wären. Aber nicht nur ich war angeschlagen, auch die Mannschaft war es. Das muss man schon sehen. Ach ja, etwas kommt mir noch in den Sinn.

    Bitte.

    Wir waren bei Walter Frey (ZSC-Präsident) zu Hause, um den Vertrag zu unterschreiben. Da sagte er mir: «Herr Del Curto, was wir hier machen, ist nicht gut für uns. Und auch nicht gut für Sie.» Als alles vorüber war und ich mich von ihm verabschieden wollte, sagte ich: «Sie haben recht gehabt.» Er hatte es gespürt.

    Wie erholten Sie sich, nachdem es vorbei war bei den ZSC Lions? Verreisten Sie auf eine einsame Insel?

    Nein, ich war zu Hause, ganz normal. Ich las, machte nicht viel. Und plötzlich spielte sich der ganze Film vor meinen Augen ab. Da realisierte ich erst: Ei, ei, ei, war ich eineinhalb Jahre lang kaputt gewesen!

    «Man sagt ja, man müsse den Körper trainieren. So trainiere ich auch mein Gehirn. Ich hoffe, das hält mich länger jung.»

    Wie ging es für Sie weiter?

    Ich begann, mich mit meinem neuen Leben zu befassen. Mit dem Buchprojekt. Ich half jemandem, Redner auszubilden. Und dann traf ich Marcel Niederer, und da kam unser Projekt in Arosa auf: der Wiederaufbau des Posthotels mit 30 Suiten mit dreieinhalb Zimmern. Viele Leute waren da dran gewesen, aber die Frau aus Malaysia, welcher der Boden gehörte, gab uns den Zuschlag. Niederer ist ein Geschäftsmann vom Scheitel bis zur Sohle. Von ihm habe ich innert Kürze alles gelernt. Man sagt ja immer, man müsse den Körper trainieren. So trainiere ich auch mein Gehirn. Ich hoffe, dass mich das länger jung hält.

    Sehen Sie Parallelen zwischen der Businesswelt und Ihrer früheren Rolle als Coach?

    Du kommst bei beiden mit Menschen zusammen und musst diesen gegenüber eine gewisse Empathie haben. Du spürst in den Gesprächen, wo der andere hinwill. Wenn du das gut kannst und Sozialkompetenz hast, hilft das. Aber natürlich sind die Abläufe ganz anders. Im Eishockey musst du immer den nächsten Match gewinnen. Wenn du einmal verlierst, ist schlechtes Wetter. Wenn du zweimal verlierst, ist Krise. Wenn du dreimal verlierst, tobt ein Hurrikan. Die Leute schauen dich nach einem schlechten Drittel schon anders an. Im Geschäftsleben siehst du nach einem Jahr, ob du gut gearbeitet hast oder nicht. Und dann hast du ein Jahr Zeit, um es zu korrigieren, wenn du Fehler gemacht hast. Im Eishockey musst du sofort eingreifen.

    Ein unerfüllter Traum vieler Schweizer Hockeyfans ist Arno Del Curto als Schweizer Nationaltrainer. Wieso kam es nie dazu?

    Weil mein Herz zu sehr für den HCD schlug. Wir waren einmal nahe dran, dass ich beides hätte machen können: HCD-Coach und Nationaltrainer. Aber dann wollten sie nicht. Und das Daily Business war mir viel, viel lieber. Wenn du eine solche Leidenschaft hast wie ich, hast du keine Lust, alle drei Monate einen Match zu coachen. Zudem hätte ich mich als Nonkonformist sehr stark anpassen müssen, was ich nicht gern getan hätte.

    Aber eine Krawatte haben Sie sich ja inzwischen umgebunden.

    (lacht) Einmal, ja. Wenn ich eine Krawatte tragen muss, trage ich halt eine. Das ist doch mir egal. Aber ich fühlte mich wohler, wenn ich sportlich angezogen war, wie jetzt.

    «Als ich das sah, sagte ich mir: Was warst du für ein Riesendummkopf, dass du nicht nach Sankt Petersburg gegangen bist!»

    Kürzlich coachten Sie beim IIHF-Kongress in Sankt Petersburg die Weltauswahl gegen eine russische Auswahl. 2010 wären Sie ja fast in Sankt Petersburg gelandet. Kam Ihnen das nochmals in den Sinn?

