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    Pfäffiker Goalie Lukas Flüeler

    «Adieu zu sagen, war mega emotional»

    Lukas Flüeler hat seine gesamte Profikarriere bei den ZSC Lions verbracht. Jetzt ist er zurückgetreten – ein Rückblick in sechs Kapiteln.

    Donnerstag, 12. Mai 2022, 15:03 Uhr


    Er führte die ZSC Lions 2012, 2014 und 2018 zu drei Meistertiteln. Sogar beim Triumph 2008 war Lukas Flüeler schon dabei – wenn auch als «Lehrling» hinter Ari Sulander.


    In den letzten Wochen seiner Karriere aber spielte der Pfäffiker Torhüter, der im November den Rücktritt angekündigt hatte, bei seinem Stammklub keine Rolle mehr. Der 33-Jährige war nur noch dritte Kraft hinter Jakub Kovar und Ludovic Waeber. Mit dem leisen Abgang hat Flüeler keine Probleme.

    «Jeder würde am liebsten mit einem Pokal in den Händen aufhören», sagt er. «Das kann man nicht planen. Für mich war es die richtige Entscheidung im richtigen Moment.» 15 Jahre war Flüeler beim ZSC. Das ist eine bemerkenswert lange Zeit in diesem kurzlebigen Geschäft. Mehrfach verlängerte er den Vertrag frühzeitig. «Das zeigt: Ich wollte gar nie weg.»

    Quote
    «Der Kraftraum war nie mein bester Freund.»
    Lukas Flüeler

    Zu lediglich zwölf Einsätzen kam «Luki» im Abschiedsjahr noch. Es ist kein Grund für ihn, zu hadern. Er hat nochmals alles aufgesogen, schwärmt von den Champions-League-Partien und ist zufrieden, dass er auf das verpatzte Vorjahr mit einer Leistungssteigerung reagieren konnte. «Diese Saison hat mir nochmals viel gegeben», hält er fest.

    Flüeler ist mit sich im Reinen. Und sieht seine Karriere in drei Phasen. «Erst war ich ein junger Goalie, der mit Ari Sulander einen Mentor hatte.» Vom Finnen hat er viel gelernt, aber nichts geschenkt erhalten. «Er sagte mir immer: Willst du spielen, musst du es dir verdienen.»

    Lange war Flüeler danach die unbestrittene Nummer 1 und der Mann für die entscheidenden Siege, ehe er vom acht Jahre jüngeren Waeber verdrängt und selber zum Mentor wurde.

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    Pfäffiker ZSC-Goalie Lukas Flüeler

    Die Corona-Saison warf ihn aus der Bahn

    11.10.2021

    Klar ist für ihn: Er wird nie wieder in eine Torhüterausrüstung steigen. Er liebäugelt zwar damit, sich Kollegen in Wetzikon zum Plauschhockey anzuschliessen – aber als Feldspieler. «Ich werde kaum über die dritte Verteidigerlinie hinauskommen», ist er überzeugt und lacht.

    Flüeler freut sich auf den neuen Lebensabschnitt. Er hat ein Fernstudium in Betriebswirtschaft absolviert, war zuletzt in einem 30-Prozent-Pendum beim grössten Schweizer Lebensversicherungskonzern angestellt. Ab Juni arbeitet er da Vollzeit.

    Bis es soweit ist, weilt der Pfäffiker mit seiner Frau im Berner Oberland. «Um etwas runterzufahren.» Auf ihn wartet nicht nur beruflich ein neuer Lebensabschnitt. Auch die familiäre Situation hat sich verändert – vor rund drei Wochen ist er Vater geworden.

    Das erste NLA-Spiel

    Lukas Flüeler erlebte seine Feuertaufe in der höchsten Schweizer Liga am 23. September 2008. «Das war in Rapperswil, daran mag ich mich gut erinnern.» Er sei danach immer gerne hierher zurückgekommen, wobei seine Vorbereitung auf die Spiele bei den St. Gallern stets dieselbe geblieben ist. Ihn zog es zum Aufwärmen ans Ufer, in deren unmittelbarer Nähe das Stadion steht – Flüeler mochte besonders den Blick auf den See.