    Eine ganz gute Frage! Die muss ich jetzt auch ehrlich beantworten. Ich sah den Mann, der mir einen Vertrag angeboten hatte. Ich sah, wie René Fasel in Russland verehrt wird. Ich sah, wie die Russen das Eishockey verehren. Ich hatte das Gefühl, nach Putin kommen da punkto Popularität alle Eishockeyspieler und -trainer. Ich sah die Stadt, wie unheimlich sauber und schön sie geworden war. Was für ein jugendliches Flair sie hatte. Ich war letztmals vor 20 Jahren da gewesen. Als ich das alles sah, sagte ich mir: Was warst du für ein Riesendummkopf, dass du da nicht hingegangen bist! Es war völlig falsch. Ich werde mir nie verzeihen, dass ich damals Nein gesagt habe. Vor allem, wenn ich sehe, wie dann mein Abschluss in Davos war. Und wäre ich nach Sankt Petersburg gegangen, wäre mir das auch nicht passiert mit dieser Erschöpfungswelle. Dort wäre ich nur für die Mannschaft zuständig gewesen.

    Ihr Sohn Yannick ist inzwischen auch Eishockeytrainer. Seit zwei Jahren ist er Assistent bei der U-17-Elite der ZSC Lions, die letzte Saison Meister wurde. Geben Sie ihm ab und zu Tipps?

    Nein. Ich habe so oft erlebt, wie Eltern ihren Kinder dreingeredet und damit viel kaputtgemacht haben. Ich sagte zu Yannick einmal: «Ich würde es nicht tun.» Nehmen wir an, er wird einmal in der Nationalliga B oder A coachen, er würde unweigerlich mit mir verglichen. Es kann sein, dass das für ihn nicht gut wäre. Aber er hat Freude daran. Und wenn er mich fragt, gebe ich ihm logischerweise einen Tipp. Aber er fragt mich nicht oft. Wir reden über ganz andere Dinge. Bei Viktor (Ignatiev, dem Headcoach) lernt er viel. Der ist auch einer, der die Jungen laufen lässt. Das finde ich gut.

    Wie eng verfolgen Sie zurzeit das Eishockey?

    Ich habe eine Zeit lang gar nicht mehr geschaut. Im Frühling abonnierte ich die NHL-App, weil ich Joe Thornton mit Toronto schauen wollte. Leider sind sie im Playoff früh ausgeschieden. Dann dachte ich: Wenn ich schon bezahlt habe, schaue ich mal einen anderen Match. Zum Glück tat ich das. Ich schaute Colorado gegen Vegas. Da war alles drin! Ein so geiler Match! Wie Colorado spielte! Und wie Vegas zeigte: Heute habt ihr gewonnen, aber so kommt ihr nicht durch! Danach schaute ich das Playoff fertig bis zum letzten Match. Ich habe dem Eishockey nie abgeschworen, aber ich hatte nach so vielen Jahren einfach einmal genug gehabt. Und wenn das so ist, sollte man sich das auch eingestehen können.

    Weiss jemand etwas über den Gesundheitszustand von Bodie? Der fehlt seit Anfang September mit der "vielsagenden" Begründung "Oberkörperverletzung".... Hirnerschütterung???

    Die ZSC Lions verlängern den Vertrag mit Eigengewächs @justinsigrist um vier Jahre bis und mit Saison 2025/26.

    Der 22-jährige Stürmer Justin Sigrist spielt seit 2011 in der Organisation der ZSC Lions. Seit seinem Debüt in der National League in der Saison 2018/19 hat das Eigengewächs 119 Partien (30 Skorerpunkte) für den Zett absolviert.

    Sportchef Sven Leuenberger zur wichtigen Vertragsverlängerung:

    «Justin hat den Durchbruch in der letzten Saison geschafft. Er ist ein starker Zweiwegspieler sowohl als Center wie auch als Flügel und ich bin überzeugt, dass er sich weiter entwickeln wird. Mir gefällt, dass Justin bereits mit 22 Jahren eine Persönlichkeit ist. Zusammen mit den anderen 90er-Eigengewächsen soll er die neue Generation im Team prägen.»

    Mit der U20-Elit der Lions gewann Sigrist 2017 den Schweizermeistertitel.

    Für die Schweizer Juniorennationalmannschaft nahm der Stürmer an zwei U20- und einer U18-Weltmeisterschaft teil. In der A-Nationalmannschaft ist Justin Sigrist bisher zweimal zum Einsatz gekommen.

    Champions Hockey League findet ohne ihn statt

    Mit Verdacht auf Hirnerschütterung droht Andrighetto den Saisonstart zu verpassen

    Sven Andrighetto muss nach der Aktion im Spiel gegen Frölunda pausieren. Mit Verdacht auf Hirnerschütterung ist sogar der Saisonstart für den Stürmer in Gefahr.

    Die nächsten Spiel gegen Helsinki und Fröluna in der Champions Hockey League am 2. und 4. September werden gemäss Tagesanzeiger definitiv ohne den Schweizer Stürmer stattfinden. Stand jetzt ist gar ein Einsatz gegen Servette zum Saisonstart am 7. September unsicher.

    Dafür werden die zuletzt angeschlagenen Yannick Weber, Dominik Diem und Garrett Roe allesamt die Reise nach Skandinavien antreten.

    ZSC: Quenneville 2 Spiele gesperrt

    Freitag, 27. August 2021, 18:49 - Martin Merk


    Die Champions Hockey League hat John Quenneville für zwei Spiele gesperrt.

    Quenneville wird wegen eines Checks gegen den Kopf im Spiel gegen den Helsinki IFK für zwei Spiele gesperrt und mit 1500 Euro gebüsst.

    Tryout hört sich einfach gut an und man weiss direkt was damit gemeint ist. Bei uns heisst das einfach "Befristeter Vertrag".

    Bis wann der jedoch läuft weiss ich nicht und wurde - soweit ich weiss - auch nicht kommuniziert.

    Die wichtige Frage ist wohl, ab wann der Try-Out Vertrag das Ausländerkontingent tangiert.

    NL & SL übernehmen Regelanpassungen der IIHF

    Freitag, 13. August 2021, 13:39 - Medienmitteilung


    Die beiden höchsten Schweizer Eishockeyligen haben entschieden, die von der IIHF vorgenommenen Regelanpassungen bereits für die Saison 2021/2022 zu übernehmen. Diese Regeländerungen treten in der National League und Swiss League ab sofort in Kraft und kommen bereits in den aktuell laufenden Testspielen zur Anwendung.

    Unter dem Arbeitstitel «Unified Rule Book» wurde das IIHF Regelwerk in Anlehnung an das NHL-Rule Book grundlegend überarbeitet. Ziel ist es, weltweit die Regeln für den Eishockeysport zu harmonisieren und dadurch Einheitlichkeit für alle Beteiligten zu gewährleisten. Nachfolgend sind die wichtigsten Anpassungen kurz erläutert:

    • «Goalkeeper Restricted Area»: Hinter jedem Tor ist neu ein trapezförmiger Bereich markiert. Der Torhüter darf den Puck, sobald dieser hinter der Torlinie ist, nur aus diesem Bereich spielen. Greift der Torhüter ausserhalb der Markierung ins Spielgeschehen ein und unterbindet eine Offensivaktion, wird eine Strafe für Spielverzögerung ausgesprochen.
    • Torhüter dürfen neu mit gebrochenen Stock weiterspielen. Bis anhin war das nicht erlaubt.
    • Die Coach’s Challenge kann bei mehr Spielsituationen angewendet werden. Bisher war dies bei Offside und Torhüterbehinderung möglich, neu zusätzlich bei einem verpassten Spielunterbruch in der Angriffszone (Handpass, hoher Stock, Puck ausserhalb des Spielfelds). Bei der ersten erfolglosen Challenge wird eine 2’ Strafe ausgesprochen, bei jeder weiteren erfolglosen Challenge eine 2’ + 2’ Strafe. Die Coach’s Challenge für Offside-Situationen wird in der Swiss League aufgrund der unterschiedlichen TV-produktionstechnischen Infrastruktur nicht angewendet.
    • Einige Fouls können neu mit einer 5’ Strafe geahndet werden, ohne dass diese einen automatischen Restausschluss nach sich ziehen. Dies betrifft die Vergehen: unerlaubter Körperangriff, Bandencheck, Ellenbogencheck, Haken, Behinderung, Beinstellen und Torhüterbehinderung.
    • Beim Betreten der Angriffszone gilt die blaue Linie neu als nach oben weitergezogener dreidimensionaler Bereich. Befindet sich der Schlittschuh eines angreifenden Spielers oberhalb der blauen Linie in der Luft, gilt dies nicht mehr als Offside.

    Immernoch besser als ein Kategorie C Ausländer von GCK laufen zu lassen.... Die Qualität von Hayes kennen wir, Backman hat letztes Jahr in Schweden in 40 Spielen 2 Tore und 2 Assists erzielt.

    Dass er nur einen Try-Out Vertrag bekommt, deutet eher darauf hin, dass es mal wieder ein NA Spieler ist, welcher sich eine Saison lang an die grösseren Eisfelder gewöhnen muss....