    Bemerkenswerter Zufall: Auch seinen allerletzten Einsatz hatte Flüeler in Rapperswil. Es ist allerdings keiner fürs Erinnerungsalbum. Der Torhüter wurde am 7. Dezember 2021 eingewechselt, musste aber nach 18 Minuten und zwei Gegentoren wieder auf der Bank Platz nehmen.

    Der emotionale Höhepunkt

    Flüeler zögert bei der Antwort keine Sekunde. Die Meisterschaftsentscheidung 2012 hat sich bei ihm speziell eingeprägt. Sie war aber auch besonders dramatisch. Mit dem letzten Angriff der regulären Spielzeit gelingt den ZSC Lions am 17. April in Bern im siebten Finalspiel gegen den SCB das 2:1. Verteidiger Steve McCarthy – er ist nicht für seine Offensivkünste bekannt – hat sich nach vorne «geschlichen» und trifft nach einem Getümmel. «Zweieinhalb Sekunden blieben danach noch. Und ich realisierte, das wird der Meistertitel sein.»


    Es ist Flüelers erster als Lions-Goalie Nummer 1. Der Pfäffiker hält dem Druck Stand und trägt grossen Anteil daran, dass die zwischenzeitlich in der Serie 1:3 zurückliegenden Zürcher noch triumphieren. McCarthys Treffer hat Flüeler dafür gar nicht live gesehen – die Sicht war ihm verstellt. Wie genau das Tor fiel, hat er sich später auf seinem Smartphone anschauen müssen.

    Der härteste Moment

    Diesen einen besonders bitteren Augenblick hat es nicht gegeben, findet Flüeler. Stattdessen sagt er: «All die Verletzungen waren immer harte Momente. Es kostete jedes Mal viel Energie, sich zurück zu kämpfen.» Vor allem der Rücken und die Adduktoren waren beim 1,93 m grossen und knapp über 100 Kilogramm schweren Oberländer Problemzonen – wie bei vielen Torhütern.


    Der Rücken wird dies auch übers Flüelers Karrierenende hinaus bleiben. «An dieser Baustelle muss ich dran bleiben.» Wenn es gut laufe, merke man gar nicht, wie wichtig es sei, mit gezieltem Training vorzubeugen, sagt Flüeler. Und schiebt nach, es sei ja kein Geheimnis gewesen: «Der Kraftraum war nie mein bester Kollege.»

    Der prägendste Trainer

    «Bob Hartley.» Der heute 61-jährige Kanadier wirkte nur eine Saison lang in Zürich, dann kehrte er in die NHL zurück. Hartley gewinnt mit den ZSC Lions 2012 auf dramatische Art und Weise den Titel, nachdem den Zürchern die Qualifikation mit Platz 7 misslungen war. Im Umgang mit den Spielern ist Hartley rau, fordert sie permanent heraus. Er schenkt aber auch jungen Spielern Vertrauen. Wie dem damals 22-jährigen Flüeler, der vom Nordamerikaner gepusht wird. Der Pfäffiker tritt in jener Saison aus Ari Sulanders Schatten.


    Bob Hartley – selber einst Goalie – ist derweil grosser Fan von Torhüterlegende Patrick Roy. Mit Folgen für Flüeler. «Ich hockte praktisch jeden Tag in Hartleys Büro», erinnert er sich, «und hörte mir eine Erzählung über Roy an.»

    Die ZSC Lions

    Für ihn sind die ZSC Lions eine der besten, wenn nicht die beste Eishockey-Organisation der Schweiz. «Man macht alles für den Erfolg. Das merkt man als Spieler.» Längst ist Flüeler zu einem ZSCler durch und durch geworden, der das Hallenstadion als «Daheim» bezeichnet. Die besondere Verbundenheit zum Klub hat man auch bei der Verkündung seines Rücktritts versehen. Flüeler verfasste eine Mitteilung, die er auf der Vereinswebsite veröffentliche und mit den Worten eröffnete: «Liebe ZSC-Familie».


    Zwei Tage nach dem siebten Finalspiel räumte er die Garderobe in Oerlikon und musste zugleich Abschied nehmen von zahlreichen langjährigen Wegbegleitern. «Den Leuten Adieu zu sagen, war mega emotional.»

    Die Zahl 499

    So viele Partien hat Flüeler laut der anerkannten Eishockey-Statistikseite http://www.eliteprospects.com für die ZSC Lions absolviert. Die magische Grenze von 500 hätte er damit haarscharf verpasst. Manch ein Fan fragte sich, weshalb Trainer Rikard Grönborg dem verdienten Torhüter diese eine zusätzliche Partie nicht ermöglichte. Flüeler bleibt locker.


    Er ist alles andere als ein «Statistiknerd». Und sagt auch: «Vielleicht kann mir mal jemand die richtige Zählweise erklären. Gilt es, wenn ich nur Backup war? Oder erst, wenn ich eingewechselt wurde? Ich habe jedenfalls schon einige andere Zahlen als 499 gehört.» Eine davon ist 552, eine andere ist 555. Sollte letztere stimmen, wäre es gar schade gewesen, hätte Flüeler letzte Saison auch nur eine einzige Partie mehr gespielt...

    Auch Grégory Hofmann (EV Zug) wird nicht an die WM reisen. Grund dafür ist seine kräftezehrende, emotionale Saison mit der NHL-Rückkehr, der Olympia-Teilnahme, dem Schweizermeister-Titel und der Geburt seines ersten Kindes. «Grégory hätte gerne an der WM teilgenommen. Wir haben aber in gegenseitigem Einvernehmen entschieden, dass er nun eine Pause braucht», erklärt Fischer den Entscheid

    Wie es wirklich war:

    Jessica Hofman zu Gregory: " Das chasch grad vergässe mit däre WM, das säg der! Bisch jetzt lang gnueg mit dine Hockeytubble ummegahnget, häsch eigentlich sGfühl, ich mach de ganz Seich ellei diheime?"

    Zugs Cadonau gesperrt

    Donnerstag, 21. April 2022, 09:36 - Medienmitteilung


    Vorsorgliche Sperre und Verfahrenseröffnung gegen Claudio Cadonau vom EV Zug.

    Claudio Cadonau vom EV Zug wird wegen eines Checks gegen den Kopf von Marc Aeschlimann von den ZSC Lions in der 30. Minute des Playoff-Spiels der National League vom 20. April 2022 vorsorglich für ein Spiel gesperrt. Gleichzeitig wurde gegen Cadonau ein ordentliches Verfahren eröffnet.


    Ein bischen viel für nur "im Weg gestanden".....

    Cadonau hat schon viele auf dem Gewissen, unter anderem Petersson, ein ganz miese Ratte!

    DiDomenico 2 Spiele gesperrt

    Freitag, 15. April 2022, 10:16 - Medienmitteilung


    Zwei Spielsperren und Busse gegen Christopher DiDomenico von Fribourg-Gottéron.

    Christopher DiDomenico von Fribourg-Gottéron wird wegen eines Checks mit dem Knie gegen Patrick Geering von den ZSC Lions in der 26. Minute des Playoff-Spiels der National League vom 14. April 2022 für zwei Spiele gesperrt und mit CHF 3’630.- gebüsst (inkl. Verfahrenskosten). Diese Spielsperren wird Christopher DiDomenico zu Beginn der Saison 2022/23 verbüssen müssen.

    Schwalben-Busse gegen DiDomenico

    Donnerstag, 7. April 2022, 12:07 - Medienmitteilung


    Christopher DiDomenico von Fribourg-Gottéron wird wegen Vortäuschen eines Fouls im Playoff-Spiel der National League vom 29. März 2022 zwischen Fribourg-Gottéron und dem Lausanne HC mit CHF 2’000.— gebüsst (inkl. Verfahrenskosten).