    Genfer Youngster zieht es anscheinend nach Zürich

    Enzo Guebey kommt ursprünglich aus Frankreich, spielt aber schon lange für den Genève-Servette HC und ist auch im Besitz des Schweizer Passes. Nach 55 Einsätzen im Trikot der Grenats zeiht es ihn anscheinend nach Zürich.

    Das berichtet der Westschweizer Journalist Grégory Beaud via Twitter. Es ist durchaus wahrscheinlich, dass der 22-jährige Guebey nicht nur für die ZSC Lions, sondern auch für die GCK Lions auflaufen wird. Der Stürmer gehörte bislang nämlich nicht zu den grossen Scorern und kommt in den 55 National-League-Partien auf ein Tor und drei Assists.


    Ist jetzt aber auch nicht gerade die Rolex auf dem Transferwühltisch......

    Simon Bodenmanns HorrorsaisonUnd dann war er wieder positiv

    Zwei Covid-Infektionen, eine Gehirnerschütterung, leere Hallen: ZSC-Stürmer Simon Bodenmann blickt auf die härtesten Monate seiner Karriere zurück.


    Als alles vorbei war und seine ZSC Lions ausgeschieden, sass Simon Bodenmann in der Garderobe im Hallenstadion und war zu Tode betrübt. «Am Anfang war es brutal hart. Ich war überrascht, wie stark es mich mitnahm», sagt er mit einigen Tagen Distanz. «Ich hatte so viel reingesteckt, so viele Rückschläge gehabt und mich immer wieder aufgerappelt. Es war ein derart langes und intensives Jahr gewesen. Plötzlich war es vorüber. So gerne hätte ich mich, hätte ich uns belohnt für alles.» Daraus wurde nichts.


    Bodenmann ist 33. Er verlor mit dem EHC Kloten schon einen Playoff-Final, in dem das Team eine Hand am Pokal hatte. Aber so hart traf ihn das Aus wohl noch nie. Das hat zu tun mit allem, was er in den letzten 14 Monaten durchmachen musste.


    Es begann mit dem abgesagten Playoff im März 2020 wegen des Coronavirus, nachdem die Zürcher eine exzellente Regular Season gespielt hatten. Als einige Wochen später das Sommertraining wieder begann, auf individueller Basis, fühlte er sich ein, zwei Tage kränklich. «Ich hatte ein bisschen Temperatur. Nichts Schlimmes. Wenn ich mich in einem anderen Jahr so gefühlt hätte, hätte ich am Abend ein Neocitran genommen und am nächsten Tag weitergemacht.» Doch es war kein normales Jahr.


    Teamarzt Gery Büsser schickte den Stürmer zum Corona-Test, zumal dieser auch einen Geschmacksverlust beklagte. Als Bodenmann das positive Ergebnis erhielt, war er geschockt. «Damals war das Virus noch nicht so verbreitet, und ich war stets einer gewesen, der vorsichtig war und versuchte, mich so gut es geht davor zu schützen. Ich reduzierte meine Kontakte massiv, war zu jener Zeit nur mit meiner Freundin. Trotzdem erwischte es mich. » Es müsse beim Einkaufen im Coop passiert sein, mutmasst er.


    Hügelsprints mit Handicap

    Bodenmann machte einen milden Verlauf durch. Während der Quarantäne begann er zu Hause schon wieder zu trainieren. Als er wieder zum Team stiess, war er aber zunächst etwas stutzig. Bei den Hügelsprints, sonst eine seiner Paradedisziplinen, rannte er den anderen hinterher. Natürlich fragte er sich: «Ist das wegen Corona?» Er versuchte sich zu beruhigen mit dem Gedanken, dass man auch nach normaler Krankheit zunächst etwas Rückstand habe.


    Als es aufs Eis ging, fühlte sich Bodenmann dann wieder topfit. Bis er im drittletzten Testspiel gegen Biel den Kopf anschlug. Nichts Schlimmes, dachte er. Im zweitletzten kassierte er gegen Zug nochmals einen Check. «Ich merkte, etwas ist nicht gut. Aber ich dachte: Eine Woche Pause, dann bin ich zurück.» Es wurden zwei Monate. Gehirnerschütterungen halten sich nicht an Comebackpläne.