    Leider OHNE Sperre.....

    [quote='Zueri12','https://forum.zscfans.ch/thread/2810-play-1-4-final-spiel-4-biel-zsc-29-03-2022/?postID=142483#post142483']

    Wollt ihr mich verarschen, Dolder geschlossen

    [/quote]

    Zamboni kaputt, wir sind im Heuried.


    Gesendet von meinem SM-G991B mit Tapatalk

    Robin Grossmann brannten im dritten Viertelfinal-Duell im Hallenstadion gegen die ZSC Lions die Sicherungen durch, als er Gegenspieler Kyen Sopa mit dem Schlittschuh getreten hatte. Die Aktion wurde jedoch nicht bestraft und auch nachträglich ist der EHCB-Verteidiger nicht sanktioniert worden.


    Robin Grossmann steht nämlich im Line-Up für das vierte Spiel an diesem Dienstagabend in Biel, womit der Verteidiger also definitiv nicht von der Disziplinarkommission gesperrt worden ist. Ausserdem geben die EHCB-Spieler Luca Cunti, Tino Kessler sowie Yannick Rathgeb ihr Comeback, während Damien Brunner leider wieder fehlt, nachdem er in Spiel drei mittun konnte.

    Die Freude war zurück, dann traf ihn dieser Kinnhaken


    Stehaufmännchen Simon Bodenmann Den ZSC-Flügel plagen seit zwei Jahren gesundheitliche Probleme. Aus seiner Leidenssoll im Playoff eine Erfolgsgeschichte werden.


    Simon Graf


    Wer so viel erlebt hat wie Simon Bodenmann in den letzten zwei Jahren, ist so leicht nicht mehr aus der Bahn zu werfen. «Ich bin heute besser

    aufgestanden als nach anderen Niederlagen», sagt er gestern, am Tag nach dem missglückten Playoff-Auftakt beim 4:5 gegen Biel und blinzelt bei

    der Kunsteisbahn Oerlikon in die Sonne.

    «Weil ich weiss, dass wir die Fehler bei uns suchen müssen. Die Energie war da bei allen, alle freuten sich aufs Playoff, und das endlich wieder vor

    Zuschauern. Aber wir waren übermotiviert, wollten zu viel und verloren die Geduld. Im Unterzahlspiel stürmten wir zu dritt in die Ecke, und ein

    Bieler war allein vor dem Tor. So etwas tun wir sonst nicht. Wenn sich jeder auf seinen Job konzentriert, bin ich positiv gestimmt.»

    Geduld war für den 34-Jährigen in diesem Winter ein Schlüsselwort. Er blickte auf eine schwierige Saison 2020/21 zurück mit zwei Corona-

    Infektionen und einer schweren Gehirnerschütterung, wegen der er mehrere Monate verpasst hatte. «Ich fühlte mich auch danach nie so, wie ich

    mich sonst auf dem Eis fühle», sagt er. «Dazu die Spiele in leeren Hallen. Es war trostlos, ein sehr schwieriges Jahr für mich. Umso mehr freute ich

    mich auf diese Saison. Ich hatte den Spass am Eishockey wiedergefunden.»

    Dieser Spass überdauerte genau zwei Meisterschaftsspiele. Oder nicht einmal. Dann prallte Bodenmann im Heimspiel gegen Ambri mit Goalie

    Damiano Ciaccio zusammen. Der Puck war nach einem Schuss via Ciaccio in die Höhe gespickt, Bodenmann wollte nachsetzen und schaute nach

    oben zum Puck, der Torhüter verpasste ihm mit der Hand einen Kinnhaken. «Es war null Absicht von Ciaccio», sagt Bodenmann. «Einfach eine

    blöde Situation.» Er sackte nach dem Kinnhaken aufs Eis. «Ich dachte zuerst, es sei nicht so schlimm», sagt er. Er täuschte sich.