    Dann meldete sich die Covid-App

    Besonders bitter war für Bodenmann: Als er wieder hätte spielen können, meldete die Swiss-Covid-App, er habe mit einem positiv Getesteten Kontakt gehabt. Also musste er sich wieder in Hausarrest begeben. Als er zurück war und wieder trainierte, tauchten bei den ZSC Lions einige Fälle auf und musste das ganze Team in Quarantäne. «Immer wieder kam etwas dazwischen», blickt er zurück. «Das hat mich mental fertiggemacht. Ich musste extrem beissen, um mich wieder ranzukämpfen.»


    Am 20. November gab er endlich sein Saisondebüt, nach vier Partien war es schon wieder vorbei mit Spielen. Das Coronavirus hatte erneut zugeschlagen. 16 Teammitglieder erwischte es, Bodenmann auch – ein zweites Mal. «Ich hatte weiter aufgepasst und war schon überrascht», sagt er. Weil seine erste Infektion über drei Monate zurücklag, wurde er wieder getestet.


    Wie häufig und wie gravierend erneute Infektionen sind, darüber ist sich die Wissenschaft noch unschlüssig. «Ich hatte beim zweiten Mal gar keine Symptome, auch keinen Geschmacksverlust», sagt Bodenmann. «Wäre ich nicht getestet worden, ich hätte es nie erfahren.»


    Teamarzt Büsser habe ihm leidgetan. «Er machte alles Menschenmögliche, wir hatten das Team auf drei Garderoben aufgeteilt, PET-Boxen auf der Bank, selbst an Auswärtsspielen, und trotzdem dieser Ausbruch. Das zeigt, wie schwierig es ist, dieses Virus zu kontrollieren. Man ist in einem Team eben doch recht nah zusammen. Und auf dem Eis trägst du keine Maske, vielleicht überträgt es sich da.»


    Immerhin erholte sich Bodenmann wie die meisten Profisportler gut vom Coronavirus. Und weil die Mannschaft durchseucht war, blieb sie in der Folge verschont von weiteren Quarantänen. Doch natürlich war es auch danach keine Saison wie sonst, in den leeren Hallen. «Ohne die Zuschauer fehlt die Energie von draussen», sagt Bodenmann. «Natürlich sagen alle, wir seien Profis und müssten damit umgehen können. Aber die Fans sind schon ein wichtiger Faktor. Wenn du früher einen an die Bande gecheckt hast, johlten sie. Nun blieb es einfach still.»


    Die Emotionen, auch die negativen, welche die aggressiven Lausanner im Viertelfinal provoziert hätten, habe er umso mehr genossen, sagt Bodenmann. «Es ging hart zu und her, aber das war cool. So kam richtig Playoff-Stimmung auf.» Ganz anders als gegen Servette, das die Emotionen im Halbfinal bewusst herausgenommen habe. «Die Genfer zogen einfach ihr Ding durch, liessen sich durch nichts und niemanden ablenken.» Nach drei Spielen war es vorbei.


    Für einige geht die Saison im Nationalteam weiter, nicht für Bodenmann. Patrick Fischer hatte ihn 2018 auf die schwarze Liste jener gesetzt, die für einen Termin abgesagt hatten. Im Sommer 2020, nach der gestrichenen Heim-WM, gab der Nationalcoach nochmals allen eine Chance. Doch Bodenmann mochte nicht mehr: «Es ist zu viel vorgefallen mit Fischer, so dass ich zu ihm sagte: ‹Für mich ist es gut.›»


    Den Playoff-Final zwischen Zug und Servette schaut sich Bodenmann nicht an. Das tue zu sehr weh. «Wir hätten beim ZSC ein Team gehabt, das hätte Meister werden können. Aber wir fanden gegen Genf nicht das richtige Mittel zum Sieg.»


    Keine Abschiedsreise

    Eine Abschiedsreise mit dem Team, etwa nach Barcelona, fällt diesmal wegen des Coronavirus aus. Die ZSC-Spieler trafen sich in den letzten Tagen einige Male in der Garderobe und tauschten sich bei einem Bier aus. Sie hatten einiges zu besprechen und zu verarbeiten.

    Die ZSC Lions gratulieren ihrem Meistertrainer von 2012 Bob Hartley und dem Assistenztrainer Jacques Cloutier herzlich zum Gewinn des Gagarin Cup (Meister in der KHL) 👏🏻

    Somit sieht das Palmarès von Bob Hartley wie folgt aus:

    - Meister CJHL

    - Meister QMJHL

    - Meister AHL (Calder Cup)

    - Meister NHL (Stanley Cup)

    - Meister NLA

    - neu Meister KHL (Gagarin Cup)