    Gesundheit vor Vertrag

    Daraus wurde eine über dreimonatige Pause, in der er auf eine harte Probe gestellt wurde: «Eine Zeitlang war ich weg vom Team, um den Fragen

    auszuweichen, ob es mir besser gehe und wann ich zurückkehren würde.» Darauf wusste er selber keine Antwort. Er trainierte mit Athletikcoach

    Matt Stendahl und im Swiss Concussion Center in der Schulthess-Klinik, tastete sich immer wieder an seine Grenzen heran. Manchmal überschritt

    er sie. «Dann bekommst du am nächsten Tag die Rechnung, hast du Kopfweh.»

    Wie gut ging er damit um? «Da müssten Sie wohl meine Freundin fragen», sagt er schmunzelnd. «Nicht immer gut. Es war eine mühsame Zeit.»

    Manchmal sei er zu Hause wohl ungeniessbar gewesen, sagt er. Zum Glück sei seine Freundin, die als Sportlehrerin in Kantonsschulen in Zürich-

    Enge und Zug unterrichtet, beruflich sehr engagiert gewesen. «So konnten wir uns beide auf unsere Sachen konzentrieren. Es war gut, machte sie

    sich nicht auch noch tausend Gedanken um mich. Dafür hatte ich ja meine Therapeuten.»

    Auch Teamarzt Gery Büsser habe sich immer wieder bei ihm erkundigt, wie es ihm gehe. «Er ist sehr feinfühlig und merkt, wenn einer nicht so ist,

    wie er sonst ist. Ich hatte das Gefühl, ich hatte es mental im Griff, auch wenn es nicht einfach war.» Bodenmann ist inzwischen so vertraut mit dem

    Umgang mit Gehirnerschütterungen, dass sein Testimonial auf der Website des Swiss Concussion Center als Erstes erscheint.

    Zu den körperlichen Leiden kam die Ungewissheit, wie es für ihn weitergeht. Er kam 2018 mit einem Vierjahresvertrag nach Zürich, der nun auslief.

    Sportchef Sven Leuenberger habe ihm offen kommuniziert, dass er erst wieder mit ihm über einen neuen Vertrag reden könne, wenn er gesund sei.

    25.03.22, 08:58 Artikel auf Seite 28 der Zeitung Tages-Anzeiger vom Fr, 25.03.2022

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    Dann aber würden sie zusammensitzen. Bodenmann sagt: «Mir war auch klar: Wenn ich mich nicht gut fühle, muss ich auch nicht über einen neuen

    Vertrag nachstudieren. Dann höre ich auf. Mein Fokus lag also ganz darauf, wieder gesund zu werden. Der Rest würde sich dann schon ergeben.»

    Im letzten Spiel vor Weihnachten gab Bodenmann sein Comeback, quasi als verfrühtes Weihnachtsgeschenk. «Zuerst musst du das Vertrauen in

    deinen Körper wiederfinden. Dass es kracht und es ist okay. Dann brauchst du Spielpraxis, denn im Match geht schon alles viel schneller als im

    Training.»

    Allmählich kam er wieder besser in Schwung, Anfang Februar unterschrieb er für ein weiteres Jahr. Andere Optionen habe er gar nicht abgecheckt:

    «Ich fühle mich mega wohl hier in Zürich. Wir haben von der Qualität her ein geniales Team. Wenn wir das aufs Eis bringen, können wir grossen

    Erfolg haben. Und davon möchte ich Teil sein.»

    Wie damals mit dem SCB

    Fragt sich nur, ob die ZSC Lions im Playoff zusammenfinden. Bodenmann sagt: «Es ist ein Teamsport. Jeder muss für den anderen laufen, das Ego

    zurückstecken, die Fehler des anderen ausbügeln. Nur dann kannst du Erfolg haben. Wir haben so viele gute Einzelspieler, die immer mal wieder den

    Unterschied ausmachen können. Aber im Playoff reicht einer allein nicht, da musst du miteinander spielen. Wenn wir das schaffen, ist alles möglich.

    Und wenn nicht, ebenfalls, aber in die andere Richtung. Das sahen wir vor nicht zu langer Zeit, als wir in Ajoie chancenlos waren.»

    Bodenmann weiss, wie es ist, Meister zu werden. 2016 und 2017 triumphierte er mit dem SC Bern. Aber was braucht es, um im Playoff

    zusammenzufinden? «In meinem ersten Jahr in Bern wurden wir von Rang 8 aus Meister. Wir gewannen den ersten Playoff-Match gegen den ZSC

    im Penaltyschiessen, das gab uns so viel Energie. Wir kamen in einen Flow, plötzlich passte alles zusammen.»

    Wer weiss, vielleicht kommt diese Initialzündung bei den ZSC Lions ja heute in Biel.

    Ah ja, der "gute" alte Fruithof ....... War bei meinem ehem. Arbeitgeber mal auch DIE grosse Nummer. Bis er gehen musste/wollte.

    Same here! Einfach der jetzige Arbeitgeber.

    Ist halt auch ein Spezi vom Spuhler, darum verkauft er jetzt Traktörli.

    Still und leise macht er alle besser

    ZSC-Stürmer Marcus Krüger Er ist der erfolgreichste Akteur der Liga. Öffentlich wahrgenommen wird er kaum - das stört

    sogar seine Gegner.

    Es gibt ein gutes Beispiel, um zu illustrieren, wie still sich Marcus Krüger durch seine ganze Karriere manövriert. In seinem 2017 erschienenen

    Buch beschreibt Journalist Mark Lazerus die Geschichte der Chicago Blackhawks zwischen 2010 und 2015 mit drei Stanley-Cups. Zu Wort

    kommen viele Spieler, Coachs, Betreuer, Barkeeper, Krethi und Plethi - nicht aber Krüger, Stürmer in immerhin zwei Champion-Teams.

    Der 31-jährige Schwede schmunzelt, als er das hört. Er kennt den Buchautor persönlich, ist ihm aber nicht böse. Krüger hört auf Feedback, wenn

    es zum Beispiel von Vater Peter kommt, der sich jedes seiner Spiele am Bildschirm anschaut. «Aber ich brauche keine Anerkennung von

    aussen», sagt der Mittelstürmer. «Ich fühlte mich in Chicago im Team immer respektiert, und das ist das Wichtigste.»

    Ähnliches gilt auch in der Schweiz. Egal, ob sich Mitspieler oder Gegner äussern, es tönt so oder ähnlich: Der Schwede sei der ultimative

    Teamplayer. Einer sagt, es sei Zeit, dass einer wie Krüger in den Fokus rücke. Denn dort stand er auch in bald drei Jahren ZSC nie. Dieses

    Gespräch sei sein erstes Interview in der Schweiz, bestätigt Krüger.

    «Mit ihm gewinnst du»

    Was zeichnet ihn aus? Nicht die Skorerwerte: 27 Punkte (8 Tore) in 43 Spielen sind nicht schlecht, aber alles andere als bemerkenswert für

    Ausländer, die in der Schweiz meist nur anhand ihres offensiven Outputs bewertet werden. Sein Palmarès als zweifacher NHL-Champion, der

    auch WM-Gold und Olympia-Silber gewann, machen ihn zum erfolgreichsten Spieler der National League, doch auch das macht den Spieler

    Krüger nicht greifbar.

    Wenn Trainer «die kleinen Dinge» betonen, die Krüger richtig mache, oder Mitspieler sein «Game Management» loben, tönt auch das so abstrakt

    wie ein früherer Center und heutiger Coach, der sagt: «Den Millionen-Sponsoringvertrag mit Nike kriegen in der NHL andere, die Topskorer.

    Gewinnen tust du aber mit Spielern wie Krüger.»

    Wer aber in den Analytics wühlt, findet etwas Besonderes: Jeder ZSC-Stürmer, der diese Saison neben Krüger spielte, hatte bessere persönliche

    Werte, als wenn er Teil einer Linie ohne ihn war. Jeder einzelne.

    Krüger verbessert seine Mitspieler nicht vorwiegend mit Offensivtaten, sondern mit der Stabilisierung des Spiels. Krüger ist, auch das wird von

    den Analytics belegt, jener ZSC-Stürmer, mit dem auf dem Eis am wenigsten Torgefahr für das Team herrscht.

    Er bewunderte unübliches

    Wie wurde Krüger zum Spieler, der er heute ist? Er wuchs in Stockholms Vorort Huddinge auf, unter Bedingungen, die sich für eine

    Dokumentation eignen würden, warum in Schweden mehr junge Eishockeyaner rekrutiert werden als in der Schweiz: Direkt neben Krügers

    Schule war eine der vielen Eishallen, «und alle Jungen verbrachten jede freie Minute dort», erzählt er.

    Er begann als Verteidiger, wurde bald Center, seine Vorbilder waren schwedische Weltstars wie Forsberg, Sundin oder Zetterberg. Er bewunderte

    sie aber für ihre Fähigkeit, auch die defensive Drecksarbeit im Repertoire zu haben: «Es gefiel mir, wie Zetterberg eine ganze NHL-Finalserie

    lang Crosby in Schach halten musste.»

    Wie bei Spielern mit ausgeprägter Spielintelligenz häufig, betrieb Krüger als Jugendlicher diverse Sportarten und interessiert sich bis heute noch

    für alles Mögliche - er gilt im Team als Sportfreak. Besonders Handball hat es ihm angetan. Einerseits, weil seine Verlobte Malin früher aktiv

    spielte, andererseits, «weil es eine der ehrlichsten Sportarten ist - und eine der attraktivsten zum Schauen». Während der EM versuchte Krüger

    seine diesbezüglich ahnungslosen kanadischen Linienkollegen Quenneville und Azevedo für Handball zu begeistern - ohne Erfolg.

    Krüger bewegte sich fast immer unter dem Radar. Als er 2009 von Chicago in der 5. Runde gedraftet wurde, interessierte das kaum jemanden, da

    in jenem Jahr sieben Schweden in Runde 1 gezogen wurden. Entgegen aller Wahrscheinlichkeit war Krüger aber schon zwei Jahre später

    Stammspieler bei Chicago. Natürlich in rein defensiven Rollen.

    Der eher introvertierte Schwede lernte von der Führungsgruppe rund um Superstar Jonathan Toews eine Diskussionskultur kennen, die ihm neu

    war: «Man war sehr ehrlich und direkt, teilweise artete das fast schon aus.» Krüger lernte und wuchs, in Zürich gehört er in der Garderobe zu

    jenen Spielern, die auch verbal Kritik anbringen.

    Krüger kam als schlechter Bullyspieler zu den Blackhawks. Er hatte noch nie etwas von spezifischem Training gehört. Assistenzcoach Yanic

    Perreault, bester Bullyspieler der NHL-Geschichte, lehrte ihn, und Krüger war ein guter Schüler: Er ist in der Schweiz unangefochten bester

    Bullyspieler, er war kürzlich auch bei Olympia die Nummer 1.

    Der Abschied in die Heimat

    Das Playoff steht vor der Tür, es soll die Zeit werden, in der Krügers Einfluss noch grösser wird. Es ist seine letzte Chance, um auch in der

    Schweiz einen Titel zu holen. Denn es steht fest, dass er zu seinem Heimatclub Djurgarden zurückkehrt. Weil die Familien Krügers und seiner

    Verlobten dort leben. Weil er in Stockholm mit vielen früheren Freunden wird spielen können.

    Und weil Krüger mithelfen will, den Club, der eine sportliche Baisse erlebt, wieder besser zu machen. So, wie er bei den Lions derzeit alle

    besser macht. Der ZSC wird ihn vermissen, es dürfte auf Sportchef Sven Leuenbergers Agenda weit oben stehen, einen Typ Krüger zu finden.

    Kristian Kapp